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#1

Die Ameise:

in Tiere: 21.05.2010 05:41
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

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#2

RE: Die Ameise:

in Tiere: 01.09.2010 14:25
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspo...mbis-schon.html

Bonn/ Deutschland - Der Pilz "Orphyocordyceps unilateralis" verwandelt in asiatischen Regelwäldern tagtäglich Millionen von Ameisen in willenlose Zombies. Anhand von rund 50 Millionen Jahre alten Fossilien aus der Grube Messel nahe Darmstadt vermuten Wissenschaftler nun, dass es diese bizarre Form des Parasitismus damals auch in Nordeuropa gab.

In einem uralten Blatt-Fossil fanden Forscher der Universitäten Bonn und Harvard sowie des Smithsonian-Instituts in Washington Bissspuren, die wahrscheinlich von einer entsprechend pilzinfizierten Ameise stammen. Ihren Fund haben die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der "Biology Letters" beschrieben. Es ist das erste Mal, dass Fossilien Hinweise auf eine durch Parasiten verursachte Verhaltensänderung liefern.

Der Ameise geht es offensichtlich nicht gut: Desorientiert torkelt sie auf einem dünnen Zweig aufwärts. Dann beißen ihre zangenförmigen Kiefer zum letzten Mal zu, und sie stirbt. Wenig später offenbart sich die Ursache ihres Leidens: Ihrem Kopf entwächst ein Pilzfaden, eine so genannte Hyphe (s. Abb. u. r.). Dieser Pilz ist es, der die Ameise regelrecht "umprogrammiert“ und in eine Art Zombie verwandelt hat. Die Hyphe wird in den nun folgenden drei Wochen immer länger, bildet dann an ihrem Ende ein Fruchtkörper mit Sporen, die über die Luft verweht werden - auf der Suche nach neuen Opfern.

Die vorab beschriebene und im Video gezeigte Episode hätte sich so aber auch vor rund 50 Millionen Jahren abspielen können. Und das nicht in fernen Regenwäldern, sondern direkt vor unserer Haustür.

Diese Vermutung belegt zumindest das von den Forschern in Messel entdeckte fossiles Blatt. Der Bonner Paläontologe Dr. Torsten Wappler hat darauf zusammen mit Kollegen der Uni Harvard und des Smithsonian-Instituts charakteristische Mini-Löcher entdeckt. Genau dieselben Löcher findet man heute häufig in bodennahen Blättern im thailändischen Regenwald. Sie werden von durch "Orphyocordyceps unilateralis" infizierten Tischlerameisen hinterlassen, (der obige Video-Beitrag beschreibt eine verwandte Pilzart, die auf andere Ameisen spezialisiert ist).

"Die fossilen Bissspuren stimmen in Position, Größe und Form extrem gut mit den heutigen Kieferabdrücken überein", erläutert Wappler. Haben sich also vor 50 Millionen Jahren in Messel ähnliche Dramen abgespielt wie heute in den Regenwäldern Südost-Asiens? "Mit 99-prozentiger Wahrscheinlichkeit war das so", bestätigt der Experte für Insekten-Fraßspuren. "Damit haben wir das erste Mal fossile Anzeichen für eine parasitische Beziehung gefunden, die mit einer Verhaltensänderung einhergeht."

Was die Infektion genau bewirkt, hat der Harvard-Biologe David P. Hughes erst vor etwa einem Jahr in einer aufsehen erregenden Studie herausgefunden: Gelangen Sporen von "Orphyocordyceps unilateralis" auf den Panzer einer Ameise, beginnen sie dort zu keimen. Die Pilzhyphen dringen dann in ihr Opfer ein und programmieren es derart um, dass es von seinem Nest in der Wipfelregion in tiefere Regionen herabsteigt, um etwa zwei Handbreit über dem Boden ein Blatt an der Nordseite des Baums aufzusuchen. Hier beißt sich die infizierte Ameise dann an der Blattunterseite an einer der großen Blattvenen fest. Dann sterben sie.

Rund 25 Zentimeter über dem Boden herrschen 95 Prozent Luftfeuchte und eine Temperatur von 20 bis 30 Grad. Für "Orphyocordyceps" sind das ideale Lebensbedingungen. Hughes und Kollegen setzten in ihren Versuchen einige der toten Ameisen in die Baumwipfel um, wo die Luftfeuchte sehr viel stärker schwankt und es erheblich wärmer werden kann. In allen untersuchten Fällen stellten die Pilze daraufhin ihr Wachstum ein. Die Pilze nutzen die Ameisen also als Transportvehikel und parken sie auch noch exakt dort, wo es ihnen selbst am besten ergeht.

"Unsere Studie zeigt nun, dass es diese hoch spezialisierte Form des Parasitismus schon sehr viel länger gibt als gedacht", so Wappler. Aus Sicht eines Biologen ist das extrem spannend: Zwischen Parasit und Wirt kommt es häufig zu einer Art Wettrüsten. Parasiten gelten daher als eine wichtige Triebfeder für die Evolution. Zudem stützt die Arbeit eine These, für die sich in jüngerer Zeit immer mehr Belege finden: Die Regenwälder Thailands scheinen heute ähnliche Lebensbedingungen zu bieten wie die Region um Messel vor 50 Millionen Jahren.



Fossiles Blatt aus der Grube Messel (links) mit den charakteristischen Bissspuren an den sekundären Blattvenen (oben).
Das Bild unten zeigt eine befallene Ameise, aus deren Kopf eine Pilzhyphe wächst.
Der orange Fruchtkörper enthält die Sporen.
| Copyright: Universität Bonn, Georg Oleschinski / Universität Harvard, David P. Hughes


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#3

RE: Die Ameise:

in Tiere: 15.11.2010 15:50
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

Aus: http://www.ameisenhaltung.de/ameisen/

Ameisen...

...sind Insekten und gehören zusammen mit den Bienen, Wespen und Hummeln zur
Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera). Alle Ameisen sind eusozial, das heißt staatenbildend.
Allerdings gibt es - wenn auch nur wenige - parasitäre Arten, die keine Arbeiterkaste ausbilden.
Da diese aber immer in anderen Ameisennestern parasitisch auftreten, werden diese nicht als wirkliche
Ausnahme der eusozialen Lebensweise betrachtet.
Die Hauptmasse eines Ameisenstaates bilden die unfruchtbaren Arbeiterinnen.

Diese erledigen alle Aufgaben im Nest - von der Aufzucht der Brut über die Jagd und Verteidigung bis zum Nestbau.
Bei vielen Arten sind die Arbeiterinnen vom Schlupf an auf bestimmte Aufgaben spezialisierte Kasten
und auch im Körperbau angepasst. So gibt es Soldatinnen (Verteidigung des Nestes),
Außendienst-Ameisen (Futterbeschaffung), Ammenameisen (Aufzucht der Larven und Puppen).
Bei den Honigtopfameisen gibt es sogar Arbeiterinnen, deren Hinterleib als Vorratsbehälter aufgebläht ist.

Zur Verteidigung und zum Angriff besitzen viele Ameisenarten Drüsen, mit denen sie Ameisensäure
produzieren können. Zahlreiche Arten besitzen auch Stacheln (Knotenameisen (Myrmicinae)
und Stechameisen (Ponerinae)). Bei den Soldatinnen ist der Kopf stark vergrößert und die Mandibeln
sind besonders ausgeprägt. Damit sind sie in der Lage, äußere Zugänge zum Nest zu verschließen
oder diese effektiv zu verteidigen.

Charakteritisch sind auch die sogenannten Ameisenstraßen, die zwischen dem Nest und
den Futterquellen "angelegt" werden und die durch Pheromone markiert sind.
Die Nahrung wird meist in der näheren Umgebung gesammelt.
Dabei haben einige Arten besondere Symbiosen entwickelt.
Mehrere Arten halten Blattläuse ähnlich wie Vieh. Sie beschützen diese und tragen sie sogar zu
passenden Futterpflanzen. Diese Ameisen ernähren sich von dem zuckerhaltigen Kot der Blattläuse.

Im Gegensatz dazu schneiden Blattschneiderameisen (Attini) mit ihren Mandibeln Blattstücke ab
und bringen diese in ihren Bau. Dort werden die Blattstücke zerkleinert und mit Pilzsporen beimpft.
Die wachsenden Pilzfäden werden dann regelrecht geerntet.

Die Ameisen gehören zu den seit der Kreidezeit bekannten Insekten. Sie gehören zu den erfolgreichsten
(im evolutionären Sinn) Lebewesen der Erde. Dieser Erfolg lässt sich durch das perfekte
Zusammenarbeiten der Gruppe erklären.

Quelle: Wikipedia, die freie Enzyklopädie

Ameisen in verschiedenen Sprachen:

Arabisch: namla
Dänisch: myre
Deutsch: Ameise, Emse (Hochdeutsch)
Deutsch: Miere (Niederdeutsch)
Englisch: ant
Finnisch: muurhainen
Französisch: fourmi
Griechisch: myrmex
Holländisch: mier
Irisch: seangán
Italienisch: formica
Lateinisch: formica
Litauisch: skruzdėlė
Luxemburgisch: Seechomes
Norwegisch: myr
Polnisch: mr�wka
Portugisisch: formiga
Russisch: murawej
Schwedisch: myra
Spanisch: hormiga
Tschechisch: mravenec
Ungarisch: hangya



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#4

RE: Die Ameise:

in Tiere: 15.11.2010 15:52
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

Aus: http://www.g-o.de/wissen-aktuell-4586-2006-04-12.html


Siegeszug begann mit der Ausbreitung der Blütenpflanzen
Ameisen sind erheblich älter als bisher angenommen. Sie entstanden schon vor 140 bis 168 Millionen Jahren,
wie eine neue, jetzt in „Science“ veröffentlichte Studie zeigt.
Die anpassungsfähigen Insekten, die heute nahezu überall vorkommen,
begannen demnach ihren weltweiten Siegszug vor 100 Millionen Jahren, parallel zur Ausbreitung der Blütenpflanzen.


© USDA
Einer Forschergruppe der Harvard Universität unter Leitung von Corrie S. Moreau and Naomi E. Pierce
ist es gelungen, den Stammbaum der Tiere zu rekonstruieren.
Die Wissenschaftler sequenzierten und verglichen dafür die DNA von sechs Genen aus 139
repräsentativen Ameisenarten. 19 von 20 Ameisenfamilien weltweit wurden so abgedeckt.
Moreau und seine Kollegen nutzten eine Art “molekulare Uhr” auf der Basis von 43 Fossilien aus
unterschiedlichen Stadien der Ameisengeschichte um Schlüsselereignisse in der Evolution der Tiergruppe
zu datieren und verglichen die DNA-Sequenzen der ausgewählten Familien miteinander.

„Ameisen sind ein dominierendes Kennzeichen in fast allen terrestrischen Ökosystemen
und trotzdem wissen wir überraschend wenig über ihre Evolutionsgeschichte:
die Hauptgruppen der Ameisen, wie sie miteinander verwandt sind und wann und warum sie entstanden“,
erklärt Corrie S. Moreau, Evolutionsbiologe in Harvard. „Die jetzige Arbeit gibt uns ein klares Bild,
wie sich diese nach ökologischen Maßstäben außergewöhnlich dominante und in der Evolution erfolgreiche
Insektengruppe bildete und ausbreitete.“

Das Ergebnis der Forscher überraschte: Demnach sind die Ameisen rund 40 Millionen Jahre
älter als bisher angenommen. Die miderne Ameise entstand vor 140 bis 168 Millionen Jahren.
Älteste noch heute existierende Unterfamilie ist die wenig untersuchte Gruppe der Leptanillinae,
gefolgt von zwei größeren Gruppen, den Raubameisen oder Poneroiden, und den Formicoiden,
zu denen die bekanntesten Ameisenarten, wie die Weg- oder die Waldameise, gehören.
Die Forscher stellten zudem fest, dass die modifizierten Stachel, die einige Ameisenarten besitzen,
wahrscheinlich zweimal unabhängig voneinander im Laufe der Ameisenentwicklung entstanden sind.

„Wir schätzen, dass die Diversifikation der Ameisen wahrscheinlich vor rund 100 Millionen Jahren begann,
gemeinsam mit dem Aufstieg der Blütenpflanzen“, erklärt Naomi E. Pierce, Professorin für Biologie
am Museum für vergleichende Zoologie der Harvard Universität.
„Unsere Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass Ameisen die ökologischen Möglichkeiten,
die die neuen Pflanzenarten und die sich mit ihnen entwickelnden Pflanzen fressenden Insekten boten,
optimal nutzen konnten.

Die Pflanzen lieferten den Ameisen einerseits neue Habitate sowohl in den Baumkronen als auch im Unterholz
und der Streuschicht auf dem Waldboden, andererseits dienten die an den Pflanzen siedelnden Herbivoren als
Nahrungsgrundlage und Beute.“
(Harvard University, 12.04.2006 - AHE)



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#5

RE: Die Ameise:

in Tiere: 15.11.2010 15:56
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

Aus: http://othes.univie.ac.at/2593/

Die Ameisen wurden schon immer von den Menschen bewundert und als Beispiel für Fleiß genannt,
unbekannt ist aber, wann sie zum ersten Mal als Arzneidroge erkannt und als solche auch geschätzt wurden.
Schriftlich erwähnt hat sie bereits Plinius im 1. Jh. nach Christus.

In der westlichen Literatur werden aber auch Araber als die ersten Autoren der medizinischen
Anwendung von Ameisen bezeichnet. Bekannt ist allerdings, dass Araber viele ältere Schriften übersetzt
und so der westlichen Kultur zugänglich gemacht haben.

Da das 18. Jh. einen Höhepunkt für die Anwendung tierischer Drogen darstellt, sind ab dieser Zeit
auch die Ameisen in der Literatur vermehrt zu finden. Bis dahin handelte es sich um überlieferte
Erfahrungen, die man teilweise direkt aus der Antike übernommen hatte.

Auch im 18. Jh. war die Anwendung noch rein empirischer Art, zumindest bei den meisten tierischen Drogen.
Zu dieser Gruppe zählen auch die Ameisen, die bis heute nicht umfassens erforscht sind.
Ihre Anwendung und Wirkung begrenzte man auf die reizende Wirkung der enthaltenen Ameisensäure.

Daher wurden sie dort angewandt, wo diese Reize eine für den Patienten erwünschte Antwort des
Körpers hervorruft. Mit diesen Erkenntnissen und Anwendungsmöglichkeiten wird das Kapitel
der medizinischen Anwendung von Ameisen im 19. Jh. abgeschlossen, wo sie in der Literatur
nur noch selten als Arzneimittel erwähnt werden. Mit dem Anfang des 20. Jh. versucht man
viele empirisch angewandte Arzneimittel bzw. deren Inhaltsstoffe zu erforschen,
und stieß dabei auf bis dahin unbekannte Ameisenarten, die viel aggressiver auf Angriff reagieren
als die uns bekannten einheimischen Arten. „Auf Angriff“ deshalb, weil die Ameisensäure und
andere Giftstoffe, die von Ameisen produziert werden, ausschließlich der Verteidigung bzw.
der Alarmierung der eigenen Artgenossen dienen sollten. Die letzten zwei Jahrhunderte weisen keine
wesentlichen Fortschritte in der Erforschung von Ameisen als Arzneimittel auf.

Der Grund liegt sicher auch darin, dass es noch sehr viele unbekannte Arten gibt,
die es noch zu erforschen und zu klassifizieren gilt. Anfänge sind aber gemacht,
und es gibt immer wieder Wissenschafter, die darin ihre Aufgabe sehen dieses noch sehr
unbekannte Gebiet zu beschreiten. In der vorliegenden Diplomarbeit wurde der Versuch gemacht,
eine Übersicht über die in der Literatur beschriebenen Anwendungen von Ameisen und Ameisensäure
als Arzneimittel zu geben. Dabei zeigte sich, dass Ameisen- trotz früher Erwähnungen schon in der
Antike- erst im 18. Jahrhundert einen wichtigen Platz in der offiziellen Medizin einnahmen.

Mit der Anwendung synthetischer Arzneistoffe verloren sie ihre medizinische Bedeutung fast völlig
und sind heute nur noch in der Tradition volksmedizinischer Behandlungsweisen und in kleinem Ausmaß
als homöopathisches Arzneimittel zu finden.



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#6

RE: Die Ameise:

in Tiere: 15.11.2010 15:58
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

Kommunikation im Management - Die komplexe Organisation eines Ameisenstaates

Stéphane Etrillard, Management Institute SECS, Düsseldorf:
Wenn Sie kurz darüber nachdenken, wird Ihnen sicher sehr schnell bewusst,
dass Sie tagtäglich eine kaum mehr überschaubare Menge von Botschaften aussenden
und selbst empfangen. Einige davon ganz gezielt, andere eher unbewusst.

Dabei kommt die ganze Vielzahl der zur Verfügung stehenden Kommunikationsmittel zum Einsatz.
Eine entsprechende Auflistung dieser Kommunikationsmittel und der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten
derselben wollen wir getrost überspringen.

Das Spektrum reicht von der beiläufigen Geste im Vorübergehen bis hin zur sorgfältig vorbereiteten Rede.
Wie auch immer Sie kommunizieren, Ihr Ziel ist letztendlich ein funktionierendes
und erfolgreich agierendes Unternehmen.

Optimal erscheint hierbei eine Betriebsamkeit gleich der eines Ameisenstaates,
in dem jedes Mitglied jederzeit an der richtigen Stelle und dabei unbeirrbar entschlossen ist,
genau das für den Moment Richtige zu tun. Alles scheint hier planmäßig und wie von Geisterhand geführt zu verlaufen.

Ein Ameisenstaat ist mit einer solchen Perfektion organisiert, dass hunderttausende
von Ameisen im Grunde einen neuen Organismus bilden.
Dieser agiert mit größtmöglicher Effizienz und ohne irgendwelche Reibungsverluste.

Jedes einzelne Lebewesen hat seine spezifische Aufgabe, die es zu erledigen gilt und ist dabei
immer Bestandteil eines riesigen „Teams“. Und jede Arbeit wird ohne Wenn und Aber,
vor allem aber auch ohne jede Art von Missverständnissen ausgeführt.

Unaufhaltsam, konsequent und völlig unbeirrt ist das Wohlergehen der Gemeinschaft oberstes
und einziges Ziel. Fortwährende Expansion ist dabei ein notwendiges Mittel im Überlebenskampf.
– Für jedes Unternehmen wäre es eine große Verlockung, Mitarbeiter zu haben, die jederzeit und
quasi blind und ganz automatisch immer exakt das Richtige tun.

Und das auch noch mit größter Entschlossenheit und scheinbar bedingungslos.
– Aber wirklich blind und tatsächlich automatisch?

Die komplexe Organisation eines Ameisenstaates funktioniert natürlich nur,
wenn die einzelnen Mitglieder der Gemeinschaft in ständiger Kommunikation miteinander stehen.
Dementsprechend verfügen Ameisen über das wohl aufwendigste und komplizierteste
Kommunikationssystem der Welt. Das einzelne Tier stünde auf einsamem Posten und wäre
unweigerlich verloren, würde der Kommunikationsprozess abreißen oder auch nur für längere Zeit gestört werden.
Der ganze Ameisenstaat würde innerhalb kürzester Zeit im Chaos zerfallen.

Das aufwendige Kommunikationssystem befähigt die Ameisen zur Arbeitsteilung und somit zur
sozialen Lebensweise. Und gerade das Ausbilden einer sozialen Gemeinschaft hat sich in der Evolution
als das beste aller Erfolgsrezepte erwiesen. Die staatenbildenden Insekten sind die biologisch erfolgreichsten
Wesen auf diesem Planeten – allenfalls der Mensch kann sich in dieser Hinsicht mit ihnen messen.

Und auch unser Erfolg basiert auf der Fähigkeit einer komplexen Kommunikation.
Erst mit der Entwicklung der Sprache kam der Mensch in die Lage, komplizierte Aufgaben gemeinschaftlich zu lösen.
Aber anders als bei den Ameisen, ist unsere Kommunikation mitunter sehr erheblichen Störungen unterworfen.
Und das, obwohl wir uns vielleicht sogar sehr große Mühe geben, unsere Unternehmensziele den Mitarbeitern
zu verdeutlichen. Sie geben Anweisung, telefonieren, schreiben E-Mails, haben womöglich sogar viel Zeit und
Geld in Broschüren, Leitfäden und Unternehmenshandbüchern investiert.

Alles nur, um die Mitarbeiter bei der Stange zu halten und ihre Arbeitsleistung zu steigern.
Und trotzdem kennen Sie das Gefühl, noch immer nicht richtig verstanden worden zu sein.
Sie ärgern sich über völlig überflüssige Fehler und auftretende Missverständnisse,
beklagen mangelnde Motivation und sehen sich mit fadenscheinigen Ausflüchten konfrontiert.
„Aber davon wusste ich gar nichts.“ „So habe ich das noch gar nicht gesehen.“ „Wenn mir das jemand erklärt hätte…“

Sind Ihre Mitarbeiter vielleicht dumm, arbeitsunwillig und faul? Wenn man eben nicht alles selber macht…
Hin und wieder ertappt man sich bei solchen Gedanken.
Irgendwer muss schließlich schuld sein, wenn irgendetwas schief läuft.
Also machen wir einen Schuldigen aus, dem wir die Verantwortung für aufgetretene Fehler und ärgerliche
Vorfälle in die Schuhe schieben können. Damit ziehen wir uns nebenbei selbst aus der Affäre.
Denn die Ursache für viele Scherereien, mit denen wir uns abplagen müssen, sind eigentlich
Kommunikationsstörungen. Oft ist es erst ein falsches und ineffektives Kommunikationsverhalten,
das Fehler provoziert. Und in diesen Fällen lässt sich die Verantwortung nicht auf andere abwälzen.
– Gerade die Führungskräfte sind gefragt, wenn es darum geht, die Grundlagen für eine gute
und effektive Kommunikation zu schaffen.

Viele Führungskräfte können ganz hervorragende Strategien entwickeln.
Nur ist auch die beste Strategie nicht viel wert, wenn sie den Mitarbeitern nicht vermittelt werden kann.
Genau hierbei hapert es, daran scheitern viele Führungskräfte manchmal kläglich.
Aufgrund ineffektiver Kommunikationsmethoden bleiben viel wichtige Ressourcen unausgeschöpft.

Ganz unbestritten ist die Kommunikation das wichtigste Managementinstrument überhaupt.
Die Kommunikation ist die Gesamtheit der Interaktion zwischen Menschen, sie umfasst die
Verständigung durch Signale und Zeichen, insbesondere natürlich durch Sprache.
Keine Idee, kein Vorhaben lässt sich realisieren, wenn keine entsprechende Kommunikation erfolgt.
Aber das weiß wohl jeder. Folglich haben sich viele Führungskräfte irgendwann ihre Gedanken
über die Kommunikation gemacht und konnten dabei womöglich Schwachstellen erkennen.



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zuletzt bearbeitet 05.11.2014 04:48 | nach oben springen
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#7

RE: Die Ameise:

in Tiere: 15.11.2010 15:59
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

Aus: http://www.schreibwerkstatt.de/aus-der-a...ive-t22018.html

Aus der Ameisenperspektive:

Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie Ameise die Welt sieht? Unwahrscheinlich.
Trotzdem ist es eine interessante Erfahrung, die man einmal gemacht haben sollte.
Ganz kurz gesagt: von unten, tiefliegend. Was für ein Gefühl muss es für eine Ameise sein,
wenn sie sich zum Zeitpunkt des Hochzeitsfluges hoch in die Luft erhebt, heraus aus dem
erniedrigenden Blickwinkel. Um diese Fragen zu ergründen verwandeln wir uns in eine Ameise.

Vom wissenschaftlich und zoologisch interessierten Menschen aus betrachtet sind wir rote Waldameisen,
tragen den Wissenschaftlichen Namen Formica rufa und entstammen der Familie der Formicidae.
Unsere Beschreibung die man im Buch der Insekten findet lautet wie folgt:

Eine Familie mit ca. 15000 staatbildenden Arten. Die Arbeiter stets Flügellos; Geschlechtstiere geflügelt,
jedoch verlieren die Weibchen die Flügel bald nach der Paarung. Fühler meist deutlich gekniet.
Hinterleibsstiele ein- oder zweigliedrig. Ein Stachel fehlt den Arten mit eingliedrigem Hinterleibsstiel gewöhnlich.
Ernährung räuberisch, vegetarisch oder als Allesfresser.

Diese Beschreibung stimmt zum größten Teil, auch wenn uns eine freundlichere Anrede als
„Weibchen“ oder „Geschlechtstiere“ eigentlich lieber wäre. Aber das können wir nicht beeinflussen.
Überhaupt werden wir von den Menschen unterdrückt. Doch die Wahrheit sieht anders aus:
wir können ohne Menschen überleben, aber für die Menschen um uns herum sind wir unverzichtbar.
Sie nennen uns die Müllpolizei des Waldes. Zuständig für den Müll, den sie verursachen.
Doch in Wirklichkeit sind wir mehr, wir sind die Herrscher des Waldes.
Und zusammen mit fielen anderen Insektenarten beherrschen wir die Welt.
Außer in Südamerika sind wir wesentlich Zahl- und Artenreicher vertreten als der Mensch.
Der Mensch ist ein Stamm, eine Überfamilie, wissenschaftlich begabte Ameisen sprechen
von der Familie Homo. Aber es gibt einen Unterschied.

Alle Ameisen kommen untereinander gut aus, verstehen sich gut und lassen sich gegenseitig in Ruhe.
Und wir sind zahlreich. Abermilliarden von Ameisen schaffen es friedlich miteinander auszukommen.
Die Vertreter vom Stamm Homo sind nur wenige Milliarden und schaffen es sich trotzdem
sich gegenseitig umzubringen. Wir sind sozial sehr gut strukturierte Wesen,
wir haben eine einheitliche Sprache, und ein einheitliches Ziel: Überleben und Vermehren.
Die Menschen hingegen, wissen oft überhaupt nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen,
manche begehen deshalb sogar Selbstmord, was bei uns unmöglich wäre. Warum auch?
Außerdem haben sie mehrere Sprachen, rund 6500 verschiedene.

Hat das einen tieferen Sinn, oder soll es den einen Volksstamm nur vom anderen abheben.
Wenn ja, weswegen? Tja, sei’s drum, wir haben uns wichtigeren Dingen zu widmen.
Nahrungssuche! Das ganze läuft ganz einfach ab: Nahrung aufspüren und versuchen
sich nicht von einem natürlichen oder unnatürlichen Feind umbringen zu lassen.

Falls es doch passiert, gibt es mehrere Möglichkeiten: entweder du überlebst die ganze Sache
und kannst dich in die Krankenstation schleppen, wo du aus Heilung hoffen kannst,
oder du stirbst und hoffst, dass man dich findet und würdig begräbt.

Wenn die Suche ohne Zwischenfälle verläuft, was sie meistens tut, transportierst du die Beute
in den Bau und gibst sie den Ammen die dafür sorgen, dass sie an die Larven verfüttert wird.
Dann geht das ganze von vorne los. Unser Tagesablauf ist praktisch vorprogrammiert,
was nicht heißen soll, es gäbe keine Freizeit. Die gibt es sehrwohl.

Sobald uns die Königin die Erlaubnis dazu gibt, beginnen wir mit dem Schönsten,
was sich eine Ameise zum Thema Ernährung eigentlich vorstellen kann: Blattlausmelken.
Wir bringen den Blattläusen Futter oder transportieren sie von A nach B.
Im Gegenzug dazu geben sie uns köstlichen Honigtau.

Mein persönlicher Reim dazu: Ich wäre gern ein Huhn, ich hätt´ nicht viel zu tun,
doch lieber eine Ameise, die Vögel ziehen ihre Kreise, die Hennen auch das gerne tun,
allerdings am Boden nun. Als Ameise bleib ich am Boden, den Herrn der Schöpfung soll man loben.



von jungerbetaleser



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#8

RE: Die Ameise:

in Tiere: 15.11.2010 16:00
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

Aus: http://science.orf.at/stories/1637790/

Ameisen sterben einsam

Todkranke Ameisen verlassen freiwillig das Nest, um zu sterben.
Sie vermeiden zudem aktiv den Kontakt zu anderen Arbeiterinnen,
wie deutsche Forscher jetzt bei der Einbindigen Schmalbrustameise nachgewiesen haben.

Kategorie: Insekten Erstellt am 29.01.2010.

Durch dieses selbstlose Verhalten wollen die Tiere offenbar verhindern,
dass sie andere Arbeiterinnen anstecken und dadurch das ganze Nest gefährden.
Freiwilliges Verlassen

Die Studie in "Current Biology": "Moribund Ants Leave Their Nests to Die in Social isolation"
von Jürgen Heinze et al.

Bisher war nur bekannt, dass manche Ameisenarten kranke Artgenossinnen aus ihrem Nest
ausschließen und Leichen abtransportieren. Ein freiwilliges Verlassen war dagegen
noch nicht dokumentiert worden, berichten die Forscher von der Universität Regensburg.

Aggression gegen kranke Tiere gibt es bei der Einbindigen Schmalbrustameise nicht.
Selbst wenn die Forscher sterbende Ameisen zurück ins Nest setzten, wurden sie nicht hinausgeworfen.
Sie verließen ihr Heim aber erneut freiwillig, sagte Professor Jürgen Heinze, einer der Autoren der Studie.

Die Einbindige Schmalbrustameise kommt meist in warmen Lagen trockener Nadelwälder vor.
Die Tiere leben in relativ kleinen Kolonien - manche haben im Inneren einer hohlen Eichel Platz.
Möglicherweise ist dies einer der Gründe, warum kranke Tiere nicht aus dem Nest geworfen werden.
Bei Arten mit größeren Nestern gebe es teilweise darauf spezialisierte Tiere,
die auch Leichen abtransportieren. In einer sehr kleinen Kolonie sei eine so starke Ausdifferenzierung
aber kaum möglich, sagte Heinze.

science.ORF.at/APA/apn

- Verwebe zu: Der ganze Staat ist das Hirn:



Dateianlage:
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#9

RE: Die Ameise:

in Tiere: 16.05.2018 14:20
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...m-sinn20180502/

Erdmagnetfeld: Wüstenameisen navigieren mit sechstem Sinn:


Wüstenameisen am Nesteingang
Copyright/Quelle: Pauline Fleischmann / Universität Würzburg
Würzburg (Deutschland) – Wüstenameisen orientieren sich zur Navigation am Erdmagnetfeld und können sich so den Weg zurück in ihr Nest einprägen. Bislang war diese Fähigkeit dieser Insekten nicht bekannt.

„Den Anfang ihres Lebens verbringen Wüstenameisen (Cataglyphis) ausschließlich unterirdisch in ihrem dunklen Nest“, berichten die Forscher um Professor Wolfgang Rössler und Dr. Pauline Fleischmann vom Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) gemeinsam mit Professor Rüdiger Wehner vom Brain Research Institute der Universität Zürich. „Gut vier Wochen lang kümmern sie sich um Brut und Königin, graben Tunnel, bauen Kammern oder räumen auf. Dann irgendwann wagen sie den Schritt an die Oberfläche und wechseln den Job: Bis zu ihrem Tod sind sie von da an als futtersuchende Arbeiterinnen unterwegs.“

Bevor eine Ameise sich dann auf Futtersuche begibt, muss sie jedoch ihr „Navigationssystem“ kalibrieren. Wie die Forscher aktuell im Fachjournal „Current Biology“ (DOI: 10.1016/j.cub.2018.03.043) berichten, zeigen die Tiere dabei zwei bis drei Tage lang ein sehr spezielles Verhaltensmuster: “Bei sogenannten Lernläufen erkunden die Tiere die nähere Umgebung rund um den Nesteingang und drehen dabei wiederholt Pirouetten um die eigene Körperachse.”

Anhand von Aufnahmen mit Hochgeschwindigkeitskameras beobachteten die Wissenschaftler nun, dass die Ameisen während dieser Drehungen immer wieder innehalten: „Das Besondere an den längsten dieser Unterbrechungen: In diesem Moment schauen die Tiere immer exakt in Richtung des Nesteingangs zurück, obwohl sie diesen – ein winziges Loch im Boden – nicht sehen können.“

Bei weiteren Untersuchungen haben die Forscher jetzt überraschend festgestellt, dass sich Wüstenameisen in der Phase dieser „Lernläufe“ am Magnetfeld der Erde orientieren -. Eine Fähigkeit, die bereits von anderen Tieren bekannt, für Wüstenameisen bislang aber unbekannt war.

Zum Thema

„Auf der Suche nach Nahrung entfernen sich Wüstenameisen mehrere hundert Meter von ihrem Nest. Ihr Weg verläuft dabei schlangenlinienförmig und in größeren Schleifen. Haben sie dann Nahrung gefunden, gehen sie auf einer direkten Linie zum Nesteingang zurück“, schildert Rössler die erstaunlichen Fähigkeiten der Ameisen. Dass sich die Tiere dabei am Sonnenstand und am umliegenden Panorama orientieren und diese Informationen mit den zurückgelegten Schritten verrechnen, war bisher schon bekannt.

Jüngste Forschungsergebnisse haben nun hinzu gezeigt, dass die Wüstenameisen in der Zeit der Lernläufe auch dann zum Nesteingang zurückblicken, wenn sie sich nicht am Sonnenstand oder dem Panorama ausrichten können: „Das hat uns auf die Idee gebracht, dass sie möglicherweise das Erdmagnetfeld als Referenzsystem nutzen, so wie das beispielsweise manche Vögel tun (…Grewi berichtete)“, erklärt Fleischmann.

Um diese These zu überprüfen reisten die Forscher nach Südgriechenland, wo Cataglyphis-Ameisen beheimatet sind. Hier erzeugten sie mit einem sog. Helmholtz-Spulenpaar ein nahezu homogenes und exakt definiertes Magnetfeld, um so das Verhalten der Wüstenameisen während der Lernläufe unter kontrollierten Bedingungen in ihrem natürlichen Habitat zu beobachten.


Grafische Darstellung der Suche nach dem Nesteingang. Hierbei orientieren sich Wüstenameisen erfolgreich mit Hilfe des Erdmagnetfelds (schwarz). Das zeigen Experimente, bei denen das Magnetfeld künstlich gedreht wird (rot). (dt. Textübers.: Red. GreWi).
Copyright: Current Biology)

Das Ergebnis war eindeutig: Drehten die Wissenschaftler an der Ausrichtung des Magnetfelds, blickten die Wüstenameisen nicht mehr in Richtung des tatsächlichen Nesteingangs, sondern eines vorhersagbaren neuen Orts – dem „fiktiven Nesteingang“ (s. Grafik). „Ihr Wegintegrator lieferte ihnen, basierend auf der Information des Magnetfelds, einen neuen Vektor zum Nest“, erklärt Wolfgang Rössler.

Obwohl schon zuvor von einzelnen Ameisenarten bekannt war, dass sie auf Änderungen im Magnetfeld unter bestimmten Bedingungen reagieren, war dies im Fall der Wüstenameise Cataglyphis nicht nur bislang nicht bekannt, auch hatten die Forscher eine derart eindeutige Rolle bei der Navigation nicht erwartet.

Das Ergebnis öffne „ein neues Tor, das viele neue Fragen nach sich zieht“. Etwa jene danach, wann die Wüstenameisen ihren Magnet-Sinn nutzen? „Gut möglich, dass sie ihn bereits während der ersten Lebenswochen verwenden, die sie ausschließlich im Nest unter der Erde verbringen. In totaler Dunkelheit kann eine Orientierungshilfe schließlich nicht schaden. Aber das ist derzeit noch Hypothese.“

Ebenfalls für die Wissenschaftler interessant ist die Frage, wie und ob sie überhaupt zwischen den verschiedenen Navigationshilfen – dem Sonnenstand, dem Landschaftspanorama und dem Erdmagnetfeld – hin und her wechseln? „Immerhin ist bekannt, dass erfahrene Sammelameisen wieder Lernläufe absolvieren, wenn man sie dazu zwingt – beispielsweise durch eine veränderte Umgebung am Nesteingang.“ Unklar sei derweil ebenso, ob sie auch dann wieder auf Informationen des Erdmagnetfelds zugreifen oder ob sie sich wie während ihrer Futtersuchläufe auf ihren Sonnenkompass verlassen.

„Und am Ende stehen natürlich die alles überspannenden Fragen: Wo sitzt der Sensor für das Magnetfeld und wie funktioniert er?“

Damit sei man dann schon ganz tief drin im Bereich der Orientierungs- und Navigationsforschung bei Insekten, sagt Wolfgang Rössler. Wie es das vergleichsweise kleine Gehirn der Ameisen schafft, Richtungsinformationen über den Sonnenstand, das Magnetfeld sowie Panoramaansichten der Landschaft zu speichern und mit Entfernungsinformationen aus dem Schrittzähler zu verarbeiten – diese Frage reiche weit über das Gebiet der Verhaltensforschung und der Neurowissenschaften hinaus erklärt der Wissenschaftler. Die Antwort auf diese Frage sei auch für die Informatik und Robotik von großem Interesse.

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