RE: Saturn & seine Monde: - 5
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#61

RE: Saturn & seine Monde:

in Astromagie & Sternsehung: 17.07.2016 06:19
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...m-dick20160622/


Neue Modellberechnungen zeigen, dass der Eispanzer des Saturnmondes Enceladus über dem darunter verborgenen Ozean am Südpol weniger als fünf Kilometer dick (blau) ist.
Copyright: LPG-CNRS-U. Nantes/U. Charles, Prague
Nantes (Frankreich) – Dass es unter der tiefgefrorenen Oberfläche des Saturnmondes Enceladus einen flüssigen Wasserozean gibt, in dem Wissenschaftler sogar auf außerirdisches Leben hoffen, gilt mittlerweile als nachgewiesen (…GreWi berichtete). Die Dicke des diesen Ozean abschirmenden Eispanzers könnte bislang allerdings falsch berechnet worden sein. Der potentielle Lebensraum auf Enceladus würde damit in deutlich nähere Reichweite für eine Erkundung und Suche nach dortigem Lebensformen rücken, als bislang gedacht.

Wie ein internationales Astronomenteam aktuell im Fachjournal „Geophysical Research Letters“ (DOI: 10.1002/2016GL068634) berichtet, zeigen Neuberechnungen bisheriger Modelle, dass Enceladus‘ Eiskruste über dem dortigen Südpol nur wenige Kilometer dick ist. Auch dieser Umstand lege nahe, dass es „im Innern des Saturntrabanten eine starke Wärmequelle und damit einen weiteren lebensförderlichen Faktor gibt“.

Frühere Schätzungen gingen hingegen von einer durchschnittlichen Dicke von 30 bis 40 Kilometern am Südpol und bis zu 60 Kilometern entlang des Äquators aus. Diese Berechnungen konnten bislang allerdings noch nicht die Frage klären, ob sich der Enceladus-Ozean global oder nur teilweise ausdehnt. Erst die Entdeckung leichter Schwankungen in der Rotation des Mondes (…GreWi berichtete) legte zunächst eine deutlich dünnere Eiskruste von durchschnittlich 20 Kilometern Dicke nahe. Allerdings widersprachen diese Werte noch den Daten zur Gravitation und Topografie des Mondes.

Vor dem Hintergrund dieser Unstimmigkeiten schlagen die französischen, belgischen und tschechischen Astrophysiker nun ein neues Modell vor, in dem die obersten 200 Meter der Eisdecke wie eine elastische Kruste wirken. Demnach besteht Enceladus aus einem felsigen Kern mit einem Radius von 185 Kilometern und einem darüberliegenden 45 Kilometer tiefen Ozean, der von einer durchschnittlich 20 Kilometer dicken Eisschicht isoliert wird, die jedoch über dem Südpol weniger als 5 Kilometer dick ist. Somit würde der verborgene Ozean rund 40 Prozent des Gesamtvolumens von Enceladus ausmachen, während sein Salzgehalt dem der irdischen Meere gleicht.

Die neuen Werte legen nun aber auch eine neue Vorstellung des Energiehaushalts von Enceladus nahe: „Eine dünnere Eisschicht isoliert weniger Wärme. Die Gezeitenkräfte von Saturn reichen damit nicht mehr aus, um alleine die gewaltigen Risse im Eispanzer am Südpol und den mit diesen einhergehenden Wärmefluss zu erklären“, erläutern die Forscher.

Stattdessen vermuten die Wissenschaftler, dass es tief im Innern von Enceladus eine starke Wärmequelle gibt, die möglicherweise hydrothermale Schlote am Ozeanboden befeuert.

Da auch schon komplexe organische Moleküle in den Eisfontänen aus dem Südpol des Saturnmondes Nachgewiesen wurden, spreche alles dafür, dass im Enceladus-Ozean die Bedingungen für die Entstehung von Leben gegeben sind, attestieren die Forscher abschließend. Hinzu vereinfache die nun neu ermittelte deutlich geringere Dicke des Eispanzers über dem Südpol eine Erforschung und Beprobung des darunter verborgenen Ozeans ungemein.

Zuvor schon hatten französische Wissenschaftler gezeigt, dass ein Enceldaus-Ozean hier schon seit Millionen von Jahren gedeihen und sich entwickelt haben könnte (…GreWi berichtete).

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#62

RE: Saturn & seine Monde:

in Astromagie & Sternsehung: 17.07.2016 06:56
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...n-leben2060706/


Aufnahme der Titanoberfläche durch die US-europäische Sonde Huygens, die 2005 in die dichte Atmosphäre des Titan eintrat und Bilder von der Oberfläche übermittelte.
Copyright: ESA/NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona
Ithaca (USA) – Obwohl Wasser fehlt, finden sich auf der Oberfläche des größten Saturnmondes Titan die notwendigen chemischen Grundlagen für die Entstehung von Leben. Zu dieser Erkenntnis kommt eine aktuelle US-Studie.

Neben der Erde ist Titan der einzige bekannte Himmelskörper in unserem Sonnensystem, auf den es einen extensiven Flüssigkeitskreislauf mit Meeren, Seen Flüssen, Eis, Schnee und Regen gibt. Allerdings bildet auf Titan nicht Wasser sondern flüssige Kohlenwasserstoffe wie Methan und Ethan die Grundlage dieses Kreislaufs und formen die Oberfläche.

Anhand neuer Computermodellberechnungen konnte das Team um Martin Rahm und Jonathan Lunine von der Cornell University nun zeigen, dass die auf der Oberfläche von Titan vorhandenen Chemikalien die Grundlage für die Entstehung des Lebens bilden könnten – auch ohne Wasser. Auf Titan könnte demnach Zyanwasserstoff die Rolle des Beschleunigers von chemischen Reaktionen übernehmen.

Zyanwasserstoff kann demnach als Vorstufe von Amino- und Nukleinsäuren – den Bausteinen der Schlüsselmolekülen des irdischen Lebens, wie etwa Proteinen und DNA – dienen.

In früheren Experimenten konnten Wissenschaftler zeigen, dass Zyanwasserstoff-Moleküle sich oft zu sogenannten Polyimiden verbinden, die – so können die Forscher um Rahm und Lunine nun zeigen – Eigenschaften besitzen, die präbiotische Chemie gerade unter den extrem kalten Temperaturen auf Titan ermöglichen können.

So haben Polyimiden die Fähigkeit ein weites Spektrum des Sonnenlichts zu absorbieren, darunter auch Wellenlängen, die selbst noch die dichten Titanwolken durchdringen können. Auf diese Weise stünde dann auch noch auf der Titanoberfläche genügend Sonnenenergie für chemische Reaktionen zur Verfügung. Durch ihre hohe Flexibilität können sich Polyimide auch an verschiedene Formen anpassen und so ebenfalls chemische Reaktionen erleichtern.

Die Forscher, die ihre Ergebnisse aktuell im Fachjournal „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS, DOI: 10.1073/pnas.1606634113) veröffentlicht haben, unterstreichen jedoch, dass de Ergebnisse noch kein Nachweis dieser Prozesse oder gar von von Leben auf Titan darstellen. „Unsere Arbeit zeigt lediglich, dass auf Titan die Grundlagen für die Entstehung von Leben gegeben sind“, so Lunine gegenüber „Space.com“. Bislang könnten die beschriebenen Polyimide der Entdeckung durch Sonden entgangen sein, da sie durch die dichte Titan-Atmosphäre nur schwer zu identifizieren sind. Zukünftige Missionen könnten nun aber gezielt danach suchen um so mehr über die möglicherweise exotische Biochemie auf Titan zu erfahren.

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#63

RE: Saturn & seine Monde:

in Astromagie & Sternsehung: 14.11.2016 17:56
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...-dione20161005/

Astronomen finden Hinweise auf potentiell lebensfreundlichen
Wasserozean auch auf Saturnmonde Dione:


Cassini-Aufnahme des Saturnmonds Dione.
Copyright: NASA/JPL-Caltech
Ukkel (Belgien) – Unser Sonnensystem wird immer nasser – auch deutlich außerhalb der sogenannten habitablen Zone, innerhalb derer ein Planet seinen Stern umkreisen muss, damit aufgrund gemäßigter Temperaturen auf seiner Oberfläche Wasser in flüssiger Form existieren kann. Nachdem Ozeane bereits auf den Saturn- und Jupitermonden Enceladus, Titan, Europa und Ganymed mit großer Wahrscheinlichkeit nachgewiesen werden konnten, haben belgische Wissenschaftler nun auch Hinweise auf einen verborgenen Ozean auf dem viertgrößten Saturntrabanten Dione entdeckt, in dem es sogar Leben geben könnte.

Wie das Team um Mikael Beuthe von der Königlichen Sternwarte von Belgien aktuell im Fachjournal „Geophysical Research Letters“ (DOI: 10.1002/2016GL070650) berichtet, haben sie Gravitationsvermessungen des Mondes durch die Sonde „Cassini“ von 2015 in geophysikalische Modelle übertragen, wie sie bereits zum Nachweis des Enceladus-Ozeans verwendet wurden. Das Ergebnis: Unter einer rund 100 Kilometer dicken Eisschicht birgt Dione wahrscheinlich einen rund 62 Kilometer tiefen Ozean flüssigen Wassers.

Wie die Forscher weiter erläutern, dürfte dieser Ozean bereits seit der Entstehung des Mondes existieren und einen Kern aus Felsgestein umgeben. Der Kontakt des Wassers mit eben diesem Gestein ist es denn auch, der die Wissenschaftler auch über mögliches außerirdisches Leben im Dione-Ozean spekulieren lässt: „Durch den Kontakt zwischen Wasser und Gestein könnten Nährstoffe und Energiequellen gelöst werden, wie sie für die Entstehung von Leben notwendig sein könnten.“

Während auch die aufgrund schroffer Klippen und glatten Ebenen kontrastreiche Oberfläche von Dione ebenfalls Hinweise auf den darunterliegenden Ozean darstellen, vermuten die Forscher radioaktive Prozesse im Innern des Mondes, durch den der Ozean warm genug und damit flüssig gehalten wird: „Gäbe es keinen verborgenen Ozean, so würden wir in der Eiskruste des Mondes deutlich mehr Dehnungsrisse sehen. Diese sind aber kaum vorhanden.“

Sollte sich die Datenauswertung der belgischen Astronomen bestätigen, wäre Dione neben Titan, Enceladus und Mimas bereits der vierte Saturnmond auf dem Wissenschaftler entweder bereits direkte Beweise oder Hinweise für verborgene Ozeane gefunden haben.

Zuvor schon konnten weitere Beobachtungen eine dünne Sauerstoffatmosphäre und geologische Aktivität auf Dione nachweisen.

Neben Titan, Enceladus, Mimas, Dione, Ganymed und Europa vermuten Wissenschaftler verborgenen flüssige Wasserozeane mittlerweile auch auf dem Neptunmond Triton und auf dem Zwergplaneten Pluto nachgewiesen werden.

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#64

RE: Saturn & seine Monde:

in Astromagie & Sternsehung: 01.05.2017 20:55
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...-mimas20170303/

Saturns „Todesstern“: Doch kein Ozean im Innern von Saturnmond Mimas:


Cassini-Aufnahme des aufgrund seines charakteristischen Riesenkraters und in Anlehnung an „Star Wars“ auch als „Todesstern“ bezeichnete Saturnmond Mimas.
Copyright: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute
Tempe (USA) – Noch 2014 berichteten US-Astronomen, dass ein leichtes Wackeln des Saturnmondes Mimas, der aufgrund eines besonders großen Kraters gerne auch als Saturns „Todesstern“ bezeichnet wird, auf einen unter der äußeren Eiskruste verborgenen flüssigen Wasserozean hindeuten könnte. Jetzt haben neue Analysen ergeben, dass die alternative Erklärung für das Wackeln des Mondes die wohl Wahrscheinlichere ist.

„Die Cassini-Daten zeigen uns, dass irgendetwas im Innern von Mimas nicht so ist, wie es eigentlich sein sollte“, kommentierte Radwan Tajeddine vom Forschungsteam der NASA-Saturn-Mission „Cassini“ an der Cornell University 2014 und erklärte, dass von zahlreichen unterschiedlichen Erklärungen, nur ein verborgener Ozean oder aber ein gefrorener football-förmiger Kern das leichte Wackeln des Mondes erklären könnten. (…GreWi berichtete).

Wie das Team um Alyssa Rose Rhoden von der Arizona State University aktuell in der Fachzeitschrift „Journal of Geophysical Research“ (DOI: 10.1002/2016JE005097) berichtet, haben sie anhand von Computermodellen errechnet, wie angesichts des 2014 errechneten 24 bis 32 Kilometer tiefen Ozeans, die Oberfläche des Mondes aussehen sollte.

Sollte Mimas in seinem Innern einen Ozean aus flüssigem Wasser verbergen, dann sollten sich auch an seiner Oberfläche Anzeichen dafür finden lassen. Diese Zeichen wurden bislang aber noch nicht entdeckt.

Mit einem Durchmesser von 396 Kilometern ist Mimas allerdings selbst zu klein, um sozusagen aus eigener Kraft innere Hitze erzeugen zu können, durch die der Ozean genügend erwärmt und somit flüssige gehalten werden könnte. Stattdessen könnte jedoch die derzeitig elliptische Umlaufbahn des Mondes für genügend wirkende Gezeitenkräfte sorgen, um so den Ozean zu verflüssigen.

Doch genau diese Gezeitenkräfte müssten – das zeigen die neuen Berechnungen – auch in der Oberfläche von Mimas gewaltige Risse und Gräben hinterlassen, wie sie etwa für die Ozeanmonde Europa und Enceladus charakteristisch sind – ja deren Gräben und Spalten noch deutlich übertreffen.

Da aber genau diese Oberflächenmerkmale nicht vorhanden sind, und die Mimasoberfläche mit Ausnahme seines auffallenden fast schon äquatorialen Kraters und der zahlreichen anderen Krater geradezu eben erscheint, schlussfolgern die Forscher, dass das Szenario eines inneren Ozeans auf Mimas als Erklärung für das leichte Wackeln des Mondes ausgeschlossen werden kann.

Mimas selbst entstand wohl vor etwas mehr als 4 Milliarden Jahren. Vor diesem Hintergrund sollte sich der Kern mittlerweile zu einem kugelförmigen Gebilde „entspannt“ haben. „Wenn der Kern nun aber ovoid ist, so würde dies bedeuten, dass er in einer Art urzeitlichen Zustand verblieben ist“, erläuterte Tajeddine schon 2014. Und auch das wäre eine faszinierende Schlussfolgerung.

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#65

RE: Saturn & seine Monde:

in Astromagie & Sternsehung: 01.05.2017 21:34
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...eladus20170314/

Saturnmond: Cassini-Sonde ortet Wärme am Südpol von Enceladus:


Detailansicht der Südpolregion des Saturnmondes Enceladus.
Copyright: NASA/JPL/Space Science Institute
Paris (Frankreich) – Aufgrund seines unter einem kilometerdicken Eispanzer verborgenen Ozeans flüssigen Wassers gilt der Saturnmond Enceladus als ein der wichtigsten Kandidaten für die Suche nach außerirdischem Leben im Sonnensystem. Jetzt zeigen neue Analysen der Daten der NASA-Saturnsonde „Cassini“, dass Regionen am Südpol des Mondes wärmer sind und der dortige Eispanzer dünner und somit der Enceladus-Ozean an diesen Orten für Forschungsmissionen leichter erreichbar ist als bislang gedacht.

Wie das Team um Alice Le Gall vom Laboratoire Atmosphères, Milieux, Observations Spatiales (LATMOS) und der Université Versailles Saint-Quentin (UVSQ), aktuell im Fachjournal „Nature Astronomy“ (DOI: 10.1038/s41550-017-0063) berichtet, ist die südliche Polarregion schon wenige Meter unterhalb der eisigen Oberfläche wärmer als vermutet: „Das legt nahe, dass der Eispanzer an diesen Stellen nur wenige Kilometer tief ist und der flüssige Ozean damit sehr viel näher an der Oberfläche liegt als bislang gedacht.“

Die überschüssige Wärme trete besonders über drei Spalten auf, die den sogenannten Tigerstreifen ähnlich sind, die den Pol überziehen, aus denen immer wieder gewaltige Eisfontänen austreten (s. Abb.), die derzeit aber nicht aktiv zu sein scheinen.

Doch gerade die derzeitige Ruhe der Spalten und Risse im Eispanzer direkt über deutlich wärmeren Regionen im Untergrund und über dem im der Tiefe verborgenen flüssigen Ozean sprechen für die Forscher eindeutig für einen weiterhin dynamischen Charakter der Geologie der Eiskruste des Saturnmondes: „Jetzt vermuten wir, dass Enceladus mehrere Perioden von Aktivität an unterschiedlichen Orten an seiner Oberfläche durchlaufen hat.“

Tatsächlich stimmt die neuste Entdeckung aber schon mit den Ergebnissen einer Studie von 2016 überein, in der ein Wissenschaftlerteam unabhängigen von den aktuellen Autoren die Dicke der Enceladus-Eiskruste eingeschätzt hat und von einer durchschnittlichen Tiefe von 18 bis 22 Kilometern aber lediglich 5 Kilometern über dem Südpol ausgeht (…GreWi berichtete).

„Der Umstand, dass wir nun solche Temperaturwerte unter drei derzeit inaktiven Spalten am Südpol von Enceladus vorfinden, trägt zu den faszinierenden Merkmalen des Saturntrabanten bei“, kommentiert die Cassini-Missionswissenschaftlerin Linda Spilker vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA und führt weiter aus. „Wie sieht dieser warme Untergrundozean wirklich aus und könnte darin Leben entstanden sein und sich fortentwickelt haben? Alle diese Fragen können nur von einer zukünftigen Mission in diese Welt beantwortet werden.“

„Sollte der Enceladus-Ozean hier wirklich derart nahe an der eisigen Oberfläche des Mondes liegen, wie es unsere Ergebnisse nahe legen, dann könnte er von den Instrumenten zukünftiger Missionen auch direkt geortet werden“, zeigt sich Gall abschließend überzeugt.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#66

RE: Saturn & seine Monde:

in Astromagie & Sternsehung: 02.05.2017 22:39
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...gseite20170428/

Einzigartige Beobachtung: Saturnmond Titans Nachtseite strahlt heller als seine Tagseite:


Aufnahme der Cassini-Sonde der beleuchteten Sichel des Titan mit Enceladus hinter den Ringen des Saturn.
Copyright: NASA/JPL/Space Science Institute
Berlin (Deutschland) – Titan, der größte aller Saturnmonde, verblüfft nicht nur aufgrund seiner erdartigen Eigenschaften wie einer dichten Atmosphäre, einem Flüssigkeitskreislauf mit Regen, Schnee, Flüssen und Meeres aus Kohlenwasserstoffen, verkehrt ausgerichteten Dünen und einem wahrscheinlich unter seiner Kruste verborgenen Wasserozean, auch Tag und Nacht erscheinen auf Titan gänzlich anders als auf den sonstigen Himmelskörpern unseres Sonnensystems. Die Entdeckung liefert auch interessante Perspektiven für die Suche nach außerirdischem leben außerhalb des Sonnensystems.

Wie Astrophysiker Dr. Antonio García Muñoz vom Zentrum für Astronomie und Astrophysik an der Technischen Universität Berlin aktuell im Fachjournal „Nature Astronomy“ (DOI: 10.1038/s41550-017-0114) zeigen, konnten sie bei Titan aufzeigen, dass die Nachtseite des zweitgrößten Mondes im Sonnensystem heller strahlt als seine von der Sonne beschienene Seite.

Insbesondere die Dämmerungszone an der Grenze zwischen Tag- und Nachtseite trage zur außerordentlichen Helligkeit der Nachtseite bei und ist – das zeigen Modellberechnungen bis zu 200-fach heller ist als die Tagseite.

Die Titanatmosphäre besteht aus vielen übereinanderliegenden Dunstschichten, die sich Hunderte von Kilometern hoch erstrecken: UV-Aufnahme von der Nachtseite aus (Cassini, 2004). Um nahezu natürliche Farben zu erreichen, wurde die Aufnahme nachkoloriert.
Copyright: NASA

Erklärt werden kann das sonderbare Verhalten des Lichts auf Titan durch dessen ausgedehnte Atmosphäre, innerhalb derer Dunstteilchen das Sonnenlicht zudem auf besonders effektive Art und Weise streuen: „Kein anderer Mond oder Planet im Sonnensystem zeigt ein ähnliches Verhalten“, so die Forscher.

„Dies ist eine höchst interessante Perspektive auch für die Erforschung von Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, den Exoplaneten“, bestätigt Prof. Dr. Heike Rauer vom TU-Zentrum für Astronomie und Astrophysik, die gleichzeitig Leiterin der Abteilung „Extrasolare Planeten und Atmosphären“ am Deutschen Institut für Planetenforschung (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) ist und in deren Arbeitsgruppe Muñoz forscht. Rauer beschäftigt sich mit der Modellierung der Atmosphären von Exoplaneten: „Würde man dieses Phänomen bei einem extrasolaren Planeten finden, könnte man dessen Atmosphäre genauer charakterisieren, etwa die atmosphärische Schichtung oder die Dunstglocke, die den Planeten umgibt.“

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#67

RE: Saturn & seine Monde:

in Astromagie & Sternsehung: 03.08.2017 16:48
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...-titan20170728/

Cassini-Sonde findet „Lebensmolekül“ auf Saturnmond Titan:


Cassinis Blick in die Titan-Atmosphäre.
Copyright: University College London/ESA/NASA
London (USA) – Daten der Saturnsonde Cassini belegen die Existenz eines Molekülstyps in der dichten oberen Atmosphäre des größten Saturnmonds Titan, wie er auf der Erde wahrscheinlich die Grundlage zur Entstehung der Bausteine des Lebens darstellte.

Wie das Team um Ravi Desai und Professor Andrew Coates von University College London (UCL) aktuell im Fachmagazin „Astrophysical Journal Letters“ (DOI: 10.3847/2041-8213/aa7851) berichtet, handelt es sich um negativ geladene Kohlenstoffkettenanionen, die für die Entstehung von komplexem organischem Material verantwortlich sind.

Wie die Forscher weiter berichten, war die mit Hilfe des Plasma-Spektrometers der Sonde (CAPS) gemachte Entdeckung eine Überraschung, da die Molekülketten höchst reaktiv sind und deshalb innerhalb der dichten Titanatmosphäre eigentlich nicht lange überdauern sollten, bevor sie sich mit anderen Materialien kombinieren: „Diese Entdeckung in 950–1300 Kilometern Höhe unsere bisherige Vorstellung von der Titan-Atmosphäre vollständig“, erläutert Desai.

Interessanterweise zeigen die Daten, dass besagte Kohlenstoffketten mit zunehmender Nähe zur Titanoberfläche zusehends verdünnt werden, während die Vorgänger größerer Aerosolmoleküle hier ein stetiges Wachstum durchlaufen. „Und das legt eine enge Verbindung zwischen den beiden nahe, innerhalb derer die Kohlenstoffketten die größeren Moleküle anreichern, die dann – so vermuten Forscher – absinken und sich auf der Oberfläche des Mondes ablagern.“

Damit, so zeigen sich die Forscher überzeugt, haben sie den „ersten eindeutigen Nachweis von Kohlenstoffketten in einer planetenartigen Atmosphäre“ erbracht, von der Wissenschaftler glauben, dass es sich um einen bedeutenden Schritt bei der Entstehung von größeren und komplexren organischen Molekülen sind, wie sie die größten Partikel innerhalb der dichten Titan-Atmosphäre darstellen.

„Hierbei handelt es sich auch um einen wichtigen Vorgang im sog. interstellaren Medium, also jenen größeren molekularen Wolken, aus denen Sterne entstehen. Jetzt sehen wir diesen Prozess in einer völlig neuen Umgebung. Damit könnte es sich also um einen universellen Prozess bei der Entstehung komplexer organischer Moleküle handeln. Damit stellt sich auch die Frage, ob dieser Vorgang auch auf anderen Stickstoff- und methanreichen Atmosphären, wie etwa auf Pluto oder dem Neptunmond Triton oder Exoplaneten mit ähnlichen Eigenschaften, stattfinden kann“, so Desai.

Titan selbst besitzt eine dichte Atmosphäre aus Stickstoff und Methan, mit einer der komplexesten chemischen Zusammensetzungen im gesamten Sonnensystem. Deshalb sehen einige Wissenschaftler in Titan auch eine Art Modell der Atmosphäre der jungen Erde, bevor diese durch Sauerstoff angereichert wurde, und erhoffen sich vom Studium der Titanatmosphäre Erkenntnisse über genau jene chemischen Reaktionen, wie sie dann zur Entstehung des Lebens auf der Erde und vielleicht auch auf anderen Planeten führten.

„Damit könnte diese Entdeckung auch Auswirkungen auf die Suche nach Leben im Universum haben“, erläutert Professor Coats und führt dazu weiter aus: „Titan ist ein nahes Beispiel für eine wirklich erstaunliche und exotische Chemie, von der wir noch einiges lernen können.“

„Während wir auf Titan bislang noch kein Leben selbst gefunden haben, so stellt die Entdeckung komplexer organischer Moleküle nicht nur auf Titan, sondern auch in Kometen und im interstellaren Medium doch einen Hinweis dafür dar, dass wir der Entdeckung der Vorgänger des Lebens ein gutes Stück näher gekommen sind“, zeigt sich auch der Cassini-Projektwissenschaftler Dr. Nicolas Altobelli abschließend von der Entdeckung begeistert.

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