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Gezeiten:

in Biomagie - Die Vereinigung von Kraft & Form: 02.05.2011 17:25
von Adamon • Nexar | 13.870 Beiträge

Aus: http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspo...blen-zonen.html

Freitag, 25. Februar 2011
Gezeiten beeinflussen habitable Zonen um massearme Sterne:


Potsdam/ Deutschland - Gezeitenkräfte können die sogenannte habitable Zone um massearme Sterne,
jenem Abstand also, wie er auf Planeten gemäßigte Temperaturen, damit flüssiges Wasser
und möglicherweise auch erdähnliches Leben ermöglicht, unbewohnbar machen.
Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam von Astronomen um René Heller vom
"Astrophysikalischen Institut Potsdam" (AIP) in einer aktuell publizierten Studie.

Bisher gingen die meisten Astrophysiker davon aus, dass vor allem die Entfernung des Planeten
zu seinem Mutterstern und die atmosphärische Zusammensetzung des Planeten seine
Oberflächentemperatur regeln. Heller und seine Kollegen haben nun den Einfluss von Gezeiten
untersucht, die zwischen massearmen Sternen und ihren potenziellen erdähnlichen Begleitern wirken.

Aufgrund dieser Erkenntnis fordern die Wissenschaftler nun eine Modifikation
des traditionellen Konzepts und der Definition der habitablen Zone.

Verantwortlich für die Beeinflussung seien vornehmlich drei Effekte:
"Erstens bewirken Gezeiten eine Aufrichtung der planetaren Rotationsachsen gegen
die Umlaufbahn auf 90 Grad und das bereits innerhalb weniger Millionen Jahre.

Auf der Erde beträgt dieser Winkel dank des Bahndrehimpulses des Erdmonds konstante 23,5 Grad
und verursacht unsere Jahreszeiten. Auf erdähnlichen Planeten in der habitablen Zone um
massearme Sterne gäbe es demnach keine Jahreszeiten.

Das wiederum verursacht enorme Temperaturunterschiede zwischen den Polen und dem Äquator.
Sie bewirken extreme Winde und langfristig ein Ausfrieren der Atmosphäre an den Polen
und eine Evaporation am Äquator. Als zweiter Effekt tritt, ähnlich wie auf dem Jupitermond Io,
welcher von globalem Vulkanismus gekennzeichnet ist, zwischen massearmen Sternen und
terrestrischen Planeten in der habitablen Zone eine starke Gezeitenheizung auf.

Sie vermag den Planeten umfassend unbewohnbar zu machen. Darüber hinaus veranlassen Gezeiten
drittens, dass sich die Rotationsperiode von Exoplaneten in der habitablen Zone massearmer
Sterne langfristig der Orbitperiode nähert. Das bedeutet, innerhalb eines Bahnumlaufs erfolgt
dann nur eine Eigendrehung des Planeten. In diesem Zustand wird nur noch eine Hälfte des
Planeten vom Stern bestrahlt und erhitzt, während die andere in ewiger Dunkelheit ausfriert."

Die habitable Zone, so die AIP-Pressemitteilung, um massearme Sterne sei also zumindest
nicht komfortabel, womöglich nicht einmal habitabel. Bislang galten massearme Sterne als
aussichtsreiche Kandidaten für habitable, planetare Begleiter.

"Die verheißungsvollen erdähnlichen Planeten, die mittlerweile um massearme Sterne gefunden
werden und unter denen sich bereits die ersten Kandidaten in der traditionellen habitablen Zone befinden,
müssen also nun auf Gezeiten analysiert werden", so die Forscher.

Vor dem Hintergrund der neuen Faktoren haben die Astronomen um Heller auch den kürzlich
noch als ersten bewohnbaren Exoplaneten gefeierten Kandidaten "Gliese 581g"
(...wir berichteten s. Links u.) nochmals zumindest theoretisch untersucht.

Das Ergebnis: Auf dem Planeten keine Jahreszeiten mehr geben dürfte und dass unter
Annahme einer kreisförmigen Umlaufbahn die Länge eines Tages auf dem Planeten identisch
mit der Länge eines Jahres wäre. Der Planet besäße somit kein flüssiges Oberflächenwasser
und wäre somit zumindest nach irdischen Maßstäben höchstwahrscheinlich unbewohnbar.

"Generell sieht es für Leben auf erdähnlichen Planeten in der traditionellen habitablen Zone
um massearme Sterne schlecht aus, wenn wir Gezeiten berücksichtigen.

Auf der Suche nach einer zweiten Erde, so scheint es, müssen wir uns auch auf die Suche
nach einer zweiten Sonne begeben", so Heller.

Bereits zuvor hatten US-Astronomen erklärt, dass der häufigsten Typus von Sternen,
sogenannte Rote Zwerge, die aufgrund ihres relativ hohen Alters von meist mehr als
10 Milliarden Jahren als hoffnungsvolle Kandidaten für Leben auf diese Zwergsterne
umkreisenden Planeten galten, potentielles Leben auf ihren Planeten sogar gefährden.
Grund hierfür seien auffallend häufige und gewaltige Eruptionen dieser fernen Sonnen deren
Strahlung Leben schädigen könnte (...wir berichteten).

Quellen: aip.de / grenzwissenschaft-aktuell.de




Künstlerische Darstellung eines felsigen Exoplaneten | Copyright: NASA


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RE: Gezeiten:

in Biomagie - Die Vereinigung von Kraft & Form: 13.03.2014 05:21
von Adamon • Nexar | 13.870 Beiträge

http://www.helles-koepfchen.de/die-gezei...flut/index.html



Das rote Kreuz markiert das Baryzentrum, also den gemeinsamen Drehpunkt im System
"Erde-Mond". Der Mond braucht etwa 27 Tage, um diesen Punkt zu umkreisen. (Quelle: Wikipedia)


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