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RE: Stonehenge:
in Mythologie & Weltgeschichte 01.07.2026 01:53von Adamon • Nexar | 16.070 Beiträge
https://www.grewi.de/gletscher-these-zum...enge-widerlegt/
Gletscher-These zum Transport der Steine von Stonehenge widerlegt:
Perth (Australien) – Die Frage, wie einige der tonnenschweren Steine zum Bau des Steinkreises von Stonehenge von Wales nach Südengland gelangt sind, bewegt Archäologen schon lange. Eine neue Studie widerlegt nun jene These, wonach die sogenannten Blausteine als Findlinge mit Gletschern in die Salisbury Plains gelangten. Stattdessen müssen die Steine gezielt von Menschen transportiert worden sein.
Blick auf den Steinkreis von Stonehenge.
Copyright: A. Müller f. grewi.de
Wie Anthony J. Clarke und Christopher L. Kirkland von der Curtin University und aktuell im Fachjournal „Communications Earth & Environment“ (DOI: 10.1038/s43247-025-03105-3) berichten, wurde diese sogenannte Gletscher-Transport-Theorie zwar häufig in Dokumentationen und Online-Debatten aufgegriffen, jedoch bislang nie mit modernen geologischen Methoden systematisch überprüft. Genau hier setzt eine neue Studie an. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Steine von Stonehenge wurden nicht durch Eisbewegungen dorthin verfrachtet.
Mineralogischer Fingerabdruck:
Hierzu nutzten die Forschenden erstmals eine hochpräzise mineralogische „Fingerabdruck“-Methode. Anstatt nach offensichtlichen Spuren früherer Vergletscherung zu suchen – etwa nach Moränen, geschrammtem Fels oder typischen Landschaftsformen –, konzentrierten sich die Forschenden auf mikroskopisch kleine Hinweise. Denn wenn Gletscher tatsächlich Gesteinsmaterial aus Wales oder Schottland bis zur Salisbury Plain transportiert hätten, hätten sie dabei zwangsläufig Millionen winziger Mineralpartikel mitgeführt und abgelagert.
Im Fokus der Analysen standen dabei die Minerale Zirkon und Apatit, die in Sandkörnern von Flüssen vorkommen. Beide enthalten geringe Mengen an Uran, das über lange Zeiträume mit bekannter Geschwindigkeit zu Blei zerfällt. Mithilfe der sogenannten Uran-Blei-Datierung lässt sich so das Alter einzelner Mineralkörner bestimmen – und damit ihre geologische Herkunft. Da Gesteine in Großbritannien regional sehr unterschiedliche Alter aufweisen, fungieren diese Mineralalter gewissermaßen als Herkunftsnachweis.
Um diese Hypothese zu testen, sammelte das Team Sandproben aus Flüssen rund um Stonehenge und analysierte mehr als 700 einzelne Zirkon- und Apatitkörner. Das Resultat fiel überraschend klar aus: Nahezu kein einziges Korn wies Altersmerkmale auf, die zu den bekannten Herkunftsregionen der Blausteine in Wales oder des Altarsteins in Schottland passen würden.
Zirkon erwies sich dabei als besonders aufschlussreich. Die extrem widerstandsfähigen Kristalle können geologische Prozesse über Milliarden Jahre überstehen. Die analysierten Zirkone aus den Flüssen der Salisbury Plain deckten zwar einen enormen Zeitraum von etwa 2,8 Milliarden bis 300 Millionen Jahren ab, konzentrierten sich jedoch stark auf einen Altersbereich zwischen 1,7 und 1,1 Milliarden Jahren. Diese Altersverteilung entspricht exakt der sogenannten Thanet-Formation, einer weitverbreiteten Sandschicht, die einst große Teile Südenglands bedeckte und später erodiert wurde. Die heutigen Fluss-Sande stammen demnach aus lokalen, sehr alten Sedimenten und nicht aus jungem, eiszeitlichem Material.
Keine eiszeitlichen Gletscher bis Stonehenge:
Auch die Apatit-Körner erzählten eine klare Geschichte. Sie waren ausnahmslos etwa 60 Millionen Jahre alt – eine Zeit, in der Südengland von einem flachen, subtropischen Meer bedeckt war. Dieses Alter passt zu keiner potenziellen Gesteinsquelle in Wales oder Schottland. Stattdessen erklären die Forschenden die Apatit-Daten mit weit entfernten geologischen Prozessen: Der Gebirgsbildung der Alpen, deren tektonische Spannungen und heiße Fluide die Uran-Blei-Uhr der Minerale neu „gestellt“ haben. Auch Apatit ist somit kein eiszeitlicher Fremdling, sondern seit vielen Millionen Jahren Teil der lokalen Geologie.
Zusammen liefern diese mikroskopischen Befunde ein starkes Argument gegen die Gletscher-Transport-Theorie. Wären Gletscher bis zur Salisbury Plain vorgedrungen, hätten sie ein deutlich erkennbares mineralogisches Erbe hinterlassen. Dass dieses fehlt, spricht klar gegen eine natürliche Anlieferung der Steine.
Die Studie fügt der Geschichte von Stonehenge damit ein weiteres wichtiges Puzzlestück hinzu. Sie stärkt die Annahme, dass die monumentalen Steine nicht zufällig vor Ort lagen, sondern bewusst ausgewählt, über weite Strecken transportiert und aufgestellt wurden – eine bemerkenswerte Leistung prähistorischer Gesellschaften.
Quelle: Curtin University
© grenzwissenschaft-aktuell.de
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RE: Stonehenge:
in Mythologie & Weltgeschichte 01.07.2026 05:56von Adamon • Nexar | 16.070 Beiträge
https://www.grewi.de/aus-den-highlands-i...aus-schottland/
Aus den Highlands ins Henge: Altar-Stein in Stonehenge stammt aus Schottland:
Perth (Australien) – Neue Analysen werfen ein neues Licht auf die Herkunft und den möglichen Transportweg eines der rätselhaftesten Steine im Steinkreis von Stonehenge. Der sogenannte „Altar Stone“, ein rund sechs Tonnen schwerer Sandstein-Megalith, stammt demnach aus Schottland.
Heute liegt der Altarstein von Stonehenge (Kreis) begraben unter zwei großen, aus der Nähe (ca. 25 Kilometer) stammendenen Sarsensteinen. Copyright: National Heritage
Nach der aktuell im „Journal of Quaternary Science“ (DOI: 10.1002/jqs.70080) veröffentlichten Studie stammt der Stein sehr wahrscheinlich aus dem Nordosten Schottlands. Damit hätte er eine Distanz von rund 700 Kilometern bis in die Salisbury Plains in Südengland zurückgelegt – aus Sicht neolithischer Gesellschaften eine enorme Strecke und Leistung.
Eiszeit-Gletscher als Transportmechanismus ausgeschlossen:
Die Studie baut auf früheren Forschungsergebnissen auf, die bereits nahelegten, dass Gletscherbewegungen nicht allein für die Verlagerung der Stonehenge-Monolithen verantwortlich gewesen sein können (…GreWi berichtete).
Zwar könnten Eisströme während der letzten Eiszeit einzelne Gesteinsfragmente über Teilstrecken transportiert haben, doch ein durchgehender natürlicher Transportweg bis nach Südengland gilt nun als ausgeschlossen. Modellierungen der Forscher zeigen, dass Gletscher möglicherweise Material bis in Regionen wie die heutige Doggerbank in der Nordsee bewegt haben könnten – jedoch nicht bis in den Süden Englands. Damit bleibt als entscheidender Faktor der Mensch.
Menschliche Logistik über große Distanzen:
Die Ergebnisse sprechen dafür, dass der „Altar Stone“ über weite Strecken aktiv von Menschen transportiert wurde. Laut den Forschern war dies kein einfacher, sondern ein hochkomplexer Prozess, der vermutlich mehrere Etappen umfasste.
Co-Studienleiter Dr. Anthony Clarke von der australischen Curtin University beschreibt den Vorgang als „gezielt und sorgfältig geplant“. Die Daten deuteten darauf hin, dass es keine durchgängigen natürlichen Transportkorridore gab, die den Stein direkt mit Stonehenge verbunden hätten. Stattdessen sei wahrscheinlich eine Kombination aus verschiedenen Transportformen genutzt worden: etwa das Ziehen über Land, ergänzt durch Fluss- oder Küstenrouten, wo immer dies möglich war.
Position des zentralen Altarsteins im Diagramm der Positionen der Steine von Stonehenge (Illu).
Copyright/Quelle: Clarke et al., Nature 2024 / CC BY 4.0
Neolithische Gesellschaften offenbar deutlich organisierter als gedacht:
Nachdem schon zuvor die schottische Herkunft des Steins vermutet wurde (…GreWi berichtete) liefert die Studie damit auch neue Einblicke in die sozialen Strukturen prähistorischer Gemeinschaften. Der Transport eines derart massiven Steins über hunderte Kilometer hinweg hätte laut den Forschern erhebliche Planung, Kooperation und technisches Verständnis erfordert.
Dr. Clarke betont, dass diese Leistungen auf eine weit entwickelte Organisation hindeuten. Die beteiligten Gruppen hätten offenbar nicht nur über geografisches Wissen verfügt, sondern auch über ausgefeilte Strategien zur Bewegung schwerer Lasten. Der Aufwand, einen sechs Tonnen schweren Monolithen über derart große Entfernungen zu bewegen, spreche für eine bemerkenswerte kollektive Zielsetzung – möglicherweise im religiösen oder zeremoniellen Kontext.
Kombination aus Geologie und Computermodellen:
Methodisch kombiniert die Studie mineralogische Datierungen mit modernen Computer- und Eismodellen. Dadurch konnten sowohl die Herkunft des Steins eingegrenzt als auch hypothetische Transportwege überprüft werden. Die Forschenden sehen in diesem interdisziplinären Ansatz einen Schlüssel zur Lösung langjähriger archäologischer Fragen rund um Stonehenge.
Trotz der Fortschritte bleibt die genaue Herkunftsregion des „Altar Stone“ in Nordostschottland weiter Gegenstand der Forschung. Zukünftige Studien sollen den exakten Steinbruch oder das Ursprungsgebiet präziser bestimmen und mögliche Transportkorridore detaillierter rekonstruieren.
Recherchequelle: Curtin University
© grewi.de
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