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Der Mythos von Agartha

in Mythologie & Weltgeschichte 08.12.2009 23:16
von Solve et Coagula (gelöscht)
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Der Mythos von Agartha

Von Thomas Ritter

Untergang, Aufgang, Tag und Nacht in Ewigkeit,
tief sinkt der heutige Tag ins Meer der Zeit;
Alles, was war, verschwand in geheimnisvoller Sphäre,
kein Ort im Weltenall, wo nichts gewesen wäre.
Das Vergangene erscheint im Heute nur verweht.
alles kommt wieder, alles in Wiederkehr besteht.

Aus dem Zweiten Gesang der Botschaft vom Untergang des Reiches Mu

Eine uralte tibetische Prophezeiung überliefert uns die Kunde vom unterirdischen Reich Agartha.
Dieses Reich soll sich in den Regionen unter dem westlichen Hochland von Tibet befinden.
Einheimische versichern, daß einige Meilen nordöstlich des Karakorumpasses ein Zugang zu diesen
geheimnisvollen Labyrinthen existiert. „Viele schon sahen das steinerne Tor, doch keinem ward
aufgetan, da die Zeit noch nicht reif ist,“ so lautet die Antwort der Einheimischen auf meine Frage,
ob es einem Menschen möglich sei, Agartha zu betreten.

Im Gegensatz zu dieser Aussage behaupten viele buddhistische Mönche, dieses unterirdische Reich
gesehen zu haben. Sie beschreiben unterirdische Anlagen und Tunnelsysteme von gigantischen
Ausmaßen, „erfüllt von einem milden Licht“. Auch unter dem Königspalast von Lhasa soll sich ein
geheimer Eingang zum Reich Agartha befinden. In den Schatzkammern des Potala-Palastes sind
angeblich auch Gegenstände eingelagert, „welche nicht von dieser Erde stammen.“ Stark
ausgeprägte religiöse Dogmen unter der einheimischen Bevölkerung sowie die allgemeine politische
Lage im Tibet der Gegenwart verhinderten jedoch bisher eine exakte wissenschaftliche Überprüfung
der vorstehend genannten Angaben.

In der zu Anfang erwähnten Prophezeiung wird weiterhin berichtet, daß die Bewohner Agarthas über
riesige Schätze und unermeßliches Wissen verfügen sowie mühelos mittels geheimnisvoller Kräfte
die Materie beherrschen sollen. Einst werden sich die Tore dieser unterirdischen Welt öffnen - so
heißt es weiter - das Volk von Agartha wird unter Führung des „Weltenkönigs“ an die Erdoberfläche
steigen und ein Reich des Friedens errichten.

Bevor es jedoch soweit ist, werden zahlreiche Plagen die Menschheit heimsuchen:
„... Lüge, Falschheit, Hochmut und Bosheit werden die Welt regieren..... mächtige Tyrannen
unterdrücken die Völker und saugen sie aus...., Liebe, Freundschaft, Ehre und Treue werden nichts
mehr gelten unter den Menschen.... Sittenverfall, Unzucht, Einfalt und eitler Stolz nehmen die Stelle
der alten Ideale ein,..... ohne Ordnung wird die Welt sein und in Finsternis,.... zwei dieser Kriege
werden die Menschheit an den Abgrund des Untergangs führen,...... für ein halbes Jahrhundert
werden nur noch drei mächtige Nationen diese Welt beherrschen, bis auch sie zerfallen werden....“
Erst danach, so der Text der Prophezeiung. wird die Herrschaft des „Weltenkönigs“ aus Agartha die
Menschheit von ihren Übeln erlösen. Auf Grund der in dieser Prophezeiung genannten Zeiträume ist
es als wahrscheinlich anzunehmen, daß die hier geschilderten Ereignisse in den ersten Jahrzehnten
des Dritten Jahrtausends eintreten sollen.

In diesen Prophetien und Weissagungen drückt sich die Hoffnung der Menschen auf das Eingreifen
einer „höheren Macht“ aus, welche die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Mißstände der
jeweiligen Gesellschaftsordnung beseitigen und einen Zustand der Gerechtigkeit, Harmonie und des
allgemeinen Friedens herbeiführen soll. Hier werden also grundlegende Sehnsüchte artikuliert,
welche die Menschen zu jeder Zeit bewegten und bewegen.

Auch die christliche Religion ist ein Paradebeispiel für derartige Hoffnungen. In diesem Falle sind
die Sehnsüchte und Erwartungen der Gläubigen an die versprochene Wiederkehr des Jesus Christus
geknüpft, der als Messias sein Gotteskönigreich auf Erden errichten soll.

Doch bevor wir geneigt sind, das Reich Agartha als psycho-soziale Fiktion einer besseren Welt zu
katalogisieren, wollen wir noch einige Fakten Revue passieren lassen.

Vor mehr als einhundert Jahren zitierte der britische Oberst und Amateurarchäologe Howard Vyse,
der Erforscher der Cheopspyramide, antike Quellen, denen zufolge „es unter der Sphinx... geheime
Krypten und Zugänge zu einem riesigen unterirdischen Höhlensystem“ gibt. Er bezeichnete in
seinem Bericht ein Reich unter den Pyramiden, zu dem zur Zeit der Pharaonen nur die Kaste der
höchsten Priester Zutritt hatte.

Die Tore dieses Reiches ließen sich nur mit „magischen Schlüsseln“ öffnen und einzig die
Hohepriester verstanden es, mit diesen Schlüsseln umzugehen, ohne Schaden zu nehmen.
Hier sei als Vergleich nur erwähnt, daß heute einem Indio vom Rio Xingu in Brasilien die simple
Infrarotbedienung zum Öffnen und Schließen eines Garagentores durchaus als „magischer
Schlüssel“ erscheinen mag.

In der Fachsprache werden rituelle Zeremonien, welche aus der Konfrontation mit einer
überlegenen, unverstandenen Technik bzw. Technologie resultieren, als Cargo-Kult bezeichnet.
Die fremde Welt Agarthas scheint unvermutet nahe zu sein, wenn der Historiker Paul Brunton, der
eine Nacht in der Großen Pyramide von Gizeh verbrachte, von seltsamen Erlebnissen bei diesem
Aufenthalt berichtet:
„Endlich kam der Höhepunkt. Riesige Urgeschöpfe, scheußliche Schreckensbilder der Unterwelt,
Formen von grotesken, wahnsinnigen, ungeheuerlichen teuflischen Aussehen scharten sich um mich
und erfüllten mich mit unvorstellbarem Abscheu. In wenigen Minuten durchlebte ich etwas, dessen
Erinnerung für alle Zeiten unauslöschlich ist. Diese unglaubhafte Szene heftet lebendig wie eine
Photographie in meinem Gedächtnis.“

Während der Nacht begegnete Paul Brunton „Hohepriestern eines altes ägyptischen Kultes“, die ihn
in ein spirituelles (d.h. dematerialisiertes) Wesen verwandelten und ihn in eine sogenannte
„Lehrhalle“ führten. Seine mysteriösen Lehrmeister erklärten ihm, daß in der Großen Pyramide die
Erinnerung an versunkene Menschengeschlechter bewahrt wird und auch der Bund, welchen der
Schöpfer(?) mit den ersten großen Propheten(?) geschlossen hat.

Angesichts dieses phantastisch anmutenden Berichtes stellen sich für jeden ernsthaften Forscher
folgende Fragen:

1. Gibt es überhaupt eine solche Halle unter der Cheopspyramide?
2. Existieren verborgene, noch nicht erforschte unterirdische Gänge, Kammern und Säle in diesem
Gebiet?

Diese Fragen können nach dem neuesten Stand der Forschungen mit einem klaren „Ja“ beantwortet
werden.

Jedem Touristen, der die Cheopspyramide besichtigt hat, ist bekannt, daß der sogenannte
„Absteigende Gang“ in der Pyramide zur „Unvollendeten Grabkammer“ führt. Die Abmessungen
des Ganges betragen exakt 1,20m mal 1,06m. Der Stollen ist 118 m lang, sein Neigungswinkel
beträgt 26 Grad 31 Minuten 23 Sekunden. Die „ Unvollendete Grabkammer“ liegt rund 35 m unter
dem Fundament der Großen Pyramide. Sie mißt 14,02 m von Ost nach West und 8,25 m von Nord
nach Süd. Dieser Raum ist aus dem gewachsenen Felsen gehauen worden, und besitzt außerdem in
der Südwestecke einen etwa 15 m langen blind endenden Korridor. In der „Unvollendeten
Grabkammer“ ist weiterhin ein vier Meter tiefer, vertikaler, grob herausgehauener Schacht in den
Boden getrieben worden. Der oben genannte, 118 m lange Zugang hingegen ist mit fein polierten
Tura-Blöcken verkleidet. Wozu dieser Aufwand - wenn die Grabkammer nie benutzt wurde, ist man
versucht zu fragen. Auf Grund der Enge des „Absteigenden Ganges“ ist als erwiesen zu betrachten,
daß zuerst die gesamte unterirdische Anlage ausgehoben wurde, bevor man mit dem Überbau
begann. Der offiziellen Lehrmeinung zufolge wechselten im Verlauf des Pyramidenbaues die
Architekten. Damit änderten sich auch die Pläne des Projektes. Die Grabkammer wurde aus ihrer
unterirdischen Lage nach oben hin versetzt. Der unterirdische Bau blieb somit unbrauchbar. Diese
Aussage klingt logisch. Doch warum verkleidete man dann den unbrauchbaren Gang mit
hervorragend bearbeiteten, polierten Tura-Monolithen? Durch die Enge des „Absteigenden Ganges“
bedingt, war es unmöglich, gleichzeitig den Aushub an totem Gestein nach oben zu befördern und
den Stollen mit geschliffenen Monolithen auszukleiden. Der zweite Arbeitsgang mußte zwangsläufig
nach dem ersten erfolgen. Doch aus welchem Grund sollte dieser - der offiziellen Lehrmeinung
zufolge nutzlose Gang - noch bearbeitet worden sein? Um Grabräuber zu verwirren? Diese Variante
der Erklärung klingt reichlich unplausibel. Zur Zeit des Pyramidenbaues gab es noch keine
Grabräuber. Die Cheopspyramide wurde verschlossen und vollkommen intakt übergeben. Hier sei
daran erinnert, daß erst der sarazenische Kalif Al`Mammun die Pyramide gewaltsam öffnen ließ.
Erinnern wir uns jedoch des Berichtes von Howard Vyse und der Erzählung Paul Bruntons, so ist als
durchaus wahrscheinlich anzunehmen, daß die Gänge und Kammern unter der Cheopspyramide
Fortsetzungen haben, welche dort hinter irgendwelchen Monolithen weiterführen.

Damit gelangen wir zur zweiten Frage. Gibt es wirklich noch unzugängliche Räume unter den
Pyramiden?

Im Sommer des Jahres 1986 entdeckten die französischen Architekten Jeanne-Patrice Domion und
Cilles Goidin mit Hilfe elektronischer Dedektoren Hohlräume in der Cheops-Pyramide - so unter
dem Gang zur „Königinnenkammer“ einen 3 m breiten und 5,5 m hohen Hohlraum, der mit
kristallinem Quarzsand gefüllt ist - aus welchen Gründen auch immer.
Am 22. Januar 1987 begann ein japanisches Team - angespornt durch die Erfolge der Franzosen -
seine Arbeit. Die Forscher arbeiteten mit modernsten elektronischen Geräten im Auftrag der
Waseda-Universität Tokio. Dem Team gehörten ein Professor für Ägyptologie, ein Doktor der
Geophysik und verschiedene Elektronikspezialisten an. Teamchef war Professor Sakij Yoshimura,
der mit dem Chef der Ägyptischen Altertumsverwaltung Dr. Ahmed Kadry kooperierte.
Die Japaner durchleuchteten mit ihren hochpräzisen Geräten die Große Pyramide und das Gebiet der
Sphinx. Es gelang ihnen, eindeutige Hinweise auf ein ganzes Labyrinth von Gängen und
Hohlräumen in der Großen Pyramide und in ihrem Umfeld zu sammeln. Durch Artefakte inzwischen
bestätigt wurde die auf gleiche Art gemachte Entdeckung einer zweiten Sonnenbarke im Felsplateau
neben der Pyramide.

Vielleicht sind die entdeckten Stollen und Kammern auch Zugänge zu einem unterirdischen Reich,
möglicherweise sogar Wege nach Agartha.

„Die Pforten zu dieser Welt öffnen sich nur dem Horus, der sie baute und begründetet; er ist es, der
sie bewacht, er ist es, der sie beschützt. Sie werden sich niemals denen öffnen, die im Westen, Osten,
Norden, Süden oder in der Mitte der Welt wohnen.“ Dies besagt eine Pyramideninschrift.
Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts trugen sich Minengesellschaften mit der Absicht, die
nubischen Goldgruben der mythischen Königin von Saba zu reaktivieren. In den Minen von Derekib
im Sudan stießen die Schürfer auf eine seltsame Steinmauer mit verwaschenen Hieroglyphen, tief in
einem Stollen. Statt die Mauer mittels Dynamit aufzubrechen, ließen die Herren der Mine den Gang
zuschütten, da ohnehin kein Gold gefördert wurde.

Die Grenzen des mysteriösen Reiches Agartha scheinen aber nicht nur Teile Asiens und Afrikas,
sondern auch Südamerika zu umfassen. Schon lange vor dem legendären Gründer Cuszcos - dem
Inka Manco Capac - gab es an der gleichen Stelle in Peru eine megalithische Stadt, welche einstmals
vom Schöpfergott Con Ticci Virachocha selbst erbaut worden sein soll und den Namen Acamama
trug. Im Jahre 1950 bewies ein verheerendes Erdbeben, daß die Stadt Acamama einst tatsächlich
existierte. Die Erdstöße legten zwei Tempel aus der Megalithzeit frei. Einer dieser Tempel, aus
sorgsam geschliffenem, grünem Diorit erbaut, befindet sich nur 80 m von Cuszcos Hauptplatz
entfernt.

Noch interessanter als diese Entdeckung ist jedoch die Tatsache, daß mächtige unterirdische
Labyrinthe, welche ebenfalls aus der Megalithzeit stammen, die Erde unter Cuszco durchziehen.
Spanische Chronisten aus der Epoche der Eroberung Perus durch Pizarro und seine Conquistadoren
verzeichneten, daß bei der Plünderung der Inka-Heiligtümer ein Großteil der dort angehäuften
Kunstschätze aus Edelmetallen auf geheimnisvolle Weise in den unterirdischen Labyrinthen
verschwand.

Diese kunstvoll aus dem Fels geschnittenen Stollen werden noch heute „Chinkanas“ genannt. Sie
bilden in ihrer Vielfalt einen unentwirrbaren unterirdischen Irrgarten, der schon manchem
ehrgeizigen Amateurforscher zum Verhängnis wurde. Aus diesem Grunde ließ der Präfekt von
Cuszco nach mehreren tödlichen Unfällen alle bekannten Eingänge zu dem Labyrinth vermauern.
Die „Chinkanas“ bewahren ihre Geheimnisse - bis heute übrigens.

Freilich wäre es relativ einfach, diese Geheimnisse durch den Einsatz moderner Technik zu
entschlüsseln. Doch niemand scheint ein Interesse daran zu haben, solche Technik bei der
Erforschung der „Chinkanas“ einzusetzen. Es ist, als ob ein ungeschriebenes Gesetz davor warnte,
derartige Rätsel zu entschleiern. Sie könnten gefährlich sein.

Doch nicht nur im fernen Südamerika scheint es Tore zu mythischen Unterwelten zu geben, sondern
auch in Europa. Einen klaren Beleg dafür bilden die gerade hier so zahlreichen und einander immer
ähnelnden Sagen über Zwerge und Berggeister.

Im Sagenkreis um Dietrich von Bern beispielsweise wird auch der mythische Zwergenkönig Laurin
erwähnt. Man erfährt folgendes über ihn:

„In den Tiroler Bergen, tief unter der Erde, lebt König Laurin, der Herrscher über das
Zwergenreich. Kaum drei Spannen ist er lang (ca. 1,20 m, Th. R.), aber weit umher im Lande
gefürchtet, denn schon manchem starken Recken, mochte er auch noch so kühn sein, hat er besiegt....

An Gold und Edelsteinen besitzt er mehr als jeder andere König. Am liebsten von all seinen Schätzen
ist ihm jedoch sein Rosengarten, den er selbst hoch oben zwischen Felsen, Eis und Schnee anlegte....
Nur ein seidener Faden umspannt den Garten. Doch wehe dem Fremden, der den Faden zerreißt....“
Der „Rosengarten“ wird an anderer Stelle noch einmal etwas genauer beschrieben:
„Tagelang ritten Dietrich von Bern und sein Waffengefährte Witege durch dichten Tannenwald.
Endlich aber lichtete sich das Waldesdunkel. Vor ihren Augen breitete sich eine weite, grüne Wiese,
und mittendrin lag der Rosengarten... An allen Rosen glänzten und funkelten goldene Ketten und
Edelsteine, und ein berauschender, süßer Duft stieg aus jeder Blüte...“
An einer anderen Stelle der Dietrichsage wiederum wird das unterirdische Reich der Zwerge
beschrieben:
„Da durchschritten alle die Pforte, die sich hinter ihnen sofort wieder schloß.... Taghell strahlte das
Innere des Berges, denn von allen Wänden der Gänge strahlten und funkelten unzählige Edelsteine.
Endlich kamen sie in die große Halle...“
Erinnert diese Beschreibung nicht verblüffend an die Berichte der buddhistischen Mönche, welche
angeblich in Agartha waren? Auch sie hatten „unterirdische Gewölbe, erfüllt von einem milden
Licht“ gesehen. Zwar werden in der Dietrichsage „edle Steine“ als Lichtquelle genannt, doch ist
allgemein bekannt, daß echte Edelsteine nicht selbsttätig leuchten. Aus technischer Sicht dürfte es
sich bei der genannten Beleuchtung um künstliche, indirekte Lichtquellen gehandelt haben, die den
Menschen des frühen Mittelalters natürlich als „funkelnde Edelsteine“ erscheinen mußten.
Fassen wir an dieser Stelle kurz zusammen. Der Zwergenkönig Laurin verfügte über einen
„Rosengarten“, der in schwer zugänglichem Gebiet unter äußerst ungünstigen klimatischen
Bedingungen angelegt war.
Das Zwergenvolk war in der Lage, die unterirdische Welt mittels künstlicher Lichtquellen zu
erleuchten. Ferner verfügten die Zwerge über einen unvergleichlich höheren Lebensstandard als die
Menschen des frühen Mittelalters in Europa.

Weiterhin werden in der Dietrichsage seltsame Hilfsmitel beschrieben, deren sich die Zwerge bei
Gefahr bedienten, um sich zu schützen. So wird die Tarnkappe erwähnt - ein Mantel, der seine
Träger unsichtbar macht. Ferner gibt es da „einen Gürtel, welcher die Kraft von 12 Männern
verleiht“, Ringe, die, wenn man sie am Finger trägt, die Wirkung der Tarnkappen wieder aufheben
sowie Panzerwesten, welche allen mittelalterlichen Waffen mühelos widerstanden.

Nun mag der kritische Leser einwenden, daß Sagen nicht als Dokumente von historischer
Beweiskraft angesehen werden können und Zwerge in das Reich der Fabel gehören.

Doch in den meisten Sagen ist ein realer Kern historischer Wahrheit zu finden. Die Beschreibungen
des geheimnisvollen Zwergenvolkes und seiner Hilfsmittel weisen aus heutiger Sicht eindeutig auf
das Wirken einer hochtechnisierten Zivilisation hin. Bestes Beispiel für diese Hypothese ist die
vielzitierte Tarnkappe, welche ihren Träger der Sichtbarkeit im optischen Bereich entzieht.
Die Sichtbarkeit oder eben Unsichtbarkeit eines bestimmten Gegenstandes erweist sich letztlich als
eine rein technische Fragestellung. Es kommt nur darauf an, das einfallende Licht so zu
beeinflussen, daß es nicht auf die Oberfläche des entsprechenden Gegenstandes trifft, sondern um
ihn herumgeleitet wird. Dieser Prozeß läßt sich beispielsweise durch hochfrequente
elektromagnetische Wechselfelder realisieren. Hierzu sei auf das seit langem kontrovers diskutierte,
sehr umstrittene sogenannte „Philadelphia-Experiment“ hingewiesen. Dieses Experiment bestand
aus einer Reihe von Versuchen, welche die US-Kriegsmarine in den Jahren 1943 - 1945 durchführte.
Das Ziel dieser Versuche bestand darin, zu testen, ob ein Kriegsschiff der US-Navy, USS
„Eldridge“, mittels oben genannter, elektromagnetischer Wechselfelder in die Unsichtbarkeit
versetzt werden könnte. Ob diese Versuchsreihe tatsächlich Erfolg hatte, ist bis heute noch nicht
endgültig geklärt. Als gesichert kann jedoch betrachtet werden, daß die außergewöhnlich strenge
Geheimhaltung der Aktivitäten der USS „Eldridge“ seinerzeit beträchtliches Aufsehen erregte.
Beherrschte jenes mysteriöse Zwergenvolk also schon vor mehr als tausend Jahren das Verfahren.
welches die US-Navy erst im 20. Jahrhundert erprobte? Anscheinend ja - ebenso die Möglichkeit,
die Unsichtbarkeit durch geeignete Gegenmittel wieder aufzuheben. Darin dürfte das Rätsel der
„Ringe“ bestehen, welche getragen wurden, um die „Zwerge“ auch unter ihren „Tarnkappen“
erkennen zu können.

Die Laurin-Legende wäre nicht erwähnenswert, wenn sie einen ausgesprochenen Einzelfall
darstellen würde. Aber auch in vielen anderen europäischen, speziell aber deutschen Epen, so zum
Beispiel im „Nibelungenlied“, im Sagenkreis um „Wieland der Schmied“ oder um „Ortnit und
Wolfdietrich“ ist recht oft von „Zwergenkönigen“ und deren unterirdischen Reichen die Rede. Meist
werden die Zwerge hier als sehr kluge, wissenschaftlich und technisch äußerst begabte Geschöpfe
geschildert, welche mit den Wertmaßstäben der Menschen, die in ihre Welt eindringen, zumeist in
Konflikt geraten- Das Streben nach möglichst großem materiellen Besitz und Macht scheint ihnen
vollkommen fremd zu sein. Sie sind oft bereit, den Menschen zu helfen, erfüllen deren Wünsche,
wenn sie dabei eigene Ziele verfolgten, die den Menschen des frühen Mittelalters unverständlich
bleiben mußten.
Zu den literarisch und historisch wertvollen Heldenepen, welche über Begegnungen mit „Zwergen“
berichten, gesellt sich noch eine schier unüberschaubare Anzahl lokaler Sagen gleichen oder
ähnlichen Inhaltes. Diese Lokalsagen berichten meist über das Zusammentreffen mittelalterlicher
Bergleute mit seltsamen Wesen unterirdischer Welten - mit „Zwergen“ oder eben „Berggeistern“.


- Verwebe zu: Agarthi:


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zuletzt bearbeitet 29.10.2014 07:09 | nach oben springen
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