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Übermenschliche Wesen:

in Ausserordentliche Wesenheiten 12.06.2015 04:08
von Adamon • Nexar | 13.890 Beiträge

http://www.folklore.ee/rl/pubte/ee/vanad/aiale/15.html

XV. Uebermenschliche Wesen

Dahin gehören theils durch den noch fortdauernden Einfluss des Katholicismus die Heiligen und die Jungfrau Maria, die letzte besonders als Beschützerin der Schwangeren und Gebärenden in Kindesnöthen an gerufen, die ersten, wenn auch nicht mehr verehrt im kirchlichen Sinne, so doch vielfach berücksichtigt und als Helfer an gerufen bei verschiedenen Veranlassungen, so Nikolas, als Beschützer der Ochsen, beim Castriren der Bullen (vgl. darüber noch den Abschnitt XI); theils verschiedene neckische und helfende Elementargeister, Personificirungen von Naturkräften und Krankheiten; theils endlich Gottheiten und Helden des alten Heidenthums, von welchen sich noch Erinnerungen erhalten haben, namentlich in den Volksliedern, wenn auch nicht so viel, um eine vollständige Mythologie jener Zeit zusammen zu stellen. Wir haben es hier nur mit den beiden letzten Kategorien übernatürlicher Wesen zu thun, als dem eigentlich Volkstümlichen bei diesem Gegenstände.

Sie haben zwar Macht den Menschen zu helfen und zu schaden, und man sucht daher theils ihr Wohlwollen zu gewinnen, theils sich gegen sie zu schützen und sie ab zu halten, jedoch werden sie in beiden Hinsichten lange nicht so hoch gestellt, wie der Gott und Teufel des Christenglaubens; dem Donnergott wird z. B..während er schläft, sein Donnerinstrument gestohlen, und erst mit Hülfe eines Zauberers gelingt es ihm sich es wieder zu verschaffen, der Teufel des Volksglaubens wird nicht nur von Sterblichen in Kraftproben besiegt, sondern erscheint in Sagen und Mährchen sehr oft als der dumme Teufel, welcher von gewöhnlichen Menschen betrogen und gehänselt wird; manche geisterhafte Wesen werden von Wölfen gefressen oder mit silbernen Kugeln erlegt, oder dadurch ab gehalten, dass unter den Hausthieren sich eine schwarze Katze oder ein schwarzer Hahn befindet, oder dass an den Thüren gemalte Kreuze und Drudenfüsse sind u. d. gl. - Die einzelnen, von welchen ich Kunde bekommen habe, sind in alphabetischer Ordnung die folgenden. Vielfach sind die mit verschiedenen Namen genannten Wesen wohl identisch, oder es ist im Laufe der Zeit eines mit dem anderen confundirt, und man hat dem einen zu geschrieben, was von einem anderen galt (vgl. Kratt, Lendva, Õnne-tooja, Puuk, Tuulis-pask). Ich führe sie an, wie sie mir genannt sind, ohne eine eigene Glassification zu versuchen, welche Jeder nach seiner Ansicht machen mag.

Ahju-pealne s. soend.

Ahti soll nach der Volkssage eine Wassergottheit gewesen sein, von welcher der Ahi-järv am Fusse des Muna-mägi den Name habe.

Hall (der Graue), das Fieber, reitet auf einem grauen Pferde, wenn es kommt, daher der name. Es giebt deren mehrere, theils männliche (võrgutajad), theils weibliche (valged võrgutajad), Brüder und Schwestern, unter einem ülem (Oberhaupt). Sie wandeln in allerlei Gestalten, auch in Menschengestalt, umher und suchen durch mancherlei List in die Menschen zu fahren. Von dem Fieberkranken hat man verschiedene Ausdrücke, welche theils bedeuten, dass das Fieber ihn, theils dass er das Fieber reitet (vgl d. Wörterbuch unter hall).

Gegen Anfälle des Fiebers kann man sich schützen, wenn man allein in ein Zimmer oder in die Badstube geht, die Thür zu macht und alle Löcher mit Ebereschen- oder Wacholderzweigen verstopft; oder man läuft so schnell davon, dass das Fieber Einen nicht einholen kann; oder man versteckt sich an einem einsamen Ort, oder verkriecht sich in einen Kasten, dessen Deckel man zu macht, oder in einen Schweinestall oder warmen Ofen, wohin das Fieber nicht zu folgen wagt. - Will man den Hall sehen, so bohrt man in den Boden seines Bettes ein Loch. Wenn nun, während man darin liegt, das Fieber an fängt Einen zu schütteln, so wird schnell in das Loch ein Pflock von Ebereschenholz geschlagen, dann wird der Hall sichtbar. - Wenn man sauren Brei (kissel) isst, so muss man die Haut, welche sich darauf gesetzt hat, vorher ab ziehen, sonst wird man von dem Hall ergriffen, welcher darunter sich auf zu halten pflegt. Die abgezogene Haut muss man schnell in ein Säckchen legen, an die Zimmerdecke in den Rauch hängen und dann nach Jahr und Tag weg werfen.

Hall mees (der graue Mann), ein guter Geist (jumala-vaim), welcher im Traum warnt. Er weist ein Mal einen verirrten Knaben auf den rechten Weg. Er hat keine Füsse (vgl. katk).

Hallijad, haldjad, halgjad, Geister, welche in Gewässern wohnen (vee-h., hallika-alused, jõe-alused, jõe-kullid), oder im Walde (mets-h.), im Hause (maja-h.), im Hofe (õue-h.). Sie thun zwar auch Gutes, namentlich die beiden letzten, öfter aber sind sie neckend oder schreckend. Die Wassergeister zernagen die Mühlenräder; damit sie die Kinder nicht ins Wasser locken, stellte man an das Ufer des Baches oder Sees eine fusslange, hölzerne, menschenähnliche Puppe (hallija-kuju od. h.-nukk). Der Waldgeist, auch kõver-silm (Schielauge genannt) zeigt sich bisweilen als schreckende Erscheinung, meistens als rufende Stimme (das Echo), welche den Wanderer im Walde irre zu führen sucht; um sich gegen seinen Trug zu verwahren, muss man ein lustiges Lied pfeifen. Wenn man im Walde ruft, so ruft er entgegen, bis er in Gestalt eines starken Mannes mit langem Bart mit dem Menschen zusammen trifft. Er schlägt bald eine Kraftprobe vor, und lässt man sich darauf ein, so ist er, glatt wie ein Aal, immer oben, und umfasst er Einen, so knacken alle Knochen, und es bleiben blaue Flecke. Ist Mondschein, so ist immer derjenige Sieger, welcher im Schatten des Anderen steht. Bei Nennung des Namens Gottes verschwindet er.

Äba-jalg, ein Luftgeist stärker als der tuulis-pask (s. unten), welcher als Windhose erscheinend Gegenstände (bleichende Leinewand, Heuschober u. a.) von der Erde reisst und in die Luft führt.

Äi und äiätär, bei den südlichen Ehsten. Der erste ist gleichbedeutend mit juudas (Teufel, s. unten), z. B. äi tedä teed (der Teufel mag es wissen), im Norden kurat teda teab, äijo od. äiole (geh zum Teufel), und in anderen Phrasen gehört, auch als Schimpfwort gebraucht, wie von den Letten wels. Das zweite, in der in ähnlichen Fällen auch im Finnischen vorkommenden Form, bezeichnet einen weiblichen Teufel = juuda-ema oder juuda-tütar, nach Anderen auch den vana juudas selbst.

Äike s. kõu.

Härja-põlvelased (bis zur Höhe eines Ochsenknies Reichende), Zwerge, s. maa-alused.

Empli, vana empli (d) = puuk.

Ilmarine, eine der ersten Schöpfungen des Altvaters Taar (s. d.), war sehr kunstfertig, namentlich in Metallarbeiten. Er schmiedete, während Taar schlummerte, das Firmament aus Stahl und setzte die Gestirne daran; er machte der Jutta (s. d.) einen goldenen Schleier, welcher ihr alle vergangenen Dinge wieder vor die Seele brachte.

Ime wird von Dichtern als ein Gott der Liebe genannt.

Imetaja (der Saugende), ein Geist, welcher den Kühen die Milch aus sagt (=puuk s. unten). Mancher Mensch kann sich zeitweilig in ein solches Wesen verwandeln, um seinem Nächsten Schaden zu zu fügen, so wie in einen Wärwolf.

Jänes s. tuulis-pea.

Jutta oder Endla-piiga (die Jungfrau von Endla), die Tochter des Vanemuine. Sie hat von Ilmarine (s. d.) einen künstlichen goldenen Schleier, den sie auch manches Mal den Menschen leiht, welche dadurch alles in der Vergangenheit Geschehene erfahren.

Juudas, jetzt einer von den Namen des Teufels, ist vohl, identisch mit dem lettischen johds, ursprünglich der Name für den Oberen der Kriegergeister gewesen, deren Kämpfe den Erdbewohnern als Nordlicht erscheinen (vgl. XVI“Nordlicht”).

Des Kalevi-poeg und seiner Genossen Thaten und Schicksale sind ausführlich von dem Dr. Kreutzwald bekannt gemacht in den “Verhandlungen” der gelehrten ehsnischen Gesellschaft in Dorpat und später in einem stellweise etwas verkürzten Separatabdrucke ohne die Uebersetzung Kuopio 1862. Er hat die einzelnen davon handelnden Fragmente von Volksliedern und die von ihm selbst in poetische Form gebrachten Sagen so künstlich und geschickt zu verbinden gewusst, dass das Ganze in Form eines Epos von zwanzig Gesängen erscheint, das auch im Auslande schon mehrfach Berücksichtigung und Bearbeitung gefunden hat. Ich begnüge mich daher, hier nur Einzelnes, das gerade mir noch als in der Volkssage lebend vorgekommen ist, hier mit zu theilen, theils als Beleg, theils als Ergänzung des in dem erwähnten grossen Werke Enthaltenen.



. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

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RE: Übermenschliche Wesen:

in Ausserordentliche Wesenheiten 12.06.2015 04:08
von Adamon • Nexar | 13.890 Beiträge

Kalevi-poeg kämpft gegen den Teufel mit zwölf Dutzend Brettern, und da diese beim Schlagen eins nach dem anderen zersplittern, so räth ihm ein Igel mit den Kanten zu schlagen anstatt mit den Flächen, und so bleibt er Sieger. Um den Igel vor dem Teufel zu verbergen, überschüttet ihn K. mit Tannennadeln, wodurch er stachelig geworden ist; nach Anderen ist es dadurch gekommen, dass K. ein Stück von dem Pelze, den er gerade an hatte, auf ihn warf. Nach Anderen schlug er zuerst mit den Brettern, dann, als diese verbraucht waren, mit Bäumen, welche er an den Wipfeln aus riss, und als auch diese zersplitterten, fand er eine grosse Eiche, von welcher, als der Wipfel ebenfalls verbraucht war, zuletzt doch noch ein sechs Faden langes Stück des Stammes als Keule übrig blieb, und mit dieser siegte er. Ein anderes Mal kämpfte er mit drei Teufeln. Den einen schlug er sogleich bis zu den Knien in die Erde, den anderen in drei Theile, den dritten zu Wasser (vgl. unten maa-alused); diess geschah auf einem grossen runden Platz auf einer Wiese des Gutes Ladigfer. - Beim Ringen stampft er den Teufel bis an die Knöchel in die Erde, jener ihn bis an die Knie, nach Anderen geschah es umgekehrt. - Er hatte ein riesiges Pferd, mit welchem er auf den Borkholmschen Bergen ritt, und wohin das Pferd trat, da blieben tiefe Spuren im Boden, welche noch zu sehen sind. Eben so zeigt man noch die Löcher von seinen Sprüngen, als es ein Mal an den Füssen gefesselt war. Mit seinem Pferde hat er an verschiedenen Stellen das Land, aufgepflügt. Die “mõllikud” (unfruchtbare Stellen mit grauem Thon) sind durch das Pflügen mit einem hölzernen Pfluge entstanden. Den Sumpf Arniku-soo, zum Gute Udrich gehörig, soll er ebenfalls gepflügt haben; dort sind Rasenhügel mit grossen, breiten Löchern dazwischen. seines Pferdes Spuren, und dort soll ein Mal ein ungeheures Hufeisen gefunden sein. Als es gestorben war, breitete K. dessen Haut aus, und davon entstand das sumpfige Uferland (luht) im Gebiete des Gutes Asema; der maksa-mägi (Leberberg) im Kirchspiel Simonis bezeichnet die Stelle, wo die Leber liegen blieb. - An der Nordseite von Ehstland ist westlich von der Landspitze Jummida im Meere eine 60 Fuss tiefe Stelle, Onni-haud, wo dem Kalevi-poeg als er durchs Meer von Reval kam, das Wasser bis über die Stiefelschäfte reichte; von Loksa aus wollte er mit seinem Speer einen Stein an der Jummidaschen Spitze treffen (painu-kivi), traf aber viel weiter einen anderen Stein zwischen den Spitzen Suur-pea und Päris-pea (den oda-kivi) und schlug ein Stück davon ab; an der Spitze von Turba-neem, zum Gute Palms gehörig, nicht weit vom Ufer, liegt der Stein sadul-kivi oder Kalevi-poja sadul (des K. Sattel); eine Gruppe von Steinen bei Jummida heisst Kalevi-neitsi põlle kivid (die Steine der Schürze der Kalevi-jungfrau). Zwischen Torma und Bartholomäi in Livland ist an einem Bache Kalevi-poja voodi (das Bett des K.), ein grosser Stein auf einer Anhöhe, von welchem, als er darauf sass, seine Füsse ins Wasser reichten. - Der Kalevi-poeg war Jesu Taufkind und Anfangs gut, später wurde er übermüthig. Da vorde er von Jesus, an den Schamtheilen gefasst, in einen Morast geschleudert, und als er sogleich wieder hervor kam, in einen Fluss gebannt und in einen “otta” (Bären?) verwandelt. Zuletzt wurde er in die Hölle verstossen, und als er dahin geführt wurde, winkte er noch mit der Hand einen Scheidegruss. - In der Wiek sagt man noch sprichwörtlich “nii kasinaste kui üks Kalevi-poeg” (so nett wie ein K.).

Katk (die Pest) hatte keine Füsse und musste daher fahren oder sich tragen lassen. Bei einem Dorfe brach ihm ein Mal ein Rad, der Besitzer des nächsten Bauerhofes lieh ihm ein anderes, und das Dorf wurde dafür verschont. Wenn er in einem Hause war, so durfte Niemand aus einem anderen dahin gehen, damit nicht Katk ihm in die Tasche knoch oder sich irgend wo an hängte, und sich so in ein noch gesundes Haus bringen liess. Wenn es in einem Dorfwege zu kothig war zum Fahren, so verwandelte er sich in einen Hund, ein Schaf oder eine Ziege um zu Fusse zu gehen, oder ritt, wie Einige meinen, auf einem solchen Thiere, weil er selbst keine Füsse hatte. Kam er vor eine Thür, so versuchte er sogleich mit den Leuten zu sprechen, konnten aber diese, bevor er geredet hatte, etwas erwiedern, so konnte er ihnen nichts an haben und begab sich sogleich weiter. - Zur Zeit der letzten Pest lag ein Bauerwirth des Silmsschen Gesindes mit seiner ganzen Hausgenossenschaft auf der Streu. Da Öffnete sich um Mitternacht die Thür und Katk trat herein als ein Mann in schwarzem Frack, kurzen Hosen, weissseidenen Strümpfen, Schuhen, mit einem dreieckigen Hute auf dem Kopfe und einem langen, weissen Stabe in der Hand. Alles erschrak bei seinem Anblick, denn so pflegte er jeden Abend umher zu gehen und durch Berührung mit dem Stabe diejenigen zu bezeichnen, welche am folgenden Tage sterben sollten. Der Wirth legte den Arm um den Hals seines Weibes und bat: lieber Katk, verschone mein liebes Weib, das Glück meines Lebens! Darauf berührte Katk alle anderen Personen, indem er leise mit seinem Stabe auf Jeden tippte. Als er den Hof verliess, guckten ihm Alle nach und sahen, dass er gerade in das Pauenkülsche Dorf ging, wo auch alle Einwohner starben bis auf einen einzigen Hof. - Diese letzte Schilderung der Pest aus dem Norden, verschieden von der obigen der südlichen Ehsten, stimmt überein mit der der Schweden an der ehstlandischen Küste (vgl. Eibofolke von G. Russwurm).

Kaap-jalg s. kodu-käija.

Kodu-jumal (Hausgott), eine kleine hölzerne Figur von menschlicher Bildung in der Gegend von Fennern im Pernauschen Kreise, ist wahrscheinlich eine Darstellung von Tõnn (s. unten).

Kodu-käijad (Heimathbesucher) und külm-kinnad (Kaltschuhe) oder kaap-jalad (Scharrfüsse) sind Geister von Abgeschiedenen, welche in sichtbarer Gestalt wieder auf der Oberwelt sich zeigen. Der Glaube an ein Fortleben im Grabe zeigt sich in den Volksliedern öfters in den Gesprächen der Nachgebliebenen mit den Verstorbenen auf dem Grabhügel derselben. Auch jetzt noch findet sich der Glaube, dass man, wenn man etwas Grosses begangen hat und sich vor Gericht verantworten soll, drei Mal auf das Grab des kodu-käija gehen muss, wo er dann Rath ertheilt, wie man der Verurtheilong entgehen kann. Oder man geht, wenn man in Noth ist und Rath gebraucht, an einem Donnerstag Abends in den Wald, setzt sich auf einen Baumstumpf und hält eine Abendmahlsoblate vor dem Munde, die man bei der Communion nicht auf gegessen, sondern versteckt hat, dann kommt der kodu-käija und ertheilt Rath. Die ungerufenen Geister aber sucht man von sich ab zu halten, und man flieht vor ihnen, besonders vor den külm-kinnad, welche nicht in ihr Haus zurückkehren, sondern überhaupt nur um gehen um zu schaden und zu schrecken. Dass die Geister nicht Ruhe im Grabe haben, hat verschiedene Ursachen. Einige meinen, jeder Todte käme erst zur Ruhe, wenn für ihn das Kirchengebet gehalten und die Kirchenbettler beschenkt worden. Wer sich selbst entleibt, muss so lange um gehen, wie er noch gelebt haben würde, wenn er den natürlichen Tod abgewartet hätte. Andere sind von strengen Hausherren, welche kommen das Gesinde zu strafen, wenn es nicht seine Pflicht thut, oder die Kinder, weil sie ihnen nicht einen gebührenden Todtenschmaus (eiad, s. oben XI) bereitet haben. Noch andere sind von verstorbenen Gatten, welche nicht leiden wollen, dass der hinterbliebene Theil wieder heirathet. Wenn die neue Liebe entsteht, so kehrt sich der Verstorbene im Grabe um; hilft das nicht, so kommt er drei Mal hervor und klopft an das Fenster; hilft auch das nicht, so erscheint er vor dem Bette, und damit kommt Unglück ins Haus; heirathet aber der Hinterbliebene nicht, so thut der kodu-käija auch Gutes, heilt Seuchen u. a. Noch andere endlich haben ihrer eigenen Sünden wegen keine Ruhe im Grabe und beschweren um gehend die Lebenden, denen sie Unrecht gethan haben, weil sie “hinne-armu” (Seelengnade) suchen, und erst, wenn sie drei Mal vom Gewitter getroffen und drei Mal von Wölfen gefressen sind, kommen sie zur Ruhe. Dabei aber fürchten sie gerade Beides, und man kann einen külm-king verscheuchen mit dem Rufe “hundale, hundale” (den Wölfen, den Wölfen). Einige meinen, dass die Wölfe, welche sie sehr gierig verfolgen, keine natürlichen Wölfe seien, sondern aus “hundi-sau” (Wolfslehm, d. h. blauem Lehm) entstandene; Einige sagen, dass deshalb die külm-kinnad am liebsten auf Mohn seien, auf welcher Insel es keine Wölfe giebt. Am Abend Gestorbene gehen nicht um, sie werden im Todtenreiche selbst so lange gequält, bis sie ihre Uebelthaten bereuen. Es giebt manche Mittel das “Heimkehren” zu hindern, d. h. so wohl zu machen, dass der Todte die hinterbliebenen Seinigen nicht heim sucht, als auch, dass er überhaupt im Grabe bleibt, wenn er nicht gerade der eigenen Sünden wegen um gehen muss. Man opfert bei dem Wegführen der Leiche einen Hahn oder wirft dem weg fahrenden Wagen einen Eimer Wasser nach (vgl. oben VIII), man schlägt unter Weges ein hölzernes Kreuz an einen Baum, man legt in den Sarg zugleich das Maass des Sarges, man streut Salz in die Gruft, man stampft drei Mal mit dem linken Fuss auf den Grabhügel des eben Begrabenen und ruft “siin sa pead magama” (hier sollst du schlafen), man sollt und rüttelt seinen Körper, indem man bei der Fahrt über Steine fahrt, “um seinen Kopf zu betäuben”, so dass er den Weg vergisst, man schlägt nahe bei der Thür einen Nagel ein, hat der Leichenzug irgend wo auf dem Wege anhalten müssen, so macht man Kreuze dahin. Der von ihm Angeredete muss auf dem Grabe drei Vaterunser beten und ihm Ruhe wünschen, was man “hinne-rahu andma” (Seelenruhe geben) nennt. Die Zeit des Umgehens ist besonders der Donnerstagabend. Ein neben einen Alten beerdigtes Kind nennt man “vana jala-peastja” oder “külm-kinna poisike” in der Idee, dass es dem Alten, wenn er das Grab verlässt, die Füsse bekleidet. Wenn man auf das Grab, welches ein kodu-käija verlassen hat, Schweinekoth legt, so kann er nicht wieder hinein, sondern muss um gehen, bis ihn der Wolf frisst. Der Geist zeigt sich in verschiedener Gestalt, meist in der, welche er im Leben hatte, aber auch als kleines Männchen, welches in Wäldern die Wanderer irre führt, oder die Schiffe von ihrem Cours ab lenkt, bisweilen auch als Thier, als wandelnder Strauch u. a. Der külm-king soll spitzige Füsse haben, auf dem Schnee daher nur mit Schneeschuhen gehen können, und man will bisweilen die Spuren seines Ganges auf dem Schnee bemerkt haben. Wer seinen Weg kreuzt, wird krank, eben so werden auch dem, über welchen sein Schatten gegangen ist, die Sinne gelähmt, und es folgen langwierige Krankheit oder Tod. Wer ihm begegnet und von ihm angegriffen wird, sucht sich daher im Mondschein so zu stellen, dass der eigene Schatten auf den külm-king fällt, dann mag er wohl den Sieg behalten; auch durch einen Schuss kann mann im verscheuchen und mit einer silbernen Kugel erlegen. Wer ihn fürchtet, aber aus Schreck vor dem Anblick nicht von der Stelle kann, der muss seine Bastelschnur zerschneiden, dann vermag er zu entfliehen. Eine schwangere Frau, welche im Walde eine verlorene Kuh suchte, musste ihm versprochen, was sie unter der Brust trug, betrog ihn aber nachher so, dass sie ihm nicht das Kind, sondern die Schürze gab. Man erzählt auch von lebenden Menschen, welche als külm-king um gehen die Menschen zu necken und zu schrecken, und welche man plötzlich gestorben findet, wenn der Wolf das Gespenst gefressen hatte. - Einige schreiben es einem külm-king oder dem Kreuzen seiner Spur zu, wenn man im Walde oder gar an sonst ganz bekannten Stellen sich verirrt.

Koera-koonlased oder peni-nuki-rahvas (Leute mit Hundeschnauzen) sind zwar keine geisterhaften aber doch mythische Wesen. Es sind Krieger, welche in den mittelalterlichen Kriegen mit den russischen Heeren kamen, und deren Gesicht halb menschlich halb eine Hundeschnauze war, oder welche solche Larven tragen um den Menschen Furcht ein zu jagen; man nennt sie auch “sõda-persed”, weil sie im Gefolge des Krieges kamen. Sie vussten besonders die Unglücklichen, welche bei der Annäherung des Feindes sich in Höhlen u. s. w. versteckt hatten, auf zu spüren und tödteten sie grausam. Wegen ihrer Wildheit wurden sie bisweilen gefesselt mit geführt und, wenn es nöthig schien, gegen die Feinde gelassen.

Koll, koll ist ein böser Hausgeist, mit dem man als Popanz die Kinder schreckt und bedroht.

Kool (der Tod) erscheint in den Märchen der pleskauschen Ehsten personificirt (vgl. katk). Durch die List eines alten Mannes, den er tödten will, wird er in einen Sarg gelockt und ins Meer geworfen, wo er beinahe selbst umkommt, aber endlich von dem väär-jumal gerettet und mit zwei Hämmern versehen wird, womit er von nun an die Menschen angreifen soll (die Krankheiten).

Konn = tont, s. Teufel.

Kõu (Gewitter), auch vana kõu, kõuu-taat, pilve-taat, müristaja taat, äike, piker, pikne genannt, ist der Donnerer oder Donnergott, bald mit dem vana isa od. vana taat (Altvater) zusammen geworfen, bald von diesem unterschieden, so wie auch bei den anderen Namen die Vorstellungen schon etwas confus sind. In seinem Dienst ist paristaja poeg (der Sohn des Rasselnden), welcher ihm zu dem durch den Teufel gestohlenen Donnerinstrument verhalf. Diess ist ein Blasinstrument und sein Ton so gewaltig, dass der Teufel, mit welchem der Donnerer seit Anbeginn der Welt in Kampf ist, davon zu Boden geworfen wird. Ausserdem hat er einen Bogen, mit welchem er pikse-nooled (Donnerpfeile), Blitze, schiesst, welche tief in die Erde fahren, aus der man sie bisweilen noch heraus gräbt. Eine Tochter des kõu ist ilma-neitsit (Wetterjungfrau). Als Bläser des Donnerhornes (põugahuse-sarv) nennen die südlichen Ehsten den pikse-pois (Donnerbursch). Einige bezeichnen das Donnerinstrument als eine Trommel. Bei grosser Dürre wurde Bier drei Mal um sein Opferfeuer getragen und dann in die Flammen gegossen, mit der Bitte, der Donnergott möge doch endlich regnen. - Von den pleskauschen Ehsten wird noch jetzt der pikne angerufen unter einer heiligen Fichte in der Nähe des Annenberges bei Mecks (vgl. XIV): püha pikne, hoia esi jumala viha eest ja vitsa eest ja kõige kurja inemise töist ja teast (heiliger Donner, bewahre selbst vor Gottes Zorn und Ruthe und vor den Thaten und Handlungen jedes bösen Menschen).

Kratt (schwed. skratt), krätt, raha-rett ist ein Geist oder Kobold, welcher seinen Besitzer an Uebelthätern rächt und ihm Glück und Wohlstand bringt, indem er Anderen ihre Habe entwendet, denen er auch die Milch der Kühe aus saugt (vgl. unten õnne-tooja und puuk) und Milch und Butter verdirbt. Er ist eigentlich die auf der Erde umher irrende Seele eines Menschen und dreifüssig, erscheint den Menschen nur im Wirbelwind, als eine vorn dunkele und hinten feuersprühende Masse, darum auch tulik (der Feurige), tule-haga (Feuerbesen) oder tule-händ (Feuerschweif), d. piso-händ (Funkenschweif) genannt. Sein Bruder soll tuulis-pask (s. unten) sein, welcher jedem Dinge “jätku toob” (Ausreichen bringt), so dass man immer von dem Vorrath nehmen kann onhe dass er zu Ende geht. - Ein kratt erbot sich einem Bauer ihm zu dienen, wenn er ihm gäbe, was aus dem Munde kommt, d. h. Verehrung. Der aber antwortete: was aus dem Munde kommt, das sei für Gott, was aber von hinten kommt das sei für dich. Darauf verliess ihn der kratt ärgerlich. Diejenigen, welche ihn besitzen, bewahren ihn, wenn er nicht gerade in Geschäften aus ist, als eine Schlange, raha-uss (Geldschlange) oder ein Insekt in einem Kästchen in Baumwolle.

Kurat, kuri-vaim s. Teufel.

Külm-king s. kodu-käija.

Lämmeküne s. Taar.

Lendava, lendva (der Fliegende, Drache) oder vedaja (der Schlepper) mögen vielleicht nur andere Namen für den kratt sein. Er ist ebenfalls ein Geist, welcher seinen Freunden Habe und Schätze zu trägt, Anderen aber schadet. Man kann sein Vorhaben dadurch hindern, dass man, wenn er vorbei zieht, ihm schnell den entblössten Hinteren zeigt und zwischen den Beinen zuruft: ich zeige dir meine Stadt, oder mein Gut, zeige mir deine Stadt, oder dein Gut. Oder man schlägt mit einem Stahl an einem Feuerstein drei Mal Funken und sagt: ich zeige dir Gottes Feuer, zeige mir dein Feuer. In beiden Fällen verbrennt das Haus, wo er hinein fährt, und damit dem eigenen Hause nicht ein Gleiches geschehe, muss der, welcher so thut, selbst im Freien stehn, nicht unter Dach. Lässt man ihn vorüber ziehen, ohne ihm den Hinteren zu zeigen, so wird man voll Läuse, und dagegen hilft nichts Anderes als ein Frauenhemd an zu ziehen. - Wenn man ihn vorüber ziehen sieht und schnell die Schnur am linken Bastelschuh durch schneidet, so lässt er einen Theil der Schätze, welche er führt, fallen.

Liba-hunt s. soend.

Lijon war nach der Sage ein Fischer, welcher durch die Hülfe, die er zur Wiedererlangung des durch den Teufel entwendeten Donnerhornes leistete, dem Donnergotte so lieb wurde, dass er hinfort als Vermittler zwischen Göttern und Menschen diente. Nach einer Mittheilung in den “Mythischen und magischen Liedern der Ehsten” (Einl. S. 13) konnte man nur drei Mal im Jahre unmittelbar zu dem höchsten Gotte beten, sonst durch Vermittelung anderer Götter oder des “Lijoni innel”, und dieser soll sein “ein Gott auf der Erde, welcher mit dem Gewitter zusammen wandelt” (ibid. S. 10).

Luu-paenaja, luu-paene, luu-painija s. paenaja.

Mailased s. maa-alused.

Maja varjajad, maja hoidjad, maja pere-mehed s. hoone hoidjad.

Mana = Tooni, der Todtengott, der Beherrscher des Aufenthaltes der Gestorbenen, der Unterwelt. Von ihm selbst ist gar nicht oder vielleicht wenig die Rede, dahin aber gehuren ohne Zweifel die in der Volkspoesie vorkommenden mana-tark (Zauberer) und mana-sönad (Zauberspruch) und das folgende.

Manalane, Bewohner von manala, dem Reiche des mana, Unterirdischer. Man hält sie für gute Geister, welche Glück bringen, und welche daher Jeder gern sehen möchte. Man sagt auch von einem recht Guten und Frommen: ta on vaga kui manalane (er ist fromm wie ein M.).

Mardus od. Margus, ein geistiges Wesen von ziemlich unsicherer Beschaffenheit. Im Volksliede ist Öfters davon die Rede, dass es Unheil bedeute, wenn er sich vernehmen lässt. Er erschien ein Mal als “zweites Gesicht” einem Fischer, und wiederholte an gerufen immer nur dieselben Worte, aber nicht das Amen des Vaterunsers, welches der Fischer in seiner Angst betete. Als der Fischer drei Mal “Amen” rief, verschwand der Geist, indem “etwas wie ein Heuhaufen längs des Bodens sich von dem See nach dem Walde wieder zurück schob”. - Auf der Insel Oesel giebt es einen Bach Marduse jõgi.

Maru-memm s. tuule-ema.

Maa-alused (die Unterirdischen), oder mailased, euphemistisch auch ülal-käijad (die Obengehenden), sind meist zwerghafte geistige Wesen unter der Erdoberfläche, ihrer Kleinheit wegen auch härja-põlvelased (Leute von der Höhe eines Ochsenknies). Einige sind ohne Kopf (Galgenmännchen), einige sind Schmiede und müssen unter Aufsieht eines Oberen von höherer Gestalt, welcher als Stab einen jungen Tannenbaum führt (wie Rübezahl), Gold- und Silberbarren schmieden, von welchen sie je nach Bedürfniss den Menschen kleine Portionen zu kommen lassen. Sie schmiedeten ein Mal einem Manne eine Sense, welche erst dann stumpf wurde, als er seinem Bruder gesagt hatte, dass er sie von den maa-alused hatte. Bisweilen, wie in der Neujahrsnacht, kommen sie aus ihrer unterirdischen Behausung hervor um sichtbar die Menschen zu necken. Ein Mann kam in der Neujahrsnacht an einem See vorüber und sah zwei Jungfrauen, welche mit lichten in der Hand dort gingen und dem Manne sagten, dieser See besiehe aus den Thränen der Waisen. Auf seine Frage, wer sie seien, antworteten sie, sie seien maa-alused, und hätten in dieser Nacht Erlaubniss hieher zu kommen, und sie lebten von dem, “was vor und nach der Sonne sich erhebe” (Thau). Obgleich schon der Hahnenschrei nahe war, wo ihr Urlaub ab lief, brachten sie ihn doch noch in ihre Behausung, in ein schönes Zimmer, wo sie ihm zu trinken gaben. Dann öffnete sich ihm die Thür, und unversehens war er wieder, wo er früher gewesen war. - Wenn man an einer Stelle, unter welcher maa-alused wohnen, schläft oder sich nieder setzt, ohne vorher drei Mal darauf zu spucken, so bekommt man von dem kuri od. paha tuul' (böser Wind) oder der Ausdünstung Ausschläge und Flechten, Andere meinen es käme daher, dass sie mit ihren Hämmerchen die Schlafenden picken. Auch aus einer fremden Quelle Wasser zu schöpfen oder an einer fremden Stelle zu harnen ist nicht rathsam ohne vorheriges dreimaliges Ausspucken, sonst kann man ebenfalls Ausschlag um den Mund od. resp. die Steinkrankheit bekommen; wenn sich der Speichel auf dem Wasser ausbreitet, so ist es ein Zeichen, dass es unschädlich ist. Das Ausspucken allein hilft auch nicht immer, dann muss man Fetzen von Kleidern oder Haare auf die Stelle werfen. Um sich von den üblen Folgen zo befreien, wenn “der böse Wind über Einen gegangen ist”, ist “valgustama” (weiss machen) nöthig, d. h. man schabt mit einem Messer von einer Silbermünze etwas ab auf die Stelle, wo die maa-alused wohnen, oder man legt das Abgeschabte unter die Schwelle; noch ein anderes Mittel ist Räuchern mit Schiesspulver oder mit Lappen und von der Schwelle abgeschabten Spänchen, oder man nimmt auch etwas Schiesspulver ein, und wem der Kranke nach diesen Proceduren niest, so wird es besser mit ihm werden.

Melk, bei den südlichen Ehsten ein Geist aus der Kategorie der kodu-käijad, welcher den Kühen die Milch aussaugt (vgl. puuk).

Mere-vaim (Meergeist) und Mere-ema (Meermulter) sind Geister des Meeres, welche bisweilen Menschen sich zum Opfer nehmen, und welche man durch freiwillige Libationen an Bier und Branntwein günstig zu stimmen meint, damit die auf dem Meere Schiffenden von Unfällen verschont bleiben oder auch mit reichem Fischfang heim kehren.

Metsik, eine Waldgottheit, welche jährlich ihr Geschlecht wechselt (männlich und weiblich), vielleicht dasselbe, was metsa-hallijas oder metsa-tont. Man vgl. noch XI bei “Fastnacht” den Gebrauch mit der als Metsik bezeichneten Strohpuppe.

Mond, Stern und Sonne erscheinen in der Volkspoesie personificirt als Gottheiten oder doch übermenschliche Wesen. Man vgl. hierzu auch noch den grossen Einfluss, welcher dem Monde bei mannichfachen Gelegenheiten zugeschrieben wird, worauf hier an vielen Stellen hingewiesen ist.

Muru-eit (Rasenmutter), eine weibliche Gottheit, welche Gärten und Höfe schützt. In der Volkspoesie (z. B. Kalevi-poeg XVII, 757 u. ff.) ist auch von ihren Töchtern die Rede, unseren Elfen ähnlichen Wesen, und dahin gehören vielleicht auch die unter maa-alused erwähnten Jungfrauen, oder zu den “näkid” (s. unten).

Mustu, vana mustu ist bei den südlichen Ehsten ein gespenstisches Wesen, welches in den Riegen (Darrscheunen) wohnt.

Muugad (Mönche). Mit diesem Namen bezeichnet man die mythisch gewordenen Ritter des Schwertbrüder- und deutschen Ordens. Sie waren grösser als gewöhnliche Menschen, kamen aus Deutschland, hatten als Waffen Speere und zweischneidige Schwerter, schleuderten auch Steine so gross, dass ein Ehste sie nicht aufheben konnte; von ihrer Kraft zeugen auch die muuga-müürid (Mönchsmauern), d. h. Schlossruinen, kaum zerstörbar, aus unbehauenen Steinen bestehend. Eine ihrer Frauen nahm ein Mal einen Bauer sammt Pflug und Ochsen in ihre Schürze und brachte sie ihrem Sohne als Spielzeug nach Hause (vgl. ein Seitenstück dazu K. XVI, 796 u. ff.).

Müristaja taat s. kõu.

Näkk ist ein im Wasser lebender böser Geist. Bei dem Kampfe des Erzengels Michael mit dem Drachen (Apocal. XII, 7) sind vierzig Tage lang Teufel auf die Erde gefallen, und aus denen, die ins Wasser fielen; sind die näkid geworden. Man vermuthet einen Näkk besonders da, wo das Wasser strudelt; Badende, welche in die Nähe kommen, werden dort von ihm hinab gezogen. Es giebt männliche und weibliche näkid, sie erscheinen in menschlicher Gestalt, nackt oder mit einem seidenen Tuche bekleidet, sich waschend, aber auch als Pferd, Kuh u. a., können sich auch in leblose Dinge verwandeln, so in ein Krummholz, in einen Ring. Sie gehen eifrig darauf aus Menschen zu fangen. In Werder tödtete der näkk ein Mal ein junges Mädchen bei der Schafwäsche und brachte es unter das Wasser; dort fand man es mit abgenagten Wangen. Bisweilen sieht man ihn mit Feuer fischen, er hat aber das Feuer nicht in einem Boote, sondern auf einer Steinplatte. Wenn man ihn scheltend an ruft oder ihn nennt, auch wohl wenn man nur auf ihn los geht, so verschwindet er. Knaben, welche beim Hüten des Viehes waren, gingen ein Mal an das Ufer eines Baches um zu spielen. Da kam ein Pferd daraus hervor, und sie setzten sich auf dessen Rücken. Für einen Knaben war nicht mehr Platz und er sagte: wartet, ich setze mich auf den Hinteren des näkk. Da verschwand der Geist, und Alle standen plötzlich mit gespreizten Beinen am Ufer. Sonst sollen auch je nach der Zahl der aufsitzen Wollenden, Pferd und Sattel sich verlängern. Wenn das Wasser gefroren ist und fällt, so dass das Eis auf den Steinen dachförmig liegt, so sagt man: der näkk hebt den Kopf empor und sieht hervor. Vor Alters fanden die Leute auf einer Insel in jedem Herbste Flachs auf einem Stein im Meere; um den näkk zu besänftigen und das häufige Ertrinken der Ihrigen ab zu wenden, verspannen sie den Flachs und legten das Garn immer wieder auf denselben Stein. Auf der Insel Dagö ist ein grosser See, in welchem man noch Ueberbleibsel von Häusern sieht. Dort war früher ein Dorf, an dessen Stelle plötzlich in einer Nacht der See entstand, in welchem der näkk haust; vorher ging drei Tage ein grauer Bock um das Dorf und sagte: Leute, zieht euch zurück! es kommt ein See. - Weniger bös ist die Wasserjungfrau, näki-neitsit oder vee-ema tütar (Tochter der Wassermutter). In Dagö trieb eine öfters graues Vieh an's Land und weidete es da; als es aber Einigen gelang, einen Theil davon zu stehlen, verschwand sie mit den übrigen Thieren weinend in der See. Man zeigt von diesem grauen Vieh noch jetzt Nachkommen. Ein junger Bursch kam ein Mal dazu, wo eine Wasserjungfrau wusch. Sie verbot ihm davon zu sprechen und schenkte ihm ein Hemd, welches nie schmutzig wurde, bis der Bursch den Vorfall dennoch erzählte. Man sieht die Wasserjungfrau öfters auf einem Steine sitzend und ihr gelbes Haar mit einem goldenen Kamme kämmend, wenn man sich aber nähert, so schwimmt sie als Schwan davon oder versinkt ins Wasser. Sie entführt wohl auch junge Männer, aber nicht um ihnen zu schaden, sondern aus Zuneigung zu ihnen. Einer lebte eine Zeit lang herrlich und in Freuden mit ihr in ihrem unterseeischen Schlosse, als er aber der Neugier nicht widerstehen konnte und sie an einem Donnerstag belauschte, wo sie immer von ihm abgesondert als Halbfisch leben musste, so verschwand plötzlich alle Herrlichkeit, und er befand sich wieder an dem Ufer, aber in den Paar Jahren - wie es ihm vor gekommen war - , dass er im Wasserschlosse gelebt hatte, war er nun ein Greis geworden, und seine Angehörigen waren schon aus gestorben. - Wenn der Näkk auch in Menschengestalt erscheint, so ist er doch, wenn man Gelegenheit hat ihm in den Mund zu sehen, immer daran kenntlich, dass er Fischzähne hat. - Einige schreiben dem Näkk, wie den Maa-alused, auch das Vermögen bei Ausschläge zu erzeugen.

Hoone hoidjad. maja varjajad, m. hoidjad, m. pere-mehed (Behüter od. Herren des Hauses) sind Geister, welche Häuser und Wohnungen schützen. Um ihre Gunst zu erwerben, opfert man ihnen bei Festlichkeiten von Speise und Trank, und giesst aus den Bierkannen den Schaum für sie auf den Boden.

Onk pl. ongad werden als Haus- und Poltergeister neben den tondid in seltenen Fällen genannt.

Õnne-tooja (Glückbringer), Heckemännchen, trägt dem Besitzer Schätze zu (vgl. kratt, puuk). Er wird an drei Donnerstagen auf Kreuzwegen gemacht, und wenn man ihn wieder los werden will, so muss man ihn am Gründonnerstag in einen Fluss werfen. - Die Hexe, welche ihn an fertigt nimmt zum Leibe einen alten Besen, zum Rücken einen Pferdeschädel, zu den Beinen ein Paar Spindel und zu den Armen ein Paar Beinknochen von Pferden, Alles mit rothem Zwirn bewickelt, was die Adern vorstellen soll, dann setzt man dem Gebilde einen alten Hutboden auf und macht ihm Hemd und Hosen. Am Abend des dritten Donnerstages wird es belebt. Dazu geht man auf den Kreuzweg, bläst der Puppe drei Mal Athem ein, tröpfelt aus einem Schnitt in den kleinen Finger der linken Hand drei Tropfen Blut darauf, ruft den Teufel an, und verspricht ihm die eigene Seele als Eigenthum.

Paha rett, paharet s. Teufel.

Paenaja (der Drückende), luu-paenaja, l.-painija, luu-paene (Knochendrücker), der Alp, welcher Menschen und Thiere quält. Er hat Menschengestalt, kann sich aber, um der Entdeckung zu entgehen, in allerlei, auch leblose Gegenstände verwandeln, um so unbemerkt zu bleiben und später zu entwischen. Er kommt nämlich in der Nacht um Menschen und Thiere, besonders Pferde, zu drücken (tallama, eigentl. treten), und wenn man plötzlich mit einem Lichte dazu kommt, so entflieht er; hat, man aber vorher alle Oeffnungen sorgfällig verstopft, dass er nicht hinaus kann, so verwandelt er sich einstweilen in irgend einen unscheinbaren Gegenstand. Kommt der Gequälte zur Besinnung, und gelingt es ihm die grosse Zehe des linken Fusses zu bewegen, so muss der Alp von ihm ablassen; oder er nennt alle Personen, von welchen er voraussetzt, dass sie als Alp um gehen können, und wenn das nicht hilft, so liegt es nur daran, dass er nicht auf den richtigen Namen verfallen ist. Einer versuchte sich dadurch gegen den Alp zu schützen, dass er sich eine Hechel auf den Bauch legte; aber der Aip kehrte sie um, und so war es noch schlimmer. Findet man den Gegenstand, in welchen der Alp sich vervandelt hatte, weil er nicht entfliehen konnte, und drückt oder beschädigt ihn, so bleibt der Mensch, welcher in dem Alp steckte, gebrechlich; oder man befestigt ihn an die Wand, und findet dann am Morgen, wenn es hell geworden ist, den Thäter in seiner Menschengestalt. So fand man im Stalle eine alte Mistgabel, stiess sie mit den Zinken in die Wand, und am andren Morgen fand man einen jungen Burschen, den künftigen Schwiegersohn. Ein anderes Mal fand man ein Espenblatt und nagelte es an die Wand; am folgenden Morgen war es ein junges Mädchen, welches, mit dem Ohr angenagelt, um Erlösung bat und gestand, aus Liebe zu einem jangen Burschen ihn als Alp besucht zu haben. Wieder ein Mal war es eine Stopfnadel, welche man zusammen bog. Als man darauf in das Haus der Verdächtigen ging, fand man sie zusammen gekrümmt mit den Zehen im Munde, und erst als man die Nadel wieder gerade machte, wurde das Weib gerade. Ein Mann, welcher vom Alp gequält wurde, verschloss ein Mal alle Oeffnungen und Ritzen in seinem Zimmer, bis auf ein Bohrloch. Als der Alp da war, verstopfte ein anderer nach Verabredung das Bohrloch und holte ein unter einem Gefäss versteckt gewesenes Licht hervor. Da fand sich ein hübsches junges Mädchen, welches der Mann sich zum Weibe nahm. Er zeugte drei Kinder mit ihr, und sie war immer sehr ruhig und ernst, nur ein einziges Mal sah er sie in der Kirche lächeln. Als er sie nachher um die Ursache fragte, so sagte sie: der Teufel ging umher und schrieb auf ein Pferdefell die Namen derer, welche schliefen oder plauderten. Als schon Alles beschrieben war, wollte er das Fell aus recken um noch etwas Raum zu gewinnen, aber die Hände glitten ihm aus, und er fiel auf den Hinteren. (Sie könnte nämlich Geister sehen, welche den gewöhnlichen Menschen unsichtbar waren.) Einst nahm der Mann den Pflock aus dem Loche und sagte: aus diesem Loche habe ich dich bekommen. Da verschwand das Weib durch dasselbe Loch, und der Mann behielt nur die drei Kinder. - Die Pferde, welche in der Nacht vom Alp gedrückt wurden, sind am anderen Morgen zitternd, mit Schweiss und Schaum bedeckt, wie abgejagt. Um die Thiere zu schützen, legt man, wenn der Stall gebaut wird, ein Stück Fleisch hinein, oder man giebt drei Donnerstage hinter einander dem Pferde drei tüchtige Hiebe mit einer achtknotigen Peitsche oder mit einer solchen, die man vorher in Lehmwasser getränkt hat, und im letzten Falle sieht man oft noch die Streifen von den Schlägen, wenn die Person, welche als Alp um geht, schwarze Kleider trägt. Man schlägt auch das Pferd mit einem scharfen Werkzeug, oder mit einem Kesselhaken, oder mit dem Gurt eines Weibes, welches drei Mal ist getraut worden. Wenn der Alp auf dem Pferde sitzt, und man ein Betttuch um nimmt und ein Kummet verkehrt, mit dem Polster nach aussen, um den Hals legt (vgl. S. 347), so kann man den Alp leibhaftig sehen. Dasselbe geschieht auch, wenn man an drei Donnerstagabenden je eine Ruthe nimmt, drei Knoten hinein bindet und mit diesen drei Ruthen zusammen drei Donnerstage hinter einander dem gequälten Thier je drei Hiebe giebt. Wenn der Alp sich in einen Stall schleichen will, so sieht man ihn bisweilen als schwarze Katze oder als schwarzen Vogel umher schleichen. - Einige glauben, der Sache etwas näher kommend, dass der Alp nur in dem Blute der Gequälten stecke und durch den Zorn eines bösen Menschen entstehe, welcher dem Anderen diess Uebel an gewünscht hat.

Pakane, der Frost, erscheint im Märchen personificirt als Sohn einer allen Frau (Tuule-ema?). Man vgl. auch die Redensart pakase munna põletama unter XIII (S. 390).

Palu-nõid (Haidenhexe), d. h. das Irrlicht, täuscht den Menschen, läuft immer weiter, wenn man darauf los geht und zu einer Behausung oder zu Menschen zu kommen gedenkt, und macht endlich, dass der Nachfolgende in einen Sumpf geräth und darin umkommt.

Peni-nuki-rahvas s. koera-koonlased.

Pergel, põrgel, põrgulane, põrguline s. Teufel.

Piker, Pikne, Pikse-pois s. kõu.

Pilwe-taat s. kõu.

Piso-hand s. kratt.

Polt-harakas (Bolzenelster), polt-vares (Bolzenkrähe) fliegt durch Thiere und verursacht ihnen so den so genannten Drachenschuss. Man gebraucht diese Namen auch als Schimpfwörter gegen vermeinte Hexen.

Purask s. Teufel.

Puuk (eigentl. Kröte, Baumlaus, Haarwurm im Wasser), imetaja, d. auch vana empli, ist ein Geist, welcher in der Johannisnacht den Kühen die Milch aussaugt, aber auf der anderen Seite seinem Besitzer auch wieder Schätze zu trägt, die er den Reichen, besonders den Gutsbesitzern, raubt. Wer ihn mit seiner Habe davon ziehen zieht, muss das Vaterunser von hinten hersagen, dann lässt der puuk fallen, was er trägt, und der Eigenthümer bekommt das Seinige wieder. Will man einen puuk haben, so muss man drei Donnerstagabende bei Vollmond auf einen Kreuzweg gehen und das Vaterunser beten. Beim dritten Mal kommt der puuk, und dann muss man von der linken Hand ihn so viel Blut geben, dass damit der Name des Begehrenden geschrieben werden kann (vgl. oben õnne-tooja). Nach anderen Angaben kann man den puuk in einer leblosen Form kaufen, besonders in Riga. Einer, welcher einen puuk gekauft hatte, sah unter Weges nach, was es war, und fand nur einen Besenstumpf, den er weg warf. Zu Hause schalt ihn sein Weib dafür und schickte ihn wieder nach dem weg geworfenen puuk, welcher unterdessen schon viel Geld zusammen getragen hatte. Solches Geld soll nur dem Besitzer sichtbar sein. Bei der Anfertigung des puuk spricht man: sünni, sünni, puugikene, oma isa hinne peale, sünni, sünni, teedukene! (werde, werde, P., auf deines Vaters Seele, werde, werde, T.). Ein junges Weib fand ihn ein Mal, ohne ihn zu kennen, in Gestalt eines schwarzen Hahnes auf dem Kornkasten im Vorrathshause sitzend und wollte ihn mit einer Ruthe schlagen, um ihn zu verjagen. Der puuk flog auf den Dachfirst des Vorrathshauses, fing zornig an die Federn zu sträuben, so dass Feuerfunken daraus auf das Dach flogen. Zum Glück kam die Schwiegermutter, welche von dem puuk wusste, dazu und rief ihn herunter und besänftigte ihn, indem sie sagte: tiide liide tule maaha, egä näütsi nime tiiä, preili sino perä-haro (d) (t, l. komm herunter, die Jungfrau weiss deinen Namen nicht, das Fraulein nicht deine Herkunft). So kehrte der Hahn in die Vorrathskammer zurück, und das Haus blieb stehen. - Die fremden Kühen ausgesogene Milch soll der puuk seinem Besitzer auch als Butter wieder von sich geben, und was die Ehsten “puugi-pask” (Krötenkoth) nennen, der sog. Kuckuckspeichel, und ein weicher gelber Pilz auf faulenden Baumstümpfen soll die Butter sein. welche er unter Weges aus dem überladenen Magen von sich gegeben hat.

Raha-rett s. kratt.

Sarvik s. Teufel.

Soend, liba-hunt, ahju-pealne, der Wärwolf, ist ein Mensch. welcher entweder sich selbst willkührlich in einen Wolf verwandeln kann um Anderen zu schaden, oder von einem Zauberer in einen solchen verwandelt ist; ein abgewiesener Bettler machte ein Mal eine ganze Hochzeitgesellschaft zu Wölfen. Hunde greifen ihn nicht an, weil er ihnen in seiner menschlichen Gestalt erscheint, und eine Flinte tödtet ihn nur, wenn er sie nicht sieht, und wenn sie mit einer silbernen Kugel geladen ist. Wenn der Verwandelte in seinem Versteck ist, so zieht er die Haut aus wie einen Pelz und erscheint als nackter Mensch. Schreckt man ihn dann plötzlich auf, so entflieht er, lässt seine Haut liegen und wird wieder Mensch; dasselbe geschieht auch, wenn er nach dreitägigem Fasten Brot bekommt. Eben so erscheint auch der getödtete Wärwolf als Mensch, wenn man ihm die Haut abzieht. Wenn ein Wärwolt ungesehen in eine Herde fällt, so isst er das Fleisch roh, wenn man ihn sieht und an schreit, so soll dadurch das Fleisch gar werden. Wenn der Hirt ihn vertreiben will, so fällt er auch diesen an. Wer sich selbst in einen Wärwolf verwandeln kann, thut es auch wohl, am Anderen Schafe zu rauben und sie nachher als Mensch zu verzehren. Ein Besitzer des Gutes Machters soll öfters als Wärwolf seine eigene Herde an gefallen und dann den Hüter bestraft haben, weil ein Schaf zerrissen war. Dieser aber lauerte ihm auf und schoss auf ihn, worauf er entfloh. Als man der Blutspur folgte, kam man ins Haus, wo man den Hausherren in seinem Blute fand, der auch bald nachher starb. - Wer sich in einen Wärwolf verwandeln will, muss an drei Donnerstagen bei altem Licht auf einem flachen, mit dem Erdboden gleich hohen Stein sich herum wälzen und sprechen: niibes naabes nahk peale, kiibes kõõbes kõrvad pähä, siibes saabes saba taha (n. n. Haut auf, k. k. Ohren an den Kopf, s. s. Schwanz hinten).

Sonne s. Mond.

Söko (d) soll ehemals ein Windgott gewesen sein. Wenn derjenige, welcher in der Dreschscheune das gedroschene Korn windigt, nicht Wind genug dazu hat, so pfeift er und ruft den Wind: Söko, Söko!

Stern s. Mond.

Taeva taat s. Taar.

Ueber Taar, Toor oder vana isa, vana taat, vana att (alter Vater, Grossvater), taeva taat (Vater des Himmels), die oberste Gottheit im heidnischen Glauben, lepingu-usk (Versöhnungsglauben) der alten Ehsten, über seine Verehrung und die ihm gebrachten Opfer ist ausführlich gesprochen in den “Mythischen und magischen Liedern”, und die dort verzeichnete Mittheilung aus dem Munde eines Ehsten der Jetztzeit beweist, dass er auch in dem jetzt lebenden Geschlecht noch nicht vergessen ist. Es werden noch an verschiedenen Orten ihm geheiligte Plätze genannt, Dorpat heisst Taara paik (Thors Ort), bei Neuhausen ist ein Taara pädästiko mägi (Berg von Thors Kieferwald). Ihm war die Eiche geheiligt. Er erschuf zuerst den Sänger Vanemuine, den Schmied und Baumeister Ilmarine und den immer fröhlichen Lämmeküne, seine “Kinder” und Gesellschafter, dann die Erde, welche, während er, von seiner Arbeit ermüdet, schlief, von seinen Kindern noch verschönt und ausgebaut wurde. Darauf schuf er Thiere und Menschen auf die Erde. Mit dem von Natur schwachen Menschen sollten seine Kinder ein Geschlecht erzeugen, welches stark genug wäre, das Böse zu überwinden. - Ein Chronist erzählt, dass bei der Eroberung des Ehstenschlosses Wolde auf Oesel befohlen wurde, Tor, den “Hauptgötzen” der Ehsten, hinaus zu werfen.

Der Teufel erscheint in der Volkssage und in dem Volksglauben nur selten mit dem Namen kurat oder noch seltener saadan des Christenglaubens, gewöhnlich heisst er Juudas (vgl. litauisch judas schwarz und lett. Johds), oder noch gewöhnlicher wird sein Name überhaupt vermieden und dafür eine euphemistische Umschreibung gebraucht, wie vana konn (alter Kobold), vana kõhn (alter Böser), vana must (alter Schwarzer), vana pois (alter Bursche), vana põmm (?), vana tuunus (?), vana tühi (alter Eitler), vana tont (alter böser Geist), kuri vaim (böser Geist), vette vaim (Geist der Gewässer), purask, vana purask (Meisel?), pergel, põrgel, põrgulane, põrguline (Höllenbewohner) paha-ret d. h. paha rett (s. oben krätt), sarvik od. vana sarvik (der Gehörnte) u. a. Seine unterirdische Wohnung ist põrgu (Hölle), die mit grosser Pracht und Reichthümern ausgesattet ist. Sein Wille ist zwar bös,aber seine Macht nur gering, er wird in der Volkssagen oft von Zauberern besiegt, und ausserdem von gewöhnlichen Menschen oft betrogen und übertölpelt, denn er ist, wie es dort heisst, küla-vasika sarnane rumal (dumm wie ein Dorfskalb). Unter ihm steht ein ganzes Heer böser Geister, welche theils auf seinen Befehl, theils auf eigene Hand so viel schaden und Böses thun, wie möglich. Tondid (s. unten) scheint der allgemeine Name für sie zu sein, und zu ihnen mögen auch wohl andere in diesem Abschnitt unter besonderen Namen aufgeführte Wesen gehören. Dass der Teufel bei der Sündfluth nicht mit umgekommen ist, erklärt sich der Volksglaube dadurch, dass Noah, als er sein Schiff auf einem Fels zimmerte, in der Trunkenheit mit dem Beil in den Stein gehauen und aus Aerger den Teufel gerufen habe; dadurch sei der “vana must” mit den übrigen Geschöpfen ins Schiff gekommen. Der Teufel ist zwar unermesslich reich, so dass er mit seinem Reichthum manche Seele, die sich ihm mit Blut verschrieben hat, ins Verderben verlockt, aber doch vom Geiz besessen (der Wurzel alles Uebels!). Durch den Geiz wird er bisweilen zum Stehlen veranlasst, was ihm dann nachher mit Hülfe eines Zauberers sehr übel eingetränkt wird. Grosse Furcht hat der Teufel und seine ganze Sippe vor dem Wolf und vor dem Donner, wofür die Sage folgende Gründe weiss. Als Taar die Thiere schuf, wollte der Teufel sich auch darin versuchen. Er bildete aus blauem Thon (hundi-sau, vgl. S. 425) sich einen Hund, verstand aber nicht ihm auch Leben einzuflössen, da wandte er sich an Gottheit mit der Bitte sein Geschöpf zu beleben, und die sagte: hunt, tõuse üles, murra kurat ära (Wolf, erhebe dich, zerreisse den Teufel). Nach Anderen hat der Teufel selbst sprechen müssen: susi, so kuradi' ärä (Wolf, friss die Teufel auf). Man droht dem Teufel mit dem Wolfe, um ihn ein zu schüchtern und zu verscheuchen. Der Blitz verfolgt der Teufel, wenn er seine Hölle verlässt, und wo der Blitz einschlägt, da hat er den Teufel treffen wollen. Im Wasser und in tiefen Höhlen erreicht ihn der Blitz nicht, aber der Donner quält und ängstigt ihn immer. Von seinem Unternehmen, das Donnerinstrument zu stehlen s. oben unter kõu. Ueberrascht ihn das Gewitter da, wo er ihm nicht entgehen kann, so sucht er wenigstens sich zu verstecken. Man darf daher beim Gewitter nicht leere Taschen haben, oder ein Kleidungsstück gegen das Nasswerden auf heben, oder den Busen des Rockes nach oben offen halten, sonst kriecht der Teufel in die Tasche oder in die Falten des Kleides, und man kann von dem verfolgenden Blitz erschlagen werden. Auch die Enden der Ruthen, mit welchen die Zaunstangen gebunden werden, darf man nicht lang hervorstehend lassen, der Juudas geht sonst darunter, und der Blitz kann ihn dann nicht treffen. Teufel kann man, wie schon von anderen Geistern erwähnt worden, auch mit einer silbernen Kugel erlegen. Den Hahnschrei mag der Teufel auch nicht, und er wird dadurch verscheucht, vor dem der Hahnschrei, im Anfang der Nacht, aus zu gehen, ist daher gefährlich. Wenn der Hahn kräht, so soll er den Bösen selbst sehen. Wenn Einem ein Ochs entgegen kommt und brüllt, so ist das ein Zeichen, dass der Böse in der Nähe ist und einen Angriff im Sinne hat; man muss dann drei Mal um den Ochsen herum gehen und drei Mal gegen ihn aus spucken. Der Teufel vertauscht gern Kinder, so lange sie noch nicht getauft sind (vgl. VIII); ist ihm das gelungen, so muss man den Wechselbalg (ikune ja põdeja) in den brennenden Ofen werfen, dann bringt er das rechte Kind zurück; oder man quästet bei drei Neumonden Donnerstags den Wechselbalg in der Badstube bei starker Hitze, dann bringt beim dritten Male der Teufel das geraubte Kind zurück; oder die Mutter bringt es an drei Donnerstagabenden auf einen Kreuzweg, quästet es tüchtig mit einer Ruthe von Ebereschen und spricht: Juudas, säh sino lats! ma söödi tedä oma maja magusaga ja külä-naiste koorega; kui oles olnu oma lats, oles olnu vao laiu' ja õdagutse varjo piu'. Judas, too mino lats tagasi! (d) (Judas, da hast du dein Kind! ich habe es gespeist mit dem Süssen des Hauses, mit der Sahne der Dorfsweiber; wäre es mein eigenes Kind, so wäre es so breit wie eine Furche, so lang wie der Abendchatten. Judas, bring mein Kind zurück). Am Abend des vierten Donnerstags bringt dann der Teufel das rechte Kind und nimmt sein Kind wieder fort. - Wie dem Allvater Taar die Eiche, so ist dem Teufel der Seidelbast (Daphne Mezereum L.) besonders zuständig, und wer diesen Strauch verbrennt, bringt Unheil über sich und sein Haus. - Schützen wissen sich bisweilen mit Hülfe des Teufels Freikugeln zu verschaffen, mit welchen sie Alles treffen, wornach sie schiessen.

Tont scheint, wie schon bemerkt wurde, eine allgemeine Bezeichnung für böse Geister zu sein, nicht eine besondere Persönlichkeit zu bedeuten. Die tondid halten sich gern in allerlei Thiergestalten (als Böcke, Hunde, Katzen u. a.) bei unbewohnten Gebäuden auf, namentlich bei Dreschscheunen, wo sie bisweilen versucht haben, den Aufseher (“Riegenkerl”) in den Ofen zu schleppen. Wenn Einem ein tont erscheint, muss man ihm den entblössten Hinteren zeigen und zwischen den Beinen hindurch ihm zurufen “zeige deine Stadt, ich zeige meine Stadt” und Weiber müssen die Kleider auf heben und ihre Scham zeigen, so verschwindet er wieder. Gegen den Schreck vor seinem Anblick muss man aus einem verschlossenen Gefäss neun oder fünf Körner Leinsaat in einigen Bissen Brot zu sich nehmen. Der Wolf verfolgt die bösen Geister, wo es daher keine Wölfe giebt, da sollen tondid sein. Der metsa-tont (böser Waldgeist), welcher sich bald in Menschen-, bald in verschiedenen Thiergestalten zeigt, mag wohl dasselbe sein wie mets-hallijas (vgl. oben hallijad).

Tooni (s. mana), davon toonela, die Unterwelt, der Aufenthaltsort der Gestorbenen.

Tõll oder suur Tõll (der grosse T.); ein auf dem Festlande nicht bekannter, vielleicht von den Scandinaviern entlehnter mythischer Volksheld ähnlich dem Kalevi-poeg, welcher übrigens auf den Inseln ebenfalls bekannt ist. Er hatte seine Wohnung in dem jelzigen Töllist und war so stark, dass er ein Mal mit einem Finger, welchen er durch das Deichselloch steckte, einen Wagen umher wirbelte. In einem Kampfe richtete er mit einem aus einer Scheune gerissenen Streckbalken als Waffe ein solches Blutbad unter den Feinden an, dass ein Füllen in der Blutlache ertrank. Als ihm endlich der Kopf ab gehauen wurde, schleuderte er den Balken noch gegen die Feinde, und dieser fuhr weit von ihnen weg in einen Sumpf, wo er noch aufrecht stehn soll. Tõll selbst zog, den Kopf auf der Degenspitze haltend, fort. Als er, von Blutverlust geschwächt, den Degen nicht mehr aufrecht halten konnte, fiel der Kopf nieder und nicht weit davon auch der Leib, wo man noch jetzt sein Grab zeigt, eine Vertiefung etwa zwei Faden lang und einen Faden breit, wo man beim Nachgraben nur einige grosse Knochen gefunden hat. Die Stelle ist in einem zum Gute Carmel-Grossenhof gehörigen Bauerlande. Nach der Sage versprach er seinen Landsleuten, wenn sie in Kriegsnoth wären, zu Hülfe zu kommen, man sollte nur rufen: Tõll, Tõll! tõuse üles (T., T.! steh auf). Als diess ein Mal ein Hirtenknabe aus Muthwillen gethan hatte, erhob sich Tõll in halber Leibeshöhe mit blutrothen Händen aus dem Grabe und fragte, wo der Feind sei. Als er aber sah, dass er nur geneckt war, so sprach er die Verwünschung aus, dass Taubheit, Unzucht und Diebstahl bei seinem Volke nie auf hören sollten, und verhiess erst dann wieder zu erscheinen, wenn der Wacholder nicht mehr Nadeln sondern Blätter trüge. - Auch Tõll hatte, wie Kalevi-poeg, zwei Brüder, von welchen einer auf Dagö wohnte.

Tõnn, auch Tõnis, bei den westlichen Ehsten Name einer Gottheit oder eines Geistes, welcher als Schirmer des Hauses und der Haushaltung angesehen wird. Eine aus Reisern und Lumpen gebildete Figur, welche ihn vorstellen soll, ist im Hause als Lar aufgestellt, und ihm werden als Opfer dargebracht Erstlinge von jeder Frucht, etwas Bier vom neuen Gebräu und Blut vou geschlachteten Thieren, kleine Kupfermünzen für neu geborene Thiere und etwas Silbergeld für ein neu geborenes Kind, etwas von der ersten Milch einer Kuh nach dem Kalben und von der Wolle eines zum ersten Mal geschorenen Schafes. Zur Aufnahme dient der “Tõnni vakk”, ein Korb oder Paudel, welcher zu einer bestimmten Zeit jedes Jahr geleert und gereinigt wird, indem der Inhalt sogleich vergraben wird um Raum für die Gaben des folgenden Jahres zu schaffen. Dieser Tag ist ein grosses Fest, “Tõnni püha”, an welchem man Bier braut und Thiere schlachtet. Beschädigt Jemand den Tõnni vakk oder entwendet er gar etwas daraus, so verfällt er zur Strafe in eine schwere Krankheit und wird nicht eher wieder gesund, als wenn er unter neun Ameisenhaufen Erde nimmt und sich auf dieser in der Badstube quästet. - Tõnise att (Vater des T.) soll der Stammvater der Ehsten sein.

Tule-haga, tule-händ, tulik s. kratt.

Turis, der Kriegsgott, lebt nur noch in Liederfragmenten (vgl. Neus ehstn. Volksl. S. 62).

Tuule-ema od. maru-memm (Windmutter, Sturmmutter), tuule-jumal (Windgottheit), nach Einigen = tuulis-pask (s. d. folg.), herrscht über die Winde und bringt auch Kranken Hülfe. Bei starkem Winde sagt man: tuule-ema nutab (die Windmutter weint od. heult), um elf Uhr (noore lõuna ajal) pflegt sie am liebsten einher zu gehen, und dreht dann bisweilen Halme und andere leichte Gegenstände im Kreise umher (Wirbelwind).

Tuulis-pea, tuulis-pask, tuule-vood, jänes, der Windwirbel, ein tont (s. d.), oder nach Anderen zwei tonti, Herren zweier Landseen, welche, wenn sie zusammen kommen, sogleich in Streit gerathen. Es ist die Seele eines alten Weibes, welche um geht, um etwas zu erwerben oder um einem Anderen zu schaden; der Körper liegt unterdessen irgend wo wie todt, wenn man ihn umkehrt, so kann die zurückgekehrte Seele nicht wieder hinein, und man hört sie winseln, bis der Körper wieder in die frühere Lage gebracht ist. Der tuulis-pea stiehlt das Gesäete vom Felde oder entführt auch wohl Heu von der Wiese, Stücke Leinewand aus dem Bleichgarten. Wenn man ihn sieht, muss man ausspeien, oder man sieht zwischen den Beinen hindurch und wirft ein Messer oder sonst ein scharfes Werkzeug nach ihm, z. B. Sichel oder Sense, wenn er gerade dabei ist ein Feld zu bestehlen, oder man ruft ihm zu: tuulis-pask, tuha-kott! võta nii palju, kui jumal annab, sitta suhu, paska parda (T., Aschensack! nimm so viel, wie Gott giebt, Drerk in den Mund, Koth in den Bart). - Ein Weib ging ein Mal in den Garten Kohl säen,ein anderes, das als tuulis-pask um ging, riss ihr die Saat aus den Händen. Das erste ging nach Hause, berieth sich mit Anderen, und kam dann zurück, worauf sich dasselbe wiederholte. Aber nun hatte sie ein gutes Messer mit, fasste das wie einen Dolch (tagasi kätt) und stach damit in den Wirbelwind hinein, welcher sich darauf verlor von dem Saatbeete. Darauf fand man das schuldige Weib zu Hause im Stall bei der Ziege, den Kopf voll Wunden, woran es auch an derselben Stelle starb. Darauf kam sie noch als kodu-käija (s. oben) und verübte allerlei Schabernack, leckte den Schweinen das Futter aus dem Trog, bis endlich ein alter Mann in der Nacht kam und den Geist bannte. Ein Bauer fand einst einen tuulis-pask auf einer Anhöhe schlafend mit einer starken Glatze und entblösstem Hinteren, worüber er so zu lachen an fing, dass der tuulis-pask erwachte und ihn aus Aerger so mit gewirbeltem Stroh und Heu peitschte, dass er die Augen nicht auf machen konnte.

Ukko wird, wie Turis, nur noch in Liederfragmenten erwähnt (vgl. Neus a. a. 0. S. 63). Im Alterthum soll das Volk im Walde grosse Bilder von ihm gehabt haben (puuslik), später machten sich die Leute kleinere, um sie besser vor den Priestern verbergen zu können (puuslikene); von den zum Christenthum Uebergegangenen wurden diese “puuslikesed” in “inglikesed” (Engelchen) um benannt. Im Gebiete des Gutes Lina-mägi im südlichen Livland zeigt man noch einen Ukkostein.

Une-vaim (Schlafgeist), une-kurat (Schlafteufel) schläfert die Leute in der Kirche und die Herrenhuter in ihren Versammlungen ein, damit sie nicht Gottes Wort hören, und notirt dann die Schläfer auf einer Ochsen- oder Pferdehaut (vgl. oben paenaja).

Ülal-käijad s. maa-alused.

Vana att, vana isa s. Taar.

Vana must, vana pois, vana purask, vana sarvik s. Teufel

Vana sõke (der alte Blinde) oder vana tike (der alte Boshafte), auch = äi, ein böser, neckender Waldgeist bei den südlichen Ehsten, welcher die im Walde Gehenden irre führt, den Beeren Sammelnden ihre Beeren verstreut u. d. gl. Bei Neuhausen giebt es zwei Wälder tike-kond und Juuda-kond. Wenn der tike sich nähert, so läuft ihm ein Hase voraus. Dann hören die Hirten einen Ruf im Walde “äio karile vasta” (Äio der Herde entgegen), und ihre Herde wird scheu und verläuft und verirrt sich. Des tike Tochter (wohl = äiätär) kommt auch in menschliche Wohnungen um dort zu schaden.

Vana taat s. Taar.

Vana tike s. vana sõke.

Vana tont, vana tühi s. Teufel.

Vanemuine, der von dem Allvater, Taar, geschaffene Gott des Gesanges. Von der Wirkung seines Gesanges berichtet die Sage Aehnliches wie beim Orpheus (vgl. “Verhandlungen” der gel. ehstn. Gesellsch. in Dorpat Bd. I). Seine Tochter ist Jutta, auch Endla-piiga (die Jungfrau von Endla) genannt, weil sie am Endlasee um den Geliebten trauerte.

Väär-jumal (Abgott, falscher Gott), kommt in den Märchen der pleskauschen Ehsten neben dem eigentlichen “jumal” vor. Er hat aus Sand die Schlange geschaffen und rettet den Tod vom Ertrinken (s. kool).

Vedaja s. lendava.

Vee-ema (die Wassermutter) bekommt bei Hochzeiten Opfer; Braut und Bräutigam werfen ihr Geld in den Brunnen, was kaevu-anne (Brunnengabe) genannt wird. - Pabst (Emma rediviva, Reval 1852) hat nach zu weisen gesucht, dass in der alten heidnischen Zeit Ema eine Göttin der Erde war, coordinirt dem Gott des Himmels Ukko.

Vellamo soll nach der Volkssage eine Wassergottheit gewesen sein, nach welcher der Vella-mägi benannt sei.

Vette-vaim s. Teufel.

Vilja-neitsid, wohl in die Klasse der Hallijad gehörend, sind weibliche Wesen, welche zur Erntezeit das Getreide schädigen sollen.

Virus-kundre od. v.-kundra, bei den südlichen Ehsten ein Hausgeist oder Popanz, der seinen Aufenthalt oben auf dem Ofen hat, woher der Name. Man macht Kindern bange mit ihm, und wem ein schlechter Zahn ausfällt, wirft ihn auf den Ofen, damit virus-kundre ihm einen guten an die Stelle gebe.


. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

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