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#16

RE: Pyramidonal:

in Aegyptica. - 21.01.2018 12:45
von Adamon • Nexar | 13.764 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...-gizeh20171110/

Kontroverse um großen Hohlraum im Innern der Großen Pyramide von Gizeh:

Kairo (Ägypten) – Die Entdeckung des bislang größten unbekannten Hohlraums im Innern der Großen Pyramide auf Gizeh sollte eigentlich als DIE Sensation des Jahres, des Jahrzehnts oder gar des Jahrhunderts betrachtet und gefeiert werden – würde man meinen. Nicht aber, wenn es nach einigen alteingesessenen Ägyptologen geht. Diese tun seit der Veröffentlichung der Entdeckung im Fachjournal “Nature” ihr Möglichstes, um den Fund herunterzuspielen – mit entsprechendem Erfolg in der internationalen Berichterstattung. Zugleich spricht der Antikenminister Ägyptens nun aber erstmals selbst von einer bedeutenden Entdeckung. Grenzwissenschaft-Aktuell.de (GreWi) hat exklusiv mit dem Leiter der “ScanPyramids”-Mission über den Fund gesprochen.

Zuvor hatte sich unmittelbar nach Bekanntwerden des Nature-Fachartikels sowohl der Vorsitzende des ägyptischen Antikenrats Mustafa Waziri (Anm.: …entspricht nicht dem Antikenminister!) als auch der bekannte Archäo- und Ägyptologe Zahi Hawass, seines Zeichens selbst einstiger Minister des ägyptischen Antiken-Ministeriums, die Bedeutung der Entdeckung des knapp 30-50 x 9 Meter Hohlraums (…GreWi berichtete) heruntergespielt.


Zahi Hawass
Copyright: Gemeinfrei

Hawass, der selbst weder an der Entdeckung noch am Fachartikel beteiligt war, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, er habe “mit anderen Wissenschaftlern des Projekts gesprochen und ihnen erklärt, dass dies keine wirkliche Entdeckung sei”. Allerdings sind die Entdecker und Autoren des Artikels die Hauptuntersucher und Leiter der ScanPyramids-Mission. Mit welchen “anderen Wissenschaftlern” des Projekts Hawass also gesprochen haben will, geht aus seinen Aussagen und den diese zitierenden Berichten bislang nicht hervor.

Weiterhin erklärte Hawass gegenüber der AFP, dass die Pyramide tatsächlich “voller Hohlräume” sei, dass dies aber nicht bedeutet, “dass es eine geheime Kammer oder eine neue Entdeckung gibt”. Waziri kritisierte die Autoren hinzu für angeblich sensationalistische Interpretationen und der Bekanntgabe der Entdeckung unbekannter Räume oder Kammern. Derartige Interpretationen “sollten nicht vor einer wissenschaftlichen Diskussion veröffentlicht werden”.



Tatsächlich erheben aber die Autoren des Nature-Fachartikels diesen Anspruch selbst überhaupt nicht – und unterstreichen sogar, dass man die Funktion und damit die Bedeutung des Hohlraums noch nicht kenne und deshalb bislang auch nur von einem “Hohlraum” und nicht von einer Kammer, Galerie, Korridor oder Ähnlichem spreche. Zudem erfüllt die Veröffentlichung des Artikels im angesehenen Fachjournal “Nature” durchaus wissenschaftliche Standards.

Hawass selbst wird in zahlreichen Medienberichten zum Fund als “Vorsitzender des Wissenschaftskomitees des ScanPyramids-Projekts” dargestellt, der dieses “überwache” oder sogar leite. Hierzu stellte das die Arbeiten tatsächlich leitende Heritage Innovation Preservation Institutes (HIP) schon im Juni 2016 angesichts ähnlicher Behauptungen gegenüber GreWi klar:
“Entgegen den zahlreichen Meldungen unterstehen die Myonen-Scans in der Großen Pyramide von Gizeh, sowie in den Pyramiden von Dahschur im Rahmen der ‘ScanPyramids’ Mission auch weiterhin der Leitung des ‘Heritage Innovation Preservation Institutes’ (HIP) sowie der Fakultät für Ingenieurswissenschaften an der Cairo University und werden von Beginn an (im Oktober 2015, …GreWi berichtete) von Wissenschaftlern aus Ägypten, Japan, Frankreich und Kanada durchgeführt. (…) Die Ergebnisse der aktuell vom ScanPyramids-Team geleiteten Myonen-Scans werden im Sinne weiterer Analysen und Interpretationen mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Komitees verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen geteilt. (…) Das ägyptischen Antiken-Ministerium (Ministry of Antiquities) hat ein eigenes Ägyptologen-Komitee gegründet, dem der Minister Dr. Khaled El-Anany vorsteht und das von Dr. Zahi Hawass geleitet werden wird. (…) Was aber die eigentliche ScanPyramids-Mission anbetrifft, so kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass diese nicht von Dr. Hawass geleitet wird. (…) Die Ergebnisse der Myonen-Scans aus der Großen Pyramide von Gizeh, so der HIP-Sprecher abschließend, werden – ebenso wie die früheren Ergebnisse der Mission – transparent veröffentlicht.”

Im Gegensatz zu Waziri und Hawass hat sich mittlerweile der derzeitige Antikenminister Ägyptens, Khaled Al-Anany, zu der Entdeckung in der Großen Pyramide geäußert und positioniert.

Auf der International Conference on the Science of Ancient Egyptian Materials and Technologies (SAEMT) dankte der Minister dem ScanPyramids-Team um Mehdi Tayoubi vom HIP Institute und Kunihiro Morishima von der japanischen Nagoya University und sprach von einer “neuen Offenbarung, die erneut das Interesse der Welt auf Ägypten lenke.” Was hier nun entdeckt wurde, sei “neu und größer als alle bekannten Hohlräume der Pyramide” und werde nun “weiterhin wissenschaftlich untersucht und erforscht”, zitierte der “Egypt Independent” den Minister. Zugleich deutete aber auch Al-Anany an, dass gerade mit dem Team (…um Hawass?) der Fund derzeit weiter “diskutiert” werde und führte dazu weiter aus: “Das Forscherteam besteht aus internatonalen Wissenschaftlern, die unter dem Schirm des Antikenministeriums und unter der Aufsicht von Hani Helal, dem ehemaligen Bildungsminister arbeite. Das Komitee des Ministeriums fordere, dass Schlussfolgerungen aus der Entdeckung ebenfalls in einem international angesehnen Journal veröffentlicht werden sollen.”

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#17

RE: Pyramidonal:

in Aegyptica. - 21.01.2018 14:08
von Adamon • Nexar | 13.764 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...-eisen20180112/

Keine statische Funktion: Birgt der “große Hohlraum”
in der Cheopspyramide einen Thron aus Eisen?

Mailand (Italien) – Seit der Entdeckung eines “großen Holhlraums” oberhalb der Großen Galerie in der auch als Cheopspyramide bezeichneten Großen Pyramide von Gizeh (…GreWi berichtete), rätseln Wissenschaftler über die Funktion und den möglichen Inhalt dieser Struktur. Da der Hohlraum offenbar keine architektonisch-statische Funktion besitzt, spekuliert ein italienischer Wissenschaftler nun darüber, ob der Hohlraum einen Thron aus Eisen umgeben könnte.

Wie der Archeoastronomie-Professor Dr. Giulio Madergli vom Politecnico di Milano in einem vorab via ArXiv.org veröffentlichten Artikel ausführt, besitze der kürzlich entdeckte große Hohlraum keinerlei statische Entlastungsfunktion für die Große Galerie, da schon die sich nach oben stufenförmig verjüngende Große Galerie selbst, genau den auftretenden statischen Belastungen entgegenwirkt.

Stattdessen liefert Madergli seine eigene Interpretation, “die mit den überlieferten Begräbnisritualen übereinstimmt, wie sie sich aus den sog. Pyramidentexten ergeben. Diese Texte beschreiben, dass der (verstorbene) Pharao, bevor er die nördlichen Sterne erreicht, die ‘Tore zum Himmel’ passieren und auf einem ‘Thron aus Eisen’ platz nehmen muss.”


Die ungefähre Position und Größe des kürzlich entdeckten “großen Hohlraums” in der Cheopspyramide.
Copyright/Quelle: Giulio Magli

Im Innern der Pyramide gibt es vier enge Schächte, die auf den nördlichen Himmel (u.a. die Sternbilder Großer Wagen und Drache) ausgerichtet sind, dem “Wohnort des Pharaos nach seinem irdischen Ableben. “Zwei dieser Tunnel führen durch Öffnungen aus der Fassade der Pyramide hinaus, während die beiden anderen an kleinen Toren enden. Die südliche Tür wurde bereits zuvor mehrfach, jedoch ohne wirkliche Ergebnisse untersucht. Der nördliche Schacht bzw. dessen Sperrstein ist immer noch unerkundet.”

Während diese Sperrsteine also möglicherweise die “Tore zum Himmel” darstellen könnten, könnte der Nordschacht tatsächlich zum neu entdeckten Hohlraum führen, argumentiert der Mathematiker von der Polytechnischen Universität Mailand. “Dieser Raum könnte dann, an seiner höchsten Seite und damit exakt unterhalb der Spitze der Pyramide jenes Objekt beinhalten, das Cheops benötigte, um den Weg zu den Sternen anzutreten – der in den Pyramidentexten beschriebene ‘eiserne Thron’.”


Wie dieser “Eisenthron” aussehen könnte, leitet Madergli aus dem bekannten Thron von Cheops’ Mutter Hetepheres ab, der anhand von Fragmentfunden von Archäologen der Harvard University rekonstruiert wurde (s. Abb. r.). “Hierbei handelt es sich um einen tiefliegenden Stuhl aus Zedernholz mit Fayencen und Goldüberzug. Der Thron des Cheops könnte also ähnlich aussehen, jedoch mit Eisen verkleidet sein. Natürlich wäre dies dann geschmolzenes Eisen – Eisen, dass in Form von Meteoriten vom Himmel gefallen sein könnte, wie es in den Texten erwähnt wird. (…) Sicher ist, dass die Alten Ägypter dieses Material schon Jahrhunderte vor Cheops kannten und es immer wieder zur Herstellung und Verzierung von Gegenständen für den Pharao verwendet wurde. Ein bekanntes Beispiel ist der Dolch des Tutanchamun.”

Neben der Erläuterung seiner Hypothese präsentiert Madergli auch eine Möglichkeit, wie diese überprüft werden könnte. Hierzu müsste der Nordschacht erneut untersucht werden (s. Pyramidenskizze). “Derzeit kann nur schwer gesagt werden, ob der Nordschacht tatsächlich zu dem neu entdeckten Hohlraum führt, da die Daten dessen genaue Position bislang nur vage abbilden und nicht direkt überprüft sondern interpretiert werden müssen.”

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#18

RE: Pyramidonal:

in Aegyptica. - 06.03.2018 20:25
von Adamon • Nexar | 13.764 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...aetsel20180220/

Kardinalpunkte: Archäologe präsentiert mögliche Erklärung für Pyramidenrätsel:


Luftaufnahme der sog. Cheops-Pyramide (l.) und der Chephren-Pyramide (r.).
Copyright: Náprstek Museum, Prag / CC BY-SA 3.0
Kairo (Ägypten) – Schon seit mehr als hundert Jahren stellen die Große Pyramide und die Chephren-Pyramide von Gizeh gemeinsam mit der Roten Pyramide von Dahschur Laien wie Forscher und Wissenschaftler vor zahlreiche Rätsel. Eines davon – wie es den Erbauern gelang, die gewaltigen Bauwerke nahezu exakt nach den sogenannten Kardinalpunkten (Norden, Süden, Osten und Westen) auszurichten – glaubt ein Archäo-Ägyptologe nun gelöst zu haben.

Wie Glen Dash in einem Artikel im “Journal of Ancient Egyptian Architecture” berichtet, könnten die Alten Ägypter auf erstaunlich einfache Weise die Herbst-Tag-und-Nachtgleiche zur Bestimmung der Kardinalpunkte genutzt haben.

Tatsächlich sind alle drei Pyramiden mit erstaunlicher Präzision nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet, um weichen von den Kardinalspunkten nur um weniger Bruchteile eines Winkelgrades gegen den Uhrzeigersinn ab.

Seit rund hundert Jahren haben unterschiedliche Forscher und Wissenschaftler nach einer Erklärung und den Methoden gesucht, mit denen die Alten Ägypter diese Präzision erreicht hatten.

In seinen eigenen Experimenten platzierte Dash einen sogenannten Gnomon, also einen astronomischen Messstab, auf einer hölzernen Plattform und markierte die Position des Stabschattens über den Tag hinweg: “Am Tag der Herbst-Tag-und-Nachtgleiche (Equinox) war das Ergebnis dieser Dokumentation eine gerade Linie auf dem Boden, die nahezu perfekt von Osten nach Westen verläuft.”

Auch die minimale, gegen den Uhrzeigersinn drehende Abweichung der drei Pyramiden spiegele sich in der Abweichung dieser Linie vom Ideal der Kardinalpunkte wieder.


Schaubild zur Anwendung der von Glen Dash beschriebenen “Equinoctial Solar Gnomon Method” zur Ermittlung der exakten Ost-West-Kardinalpunkte (Illu.).
Copyright/Quelle: Dash / egyptian-architecture.com

Ob diese Methode nun auch wirklich von den Alten Ägyptern angewandt wurde, ist natürlich aufgrund fehlender historischer Beschreibungen nicht nachzuweisen. Nicht zuletzt wurden auch schon in den vergangenen Jahrzehnten unterschiedliche Methoden vorgestellt, mit denen unter Zuhilfenahme von Sonne oder Sternen die Pyramiden ausgerichtet worden sein könnten. Gegenüber anderen Methoden habe seine Equinox-Methode (equinoctial solar gnomon method) allerdings den Vorteil, dass sie – guts Wetter vorausgesetzt – vergleichsweise einfach umzusetzen ist und nicht mehrerer komplexer Vorgänge und Schritt bedarf. “Tatsächlich ist nur schwer eine Methoden vorstellbar, die einfacher ist als diese”, so der Forscher abschließend.

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