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Schwarze Madonnen:

in Die Göttin. - 21.04.2010 02:16
von Adamon • Nexar | 13.560 Beiträge

Aus: http://www.farbenundleben.de/kultur/schwarze_madonnen.htm

Urgeschichtliche Forschungen zeigen, daß der patriarchalen Gesellschaft eine mutterrechtliche voranging. Fast alle Völker kennen den Mythos von einer mütterlichen Gottheit, von der fruchtbaren Spenderin des Wachstums und des Reichtums, von der großen Nährerin. Sie ist unter vielen Namen bekannt: Anahita (Persien), Aphrodite (Zypern), Ariadne (Kreta), Artemis (Ephesos), Freyja (Germanien), Isis (Ägypten), Kali (Indien), Maria (Palästina). Die große Urmutter, die »Mutter Erde« aus deren Schoß alles Leben hervorgeht und der es wieder verschlingt wird mit Schwarz symbolisiert.
Am Anfang war das Nichts, aus ihm gebar sich alles, sagen die heiligen Bücher der Asiaten. »Gott sprach: Es werde Licht« sagt die Bibel. Schwarz und Weiß wurden von Anbeginn der Menscheitsgeschichte eine große Bedeutung zugeschrieben, sie verkörpern die Prinzipien Licht und Finsternis, Gut und Böse, Leben und Tod, die größten und menschenbewegenden Gegensätze überhaupt. Beides zusammen ist erst das Sein in seiner Gesamtheit, dieses Weltbild liegt fast allen Religionen zugrunde. Der dunklen, »schwarzen« weiblichen Urgottheit Erde wird in den meisten Religionen das lichte Prinzip eines männlichen Schöpfergottes entgegen gestellt. (Mehr dazu können Sie auf den Seiten Die Göttin und ihr Heros von Hans Lainer und Matriarchats- und Urgeschichtsforschung von Gabi Uhlman lesen.)

Das Christentum hatte zunächst nur einen männlichen Schöpfergott. Bei der Christianisierung stellte sich der römischen Kirche das Problem, daß die missionierte Bevölkerung immer wieder dazu zurückkehrte zu ihren heidnischen Göttinen wie Isis, Lilith, Kybele oder Diana zu beten. Nicht nur die feministische Theologie geht davon aus, daß dieser Umstand zur Einführung der Marienverehrung im Jahre 431 führte. Es gibt Stimmen die behaupten, erst die Einführung der Marienverehrung ermöglichte die endgültige Etablierung des Christentums.
Die freien Christen für den Christus der Bergpedigt äußern sich im römischen Jubeljahr 2000 kritisch zur Marienverehrung, und betrachten sie als babylonisches Heidentum. Für sie ist die Erfindung der Marienverehrung der Römischen Kirche als Ersatz für die antike Verehrung der Mutter-Gottheit, ein herausragendes Beispiel, wie sehr das babylonische Heidentum in unsere Tage hineinreicht. Die Tatsache, daß in heidnischen Religionen die Mutter genauso (oder noch mehr) angebetet wird wie ihr Sohn, ist vielleicht der größte Beweis dafür, daß sich Marienanbetung aus der früheren Anbetung der heidnischen Mutter-Gottheit heraus entwickelte!

Diana ist die Göttin der Nacht, des Schicksals, der weiblichen Fruchtbarkeit und Sexualität. Als Göttin der Nacht ist ihr die Farbe schwarz zugeordnet, genauso wie ihren Kolleginnen Iisis, Lilith und Kybele ist diese Farbe zugeordnet.
431 n. Christus erklärte das Konzil von Ephesus ausgerechnet an dem Ort, wo sich einer der wichtigsten Tempel Dianas bzw. Artemis ihrem griechischem Gegenstück befand, Maria zur Mutter Gottes, die Wahl dieses Ortes war sicher kein Zufall, ebensowenig wie der blaue Mantel der Maria angezogen wurde. Die Farbe blau spielt in allen matriarchalen Religionen eine zentrale Rolle.
Bei diesem Konzil wurden die Verehrungsstätten der Kybele der Muttergottes der christlichen Religion zu gesprochen. In der folgenden Zeit haben viele Städte Maria anstelle der heidnischen Göttin Kybele als ihre Schutzpatronin angenommen.
Da man Maria zu einer reinen, »unbefleckten« und jungfräulichen Mutter erkoren hat, der Sexualität fremd war, gestaltete es sich weiter schwierig die heidnischen Göttinnen zu verdrängen. Noch im 7. Jhd. soll die fränkische Bevölkerung Diana verehrt haben.
Schließlich baute man an den Plätzen an denen schwarze Göttinnen wie Diana verehrt wurden Kirchen, widmete sie der Muttergottes, die allerdings wie ihre Vorgängerin Diana schwarz war, und das Problem mit den heidnischen Göttinnen war endgültig gelöst.

Es ist davon auszugehen, daß es sich bei allen Orten, an denen heute Menschen zur schwarzen Madonna beten um alte Kultstätten handelt. Der Ursprung dieser Stätten reicht sicher viel weiter zurück, als es aufgrund kirchengeschichtlicher Überlieferungen den Anschein hat. Das uns diese Stätten auf diese Art erhalten blieben ist erfreulich, wo doch im Zusammenhang mit der Hexenverfogung das meiste des alten matriarchalen Wissens und Glauben vernichtet wurde.
Bewußtseinsformen patriarchaler Gesellschaften sind: Askese und Selbstkasteiung, Sündenwahn und Schuldgefühle, Buße und Erlösungshoffnungen, eine lustfeindliche, neurotisierende Sexualmoral, eschatologische Endzeiterwartungen und apokalyptische Strafgerichte. Die Menschen leben in innerer Zerrissenheit von Trieb und Geist und in der politischen und ökonomischen Ohnmacht einer Klassengesellschaft, die Hoffnungen und Sehnsüchte nach der verlorenen Utopie eines Paradieses entwickelt.
Mutterrechtlichen Kulturen sind diese Bewußtseinsformen fremd, das Anerkennen der Natur als heilige Materie ist Grundlage des matriarchalen Prinzips. Das bezieht sich auch auf die Natur in uns selbst. Ziel ist nicht die Natur Untertan machen, sondern in Harmonie mit ihr und sich selbst zu leben.

Vielleicht kommt der Tag an dem an diesen alten Stätten, Männer und Frauen in einer neuen Gesamtheit der Zeit gedenken, als sie sich nach Matriarchat und Patriarchat, gemeinsam aufmachten unsere »Mutter Erde«, dem strahlend blauen Planeten der zunehmend vergraut, vor der drohenden Vernichtung zu bewahren.

Quellen: Hans Lainer, »Die Göttin und ihr Heros« Vom Mutterrecht zum Vaterrecht.
Helmut Werner, Die Magie der Zauberpflanzen, Edelsteine, Duftstoffe und Farben.



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