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Prometheus:

in Ausserordentliche Persönlichkeiten: 19.04.2014 09:13
von Adamon • Nexar | 13.796 Beiträge

Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Prometheus

Prometheus (altgr. Προμηθεύς, Betonung lat. u. dtsch. Prométheus, Gen. Προμηθέως (Promēthéōs);
dt. der Vorausdenkende) ist in der griechischen Mythologie der Freund und Kulturstifter der Menschheit.

Oft wird er auch als Schöpfer der Menschen und Tiere bezeichnet, so beispielsweise bei Platon.
Es lassen sich bei ihm, dem Feuerbringer und Lehrmeister der Menschen,
vor allem Gemeinsamkeiten mit Hephaistos, aber auch mit Apollon und Athene entdecken.
Von seinen Beinamen sind neben Pyrphoros („Feuerbringer”), unter anderem
Iapetionides („Sohn des Iapetos”) und Desmotes ("Gefesselter") bekannt.

In Athen befand sich ein ihm geweihter Altar,
der während der ihm zu Ehren abgehaltenen Festlichkeiten, der Promethea,
mit Fackeln geschmückt wurde.
Zudem existierte in Athen ein weiteres Heiligtum,
in dem er und der Gott Hephaistos gemeinsam verehrt wurden.

Die Gestalt des Prometheus fand in der Kulturgeschichte vielfältige Rezeption, so z. B. bei Goethe.

*

In der griechischen Mythologie ist Prometheus ein Titan und der Sohn des Titanen Iapetos
und der Klymene (nach Hesiod) oder er ist der Sohn Gaias.

In der Abstammung nach Hesiod ist er ferner der Bruder des Atlas,
des Menoitios und des Epimetheus - vgl. die Theogonie (Verse 507-616).
Ein Sohn von Prometheus mit Pronoia („Vorsorge”) ist Deukalion.

Prometheus ist zwar nicht göttlicher, jedoch titanischer Herkunft,
wobei er allerdings laut Aischylos den Olympiern in der Titanomachie zum Sieg verhilft
und dennoch die von Zeus errichtete Oligarchie als anmaßende Gewaltherrschaft ansieht,
der er, da er von Themis (die Aischylos mit Gaia gleichsetzt)
die Zukunft und das Schicksal aller Dinge erfahren hat, auch den Untergang prophezeit.
Dieser Untergang im Gigantenkampf wird allerdings durch Herakles behindert.

*

Prometheus-Mythos


Prometheus wollte die Menschen aus der Erde erwecken.
Also ging er auf die Erde und formte sie aus Ton.
Da sie noch leblos waren, gab er ihnen von verschiedenen Tieren je eine Eigenschaft
(z. B. vom Hund die Klugheit, vom Pferd den Fleiß usw.).
Athene, unter den Göttern seine Freundin, gab ihnen den Verstand und die Vernunft.
Da lebten die Menschen, und Prometheus war ihr Lehrmeister.

Die Götter wurden auf die Menschen aufmerksam und verlangten von ihnen Opfer und Anbetung.
Da verfiel Prometheus zu ihren Gunsten auf eine List:
Er schlachtete im Namen der Menschen einen Stier und machte daraus zwei Haufen,
einen größeren aus den Knochen und einen kleineren aus dem Fleisch.
Dann umhüllte er beide mit Stierhaut, um den Inhalt zu verbergen.
Schließlich forderte er Zeus auf, einen der Haufen zu wählen.

Dieser wählte den größeren, obwohl er als Göttervater naturgemäß den Betrug durchschaute,
den Menschen aber anscheinend Verderben bringen wollte (Hesiod, Theogonie, V. 550-552).

Seitdem werden bei Tieropfern nur die Knochen und ungenießbaren Teile verbrannt,
das Fleisch aber für den menschlichen Verzehr abgezweigt.
Als der Betrug offensichtlich wurde, sagte er voller Zorn, dass Prometheus dafür büßen müsse.

Als erste Strafe versagte Zeus den Sterblichen das Feuer.
Um das Feuer für die Menschen wiederzuerlangen,
hob Prometheus einen langen Stängel des Riesenfenchels in den Himmel,
um ihn am vorüberrollenden funkensprühenden Sonnenwagen des Helios zu entzünden.
Mit dieser lodernden Fackel eilte er zur Erde zurück und setzte einen Holzstoß in Flammen.

Als Zeus den Raub sah und erkannte, dass er den Menschen das Feuer nicht mehr nehmen konnte,
sann er auf Rache:
Er befahl seinem Sohn Hephaistos, das Trugbild einer schönen Jungfrau zu gestalten.
Athene schmückte sie mit einem Gewand aus Blumen, Hermes verlieh ihr eine bezaubernde Sprache,
Aphrodite schenkte ihr holdseligen Liebreiz.

Man nannte sie Pandora, die Allbeschenkte.
Zeus aber reichte ihr eine Büchse, in die jeder der Göttlichen eine unheilbringende Gabe
eingeschlossen hatte.

Zeus stieg mit Pandora zur Erde hinab und überreichte sie als Geschenk
an Prometheus’ Bruder Epimetheus („der Nachherbedenkende”),
der sie entgegen einer früheren Warnung Prometheus' auch annahm.

Da hob Pandora den Deckel, und alle Übel schwebten hinaus,
und nur die Hoffnung blieb in der Büchse zurück, als sie diese schnell wieder schloss.

Seit dieser Stunde rasen bei Tag und Nacht Fieberkrankheiten,
Leiden und plötzlicher Tod über den Erdkreis.

Nicht nur die Menschen sollten bestraft werden, sondern auch Prometheus selbst.
Zeus ließ ihn fangen und in die schlimmste Einöde des Kaukasus schleppen,
wo er ihn an einen Felsen über einem Abgrund fesseln ließ.

Ohne Speis, Trank und Schlaf musste Prometheus dort ausharren,
und jeden Tag kam der Adler Ethon und fraß von Prometheus' Leber,
die sich zu dessen Qual immer wieder erneuerte, da er ein Unsterblicher war.

Vergeblich flehte Prometheus um Gnade.
Wind und Wolken, die Sonne und die Flüsse machte er zu Zeugen seiner Pein.
Doch Zeus blieb unerbittlich.
Und so sollte seine Qual viele Jahrhunderte dauern, bis der Held Herakles,
von Mitleid erfüllt, ihn erlöste.
Aber selbst da musste er fortan einen Ring mit einem Stein aus dem Kaukasus tragen,
damit sich Zeus rühmen konnte, er sei immer noch daran gefesselt.



Dateianlage:
. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

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#2

RE: Prometheus:

in Ausserordentliche Persönlichkeiten: 19.04.2014 09:14
von Adamon • Nexar | 13.796 Beiträge

Prometheus in der Geistesgeschichte
Aischylos

Von der Prometheus-Trilogie des Aischylos ist lediglich Der gefesselte Prometheus erhalten.
(Platon)

Prometheus wird bei Platon mehrmals thematisiert,
besonders erwähnenswert ist aber die Stelle im Protagoras:

Epimetheus soll den Lebewesen Eigenschaften zuordnen.
Epimetheus übernimmt diese Aufgabe und lässt sich dann von seinem Bruder,
Prometheus, kontrollieren.
Zuerst wird er einmal gelobt: Epimetheus hat den Tieren gerecht verteilt Eigenschaften gegeben:
Die Schnellen sind klein, die Wehrlosen haben zahlreichen Nachwuchs,
ein ausgewogenes Verhältnis aller Arten ist gewährleistet.

Doch dann entdeckt Prometheus ein kleines, nacktes Wesen: den Menschen.
Er ist leer ausgegangen, denn keine Eigenschaft ist mehr übrig geblieben.
So sieht sich Prometheus gezwungen, für den Menschen das Feuer und die Weisheit der Athene,
die Kunstfertigkeit des Hephaistos und andere zum Überleben wichtige
Fähigkeiten zu stehlen, wie das Weben.

Doch damit ist das Problem nicht gelöst:
Die Menschen, die sich aus Schutz vor den Tieren in Städten („Poleis”) zusammenschließen,
töten einander, weil sie Scham und Mitgefühl, die staatsbürgerliche Kunst – so Platon – nicht haben.

Um diese Gattung nicht zu verlieren, sieht sich Zeus gezwungen,
später Hermes mit eben diesen Fähigkeiten auf die Erde zu schicken und sie,
im Gegensatz zu den anderen Fähigkeiten, gerecht unter allen zu verteilen.

Platon: „Ja, du [Hermes] sollst in meinem Namen das Gesetz geben, dass,
wer nicht imstande sei sich Scham und Recht zu eigen zu machen,
dem Tod verfallen sei; denn er ist ein Geschwür am Leibe des Staates.” (Quelle: s.o. (Hrsg.: Otto Apelt))

Interessant ist die Unterscheidung zwischen Fähigkeiten,
die zum Leben und gegen die Natur nötig sind, und jenen,
die zum gemeinschaftlichen Zusammenleben notwendig sind.



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#3

RE: Prometheus:

in Ausserordentliche Persönlichkeiten: 19.04.2014 09:15
von Adamon • Nexar | 13.796 Beiträge

Aus: http://www.sagen.at/texte/sagen/sagen_te...ringtfeuer.html



PROMETHEUS BRINGT DEN MENSCHEN DAS FEUER

Himmel und Erde waren geschaffen: im Wasser spielten die Fische, in den Lüften sangen die Vögel,
der Erdboden wimmelte von Tieren aller Art.

Aber noch fehlte das Geschöpf, das dem Geist als Wohnung dienen sollte
und das dereinst die Welt beherrschen konnte.

Da betrat Prometheus die Erde, ein Nachkomme des alten Göttergeschlechtes, das Jupiter entthront hatte;
er war kluger Erfindung voll und wußte wohl, daß im Erdboden der Same des Himmels schlummere.

Darum nahm er einen Klumpen Ton, befeuchtete ihn mit dem Wasser des Flusses,
knetete ihn und machte daraus ein Gebilde nach der Gestalt der Götter.
Um diesen Erdenkloß zu beleben, entlehnte er allenthalben von den Tierseelen
gute und böse Eigenschaften und schloß sie in die Brust des Menschen ein.
Athene, seine Freundin unter den Göttern,
bewunderte die Schöpfung des Titanensohnes und blies dem Bilde den Atem ein.

So entstanden die ersten Menschen, sie vermehrten sich und erfüllten bald einen großen Teil der Erde.
Lange aber wußten sie nicht, wie sie sich ihrer Gliedmaßen und des göttlichen Geistes bedienen sollten.

Unbekannt war ihnen die Kunst, Steine auszugraben und zu behauen,
aus Lehm Ziegel zu brennen, Balken aus dem Holze des Waldes zu zimmern
und mit allem diesem sich Häuser zu bauen.
Sie lebten in Höhlen unter der Erde, und planlos war alles, was sie verrichteten.

Da lehrte Prometheus sie den Auf- und Niedergang der Gestirne zu beobachten,
erfand ihnen die Kunst zu zählen und die Buchstabenschrift,
er lehrte sie Tiere ins Joch spannen und sie zur Arbeit zu gebrauchen.

Die Pferde gewöhnte er an Zügel und Wagen und erfand Boote und Segel für die Schiffahrt.
Auch in anderer Hinsicht sorgte er für das Leben der Menschen.

Wenn früher einer krank wurde, wußte er nicht, was für Speise und Trank ihm zuträglich sei,
kannte kein Salböl zur Linderung seiner Leiden;
sondern in Unkenntnis der Arzeneien starben viele elend dahin.

Darum zeigte ihnen Prometheus, wie Sie Heilmittel mischen konnten.

Ferner richtete er ihren Blick auf die Schätze unter der Erde,
ließ sie hier Eisen, Silber und Gold entdecken; kurz,
er führte sie in alle Verrichtungen und Künste des Lebens ein.

Im Himmel herrschte zu dieser Zeit Zeus mit seinen Kindern,
der seinen Vater Kronos entthront und das alte Göttergeschlecht gestürzt hatte,
von dem Prometheus abstammte.

Die neuen Götter wurden bald auf das soeben geschaffene Menschengeschlecht aufmerksam,
und Jupiter haßte Prometheus und seine Geschöpfe.

Deshalb versagte er den Sterblichen die letzte Wohltat,
deren sie noch zu höherer Gesittung bedurften, das Feuer.

Doch auch hier wußte Prometheus Rat.
Er selbst brachte das Feuer zur Erde herab, und bald loderte der erste Holzstoß gen Himmel.
Mit dem Feuer hatte Prometheus den Menschen den Anfang der gesamten Kultur
und der technischen Kultur im besonderen gegeben.

Damit hatte aber der Wohltäter der Menschheit den Zorn des höchsten Gottes zur Wut entfacht,
und Zeus ersann ihm eine entsetzliche Strafe.

Er übergab den Unbotmäßigen dem Feuergott Hephaistos und seinen Dienern.
Diese mußten ihn in eine ferne Einöde schleppen und mit unauflösbaren Ketten
über einem schauderbaren Abgrund an eine Felswand des Kaukasus schmieden.

Hier mußte Prometheus an dem Berge hangen, aufrecht, schlaflos,
niemals imstande, das müde Knie zu beugen.
Um seine Qualen noch zu steigern, sandte Zeus dem Gefesselten täglich einen Adler,
der ihm mit spitzem Schnabel die Leber aus der Brust hackte,
die sich dann bis zum nächsten Tag wieder erneuerte.

So duldete der Gepeinigte dreißig Jahre, bis Herakles des Weges gezogen kam
und sich seines grausamen Geschickes erbarmte.
Er erlegte den Adler mit Pfeil und Bogen, löste die Fesseln und führte den Befreiten mit sich fort

Damit aber das Urteil des Zeus, das den Prometheus für immer an den Felsen gefesselt hatte,
nicht unvollzogen blieb, mußte dieser fortwährend einen eisernen Ring tragen,
an dem sich ein Stückchen von dem Kaukasos befand.

So konnte sich Zeus rühmen, daß sein Feind noch immer an den Stein geschmiedet sei.


Quelle: Oskar Ebermann, Sagen der Technik, o. J., S. 33



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