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#1

Proxima Centauri:

in Astromagie & Sternsehung: 14.11.2016 19:01
von Adamon • Nexar | 14.589 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...edacht20161028/

Proxima Centauri: Muttergestirn von erdnächstem
potentiell lebensfreundlichen Planeten ist
sonnenähnlicher als gedacht:


Künstlerische Darstellung der bisherigen Vorstellung der inneren Vorgänge in massearmen Sternen (Illu.)
Copyright: NASA/CXC/M.Weiss
Cambrigde (USA) – Erst im vergangen August verkündeten Astronomen die Entdeckung eines erdartigen Planeten innerhalb der lebensfreundlichen Zone des der Sonne nächstgelegenen Nachbarsterns Proxima Centauri (…GreWi berichtete). Während es sich bei „Proxima“ um einen Roten Zwergstern handelt, der deutlich kleiner und lichtschwacher ist als unserer Sonne, haben US-Astronomen nun entdeckt, dass der Stern über einen unerwarteten periodisch-regelmäßigen Aktivitätszyklus verfügt und damit doch sonnenähnlicher ist als bislang gedacht. Die Entdeckung stellt bisherige Vorstellungen von der Erzeugung solarer Magnetfelder in Frage.

Während Proxima Centauri als Roter Zwergstern also zunächst kaum unsere Sonne gleicht, folgen seine Sonnen- bzw. Sternflecken einem Zyklus, der dem unserer Sonne gleicht. Sonnenflecken sind dunkle Flecken auf der Sonnenoberfläche, innerhalb derer die Temperatur geringfügig niedriger ist als im sonstigen Umfeld und die vom Magnetfeld der Sonne „befeuert“ werden. Ähnliches ereignet sich auch auf anderen Sternen, da diese aus ionisiertem Gas (Plasma) bestehen. Magnetfelder können den Fluss dieses Plasmas einschränken und so zu Sonnenflecken führen. Veränderungen im Magnetfeld eines Sterns können dann die Anzahl und Verteilung der Flecken beeinflussen.

„Während unsere Sonne einen rund 11-jährigen Aktivitätszyklus mit durchschnittlich etwa 100 Sonnenflecken durchläuft, die mehr oder weniger ein Prozent der Sonnenoberfläche bedecken, dauert der Aktivitätszyklus von Proxima Centauri rund sieben Jahre – verläuft aber zugleich wesentlich dramatischer als der Sonnenzyklus“ berichten Wissenschaftler um Brad Wargelin of the Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA) aktuell im Fachjournal „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ (DOI: 10.1093/mnras/stw2570) und führen weiter aus: „Mindestens ein volles Fünftel der Oberfläche von Proxima kann hierbei gleichzeitig von teilweise sehr großen Flecken bedeckt sein.“

„Sollte es auf dem kürzlich entdeckten Planeten „Proxima b“ intelligentes Leben geben, so bietet sich diesen Bewohnern wahrscheinlich ein wahrhaft dramatischer Blick zum Himmel“, so Wargelin weiter.

Tatsächlich zeigen sich die Forscher von ihrer eigenen Entdeckung überrascht, die ihnen unter Nutzung von Beobachtungsdaten der „All Sky Automated Survey“ und von Röntgenmessungen verschiedener Weltraumteleskope wie „Swift“, „Chandra“ und „XMM-Newton“ gelang. Der Grund: Bislang waren Astrophysiker davon ausgegangen, dass sich das Innere von Roten Zwergen von dem sonnenähnlicher Sterne deutlich unterscheidet.


Konvektionszonen in Hauptreihensternen verschiedener Masse (in Sonnenmassen). Rote Blitze stellen den Energietransport nur durch Strahlung dar, Ovale mit Pfeilen die Konvektion.
Copyright/Quelle: WikimediaCommons, CC BY-SA 3.0

Während das äußere Drittel der Sonne (s. Abb. m.) sich stets in buchstäblich aufgewühlter Bewegung (sog. Konvektion) befindet, das darunterliegende Sonneninnere jedoch relativ ruhig ist und der Geschwindigkeitsunterschied zwischen diesen beiden Teilen von vielen Wissenschaftlern als Quelle des magnetischen Aktivitätszyklus der Sonne betrachtet wird, sollte sich das gesamte Innere von Roten Zwergen wie Proxima Centauri durchweg konvektiv verhalten (s. Abb. l. u. Titelabbildung) – und eben eigentlich keinen geordneten Zyklus ermöglichen.

„Der jetzt erbrachte Nachweis eines solchen Zyklus auf Proxima Centauri zeigt uns, dass wir noch nicht so genau verstehen, wie die Magnetfelder von Sternen tatsächlich erzeugt werden“, so der Mitautor der Studie Jeremy Drake von der Smithonian Institution.

Allerdings sagen die Ergebnisse der Studie nichts darüber aus, ob der Aktivitätszyklus auch die potentielle Lebensfreundlichkeit des Planeten (Proxima b) beeinflusst oder gar beeinträchtigt. Laut den bisherigen Theorien können starke Sonnen- bzw. Sternausbrüche (Flares) und der damit einhergehende solare Winde eine eventuell vorhandene Atmosphäre von einem Planeten hinfortreißen. „In einem solchen Fall würde Proxima b wohl eher unserem Mond gleichen und alles andere als lebensfreundlich sein.“

Da aufgrund der noch immer gewaltigen Entfernung von rund 4,2 Lichtjahren direkte Beobachtungen des Planeten aber wohl noch Jahre lang nicht möglich sein werden, müssen Wissenschaftler ihre Rückschlüsse zur potentiellen Lebensfreundlichkeit zunächst noch auf jene Informationen gründen, die über die Eigenschaften seines Heimatsterns bekannt sind.

GreWi-Kurzgefaßt
– Während Sonnenforscher bislang davon ausgingen, dass sich die innere Struktur von sonnenähnlichen und roten Zwergsternen deutlich voneinander unterscheidet, und letztere deshalb keine regelmäßigen Aktivitätszyklen aufwesien sollten, haben Astronomen nun genau diese auf unserem nächstgelegenen Nachbarstern Proxima Centauri nachgewiesen.
– Die Entdeckung stellt bisherige Vorstellungen von der Erzeugung solarer Magnetfelder in Frage.

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#2

RE: Proxima Centauri:

in Astromagie & Sternsehung: 25.12.2016 01:14
von Adamon • Nexar | 14.589 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...system20161123/


Künstlerische Darstellung der drei Centauri-Sterne am Himmel des kürzlich entdeckten Felsplaneten um Proxima Centauri (Illu.).
Copyright: ESO/L. Calçada
Nizza (Frankreich) – Erst kürzlich wurde um den unserer Sonne nächstgelegenen Stern, dem Roten Zwerg Proxima Centauri, ein erdgroßer und potentiell lebensfreundlicher Felsplanet entdeckt (…GreWi berichtete). Bislang war unklar, ob Proxima ein Einzelstern ist oder ob er mit dem Doppelsternsystem Alpha Centauri ein Paar bzw. Dreifachsystem bildet. Jetzt zeigen neue Messungen, dass Proxima auf seiner weiten Umlaufbahn tatsächlich das Alpha-Centauri-System umkreist.

Wie Frédéric Thévenin vom Observatoire de la Cote d’Azur und Pierre Kervella von der Université Paris-Diderot aktuell im Fachjournal „Astronomy & Astrophysics“ und vorab via ArXiv.org berichteten, bilden die drei Centauri-Sterne damit ein sogenanntes hierarchisches Dreifachsternsystem, in dem die beiden sonnenähnlichen Hauptsterne Alpha Centauri A und B einen gemeinsamen Schwerpunkt auf stark elliptischen Umlaufbahnen einmal in rund 80 Jahren umkreisen.


Die Umlaufbahn von Proxima um Alpha Centauri.
Copyright/Quelle: Kervalla u. Thévenin

Während der mittlere Abstand zwischen den beiden Sternen rund 24 Astronomische Einheiten (AE = Abstand Sonne-Erde) beträgt, ist Proxima Centauri durchschnittlich rund 9100 AE von seinen beiden Nachbarn entfernt.

Für die elliptische Umrundung seiner Nachbarn benötigt Proxima rund 591 000 Jahre und nähert sich diesen dabei bis auf 5270 AE an, während sein größter Abstand bis zu 12 900 AE betragen kann.

Dieses Zusammenspiel zeige zugleich, dass sich die drei Sterne schon sehr lange gegenseitig durch ihre Schwerefelder beeinflusst haben müssen und hat dann auch Einfluss auf die Entstehung von Planeten um die Sterne.

GreWi-Kurzgefaßt
– Neue Messungen zeigen, dass der sonnennächste Stern, Proxima Centauri, seine beiden Nachbarsterne Alpha Centauri A und B umkreist und damit gemeinsam mit dieses ein Dreifachsternsystem bildet.
– Das so entstehende Zusammenspiel der Kräfte zwischen den Sternen hat auch Einfluss auf dort vorhandene Planeten.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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zuletzt bearbeitet 17.10.2017 10:08 | nach oben springen
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#3

RE: Proxima Centauri:

in Astromagie & Sternsehung: 17.10.2017 10:10
von Adamon • Nexar | 14.589 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...funden20170913/

Haben Astronomen mögliche Hinweise auf weiteren Planeten um Proxima Centauri gefunden?


Die neuen Radialgeschwindigkeitsdaten zum nächsten Sonnennachbar Proxima Centauri. Erläuterungen zu den Diagrammen im folgenden Text.
Copyright: ESO/G. Anglada-Escudé
Turin (Italien) – Im Rahmen der Red Dots-Kampagne, innerhalb der nach Planeten rund um die sonnennahen roten Zwergsterne Proxima Centauri, Barnards Stern und Ross 154 gesucht wird, haben Astronomen nun neue Daten des Planetenjägers HARPS der Europäischen Südsternwarte (ESO) veröffentlicht. In diesen könnten sich Hinweise auf einen weiteren Planeten abzeichnen, der unseren direkten Nachbarstern Proxima Centauri umkreist, innerhalb dessen lebensfreundlicher Zone erst im vergangenen Jahr ein erdgroßer Planet entdeckt wurde.

Die von der ESO veröffentlichten Datendiagramme des “High Accuracy Radial velocity Planet Searcher” zu Proxima Centauri zeigen die Bewegung des Sterns anhand der Zeitachse, in der man sozusagen die Fingerabdrücke von Exoplaneten ablesen kann.

“Genauso wie ein Stern eine Anziehung auf die ihn umkreisenden Planeten ausübt, ziehen die Planeten auch den Stern an und verursachen so eine Hin- und Herbewegung, die ihrerseits eine kleine, aber messbare Verschiebung der Wellenlänge seines Lichts verursacht”, erläutert die ESO die Radialgeschwindigkeitsmethode zum indirekten Nachweis von Exoplaneten. “Durch die Analyse dieser vorhersagbaren und sich wiederholenden Veränderungen können Astrophysiker auf die Anwesenheit eines Planeten schließen.”

– Das Diagramm oben links zeigt die Daten aus 2016, wie sie die Existenz von Proxima b nachgewiesen haben und die zeigen, wie der Planet mit der Zeit seinen Heimatstern, Proxima Centauri, zu einer Bewegungen auf die Erde zu und von ihr weg veranlasst.

– Die geschwungene Linie stellt das Bewegungssignal des Sterns dar, mit einer regelmäßigen Schwankung der Radialgeschwindigkeit (englisch Radial Velocity, kurz RV) mit einer Periode von 11,2 Tagen.

– Das Diagramm oben rechts zeigt die neuen HARPS-Messergebnisse während der Red Dot-Kampagne. Diese zeigen – wie erwartet – das Signal von Proxima b (gelb). Hinzu zeigen sich aber noch weitere Regelmäßigkeiten – hier als Abwärtstrend der Punkte in sowohl 2016 wie 2017 zu erkennen.

“Gibt es also noch mehr zu entdecken?”, fragt die ESO und beantwortet selbst, dass Astronomen quantitative mathematische Werkzeuge anwenden, um mit größerer Sicherheit sagen zu können, was dieses Muster verursacht haben könnte.

Eines dieser Werkzeuge ist das sog. Periodogramm, mit dem man nach periodischen Signalen in den Daten suchen kann, die hier als deutliche Spitzen erkennbar sind und die auf die Anwesenheit eines Planeten hindeuten.

– Hierzu zeigt das untere Diagramm das Periodogramm für die neuen Daten: Das erste Signal (weiß) entspricht dabei dem bereits bekannten Planeten Proxima b. “Die Muster in den beiden oberen Grafiken erzeugen eine ganze Reihe möglicher Perioden (rot) bei ungefähr 200 Tagen. Die Anwesenheit mehrerer Spitzen von ähnlicher Höhe bedeutet, dass das Signal nicht eindeutig zugeordnet werden kann und dass seine Ursache unklar bleibt”, erläutert die ESO.

Bis Ende September werden nun weitere Messungen durchgeführt, deren Daten die bisherigen stets erweitern und ergänzen werden.

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#4

RE: Proxima Centauri:

in Astromagie & Sternsehung: 18.11.2017 18:51
von Adamon • Nexar | 14.589 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...ntauri20171103/

Kalte Staubgürtel umkreisen Proxima Centauri:


Künstlerische Darstellung der Staubgürtel um Proxima Centauri (Illu.)
Copyright: ESO/M. Kornmesser
Granada (Spanien) – Um unseren nächsten Nachbarstern, den Roten Zwerg Proxima Centauri, haben Astronomen erstmals zwei gewaltige Gürtel kalten Staubes nachgewiesen. Die Strukturen ähneln den deutlich größeren Gürteln im Sonnensystem und sind wohl aus Gesteins- und Eispartikeln entstanden, aus denen sich keine Planeten bilden konnten. Die Entdeckung deutet zugleich daraufhin, dass es um Proxima Centauri neben dem 2016 entdeckten, erdgroßen und potentiell lebensfreundlichen Planeten weitere Planeten geben sollte.

Wie das Team um Guillem Anglada und Pedro Amado vom Instituto de Astrofísica de Andalucía (CSIC) demnächst im Fachjournal “Astrophysical Journal Letters” berichten werden, entdeckten sie den kalten Staub im Proxima-System mit Teleskopen des ALMA-Observatoriums der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile.

Eindeutig sprechen die Daten zunächst für einen Gürtel, wie er den gerade einmal vier Lichtjahre entfernten, lichtschwachen Zwergstern in der ein- bis vierfachen Entfernung von Sonne und Erde (AE = Astronomische Einheit) umgibt. “Darüber hinaus deuten die Daten auf einen noch kühleren Staubgürtel hin, der sich weiter außen befindet, was ein Hinweis auf ein komplexeres Planetensystem sein könnte”, erläutert die ESO-Pressemitteilung.

“Der Staub um Proxima ist von besonderer Bedeutung, da es nach der Entdeckung des erdähnlichen Planeten Proxima b der erste Hinweis darauf ist, dass es um den sonnennächsten Stern nicht nur einen einzigen Planeten, sondern ein ganzes Planetensystem gibt”, erläutert Anglada die Entdeckung


Grafische Darstellung des bislang bekannten Proxima-Centauri-Systems.
Copyright/Quelle: Anglada et al. / Astrophysical Journal Letter / ESO

Staubgürtel sind die Überreste von Materie aus der Entstehung von Planetensystemen, aus denen sich keine größeren Körper gebildet haben. “Die Partikel aus Gestein und Eis in diesen Gürteln unterscheiden sich in der Größe und reichen von winzigsten Staubkörnern, die einen Durchmesser von wenigen Millimetern haben, bis hin zu asteroidenähnlichen Körpern mit einem Durchmesser von mehreren Kilometern.”

Der Staub scheint einen Gürtel zu formen, der sich von Proxima Centauri aus über mehrere hundert Millionen Kilometer erstreckt und eine Gesamtmasse von etwa einem Hundertstel der Masse unserer Erde besitzt. Die Temperatur des Gürtels schätzen die Astronomen auf ca. -230°C. Damit ist er vergleichbar mit dem Kuipergürtel im äußeren Sonnensystem.

Hinzu sehen die Wissenschaftler in den ALMA-Daten auch Hinweise auf einen zweiten Gürtel aus noch kälterem Staub, in der rund zehnfachen Entfernung zu Proxima Centauri. “Sollte das bestätigt werden können, wäre das eine faszinierende Erkenntnis, da der Gürtel durch die große Entfernung zu seinem Mutterstern, der kühler und lichtschwächer ist als unsere Sonne, einer extrem kalten Umgebung ausgesetzt wäre. Beide Gürtel liegen deutlich weiter vom Stern entfernt als der Planet Proxima b, der Proxima Centauri in nur vier Millionen Kilometern Abstand umkreist”, so die Forscher.

Dieses Ergebnis lege nahe, “dass Proxima Centauri ein Mehrfachplanetensystem haben könnte, das in der Vergangenheit viele Wechselwirkungen erfuhr, durch die sich ein Staubgürtel bildete.” Jetzt sollen weitere Beobachtungen Informationen darüber liefern, wo weitere bisher unentdeckte Planeten zu finden sind.

Das Planetensystem von Proxima Centauri ist besonders interessant, weil es Pläne – wie das Starshot-Projekt – gibt, das System mit Mikrosonden direkt zu erkunden, die an von Lasern angetriebenen Segeln angebracht sind (…GreWi berichtete). Für die Planung einer solchen Mission ist es daher unerlässlich, die Staubumgebung um den Stern genau zu kennen. “Diese ersten Ergebnisse zeigen, dass ALMA Staubstrukturen erkennen kann, die Proxima umgeben. Weitere Beobachtungen werden uns ein detaillierteres Bild von Proximas Planetensystem geben”, kommentiert Amado abschließend. “Zusammen mit der Erforschung protoplanetarer Scheiben um junge Sterne werden wir dann auch viele Prozesse, die zur Entstehung der Erde und des Sonnensystems geführt haben, enthüllen können. Was wir im Moment sehen können, ist nur der Anfang!”

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#5

RE: Proxima Centauri:

in Astromagie & Sternsehung: 26.02.2021 17:12
von Adamon • Nexar | 14.589 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...-frage20201210/

Weltraumwetter im Proxima-Centauri-System stellt dortiges erdähnliches Leben in Frage:


Ein roter Zwergstern feuert einen energiereichen Flare in Richtung eines ihn dicht umkreisenden erdartigen Planeten (Illu.).
Copyright: Mark Myers/OzGrav

Sydney (Australien) – Der unsere Sonne nächstgelegene Stern, Proxima Centauri wird von mindestens einem erdartigen Planeten in einem Abstand umkreist, der auf dem Planeten erdähnliches Leben ermöglichen könnte. Erstmals haben Astronomen nun Weltraumwetterberichte für den gerade einmal 4,2 Lichtjahre von uns entfernten roten Zwergstern erstellt. Deren Ergebnis stellt die Vorstellung von erdartigem Leben um den aktiven Stern jedoch infrage.
Wie das Team um Andrew Zic von der University of Sydney aktuell im „The Astrophysical Journal“ (DOI: 10.3847/1538-4357/abca90) erläutert, liegt aufgrund der Tatsache, dass Proxima Centauri deutlich kleiner und damit auch kühler ist als unsere Sonne, die sogenannte habitable Zone wesentlich näher an dem Stern – sogar näher als die Umlaufbahn unseres innersten Planeten Merkur um die Sonne.

Die „habitable Zone“ beschreibt jene Abstandsregion, innerhalb derer ein Planet seinen Stern umkreisen muss, damit aufgrund gemäßigter Temperaturen flüssiges Wasser – und damit die Grundlage zumindest des erdähnlichen Lebens – auf seiner Oberfläche existieren kann.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass diese Nähe zu seinem Stern den Planeten anfällig für schädliche ionisierende Strahlung seines Sterns macht, wie sie die Planetenoberflächen regelrecht sterilisieren kann“, so Zic.

Gemeinsam mit Kollegen und Kolleginnen kann Zic nun erstmals eine eindeutige Verbindung zwischen optischen Sterneruptionen (Flares) und Ausbrüchen von Radiostrahlung anhand eines anderes Sterns nachweisen. Die Entdeckung stelle einen wichtigen Schritt zu Nutzung von Radiosignalen ferner Sterne zur Erstellung dortiger Weltraumwetterberichte dar.

„Auch unsere Sonne gibt regelmäßig heiße Wollen ionisierter Teilchen von sich. Die Rede ist dann von koronalen Masseauswürfen“, erläutert das Team um Zic. „Da die Sonne aber deutlich heißer ist als Proxima Centauri und andere Rote Zwerge ist, ist auch unsere „habitable Zone“ sehr viel weiter von unserem Stern und seiner Aktivität entfernt. Hinzu besitzt unsere Erde ein starkes planetares Magnetfeld, das uns vor diesen intensiven Plasma-Ausbrüchen schützt.“

„Das vom Stern fortgeschleuderte ionisierte Plasma und die damit einhergehende Strahlung sind vermutlich schlechte Neuigkeiten bezüglich des Weltraumwetters. So wie es aussieht, ist der in unserer Galaxie häufigste Sternentyp – Rote Zwerge – nicht die besten Ort für Leben, wie wir es kennen“, so Zic weiter. Während sonnenähnliche Sterne gerade einmal sieben Prozent der Sterne in unserer Milchstraße ausmachen, sind rund 70 Prozent aller Sterne in unser Galaxie Rote Zwerge.

Die Erkenntnis der zusammenhängenden Flares und Radioausbrüche legen nun nahe, dass Planeten um Proxima Centauri vermutlich starker atmosphärischer Erosion durch Sonnenstürme ausgesetzt sind, die sie umgeschützt der sowieso schon starken Röntgen- und UV-Strahlung aussetzen.

Ob die Proxima-Planeten dieser Strahlung mittels starker planetarer Magnetfelder begegnen können, ist noch ungewiss. „Wir können uns aber jetzt schon fragen, wieviele Planeten wir kennen, die ein ähnlich starkes Magnetfeld wie unsere eigene Erde haben?“

Tatsächlich gibt es bislang noch keine Beobachtungen zu Magnetfeldern von Exoplaneten und deren Nachweis dürfte auch schwierig sein. Ein Weg wäre, nach dortigen Polarlichtern zu suchen, wie wir sie von der Erde und Jupiter kennen. Doch dafür müssen wir zuerst optische Instrumente entwickeln, die solche Phänomene auf Planeten um ferne Sterne abbilden können. „Selbst wenn einige Planeten um Rote Zwerge starke planetare Magnetfelder haben, ist es fraglich, ob diese stark genug sein können, um sie vor der Strahlung ihres nahen Sterns ausreichend zu schützen.“

Quelle: University of Sydney

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#6

RE: Proxima Centauri:

in Astromagie & Sternsehung: 26.02.2021 17:34
von Adamon • Nexar | 14.589 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...ntauri20201218/

SETI empfängt potenziell intelligentes Signal aus Richtung Proxima Centauri:


Blick auf die Antennen des australischen Parkes Radioteleskops.
Copyright: CSIRO

Berkeley (USA) – Mit dem Parkes Radioteleskop haben Astronomen der SETI-Initiative „Breakthrough Listen“ ein potenziell intelligentes Radiosignal aus Richtung des der Sonne nächstgelegenen Sterns Proxima Centauri empfangen, der von mindestens einem erdartigen Planeten umkreist wird. Derzeit untersuchen die Astronomen das Signal, um irdische und astrophysikalische Quellen ausschließen zu können.
Wie der britische „TheGuardian“ berichtet, handelt es sich um schmalbandige Radiowellen im Frequenzbereich von 980MHz, die während einer 30-stündigen Beobachtung mit dem australischen Radioteleskop im April und Mai 2019 aufgefangen wurden.

Während die Analyse des Signals noch läuft, um irdische Quellen wie Sendeanlagen, Satelliten aber auch natürlich-astrophysikalische Erklärungen auszuschließen, scheint es so, als stamme das Signal aus Richtung des nächsten Sonnennachbarn, dem roten Zwergstern Proxima Centauri. Zudem stimmen leichte Verschiebungen des Signals mit der Bewegung eines Planeten überein. Wie der Guardian berichtet, sei derzeit ein Fachartikel über das als “BLC1” bezeichnete Signal in Arbeit. BLC steht dabei für “Breakthrough Listen Candidate 1”

Wie ein an den Analysen beteiligter Breakthrough-Astronom gegenüber der Zeitung bestätigte, handele es sich um den ersten ernsthaften Kandidaten für ein intelligentes Signal seit der Ortung des bis heute kontrovers diskutierten sogenannten „WOW!“-Signal im Jahre 1977 (…GreWi berichtete 1, 2, 3). Der Astronom wolle derzeit noch nicht namentlich genannt werden, da die Analysen des Signals noch nicht abgeschlossen sind und der Artikel noch vor der Veröffentlichung stehe.

Quelle: The Guardian
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Weitere Informationen zum möglichen SETI-Signal von Proxima Centauri:


Symbolbild: Das Parkes-Radioteleskop.
Copyright: Daniel John Reardon (via WikimediaCommon) CC BY-SA 4.0

Berkeley (USA) – Seit vor zwei Tagen die Nachricht über ein von SETI-Astronomen mit dem Parkes-Radioteleskop aufgefangenes, potenzielles intelligentes Signal aus dem Planetensystem unseres Nachbarsterns Proxima Centauri bekannt wurde (…GreWi berichtete als erstes deutschsprachiges Nachrichtenportal), überschlagen sich die Informationen und Spekulationen. Ein Update…
Zuvor hatte der britische „The Guardian“ erstmals über die Entdeckung eines extrem schmalbandigen Signals aus Richtung des nur 4,2 Lichtjahre entfernten roten Zwergsterns Proxima Centauri berichtet, der von mindestens einem erdartigen Planeten innerhalb dessen lebensfreundlicher Zone umkreist wird (…GreWi berichtete).

Da das Signal aber weiterhin verifiziert und untersucht werden muss, um bekannte terrestrische oder auch astrophysikalische Quellen ausschließen zu können, und ein Fachartikel über das Signal noch nicht ordentlich publiziert wurde, hielten sich die beteiligten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der SETI-Initiative „Breakthrough Listen“ mit offizielles Statements noch zurück. Auch eine Presseanfrage von Grenzwissenschaft-Aktuell.de blieb bislang unbeantwortet.

Gegenüber dem „Scientific American“ hat sich nun aber der Leiter von „Breakthrough Listen“, Prof. Andrew Siemion von der University of California in Berkeley zum Signal geäußert und gibt zu bedenken, dass noch viel Arbeit zu leisten sei, bevor das Signal als SETI-Signal bewertet und bestätigt werden könne: „Das Signal hat einige Eigenschaften, aufgrund derer es bereits zahlreiche Kontrollpunkte für ein SETI-Signal bestanden hat und wir können es bislang nicht erklären.“

Besonders auffallend sei aber der exrem schmale Frequenzbereich bei 982.002 Megahertz. Damit liege das Signal in einem zumindest in einem technologischen Bereich “Wir kennen keine natürlichen Weg, elektromagnetische Energie in eine derart eingeschränkte Frequenz zu zwängen”, so Siemion weiter und spekuliert, dass es sich vielleicht auch um eine exotische und unbekannte Form von plasmaphysikalischem Phänomen handeln könnte. „Derzeit ist die einzig sinnvolle Erklärung jedoch, dass es sich um das Resultat einer Technologie handelt.” Gegenüber dem „Scientific American“ hat sich auch der SETI-Astronom Prof. Jason Wright von der Penn State University in Pennsylvania zum Signal geäußert und erklärt gerade zu letzterem Aspekt: „Leider haben gerade wir Menschen eine ganze Menge Technologie im außerirdischen Raum platziert.“

„Es handelt sich um das bislang faszinierendste Signal, das von den Breakthrough-Astronomen bislang aufgefangen wurde, weil bislang kein Signal so viele Filter und Tests durchlaufen und bestanden hat“, fügt Sofia Sheikh, ebenfalls von der Penn State University und an der Analyse des als „BLC1“ (Breakthrough Listen Candidate 1) bezeichneten Signals hinzu.

Wie die SETI-Astronomen und -Astronominnen weiter erläutern, bedarf es einiger Barrieren in Form verschiedener Vorabtests, bevor – wie nun geschehen – ein Signal als Kandidat für ein potenzielles SETI-Signal anerkannt wird. Diese Tests dienen hauptsächlich dazu, irdische technologische Quellen ausschließen zu können. Besteht ein Signal diese Tests, suchen Wissenschaftler nach möglichen Fehlerquellen in den Daten, etwa nach Hintergrundrauschen. Schlussendlich wird mithilfe von Algorithmen nach einem möglichen sinnvollen Inhalt im Sinne einer Botschaft oder eines intelligenten Musters gesucht.

Derzeit stimmen die meisten der angefragten SETI-Astronomen noch in den Kanon der wissenschaftlichen Sprachregelung ein, wonach „Aliens“ immer die letzte Option sein sollten, wenn es darum geht, unerklärte Signale aus dem All zu deuten. Allerdings wollen die SETI-Astronomen diese Option auch nicht gänzlich ausschließen. „Das wahrscheinlichste Szenario ist jenes, wonach sich das Signal schlussendlich als Signal einer irdischen Quelle herausstellt“, unterstreicht der ehemalige NASA-Wissenschaftler und heutige Executive Director der Breakthrough-Inititiativen, Pete Worden.

Tatsächlich weise “BLC1” denn auch keine spezifischen Besonderheiten auf, auf die irdische SETI-Astronomen hoffen, wenn sie im All nach sogenannten „Technosignaturen“, also deutlichen Hinweisen auf die Nutzung einer außerirdischen Technologie, hoffen. „Auch wenn das Signal von Proxima Centauri zu kommen scheint, scheint es keine Eigenschaften einer Technosignatur wie spezielle Modulation zu besitzen. Bildhaft gesprochen ist BLC1 nur ein Ton, eine musikalische Note“, erläutert Siemion gegenüber dem „Scientific American“. „Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir noch keine zusätzlichen Merkmale gefunden. (…) Zudem scheint es sich ganz langsam und ebenso minimal in einer Art und Weise zu verändern, wie sie mit der Bewegung entweder unserer eigenen Erde oder aber einem Proxima-Planeten entspricht.“ Im letzteren Fall könnte es sich also auch um einen sich mit dem Planeten bewegenden Sender auf dessen Oberfläche handeln.

Weitere Folgebeobachtungen konnten das Signal nicht wiederfinden. Auch dies wäre eine Voraussetzung, um BLC1 als echtes SETI-Signal anzuerkennen: „Sollte es sich um ein absichtlich gesendetes Signal handeln, so gehen wir davon aus, dass sich das Signal wiederholen sollte“, erklärt Shami Chatterjee von der Cornell University in New York und führt dazu weiter aus: „Sollte ein unabhängiges Team das gleiche Signal wiederfinden und bestätigen, dann wäre das schon eine große Sache. Ich wette aber, dass dies nicht passiert.”

Während die Behauptung, laut der ein echtes SETI-Signal sich wiederholen sollte/müsste, aus irdisch-wissenschaftlicher Sicht nachvollziehbar erscheint, vergisst das Argument, dass auch irdische Astronomen bereits mehrfach Einzelsignale ins All gesendet haben und auch dies mit der Absicht, eine Botschaft an Außerirdische zu senden (METI).

Trotz aller derzeitigen Kontroverse um das Signal handelt es sich um das bislang spannendste Signal, das innerhalb der Suche nach außerirdischer Intelligenz gefunden und untersucht wurde. In einigen Monaten, wenn die Untersuchungen abgeschlossen sein werden, wissen wir vermutlich mehr. Bis dahin bleiben zumindest die SETI-Astronomen bei ihrem Credo: “Es sind niemals die Aliens – zumindest so lange nicht, bis es dann doch die Aliens sind“…

…GreWi wird weiterhin berichten.

Quelle: Scientific American, eigene Recherche grenzwissenschaft-aktuell.de
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Ein Signal von Proxima Centauri? – Ein GreWi-Gastbeitrag von Seth Shostak:

Nun, es könnten durchaus Außerirdische sein. Andererseits könnte auch sein, dass uns unsere eigene Technologie einen Streich spielt und in die Irre führt. Der britische „The Guardian“ vom 18. Dezember berichtete erstmals, dass Astronomen des „Breakthrough Listen“-Projekts – der umfassenden Radio-Suche nach außerirdischen Intelligenzen, die von der University of California in Berkeley durchgeführt wird – ein Funksignal aus Richtung Proxima Centauri entdeckt haben. Dies ist das uns am nächsten gelegene Sternensystem, nur 4,2 Lichtjahre entfernt, und es ist bekannt, dass es von mindestens zwei Planeten umkreist wird. Das Signal wurde vom Parkes-Radioteleskop rund 190 Meilen landeinwärts von Sydney in Australien empfangen. Da Proxima Centauri nur am südlichen Himmel sichtbar ist, braucht es ein Teleskop in “Down Under”, um unser nächstes Nachbarsystem zu beobachten.



– Bei diesem Artikel handelt es sich um einen GreWi-Gastbeitrag des Astronomen Dr. Seth Shostak vom SETI Institute. Die deutschsprachige Übersetzung wurde mit Genehmigung Shostaks durch Grenzwissenschaft-Aktuell.de (GreWi) erstellt. Der Originalartikel erschien erstmals am 19. Dezember 2020 auf der Webseite des SETI Institute.
Bedeutet dies nun aber, dass SETI-Astronomen endlich ihren heiligen Gral gefunden haben, ein Funksignal, das nur von einem absichtlich konstruierten Sender auf einer anderen Welt ausgehen konnte?

Tatsächlich wäre genau das möglich. Aber die Forscher von „Breakthrough Listen“ achten sorgfältig darauf, dass sie sich keinem Wunschdenken hingeben, bis das Signal zusätzlichen Beobachtungen unterzogen wurde.

Was sind also die möglichen Auswirkungen dieses Befundes? Schauen wir uns einmal die möglichen Deutungswege an:

Zunächst einmal scheint es so, als variiere das Signal geringfügig in der Frequenz, es wackelt also leicht auf und ab. Das bedeutet: Es kommt also nicht von einer Antenne, die hier auf der Erde mit dem Boden verankert ist. Das macht es per Definition zwar umgehend zu einem nicht irdischen Signal, zertifiziert es aber immer noch nicht per se als von fremder Herkunft.

In der Tat könnte es sich um ein Telemetriesignal eines umlaufenden Satelliten handeln. Die Orbitalbewegung dieser Satelliten führt schließlich dazu, dass ihre Übertragungen in der Frequenz steigen und fallen.

Wer nun denkt, dass die Chancen, versehentlich einen Satelliten einzufangen, nicht groß sind, der sollte nochmals über diese Wahrscheinlichkeit nachdenken: Tatsächlich gibt mehr als 2.700 funktionierende Satelliten rund um unserem Planeten, die Informationen über das Wetter, Bilder für Google Earth, GPS-Signale für die Navigation und hochauflösende Fotos für das Militär liefern, um nur einige zu nennen. Diese Informationsflut ist zwar für unseren High-Tech-Lebensstil sehr wichtig, sie beeinflusst aber auch einen Großteil des Funkspektrums. SETI-Astronomen versuchen von je her, in diesem Funkheuhaufen eine Nadel zu finden.

Wenn es aber kein Satellitensignal ist, was könnte es sonst sein? Nun, es ist möglich, dass das Signal tatsächlich von etwas stammt, dass sich hinter Proxima Centauri befindet, also zufällig mit dessen Position und Richtung übereinstimmt. Ein Beispiel für eine solche Situation ist die aktuelle Konjunktion von Jupiter und Saturn: Für uns sieht es so aus, als ob Jupiter in den Raum des Saturn einzudringen scheint, wenn sich die beiden Planeten am Abendhimmel nähern. Am 21. Dezember betrug ihr Abstand nur 6 Bogenminuten. Aber natürlich werden Jupiter und Saturn sich nicht wirklich derart nahekommen. Tatsächlich trennen die beiden Planeten weiterhin rund 800 Millionen Kilometer leeren Raumes. Es hat also nur den Anschein, dass sie in einer Reihe stehen.

Vielleicht ist es also genau das, was gerade passiert: Das Signal käme dann nicht von Proxima Centauri, sondern von etwas anderem, das sehr viel weiter hinter dem Zwergstern liegt. Doch selbst wenn dem so wäre, so wäre das Signal weiterhin äußerst interessant, da natürliche Funksignale – wie sie etwa von Quasaren, Pulsaren und vielen anderen Mitgliedern des kosmischen Bestiariums erzeugt werden – nicht schmalbandig sind. Sie sind nicht auf einen derart kleinen Frequenzbereich beschränkt und konzentriert, wie dieses Signal es zu sein scheint.

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass es sich lediglich um natürliche Funkemissionen eines Planeten mit einem starken Magnetfeld handelt. In unserem eigenen Sonnensystem werden Jupiters laute Funkstöße seit vielen Jahrzehnten untersucht. Vielleicht gibt es also einen derart gewaltigen, magnetisch aktiven Planeten, der Proxima Centauri umkreist?

Möglich wäre das, aber wenn wir Jupiter ins System um Proxima transportieren würden, wären seine kakophonen Ausbrüche ungefähr tausendmal schwächer als das schwächste Signal, das unsere derzeitigen Radioteleskope erkennen können. Mit anderen Worten: diese Erklärung für die Erkennung hängt davon ab, dass es eine außerordentlich laute und noch nicht entdeckte Welt gibt, die Proxima Centauri umkreist. Nicht unmöglich, aber eher unwahrscheinlich.

Natürlich besteht immer die Möglichkeit, dass das Signal auch sehr lokalen Ursprungs ist. Ein Mikrowellenherd im Pausenraum des Parkes-Radioteleskops sorgte vor fünf Jahren für erhebliche Bestürzung, als er Signale erzeugte, die zunächst darauf hindeuteten, dass im fernen Kosmos etwas Bemerkenswertes geschah. In Wirklichkeit war es aber nur jemand, der sich gerade das Mittagessen aufwärmte…

Selbst angesichts der hier diskutierten kurzen Liste an Möglichkeiten sehen wir, dass es derzeit noch mehrere mögliche Erklärungen für das Signal gibt, die leider eher prosaisch sind.

Solange wir es noch nicht besser wissen, sollten wir die Alien-Hypothese weiterhin als Möglichkeit diskutieren. Schließlich wird jede SETI-Entdeckung schwierig zu deuten sein, wenn wir sie zum ersten Mal machen.

Es wird viele Aufrufe zur Zurückhaltung geben, um die allzu Eifrigen etwas zu beruhigen. Es ist jedoch zu erwarten, dass eines Tages eines dieser verdächtigen Signale tatsächlich jener Beweis für eine ferne Intelligenz sein wird, den wir schon so lange suchen.

Vorsicht und Sorgfalt sind immer ein guter Ratgeber. Aber wir müssen auch vorsichtig sein, dass wir dabei das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten. Denn schlussendlich könnte genau dieses Kind unsere Vorstellungen vom Kosmos für immer verändern.

Quelle: SETI Institute
© Seth Shostak / SETI.org (dt. Übersetzung: grenzwissenschaft-aktuell.de)


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