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Von Osiris an:

in Licht & Dunkelheit - Transformation & Auswirkung: 07.03.2010 21:58
von Atlan - Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

Der alte Ägypter war fasziniert, hypnotisiert vom Rätsel des Todes.
Das ganze Weltall war für ihn ein grandioser, kosmischer Sarkophag,
in dessen Mitte sich Osiris befand, der gefallene kosmische Mensch, gefesselt, eingekerkert, paralysiert.

Sein Leib war den Kräften des Bösen preisgegeben.
Er war identisch mit dem "Ersten Menschen" der Gnostiker und des Mani,
mit dem Adam Kadmon der Kabbala, als der Protagonist der kosmischen Urtragödie.

Das "gütige Wesen" wurde geopfert, preisgegeben;
und dieses Opfer bleibt bis auf heute rätselhaft und voll Geheimnis (Das ägyptische Totenbuch, S. 14)

Anm.: Und doch ist es diese "Opferung der Unschuld", die wir unser Leben lang am öftesten
beobachten, nicht zuletzt an Uns Selbst, - wir nennen sie "unsere Natur". -
Wie sehr muss sie Uns doch entgehen, - wenn wir Ihre Opferung bis Heute als "rätselhaft"
bezeichnen ?

- fragt A. -


Osiris ist meistens mit seinen Schwestern Isis und Nephthis anzutreffen.
Die beiden Göttinnen schützen ihn mit ihren Flügeln.

Die andere grosse göttliche Gestalt war der Sonnengott Re aus Hieropolis.
Im Neuen Reich wurde er mit Amun aus Theben zur Gestalt Amun-Re verbunden.

Der helle Sonnengott Amun-Re, der auf seiner Bahn die dunkelsten Winkeln der Erde
und der Seele durchleuchtet, wirkt wie die Kompensation zu Osiris.

Amun-Re bahnt sich seinen Sonnenweg im Kampf und liess zur Mittagszeit
durch seine Crew ein Ungeheuer, die Apophisschlange, töten.

Am Abend zog er im Westen in die Nachtbarke, ging in den Mund der Himmelsgöttin Nuth ein
und durchfährt die Nacht begleitet von Dämonen und Toten.

Mitten in der Nacht trifft Re den Totengott Osiris.
Die beiden umarmen sich.
Diese Umarmung wird als Vereinigung von Vergangenheit und Zukunft ausgelegt.

Am Morgen verlässt Re als neugeborenes Kind,
als Horus, den Nachthimmel, indem er aus dem Mund der Himmelsgöttin fährt,
während Osiris als Leichnam in der Unterwelt zurückbleibt.


Anm.: Der Körper wird zurückgelassen, - und jetzt wissen wir auch wo ...
- Immer, wenn wir schlafen, "umarmen sich unsere getrennten Teile", - wenn sie sich wieder
trennen, "kommt ein Tag zur Welt", - wollen sie beieinanderbleiben, müssen wir nicht mehr
erwachen, - bis dahin sind wir "neu geboren", - und "treten in die Sonne", und bringen mit
jeder Nacht mehr Licht hinab. -

Darum der Begriff "Unterwelt". -
Hätten wir sie "Überwelt" genannt, müssten wir unsere Toten auf Bäume hängen ...

- A . -

Eine wichtige Gestalt in der Crew des Sonnengottes war Maat,
die Göttin der Gerechtigkeit und der Weltordnung.

Sie ist es auch, die den Gott Re mit Gerechtigkeit füttert und bekleidet.
Wie Hans Heinrich Schmid zeigt, ist mit dieser Gerechtigkeit
nicht nur Gerechtigkeit in unserem juristischen Verständnis gemeint
sondern die Kosmosordnung schlechthin im Gegensatz zum Chaos.

Im Tagesboot der Sonne steht sie mit Isis am Bug des Schiffes,
erkennbar an der Feder auf ihrem Kopf.

Mit dem Pharao Echnaton um 1340 v. Chr. kam es zu einem tiefen Bruch in der altägyptischen Religion.
Er versuchte den wuchernden Götterstaat und den damit verbundenen Einfluss
der Priesterscharen einzudämmen.

Kurzerhand verkündete er die Sonnenscheibe als Gott Aton.
Aton soll der einzige Gott sein. Neben Aton gab es keine Götter und Göttinnen mehr,
auch keine Dämonen und Geister.

Mit Aton verschwand aber auch die wichtige Frage nach der Unterwelt und nach dem Tod.
Das Volk rumorte und die alte Priesterschaft kämpfte um ihren Einfluss.

Nach dem Tode Echnatons wurde der Aton-Glaube sogleich wieder abgeschafft.
Doch die reformatorischen Ideen um den Gott Aton erlangten
unter den Ramessiden eine neue Blüte und wurden
im altbekannten Sonnengott Re-Amun verehrt.

Hier begann die Vorstellung von der Erschaffung der Welt,
indem nämlich Amun-Re die Welt im Prozess seine
r eigenen Gestaltwerdung und Ausdehnung erschafft.

Anm.: Wir müssen Echnaton mit diesem Schritt zugestehen, - dass Er als erster
"direkt zur göttlichen Quelle durchdringen wollte", - und hätte er das integrativer vermittelt,
wäre Ihm eine tatsächliche Unglaublichkeit gelungen...

Als "trennendes Werkzeug" angewandt jedoch, - "spaltete es die spirituellen Wurzeln
des ägyptischen Volkes", das ja ohnehin nicht in die Mysterien eingeweiht war, und für das
diese Entscheidung eines Pharao, - vermutlich die endgültige Trennung zu´m Glauben an
ein Abkunft von "Gottkönigen" bedeutete, - und damit den Beginn des Endes des Pharaonentums. -

Denn diese Entscheidung konnte nicht mehr verstanden werden, - waren doch die Götter aus der
Sicht des Volkes die "Hierarchie über den Pharaonen", - wenn also ein Pharao sie einfach "abschaffen"
konnte, - konnte er kein "Gottkönig" sein. -

- A . -

Als einziger Gott und Schöpfer tritt er auch als alleinige ethische Instanz auf.
Dabei war unrechtes Verhalten der Menschen nicht mehr
verzeihliches Missgeschick wie vor Echnaton sondern Sünde vor Gott.
Mit diesem Verständnis von Gerechtigkeit verlor die Göttin Maat ihren Einfluss.
Jetzt ist es der Wille Re-Amun, der die kosmische Ordnung schafft.

Im 1. Jahrtausend vor Christus hat das Sonnenhafte alle Gottheiten erfasst.
Man kann von einer psychischen Inflation der Sonne,
des Lichtes im menschlichen Bewusstsein sprechen.
Es drückt die Faszination der Grösse und der unabhängigen Macht
des Archetyps des Grossen Vaters aus.

Anm.: Die sich, wie wir Heute wissen, als ungemein trügerisch herausstellen sollte ...

Jahwe als düsteres, qualmendes Ungeheuer aus den Tiefen des Bergesinnern
erscheint wie der Ausbruch aus der mütterlichen Geborgenheit,
denn der Berg galt einst als mütterliche Achse der Welt .

Der Ausbruch war die Entfesselung archetypischer männlicher Kraft.
Dieser Entfesselung erfuhren die Völker auch von den altorientalischen Herrschern,
die mit ungeheurer Brutalität mit Ross und Wagen durch die Länder zogen,
sie eroberten und diese in ihre eigenen Reiche eingliederten.

Der Unterschied psychischer Befindlichkeit zwischen alteuropäischen Jägern
und altorientalischer Herrschern lässt sich an den zwei folgenden Bildern aufzeigen:

Ein Bild aus dem Alten Europa zeigt den Jäger an der Nabelschnur der Grossen Mutter.
Im Töten des Tieres sieht er sich als Teil der mütterlichen Geborgenheit.
In ihr kommen Leben und Tod zusammen.

Im Gegensatz dazu tritt der altorientalische Jäger als Krieger auf und unterwirft sich die Welt.
Die ungeheure seelische Energie, die mit dem Loslösen aus der mütterlichen Geborgenheit entstand,
spaltet das menschliche Bewusstsein in einen hellen männlichen und einen dunklen, weiblichen Aspekt.

Zum hellen Aspekt gehört nun die Ratio, der Verstand, welcher alles Mythische vermeintlich entkleidet.
So gilt das Alte Testament als entmythisiertes Werk.
Doch das ist nur Schein, denn die alten Mythen, die im Alten Testament verdrängt sind,
werden durch einen anderen Mythos ersetzt
- vom Mythos des einzigen Gott, der wie jeder Tyrann
keine Gleichgestellten neben sich duldet und bedingungslosen Gehorsam erwartet.

Die Gefahr, die von ihm ausgeht, zeigt sich in seinem glühenden Zorn,
der als ständig tödliche Bedrohung über Volk und Völker schwebt.

- Was ist das Mittel, um als Mensch diesem Gott zu entfliehen?
Die Antwort hat Horst E. Richter gegeben: Sich mit ihm identifizieren.

Anm.: Und damit erkennen, wo dem "inneren Gott" Grenzen gesetzt sind, und auch,
"wo er sie wird überwinden können". -

- A . -

Gegenüber Judas repräsentiert Jesus eine neue Ordnung.
Jesus ist nach der Typenlehre von C.G. Jung am ehesten der introvertierte Empfindungstyp.
Er sagt nicht viel, und was er sagt, entspricht dem, was ist
und nicht einer intellektuellen Wertung.

Von ihm kommt auch keine symbolische Sprache,
denn die Intuition liegt seinem Bewusstsein am Entferntesten.

Dafür kann er sich der Wohltat, die ihm Maria Magdalena entgegenbringt,
annehmen und sie den Menschen weitergeben in den Berührungen,
die die Menschen als Heil und Wunder erleben.

Dies weist auf die starke Hilfsfunktion des Fühlens hin,
die er entwickelt hat. Und mit dem Fühlen ist er dem Weiblichen sehr nahe.

So entwickelt sich während den nächsten Auftritten eine Szene mit drei Personen,
Judas, Jesus und Maria Magdalene.
Sie schildert den altägyptischen Mythos von Seth, Osiris und Isis neu:


Seth tötet Osiris, um seine Macht durchzusetzen und Isis trauert um ihren verstorbenen Mann.

Anm.: Und doch ist es noch unvollendet und solange dem so ist, "schreibt sich das Drama weiter" ...

Darum ist die "kollektive Anhebung der Menschheit" so unabdingbar vonnöten, und wird mit solcher
Unerbittlichkeit durchgeführt, - "weil die Zellen nicht mehr warten", - jetzt sind sie reif genug. -

- erinnert Adamon. -



Dateianlage:
. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

http://adamonstasy.weebly.com/
zuletzt bearbeitet 19.04.2014 07:30 | nach oben springen
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