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Horus & Seth - Zeit & Chaos:

in Aegyptica. - 07.12.2010 05:55
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

Horus & Seth:

Der Kampf zwischen Zeit und Chaos:
(verfasst von Jonathan Dilas, 2002 - V2.0)


Eine Analyse und symbolische Betrachtung der altägyptischen Göttergeschichte in Bezug auf die menschliche Wahrnehmung und Interpretationsfähigkeit sowie als Analogie zum Verlust der Ganzheit des Selbst.


Im alten Ägypten gab es verschiedene Götter und Halbgötter, die vermutlich vom Volk erschaffen wurden, um kollektive Charaktere und Kräfte zu personifizieren. Andere wiederum sprechen von Kontakten zu Außerirdischen oder gar von Wesen aus dem Jenseits, mit denen die alten Ägypter in Kontakt gestanden haben sollen. Dies ist jedoch noch völlig ungeklärt und man kann nichts Genaues sagen.


Der Mythos:

Seth war ein ägyptischer Gott mit schlechtem Ruf und hatte seinen Bruder Osiris getötet, um seinen Thron zu erhalten. Dieser „Mord“ wird jedoch so dargestellt, dass Seth Osiris in sechzehn Stücke riss und ihn über das Land verteilte. Obwohl Seth stets als böser Gott dargestellt wurde und noch immer wird, gibt es doppeldeutige Aussagen über seine Boshaftigkeit während seiner Herrschaft. Man sagte ihm noch nichtmals den Hang zum Chaos nach, das durch seine Regierung hätte ausgelöst werden können, denn selbst die böse Apophisschlange, eine seltsame Kreatur mit unlauteren Absichten, wurde von Seth besiegt und er rettete damit das ägyptische Volk. Das Volk lag ihm also nahe, denn was ist ein Herrscher ohne dasselbe? Horus, der Sohn von Osiris und Isis, schwor jedoch sich an Seth für seine Tat zu rächen als er vom Tode seines Vaters hörte. Als er erwachsen war, jagte er Seth vom Thron und übernahm die Regierung über das Volk. Der Kampf zwischen Seth und Horus war sehr bitterlich und lang. Zum Ende des langen Kampfes gewann Horus und zerteilte Seth ebenso und verteilte ihn über das ganze Land. Doch Horus ging nicht ohne Verletzungen aus diesem Kampf heraus, denn Seth hatte sein linkes Auge gestohlen und in der Einöde versteckt. Horus fand sein Auge nie wieder und von diesem Moment an wurde dieses Auge vom Volk verehrt und Teil vieler Legenden und taucht immer wieder auf Tafeln und Papyrusrollen auf. Auch die Freimaurer tragen dieses Auge in ihrem Logo sowie der 1-Dollarschein der amerikanischen Regierung.

Kurze Bedeutungsübersicht:

Horus gilt im Allgemeinen in seiner Bedeutung als der „in jedem König fleischgewordene Gott“. Jeder folgende König erhielt den Namen Horus in seinem Titel. Seth steht in seiner Bedeutung als der Gott des Chaos, der Dunkelheit und aller nichtägyptischer Länder und als jener, „der der dunklen Seite angehört und über den man nicht gern spricht“. Das linke Auge des Horus wird auch „Mondauge“ oder „Traumauge“ genannt. Isis hingegen wird des Öfteren als Mutter dargestellt, die Horus in ihren Armen hält. Osiris wird in seiner Bedeutung als „Sitz des Auges“ übersetzt. Isis wird auch als „Zauberin“ oder „Die Zauberreiche“ genannt. Diese Bedeutungen sind definitiv recherchiert.

Vergleiche zum christlichem Mythos:

Die biblischen Figuren Kain und Abel waren zwei verfeindete Brüder und neigten dazu, sich unaufhörlich zu bekämpfen. Abels Sohn hieß Seth und somit ergibt sich plötzlich eine Parallele zum ägyptischen Mythos. Wenn man nun davon ausgeht, dass die Bibel einen kleinen Übersetzungsfehler enthält und die Namen Seth und Kain einfach vertauscht wurden, d. h. Seth war eigentlich Abels Bruder und Kain Abels Sohn, dann findet sich hier eine sehr deutliche Übereinstimmung zum christlichen Mythos. Auch Isis, die auf einigen Bildern eine ähnliche Ansicht bietet wie die Jungfrau Maria, die ihr heiliges Kind in ihren Armen hält, ergibt erstaunliche Parallelen. Wenn diese Zusammenhänge einmal als symbolisch übereinstimmend betrachtet werden, lässt sich hier die Frage nieder, wie ein solcher Mythos in immer neuem Gewand als Geschichte bis in unsere heutige Zeit erhalten bleiben konnte. Der oberste Gott Ra könnte hier mit dem biblischen Gott Elohim verglichen werden.


Es wird deutlicher, dass die Jungfrau Maria und Isis Parallelen aufweisen. Es sind Mutterbilder, die einen Sohn gezeugt haben, der spezielle Fähigkeiten besaß. Betrachtet man dies nun ein wenig symbolisch in punkto unbefleckte Empfängnis, so zeugte Maria einen Sohn, ohne ihre Jungfernschaft zu verlieren und dies deutet auf eine psychologische Geburt hin - und nicht auf eine physische. Die Jungfrau in Griechenland wird mit einer Schlange zu ihren Füßen dargestellt, eine ähnliche sehen wir auch bei der Figur in Venedig, Italien. Isis wird auf einigen Grafiken ebenfalls mit einer Schlange dargestellt, bzw. mit einer Kopfbedeckung, in die eine Schlange integriert ist. Vergleichbares kennt man aus Filmen bei der Darstellung Kleopatras, die sich teilweise für eine Göttin hielt, bzw. gehalten wurde. Dass Isis bereits im alten Ägypten mehrere Gesichter und Darstellungen besaß, zeigen uns auch diese Fotos! (Die Fotos der Isis wurden von J. Dilas im ägyptischen Museum gemacht, 2003)


Horus und Seth als Wahrnehmungsoptionen - Horus besiegt Seth:

Dass sich in der Bedeutung des Namens Horus etwas Zeitliches verbirgt liegt sehr nahe, denn Hora wird selbst heute noch in einigen Sprachen als Zeit oder Stunde übersetzt. Diese Parallele soll im Weiteren für die chronologische Wahrnehmung des Menschen stehen. Seth steht in diesem Kontext für eine chaotische Wahrnehmung, der Wahrnehmung anderer Welten und einer nichtzeitlichen Interpretation der wahrgenommenen Realität des Menschen. Von Kindheit an wird man auf eine kausale und chronologische Wahrnehmung hin trainiert. Wenn eine Handlung vom Kind ausgeführt wurde, so zog man es kurz danach zur Rechenschaft und auf den vorherigen Zeitablauf hingewiesen, um es erkennen zu lassen, dass es eine bestimmte Wahrnehmungsordnung zu erlernen hat. Immer wieder wird das Kind dazu angehalten, die Wahrnehmungsordnung und –interpretation der Eltern zu übernehmen. Der Sieg Horus über Seth ist ein lebendiger und immerwährender Mythos, der noch immer praktiziert und aufrechterhalten wird.

Die Fragmentierung der Ganzheit des Selbst - die Geburt des Egos und der Verlust der Traumwelten:

Seth zerstückelte Osiris und Horus zerstückelte Seth. Die Zerstückelung kann mit der Fragmentierung der Ganzheit des Selbst gleichgesetzt werden. Horus Verlust des Traumauges machte die zeitliche Wahrnehmung erst möglich, denn nur ohne eine direkte und glasklare Erinnerung an die Traumwelten konnte und kann die Wahrnehmung chronologisch geordnet werden. Horus, als der zu Fleisch gewordene, wird nun in seiner Symbolik klarer und repräsentiert in diesem altägyptischen Mythos das Ego, das Alltags-Ich mit seinem physischen Körper. Der Verlust über die Traumwelten bezieht sich natürlich an die Erinnerung, bzw. Wahrnehmung dieser und impliziert eine Wahrnehmungsauslese, eine Staffelung der Wahrnehmung nach Intensität, Klarheit, Individualität und Ichbezogenheit.

Das Traumauge:

Horus verliert im Kampf gegen Seth sein Traumauge (Erinnerung und klare Wahrnehmung der Träume) und lebt fortan als Einäugiger. Eine Parallele zum so genannten 3. Auge mag hier auch bestehen, das immer wieder von fernöstlichen Religionen erwähnt wird. Die Benutzung des 3. Auges macht nicht nur das Sehen von Energien, sondern auch von körperlosen Wesenheiten möglich. Die alternative Bezeichnung „Mondauge“ deutet auf die Nacht hin, die Dunkelheit, in der sich Seth sehr gut auszukennen schien.

Ordnung und Chaos - Seth als Gott der Wüste und des Chaos:

Bereits in der Bibel beginnt alles Sein aus dem Chaos heraus. Dies kann der Moment der Geburt des zeitlichen Denkens und der kausalen Interpretation sein. Der Bibeltext besagt „Die Erde aber war wüst und wirr…“. Das griechische Wort „Chaos“ bezeichnet einen gähnenden Abgrund oder klaffende Leere. Die bekannten Philosophen Plato und Anaxagoras sehen im Chaos jedoch den gestaltlosen, nichtphysischen und ungeformten Urstoff, die reine Energie aus der alles entsteht. Die Chaostheorie wird von einigen Physikern jedoch nicht als totale Unordnung postuliert, sondern als eine Art neue Ordnung oder andere Ordnung, die nur nicht chronologisch oder kausal ist. Ein beliebtes Beispiel ist die Verteilung der Kugeln beim Billard nach dem Anfangsstoß im Bezug auf die Stoßgesetze. Jeder Stoß wird mit einer ähnlichen Stärke ausgeführt, aber die völlig andersartige Verteilung der Kugeln stehen in keinem Verhältnis dazu. Sie ordnen sich chaotisch an. Bei den Physikern wird von einem deterministischen Chaos gesprochen, d.h. es gibt noch immer eine Ordnung, nur ist sie völlig verborgen. Das Problem ist nur, dass man die verborgene Ordnung und das offensichtliche Chaos nicht gleichzeitig, sondern nur hintereinander erkennbar machen kann. Man könnte auch sagen, dass Chaostheoretiker in einem wirren Muster dennoch eine Ordnung zu erkennen versuchen. Diese Ordnung muss aber keineswegs chronologisch sein, sondern nur Sinn ergeben. Ein See mit einer bestimmten Anzahl von Fischen mag schneller geleert sein, wenn sich neben den Vögeln, die sich hier bedienen noch Angler gesellen. Doch im Verlaufe vieler Jahre passt sich das System dem zusätzlichen Jäger an und gleicht sich somit unerklärlich und auf chaotische Weise dem System wieder an. Auch bekannt ist der minimale Luftwirbel, den der Flügelschlag eines Schmetterlings auslöst und einen Orkan entfachen kann, wie der letzte Tropfen der das Fass zum Überlaufen, oder aber wie die letzte Gradeinheit von 99 zu 100 Grad, die das Wasser zum Kochen bringt.

Eine chaotische Wahrnehmung impliziert trotzdem eine Ordnung, doch unter Ordnung versteht der Mensch nur eine chronologische Aneinanderreihung von Wahrnehmungssequenzen. Laut Gehirnforschern erlebt jeder Mensch aneinandergereihte, drei Sekunden lange Wahrnehmungssequenzen, die wir in einer bestimmten Art sortieren und erinnern. Was geschieht, wenn der Mensch an diesem Punkt nicht chronologisch sondern thematisch erinnert, denn die einzige alternative Ordnung in unserer Welt ist eben die thematische. Suchmaschinen im Internet zeigen dies sehr gut. Eine Ordnung, z. B. nach Alphabet, kann jedoch wieder zur chronologischen Ordnung zugedacht werden, weil für die Buchstaben durchaus Zahlen eingesetzt werden könnten.

Die altägyptische Symbolschrift vs. wortwörtlicher Übersetzung:

Der Durchbruch zur Übersetzung der rätselhaften ägyptischen Hieroglyphen geschah durch den Fund einer griechischen Tafel mit eben diesen ägyptischen Zeichen. Man konnte die Zeichen in Beziehung setzen. Natürlich ist völlig unklar, ob diese alte Tafel nicht auch ein verzweifelter Versuch gewesen ist, diese Schrift zu verstehen, aber Tatsache bleibt, dass die Übersetzungen der Hieroglyphen sehr an eine Symbolsprache erinnern. Sämtliche Sprachen auf unserem Planeten sind wortorientiert und ausgesprochene Worte werden somit auch wortwörtlich genommen. Doch erinnert man sich z.B. an die indianische Namensgebung der Stammesangehörigen „Rufender Vogel“ oder „Stehender Baum“, „Der der mit dem Wolf tanzt“ etc., so sind diese durch eine Geschichte entstanden, die dem Indianer in der Kindheit widerfuhr. Vielleicht kam einst eine Bisonherde auf ihn zugerannt und er stellte sich wie ein Baum hin, sodass die Tiere um ihn herumliefen und er überlebte. Die Zeugen dieses spektakulären Ereignisses gaben ihm dann den Namen „Stehender Baum“. In diesem Kontext kann man sich indianische Namen vielleicht leichter erklären. Es gibt ja diesen Witz über den Indianersohn, der den Namen „Geplatztes Gummi“ trägt. Was ich damit andeuten möchte ist, dass die Möglichkeit einer Bild- und Symbolsprache schon möglich ist. Im Falle der ägyptischen Hieroglyphen und deren wortwörtliche Übersetzung wird man sehr schnell an eine Symbolsprache erinnert.

Beispiele:

„Du bist Re, der aus der Nut hervorging. Aus Ihr, die den Re täglich gebiert.“

„Sei gegrüßt Re bei Deinem Aufgang. Großer Falke mit geschmückter Brust. Mögest Du schön erwachen am frühen Morgen. Jauchzen erschallt Dir am Abend...“

„Die Schrift des verborgenen Raumes. Die Standorte der Ba-Seelen und der Götter. Der Schatten und Verklärten und was sie tun. Der Anfang ist das Horn des Westens.“

"Wie schön erscheinst Du im Horizont des Himmels. Du lebender Aton, der zuerst gelebt hat. Du gehst auf im östlichen Horizont und erleuchtest jedes Land mit Deiner Schönheit. Deine Strahlen umarmen die Länder, so viel Du ihrer gemacht hast. Du bist fern und Deine Strahlen (aber) sind auf Erden. Du bist im Antlitz der Menschen, aber man sieht Deinen Weg nicht. Gehst Du unter im westlichen Horizont, so ist die Erde im Dunkel, als wäre sie tot . Die Erde liegt im Schweigen, denn der sie geschaffen hat, ruht in seinem Horizont. Wenn es tagt und Du wieder aufgehst im Horizont und als Aton am Tag leuchtest, so vertreibst Du das Dunkel und schenkst Deine Strahlen. Der Du Atem gibst, um jedes Deiner Geschöpfe zu beleben. Du setzest jeden an seine Stelle und gibst ihnen, wessen sie bedürfen."

Es sind auch immer wieder esoterische Sprüche zu entdecken, wenn man ein wenig nach ägyptischer Mythologie sucht:

„Himmel und Erde verschworen sich dazu, dass sie alles, was gewesen ist, vernichtet werde. Nur die Tagträumer rufen die Schatten der Vergangenheit zurück. Und flechten Netze aus dem ungesponnenen Faden.“

Natürlich sind nicht alle Übersetzungen ausschließlich symbolisch gemeint und können durchaus poetisch oder pathetisch klingen, aber sie lehnen sich immer wieder daran an. Wenn nun eine wortwörtliche Übersetzung wie „Isis steht im dritten Haus“ eine rein symbolische Bedeutung hat und vielleicht einen Gefühlszustand oder einen gewissen geistigen Zustand oder gar Bewusstseinszustand bezeichnet, dann wird vielleicht klar, wie schwer es ist, diese alte Schrift und Sprache angemessen zu erfassen. Die bekannten Hieroglyphen wurden in späteren Dynastien nämlich immer wieder verändert und entwickelte sich zu einer immer wörtlicher zu nehmenden Keilschrift, die ans Griechische erinnert. Bereits eine oberflächliche Auseinandersetzung mit der Geschichte der ägyptischen Schrift macht dies deutlich.

Besonders die religiösen Texte sind sehr kryptisch und geben dem Leser Rätsel auf. Sie sind schwer zu verstehen und meines Erachtens - für unsere Art zu denken - verschlüsselt, indem die Sprache bildlich und/oder symbolischen Charakter verliehen wurde, Zustandsbeschreibungen, Situationsbeschreibungen, nicht Erklärungen.

Zum Beispiel in vielen Vignetten des legendären Ägyptischen Totenbuches findet man das so genannte „Wiegen des Herzens“. Sobald jemand stirbt, wird er von Anubis zu Gericht geführt. Sein Herz (das Symbol für den Willen) wird auf eine Waage gelegt. Auf die andere Waagschale wird das Symbol Maat gelegt, für Wahrheit stehend. Wenn das Ergebnis nicht zufriedenstellend ist, wird der Verstorbene in die Unterwelt gestoßen. Es sind also sehr viele Symbole bereits in dieser kurzen Beschreibung enthalten und gibt vielleicht jetzt eine Vorstellung darüber, wie schnell man auf eine allzu groben Übersetzung hereinfallen kann.

Sehr bezeichnend ist ebenso die „Hymne an den Sirius“:

"Heil dir, Sothis- Gestirn !
Isis, du Herrscherin des Himmels.
Du Königin der aufgehenden Seelen der Götter.
Strahlend am Himmel neben ihrem Bruder Osiris,
wandelt sie auf seiner Spur immerdar,
indem sie abwehrt die Schlange Apophis
durch die herrlichen Sprüche ihres Mundes.
Du leuchtest am Himmel bei dem Taggotte Ra,
in jenem deinem Namen der Chut ("der Leuchtenden").
Du bist mächtig auf Erden
bei dem Erdgotte Seb (Saturn),
in jenem deinem Namen der Mächtigen.
Du bist groß in der Tiefe
in jenem deinem Namen der Tanert ("der Großen").
Du machst Schwellen den Nil
in jenem deinem Namen der göttlichen Sothis.
Du empfängst und machst fruchtbar das Feld
in jenem deinem Namen der Anukit ("die Unfangende").
Du erzeugest alles, was da ist, lebensspendend allen Menschen,
in jenem Deinem Namen der Anchet ("der Lebenden").
Kreisend in der Nähe des Orion
vereinigst du dich mit dem Leben im Westen des Himmels."

(Quelle: Bernd Zabka, „Siderisch-solare Astrologie“)


Namen und Zustände:

Namen werden auch sehr gern als Charaktere oder Kräfte dargestellt, wie eben bei manchen Göttern zu bemerken ist. „Ba“ bedeutet z.B. „Seele nach dem Tode“ und beschreibt einen Zustand, der bereits postmortal anzuordnen ist. „Ka“ wiederum ist der Traumvogel, der den Träumenden des Nachts aus seinem Körper holt und ihn mit und sobald die Sonne wieder aufgeht zurück bringt. Ka und Ba ähneln sich sehr und besitzen somit eine direkte Verbindung in ihrer Deutung. „Hor“ erinnert sehr an Horus und dies bedeutet so viel wie „die beerdigte Person“. In diesem Falle sieht man wieder die Verbindung zur fleischlichen, bzw. physischen Interpretation der Symbolfigur Horus, den menschlichen Körper, das Ego und die Vergänglichkeit.

Interpretationen in der Geschichte weltweit:

Immer wieder kann man bei Recherchen in der Literatur feststellen, dass die Ergebnisse buchstäblich interpretiert und frei ergänzt wurden, wenn nicht genügend Informationen vorlagen. Die Entdeckung des folgenden unvollständigen Papyrus wurde zuerst von einem Priester und danach von einem Ägyptologen studiert und das Ergebnis wie folgt dargestellt:


Zu Bild 1 - Interpretation der Kirche:

1: Der Engel des Herrn
2: Abraham auf einem Altar festgebunden
3: Der Götzendiener von Elkena versucht Abraham zu opfern
4: Der Altar des Opferns; steht vor den Götzen von Elkena, Libna, Mamakra Korasch und Pharao
5: Der Götze von Elkena
6: Der Götze von Libna
7: Der Götze von Mamakra
8: Der Götze von Korasch
9: Der Götze von Pharao
10: Abraham in Ägypten
11: Dies stellt die Säule des Himmels dar, wie die Ägypter sie sich vorstellen
12: raqia, das bedeutet Weite oder das feste Gewölbe über uns.......

Zu Bild 2 - Interpretation der Ägyptologen:

Das Bild zeigt die mystische Einbalsamierung und Auferstehung von Osiris, dem ägyptischen Gott der Unterwelt. Osiris wurde von seinem eifersüchtigen Bruder Set erschlagen, der seinen Körper in 16 Stücke zerschnitt und zerstreute. Aber Isis, die geliebte Frau von Osiris, sammelte die Stücke geduldig auf und fügte sie zusammen. Der schakalköpfige Gott Anubis wird gezeigt, wie er den Körper von Osiris einbalsamiert auf der traditionellen löwenköpfigen Liege, damit er zum Leben zurückkehren kann. Osiris hält eine seiner Hände über den Kopf, die Handfläche nach unten, als Zeichen der Gram, während seine Seele oder Ba, als ein menschenköpfiger Vogel gezeigt, dabei ist in seinen Körper zu fahren. Isis hat in der Zwischenzeit die Form eines Falkens angenommen und schwebt über der Lende von Osiris, der seinen Phallus (ithyphallische Zeichnung) in Erwartung des fortpflanzenden Aktes hält, der Isiris mit deren Sohn Horus schwängern soll. Die vier Söhne des Horus werden als die Köpfe der vier kanoptischen Krüge unter der Liege gezeigt - deren Namen sind Amset, Hapi, Duamutef und Qebehsenuef. Vor der Löwenliege steht eine Trankopferplattform mit Wein, Ölen und einer modischen Papyruspflanze. Im Vordergrund ist ein Becken mit Wasser, welches vorne mit Steinen begrenzt ist und in dem der Krokodilgott Sobek schwimmt. In der ägyptischen Beerdigungsliteratur „wird“ der Verstorbene tatsächlich Osiris und man verweist auf ihn als „der Osiris Hor“ (Hor ist die tatsächlich beerdigte Person).

Die Gegenüberstellung dieser beiden Interpretationen ist aber auch wiederum nur Analogie der Interpretationsfähigkeit des menschlichen Verstandes, denn dieser ergänzt tagtäglich eine Unmenge an Informationen aus der Wahrnehmung der Welt und bezieht sich dabei nur auf eine mögliche Quelle, seiner eigenen Vergangenheit. Somit wird immer wieder die Erinnerung an die Vergangenheit als Muster für die Interpretation der Gegenwart benutzt. Wie anders kann man also den menschlichen Verstand erreichen als durch Geschichten der Vergangenheit ?


Thoths Weisheiten:

Dass die alten Ägypter Esoteriker waren liegt auf der Hand, denn ihre Worte und heiligen Tempel, Pyramiden, Kulte und Priester zeugen von einer intensiven Religion und Mystizismus. Natürlich sind nicht alle Hieroglyphen symbolisch verschlüsselt, denn andernfalls wären keine so klaren Übersetzungen in vielen Fällen möglich gewesen.

Aus den Smaragdtafeln des Hermes Trismegistos/Thoth:

"Wisse, das Tor zum Leben führt durch den Tod, aber nicht so, wie ihr den Tod kennt, sondern durch einen Tod, der das Leben, das Feuer und das Licht ist."

"Wisse, dass dein Körper, wenn er vollkommen im Gleichgewicht ist, niemals vom Finger des Todes berührt werden kann. Ja, sogar ein Unfall kann sich nur ergeben, wenn das Gleichgewicht verschwunden ist. Wenn du ausgeglichen bist, wirst du ewig leben und den Tod nicht kennen."

"Höre diese Worte der Weisheit, höre und mache sie zu deinen eigenen. Finde in ihnen das Formlose. Finde den Schlüssel zum Jenseits. Mysterien sind nur verborgenes Wissen. Wisse, und du wirst enthüllen. Finde die tief begabte Weisheit und sei ein Meister der Dunkelheit und des Lichts."

"Öffne deine Seele den Brüdern des Lichts. Lass sie herein, damit sie dich mit Licht erfüllen. Erhebe deine Augen zum Licht des Kosmos und wende dein Antlitz immer zum Ziel. Nur dadurch, dass du das Licht aller Weisheit erlangst, bist du eins mit dem unendlichen Ziel. Suche immer das ewige Eins-Sein, suche immer das Licht des Ziels."

"Wisse, oh Mensch, dass der gesamte Raum geordnet ist, denn nur durch Ordnung bist du eins mit Allem. Ordnung und Gleichgewicht sind das Gesetz des Kosmos. Befolge dies, und du wirst eins sein mit Allem."

"Erinnere dich, oh Mensch, dass alles, was existiert, nur eine Form ist von dem, was nicht existiert. Alles, was Wesen hat, wird in ein weiteres Wesen eingehen, und du selbst bist keine Ausnahme."

(aus dem Buch "Die Smaragdtafeln von Thoth dem Atlanter" – und Schutzpatron der Schreiber )


Quellen:

- Der altägyptische Mythos schließt sich eigentlich direkt an den "Osiris-Mythos" an und ist in vielen Variationen und Geschichten erhalten geblieben. Die Recherchen betreffen den ältesten, altägyptischen Text aus der Zeit Ramses dem V. im Jahre 1160 v. Chr.

- Charles M. Larson “...by his own hand upon papyrus”, S.100–111

- Eine erweiterte Erklärung zu Dr. Klaus Baer in Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Sommer 1968, S.118


© 2002 written by Jonathan Dilas, http://www.matrixseite.de. Die Rechte bleiben beim Autor.



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"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

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zuletzt bearbeitet 14.07.2016 10:18 | nach oben springen
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