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Das Mandala als Ursprung allen Seins:

in Symbolica. - 03.06.2010 21:18
von Adamon • Nexar | 14.588 Beiträge

Das Mandala als Ursprung allen Seins.
Kurze Zusammenfassung:

von Michael Palomino 2000/2003/2005:


Das grundlegendste Mandala ist die aufgehende Sonne,
die Welle des Lichts, z.B. in der japanischen Flagge dargestellt.



Und das weitere grundlegende Mandala unseres Lebens ist unser Planet Erde.



aus: Rüdiger Dahlke: Mandalas der Welt. Ein Meditations- und Malbuch.
Wilhelm Heyne-Verlag, München 1985.


Die Mitte und der Kreis:

Mandalas sind Kreisbilder um einen Mittelpunkt.
Um diesen Mittelpunkt, diesen "Ur-Punkt" der Ruhe und aller Energie,
dreht sich unser Leben: die Schallwelle als Mandala-Kreis:
in Form des "Worts" bei den Christen:
"Am Anfang war das Wort" (gesprochene Schallwelle),
in Form des Klangs bei den Indern (Klan-Schallwelle),
oder auch als Licht (Lichtwelle).


Dieser "Ur-Punkt" kann mit Zeit und Raum versehen zur Kugel werden.
Bei den Indern werden Zeit und Raum auch die beiden Täuscher genannt.
Nach der Mitte zu leben bedeutet also, ohne Täuschung und nach der Welle zu leben:
die Welle des Schalls, des Lichts.

Auch bei den früheren Hochkulturen, den Indianern, Inkas, Mayas u.a.
werden Mandalas in Riten oder in Indien in T'ai-Chi-Zeichen von Ying-Yang verehrt.
Teile der "Wissenschaft" sehen die Welt als eine Folge eines "Urknalls"
und das Weltall dehnt sich weiter aus.
Die Galaxien sind schweifförmig angeordnet.
All das deutet wieder auf ein Mandala mit einem Zentrum hin:
in weltraummässigen Dimensionen.


Atom und Mensch:
Jedes Atom hat gleichsam einen Kern und ist somit ein Mandala um diesen Kern.
Der Mensch besteht aus Atomen, somit aus Schwingungen und aus Mandalas:
Der Mensch ist ein Mandala, wie jedes Wesen.
Energie kommt und geht und kommt wieder.
Im Asien sind Tempel in Mandalaform gebaut.
Auch die Pyramiden bezeichnen denselben Mittelpunkt.




[Wir können also sagen: Alle menschlichen, tierischen und pflanzlichen Körper
sind lebendige Mandalas, und sie sind sehr attraktive Mandalas,
wenn sie gesund erhalten werden.

Aber da sind die Religionen, die den Genuss der körperlichen Mandalas ablehnen,
und wenden den Geist in die Abstraktion der Kirchenfenster und Moscheenfenster...].

*

Zwei "Weltreligionen" und die Mandalas: Die Kirchenfenster



Kirchenrosette in mit weissem Zentrum in Oechterding
vergrössernKirchenrosette in mit weissem Zentrum in Oechterding

Zwei "Weltreligionen", Christentum und Islam, machen sich seit
dem offiziellen Jahr 800 n.Chr. das Leben schwer
(andere Zeitrechnungen kommen auf andere Jahreszahlen).
Sie glauben beide an einen Gott, jedoch durch verschiedene Propheten.
Die Kreuzzüge brachten nicht nur Tod und Vernichtung,
sondern auch die Idee der Mandalas in Form der kirchlichen Rosettenfenster
und die neue Spitzbogenarchitektur nach Europa.

Der reiche Templer-Orden verweigerte die Gefolgschaft
zum Kreuzzug gegen die Karthager und schuf stattdessen
erste grosse Kirchen und liess die Kathedralen und Rosetten
sogar nach bestimmten Richtungen "orient-ieren":
zuerst im "romani-schen" Radfenster mit weissem Zentrum
als Summe aller Farben, wo das Licht durchscheint,
das den Menschen der Bibel stetig blendet.

In der "Gotik" kam es dann zur höchsten Ausdrucksform
des Mandalas in Rosettenform:
Licht, Farbe und Form wurden zur Einheit verbunden und
manchmal auch Labyrinthe als Lebenswegsymbolik auf den Fussböden
der Kathedralen angebracht.
Der Chor der Kirche wurde meist in Richtung Osten (Orient) gebaut,
also "orient-iert".

Dahlke nimmt an, dass die Templer mit diesen Bauten eine Versöhnung
zwischen Ost und West erreichen wollten.
Dies ist jedoch bis heute nicht bewiesen.


Chartres, Westrosette mit jüngstem Gericht


Chartres, Labyrinth am Westende der Cathédrale

Die Rosetten: Mandalas in Kombination mit Symbolik:

In das Zentrum der Rosetten kamen in der Hochgotik Abbildungen
wie Rosen als Zeichen der Liebe, Darstellungen von "Jesus",
T'ai-Chi-Zeichen oder sogar ein Stierkopf in Anspielung des Labyrinths von Minotaurus.
Um die Mitte wurde die polare Welt der Schöpfung dargestellt.
Die Glastechnik erreichte einen bis heute nicht mehr erreichten Stand.
Die Farben verändern sich je nach Sonnenstand und die Fenster
des Randes werfen das Licht auf den Mittelpunkt zurück.
Somit steht das Zentrum als göttliche Energie wahrhaftig
im "Brennpunkt des Geschehens" und des Universums:
der Same des Lebens.



Rosette mit Rosenblume im Zentrum als Zeichen der Liebe, Strassburg, Münster


Rosette mit Jesuskind im Zentrum, Speyer, Gedächtniskirche


Der Islam selbst verbietet bildliche Darstellungen.
In seinen Mandalas sind folglich nur symbolische Darstellungen zu finden.

Farb-, Form- und Zahlensymbolik ergänzen die Darstellungen:
Rot für Wärme, Feuer, Mut und geistige Aktivität, Blau für Kühle,
Tiefe, Ruhe und Weisheit, Violett als heilige Farbe,
die "den Weg in die Mitte" zwischen Blau und Rot anregen soll
(heute noch bei Messgewändern),
Gold für die Darstellung der "goldenen Mitte",
des Logos' und des Sonnenlichts, bei den Mayas und Inkas
der Sonne geweihte Gegenstände, Gelb als Farbe des Lichts
oder Neides und Verrats, Weiss als das Höchste,
die Farbe aller Farben, Grün als Farbe der Hoffnung und des Wachstums
(v.a. bei den Indianern und beim Islam),
Schwarz als Abwesenheit aller Farben für die absolute Reduzierung,
Tod und Unterwelt, durch die jeder Mensch hindurchtreten muss.



Grabmoschee Kairo, das Mandala-Mosaik im Gebetsraum


Mandala-Mosaik mit Brunnen im Innenhof der Moschee in Paris


Rot und Blau sind als Kombination in den christlichen Kirchen häufig und
ergeben in der Kombination die kirchliche Farbe violett.


Chartres, Rosette in Rot-Blau und mit Violett



Navajo-Mandalateppich in Gelb-Rot-Schwarz



Auch die Formen in den Mandalas haben ihre Symbolkraft:
Bei der östlichen Welt steht das Viereck für die viereckige, polare Welt,
der Kreis für die göttliche Form, die der Einheit verpflichtet ist.

Im Islam gilt der Kreis als "das Gesetz", der Radius als
"der Weg" in die Mitte, und das Zentrum als "der Punkt",
die "Wahrheit", der "Logos", das "Wesentliche".

Die indischen "Tattvas" unterscheiden fünf Grundschwingungen,
aus der die gesamte Schöpfung entsteht:
Das Viereck für Erde, das Dreieck für Feuer,
der zunehmende Halbmond für Wasser, der Kreis für Luft
und das Zentrum als Akasha-Prinzip.

Die Zahlensymbolik ist z.T. kirchlich wie esoterisch bestimmt,
und mittels dieser Zahlensymbolik werden die Mandalas der Kirchen
gestaltet und eingeteilt: über 52 Wochen zu 12 Aposteln,
die 12 Tierkreiszeichen, die 8 Winde, die 7 Künste, die 4 Elemente,
Evangelien, Temperamente etc.
Je nach Darstellung werden die Abläufe nach verschiedenen
Himmelsrichtungen ausgerichtet: "orient-iert".

In den Kirchenrosetten kommen die verschiedenen
Zahlensysteme zur Anwendung:
Das Zweier-System des Yin-Yang,
das Dreier-System der Gunas oder der Primärfarben,
das Vierer-System der Elemente oder der Typenlehre,
das Fünfer-System der chinesischen Elementenlehre,
das Zehnersystem der arabischen Zahlen,
das Zwölfersystem der Astrologie oder
das 22er-System der Kabbala.



Weitere Mandalas in der Natur und Hausform:

Wir finden weitere Mandalas und mittelpunktbetonte Kreisformen
in der Natur in Früchten, in Kernen und Samen, im Auge,
im Regenbogen, in den Jahresringen, in den Schneesternen,
in Blumenblüten, Spinnennetzen und Schneckenhäusern.



Jahresringe-Mandala an einem Fichtenstamm


Schneckenhaus-Mandala in Form einer Spirale


Schneekristall-Mandala dreidimensional


Jede Hütte, jedes Zelt war ursprünglich rund,
und die Kirche der Basilika sowie der griechisch-orthodoxe Tempel
verbinden heute noch die eckige Hausform als Symbol
für die bipolare äusserliche Welt mit der zum Zentrum
weisenden Kuppel als Symbol für die seelisch-einheitliche Welt.

Beim Davidstern sind es das Dreieck des Makrokosmos
und das Dreieck des Mikrokosmos, die sich in den Farben rot und blau
durchdringen, zum göttlichen Violett.

Das Hitler-Kreuz, die "Swastika" ist ebenfalls aus der östlichen
Mandala-Tradition entnommen und stellt einen Mandala-Wirbel dar.
Die Hitler-Clique missbrauchte selbst die ursprünglichsten Lebenskräfte,
kehrte die Swastika um und machte sie so vom Glücksbringer
zum Symbol für Teufelswerk der Zerstörung.


Das Ausmalen von Mandalas als heilender Vorgang der Meditation:

Wie sollen wir nun die Mandalas ausmalen in einer Zeit,
in der jede Minute "kostbar" ist, in der wir mit Internet um den Globus
klicken können und eine Nachricht von heute schon morgen nicht
mehr wahr ist?
Werden sich auch "erwachsene" Menschen je dazu bewegen lassen,
sich wieder Farbe und Papier hinzugeben,
was von Vielen als kindisch abgetan wird ?



Kinder malen mit den Eltern ein Spielfass an, mit neuen Mandalas an den Seiten



Kinder malen im Liedergarten


Mandala zeichnen oder auch nur ausmalen hat seinen Sinn.
Wir werden im Mittelpunkt geboren, sind mit dem polaren Leben
konfrontiert und finden nach einschneidenden Ereignissen,
der Katastrophe, zum Mittelpunkt der Ausgeglichenheit.
Die Rückkehr zur Besinnung findet sich in der Geschichte
des "verlorenen Sohnes", in der Predigt zur Umkehr von Johannes dem Täufer,
in der Wandlung vom Saulus zum Paulus etc.

Die Katastrophe (griech. hé katastrophé = Umkehr) ist es,
die den verirrten Menschen wandeln lässt und zur "Umkehr",
zur Erkenntnis und Erlösung bringt.

Das Mandala ist uns dabei "Hilfs-mitte-l".
Der Vorgang fängt mit Betrachten des Mittelpunktes an,
der Rose oder dem "Jesus", geht mit dem Abschweifen an die Ränder
weiter und geht über eine Gesamtansicht wieder in den Mittelpunkt:
die "Medi-tation", der "Weg in die Mitte" (medium, lat.), die "Reise".

Es gibt so viele Möglichkeiten zu meditieren, wie es Menschen gibt.
Das Ausmalen und Gestalten, das Beten und Beschwören nach Mandalas
sind somit nur wenige der möglichen Formen,
die z.T. beträchtliche Heilungserfolge im Energiehaushalt des Menschen erzielen.
Ein Mandala auszumalen kann somit
- wenn es ohne Ehrgeiz und mit der notwendigen Ruhe passiert
- ein geistig und energetisch heilender Vorgang werden:
von der Mitte gegen aussen (entspricht dem Entstehen der Schöpfung),
oder vom Rand gegen die Mitte hin gemalt
(entspricht dem eigenen Heimweg vom Chaos in die Mitte).
Das Konstruieren von Mandalas vom Rand aus dürfte dabei eher schwierig sein.

Man kann das Ego nicht loslassen, ohne es kennengelernt zu haben.
Das Ziel soll der Mittelpunkt sein, die Hoffnung und das Streben
nach Erfahrung der Ein-Sicht in das "Rad des Lebens"
durch Einswerden mit dem "Ur-Punkt".



Lebensrad-Mandala, z.B. ein tibetisches Lebensrad


Das Mandala-Leben der Indianer und die westliche Industriewelt im Kapitalismus:

Bei den Indianern ist es Tradition, mit der Natur im Einklang zu bleiben,
aus ihr zu lernen und von kleinen auf grosse Zusammenhänge zu schliessen.
Dazu braucht es nicht einmal die Kenntnis von Buchstaben oder Schrift.
Sonne und Mond sind bei den Indianern gleichberechtigt.


Weiss wird von der Esoterik als die perfekte Farbe
als Schnittfarbe aller Farben angesehen.
Dazu ergibt sich die Parallele zur weissen Rasse:

Der weisse Mensch Europas liess sich von der Entdeckung
des Columbus 1492 blenden.
Europas Männer plünderten das "El Dorado" auf dem "neuen Kontinent",
statt bei sich selber ihr geistiges "El Dorado"
- ihr eigenes geistiges Zentrum - zu finden.


Mit der Erfindung der Maschine verfiel der westliche Mensch
dann gänzlich dem Glauben, die Natur sogar besiegen zu können.

Er setzte sich selbst auf den Mittelpunkt
und plündert bis heute weiter die ganze Welt.



Die polare Welt drohte, die Harmonie, den Logos, zu ersticken.
Der westliche Waffen-Egoist begann, die Mandala-Kulturen
auszurotten und zu berauben.
Religionen und Heilmethoden wurden verboten und als "teuflisch" dargestellt.



Damit kam es zur einseitigen rationalen Entwicklung:
Die linke, analytische Gehirnhälfte wurde seit der Einführung des Kapitalismus (16.Jh.)
weiter gefördert, die rechte, gefühlsbetonte und künstlerische Hirnhälfte
weiter im Bewusstsein zurückgedrängt und z.T. völlig an den Rand gedrängt.

Gleichzeitig wurde es dem Waffen-Egoisten zur Aufgabe,
immer einen Schritt voraus zu sein, damit er "unbesiegbar" bleibe
und die Macht behalte.

Die Weisheit in den Kathedralen verkommt seither zum Besichtigungsobjekt
und die Labyrinthe in den Kirchen sind zerstört oder mit Stühlen verstellt.
Die Kirche erstarrt in sitzender Position.



Das Ego des "modernen" Menschen verdeckt
seither den Mittelpunkt, in den sich das Ego selbst gesetzt hat.
Individualität und Ego sind Triebfeder
und Mittelpunkt der "Kunst" geworden.


Aus dieser Verirrung herauszufinden, kann das Mandala-Malen dienen:
Der industriell dressierte Mensch soll die Schönheit und die Harmonie
der Kräfte erfahren, wenn er sich leiten lässt und den Mittelpunkt frei gibt,
um die Natur an ihm in ausgeglichener Weise wirken zu lassen.

Was die Tempelritter in der Gotik entdeckten,
soll der Mensch auch heute wieder entdecken -
und stärken:
die ewige Welle des Lebens, die ewige Nahrung aus der Energie der Mitte.

Als "Hilfs-mitte-l" kann das Mandala uns den Weg dazu verkürzen
und uns das Leben dadurch verlängern.
Die Umgebung soll gleichsam beide Seiten anregen,
die rechnende wie die schöpferische.

Phantasiemandalas können dabei ebenso nie falsch sein,
denn alles kommt aus der Schöpfung.

"Ausmalideen":



Arabisches Augenmandala. -



Schlangenlegende der Hopi-Indianer. -


. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

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zuletzt bearbeitet 19.11.2018 01:38 | nach oben springen
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