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INANNA:

in Formen & Namen der Göttin: 10.03.2010 15:06
von Atlan - Adamon • Nexar | 14.588 Beiträge

Aus: http://www.seelenfindung.de/html/teil_3.html




Der Auferstehungsmythos von Inanna:


Wenn wir achtsam sind, können wir feststellen,
daß die Göttin uns ihre Spuren hinterlassen hat.
Sie ist in jedem von uns zu finden, als tiefe Erinnerung an ihr Wirken
in Liebe für die Menschen und die Erde, aber auch
in menschlich definiertem Leid.

Und sie hinterließ uns jede Menge Geschichten,
um Zugang zu einem ihrer Teilaspekte zu finden.
Jede Göttin beschreibt uns eine Eigenschaft,
mit der wir uns identifizieren und tiefer beschäftigen können.

Eine davon möchte ich euch gerne beschreiben,
diese Geschichte ist ein heiliger Einweihungsweg,
den wir gehen können, um wieder ganz und heil zu werden.


Die Göttin Inanna ist eine sumerische Göttin,
und manche Quellen behaupten, sie kam von den Plejaden.
Sie wurde häufig erwähnt im Gilgamesch-Epos,
und es wurden auch 3000 Jahre alte Schrifttafeln gefunden,
die ihre Geschichte enthalten.
Inanna erzählt uns den ältesten Auferstehungsmythos, der uns überliefert ist
(die Geschichte ist sehr lang - hier in aller Kürze):


Inanna ist die Göttin des Himmels und der Erde.
Sie entschließt sich, in die Unterwelt zu gehen,
da 'ihr Herz verlangte aus himmlischer Höhe nach der Erde tiefstem Grund'.

Als Vorsichtsmaßnahme unterweist sie Ninshubur,
ihre weibliche Vertraute, die Götterväter um Hilfe zu bitten,
falls sie nicht binnen 3 Tagen zurückkehre.

Am 1. Tor zur Unterwelt muß Inanna ihre Absicht erklären.
Der Torhüter benachrichtigt Inannas Schwester Ereshkigal,
die Königin des Großen Unten, daß Inanna um Einlaß
in das Land ohne Wiederkehr bitte.

Ereshkigal reagiert mit Zorn und verlangt, daß Inanna 'nackt
und gebeugt' zu ihr gebracht werde.
Sie muß beim Abstieg siebenmal etwas ablegen,
was ihr lieb ist: ihre Kleider, ihren Schmuck, ihre Haare,
ihren Stolz, ihre Wünsche, ihre Krone und ihre Macht.
Unten angekommen, tötet Ereshkigal sie mit ihrem Blick.

Inzwischen schlägt Ninshubur auf der Erde Alarm,
doch Inannas Vater verweigert seine Einmischung in
die Gesetze der Unterwelt.

Schließlich hört Enki, der Gott des Wassers und der Weisheit,
Ninshuburs Klage und rettet Inanna, indem er ihr zu trinken gibt.
Zurück in ihrem Königreich, muß Inanna für ihre Wiederkehr
ein Opfer bringen, und wählt dafür Dumuzi, ihren Geliebten,
der inzwischen ihren Thron besetzte.


Daß es Inannas Herz aus himmlischer Höhe nach der Erde tiefstem Grund verlangte,
ist eine Parabel darauf, daß wir uns nicht vollständig fühlen können,
solange wir nicht auf den Grund unserer Seele geschaut
und unsere Schatten integriert haben.

Ninshubur, Inannas weibliche Vertraute,
ist unser eigenes Vertrauen in die weibliche Schutzkraft,
und Inannas Schwester Ereshkigal symbolisiert unsere tiefsten Schatten:
all unsere Ängste, unseren Schmerz, unsere Trauer.
Auf dem Weg nach unten muß Inanna alles loslassen,
was ihr lieb ist: wir müssen unsere Wünsche, unser Wollen
und unser Ego hinter uns lassen, und 'nackt und gebeugt',
also in Echtheit und Demut vor unsere Schatten treten.

Dort, wo Inanna stirbt, stirbt nur unser altes, unechtes Ich.


Der Umstand, daß Inannas Vater seine Hilfe verweigert,
ist tiefenpsychologisch vielschichtig.
Viele Frauen (auch Männer) kennen diese Erfahrungen nur allzu gut,
vom Vater verraten und im Stich gelassen zu werden.
Der Vater symbolisiert hier traditionelle Regeln und Gesetze,
die verabschiedet werden müssen, um der Wahrheit neuen Platz zu geben.


Hierzu gibt es viel Parallelliteratur mit ähnlichem Inhalt:
Iphigenie, vom Vater verraten, wird von der Göttin Artemis gerettet.
Im Grimm-Märchen 'das Mädchen ohne Hände' opfert sich
die Tochter für den Vater.

Und die Inuit-Göttin Sedna wird von ihrem Vater ins Meer geworfen,
wo sie ertrinken muß.
All diese Geschichten machen uns deutlich, daß wir uns im Endeffekt
nicht mehr auf den Schutz des Vaters, oder auf patriarchale
Gesetze verlassen können, da sie ohne Liebe zerstörerisch wirken.


Nun, Inanna wird vom Wassergott Enki gerettet:
sie begibt sich in den Fluß des Lebens zurück, sein Wasser macht sie wieder lebendig
- wir können auf unsere Gefühle vertrauen, wenn wir unserer
Liebe und unserer Freude folgen, kehrt auch unsere Lebendigkeit wieder zurück.

Ausgestattet mit der vollen eigenen Kraft und Integrität,
schickt Inanna Dumuzi in die Unterwelt, der sich auf ihrem Thron breitgemacht hat.
Wir können also, wenn wir in unsere ganze Kraft und Eigenidentität gehen,
sehr klare Entscheidungen treffen, was wir wollen, und was wir nicht mehr wollen.


Die Göttin hinterließ uns vor 3000 Jahren Inannas Geschichte,
um uns heute Hinweise zu geben, wieder heil und ganz zu werden.
Ist das nicht großartig?
Sie wünscht sich, daß wir nicht nur unsere eigene Autorität anerkennen,
sondern über uns selbst hinauswachsen,
indem wir in unsere Eigenermächtigung gehen.

Um ihre Vergebung brauchen wir uns nicht sorgen,
nur um die unsrige. Sie ist DEINE Kraft, DEIN Vertrauen,
DEINE Geborgenheit und DEINE Liebe.

Und darum geht es heute.
Das Verschwinden der Göttin seit langer Zeit hat in uns allen
eine tiefe Trauer hinterlassen, die uns meist gar nicht bewußt ist.
Doch es geschehen Dinge im Hintergrund, die uns Mut machen können:


Im Sommer 2005 wurde der rosa-orangefarbene Strahl der Göttin
wieder auf der Erde verankert.
Dies geschah an verschiedenen Kraftorten der Erde, insbesondere auf Hawaii.
Sie war natürlich schon immer da, aber seitdem steht uns diese Energie
der Göttin potentiell zur Verfügung, und dringt mehr und mehr in unser Bewußtsein.
Was dies für uns bedeutet, erklärt ein Zitat * von ihr
(aus: ‘Aquaria, die Göttin kehrt zurück’, Brigitte Jost, Amadeus Verlag):

“Das Göttlich-Weibliche wird euch die alles vereinende,
gefühlvolle Nähe und Wärme zum Göttlichen vermitteln können,
so dass ihr euch von Grund auf auch an eurer Lebensbasis akzeptiert,
geliebt, geborgen und geschützt fühlt.

Das Göttlich-Weibliche ermöglicht euch, das Göttliche in euch selbst
und eurem täglichen Leben zu spüren und auch zu leben.
Es wird für jeden von euch greifbar und ihr braucht keine Vermittler mehr.
Durch das Göttlich-Weibliche verliert ihr eure Machtlosigkeit,
eure Ängste vor dem unerreichbaren Göttlichen, vor dem Leben,
vor Krankheiten und dem Sterben und dadurch wird euer Leben
sich von Grund auf verändern.

Es wird keine Schattenseiten in diesem beängstigenden Ausmaß mehr geben müssen,
denn ihr erschafft euch keine Hindernisse mehr, sondern den Himmel auf Erden,
und seid dabei dankbar in jedem Augenblick eures Daseins.

Euer tägliches Leben wird zum Gottesdienst,
zum Dienst an eurer inneren Göttin und eurem inneren Gott - vereint in euch allen.

Also ein Dienst an euch gegenseitig, weil das Göttliche in jedem von euch ist!
Das wahre Göttliche will nicht allein verehrt werden,
sondern in allen Lebewesen geliebt werden.

Was nützt Verehrung, wenn ihr gleichzeitig Kriege führt?
Die Integration des Göttlich-Weiblichen leitet die Neue Zeit ein
und alle, ob Frauen oder Männer, werden wie selbstverständlich gleichberechtigt leben.

Ihr werdet erfahren, wie heilig eure Körper sind und eure körperliche Liebe,
die dazu da ist, eure reine geistige Göttliche Liebe körperlich in tiefster Freude zu leben.
Die geistige Liebe im Körper zu leben.
Eure Körper sind heilig, göttlich, gesund und schön.
Ich, die Göttin des Neuen Zeitalters, bringe den Himmel auf die Erde
zum Wohle aller Frauen und Männer.”


Was ich dazu empfing, war Folgendes:

“Meine Farben sind die der liebevollen Veränderung und Erneuerung.
Mit rosa schwingt ihr euch auf die Liebe ein, und die Farbe orange
lässt euch frohgemut der neuen Energie zuwenden.
Rosa ist auch die Verbindung von rot und weiss
- ihr wisst, dass diese beiden Farben dem Wurzelchakra zugeordnet sind,
und somit auch mich und Mutter Erde repräsentieren.
Orange symbolisiert die Freude, die ich euch vermitteln möchte.
Die Freude, die ihr über viele Inkarnationen hinweg vermisst habt
- sie wird zurückkommen, wenn ihr euch öffnet. Wenn ihr mich annehmt.

Meine Kinder des Herzens, ihr schreckt noch ein wenig zurück
vor dieser reichen, bedingungslosen Liebe, die ich für euch habe.

Lasst das alte Bild von mir los; ihr braucht es nicht mehr!
Es beginnen wahrlich Zeiten der Fülle für euch, der Liebe
und des Friedens, in der Tat.
Öffnet euer Herz und nehmt mich an - denn ICH BIN eure grösste Sehnsucht!
Lasst euch fallen in meine Liebe, denn ich habe meine Arme weit ausgebreitet für euch.
Lacht mit mir! Segnet mich in euch und allem Lebendigen!
Das ist es, worum ich euch von Herzen bitte!"




. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

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RE: INANNA:

in Formen & Namen der Göttin: 21.03.2010 04:13
von Atlan - Adamon • Nexar | 14.588 Beiträge

Aus: http://www.inanna.de/mythos.html

Die Himmelskönigin: Inanna


Eine nackte Göttin, die ihre Brüste hält, um Milch zu spenden,
ist die älteste bildliche Darstellung der Göttin in Mesopotamien.

Sie symbolisierte das gebärende Element, war Ausdruck der Fruchtbarkeit
von Mutter Natur und somit ein Sinnbild für den Ursprung des Lebens.
Die sumerische Inanna oder Innin, die große Himmelsherrin,
wurde mit der Zeit als Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit,
aber auch des Krieges, zur weiblichen Zentralfigur des sumerischen Pantheons.
Als Verkörperung des Venussterns trug sie den Namen Ninsianna.
Die zahlreichen Fruchtbarkeitsgöttinnen der Sumerer
verschmolzen in dieser einen Gestalt.

Als Ishtar und Astarte (west-semitische Göttin) herrschte sie später
in Babylon und Assyrien als oberste Göttin.
Ihre Popularität war universell im gesamten antiken Orient.

Selbst König Salomo soll sie verehrt haben und ließ ihr
im Osten Jerusalems eine Kultstätte bauen.
Auch in den phönizischen Mythen kann man Inanna als Astart oder Anat
wiederbegegnen und Züge ihres Wesens spiegeln sich schließlich
auch in der griechischen Aphrodite, die ja nicht griechischen Ursprungs ist.


Inanna ist die machtvolle Liebesgöttin des vorderen Orients.
Im Vergleich zu anderen Gottheiten stand die Himmelsherrin,
das große Licht, nicht nur im Zentrum vieler sumerischer Mythen,
sondern war auch Mittelpunkt der religiösen Praxis in vielen Tempeln.

In ihren frühesten Manifestationen wurde sie mit den Speicher
und Lagerhäusern assoziiert und galt als Göttin der Dattelpalme,
sowei der Wolle, des Fleisches und des Getreides. .


Wie ihre Existenz, so ist auch ihre Herkunft mythenumwoben.
In Uruk, ihrer heiligen Stadt, galt sie als die Tochter des höchsten Himmelsgottes An,
worauf auch die Silbe AN in ihrem Namen verweißt.

In dem Mythenzyklus um Inanna wurde sie aber als Tochter des Mondgottes
Nanna und seiner Frau Ningal und damit Schwester des Sonnengottes Utu
(babylonisch: Schamasch) bezeichnet.

Strenggenommen wäre der Weisheits- und Wassergott Enki
(akkad. EA) somit ihr Großvater.
Ebenso wurde sie als Schwester der Unterweltsgöttin Ereschkigal
(= Herrin des Großen Unten) angesehen, die sie in dem Mythos von
Inannas Abstieg in die Unterwelt besuchte.

Andere Quellen bezeichnen sie eindeutig als Tochter des Windgottes Enlil
(akkad. Ellil), dem sie als Kriegsgöttin in ihrer Wildheit und Härte in nichts nachsteht.

Dieses verwirrende, nicht ganz eindeutige Verwandtschaftsgeflecht
deutet aus meiner Sicht an, daß Inanna im bildlichen Sinne
viele Väter und Mütter hatte, ergo unterschiedliche Machtbereiche in sich vereinte.

In ihrer Omnipotenz - sie verbindet viele auf den ersten Blick
gegensätzliche göttliche Kräfte in sich - sehe ich das Bild
der Großen Urmutter verkörpert, die den Dualismus noch in sich vereint und nicht trennt.

Als Himmelsgöttin ist Inanna die Spenderin aller Fruchtbarkeit auf Erden.
Damit ist sie für das Gedeihen der Vegetation ebenso verantwortlich,
wie für den Ackerbau, die Viehzucht und nicht zuletzt
die Fortpflanzung des Menschen.
Sie läßt das Korn sprießen, die Herden gedeihen und das Kind im Mutterleib wachsen.

Zugleich ist sie aber quasi als Urbild der Mutter Erde
auch die unersättliche, begehrenswerte, die in immer neuer Liebe erglühende,
unabhängige und nicht zu bindende Liebhaberin.
Als Göttin der Liebe steht sie auch für unbändige Begierde und Leidenschaft.

Diese Leidenschaftlichkeit bildet schließlich die Verbindung
zu ihrer zweiten göttlichen Funktion, der der Kriegsgöttin.

Der Kampf um ihre Erscheinung spiegelt sich wider im Kampf der Götter,
Städte und Dynastien, die sie besitzen wollen.
Deshalb ist sie im direkten Sinne dual, denn sie ist nicht nur die zärtliche Buhlerin,
um immer neue Liebe, sondern auch die rasende Kriegsherrin,
die Löwin der Schlachten.

Himmel und Erde, Sinnlichkeit und Mutterschaft, Empfängnis und Geburt,
Kampf und Tod sind Pole, zwischen denen sich das Wirken Inannas vollzieht.



Ihre Beziehungen im Sumerischen Pantheon;


Inanna wird häufig als Tochter des Himmelsgottes An angesehen.
Aber sie wurde auch als Tochter der Mondgöttin Ningal und ihres Gatten Nanna.
Sie ist die Schwester der Unterwelt-Göttin Ereschkial ("Die Herrin des großen Unten" )
und des Sonnengottes Utu.
Von Enki, dem Gott der Weisheit, erwirbt sie in einem Wetttrinken mit Bier
insgesamt über 96 heilige Me-Kräfte.

Inanna und die heiligen ME:

Diese erhält die Göttin durch 14 Trinksprüche,
in denen Enki die me in Staffelungen von 4-6-5-4-5-6-5-5-7-5-8-9-6-5 anbietet.
Damit ist sie letzlich die Nachfolgerin von Enki oder gewinnt zumindest dieselben Kräfte.
Dieser versucht zwar noch ihr die me-Kräfte wieder abzunehmen,
aber dies mißlingt ihm.
Die me-Kräfte repräsentieren die Ordnungskräfte,
welche die Welt im Innersten und Äußersten zusammenhalten.
(vgl. Mythos: Inanna und Enki)

Als Inanna die me-Kräfte in ihrem Boot sicher in ihre Stadt Uruk gebracht hat
und sie entladen werden, entlädt sie mehr me-kräfte als Enki ihr gegeben hat:
nämlich 17 weitere Me.


Inanna und Gilgamesch:

Die sumerische "Königin des Himmels" (Ninanna)
erscheint zweimal im Gilgamesch Epos, wo sie sich von dem strahlenden Helden
Gilgamesch angezogen fühlt und als sie von ihm abgelehnt und verhöhnt wird,
rasend auf Rache sinnt.

Auf der anderen Seite ist Gilgamesch es, der Inanna hilft die ungebetenen Gäste
(Lilith, Schlange und Anzu-Vogel) aus ihrem Huluppu-Baum zu vertreiben.


Inanna und Dumuzi:

Außerdem gibt es noch die Quelle:
den Zyklus der Inanna - eine Sammlung von Hymnen und Gedichten
über ihre Rolle als höchste Gottheit und ihre Beziehung
- im Leben wie im Tod zu ihrem Liebhaber Dumuzi
(akk. Tammuz/ ein Hirtengott oder nur Hirte, Sohn der Schafgöttin Sirtur.
Gleichzeitig ist dieser aber auch die Verkörperung des Getreides
und seiner Wachstumskraft).
Der überlieferte Mythos berichtet von Dumuzis Werben und ihrer Vereinigung.


Inanna und Ereschkilgal:

Besonders in dem Mythos:
Inannas Abstieg in die Unterwelt ist Ihre vorherrschende Rolle belegt.
In diesem Mythos reist Inanna zum Reich der Toten
und beansprucht auch hier die Herrinnenschaft.
Sie kleidet sich mit allen Insignien ihrer Macht und nimmt ihre Me-Kräfte
und tritt vor die sieben Tore der Unterwelt.
An jedem der Tore muß sie mehr ablegen;
bis sie zuletzt nackt ins Reich der Toten eintritt.


Ihre Schwester Ereshkigal, die an diesem Ort (kur- nu-gi-a) herrscht,
verurteilt sie zum Tode.
Ereshkigal ist aber nicht nur eine Göttin des Todes,
sondern auch gleichzeitig die Hüterin von Wasser und Korn,
weshalb sie auch später als in den Wehen liegende Göttin beschrieben wird.

Da es sich um Inannas Schwester handelt deutet dies auf
eine geheime Verwandschaft bzw. Ähnlichkeit der beiden Göttinnen hin.

Als Inanna stirbt und von ihrer Schwester auf einen Fleischerhacken gehängt wird,
stirbt jedoch auch die Vegetation und nichts kann mehr wachsen.
Durch die Intervention des Weisheitsgottes Enki und ihrer treuen Helferin (sukkal)
Ninshubur ("Königjn des Ostens") kann sie jedoch wiedergeboren werden,
wenn eine andere Person an ihre Stelle tritt,
denn ihre Schwester ist gerade dabei ein Leben zu gebähren.

Inanna ersteht nach drei Tagen von den Toten auf bzw.
wird wiedergeboren und erscheint erneut am Himmel wie der Mond
oder die Venus, um erneut ihre Herrschaft über Erde und Himmel anzutreten.
Sie wählt als Ersatz für sich ihren Liebhaber Dumuzi aus,
der als einziger nicht um sie getrauert hatte.
Dumuzi bleibt jeweils ein halbes Jahr in der Unterwelt und löst sich
dann mit seiner Schwester Geschtinanna
(Göttin des Traumes und des Weines) ab,
die das zweite halbe Jahr dort verbringt.

Dieser Mythos hat einige Übereinstimmungen mit dem Demetermythos
und den keltischen Glaubensvorstellungen.
Die Vegetation bzw. die Natur stirbt, um wiedergeboren zu werden.

Während der Zeit des Wachstums feierten die die Sumerer die "Heilige Hochzeit"
von Inanna und Dumuzi.
In Mesopotamien war dies der Herbst, wenn der erste Regen
nach dem langen Sommer fiel.
Dann kehrte Dumuzi aus der Unterwelt zurück und konnte
erneut die Göttin Inanna befruchten.



- Verwebe zu: http://www.inanna.de/index1.html



. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

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#3

RE: INANNA:

in Formen & Namen der Göttin: 21.03.2010 04:21
von Atlan - Adamon • Nexar | 14.588 Beiträge

Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Inanna

Inanna:
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie


Inanna (auch Ninanna, Niniana, Ninsianna, Inana, Innin, Ninegal;
sumerisch Cuneiform sumer dingir dIN.AN.NA)[1]
war eine der großen sumerischen Göttinnen.
Als Epitheton trug sie unter anderem die Bezeichnung „Falke der Götter“
(sur2-du3mušen-dingir-re-e-ne).

Ihr Planet war die Venus und ihre heilige Stadt Uruk, das heutige Warka,
in der Bibel Erech.
Inanna wurde sowohl als Morgen- als auch als Abendstern verehrt.
Als Morgenstern wurde sie mit der Sonne in Verbindung gebracht,
weshalb ihr in dieser Rolle die männlichen Attribute zugeschrieben wurden;
als Abendstern entsprechend wegen der Gleichsetzung mit dem Mond
die weiblichen Eigenschaften.

Inanna konnte so in drei Geschlechtern auftreten:
Männlich, weiblich und Zwitter.
Der ihr geweihte Tempel (Zikkurat) hieß Eanna.
Sie galt als beliebteste Göttin der Sumerer.

In Uruk galt sie als Tochter des Himmelsgottes An,
in anderen Mythen erscheint sie als Tochter des Mondgottes Nanna
und der Mondgöttin Ningal.

In der späteren Ur-III-Zeit wird Ninegal als Sonderform der Inanna verwendet
und übernimmt folgende Genealogie:
Tochter vom Vater Nanna und der Mutter Ningal, Schwester des Utu,
Geliebte des Dumuzi und Schwägerin der Geschtinanna.
Ihre Botin war Ninšubur.
In anderen Regionen wird Ninegal auch mit Nungal (Göttin des Gefängnisses)
verehrt und gilt als Tochter vom väterlichen Himmelsgott An
und der mütterlichen Unterweltsgöttin Ereschkigal.

Die spätere Verschmelzung zu Inanna erklären die vorliegenden
zwei Genealogien in den sumerischen Mythen.
In der heutigen Forschung wird ihre mögliche Herkunft aus dem Land Aratta diskutiert.
In der sumerischen Mythologie sind besonders ihre Auseinandersetzungen mit Enki,
ihre Heilige Hochzeit mit Dumuzi und der damit zusammenhängende Abstieg
in die Unterwelt zu Ereschkigal bemerkenswert,
wobei Ereschkigal in diesem Zusammenhang als ihre Schwester benannt ist.


Ihr heilig war die Myrte.
Ihr Symbol war der 8- oder 16-eckige Stern und ihre heilige Zahl die 15.
Alljährlich wurde in den sumerischen Stadtstaaten die "Heilige Hochzeit"
zwischen Inanna und dem König gefeiert.
Hier wurde die Vereinigung Inannas mit dem Vegetationsgott Dumuzi
(akkadisch Tammuz) nachvollzogen, der stellvertretend für Inanna
in der Unterwelt gefangengehalten wurde.
Einmal im Jahr holte sie ihn aus der Unterwelt und genoss mit ihm die Liebe.
Mit der alljährlichen Vereinigung verflog der Bann
der Trockenheit und das Land erblühte.

Unter akkadischem Einfluss wurde Inanna seit Mitte des dritten Jahrtausends
v. Chr. mit Ištar gleichgesetzt. In Kleinasien trat Inanna auch
als Inanna-Šawuška (In-in Ša-gur4-ra) auf.



. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

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#4

RE: INANNA:

in Formen & Namen der Göttin: 10.06.2010 23:19
von Adamon • Nexar | 14.588 Beiträge

Aus: http://www.gabriele-quinque.de/pageID_3070214.html


Inannas Ab- und Aufstieg in der Zikkurat als Gleichnis des Einweihungsweges:


(Leseprobe aus: Die Fackel des Prometheus von Gabriele Quinque)


Rudi Krautfisch (gesellt sich zu Stanislaus Leblang):

Hallo, da bist du ja wieder. Gehst du auch zu den Sumerern?
Die mesopotamische Religion gilt als frevlerisch, weil sie einen Stufenturm
- die Zikkurat - baute, der wie der Turm zu Babel bis zum Himmel reichen sollte.
Also, da kann ich mich nur fragen, warum wollen die Leute bloß
immer so hoch hinaus, wo es doch auf der Erde am schönsten ist?

Stanislaus Leblang:

Jede Hochreligion strebt nach oben, fordert gleichsam Höhenerschließung.
Wie soll die mystische Begegnung zwischen Gott und Mensch
anders möglich sein, als sich im Bewusstsein hinaufzubegeben ?
Jede Religion kennt mindestens einen Gipfel, den der Berufene erklimmen muss,
um die göttliche Inspiration zu empfangen.
Sind der Himalaya, der Fudschijama, der Olymp, der Sinai und der Ölberg nicht Berge,
auf denen der Berufene mit seiner Hand durch die Wolken
greift und Gottes Berührung erfährt?

Rudi Krautfisch:

Ach, das sind doch nur Zufälle. Ich denke an die Ägypter,
links und rechts des Nils gibt es keine Berge und trotzdem
entstand dort eine breitgefächerte ägyptische Religion
- ganz ohne Berg, mein lieber Stanislaus.

Stanislaus Leblang:

Die Ägypter errichteten wie die Sumerer selbst den Berg.
Was wäre die Pyramide sonst, wenn nicht Gottesberg?

Rudi Krautfisch:

Sie ist ein Weltenbauch, man geht hinein und nicht hinauf.

Stanislaus Leblang:

Du sprichst von den Grotten und Gewölben, welche die Unterwelt symbolisieren.
Aber das ist doch gerade das Herrliche an allen Religionen,
wie sie ihre Erlöser in die tiefste Weltenhöhle hineinführen
und stets auch wieder heil heraus.
Aus unterirdischer Enge bis auf den Gipfel geistiger Freiheit
verläuft der religiöse Weg.

Gottesberg und Weltenhöhle gehören deshalb dicht zueinander.
In jedem Dom, in jeder Kathedrale erblickst du das
Symbol des Weltenberges, der Turm reckt sich nach dem Himmel,
der Kirchenraum entspricht dem Marien-Uterus,
indem der heilige Mensch empfangen wird,
und die kleinen Nischen im inneren Gemäuer sind die Grotten.

Meistens steht eine Heiligenfigur darinnen und ein Licht,
das die Schatten in der Nische erhellt; noch tiefer unten findest
du stets die Krypta, die Gruft, das Sinnbild des Hades.

Aber nun lass mich bitte durch dieses Tor in das Zweistromland
zwischen Euphrat und Tigris schreiten,
ich will erfahren, was Gottesdienst dort heißt.

Rudi Krautfisch:

Welches Tor? Du phantasierst, da ist kein Tor.
Warum nimmst du nicht wie ich die Informationsschrift mit
und studierst sie in aller Ruhe, sobald du wieder zuhause bist?

Stanislaus Leblang:

Darüber lesen wäre nicht dasselbe wie durch das Tor zu schreiten.
Die Offenbarung religiöser Geheimnisse geschieht in der Übermittlung
von Mund zu Ohr und dem Tun an sich - warum weißt du dies nicht?

Epimetheus (tritt vor):

Zweifel in dich. Schlaf über dich.

(Epimetheus führt Rudi Krautfisch zu der dafür vorgesehenen Liege,
hilft ihm sich hinzulegen und wirft weißen Tüll über Rudi Krautfisch)

Stanislaus Leblang (Arme oben, anrufend):

Öffne dich, Tor des Ewigen Lebens, hebe dich nach oben, du uralte Pforte
und gib den Blick frei auf die Wirklichkeit.

Prinzessin von Uruk:

Seid gegrüßt, mein Gebieter.

Stanislaus Leblang:

Gebieter? Ich gebiete Euch nicht.

Prinzessin von Uruk:

Oh, doch. In Euch lodert eine Flamme, der ich mich zu erhabensten
Liebesdiensten verpflichtet weiß.
Euer Name klingt heute für mich fremd, aber sein inneres Wesen ist mir sehr vertraut.
Stanislaus Leblang, das bedeutet, der beständige Immerdar.
Diesen Inhalt beschreibt Euer Name in jeder Zeit und in jedem Raum
denn ein Stück der Ewigkeit gehört Euch schon.

Stanislaus Leblang:

Und wer seid Ihr, die verheißungsvolle Worte an mich richtet?

Prinzessin von Uruk:

Eine Frau bin ich. Alle Frauen in einer, Eure nach außen gestellte Seele,
die Prinzessin von Uruk und Inanna bin ich.
Genau wie Ihr sehne ich mich nach der Heimkehr in das Land Dilmun.
Dort fließen Milch und Honig, es gibt dort weder Krankheit noch Tod;
der Löwe mordet nicht, und kein Wolf reißt die Lämmer.
Wir sind diesem Land ganz nah und dennoch liegt es sternenfern von uns weg.

Stanislaus Leblang:

Ich glaube, Ihr meint das Paradies, den Garten Eden.

Prinzessin von Uruk (lächelt):

Oh, ja, Dilmun ist ein Garten, ein Garten der Schönheit und des Friedens.
Doch nun hört, was ich Euch zu berichten habe.

Der Ursprung von allem war An. An, der höchste Gott, An, der Erste,
geboren aus dem Chaos, An, dessen Name Himmel bedeutet.
An, der höchste Vater, vereinigte sich mit Ki, der höchsten Mutter,
und aus ihrer beider Verschmelzung gingen Enil hervor,
der Gott der Luft und Enki, der Gott der Erde und des Wassers.

Und es mehrte sich der Götter Schar.
Als der Vatergott An den Himmel und das Feuer nach oben hob
und Wasser und Erde unten ließ, stiegen einige Götter in die Höhe,
andere in die Tiefe, und bald kam es zu Uneinigkeiten zwischen dem
Großen Oben und dem Großen Unten.

Die Götter der Höhe jedoch wollen sich wieder mit den Göttern der Tiefe vereinen,
um den Ewigen Frieden von Dilmun erneut herbeizuführen.
Wegen des weiten Abstands beider jedoch gelingt dies nicht
ohne einen Vermittler, der sowohl den Abstieg in die Tiefe
vollbringen kann als auch das mystische Erklimmen der Himmelsleiter.

Einer der Götter, dessen Herz sich über alle Maßen zurücksehnte nach Dilmun,
folgte einer Eingebung und schuf aus Lehm die Leiber der Menschen.
Die Urmutter Nammu formte das Herz und gab ihr Blut.
Der Gott Enki flößte ihnen das Lebenswasser ein.
Dann setzten die Götter ihre Geschöpfe mit den Füßen auf die Erde.
Die Arme jedoch sollten dort nicht hingelangen, stattdessen
lieber nach oben lodern wie Flammen,
um die Gebete zu den Göttern in den Himmel zu schicken.

Einmal - und dies ist lange her - mussten die Götter des Großen Oben
mit ansehen, dass die Menschen der Erde ihre Bestimmung vergessen hatten
und nur noch vor sich hin lebten.
Sie rissen ihre Arme nicht mehr empor, flehten keinen der Götter um Beistand an
und wühlten mit ihren Händen andauernd unten in der Erde,
um die Felder zu bestellen.

Die Erdenbürger waren schon zufrieden, wenn sie ausreichend Nahrung
und schöne Wohnstätten besaßen, sie verehrten das fahle Licht des Mondes,
die zahmen Tiere und die süßen Früchte.

Das Schlimmste war, sie hatten die Schicksalstafeln verloren,
auf denen alles geschrieben stand:
Wo sie herkamen, was sie zu tun hätten und wohin sie gehen sollten.

Durch den Verlust der Schicksalstafeln erkannten sie den Himmel nicht
mehr als ihre ursprüngliche Heimat.

Da wählten die Götter den Menschen Utnapischtim aus und befahlen ihm,
sein Haus niederzureißen und aus Rohr und Wand ein großes Schiff zu bauen.
Er sollte allerlei Lebewesen mit hinein nehmen, seine nächsten Verwandten,
von jedem Handwerk den besten Mann, die Tiere des Waldes und jene des Feldes.

Als das Schiff fertig gebaut und alles wie befohlen geladen war,
sprach der Sonnengott Schamasch:
,Am Morgen werde ich Dattelbrot, am Abend Weizen regnen lassen,
dann gehe an Bord und verschließe die Tür.'

Der Götter Knecht gehorchte, und kaum war die Tür des Schiffes verschlossen,
zog eine schwarze Wolke auf, bedeckte den ganzen Himmel und verfinsterte die Erde.

Da stürmten die Götter aus dem Großen Oben herab
und retteten alle brennenden Fackeln, damit sie im Himmel weiterlodern sollten.
Und dann brach die Flut herein - sechs Tage und sieben Nächte lang.

Chor, 1. Stimme:

Was geschieht?

Chor, 2. Stimme:

Aus der Weltenhöhle mit Gebraus
reißen Götter vieler Fackeln Licht.
Wasser löscht das Leben aus,
wenn es an sich selbst zerbricht.

Chor, 3. Stimme:

So ist es geschehen.

Chor, 1. Stimme:

Wie soll's weitergehen?

Chor, 2. Stimme:

Taube und Schwalbe schwärmen aus
und kehren auf das Schiff zurück,
doch der Rabe kundet Berges Gipfel aus.
Das Dasein beginnt wieder neu - zum Glück.

Chor, 3. Stimme:

So ist es geschehen.

Prinzessin von Uruk:

Ja, das Leben begann damals nach der großen Flut wieder neu. Zum Glück.
Zu verdanken ist dies Utnapischtim.
Er goss ein Trankopfer auf dem Gipfel des Berges aus,
dann stellte er sieben und abermals sieben Räucherschalen hin
und legte Süßrohr, Zedernholz und Myrthe auf die Glut.
Angelockt von diesem Opfer schwärmten die Götter des Großen Oben herbei,
scharten sich um ihn und genossen die Lobpreisungen
aus dem Mund ihres Knechtes.
An diesem Tage muss es gewesen sein, dass ein Bund geschlossen wurde,
ein Bund zwischen den Wesen der Erde und den Göttern des großen Oben.

Chor, 1. Stimme:

Welch ein Bund?

Chor, 2. Stimme:

Verehrung für die Himmelswelt

soll für immer versprochen sein;
wenn sie den Göttern wohl gefällt
kehrt das Unten in das Oben heim.

Chor, 3. Stimme:

So soll es geschehen.

Prinzessin von Uruk:

Ja, so lautete der Bund. Doch hört mich weiter an.
Eine der Töchter von An ist Inanna, die Liebesgöttin.
Inanna lag es besonders am Herzen, die Gegensätze miteinander zu vereinen,
also vermählte sie sich mit dem Hirten Dumuzi.

Bei ihrer Hochzeit rief sie jubelnd aus:
Ich schreite in der Freude. Mein Geliebter ist würdig,
als Gemahl in den Schoß meiner Heiligkeit einzugehen.

Weil aber Dumuzi ein Sterblicher war, wollte Inanna ihn
von dem Schicksal des Todes befreien.
Darum strebte sie danach, ihrer Schwester Ereschkigal die Macht
in der Unterwelt abzutrotzen, um das Ewige Leben für Dumuzi
und alle anderen Menschen zu ermöglichen.

Also stieg Inanna hinab in das Reich der Toten.
Freilich kam es nicht zu der vollständigen Erfüllung ihrer Absicht,
denn sie vermochte die Herrschaft der Unterwelt nicht zu brechen,
erwirkte aber schließlich doch die Möglichkeit einer Auferstehung.



. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

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#5

RE: INANNA:

in Formen & Namen der Göttin: 10.06.2010 23:19
von Adamon • Nexar | 14.588 Beiträge

Als Tochter des Königs der Stadt Uruk empfing ich,
die Prinzessin von Uruk, die Weihe zur Priesterin.
Das Königtum weiß sich direkt mit dem Himmel verbunden
und dient darum den Göttern des Großen Oben.

Deshalb zelebriere ich einmal im Jahr den Abstieg der Göttin in die Unterwelt
- im Namen von Inanna und zu ihrer Freude.
Alles, was Inanna dabei erlebt hat, erlebe auch ich,
ihre treue Priesterin von Uruk.

Ich finde ihren Hochmut in meinem Herzen, teile die Kühnheit ihres Handelns,
erleide ihre Demütigungen, ihre Verzweiflung,
ich empfinde ihren Schmerz in allen Fasern meines Wesens,
aber der Schmerz ist gering im Vergleich zu dem Triumph
über die Kräfte der Finsternis.

Am Ende der Zeit, wenn auch der Raum nicht mehr sein wird,
darf auch Inanna, die Göttin der Liebe, zurückkehren
in die Brust ihres göttlichen Vaters An, der da thront im Himmel,
geschmückt mit der Krone der Ewigkeit.

Der König von Uruk baute zu Ehren des Gottes An
einen wolkenhohen Stufenturm und gab ihm den Namen "Zikkurat".
Dieser Name bedeutet "Berghaus".

Die Zikkurat wurde der Kulttempel der Inanna.
Einmal im Jahr schmücke ich mich wie Inanna,
setze mir die Krone auf das Haupt, salbe meine Haut,
hauche Glanz auf mein Angesicht, lege kostbare Gewänder an,
nehme das Lapislazulizepter fest in die Hand,
winde eine Kette aus kleinen Lapislazulisteinen um meinen Hals,
knüpfe funkelnde Steine auf mein Herz,
stecke einen goldenen Ring an die Hand
und binde einen goldenen Schild vor die Brust.

So schön und reich geziert schritt Inanna in die Unterwelt
und rief am ersten Tor:
,Öffne das Tor, Türhüter, öffne das Tor.
Ich bin die Königin der oberen Welt und begehre Einlass
in das Land der Unterwelt.

Der Türhüter ließ Inanna warten und fragte seine Herrin Ereschkigal,
ob der Göttin erlaubt werde in das Land ohne Wiederkehr einzutreten.
Dann kam er zurück zur Pforte und sprach:

Inanna, tretet ein. Doch gebt mir dafür die Krone.
Inanna gab die Krone.
Am zweiten Tor wurde ihr das Zepter genommen;
am dritten das Geschmeide vom Hals.
Am vierten Tor ließ sie die funkelnden Steine des Herzens,
am fünften den Goldring von der Hand,
am sechsten gab sie den Brustschild ab,
und am siebten musste sie ihre kostbaren Gewänder lassen.

Wie Inanna steige auch ich von Tor zu Tor die Zikkurat herab,
bis zur Apsis, die wie ein Höhle gewölbt ist und die Unterwelt darstellt.
Tief unten, in dem Land ohne Wiederkehr, stand Inanna
- ihrer Himmelswürde ganz beraubt - vor sieben Totenrichtern.

Diese hefteten ihre bösen Blicke auf sie,
verwandelten Inanna in einen Leichnam und banden ihn an einen Pfahl.
Inanna wäre verloren gewesen, hätte sie nicht vorher
den Götterboten Ninschubur - es ist jener, der Flügel hat und einen Stab
mit zwei Schlangen - aufgefordert, ihr zu helfen,
sofern sie nach drei Tagen und vier Nächten nicht zurückgekommen sein würde.
Ninschubur sollte dann vor den mächtigsten Göttern weinen
und um ihre Erlösung aus der Unterwelt flehen.

Chor, 1. Stimme:

Was geschieht?

Chor, 2. Stimme:

Der Bote weint vor dem Gott der Luft,
fleht vor des Mondes Schein;
aber keiner holt die Liebe aus der Gruft,
darum könnte sie verloren sein.

Chor, 3. Stimme:

So ist es geschehen.

Chor, 1. Stimme:

Wo soll er nun flehen?

Chor, 2. Stimme:

Der Bote spannt die Flügel weit
und fliegt über den Ozean;
kaum jammert er und weint,
bietet Enki das Wasser des Lebens an.

Chor, 3. Stimme:

So könnte es gehen.

Prinzessin von Uruk:

Der Gott Enki schuf zwei Engel und schickte sie hinab in die Unterwelt.
Er befahl den Engeln, einmal die Feuerstrahlen des Himmels
aus ihren Augen auf den Leichnam Inannas zu richten,
dann sechzigmal die Speise des Lebens auf ihn zu schütten
und sechzigmal das Wasser des Lebens darüber zu sprengen.
Wenn alles getan sei, erstehe Inanna auf, so versprach der Gott.

Chor, 1. Stimme:

Was geschieht?

Chor, 2. Stimme:

Auf den Leichnam Feuerstrahlen,
Götter Brot und Wasser drauf,
in neuem Leben ohne Qualen
erstehen des Lebens Lichter auf.

Chor, 3. Stimme:

So ist es geschehen.

Prinzessin von Uruk:

Ja, Inanna erstand auf. Vor ihrem Glanz flohen die Totenrichter.
Triumphierend stieg sie aus der Unterwelt empor,
die Türhüter gaben ihr die sieben Opfer zurück,
und die Sehnsuchtsvollen unter den Toten folgten ihr.

Wie Schilfrohre wandelten die kleinen Dämonen neben Inanna her,
wie Bäume schritten die größeren hinter ihr.
Aber als Inanna in den himmlischen Palast zurückkehrte,
fand sie ihren Gemahl dort sehr selbstherrlich allein herrschend,
und er trauerte nicht um sie.

Da hielt sie vor Ärger die Dämonen an, den Gatten in die Unterwelt zu bringen.
Als Dumuzi jedoch dort ankam, ergriff Ereschkigal Mitleid,
denn sie hatte von ihrer Schwester ein wenig des Glanzes erhascht
und war nicht mehr ganz so finster wie zuvor.

Ereschkigal band Dumuzi nicht an den Pfahl;
sie wandelte sein Totsein in einen halbjährigen Schlaf um
und schickte ihn das andere halbe Jahr hinauf zu Inanna.
Dann vollzog Inanna jedesmal Heilige Hochzeit mit Dumuzi
und verlieh ihm von ihrem Glanz, und wenn er wieder hinabstieg,
brachte er stets ein wenig mehr Glanz auf Ereschkigal.

In Mesopotamien weiß man:
So oft eine Prinzessin das Mysterium Inannas erneuert,
wird die Finsternis erhellt und geläutert werden.
Und dann können eines Tages die Menschen und alle Götter eingehen in Dilmun,
wo der Löwe nicht mordet und kein Wolf die Lämmer reißt.


Geliebter Stanislaus Leblang, nun hat Euch die Prinzessin von Uruk
in die kultischen Geheimnisse der Zikkurat eingeweiht.

Stanislaus Leblang:

In Freude weiß ich dies zu schätzen.
Doch mit Eurer Erlaubnis will ich nun weiterziehen.
Es warten noch acht Tore auf mich, in welche mir - so ich es wert bin
- Einlass gewährt werde.

Prinzessin von Uruk:

Zu sieben dieser Pforten will ich Euch begleiten.

Stanislaus Leblang:

Ihr seid eine Frau und kennt die Tore zur Unterwelt.
Ich aber suche die Tore, die hinaufführen
- in das Große Oben, wie Ihr es nennt.
Man warnte mich oft vor der täuschenden Freundlichkeit des Weiblichen.
Schreckliches entströmt der Büchse der Pandora.

Prinzessin von Uruk:

Habt keine Angst vor mir.
Die Wege durch die Pforten, die nach oben führen, entsprechen jenen, die hinabführen.
Bedenkt Stanislaus Leblang, ich war im Großen Unten
und stamme aus dem Großen Oben.
Seht Ihr nicht, ich bin geschmückt.
An jeder der sieben folgenden Pforten bedarf es eines Opfers,
das nur ich für Euch einlösen kann. Seid nicht töricht.
Die geweihte Priesterin von Uruk öffnet niemals die Dose voller Zwist und Hass,
sie findet die Amphore, in der das mystische Geschenk
der weiblichen Schöpfung verborgen liegt.

Stanislaus Leblang:

Die Amphore? Ein Geschenk in der Amphore?
Was wißt Ihr darüber?

Prinzessin von Uruk:

Alles weiß ich darüber, Stanislaus Leblang.
Aber mit Worten vermag ich es Euch nicht zu sagen,
Ihr müsst es selbst erfahren.

Chor, 1. Stimme:

Welches Mysterium?

Chor, 2. Stimme:

Heilig unergründlicher Sinn.
Der Opfer schmerzensreicher Gaben
gibt sich ein geläutert' Weib dahin,
woran sich alle funkelnden Sternen laben.

Chor, 3. Stimme:

So soll es geschehen.

Stanislaus Leblang:

Ich vertraue Euch. So folgt mir zu den nächsten Toren.

(Die Prinzessin von Uruk und Stanislaus schreiten zum zweiten Tor)



. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
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#6

RE: INANNA:

in Formen & Namen der Göttin: 21.09.2010 16:53
von Adamon • Nexar | 14.588 Beiträge

Aus: http://www.bingo-ev.de/~ks451/mytholog/inanna01.htm

Inanna:

Älteste Kunde vom Schmuck antiker Göttinnen erfahren wir
aus dem sumerischen Mythos von Inannas Gang in die Unterwelt,
welcher in variierter Form auch von der babylonischen Ischtar vorliegt.

"Von dem »Großen Oben« auf das »Große Unten« richtete sie ihren Sinn"
(Zitiert nach: Kramer, Samuel N. Geschichte beginnt mit Sumer. 1959. S. 121-129.),
die Himmelskönigin begehrte auch das Reich ihrer älteren Schwester Ereschkigal:

"Inanna verließ Himmel und Erde, ...
In die Unterwelt stieg sie hinab.
Die sieben göttlichen Gesetze befestigte sie an ihrer Lende, ...
Die Schugurra, die Krone der Ebene, setzte sie sich auf das Haupt,
Locken ihres Haares ordnete sie auf der Stirn,
Den Meßstock aus Lapis-Lazuli und die Meßleine nahm sie zur Hand,
Kleine Lapis-Lazuli-Steine band sie um den Hals,
Zwei Nunuz-Steine befestigte sie an der Brust
Einen Goldring nahm sie zur Hand,
Den Brustschild »Komm, Mann, komm« schnallte sie um die Brust,
Mit dem Pala-Gewande der Herrscherin bedeckte sie ihre Glieder,
Die Salbe »Möge er kommen, möge er kommen« strich sie auf ihre Augen.
Inanna machte sich auf den Weg in die Unterwelt."

Ereschkigal hatte die Absicht Inannas erkannt und ordnete ihre Torwächter an,
Inanna wie eine gewöhnliche sterbliche Frau zu behandeln:
"Von den sieben Toren der Unterwelt löse die Riegel, ...
Da sie eintritt,
Tief gebeugt, laß sie nackt vor mir erscheinen."

An jedem der sieben Tore wurde ihr ein Teil ihrer Würdezeichen weggenommen:
1. die Schugurra, die »Krone der Ebene«
2. der Meßstock aus Lapis-Lazuli und die Meßleine
3. die kleinen Lapis-Lazuli-Steine um ihren Hals
4. die beiden Nunuz-Steine an ihrer Brust
5. der Goldring an ihrer Hand
6. der Brustschild »Komm, Mann, komm«
7. das Pala-Gewand der Herrscherin.

Im Mythos von Ischtars Gang zur Unterwelt, ins »Land ohne Wiederkehr«,
musste Ischtar ebenfalls an jedem Tor etwas ablegen
(zitiert nach: MacCall, Henrietta. Mesopotamische Mythen. Stuttgart 1993. S. 129.):
1. die Krone
2. die Ringe aus den Ohren
3. die Perlen, die sie um den Hals trägt
4. die Spangen von ihrer Brust
5. der Gürtel aus »Geburts-Steinen«
6. die Reifen von ihren Handgelenken und Fesseln
7. das prachtvolle Kleid, das ihren Körper bedeckt


Inanna ist Himmelskönigin, Herrin des »Großen Oben«.
Als sichtbare Zeichen ihrer Würde trägt sie ein Diadem und vielfältigen Schmuck.
Letzterer wäre wohl nicht derart ausführlich aufgezählt worden,
wenn er nicht auch symbolhaften Charakter gehabt hätte.

Nach Ablegen ihrer Insignien und ihrer Kleider ist sie nun nicht mehr
von den Sterblichen zu unterscheiden und somit offenbar machtlos.
Sie kann daraufhin von Ereschkigal, der Herrin des »Großen Unten«,
trotz ihrer Göttlichkeit durch das »Zorneswort« getötet werden.

Von Enki erhielt Inanna Hilfe.
Er schuf zwei Wesen, die den Leichnam wieder zum Leben erwecken sollten:
"Das eine beträufte ihn mit der »Speise des Lebens«,
das andere mit dem »Wasser des Lebens«.
Inanna stand auf."

Beim Gang zur Oberwelt erhielt sie Kleidung, Schmuck und Krone
in umgekehrter Reihenfolge wieder zurück
- und gleichzeitig wohl auch ihre göttliche Macht.

Die besondere Bedeutung des Schmucks für Frauen und Männer
kann auch heute noch im gesamten vorderen Orient beobachtet werden.
Er muss prächtig sein und schwer. ("Euer minderes Gold würde ich nie tragen!",
bedeutete mir eine Perserin.)
In vergleichbarer Weise dürfte das Anstecken von Geldscheinen
an die Kleidung des orientalischen Brautpaares zu deuten sein.
Ihre goldenen Ringe sind die Rückversicherung der Inderin
für den Fall der Witwenschaft.

Kurt Scheuerer, Ingolstadt 1998

- Verwebe zu: Inanna:


Dateianlage:
. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

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