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#1

Sphinxe / Sphingen:

in Ausserordentliche Wesenheiten 06.10.2010 03:14
von Adamon • Nexar | 14.271 Beiträge

Aus: http://www.flickr.com/photos/86198449@N00/188914439


Miss Sphinx,
- Gedicht:

Der Kuss der Sphinx:

Die Sphinx ist eine tolle Frau
mit Loewenweibchen-Koerperbau.
Sieht sie eine stolze Loewenmaehne,
fletscht sie gleich luestern ihre Zaehne,
benutzt recht gern die Krallen auch,
am Ruecken fest, mehr sanft am Bauch,
doch schaetzt sie auch den Kurzhaarschnitt,
man nennt das Loewenfraufehltritt.
Sie wird sich selbst noch freudvoll paaren,
mit Maennchen gaenzlich ohne Haaren,
dabei zeigt stolz sie ihren Ruecken,
und laesst sich fauchend so begluecken.
Nur Dummheit mag die Sphinx gar nicht,
da wird der Mann für sie zum Wicht,
den sie verspeist mit Haut und Haaren,
ganz ohne Chance sich zu paaren.
Sie gibt uns manches Raetsel auf,
in ihrem bunten Lebenslauf.
Ihr Maenner, koennt ihr es nicht loesen,
seid ihr für sie nur noch gewesen.
Ich verrat euch hier die ganze Kunst,
wie ihr gewinnt der Sphingen Gunst.
In ihrem Geiste muesst ihr lesen,
tief in der Seele liegt ihr Wesen,
dort ruht die Sphingen Raetselloesung.
Ich bin heut Nacht bei ihr gewesen,
und konnte manches Raetsel loesen,
doch anders als einst Oedipus,
statt Tod, wollt ich den Sphingenkuss.

ernst raser 10.01.2009



. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

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#2

RE: Sphinxe / Sphingen:

in Ausserordentliche Wesenheiten 06.10.2010 03:48
von Adamon • Nexar | 14.271 Beiträge

Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Sphinx

Sphinx (mask. o. fem., Plural: Sphinxe oder Sphingen) bezeichnet:

* Sphinx (ägyptisch), eine Figur der ägyptischen Mythologie
* die Große Sphinx von Gizeh, ein bekanntes Bauwerk des Alten Ägypten
* Sphinx (griechisch), eine Figur der griechischen Mythologie
* Sphinx (Gattung), eine Gattung der Schwärmer (Sphingidae)
* Sphinx (Yacht), 12mR-Yacht (Baujahr 1939)
* Sphinx (Zeitschrift), eine theosophische Zeitschrift Ende des 19. Jahrhunderts
* die Felskuppe Sphinx neben dem Jungfraujoch in der Schweiz, mit dem Sphinx-Observatorium
* eine Hauskatzenrasse, siehe Sphynx-Katze
* einen Asteroiden, siehe (896) Sphinx
* einen amerikanischen Testsatelliten, siehe SPHINX (Satellit)
* die ZDF-Dokumentationsreihe Sphinx – Geheimnisse der Geschichte
* eine Abkürzung für SQL Phrase Index, eine Volltextsuchmaschine
* Die Sphinx, Erzählung von Edgar Allan Poe
* Sphinx Automobilwerke, einen deutschen Automobilhersteller (1920-1925)
* Sphinx Automobiles, ehemaliger französischer Automobilhersteller
* Den Spitznamen von Herman Van Rompuy, des ständigen Präsidenten des Europäischen Rates

- Dazu aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Sphinx_%28%C3%A4gyptisch%29

Die ägyptische Sphinx ist eine Statue eines männlichen Löwen zumeist mit einem Menschenkopf. Daneben waren auch Widder-, Falken- und Sperberköpfe gebräuchlich. Sphingenähnliche Darstellunge gab es allerdings auch in den südamerikanischen Hochkulturen, zum Beispiel in Tiahuanaco bzw. der Kultur von Paracas.[1]


***Das Wort „Sphinx“ σφίγξ kommt vom Griechischen σφίγγω (σφίγγει&#957, sphíngo (Infinitiv: sphíngein) und bedeutet „erwürgen; (durch Zauber) festbinden“ oder vom Ägyptischen spanch (das, was das Leben empfängt). Im Altägyptischen bedeutet "schesep anch" lebendiges Abbild.[2]***

Das Wort „Sphinx“ war bei den Griechen ursprünglich nur der Name der Tochter von Typhon und Echidna und wurde später allerdings auch als eigenständiges Substantiv gebraucht. Daher ist im Griechischen das grammatische Geschlecht dieses Wortes eindeutig weiblich. Derselbe Begriff wurde als substantivische Bezeichnung mit grammatisch weiblichem Geschlecht später auch für ähnliche, in Ägypten gefundene Objekte verwendet, selbst wenn sie männliche Pharaonen darstellten. Grundsätzlich muss man in der Sprachgrammatik immer das grammatische Geschlecht (Genus) von dem natürlichen Geschlecht (Sexus) unterscheiden, wobei das grammatische Geschlecht nicht durch das natürliche korrigiert werden kann. Das natürliche Geschlecht der ägyptischen Sphinx ist in der Regel männlich, da sie einen männlichen Tierkörper mit dem Kopf eines Mannes, meist des amtierenden Pharaos, darstellt. Es gibt jedoch auch Sphingen von Prinzessinnen und Königinnen.

Ungeachtet einer grammatikalischen Korrektheit oder Vertretbarkeit hat sich jedoch mit dem Lauf der Zeit in der archäologischen und ägyptologischen Fachsprache die Verwendung des maskulinen Artikels für die ägyptische Sphinx eingebürgert und der Duden führt seit einiger Zeit auch den fachsprachlichen Gebrauch des maskulinen Artikels für dieses Wort an.[3] Den maskulinen Artikel für die ägyptische Sphinx gibt es nun allerdings nicht nur in der deutschen Sprache, auch im fachsprachlichen französischen Gebrauch findet man ihn. Nur für den ägyptologischen Gebrauch kennt zudem der Duden im Deutschen neben dem normalen Plural „Sphinxe“ auch den Plural „Sphingen“.[4]


Im 2. Jahrtausend v. Chr. wurde die Sphinx von den vorderasiatischen Phönikern, Hethitern und Assyrern übernommen. So beispielsweise auf einer Wandmalerei in Mari, häufig auch geflügelt in der Glyptik. Als Großplastik vor allem bei den Hethitern wie beispielsweise das Sphingentor in Alaca Höyük. Daneben gibt es als Orthostatenrelief aus Karkemisch eine Variante mit Löwen- und Menschenkopf. Sphingen trugen auch Säulen oder Standbilder wie in Sakçagözü; Tell Halaf. In Mykene ist eine Sphinx mit kleinem weiblichen Stuckkopf belegt . Die Phöniker stellten auf Elfenbein, Bronzeschalen und Siegeln die Sphingen schreitend mit menschlichem oder Falkenkopf und mit Schwingen dar. Typisch phönikisch sind dabei gegebenenfalls der Schurz oder die Frisur. Ägyptische Attribute sind jedoch Sonnenscheibe, Pektorale, Uräusschlange oder Doppelkrone.

Auch die Griechen übernahmen die Sphinx als ein in der Regel geflügeltes Abbild. Nur fassten sie dieses Mischwesen im Gegensatz zu den anderen Völkern mit ihrem Tierkörper mit Frauenkopf dann auch weiblich auf. Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. wurde die Sphinx in der griechischen Kleinkunst auf korinthische Vasen rein dekorativ als Fabeltier und seit dem späten 7. Jahrhundert v. Chr. auch in der monumentalen Plastik als Wächter von Grab und Tempel dargestellt.

Dem Anschein nach hatte die Sphinx bei den Griechen den Charakter eines Todesdämons. Sie war sowohl im Hellenismus wie auch in der römischen Kultur häufig anzutreffen. Sphingen kamen später selbst in der Kunst des Mittelalters beispielsweise in Form von romanischem Kapitellschmuck vor. Sphinxdarstellungen gab es danach besonders im 18. Jahrhundert vor allem als Gartenskulpturen und dann auch in anderer Darstellungsweise im 19. Jahrhundert. In der Malerei des Symbolismus wurden sie von den Künstlern durchweg als weiblich, auch als androgyn aufgefasst.

Die Ägypter nannten die Sphingen „Hu“. Der heutige Name basiert auf der Legende der griechischen Sphinx, die vorbeikommende Reisende stets erwürgte, wenn diese das von ihr gestellte Rätsel nicht lösen konnten.

Die meisten als Sphinx bezeichneten Statuen stellen einen König oder Pharao als Sonnengott, Horus oder auch andere ägyptische Götter dar, andere fungierten in liegender Form als Wächterfiguren vor Tempeleingängen. Einige Sphingen besitzen im Gegensatz zur altägyptischen Urform auch Flügel, insbesondere seit der Übernahme dieses Fabelwesens durch die alten Griechen.

Die berühmteste Sphinx ist die 20 Meter hohe und 73,5 Meter lange große Sphinx von Gizeh, die am Westufer des Nils errichtet wurde. Wann und von wem die Sphinx von Gizeh errichtet wurde, ist auch heute noch ein Rätsel. Die gängigste Meinung ist, dass die Sphinx in der 4. Dynastie, ca. 2.700–2.600 v. Chr., entweder von Pharao Cheops oder dessen Sohn Chephren, gebaut wurde, wobei Cheops favorisiert wird. Diese These stützt sich auf die Erwähnung ihrer Namen auf einer Steinplatte, welche zwischen den Vorderpfoten der Sphinx gefunden wurde. Jedoch sagt die Inschrift nicht, dass einer der beiden auch wirklich der Bauherr der Sphinx war. Einige Archäologen vermuten einen bisher unbekannten Dritten als wahren Bauherren der Sphinx. Thesen, die die Errichtung der Sphinx um einige tausend Jahre etwa in das Jahr 10.500 v. Chr. vordatieren, gelten als geologisch widerlegt.


In der mit dem 7. Jahrhundert beginnenden islamischen Zeit verschwand das Verständnis für die pharaonische Gedankenwelt, da nun Geschichten um die muslimischen Propheten zum Mittelpunkt der Tradition wurden. Daneben finden sich während des gesamten Mittelalters im islamischen Volksglauben Mythen über die Pharaonen aus einer Zeit vor der Sintflut, mit denen die Einführung des Islam in eine alte Zeit weit vor der historischen Zeit mythologisch vorverlegt wurde. Amulette wirkten gegen Geister und taten Wunder, da sie in der Vorstellung mit einer aus der mächtigen Pharaonenzeit stammenden Magie aufgeladen waren. Die Sphinx und andere pharaonische Symbolfiguren wurden arabisch Abū l-Haul („Vater des Schreckens“) genannt. Da der Körper der großen Sphinx von Gizeh im Sand vergraben lag, konnten nur zu ihrem Kopf Geschichten gebildet werden. Die Sabier, eine um das 12. Jahrhundert untergegangene Religionsgemeinschaft, sollen ihren Kopf angebetet haben. Allgemein galt die Sphinx als schützende Macht vor den Sandstürmen aus der Libyschen Wüste. Im 14. Jahrhundert war der Höhepunkt einer fundamentalistischen Bewegung des Islam gegen diese heidnischen Bräuche erreicht, die sich in der Zerstörung einiger pharaonischer Denkmäler äußerte. Zugleich nahm die Heiligenverehrung und die Verehrung altägyptischer Idole im Volk zu. Nach dem arabischen Historiker Muhammad al Makrīzī (1364–1442) beschädigte 1378 der strenggläubige Scheich eines Kairoer Sufi-Klosters Mohammed Saim el-Dar (Muhammad Şā'im ad-Dahr, deutsch: „jemand, der die ganze Zeit fastet“) als fanatischer Bilderstürmer Nase und Ohren der großen Sphinx, und als dann ein Sandsturm über Gizeh eine Katastrophe auslöste, wurde dies der Tat des Frevlers zugeschrieben. Die über die Sphinx berichteten Wunderkräfte nahmen in der Folge noch zu. Die Sphinx war angeblich in der Lage, Wünsche zu erfüllen und Diebe zu überführen. Im Volk übte die Sphinx mehr magische Kraft aus als die ägyptischen Pyramiden, sie stellte im islamischen Volksglauben Ägyptens das Zentrum des Widerstandes gegen die puristischen Reformer dar.[5]

In der Epoche des Klassizismus waren Sphingen mehr oder weniger ägyptischer Prägung ein beliebtes künstlerisches Motiv. Die Sphinx galt im 18. Jahrhundert als Symbol der Ewigkeit, Unsterblichkeit und des Rätselhaften, wie in Johann Gottfried Herders Geschichte Der Sphinx, die 1785 veröffentlicht worden war.[6][7]

Literatur:

* Abeer el-Shahawy: Das Ägyptische Museum von Kairo. Ein Streifzug durch das Alte Ägypten. Farid Atiya Press, Gizeh 2005. Übersetzung aus dem Englischen: Evelyn Posch. 312 Seiten, ohne ISBN
* Miloslav Stingl: Die Inkas. Ahnen der Sonnensöhne. Econ Verlag, Düsseldorf 1978. ISBN 3-927117-40-4

# ↑ Stingl, S. 83f, 106.
# ↑ Abeer el-Shahawy, S. 117, linke Spalte, 3. Z.v.u.
# ↑ Duden 5, Das Fremdwörterbuch. 7. Aufl. Mannheim 2001
# ↑ Hinsichtlich der Schreibkonvention bei WP im ägyptologischen Bereich siehe unter Portal:Ägyptologie/Konventionen und Vorlagen.
# ↑ Ulrich Haarmann: Die Sphinx: synkretistische Volksreligiosität im spätmittelalterlichen islamischen Ägypten. Saeculum 24, 1978, S. 367–384 (Freiburger Dokumentenserver)
# ↑
Wikisource: Der Sphinx. Eine Erd- und Menschengeschichte – Quellen und Volltexte
# ↑ Angelika Leitzke: Das Bild des Orients in der französischen Malerei von Napoleons Ägypten-Feldzug bis zum Deutsch-französischen Krieg. Tectum Verlag, 2001, ISBN 9783828882676, S. 97f (in Google books).



Tivolibrücke, Wien 12. -


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RE: Sphinxe / Sphingen:

in Ausserordentliche Wesenheiten 06.10.2010 05:01
von Adamon • Nexar | 14.271 Beiträge

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RE: Sphinxe / Sphingen:

in Ausserordentliche Wesenheiten 06.10.2010 05:10
von Adamon • Nexar | 14.271 Beiträge

Sphinxe sind riesige Statuen mit dem Körper eines Löwen und dem Kopf einer Frau oder eines Tieres.
Sie waren bis zu 15 Meter hoch und bis 75 Meter lang.



Sphinx:

Sie fanden sie, den Schädel halb zerschlagen,
in starrer Hand das heiße Rohr von Stahl.
Die Menge gaffte. - Bis der Rettungswagen
Sie brachte in das gelbe Stadtspital.
Nur einmal hat das Aug sie aufgeschlagen ...
Kein Brief, kein Name, nur ein Kleid, ein Schal;
dann kam der Arzt mit seinen leisen Fragen
und dann der Priester. - Sie blieb stumm und fahl.
Doch spät bei Nacht, da wollt sie etwas sagen,
gestehn... Doch niemand hörte sie im Saal.
Ein Röcheln. - Dann ward sie herausgetragen,
sie und ihr Schmerz. - Und draußen steht kein Mal.

Rainer Maria Rilke



Der Sphinx

Der Begriff Sphinx stammt aus dem Griechischen. Die Griechen bezeichneten damit ein Ungeheuer, das ganze Landstriche terrorisierte. Hier ist die Figur aber weiblich, deshalb heißt es “die Sphinx”. Die Sphinxfigur vor der Chephrenpyramide ist männlich und deshalb muss man ihn richtiger als “der Sphinx” bezeichnen. Wie die Ägypter den Sphinx bezeichneten ist unbekannt. Aus der Zeit des Neuen Reichs ist nur der Name “Hor-em-achet” überliefert.

Der Sphinx hat unter Archäologen und Hobbyforschern zahlreiche Mythen hervorgebracht. So gibt es die unterschiedlichsten Theorien über das Alter der Figur. Die neuen Forschungen deuten aber eindeutig darauf hin, dass der Sphinx mit der Chephren-Pyramide zusammen errichtet wurde.

Die Ursprünge der Figur liegen in vordynastischen Zeiten. Der Löwe sollte die Stärke des regierenden Königs symbolisieren. Die Figur des Sphinx, wie wir sie heute kennen, tauchte erst kurz vor der Regierungszeit Chephrens auf.

Der Sphinx vor der Chephren-Pyramide ist das einzige bisher gefundene Exemplar aus dieser Epoche. Aus den nächsten Jahrhunderten gibt es keine Funde von Sphingen bzw. deren Abbildungen. Erst mit der 12. Dynastie zeichnet sich eine steigende Beliebtheit der Figur ab. Die Sphingen hatten zwar noch ein menschliches Gesicht, besaßen aber kein Königskopftuch, sondern eine Löwenmähne.

Im Neuen Reich wurden die Figuren mit Armen und Händen dargestellt. Der Sphinx wurde entweder schreitend oder stehend dargestellt. Die Sphingen stellten in der Regel Männer da. Die Sphingen des Neuen Reichs zeigten nun auch Frauengestalten.

Der Sphinx wurde aus dem Felsplateau geschlagen. Dessen Gestein besteht aus verschiedendsten Gesteinsarten, die dazu führten, dass die Figur in einzelnen Bereichen unterschiedlich stark im Laufe der Jahrhunderte verwitterte. Die beim Bau des Sphinx herausgeschlagenen Steine wurden für den Bau der Pyramide verwendet. Der Sphinx befindet sich neben dem “Sphinx-Tempel” und der Rampe, die zur Chephrenpyramide führt.

Die Sphinx-Statue weist eine Länge von 72,55 Metern und eine Höhe von 20 Metern auf. Der Rücken des Löwenkörpers ist 12,40 Meter hoch. Der Sphinx ist damit die größte Statue in der Geschichte.

Im Laufe der Jahrtausende hat die Figur zahlreiche Beschädigungen erlitten. Am bekanntesten ist die fehlende Nase. Auch das Königskopftuch ist hinten am Hals verschwunden. Archäologen vermuten, dass der Sphinx auch einen Bart hatte, wie ihn zahlreiche Abbildungen aus dem Neuen Reich zeigen.

Zwischen den Vorderläufen stand wahrscheinlich eine Königsstatue. Es haben sich aber keine eindeutigen Überreste finden lassen. Vorhanden ist noch eine Stele von Thutmosis IV. zwischen den Tatzen. Unter dem Pharao wurde der Sphinx restauriert, wie es andere Funde in der Nähe belegen. Der Sphinx wurde in dieser Zeit von einer Mauer eingefasst. Im Nordosten der Mauer führte eine Treppe zum Sphinx herab. Weitere Reparaturen wurden bis in die Römerzeit vorgenommen.

Über die Motive für die Errichtung des Sphinx und der Pyramiden von Gise gibt es keine Quellen aus dieser zeit. So sind die Archäologen auf Deutungen der Funde und Auswertung späterer Quellen angewiesen. Die genaue Zeit der Errichtung der Statue ist ebenso umstritten. So wird vermutet, dass bereits Cheops den Sphinx errichten ließ. Andererseits ist belegt, dass der Kopf des Sphinx das Gesicht Chephrens zeigt. Auf jeden Fall ist die Figur als Bestandteil der Chephren-Pyramide anzusehen. Für einige Historiker gilt der Sphinx als Wächter der Grabanlage. Andere sehen aber in ihm Chephren als Inkarnation des Horus.

Mit dem Ende des Alten Reiches (ca 2100 v. Chr.) wurden die Pyramiden von Gise nicht mehr genutzt und wurden vom Wüstensand teilweise verdeckt. Griechische Quellen berichten, dass von dem Sphinx nur der Kopf zu sehen war.

Unter Amenophis I. (ca 1540 v. Chr.) rückten die Pyramiden und der Sphinx wieder in den Vordergrund religiöser Verehrung. Der Sphinx wurde vom Sand befreit, und Amenophis II. ließ eine Kapelle errichten. Spätere Herrscher hinterließen mehrere Stelen in der Nähe des Sphinx.

Der Sphinx war aber nicht nur ein Heiligtum für offizielle Zeremonien. Die Bewohner des Umlandes pilgerten zu den Pyramiden und hinterließen Stelen, sowie Statuetten als Zeichen religiöser Verehrung.

Literatur:

Christiane Zivie-Coche:
Sphinx : Das Rätsel des Kolosses von Gisa
Darmstadt: Primus-Verlag 2004



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RE: Sphinxe / Sphingen:

in Ausserordentliche Wesenheiten 06.10.2010 05:17
von Adamon • Nexar | 14.271 Beiträge

Aus: http://www.victorianweb.org/painting/von...aintings/1.html

http://de.wikisource.org/wiki/Der_Sphinx...schengeschichte

Der Sphinx.

Eine Erd- und Menschengeschichte.


I.

Sehet ihr jene dunkle Wolke? sprach Jupiter an einem Tage, da die Götter in Freude lebten: helldunkel und verwirrt schwebt sie tief unter unserm Fuß in den Lüften; was gilts, wenn wir sie zu einem Wohnplatz belebter Wesen und zu einem neuen Spiel unsrer Freuden machten? Er sprachs, und alle Götter stimmten ihm bey.

Sogleich sandte Rhea, die Mutter der Götter, den künstlichen Vulkan hernieder, und gab ihm von ihrem ewig brennenden Altar das himmlische Feuer in seine Hände. Ungestüm fuhr er hernieder und zerstieß am Felsen, dem Kern der Wolke, seinen Fuß, daß er noch davon hinket. Er gieng in die Klüfte des Felsen mit seiner Flamme, und bereitete sie zum Heiligthum der Vesta: er bildete Gänge in denselben, wo er noch seine Metalle schmiedet.

Zeilenumbruch für die Labeled Section Transclusion [197] Juno, seine unsterbliche Mutter, sah ihm nach, und erheiterte mit dem Lächeln ihres Blicks die oberste trübe Luft. Neptun goß seine Wasser auf die Erde: da wurden Meere und Ströme; Pallas warf ihren Schleier hinab: da ward die schöne Bläue der Luft, geschmückt mit goldenen Sternen. Apollo fuhr rings um sie her, und goß auf sie seine Strahlen. Seine keusche Schwester fuhr langsam ihm nach, und ließ den Kopfschmuck ihres Hauptes den Mond, über ihrer Atmosphäre. Ceres leerte ihr Fruchthorn aus, voll Saamen und Kräuter; und die himmlische Venus ließ sich nieder, alles erfüllend mit Leben und Liebe. Der neue Schauplatz grünte und blühete; und alle Götter vereinigten sich, ein Geschöpf zu schaffen, das dies neue Tempe genösse und fühlte.

Der Vater der Götter winkte, und Leben quoll in den Staub: es regte sich ein Gebilde in Göttergestalt und die Göttinnen eilten hinzu, es aufzurichten von der Erde. Pallas berührte seine Stirn, und der Funke der Weisheit zündete [198] an in seinem Haupte. Juno berührte seine Augen, und sie blickten majestätisch umher. Venus berührte seine Lippe, und die schönste Gabe ihres Schatzes, Ueberredung der Liebe floß auf dieselbe. So bildeten sie einen Mann: so bildeten sie ein Weib: Göttinnen und Götter freuten sich ihres Gebildes.

Als plötzlich der Bote der Götter ankam, der eben ausgesandt gewesen war, das Schicksal um einen Spruch zu befragen, und erschrocken die Nachricht brachte, daß die mächtigen Götter des Tartarus über ihr neues Gebilde zürnten. „Ohne sie zu befragen, sprach er, habt ihr ihnen ein so weites Gebiet ihrer dunkeln Herrschaft entrissen; darum ist Pluto ergrimmt, die alten Parzen, die wütenden Erynnien zürnen: Nemesis hat euch beym Schicksal verklagt, und die unerbittliche Mutter hat ihren Klagen Gehör gegeben. Vernehmt ihre strenge Entscheidung:

„Ein kurzes Leben sey den Lebendigen auf ihrer neuen Erde bestimmt; und da sie aus dem Felsen hervorgebracht ist, so sey der Sterblichen [199] Leben ein hartes Leben. Das Metall in ihrem Schooß sey ihnen ewige Mühe, ein immer wachsender Hader und Vielen der mordende Tod. Brüder werden Brüder erwürgen, und Hirten der Menschen ihre Völker schlachten. Der Freund stellt seinem Freunde nach Leben und Ruh; und selbst die süßen Gaben der Himmlischen, Verstand und Ueberredung und Liebe werden ihnen ein immerfließender Quell des Irrthums und des Truges und des Jammers. Also will es das Schicksal!“

Erblasset standen alle Götter da, als Merkur sprach; denn eben als er noch sprach, stieg schon die Dienerin des Schicksals die ehrwürdige Nemesis herauf, sie, die immer die Erde durchwandert, zu vergelten das Gute, zu strafen das Böse. Ungesehen geht sie umher und zeichnet die Thaten an und wie sie ihr Buch der Unerbittlichen vorlegt: so wägt das Schicksal.


2.

Die Götter waren bestürzt; doch nicht ohne Rath und Hülfe. Sie wußten, das Schicksal [200] sey unerbittlich, aber auch gerecht; widerrufen läßt sich sein Ausspruch nicht, aber er läßt sich anwenden und mildern. Im Urtheil, das Merkur gebracht hatte, war nicht bestimmt, daß die Neuerschaffnen ein Eigenthum der Unterirrdischen seyn sollten; noch weniger war die Linderung der Leiden, die ihnen das Schicksal auflegte, einem mitleidigen Wesen versagt. Aufs neue also sandten sie den Merkur ans hohe Fatum hinauf, mit einer zwiefachen Vorstellung zu lindern den Spruch des Schicksals.

Gerechte Göttin, sprach Merkur und trat vor die ewigen Tafeln, der Mensch ist unschuldig an seinem Daseyn: er hat sich nicht selbst geschaffen. Vergönne also, daß die, die ihn ins Leben riefen, ihm auch sein kurzes gefährliches Leben versüßen und lindern.

Die ewige Tochter der Nothwendigkeit neigte bejahend ihr Haupt und Merkur sprach weiter.

Gerechte Göttin! Der Boden der Erde ist den Unterirrdischen abgewonnen und so bleibe er [201] das Gebiet ihrer Herrschaft, aus dem sie Gift und Quaalen den Sterblichen senden. Aber alles Lebendige auf und über der Erde ist der himmlischen Götter Werk: vergönne, daß es in ihrer Herrschaft bleibe. Wenn die Parze schneidet: so werde der Leib des Menschen zu Staub; aber mir erlaube, daß ich den himmlischen Athem ins Reich der Himmlischen führe, aus dem er entsprang.

Du bittest zu viel, sprach das Schicksal und Nemesis rede.

Nemesis trat heran und sprach: die ewigen Gesetze fodern Wiedervergeltung. Wer Böses auf der Erde verübt und es nicht büßet: der büße es im Tartarus ab, bis seine Seele rein ist: dann führe sie, wohin du willt. Die Reinen und Guten kannst du mitten durch den Orkus führen; ich wehre dir nicht den Weg.

Das Schicksal winkte Ja, und Merkur verließ den gerechtesten der Throne.


3.

Welch eine andre Secene begann nun auf der Erde! Die Himmlischen und Unterirrdischen [202] waren im friedlichen Kampf mit einander um die glücklich unglückliche Menschenheerde: denn ihre Grenzen waren vom Schicksal geschieden, und die gerechte Nemesis war Bewahrerin dieser Grenzen. Der Schlund des Tartarus brachte Unheil ans Licht: Krankheiten und Seuchen, Erdbeben und Feuerströme stiegen hervor; das verführende Gold und das mordende Eisen. Die Parzen webten und schnitten ab: die Erynnien schwungen ihre Fackeln in die Herzen der Menschen; doch nicht anders, als ihnen die Thatenverzeichnende Nemesis Erlaubniß gab und winkte.

Gegentheils thaten die Götter aus helfendem Mitleid mehr für die Menschen, als sie zur bloßen Zeitkürzung würden gethan haben: denn die Elenden waren ihr Werk. Merkur gieng hernieder und gab ihnen das Geschenk der Sprache. Apollo gieng hernieder, und ward ein jugendlicher Hirt: er lockte sie in ein friedliches Thal und erweichte die Herzen der Jugend durch Gesang und Liebe. Bacchus gieng hernieder und zeigte den Menschen die erquickende Traube: [203] er preßte sie in den Becher des Gastrechts, den er mit Rosen der Freundschaft und mit dem Lotos milder Vergessenheit kränzte. So mischten sich tausendfach, unerkannt und in vielen Gestalten die Götter unter die Menschen: sie besuchten die Hütten der Armen, und waren insonderheit beym Spiel der unschuldigen Jugend. Grazien und Tugenden aus dem Gefolge der Venus beschäftigten sich mit der schönsten Zeit des Menschen, wenn er im Liebreiz blühet, und allen sanften Eindrücken gern Raum giebt. Ja endlich bekam zu noch größerer Sicherung jeder Mensch am Tage seiner Geburt einen hülfreichen Genius, der ihn unsichtbar begleite, der aber, um seine Vernunft zu eigner Thätigkeit zu gewöhnen, ihn minder lehre als warne, ihn kräftiger rette als führe.


4.

Was sollten die Götter mehr thun, als sie thaten? und dennoch sahen sie viel vergebliche Mühe vom Werk ihrer Hände. Gern hätten sie den Menschen den kleinen Stolz gegönnet, daß [204] sie alle das erfunden haben, was eigentlich die Genien und die verkleideten Götter für sie erfanden; wenn nur auch die Geschenke ihrer schönsten Erfindungen dem kindischen Geschlecht Nutzen gebracht hätten. Aber nach dem Spruch des Schicksals ward ihnen das Beste zum Aergsten. Bacchus mit seiner gekelterten Traube, Apoll mit seinem Gesang und Tanz, Merkur mit seiner Citter und seiner überredenden Sprache, am meisten endlich Venus mit ihrem Zauberkelch der Freude und Liebe sahen Folgen, an die sie nicht gedacht hatten, und für die sie keine Mittel mehr wußten. Die Thörichten und Verkehrten! sie fingen an, den Gott auch in seiner tiefsten Verkleidung zu erkennen und zu fliehen. Tugenden und Grazien wurden aus allen Spielen verbannt: der Liebreiz und die erröthende Schaam flohen die Wangen der Jugend und für die Stimme des Genius war jedes Ohr taub, jedes Herz eisern. „Wir sind keine Götter, sprachen sie, und wollen unter uns leben. Vernunft ist uns gegeben, und so bedürfen wir keiner einhauchenden Stimme beschwerlicher Lehrer.“

Zeilenumbruch für die Labeled Section Transclusion [205] Die Parzen schnitten und die Erynnien streuten Funken. Nemesis zeichnete an: die Erde war voll unglücklicher, und der Tartarus voll büßender Menschen. Voll Traurigkeit und Zorn über den Undank der Menschen zogen die Götter in den Olymp, und ließen ihnen ihre thierische Behausung.


5.

Bis Pallas einst vor Jupiter erschien, und ihn mit einem Andenken ans versunkne Menschengeschlecht störte. Ruhest du, Vater? sprach sie: kannst du ruhen und dir verzeihen, daß du Unglückliche gemacht hast?

Ich habe sie nicht zum Unglück erschaffen wollen, sprach er, und schwieg.

Das beruhigt dich, Vater, fuhr die fürsprechende Göttin fort; aber auch dich nicht ganz: noch weniger jene Unglückliche selbst, und am wenigsten das hohe Schicksal, das dir alle Mittel der Linderung und Verbesserung ihres Zustandes in deine Hand gestellt hat.

Zeilenumbruch für die Labeled Section Transclusion [206] Und welche wären übrig? antwortete er im Unmuth. Sind sie nicht alle versucht worden, um Undankbare zu verbinden, und Unglücklichen durch ihre eigne Schuld das Unglück zu mehren? Laß mich, Tochter.

Zürne nicht, Vater, sondern höre mich gütig an, wie du mich sonst hörtest. Die Mittel, die wir bisher an den Sterblichen versucht haben, waren ihnen auswärtige, fremde Mittel. Ein Gott mußte ihnen beystehen, ein Genius sollte sie warnen, ein höherer Geist für sie erfinden; was Wunder, daß sie diese fremden Wohlthaten sich zur Beute gemacht und gemißbraucht haben? was Wunder, daß sie endlich dieses ganzen stöhrenden Götterumgangs müde geworden sind? Das Gute quoll nicht aus ihrem Herzen: es ward nicht in ihrer eignen Seele gebohren. –

Und was folgte draus, meine Tochter?

Daß es ihnen auch nicht die Freude der Selbstempfängniß gab, den Grund der dauerndsten mütterlichen Freude. Offenbar, o Vater, versahen wirs in unsrer Menschenbildung, daß [207] wir den Thon zu schwach und zu fein nahmen, daß der Hauch unsers Mundes sich ihnen in zu geringen Maas mittheilte, als daß sie die Gefahren bestehen könnten, die ihnen das Schicksal auflegte. Wir müssen also uns ihnen noch enger zu verknüpfen, ihre innere Kräfte zu stärken und das Menschengeschlecht durchs Menschengeschlecht zu erheben suchen. –

Die dunkle Philosophin hätte vielleicht noch lange so fortgeredet; aber die schalkhafte Venus unterbrach sie, und warf dem Jupiter zu den Apfel der Liebe.

Pallas schwieg und schlug den Schleyer nieder: denn das hatte ihr dunkler Rath nicht gemeinet; die Auslegung der Venus aber gefiel, und Jupiter gieng den Göttern vor am Beyspiel. Er schlüpfte hinunter, bald als goldner Regen, bald als Schwan, bald in andern Gestalten, wo irgend er nur eine Schönheit fand, in der ein Funke von Götterseele gedeihen konnte. Einige Götter und selbst Göttinnen folgten nicht ungern; insonderheit ließ sich die zärtliche Mutter des [208] Menschengeschlechts, die den Rath mit dem Apfel gegeben hatte, auch die Ausrichtung des Rathes sehr angelegen seyn, so daß zuletzt jeder entzückte Liebhaber in seiner Chloris eine Venus oder Grazie zu umarmen glaubte. Selbst die keusche Diana ward von der großmüthigen Begierde, Menschen zu veredeln, ergriffen, und hieng, da sie sich ihrem Endymion leibhafter Weise zu nahen nicht wagte, mit zärtlich begeisterndem Blick über seinem schlummernden Auge. Nur zwo Göttinnen, Juno und Pallas, blieben keusch: jene aus Stolz und Eifersucht; diese, deren Rath gänzlich verfehlt war, aus schamhafter Weisheit.


6.

Die Scene des Menschengeschlechts ward nun in ihrem Innern verändert. Halbgötter und Heroen erschienen; nicht durch fremde, sondern durch eigene Kräfte: der Saame der Göttlichkeit war in sterbliche Leiber gepflanzet. Welche größere Thaten geschahen jetzt! welchen weitern [209] Begierden gab die enge menschliche Brust Raum! Aeskulapius, Jupiters Sohn, erweckte Todten und verminderte dem Tartarus sein Reich. Herkules und so manche andre seiner Art befreyten die Erde von Ungeheuern, und drangen als Sieger selbst in der Unterirrdischen Wohnung. Sanftere Göttersöhne kamen auf sanftere Art den Unterdrückten zu Hülfe: manchen frühern Simonides erretteten Castor und Pollux, ohne daß die Geschichte ihre Sagen erhalten. Als eine hülfreiche Flamme schwebten sie über den Masten der Schiffe, als glänzende Sterne über dem Schlachtfelde, und standen den Streitenden bey. Der Sohn Apollo’s und der Muse zähmte abermals thierische Menschen mit seinem Saitenspiel, und drang seiner geliebten Euridice bis ins Reich der Schatten nach. So stifteten Göttersöhne den Bund der Freundschaft und Treue bis über das Grab: Heroen warens, die Königreiche gründeten, Gesetze gaben, Staaten stifteten, und noch in ewigem Nachruhm leben. Sie warteten nicht auf den Stab Merkurs, sie durch die [210] Thäler der Unterirrdischen zu führen; in Flammen gereinigt stiegen sie selbst zum Himmel empor, und die Götter bewillkommten sie als ihre Söhne und Brüder. Im Himmel und auf der Erde siegprangten die Göttersöhne und Venus lächelte über ihren Apfel der Liebe.

Aber wie bald gieng auch diese Scene vorüber! Die alten Götter wurden ihres Werkes müde, und allmählich fieng ihr Geist an unter den Sterblichen zu verhauchen. Die Abkömmlinge der Heroen waren zwar auf ihren Ursprung stolz; allein es war nur ein fremder, ererbter Vorzug, den sie jetzt zur Unterdrückung anderer Sterblichen misbrauchten. Träge floß das Götterblut in ihren Adern, und dafür schmückten sie sich mit Wappen und Ahnen. Schon wollte Jupiter der Pallas Vorwürfe machen, wie sehr ihre Weisheit sie dießmal bey solchem Puppenspiel betrogen; als sie, ohne sich über einen Rath zu rechtfertigen, den sie niemals gegeben hatte, stillschweigend zur Erde hinabstieg, und ihr Werk selbst vollbrachte.

Zeilenumbruch für die Labeled Section Transclusion
[211]
7.

Unter allen Göttern und Göttinnen hatte nemlich Pallas allein den Vorzug, daß sie ohne äußere Berührung im Haupt Jupiters erzeugt war, und also auch unmittelbar auf menschliche Seelen wirken konnte. Keiner Verkleidung bedurfte sie daher, um die Sterblichen zu unterrichten, noch weniger einer täuschenden Verführung. Sie warf die Flöte weg, die ihr Merkur leihen wollte, und die doch immer mehr auf die Ohren als auf die Gemüther der Menschen wirkte; dagegen theilte sie sich unmittelbar lehrbegierigen Seelen mit, die ihren Werth erkannten, und ihre schweigende Gestalt liebten. Sie lehrte den Pythagoras schweigen und denken: ohne wachende Träume enthüllte sie ihm die Gesetze des Weltalls, und öfnete sein Ohr der Harmonie der Sphären. Den begeisterten Plato führte sie ins Reich der Seelen, sie zeigte ihm den Staat der Götter, und selbst die himmlische Liebe. Dem Brutus und Scipio bewafnete sie, mit ihrem undurchdringlichen Schilde, und flößte das [212] Gefühl in sie nicht nur das Vaterland, sondern auch die Tugend zu lieben, den Neid zu verachten[1], und sich durch sein Schlangenhaar nur anreizen zu lassen zu größerer Tugend. Deshalb setzte sie das Haupt Medusens auf ihre Brust, und gab der Furie daselbst eine himmlische Schönheit. Mit ihrer schlichten Lanze, die einst die Riesen niedergeworfen hatte, schlug sie den Fels und es gieng aus ihm hervor der wohlthätige Oelbaum. Nicht Sieger der Feinde, sondern Wohlthäter der Menschen krönte sie mit seinem friedlichen Laube; am liebsten aber den, der sich selbst überwunden, und mit sich in Friede lebet. Auch sah sie bey dieser Belohnung auf keinen Stand, auf kein Geschlecht, auf kein Alter. Sie brachte sie dem Sklaven Epiktet sowohl, als dem geplagten Marc Aurel auf seinem bestürmten Throne; inwendig in ihrer Seele goß sie aus das Oel des himmlischen Friedens. Auch das weibliche Geschlecht entgieng nicht ihrer schwesterlichen Aufsicht: sie erfand, nicht für sie sondern in ihnen, alle Künste der Arbeitsamkeit und des stillen häuslichen [213] Fleißes. Mit der Penelope webte sie ihr frommes Gewand, und erquickte die Harrende durch Thränen ihrer geduldigen Hoffnung. Selbst den Tod lehrte sie einige Edle ihres Geschlechts verachten. Sie gab der Arria den Dolch in die Hand, und verwandelte die Kohle der Porcia in glühenden Nektar. Ihren besten Lieblingen aber, Männern und Weibern, gab sie ihr Bild, das Palladium der Unschuld. Als Siegerin erschien sie jetzt im Olympus, ohne Stolz, in ihrer bescheidenen schweigenden Größe. Jupiter gab ihr das menschliche Geschlecht, um welches sie die größesten Verdienste hatte zu eigen, und sie erwählte sich statt aller Lustbarkeiten des Himmels, die Erde zu ihrer stillen und vertraulichen Wohnung. Am liebsten wohnet sie bey dem überlegenden und geschäftigen Weisen; und freuet sich des stillen Glücks einer guten Erziehung, eines häuslichen, arbeitsamen Lebens. Dafür hönte nun freylich die umschweifende Venus sie mit dem Namen einer dunkeln Nachteule; das Schicksal selbst aber sandte ihr als der einzigen [214] und besten Ausführerin seiner Rathschlüsse ein Symbol von der ältesten Art, den Sphynx, das Bild verborgner Weisheit.

Noch ist dein Reich, o große Göttin, hie und da nur im Dunkeln auf der Erde;
möge es bald ein allgemeines lichtes Reich werden!



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"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

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#6

RE: Sphinxe / Sphingen:

in Ausserordentliche Wesenheiten 06.10.2010 05:19
von Adamon • Nexar | 14.271 Beiträge

Aus: http://www.zeno.org/Literatur/M/Poe,+Edg...ngen/Die+Sphinx

Edgar Allan Poe,

"Die Sphinx":

[339] Zur Zeit, als die fürchterliche Cholera in Neuyork herrschte, war ich der Einladung eines Verwandten gefolgt, vierzehn Tage in seinem Landhaus am Ufer des Hudson zu verbringen. Wir hatten hier alles, was man zur sommerlichen Unterhaltung braucht, und wir hätten die Zeit mit Waldspaziergängen und Malen, mit Rudern, Fischen, Baden, Musizieren und Lesen recht angenehm verbracht, wäre uns nicht allmorgendlich aus der volkreichen Stadt so grausige Botschaft zugegangen. Kein Tag ging hin, ohne uns Nachricht von dem Ableben irgendeines Bekannten zu bringen. Dann, als das Verhängnis zunahm, lernten wir, täglich mit dem Verlust eines Freundes zu rechnen. Schließlich zitterten wir beim Nahen jedes Boten. Die ganze Luft von Süden her schien uns nach Tod zu riechen. Ja, diese lähmende Vorstellung nahm von meiner ganzen Seele Besitz. Ich konnte von nichts anderm mehr reden oder träumen, an nichts andres mehr denken. Mein Gastgeber war nicht von so leichter Erregbarkeit, und obgleich er sehr niedergeschlagen blieb, bemühte er sich noch, meine Lebensgeister zu heben. Sein sehr philosophischer Verstand ließ sich nicht von Unwirklichkeiten berühren. Die wirklichen Schrecken empfand er stark genug, für ihre Schatten aber, ihre Spiegelungen, hatte er kein Verständnis.

Seine Versuche, mich dem unnatürlichen Trübsinn, [340] dem ich verfallen war, zu entreißen, wurden durch einige Schriften, die ich in seiner Bibliothek gefunden hatte, wieder zunichte gemacht. Sie waren derart, daß sie den Samen ererbten Aberglaubens, der latent in mir vorhanden war, zum Keimen brachten. Ich hatte jene Bücher ohne sein Wissen gelesen, und so blieb er im unklaren darüber, auf welche Ursachen meine unheimlichen Phantasien zurückzuführen seien.

Ein bei mir beliebtes Thema war der volkstümliche Glaube an Zeichen und Wunder – ein Glaube, den ich nach meiner damaligen Lebensauffassung ernstlich zu verteidigen geneigt war. Wir führten lange und angeregte Zwiegespräche über diesen Gegenstand; er betonte, wie ganz unbegründet der Glaube an solche Dinge sei; ich behauptete, ein so völlig selbständiges, das heißt ohne sichtbare Spuren einer Suggestion entstandenes Volksempfinden trage die nicht mißzuverstehenden Elemente der Wahrheit in sich und verdiene größte Beachtung.

Tatsache ist, daß bald nach meinem Eintreffen dort im Landhaus mir ein so ganz unerklärliches Ereignis begegnete, daß meine Neigung, darin ein Omen zu sehen, begreiflich war. Es erschreckte, verwirrte und bestürzte mich gleichzeitig so, daß viele Tage vergingen, ehe ich mich dazu entschließen konnte, meinem Freunde die Umstände mitzuteilen.

Ein außerordentlich warmer Tag ging zu Ende, als ich mit einem Buch in Händen am offenen Fenster saß, das hinter einem weiten Blick auf beide Flußufer einen fernen Hügel sehen ließ. Ein sogenannter Erdrutsch hatte die mir zugekehrte Seite der Berglehne zum großen Teil der Bäume beraubt. Meine Gedanken waren lange von dem Buch vor mir zu der Trauer und Verzweiflung der [341] nachbarlichen Stadt gewandert. Als ich die Blicke von den Seiten erhob, fielen sie auf die kahle Bergwand und auf ein Wesen – ein lebendiges Ungeheuer von entsetzlicher Gestalt, das eilig seinen Weg vom Gipfel zur Talsohle nahm und schließlich drunten im dichten Forst verschwand. Als dieses Geschöpf zuerst sichtbar wurde, zweifelte ich an meinen gesunden Sinnen, wenigstens an der Klarheit meines Blickes, und viele Minuten vergingen, ehe ich mich wirklich überzeugt hatte, weder verrückt noch traumbefangen zu sein. Wenn ich nun aber das Ungeheuer beschreibe (das ich deutlich sah und ruhig auf seinem ganzen Wege beobachtete), so – fürchte ich – werden meine Leser hinsichtlich dieser beiden Punkte schwerer zu überzeugen sein als sogar ich selbst.

Aus einer Vergleichung mit dem Umfang der großen Bäume, an denen das Ungetüm vorüberkam – der paar Waldriesen, die der Wucht des Erdrutsches standgehalten hatten –, mußte ich schließen, daß es weit größer war als irgendein vorhandenes Linienschiff. Ich sage »Linienschiff«, weil die Gestalt des Monstrums den Gedanken nahelegte; der Rumpf eines unsrer mit vierundsiebzig Kanonen bestückten Linienschiffe vermittelt ein ganz anschauliches Bild von dem Bau des Tieres. Sein Maul befand sich am Ende eines sechzig bis siebzig Fuß langen Rüssels, der den Umfang eines normalen Elefanten hatte. An der Wurzel dieses Rüssels war ein wahrer Wald von schwarzem zottigen Haar – mehr als genügend für die Felle von ein paar Dutzend Büffeln, und aus diesem Haarwald sprangen seitlich und abwärts geneigt zwei schimmernde Stoßzähne vor, ähnlich denen des wilden Ebers, doch von ganz maßloser Größe. Gleichlaufend mit dem Rüssel und an dessen beiden Seiten streckte sich je [342] ein riesiger, dreißig bis vierzig Fuß langer Schaft vor, der aus klarstem Kristall zu bestehen schien und ganz die Form eines Prismas hatte: – er gab eine prachtvolle Spiegelung der Strahlen der untergehenden Sonne. Der Rumpf war keilförmig, das dünne Ende am Erdboden. Aus dem Rumpf breiteten sich zwei Paar Flügel auf – jeder Flügel von fast hundert Meter Länge – das eine Paar saß über dem andern, und alles war dicht mit metallenen Schuppen besetzt, jede Schuppe von etwa zehn bis zwölf Fuß Durchmesser. Ich beobachtete, daß das obere Schwingenpaar mit dem untern durch eine starke Kette verbunden war. Doch die größte Besonderheit dieses entsetzlichen Wesens war das Bild eines Totenkopfs, das fast seine ganze Brust bedeckte und sich von dem dunklen Hintergrund des Körpers so deutlich in schimmernder Weise abhob, als habe es ein Künstler sorgfältig gezeichnet. Während ich das fürchterliche Tier und besonders die Zeichnung auf seiner Brust mit Scheu und Grausen betrachtete – mit einem Vorgefühl kommenden Unheils, das ich mit allen Vernunftgründen nicht besiegen konnte –, sah ich, wie sich plötzlich die gewaltigen Kiefer am Ende des Rüssels auftaten, und es folgte ein so lautes und ausdrucksvolles Wehgeheul, daß es auf meine Nerven wie eine Totenglocke wirkte; und als das Ungeheuer am Fuße des Hügels verschwand, sank ich zugleich ohnmächtig zu Boden.

Als ich mich erholte, war natürlich mein erster Gedanke, meinem Freund von dem, was ich gesehen und gehört hatte, Mitteilung zu machen – und ich habe kaum eine Erklärung dafür, welche widerstrebende Empfindung mich davon zurückhielt.

Eines Abends endlich, drei oder vier Tage nach dem [343] Ereignis, saßen wir zusammen in dem Zimmer, von dem aus ich die Erscheinung gesehen hatte – ich in demselben Stuhl an demselben Fenster und er faulenzend auf einem Sofa nahe dabei.

Da es die gleiche Zeit wie damals und der gleiche Ort war, fühlte ich mich veranlaßt, ihm von dem Wunder zu berichten. Er hörte mich bis zu Ende an lachte zuerst herzlich und verfiel dann in einen übertriebenen Ernst, als stände meine Verrücktheit außer Zweifel. In diesem Augenblick sah ich das Ungetüm wieder ganz deutlich, und mit einem Aufschrei wirklichen Entsetzens lenkte ich seine Aufmerksamkeit darauf. Er blickte eifrig hin, behauptete aber, nichts zu sehen, obwohl ich den Weg, den die Kreatur am kahlen Berghang herunter nahm, eingehend beschrieb.

Jetzt war ich maßlos bestürzt, denn nun erachtete ich die Vision entweder als ein Vorzeichen meines baldigen Todes oder, schlimmer noch, als den Vorläufer eines Anfalls von Wahnsinn. Ich warf mich in höchster Erregung in den Stuhl zurück und begrub mein Gesicht in den Händen. Als ich die Augen wieder freigab, war die Erscheinung nicht mehr zu sehen.

Mein Gastgeber jedoch hatte seine Ruhe einigermaßen wiedergewonnen und befragte mich sehr eingehend über die Gestalt des Phantoms. Als er hierüber von mir vollkommen unterrichtet war, seufzte er tief auf, als sei eine unerträgliche Last von ihm abgefallen, und redete mit einer Ruhe, die mir grausam schien, über verschiedene Punkte der spekulativen Philosophie, die bisher ein Thema unsrer Unterredungen gewesen waren. Ich entsinne mich, daß er unter anderm sehr eingehend bei dem Gedanken verweilte, der Grundirrtum aller menschlichen Forschung [344] sei der Hang des Untersuchenden, die Bedeutung eines Gegenstandes lediglich durch falsche Berechnung seiner Entfernung zu übertreiben oder zu unterschätzen.

»Um beispielsweise«, sagte er, »den Einfluß einer weitgehenden Verbreitung der Demokratie auf die Menschheit im allgemeinen festzustellen, sollte bei der Berechnung der Faktor mit einbezogen werden, wie weit entfernt der Zeitpunkt ist, an dem eine solche Durchdringung vollzogen sein könnte. Kannst du mir nun aber einen einzigen Schriftsteller der Staatskunst nennen, dem es je eingefallen wäre, diese besondere Seite des Gegenstandes überhaupt einer Behandlung zu würdigen?«

Hier hielt er inne, schritt zu einem Bücherschrank und entnahm ihm einen naturgeschichtlichen Leitfaden. Dann bat er mich, den Platz mit ihm zu wechseln, damit er den kleinen Druck des Buches besser erkenne, nahm meinen Armstuhl am Fenster ein, öffnete das Buch und führte seinen Vortrag in ähnlichem Ton wie vorher zu Ende.

»Nur infolge der außerordentlichen Genauigkeit,« sagte er dann, »mit der du das Monstrum beschrieben hast, bin ich in der Lage, dir darzutun, was es gewesen ist. Zunächst laß mich dir eine für den Schulunterricht bestimmte Beschreibung der Gattung Sphinx vorlesen, aus der Familie der Crepuscularia und der Ordnung der Lepidoptera, zur Klasse der Insecta oder Insekten gehörig. Der Abschnitt lautet:

›Vier hautartige Schwingen, besetzt mit kleinen farbigen, metallisch schimmernden Schuppen; das Maul bildet einen aufgerollten Rüssel, der eine Verlängerung des Kiefers darstellt; zu beiden Seiten befinden sich Rudimente des Kiefers und flaumiger Fühlhörner; das untere Flügelpaar wird mit dem oberen durch ein straffes Haar [345] verbunden; die eigentlichen Fühlhörner haben die Gestalt einer langen prismatischen Keule; Hinterleib spitz zulaufend. Die Totenkopf-Sphinx hat zuzeiten die Bevölkerung durch den schwermütigen Ton entsetzt, den sie ausstößt, wie auch durch das Symbol des Todes, das sie auf ihrem Bruststück trägt.‹«

Hier schloß mein Freund das Buch und beugte sich vor, genau in der Haltung, die ich innehatte, als ich das »Ungeheuer« erblickte. »Ah, da ist es!« rief er jetzt aus – »es steigt den Berghang hinauf, und ich gestehe, daß es ein sehr bemerkenswertes Wesen ist. Immerhin ist es keineswegs so groß oder so entfernt, wie du angenommen hast; denn wie es da an dem Faden, den eine Spinne schräg über den Fensterrahmen gezogen hat, seinen Weg nach oben schlängelt, finde ich, daß seine Länge höchstens etwa ein sechzehntel Zoll beträgt und daß auch die Entfernung von ihm zu meinem Augapfel ein sechzehntel Zoll ausmacht.

Quelle:
Edgar Allan Poes Werke. Gesamtausgabe der Dichtungen und Erzählungen, Band 5: Phantastische Fahrten. Herausgegeben von Theodor Etzel, Berlin: Propyläen-Verlag, [1922], S. 339-345.
Lizenz:
Gemeinfrei



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#7

RE: Sphinxe / Sphingen:

in Ausserordentliche Wesenheiten 06.10.2010 05:50
von Adamon • Nexar | 14.271 Beiträge

"Das Rätsel der Sphinx":

Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_R%C3%A4tsel_der_Sphinx

In der Ödipus-Sage der griechischen Mythologie belagerte die Sphinx die Stadt Theben und gab den vorüberkommenden Thebanern Rätsel auf. Wer falsch antwortete, wurde gefressen. Einzig Ödipus konnte ihr entkommen.

Das Rätsel, das die Sphinx den Menschen stellte, und das erst Ödipus zu lösen vermochte, lautete:[1]

„Es ist am Morgen vierfüßig, am Mittag zweifüßig, am Abend dreifüßig. Von allen Geschöpfen wechselt es allein mit der Zahl seiner Füße; aber eben wenn es die meisten Füße bewegt, sind Kraft und Schnelligkeit seiner Glieder ihm am geringsten.“

Ödipus’ richtige Antwort war:

„Du meinst den Menschen, der am Morgen seines Lebens, solange er ein Kind ist, auf zwei Füßen und zwei Händen kriecht. Ist er stark geworden, geht er am Mittag seines Lebens auf zwei Füßen, am Lebensabend, als Greis, bedarf er der Stütze und nimmt den Stab als dritten Fuß zu Hilfe.“

– nach Gustav Schwab[2]

Damit entging Ödipus als Einziger dem Ungeheuer, welches sich aus Scham und Verzweiflung in den Tod stürzte. Für seine Befreiung Thebens von der Sphinx bekam er Iokaste, die Witwe des Königs Laios, zur Gemahlin und herrschte mit ihr über Theben – ohne zu wissen, dass es sich bei Iokaste um seine eigene Mutter und bei dem toten König um seinen von ihm selbst vor Jahren im Streit getöteten Vater handelte. So erkannte Ödipus zwar das Rätsel der Sphinx, das eigentliche Rätsel seiner eigenen Existenz jedoch blieb ihm verborgen, wie es der Seher Teiresias in Sophokles’ Drama König Ödipus ihm vorwirft:

„Du schaust umher und siehst nicht, wo du stehst im Üblen,
Nicht, wo du wohnst, und nicht, mit wem du lebst –
'Weißt du, von wem du bist?“


Ein anderes überliefertes Rätsel der Sphinx lautete:[4]

„Wer sind die beiden Schwestern, die sich stets gegenseitig erzeugen?“

Die Antwort war: „Tag und Nacht“, die im Griechischen beide als weibliche Gestalten personifiziert wurden.



Der französische Literatur-Nobelpreis-Träger André Gide sagte:[5]

„Egal, was mich die Sphinx gefragt hätte, ich hätte immer gesagt:
Der Mensch, denn es ist doch der Mensch, um den alle Rätsel sich ranken!“



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