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#1

Gliese 581:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 03.10.2010 18:48
von Adamon • Nexar | 13.560 Beiträge

Aus: http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspo...et-gibt-es.html


Freitag, 1. Oktober 2010
Lebensfreundlicher Exoplanet: Gibt es Leben auf "Gliese 581g"?



Washington/ USA - Nachdem am 29. September US-Astronomen die Entdeckung des ersten wahrscheinlich lebensfreundlichen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems bekannt gegeben hatten (...wir berichteten), diskutieren Wissenschaftler schon jetzt darüber, ob es auf "Gliese 581g" auch Leben gibt.

Das Team um Steven Vogt und Paul Butler selbst zeigt sich davon überzeugt, dass die Wahrscheinlichkeit für Leben auf "ihrem" Planeten bei "100 Prozent" liege. Diese Vermutung jedoch eindeutig zu belegen wird eine nicht einfache Aufgabe.

Zwar handelt es sich bei dem Gliese-System um ein unserem Sonnensystem mit einer Entfernung von nur 20 Lichtjahren vergleichsweise nahe gelegenes Planetensystem, dennoch trennen uns damit nicht weniger als rund 194 Billionen Kilometer - eine Distanz, die dem Fünfhundertmillionenfachen der Entfernung zwischen Erde und Mond entspricht.

Da es diese enorme Entfernung auch mittel- und langfristig keine Sonden- geschweige denn bemannte Missionen zu "Gliese 581g" erlaubt, wie sie die Planetenoberfläche selbst erkunden könnten, bleibt lediglich die Untersuchung des Planeten aus der Ferne.

Diese könnte vornehmlich in der Beobachtung von "Gliese 581g" mittels Radioteleskopen liegen, um damit nach für Leben charakteristischen Mustern in den Emissionen elektromagnetischen Strahlung zu suchen.

Laut Seth Shostak von "SETI Institute" zur Suche nach außerirdischer Intelligenz in Mountain View (seti.org) könnten entsprechende Muster auf intelligenten Leben hinweisen. Allerdings, so erläuterte Shostak gegenüber "Space.com", suchte SETI bereits zwischen 1996 und 2000 im Rahmen von "Project Phoenix" erfolglos intensiv nach intelligenten Radiosignalen aus Richtung des Sterns "Gliese 581".


Andere Forscher verweisen hingegen darauf, dass Leben nicht unbedingt auch Intelligenz entwickelt haben muss, um aus der Ferne identifiziert werden zu können, wenn etwa auch ein Studium der möglicherweise vorhandenen Atmosphäre von "Gliese 581g" zumindest theoretisch die Anwesenheit von nichtintelligenten Organismen, bis hinunter zur Ebene der Mikroben, belegen könnten.

Eine spektrale Analyse der Atmosphäre des Planeten könnte aber sogar auch intelligentes Leben nachweisen. "Wenn in einer Atmosphäre komplexe Verbindungen wie etwa die auf der Erde von uns Menschen künstlich erzeugten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) nachgewiesen werden könnten, muss des da auch jemanden geben, der diese herstellt", erläutert Bill Borucki vom "Ames Research Center" der NASA.

Doch auch der Nachweis von Methan und Sauerstoff wäre ein deutlicher Hinweis auf Leben auf "Gliese 581g". "Für gewöhnlich sind diese Gase ohne Leben nicht in signifikanten Mengen vorhanden", so Jon Jenkins vom "SETI Institue". Allerdings müsse in einem solchen Fall auch vorsichtig Betracht gezogen werden, dass die Umstände in anderen Planetensystemen sich von jenen im Sonnensystem unterscheiden könnten.

Doch alle Spekulation um eine Analyse der Atmosphäre von "Gliese 581g", wenn es diese überhaupt geben sollte, bleibt weiterhin und sogar auf längere Sicht reine Spekulation. Zwar ist es bereits gelungen, Atmosphären ferner Exoplaneten entsprechend zu untersuchen (...wir berichteten), doch handelte es sich dabei um deutlich größere und heißere Planeten, wie sie auch deutlich mehr Strahlung abgeben, die dann von irdischen Instrumenten wahrgenommen werden kann. Selbst die vergleichsweise Erdnähe von "Gliese 581g" wird durch seine geringe Größe und Kälte relativiert - zumal der Planet wahrscheinlich auch nicht, von der Erde aus betrachtet, vor seinem Stern vorbeizieht. Ein solcher sogenannter Transit würde eine Spektralanalyse seiner möglichen Atmosphäre wesentlich erleichtern.

Instrumente, die eine alternative Analyse der Atmosphäre des Planeten ermöglichen, stehen bislang jedoch noch nicht zur Verfügung. Für die SETI-Forscher könnte frühestens der "Terrestrial Planet Finder" (TPF) der NASA Methan und Sauerstoff in der Atmosphäre nachweisen. Wann das immer noch in der Planungs- und Entscheidungsphase steckende Weltraumteleskop jedoch Realität werden wird, steht derzeit noch in den Sternen. Bis dahin, so vermuten die Wissenschaftler, werden wahrscheinlich noch viele potentiell lebensfreundliche Planeten wie "Gliese 581g" entdeckt werden, die es dann gilt, auf Spuren von Leben hin zu untersuchen.



Das "Gliese 581"-System im Größenvergleich zum Sonnensystem (Illu.) | Copyright: National Science Foundation/Zina Deretsky


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#2

RE: Gliese 581:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 06.10.2010 08:02
von Adamon • Nexar | 13.560 Beiträge

Aus: http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspo...derspricht.html


Montag, 25. Mai 2009
SETI-Astronom Bhathal widerspricht: Laser-Signal stammt nicht von Gliese 581:



Sydney/ Australien – Am 15. Mai 2009 berichtete "grenzwissenschaft-aktuell.de" exklusiv ausführlich über ein im Dezember 2008 von dem australischen SETI-Astronomen Ragbir Bhathal entdecktes noch immer unbekanntes, jedoch einmaliges Laser-Signal aus dem All. Schnell entstanden zahlreiche Diskussionen und Spekulationen über den Ursprung des Signals. Bhathal hat sich zu diesen nun gegenüber unserer Redaktion geäußert.

Besonders die sehr eigene Auslegung eines Interviews, das Bhathal zuvor mit der australischen Zeitung "The Australian" geführt hatte, durch einen spanischen Journalisten, sorgte für einige Aufregung – behauptete diese doch, dass das Signal aus dem Planetensystem um den entfernten Stern "Gliese 581" stamme.


Gliese 581 ist rund 20,4 Lichtjahre von der Erde entfernt, besitzt mindestens vier derzeit bekannte Planeten, von welchen einer sich sogar innerhalb der so genannten habitablen Zone um sein Zentralgestirn herum bewegt (...wir berichteten), weswegen Astronomen und Exobiologen das Gliese-System als einen der hoffnungsvollsten Kandidaten für potentielles Leben jenseits unseres Sonnensystems halten. Ideal also für die Suche nach vermeintlich intelligenten Signalen.


Ein Vergleich der Planeten des Systems Gliese 518 mit dem Sonnensystem | Copyright: eso.org

Dies dachte sich wohl auch der spanische Journalist und vermischte die Inhalte des "Australian"-Artikel mit den Aussagen Bhathals zum entdeckten Signal. Gegenüber "grenzwissenschaft-aktuell.de" hat Dr. Ragbir Bhathal nun klargestellt: "Das Signal stammt ganz sicher nicht von Gliese 581. Zurzeit sind wir immer noch dabei, das Signal zu untersuchen und herauszufinden, was es bedeutet. Wir haben auch noch keine Koordinaten der Quelle im All veröffentlicht. Ich werde sie jedoch auf dem Laufenden halten."

Sobald wir von Dr. Ragbir Bhathal neue Informationen zum Signal erhalten, werden sie diese wie immer umgehend auf "grenzwissenschaft-aktuell.de" erfahren.



Das im Dezember 2008 aufgefangene, bislang unbekannte Laser-Signal | Copyright: Ragbir Bhathal


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#3

RE: Gliese 581:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 13.10.2010 12:35
von Adamon • Nexar | 13.560 Beiträge

Aus: http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspo...n-zweifeln.html


Mittwoch, 13. Oktober 2010
"Gliese 581 g": Astronomen zweifeln an Existenz von potentiell lebensfreundlichem Planeten:

Genf/ Schweiz - Ende vergangenen Monats verkündeten kalifornische Astronomen die Entdeckung eines erdartigen Felsplaneten im Planetensystem um den Stern Gliese 581, auf dem wahrscheinlich auch Leben möglich sein könnte (...wir berichteten 1, 2). Jetzt bezweifeln Astronomen des "Observatoire de Genève" die Existenz des Planeten: Intensive Beobachtungen und Untersuchungen des Gliese-Systems würden keine Hinweise auf den Planeten zeigen.

Entdeckt wurde "Gliese 581 g" mit der Radialgeschwindigkeitsmethode. Diese basiert auf der Tatsache, dass sich ein Stern und sein Planet bzw. seine Planeten unter dem Einfluss der Gravitation um ihren gemeinsamen Schwerpunkt drehen. Aufgrund seiner größeren Masse bewegt sich der Stern um wesentlich kleinere Wege als der Planet. Falls man von der Erde aus nicht genau senkrecht auf diese Bahn schaut, hat diese periodische Bewegung des Sterns eine Komponente in Sichtrichtung (Radialgeschwindigkeit), wie sie durch die Beobachtung der abwechselnden Blau- und Rotverschiebung (Doppler-Effekt) mit Hilfe eines Frequenzkammes in sehr genauen Spektren des Sterns nachgewiesen werden kann. Da die Bahnneigung unbekannt ist, kann man mit dieser Methode bei bekannter Sternmasse nicht die Planetenmasse exakt, sondern nur eine Minimalgrenze berechnen. Nach der Erstentdeckung des Planeten mit besagter Methode überprüfte das Team die Helligkeitsschwankungen des Sterns und konnten so die vorigen Beobachtungen bestätigen.

"Der Umstand, dass wir in der Lage waren, diesen Planeten so schnell und in derartiger Nähe zur Erde zu finden belegt, dass solche Planeten wirklich zahlreich sein müssen", so der Entdecker und Teamleiter der "Lick-Carnegie Exoplanet Survey" Steven Vogt.


Auf dem Jahrestreffen der "Internationalen Astronomischen Union" (IAU) äußerten nun Astronomen des Genfer Observatoriums jedoch Zweifel an der Existenz des Planeten. Gegenüber dem "Astrobiology Magazine" erklärte Francesco Pepe zudem, dass es auch für den von Vogts Team entdeckten zweiten Planeten, "Gliese 581 f", keine Hinweise gäbe.

Die Genfer Untersuchungen wurden von Michel Mayor geleitet, dessen Team mit "Gliese 581 e" 2009 die Entdeckung des bis zu diesem Zeitpunkt kleinsten Exoplaneten verkünden konnte (...wir berichteten).

"Seit damals haben wir rund 60 weitere Beobachtungen des Gliese-Systems mit unseren Instrumenten durchgeführt. Insgesamt liegen uns damit 180 Beobachtungspunkte über einen Zeitraum von 6,5 Jahren vor", so Pepe. "Aus diesen Datensätzen können wir sehr einfach die vier zuvor entdeckten Planeten 'b', 'c', 'd' und 'e' ablesen." Hinweise auf den gefeierten Planeten "g" und seinen Vorgänger "f", wie sie von Vogts Team verkündet wurden, seien im normalen Messungsrauschen nicht zu finden.

"Simulationen anhand der vorliegen Messdaten zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass die angewendeten Messungen ein falsches Signal für einen Planeten produzieren, nicht vernachlässigbar ist und in Größenordnungen von mehreren Prozent liegt. Unter diesen Umständen können wir das verkündete Vorhandensein von 'Gliese 581 g' nicht bestätigen", so Pepe. Für "Gliese 581 f" gelte das Gleiche.



Künstlerische Interpretation des Systems um "Giese 581" | Copyright: NASA/Lynette Cook


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#4

RE: Gliese 581:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 18.10.2010 17:33
von Adamon • Nexar | 13.560 Beiträge

Aus: http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspo...eckung-von.html


Freitag, 15. Oktober 2010
Astronom Vogt verteidigt Entdeckung von lebensfreundlichem Planeten "Gliese 581 g":

Santa Cruz/ USA - Nachdem Schweizer Astronomen vom Observatorium Genf die Entdeckung eines möglicherweise lebensfreundlichen Planeten durch Astronomen um Steven Vogt von der "University of California" in Zweifel gezogen haben (...wir berichteten 1, 2), hat sich Vogt nun zu den Vorwürfen geäußert und seine Entdeckung verteidigt.

Über die Arbeit der Schweizer Kollegen wolle er sich nicht äußern, zumal ihm die den Zweifeln zugrunde liegenden Daten noch nicht vorliegen würden, kommentiert Vogt die Zweifel an seiner Arbeit gegenüber "Space.com".

Allerdings habe er Vertrauen in die Schlussfolgerungen seines Teams: "Ich stehe zu unseren Daten und deren Auswertung. Ich bin mir sicher, dass wir in korrekter und ehrlicher Weise auch unsere Unsicherheiten dargelegt haben und in gründlicher und verantwortungsvoller Weise unsere Informationen aus den Beobachtungsdaten gezogen haben. Aus diesem Grund bin ich mir auch sicher, dass jede unabhängige Analyse dieser Daten zu der gleich Schlussfolgerung gelangen wird."


Dennoch sei er natürlich auch an den Daten der Schweizer Kollegen interessiert. Dass diese jedoch dazu führen könnten, dass sein Planet "Gliese 581 g" von der Liste bislang entdeckter Exoplaneten gestrichen wird, glaubt er nicht.

In 15 Jahren habe das Team bereits Hunderte von Planeten entdeckt und bislang noch keine Falschmeldung zu verzeichnen oder Schlussfolgerungen zurückziehen müssen.

Einen möglichen Grund dafür, dass die Schweizer Kollegen "Gliese 581 g" nicht bestätigen konnten, sieht Vogt in dem Umstand, dass das Team um Michel Mayor zwar die selben 119 Messungen des HARPS-Instruments an der Europäischen Südsternwarte (ESO) ausgewertet, diese aber nicht mit den zusätzlichen 142 Beobachtungen mit dem HIRES-Instrument des "Keck I"-Teleskop auf Hawaii abgeglichen haben. Dabei seien es gerade diese Zusatzdaten, die benötigt würden, um die schwachen Signale, wie sie die beiden Planeten "Gliese 581 f" und "Gliese 581 g" offenbaren, als solche zu erkennen.

Bislang haben die Schweizer Astronomen ihre Ergebnisse noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht. Bis dahin, so Vogt, sei es schwer, ihre Zweifel einzuschätzen: "Genau wie wir, so müssen (die Schweizer Astronomen) nun ihre Daten, Analysen und Schlussfolgerungen veröffentlichen. (...) Wenn das passiert ist, können wir diese gründlich auswerten um zu sehen, welche Informationen sich daraus ergeben."


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#5

RE: Gliese 581:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 24.05.2011 13:43
von Adamon • Nexar | 13.560 Beiträge

Aus: http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspo...-exoplanet.html

Dienstag, 10. Mai 2011
Doch flüssiges Wasser auf Exoplanet Gliese 581d ?


Paris/ Frankreich - Im extrasolaren Planetensystem um den "Stern Gliese 581" finden sich gleich mehrere Planeten, die unter Planetenforschern als potentiell lebensfreundlich diskutiert werden - umkreisen die Planeten ihr Zentralgestirn doch in Abständen, wie sie möglicherweise gemäßigte Temperaturen und somit Wasser in flüssiger Form ermöglichen (...wir berichteten, s. Links). Während die Existenz des hoffnungsvollsten Kandidaten "Gliese 581g" weiterhin kontrovers diskutiert wird, zeigt eine neue Studie französischer Astronomen, dass die Chancen dafür, dass auf seinem Nachbarplaneten "Gliese 581d" flüssiges Wasser existieren kann, obwohl er nicht mehr innerhalb der eigentlichen lebensfreundlichen, sogenannten "habitablen Zone" liegt, gar nicht schlecht sind. Für die Forscher selbst belegen die neuen Daten, dass es sich bei "Gliese 581d" um den ersten nachgewiesenen Exoplaneten mit vergleichbarer Erdmasse innerhalb einer , wenn auch nicht klassischen, habitablen Zone handelt.


Wie die Forscher um Robin D. Wordsworth vom "Laboratoire de Météorologie Dynamique" am "Institut Pierre Simon Laplace" vorab auf "arxiv.org" berichten, erhält der Planet zwar rund 35 Prozent weniger Strahlung seines Sterns als vergleichsweise der Mars in unserem Sonnensystem, sollte also eigentlich zu kalt sein, um Wasser in flüssiger Form beherbergen zu können, dennoch zeigen neue Klimamodellberechnungen, dass unter bestimmten Voraussetzungen die hierfür notwendigen Temperaturen dennoch erreicht werden können.

Die Berechnungen haben die französischen Wissenschaftler anhand verschiedener Faktoren erstellt: Als Planetenmasse gingen sie von acht unterschiedlichen Erdmassen aus. Wegen der unbekannten der unbekannten Bahnneigung (Inklination) handelt es sich bei den von den Forschern angenommenen 60 Grad Neigung zur Sichtachse lediglich um eine wahrscheinliche Schätzung, jedoch nicht um einen sicheren Wert. Aufgrund der Tatsache, dass die große Halbachse des Orbits lediglich 0,22 Astronomische Einheiten beträgt (im Vergleich entspricht dies 22 Prozent des Erdorbits), ist es wahrscheinlich, dass "Gliese 581d" den Stern in gebundener Rotation umläuft, diesem also so wie der Mond der Erde, immer die gleiche Seite zeigt.


Für die Möglichkeit von flüssigem Wasser spielt besonders die Zusammensetzung des Planeten und einer potentiell vorhandenen Atmosphäre eine Rolle. In ihren Berechnungen diskutieren die Forscher vornehmlich zwei Modelle: Zum einen, einen erdartigen Felsplaneten mit einem Durchmesser von 1,8 Erddurchmessern und zum anderen eine sogenannte Wasserwelt, also einen gänzlich von Wasser bzw. einem Wassereispanzer überzogenen Planeten mit einer geringeren Dichte jedoch 2,3 Erddurchmessern.

Vom jeweiligen Durchmesser hängt zunächst die Gravitation an der Oberfläche des Planeten ab und in deren Folge die Höhe des atmosphärischen Drucks. Die Atmosphären wurden jeweils mit Druckverhältnissen von 5, 10, 20 und 30 bar und anhand von einer reinen Wasser/Kohlenstoffdioxid-Zusammensetzung simuliert. Das Vorhandensein weiterer Treibhausgase spielt für den Nachweis flüssigen Wassers keine Rolle, da diese die Oberflächentemperaturen auf dem Planeten - und somit die Wahrscheinlichkeit für flüssiges Wasser - nur noch erhöhen und nicht absenken würden.

Schon 10 bar Atmosphärendruck bei den simulierten Felsplaneten würden demnach genügen, um die Temperaturen über Null ansteigen zu lassen. 20 bar würden dies dann auch bei einer Wasserwelt erreichen.

Je nachdem, wie groß "Gliese 581d" tatsächlich ist, würden diese Druckverhältnisse auf der Erde einem Druck zwischen vier und sechs bar entsprechen. Der Umstand, dass auf der nahezu erdgroßen Venus ein Kohlenstoffdioxid-Partialdruck von fast 90 bar erreicht wird, belegt, dass die errechneten Werte also durchaus im Bereich des Möglichen liegen. Lediglich eine Atmosphärenzusammensetzung aus Wasserstoff und Helium, wie sie etwa auf den Sonnen-Planeten Neptun und Uranus zu finden sind, würde flüssiges Wasser nahezu ausschließen.

Weiterhin unklar sind jedoch noch die Auswirkungen des Verhaltens des Zentralgestirns "Gliese 581". Hierbei handelt e sich um einen sogenannten "Roten Zwerg" (M-Stern), wie sie zu starken und zahlreichen Eruptionen und damit einhergehenden Strahlungsausbrüchen neigen (...wir berichteten).

Mit derzeitiger Beobachtungstechnologie sind viele offene Fragen noch nicht zu beantworten. Erst Teleskope der nächsten Generation können, gerade auch wegen der geringen Entfernung zum Sonnensystems von gerade einmal rund 20 Lichtjahren, wahrscheinlich schon bald weitere Informationen über das "Gliese 581"-System und seine Planeten liefern.

- Den vollständigen Artikel finden Sie HIER:
http://arxiv.org/abs/1105.1031



Künstlerische Interpretation des Systems um "Giese 581" | Copyright: NASA/Lynette Cook


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zuletzt bearbeitet 20.10.2014 23:59 | nach oben springen
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#6

RE: Gliese 581:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 07.06.2012 09:25
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Archiv: Die Radioteleskopantenne des Warkworth Radio Telescope ist Teil der Australian Long Baseline Array. | Copyright: IRASR, Sdweston, cc-by-sa 3.0

Bentley/ Australien - Astronomen haben die erste gezielte Suche nach außerirdischen Signalen aus dem sonnennahen Planetensystem um den Stern Gliese 581 mit Hilfe der Langbasisinterferometrie (VLBI) abgeschlossen, von dort jedoch bislang keine intelligenten Signale empfangen. Das bislang negative Ergebnis schließt dortiges intelligentes Leben, das sich auch der Radiotechnologie bedienen könnte, jedoch noch nicht aus.

Mit der Langbasisinterferometrie (Very Long Baseline Interferometry, VLBI), mit der Radioastronomen Messungen mit höchster räumlicher Auflösung und Positionsgenauigkeit erreichen können, haben Hayden Rampadarath und Kollegen am "International Centre for Radio Astronomy Research" der australischen Curtin University das von der Sonne nur 20 Lichtjahre entfernte Planetensystem um den roten Zwergstern Gliese 581 abgesucht, der von mindestens zwei sogenannten Super-Erden wahrscheinlich innerhalb der habitablen Zone umkreist wird (...wir berichteten, s. Links). Von "Super-Erden" sprechen Astronomen angesichts von Felsplaneten von der vielfachen Masse der Erde. Die "habitable Zone" hingegen beschreibt jene Abstandsregion um einen Stern, innerhalb derer sich ein Planet befinden muss, damit aufgrund gemäßigter Oberflächentemperaturen Wasser in flüssiger Form und damit die Grundlage für Leben - zumindest nach irdischem Maßstäben - existieren kann.

Wie die Forscher vorab auf "arxiv.org" (s. Link u.) berichten, wurde die VLBI-Methode trotz ihrer unerreicht hohen Auflösung bislang noch nie zur Suche nach intelligenten Radiosignalen aus dem All (Search for ExtraTerrestrial Intelligence, SETI) eingesetzt.

Mit der "Australian Long Baseline Array" (ALBA), die aus drei mehrere Hundert Kilometer von einander entfernt positionierten Radioteleskopen besteht, erreichen die Astronomen eine Auflösung, wie sie in etwa mit der des Weltraumteleskops Hubble vergleichbar ist.

Insgesamt acht Stunden hat das Team um Rampadarath das System um Gliese 581 bereits im Juni 2007 abgesucht. Warum sie mit der Publikation der Ergebnisse dieser Suche so lange gewartet haben, ist bislang nicht bekannt. Bald jedoch soll ihr Artikel im Fachmagazin "The Asronomical Journal" erscheinen, berichtet der "The Physics arXiv-Blog (technologyreview.com/blog/arxiv).

Zwar fanden die Astronomen zunächst 222 Kandidaten für mögliche SETI-Signale, doch konnten alle Signalen menschlicher Quellen, vornehmlich australischer geostationäre Kommunikationssatelliten, zugeordnet werden.

Dennoch seien die Ergebnisse dieser ersten SETI-Suche mit Hilfe der VLBI-Methode interessante und beweisen, dass sich die Langbasisinterferometrie schon alleine deshalb für SETI als nützlich erweist, da sie automatisch eine Vielzahl von irdischen Störungsquellen, die leicht mit SETI-Signalen verwechselt werden können, aufgrund der weiten Entfernung der beteiligten Teleskope zueinander, aussortiert.

Obwohl die australischen Radioastronomen bei ihrer ersten VLBI-SETI-Suche also keine intelligenten außerirdischen Signale entdecken konnten, schließt dies weder die Existenz von intelligentem Leben im System um Gliese 581, noch die Nutzung von Radiokommunikation dort möglicherweise existierender Außerirdischer gänzlich aus.

Stattdessen beschreiben die Ergebnisse vielmehr die Grenzen der Stärke eventuell dennoch vorhandener künstlicher Signale. Um mögliche Signale von Gliese 581 mit der angewandten Methode entdecken zu können, müssten diese mit einer Ausgabeleistung von mindestens sieben Megawatt pro Hertz gesendet worden sein.

Wie der arXiv-Blog erläutert, hätte die VLBI-Suche ein aus dem Gliese-System gezielt gesendetes Signal, vergleichbar etwa mit dem, wie wir es beispielsweise 1974 mit dem 300 Meter durchmessenden Radioteleskop von Arecibo ins All gesendet haben, mit Leichtigkeit entdeckt. Normale Radiosignalübertragungen, wie etwa irdische Radio- und TV-Sendungen hingegen, wären viel zu schwach, als dass sie von Rampadaraths Team hätten entdeckt werden können.

Auch wenn also die Auflösung der ALBA-Anlage für derartige Signale zu gering ausfällt, könnten diese mit bereits existierenden größeren Anlagen und gerade von dem derzeit geplanten Riesen-VLBI-Teleskop, Square Kilometre Array (SKA) detektiert werden. Mit dem SKA wird es zukünftig möglich sein, schon Radiosignale mit einer Ausgabestärke von einigen wenigen Kilowatt pro Hertz aus dem System um Gliese 581 und anderer Planetensysteme zu empfangen.

Der Bau des Square Kilometre Array soll 2016 beginnen. Mit Empfangsstationen, die bis zu einer Distanz von 3000 km von einem Zentrum entfernt aufgestellt werden, soll die Anlage eine Auflösung erreichen, die bisherige Radioteleskope um das bis zu 50fache übertreffen wird. Die ersten Daten werden 2019 erwartet. 2023 soll das SKA dann in vollem Umfang genutzt werden können


http://arxiv.org/abs/1205.6466


Dateianlage:
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