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#1

Meteore:

in Astromagie & Sternsehung: 29.03.2010 23:06
von Adamon • Nexar | 15.509 Beiträge

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#2

RE: Meteore:

in Astromagie & Sternsehung: 19.08.2012 14:37
von Adamon • Nexar | 15.509 Beiträge

http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspo...en-schauer.html


Kompositaufnahme der Perseiden am 11. August 2011 | Copyright: NASA/MSFC/D. Moser, NASA's Meteoroid Environment Office

Berlin/ Deutschland - In der Nacht vom 11. auf den 12. August erreicht auch dieses Jahr der Meteor-Schauer der Perseiden seinen Höhepunkt, wenn tausende Sternschnuppen beobachtet werden können. Noch bis Ende August wird der Meteorstrom, wenn auch sich zunehmend abschwächend, zu sehen sein.

Seinen Namen hat der Meteorstrom vom Sternbild Perseus, in dem - für den Betrachter auf der Erde - die Sternschnuppen ihren Ursprung zu haben scheinen. Im Volksmund sind die Perseiden auch als Laurentiustränen bekannt, da sie mehr oder weniger mit dem Namenstag des Märtyrers am 10. August zusammenfallen.

Die Sternschnuppen bestehen aus Teilen des sich auflösenden Kometen "109 / Swift-Tuttle", dessen Bahn den Erdorbit jedes Jahr zu dieser Zeit kreuzt und der alle 133 Jahre ins innere Sonnensystem zurückkehrt, zuletzt geschah dies im Jahr 1992 als bis zu 110 Meteore pro Stunde zu beobachten waren.

Auf seiner Kometenbahn lässt Swift-Tuttle eine Staubspur mit winzigen Kometenpartikeln zurück, nicht größer als Sandkörner. Wenn die Erde ab dem 11. August die alte Kometenbahn kreuzt, rast sie mit knapp 30 Kilometern pro Sekunde auf die kleinen Kometenstaubkörner, Meteoroiden genannt, zu. Diese kollidieren mit der Atmosphäre und treten mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 Kilometern pro Sekunde in die oberen Luftschichten ein. "Was wir als Meteor am Himmel sehen, sind aber nicht etwa die Kometenstaubkörner selbst", erklärt Wilfried Tost vom "Institut für Planetenforschung" des "Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof. "Es ist die vor den Staubteilchen liegende Luft, die so stark zusammengepresst wird, dass sie über 3000 Grad heiß wird und dadurch zu leuchten beginnt." Ähnlich wie in einer Neonröhre, in der Gasteilchen ionisiert werden und somit leuchten, beginnen in der Atmosphäre die Luftteilchen vor dem rasenden Staubkorn Licht auszustrahlen. Das Ergebnis: eine Sternschnuppe.

Obwohl sich das Ganze in einer Höhe von 80 bis 100 Kilometern abspielt, können wir den Meteorschauer auch mit bloßem Auge von der Erde aus beobachten. Nach nur einer Sekunde in der Erdatmosphäre sind die Meteoroiden verglüht. Dennoch reichen die winzigen Staubteilchen aus, um eine gut sichtbare Sternschnuppe zu erzeugen. Etwa 100 Meteoriden kann ein Beobachter an seinem Standpunkt pro Stunde erwarten. Die Chance, einen Meteor zu sehen, ist entsprechend hoch. Die meisten Sternschnuppen kann man in der Nacht vom 11. auf den 12. August sehen. Dann kommt die Erde der Staubspur von Swift-Tuttle am nächsten und der Perseiden-Schauer erreicht dann sein Maximum.

Laut Angaben der Internetseite "Leoniden.net", erreichen "nach aktuellen Berechnungen die Perseiden ihre höchste Fallrate am Nachmittag des 12. August gegen 15 Uhr MESZ, und somit für Mitteleuropa in den Tagesstunden. Da das Maximum recht breit ist, darf man sich aber sowohl in Nacht vom 11. auf den 12.08.12 als auch in der Nacht vom 12. auf den 13.08.12 auf zahlreiche, auch helle Sternschnuppen freuen. Die beste Beobachtungszeit liegt zwischen etwa 02:00 Uhr und dem Beginn der Morgendämmerung. Zwar geht der Mond gegen Mitternacht auf; er befindet sich aber im letzten Viertel, sodass er mit seinem Licht nicht all zu sehr stören wird. Es gibt noch einen weiteren erfreulichen Aspekt: die erste der beiden Perseidennächte 2012 fällt auf das Wochenende (Samstag/Sonntag)."



Quellen: grenzwissenschaft-aktuell.de / dlr.de / leoniden.net


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#3

RE: Meteore:

in Astromagie & Sternsehung: 10.02.2024 03:19
von Adamon • Nexar | 15.509 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...meteors20230617

Avi Loeb: ‚Interstellar Expedition‘ findet erstes ungewöhnliches Objekt am Absturzort des interstellaren Meteors:


Ein nicht magnetischer, gewundener Draht, der vom Magnetschlitten nach seiner ersten Fahrt durch den Pazifischen Ozean, am Absturzort des ersten interstellaren Meteors, IM1 an die Oberfläche gebracht wurde. Erste Analysen zeigen, dass es sich bei der Zusammensetzung um Mangan und Platin handelt, allerdings mit ungewöhnlichen Proportionen im Vergleich etwa zu Laborelektroden.
Copyright/Quelle: Avi Loeb

Cambridge (USA) – Derzeit suchen Forscher um den Harvard-Astronomen Prof. Avi Loeb im Südpazifik vor Papua-Neuguinea nach möglichen Fragmenten eines hier 2014 ins Meer gestürzten Meteor und vermuten sogar, es könnte sich auch um Teile eines außerirdischen Artefakts handeln. Schon jetzt haben sie einen ungewöhnlichen Fund gemacht.
– Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von Prof. Dr. Avi Loeb, der am 16. Juni 2023 im englischsprachigen Original als Essay unter dem Titel „An Anomalous Wire Made of Manganese and Platinum in the Pacific Ocean Site of the First Interstellar Meteor“ erstveröffentlicht wurde. Der Text wurde – mit freundlicher Genehmigung des Autors (A. Loeb) – durch www.GrenzWissenschaft-Aktuell.de (GreWi) ins Deutsche übersetzt. Die vom Autor geäußerten Ansichten sind seine eigenen.
Ein anomaler Draht aus Mangan und Platin am Absturzort des ersten interstellaren Meteors im Pazifischen Ozean
von Avi Loeb

…Tagebuch einer interstellaren Reise: Teil 8 (16. Juni 2023)
Nach unserem ersten Suchgang durch den Standort des ersten erkannten interstellaren Meteors mit der Bezeichnung „IM1“, fanden wir auf unserem Magnetschlitten jede Menge vulkanischen Staub, der winzige Partikel mit einer Größe von weniger als einem Zehntel Millimeter enthielt. Ich konnte sie mit einem Malerpinsel von den Schlittenmagneten entfernen. Wir hatten nur einen passenden Pinsel, den Jeff Wynns Frau, eine Künstlerin, beigesteuert hatte. Rob McCallum befahl, bei unserem nächsten Landbesuch noch viele weitere zu besorgen. Wir haben diesen Bedarf nicht vorhergesehen, was einmal mehr die Kunst der Wissenschaft verdeutlicht.

Zunächst dachten wir, dass die Ausbeute der IM1-Stelle die gleichen Materialien hervorbringt wie die Kontrollregionen außerhalb dieser Stelle. Dann aber fiel uns auf einem der Magnete ein seltsam gewundener Draht auf, den wir jetzt als „IS1–2“ bezeichnen (eine Abkürzung für das 2. ungewöhnliche Fragment aus dem 1. IM1-Suchgang). Die grundlegende Frage ist, warum es nicht vom Meerwasser weggespült wurde, als der Schlitten von unserem Schiff, der Silver Star, gezogen wurde. Die plausibelste Erklärung ist, dass die vulkanischen Magnetpartikel es an Ort und Stelle hielten, wie ein Magnet ein Stück Papier auf einer Magnetunterlage hält.


Detailansicht des Drahts unmittelbar beim Auffinden auf einem der Neodym-Magneten des Suchschlittens am 15. Juni 2023.
Copyright/Quelle: Avi Loeb

Der Draht ist 8 Millimeter lang und zweifach gebogen mit einer starren Struktur. Doch aus was besteht er?

Heute analysierten Ryan Weed und Jeff Wynn diesen unerwarteten Fund im Detail und kamen zu dem Schluss, dass seine Zusammensetzung im Vergleich zu von Menschen hergestellten Legierungen anomal ist. Für die Zusammensetzungsanalyse verwendete Ryan den Röntgenfluoreszenzanalysator von Bruker – dessen CEO Frank Laukien zusammen mit mir das Galileo-Projekt gründete. Ryan kam zu dem Schluss, dass IS1–2 zwei Zusammensetzungsspitzen bei Mangan und Platin aufweist, die im Periodensystem mit Mn und Pt abgekürzt werden.

American Elements listet MnPt-Legierungen mit einem Molekulargewicht von 250,02 in vielen Formen, einschließlich Drähten. Jeff bemerkte, dass MnPt hauptsächlich aus Platin besteht und für nicht korrodierende Elektroden in Labors verwendet wird.

Allerdings unterscheidet sich IS1–2 stark in der relativen Zusammensetzung von Mn und Pt in diesen Elektroden. Auf der Website von American Elements heißt es: „Mangan-Platin-Legierung ist als Scheibe, Granulat, Barren, Pellets, Pulver, Stab, Draht, Folie und Sputtertarget erhältlich. Ultrahochreine und hochreine Formen umfassen auch Metallpulver, Pulver im Submikronbereich und im Nanomaßstab, Quantenpunkte, Targets für die Dünnschichtabscheidung, Pellets für die Verdampfung sowie einkristalline oder polykristalline Formen. Elemente können auch als Verbindungen wie Fluoride, Oxide oder Chloride oder als Lösungen in Legierungen oder andere Systeme eingebracht werden.

Ryans Analyse ergab die folgende Zusammensetzung für IS1–2 (in willkürlichen Häufigkeitseinheiten nach Anzahl):

MnO: 2,109 (Mn: 0,6355)
Al2O3: 0,0836
SiO2: vernachlässigbar
Pt: 0,0014 Ni: 0,0222
Sn: 0,0236
Ce: 0,0563

Dies stellt die erste Anomalie dar, die an der Absturzstelle von IM1 gefunden wurde. Ich selbst machte mir zunächst Sorgen über eine mögliche Kontamination vom Schiffsdeck. Ein Mitglied der Expeditionsmannschaft wischte mit Magneten über den Boden des Decks der Silver Star und brachte mir die Ergebnisse. Es gab dort nichts, was wie IS1–2 aussah.

Heute Abend erwarten wir unsere zweite Probe. Ich habe vor, bis zu meinem morgendlichen Joggen an Deck bei Sonnenaufgang wach zu bleiben. Bis dahin hoffe ich zu wissen, ob das erste erkannte interstellare Objekt aus unserer kosmischen Nachbarschaft, IM1, Materialien enthielt, die im Vergleich zu dem, was wir sonst so in unserem Sonnensystem finden, anomal sind.

Und vor allem möchte ich wissen, ob es von einer anderen Zivilisation technologisch hergestellt wurde. Im Morgengrauen werde ich über alle interessanten Ergebnisse unseres zweiten Suchlaufs berichten. Der Navigationsleiter Art Wright hat mich gerade über den Zeitpunkt des Herausziehens des Schlittens vom Meeresboden informiert. Abschließend fügte er hinzu: „Wir hoffen, Ihnen noch mehr gute Inhalte zur Analyse bieten zu können.“ Art entschied sich freundlicherweise, an der Expedition teilzunehmen, weil er von der wissenschaftlichen Mission so begeistert war. Wie Oscar Wilde bemerkte: „Wir sind alle in der Gosse, aber einige von uns schauen zu den Sternen.“


Prof. Dr. Avi Loeb ist Leiter des „Galileo-Projekts“ in Harvard, einer systematischen wissenschaftlichen Suche nach Beweisen für außerirdische technologische Artefakte. Loeb ist Gründungsdirektor von Harvards Black Hole Initiative, Direktor des Institute for Theory and Computation am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics und Vorsitzender des Beirats des Breakthrough Starshot-Projekts. Er ist Autor des Buches „Außerirdisch: Intelligentes Leben jenseits unseres Planeten“.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#4

RE: Meteore:

in Astromagie & Sternsehung: 10.02.2024 03:51
von Adamon • Nexar | 15.509 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...ystems20230827/

Analysen bestätigen: „Meteor“ vor Papua-Neuguinea kam von außerhalb unseres Sonnensystems:


Elektronenmikroskopaufnahme der Sphärule „SPH7“ von der 8. Tauchfahrt.
Copyright: Avi Loeb

Cambridge (USA) – Im vergangenen Juni suchten Forschende um den Harvard-Astronom Professor Avi Loeb nach Fragmenten eines 2014 über Papua-Neuguinea detektierten und vermutlich in den Südpazifik gestürzten Meteors. Die ermittelten Eigenschaften dieses Objekts deuteten schon zuvor darauf hin, dass es nicht aus dem Sonnensystem stammte und dass es sich von bekannten Meteoriten und Asteroiden unterscheidet. Am Meeresgrund fanden die Wissenschaftler tatsächlich kugelförmige Kleinstfragmente, deren Analyse nun vorliegt und kommende Woche veröffentlicht werden sollen. In einem CNN-Interview gab Avi Loeb nun erste Einblicke in diese Ergebnisse.
Wie Loeb im Interview mit CNN-Journalist Michael Smerconish erläuterte, zeigen die jüngsten Analysen der rund 700 kugelförmigen Kleinstfragmente (Sphärulen), die entlang des errechneten Absturzpfades des Meteors „CNEOS 2014–01–08“ gefunden werden konnten, dass der Mutterkörper ursprünglich tatsächlich „von außerhalb unseres Sonnensystems stammt“. Schon diese Erkenntnis sei “historisch”, so Loeb auch gegenüber “GreWi-Herausgeber Andreas Müller. “Es ist das erste Mal, dass Wissenschaftler Material eines noch größeren Objekts in Händen halten, das von außerhalb unseres eigenen Sonnensystems stammt.“ Formell sollen diese Ergebnisse in der kommenden Woche bekannt gegeben werden, vermutlich am kommenden Dienstag.

Die Daten zu dem Objekt „CNEOS-2014-01-08“ zeigen, dass es kaum mehr als einen Meter groß war, als es in die Erdatmosphäre eintauchte. Bei diesem Feuerritt durch die Atmosphäre entfachte es gerade einmal ein bis zwei Prozent der Energie der Hiroshima-Bombe. Für gewöhnlich können Meteore interstellarer Herkunft anhand ihrer deutlich höheren Geschwindigkeit von der Mehrheit an Meteoriten, die aus dem Sonnensystem stammen, unterschieden werden.

Der wahrscheinliche Fundort von CNEOS 2014–01–08 für die erste Expedition des Galileo-Projekts (Illu.).
Copyright: Galileo Project

Anhand der Beobachtungsdaten des US-Space Commands konnten Loeb und Kollegen auch auf die Materialstärke des Objekts schließen: „Zu unserer eigenen Überraschung ist dieser Wert für CNEOS-2014–01–08 zwanzig Mal größer als die höchste bislang gemessene Stärke von felsigen Gesteinsmeteoriten und doppelt so groß wie die der robustesten Eisenmeteoriten“, kommentierte Loeb und fasste die ersten Analyseergebnisse wie folgt zusammen: “Der erste interstellare Meteor kann also kein Gesteinsmeteorit gewesen sein und glich somit nicht der Mehrheit der meisten Asteroiden im Sonnensystem“ (…GreWi berichtete).

Zunächst beantworte die bevorstehende Publikation die Frage, ob das geborgene Material von außerhalb des Sonnensystems stammt oder nicht. Ein nächster Schritt werde dann sein, zu zeigen, ob es sich um einen – wenn auch interstellaren – gewöhnlichen Gesteinsbrocken handelt, oder aber um ein technologisches Artefakt, ein technologisches Instrument. Diese Frage könne anhand der Zusammensetzung des Materials beantwortet werden, so Loeb weiter.

„Dann können wir sagen, ob es sich um einen Felsen oder ein technisches Gerät handelte. Ein technisches Gerät wird vermutlich Knöpfe besitzen, die wir drücken können“, so Loeb bildhaft.

„Die gute Nachricht ist aber die, dass wir über die Möglichkeiten verfügen, diese Daten zu erheben und genau das zu untersuchen. Es ist also keine Frage von Science-Fiction, es geht nicht darum, ob und was die Leute davon halten und ob Politiker vor dem Kongress darüber reden. Wissenschaftler können diese Frage überprüfen. Es geht nicht darum, ob der Mainstream in Wissenschaft und Gesellschaft, Menschen in den Medien oder in den sozialen Kanälen daran ‚glauben‘ oder nicht.“

…GreWi wird natürlich umgehend berichten.

Rechercherquelle: CNN, Avi Loeb
© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#5

RE: Meteore:

in Astromagie & Sternsehung: 10.02.2024 04:56
von Adamon • Nexar | 15.509 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...s-im1-20231014/

Neue Studie skizziert Szenario eines natürlichen Ursprungs des interstellaren Meteors IM1:


Elektronenmikroskopaufnahme der Sphärule „SPH7“ von der 8. Tauchfahrt.
Copyright: Avi Loeb

Cambridge (USA) – Ein 2014 über Papua-Neuguinea detektierter Meteor offenbarte Eigenschaften, die auf eine extrasolare Herkunft des Mutterkörpers hindeuteten. Im vergangenen Sommer konnten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen um den Harvard-Astronom Prof. Avi Loeb am Ozeanboden kugelförmige Fragmente einsammeln, die sie als Reste des Eintritts dieses Meteoriten in die Erdatmosphäre deuten. Nachdem erste Analysen dieser kleinen Kugeln tatsächlich deren interstellare Herkunft zu bestätigen scheinen, skizziert eine neue Studie nun das Szenario, wie die Sphärulen auch von einem natürlichen interstellaren Meteor passen können.
Wie der die Suchexpedition nach den Trümmern von MI1 leitende Avi Loeb gemeinsam mit Michael McLeod, einem Postdoktoranden am Zentrum für Astrophysik der Harvard University und dem Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, vorab online und in einer kommenden Ausgabe des „The Astrophysical Journal“ berichten, können die Eigenschaften von IM1 auch auf natürliche Weise durch Trümmer von erdartigen Planeten auf stark exzentrischen Umlaufbahnen um Zwergsterne erklärt werden, die durch sogenannte Gezeitendisruption zerstört und deren Trümmer dann teilweise aus ihren Heimatsystemen herauskatapultiert wurden.

Bei Zwergsternen handelt es sich um die häufigste Kategorie von Sternen in der Milchstraße und besitzen etwa ein Zehntel der Masse unserer Sonne. Ein im wahrsten Sinne des Wortes naheliegendes Beispiel ist der unserem Sonnensystem nächstgelegene Stern, Proxima Centauri. 4,25 Lichtjahre von der Erde entfernt, besitzt der Zwergstern eine Masse von nur 0,12 Sonnenmassen und wird von drei erdähnlichen Planeten umkreist: Proxima b mit etwa 1,3 Erdmassen, Proxima c mit etwa 7 Erdmassen und Proxima d mit etwa 0,3 Erdmassen – insgesamt 8,6 Erdmassen. Auch bei TRAPPIST-1 handelt es sich um einen nahen Zwergstern mit 0,09 Sonnenmassen in einer Distanz von 39,5 Lichtjahren. Um diesen Stern wurden sieben erdähnliche Planeten gefunden, die insgesamt 6,4 Erdmassen ausmachen.
In Planetensystemen um Zwergsterne kommt es durch Schwerkraftwechselwirkung der dortigen Planeten auch zur Zerstörung erdartiger Planeten. Deren Trümmer werden entweder um den herum angesammelt (akkretiert) oder mit hoher Geschwindigkeit ins All geschleudert, könnten so durch diese Gezeitendisruption auch in Richtung Erde gelangen und hier mit den für MI1 beobachteten Geschwindigkeiten ankommen.

„Um sich vorzustellen, wie der Export von interstellaren Gesteinsbrocken zur Erde ausgelöst werden könnte, denken Sie an die Gezeitenkräfte des Mondes“, erläutert Loeb in einem Beitrag auf Medium.com und führt dazu weiter aus: „Diese Kräfte können Wasser in den Ozeanen im Vergleich zum Festland auf der Erde bewegen. Ein massiveres Objekt als der Mond könnte genügend Gezeitenkräfte erzeugen, um die Erde in einen Strom von Felsen zu verwandeln, die nicht mehr durch ihre eigene Schwerkraft gebunden sind. Damit dies geschieht, müsste das störende Objekt dichter sein als die Erde. (…) Damit ein erdähnlicher Planet von dem Zwergstern zerstört wird, muss er weniger zweihundert Mal näher an seinen Stern herankommen als die Entfernung der Erde zur Sonne. Dies ist in Planetensystemen um Zwergsterne wahrscheinlich, wenn die Umlaufbahn des erdähnlichen Planeten aufgrund des gravitativen Einflusses eines riesigen äußeren Planeten wie Jupiter oder eines Begleitsterns instabil wird und eine große Exzentrizität entwickelt. Tatsächlich sind solche Nachbarn häufig, so dass die Gezeitendisruption in Planetensystemen um Zwergsterne wahrscheinlich ist.

Die Gezeitendisruption eines erdähnlichen Planeten auf einer stark exzentrischen Umlaufbahn um einen Zwergstern würde einen Strom von Trümmern erzeugen, von denen die Hälfte enger an den Stern gebunden und die andere Hälfte in den interstellaren Raum katapultiert wird. Eine einfache Berechnung zeigt, dass unter generischen Bedingungen die häufigsten Planetensysteme Gesteinsbrocken aus der Kruste eines erdähnlichen Planeten mit einer charakteristischen interstellaren Geschwindigkeit von etwa 60 Kilometern pro Sekunde freisetzen. Diese Brocken legen in einer Sekunde die Strecke zurück, für die Autos auf der Autobahn eine Stunde benötigen! Ihre Geschwindigkeit ist höher als 95 % der zufälligen Geschwindigkeiten von Sternen in der Nähe der Sonne. Erstaunlicherweise wurde diese Geschwindigkeit für den ersten berichteten interstellaren Meteor, IM1, gemessen.“

Auch die Zusammensetzung der kleinen Kugeln, der Sphärulen, die Loeb und Team entlang des Pfades von IM1vor Papua-Neuguinea eingesammelt werden konnten, wiesen eine um 2-3 Größenordnungen erhöhte Fülle an Elementen wie Beryllium, Lanthan und Uran auf, was auf eine extrasolare Zusammensetzung namens „BeLaU“ hindeutet. Im vergleichbaren Sphärulen aus dem Sonnensystem wurden diese Zusammensetzung noch nie zuvor gefunden. „Unsere Expeditionsarbeit legte nahe, dass dies wahrscheinlich durch den Prozess der Differenziation in einem Magma-Ozean-Planeten aus geschmolzenem Gestein verursacht wurde (…GreWi berichtete).

„Die differenzierten Materialien könnten die erhöhte Materialfestigkeit von IM1 erklären, die im Vergleich zu Meteoren des Sonnensystems dadurch entstand, dass IM1 offenbar bei einem weit höheren Stressniveau zerbrach als alle anderen 272 Meteoriten des Sonnensystems, die im CNEOS-Katalog der NASA aufgelistet sind“, so Loeb. „Die vielen engen Vorbeiflüge eines erdähnlichen Planeten um einen Zwergstern auf seinem Weg zu einer Exzentrizität, die schließlich zu seiner Gezeitendisruption des Planeten führt, würden zu periodischem Schmelzen der „Erd“kruste vor der Zerstörung führen. Dieses Schmelzen könnte zur Differenzierung von Elementen führen, wodurch Elemente mit Affinität zu Eisen in den Eisenkern des Planeten sinken würden. Dieser Prozess würde Elemente wie Beryllium, Lanthan und Uran hinterlassen und die „BeLaU“-Zusammensetzung erzeugen, die in den Sphärolithen von IM1 entdeckt wurde. Die ungewöhnlich hohe Materialfestigkeit von IM1 könnte durch die Verfestigung infolge wiederholter Schmelz- und Krustenbildungsphasen und einer verstärkten Elementardifferenzierung im Vergleich zu Planeten des Sonnensystems wie der Erde oder dem Mars entstanden sein, die nur in ihrer frühen Entstehungsphase aufgrund von Bombardements durch andere Objekte einen Magmaozean durchlaufen haben.“

Auch die Anzahl an IM1-ähnlichen Gesteinsbrockens im interstellaren Raum passt laut Loeb zum IM1-Szenario: „Eine einfache Schätzung zeigt, dass die Ausstoßung von etwa zehn Erdmassen pro Zwergstern zu einer Erscheinungsrate eines Meteors einmal pro Jahrzehnt führen würde, was mit der Entdeckung eines einzigen interstellaren IM1 im CNEOS-Meteorkatalog der NASA übereinstimmt, der bislang etwa ein Jahrzehnt lang Beobachtungen von Gesteinsbrocken des Sonnensystems umfasst.“

Bedeutet das nun also, dass IM1 definitiv aus einer natürlichen astrophysikalischen Umgebung stammt und kein von einer anderen Zivilisation hergestellter technologischer Voyager-ähnlicher Meteor ist? Auf diese Frage erläutert Leob: „Wir wissen es nicht sicher. Unsere nächste Expedition in den Pazifik zielt darauf ab, größere Teile von IM1 zu finden und zu überprüfen, ob es sich um Gestein oder ein exotischeres Objekt handelt. Bis wir größere Teile von IM1 finden, werden wir die Herkunft von IM1 nicht mit Sicherheit kennen. Die erhöhte Fülle seltener Elemente könnte auch einen technologischen Zweck erfüllt haben. Zum Beispiel könnte Lanthan aus Halbleitern geschmolzen worden sein und Uran könnte als Brennstoff in einem Spaltreaktor verwendet worden sein. Aber unsere Berechnungen im neuen Artikel bieten einen vernünftigen Kontext zur Erklärung von Gesteinsbrocken entlang des Pfads von IM1. Basierend auf der ersten Expedition wissen wir, wo wir nach diesen Teilen suchen müssen, basierend auf der „Schatzkarte“, die wir in unserem Expeditionsartikel für BeLaU-Sphärolithen erstellt haben.“

Abschließend erklärt Loeb: „Nachdem IM1 identifiziert wurde, argumentierten einige Astronomen, dass es nicht aus dem interstellaren Raum stammt, trotz des offiziellen Schreibens des US Space Command an die NASA, das die interstellare Herkunft von IM1 auf einem Vertrauensniveau von 99,999% bestätigte. Als das Labor von Stein Jacobsen an der Harvard University die einzigartige BeLaU-Zusammensetzung der Sphärolithen entlang des Pfads von IM1 entdeckte, argumentierten dieselben Astronomen, dass die BeLaU-Sphärolithen möglicherweise nicht zu IM1 gehören. Jetzt, da wir eine plausible Quelle für die einzigartige Zusammensetzung, Geschwindigkeit und Population von IM1-ähnlichen Gesteinsbrocken identifiziert haben, könnten diese Astronomen hinzufügen, dass wir nicht sicher wissen, ob IM1 aus dieser Population stammt. Wenn wir große Teile von IM1 mit extrasolarer BeLaU-Zusammensetzung entdecken, die zeigen, dass IM1 zu einer interstellaren Population von Gesteinsbrocken von Zwergsternen gehört, könnten dieselben Astronomen sagen, dass es offensichtlich ist und sie zuerst daran gedacht haben. Nennen Sie mich naiv, aber ich erwarte, dass Beweise letztendlich kindisches Bullying gegen kindliche Neugier eintauschen werden.“

Recherchequellen: A. Loeb, Medium.com
© grenzwissenschaft-aktuell.de


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RE: Meteore:

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20.000 Meteore pro Stunde - Meteorbeobachtungen mit Radarsystemen:
https://archive.org/details/20.000-meteo...toralf-renkwitz


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