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#16

RE: Nahtoderfahrung:

in Das Erlöschen, - Trennung / Vereinigung: 31.12.2025 13:31
von Adamon • Nexar | 15.954 Beiträge

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Studie des Monats: Leidvolle Nahtoderfahrungen:

In Kooperation mit der Gesellschaft für Anomalistik e.V (GfA) stellt Grenzwissenschaft-Aktuell.de deren Rubrik „Studie des Monats“ vor. Die aktuelle Studie widmet sich dem Thema leidvoller Nahtoderfahrungen.


Symbolbild.
Copyright: StockSnap (via Pixabay.com) / Pixabay License
Nahtoderfahrungen (NDEs) haben als Forschungsgegenstand eine erstaunliche Themenkarriere während der letzten Dezennien durchgemacht. Dabei standen für lange Zeit positiv getönte Beschreibungen und Konzeptionen solcher Erfahrungen im Vordergrund, sowohl was das Erleben selbst als auch dessen Nachwirkungen auf das Leben der Betroffenen anbelangt.

Ein Grund dafür ist sicherlich die Tatsache, dass leidvoll erlebte Erfahrungen und Aspekte deutlich seltener vorkommen oder zumindest seltener berichtet werden. Die hier als Studie des Monats vorgestellte Untersuchung von Melloul et al. beschäftigt sich speziell mit Berichten von negativ erlebten NDEs. Mit einem qualitativen Forschungsansatz analysierten sie acht Berichte aus einem großen Datenpool der „International Association for Near-Death Studies“ (IANDS), die den Auswahlkriterien entsprachen und eine hinreichend dichte Beschreibung aufwiesen.

Die interpretativ-phänomenologische Analyse ergab drei übergeordnete Themen und zugeordneten Ober- und Unterthemen. Zwei Befunde erscheinen mir besonders wichtig bzw. interessant.

(1) Es ist aus verschiedenen Gründen erheblich schwieriger, über eine negativ-getönte NDE zu reden als über eine positiv erlebte NDE, was zu einer Unterschätzung der Zahl leidvoll erfahrener NDEs führen könnte. Sie werden schlicht und einfach seltener mitgeteilt. Diese Studie könnte einen wichtigen Beitrag liefern, indem sie solchen Betroffenen eine Stimme leiht.

(2) Die Autoren und Autorinnen vermuten einen Zusammenhang von negativen NDEs mit der Persönlichkeitseigenschaft internaler vs. externaler Kontrolle. Die Frage also, wie jemand mit Situationen des Kontrollverlusts umgehen kann, könnten einen signifikanten Einfluss auf die Erlebensqualität der NDE haben. Dies erinnert an Befunde aus einer eigenen Studie zur Schlafparalyse (SP), bei der die Situation insofern umgekehrt ist, als die Mehrzahl der Berichte negativ getönt ist, aber es doch auch positiv erlebte SP-Erfahrungen gibt von Personen, die die körperliche Lähmungserfahrungen nicht mehr mit den Emotionen von Angst, Ohnmacht und Hilflosigkeit erleben, sondern den Zustand als „Sprungbrett“ für außergewöhnliche Zustände wie außerkörperliche Erfahrungen nutzen.

https://journals.lub.lu.se/jaex/article/view/25433/23596

© GfA


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#17

RE: Nahtoderfahrung:

in Das Erlöschen, - Trennung / Vereinigung: 01.01.2026 02:05
von Adamon • Nexar | 15.954 Beiträge

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Studie zur psychologischen Unterstützung und Nachsorge bei Nahtoderfahrungen:

Charlottesville (USA) – Nahtoderfahrungen (Near Death Experiences, NDEs) gelten als zutiefst prägende Bewusstseinserlebnisse, die häufig während lebensbedrohlicher Situationen auftreten. Eine neue Studie der Universität von Virginia liefert erstmals umfassende Daten darüber, welche Art von Unterstützung Betroffene nach einem solchen Erlebnis tatsächlich suchen – und wie hilfreich sie diese empfinden.


Künstlerische Darstellung einer Nahtoderfahrung.
Copyright: grewi.de (mit KI erstellt)

Wie das Forschungsteam um Marieta Pehlivanova und Bruce Greyson von der Division of Perceptual Studies an der University of Virginia School of Medicine aktuell im Fachjournal „Psychology of Consciousness“ (DOI: 10.1037/cns0000439) der. American Psychological Association (APA) berichten, haben sie 167 Personen befragt, die bereits eine Nahtoderfahrung erlebt hatten.

Im Mittelpunkt der Studie stand die Frage, welche professionellen oder spirituellen Unterstützungsangebote sie in Anspruch nahmen, wie diese bewertet wurden und welche Hürden beim Suchen nach Hilfe bestanden.

Das Ergebnis: Rund zwei Drittel der Befragten (64 %) gaben an, nach ihrem Erlebnis Unterstützung gesucht zu haben, etwa durch Psychotherapie, seelsorgerische Beratung oder spirituelle Gruppen. Knapp 80 % beschrieben diese Hilfe als „hilfreich“ oder „sehr hilfreich“. Besonders positiv wurden Reaktionen gewertet, wenn das Gegenüber die Erfahrung validierte – also ohne Spott, Pathologisierung oder Skepsis annahm.

Dennoch zeigt die Studie auch deutliche Defizite: Viele Betroffene berichteten, dass sie zunächst Angst vor Ablehnung oder Stigmatisierung hatten. Häufig wurde befürchtet, als „verrückt“ oder „nicht glaubwürdig“ zu gelten. Tatsächlich habe sich diese Sorge in vielen Fällen als berechtigt erwiesen, wenn rund ein Fünftel derjenigen, die ihre NDE gegenüber medizinischem Personal offenlegten, negative oder abweisende Erfahrungen gemacht haben.

Die Teilnehmenden waren im Durchschnitt 53 Jahre alt, ihre Nahtoderlebnisse lagen im Mittel rund 23 Jahre zurück. Etwa 44 % hatten während des Erlebnisses messbar vitale Funktionen verloren oder galten zeitweise als klinisch tot. 72 % beschrieben ihr Erlebnis als überwiegend positiv, ein kleinerer Teil jedoch als verwirrend oder belastend.

Wie schon frühere Untersuchungen bestätigen auch die neuen Daten, dass NDEs häufig mit tiefgreifenden Lebensveränderungen einhergehen: 70 % berichteten über einen Wandel ihrer religiösen oder spirituellen Überzeugungen, zwei Drittel über neue Lebenshaltungen, fast die Hälfte über eine veränderte Lebensweise. Viele Betroffene gaben eine nachhaltig geringere Angst vor dem Tod und eine größere Wertschätzung des Lebens an. Gleichzeitig kam es bei rund 20 % zu Beziehungsproblemen oder Trennungen infolge der veränderten Persönlichkeit und Werteorientierung.

Die statistischen Analysen zeigten klare Einflussfaktoren: Wer bereits vor dem Erlebnis psychologische Probleme oder eine belastete Kindheit hatte, suchte häufiger professionelle Hilfe. Ebenso erhöhten starke NDE-Intensität und zahlreiche Nachwirkungen die Wahrscheinlichkeit, Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Als besonders hilfreich wurde Unterstützung bewertet, wenn Betroffene bei der ersten Mitteilung über ihre NDE eine positive Reaktion erhielten oder Hilfe aus NDE-nahen Organisationen und Online-Communities bezogen.

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie: Die Unterstützung durch klassische Psychotherapie oder ärztliche Betreuung wurde tendenziell als weniger hilfreich erlebt – ein Hinweis auf die anhaltende „Versorgungslücke“ zwischen Schulmedizin und transpersoneller Erfahrung. Laut Pehlivanova brauche es dringend professionelle Schulungen, um Ärzte und Ärztinnen und Therapeuten besser auf diese Art existenzieller Erfahrungen vorzubereiten.

Im Fazit unterstreicht das Team, dass NDEs keineswegs selten sind: Etwa 15–20 % aller Menschen, die eine lebensbedrohliche Krise überleben, berichten darüber. Trotz der oft positiven Effekte – gesteigertes Mitgefühl, neue Sinnorientierung, spirituelles Wachstum – bleibe die Integration in den Alltag eine große Herausforderung. Fehlendes Verständnis könne zu Isolation, Verunsicherung oder Depression führen.

Die Forschenden um Pehlivanova Greyson fordern daher, Nahtoderfahrungen stärker in die medizinische und psychologische Ausbildung zu integrieren und den Umgang damit zu entpathologisieren: „Validierung und Akzeptanz sind entscheidend, um das Erlebte gesund in das eigene Leben zu integrieren“, so Pehlivanova. „Ein empathisches Umfeld kann den Unterschied machen zwischen einer heilsamen Transformation – und einer lebenslangen inneren Entfremdung.“

Recherchequelle: APA

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#18

RE: Nahtoderfahrung:

in Das Erlöschen, - Trennung / Vereinigung: 01.01.2026 05:30
von Adamon • Nexar | 15.954 Beiträge

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Neue Studie kartiert erstmals die „räumliche Architektur“ von Nahtoderfahrungen:

Peking (China) – Eine neue Studie liefert erstmals eine systematische visuelle Kartierung der räumlichen Wahrnehmungsstrukturen während sogenannten Nahtoderfahrungen (Near Death Experiences, NDEs) und außerkörperlicher Erfahrungen (Out of Body Expericenes, OBEs).

Wie France Lerner und Guillaume Tahar vom Beijing Institute of Mathematical Sciences and Applications (BIMSA) gemeinsam mit Netta Shafir von der Hebrew University of Jerusalem vorab via BioRxiv berichten, versuchten sie durch die Kombination digitaler Fragebögen mit grafischen Rekonstruktionsaufgaben jene Aspekte dieser außergewöhnlichen Bewusstseinszustände zu erfassen, die sich bisher der sprachlichen Beschreibung entzogen.

Nahtoderfahrungen gelten seit Jahrzehnten als eines der faszinierendsten, aber auch schwierigsten Forschungsfelder der Bewusstseinswissenschaften. Während frühere Studien fast ausschließlich auf verbalen Schilderungen beruhten, setzt die neue Untersuchung auf ein sogenanntes „hybrides Erhebungsverfahren“. Dabei wurden 50 ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer – alle mit zuvor validierten NDE-Erfahrungen gemäß der Greyson NDE Scale und der NDE Content Scale – gebeten, ihre Erlebnisse in einzelne Phasen zu gliedern und anschließend grafisch zu rekonstruieren.

Die Befragten zeichneten dabei, wie sie ihren Körper, ihre Perspektive und ihre Bewegung während der Erfahrung wahrgenommen hatten. Mit standardisierten Symbolen (z. B. Kreise für den Körper, Pfeile für Bewegungsrichtungen, Kreuze für die Selbstlokalisierung) konnten die Forschenden anschließend die visuellen und räumlichen Strukturen der einzelnen Sequenzen analysieren.

Über alle Darstellungen hinweg zeigten sich auffallend konsistente geometrische Formen. Viele Teilnehmer beschrieben oder zeichneten visuelle Felder in Form von konischen Räumen, elliptischen Bögen oder ellipsoiden Gebilden – oft begleitet von charakteristischen Farbtönen und Lichtqualitäten. Diese wiederkehrenden Muster interpretiert das Team als sogenannte visuelle Feldinvarianten – grundlegende Strukturelemente des Erlebens, die offenbar unabhängig vom individuellen Kontext oder der religiösen Prägung auftreten.

Besonders interessant: 84 Prozent der Probanden beschrieben ihre Erfahrung als tatsächlich lebensbedrohlich, die restlichen 16 Prozent als NDE-ähnlich, aber nicht lebensgefährlich. Rund drei Viertel berichteten zudem von mindestens einer außerkörperlichen Phase. Dabei unterschieden die Forschenden zwei Typen: eine dissoziative OBE, in der sich die Versuchsperson vom physischen Körper löst und diesen aus der Distanz sieht, sowie eine assoziative OBE, in der sie das Gefühl einer Rückkehr in den Körper erlebt. Einige Teilnehmer berichteten von beiden Formen in derselben Sequenz – quasi als Übergangsphasen innerhalb der gesamten NDE.

Die grafischen Analysen zeigten außerdem, dass sich der wahrgenommene Standort des „Selbst“ (Self-Location, S-L) und die Bewegungsrichtung (Self-Motion, S-M) innerhalb der dargestellten visuellen Felder systematisch verschieben. Diese Dynamik scheint direkt mit der Formkrümmung und Ausdehnung des jeweiligen visuellen Feldes verknüpft zu sein – ein Hinweis darauf, dass sich die subjektive Raumstruktur während einer Nahtoderfahrung aktiv verändert.

Laut den Autorinnen und Autoren könnte diese Methodik helfen, die bislang schwer fassbare Phänomenologie von NDEs auf eine reproduzierbare wissenschaftliche Grundlage zu stellen. Die verwendeten Zeichnungen seien nicht bloß Illustrationen, sondern strukturelle Daten, die Aufschluss darüber geben, wie Menschen Raum, Bewegung und Selbstwahrnehmung in Extremsituationen konstruieren.

Historisch betrachtet reiht sich die Studie in eine lange Tradition ein: Bereits Künstler wie Hieronymus Bosch (s. Titelabb.), William Blake oder Gustave Doré versuchten, die jenseitigen Raumformen mystischer Erfahrungen darzustellen – mit Motiven, die heutigen NDE-Berichten erstaunlich ähneln. Nun wird erstmals der Versuch unternommen, diese ikonografischen Parallelen empirisch zu vermessen.

Das Forscherteam hofft, durch weitere Datensätze ein konsistentes Modell der „inneren Raumgeometrie des Bewusstseins“ zu entwickeln – eine Art Kartographie des Erlebens an der Grenze zwischen Leben und Tod. Sollte sich dieses methodische Konzept bewähren, könnte es nicht nur das Verständnis von Nahtoderfahrungen, sondern auch das von veränderten Bewusstseinszuständen im Allgemeinen revolutionieren.

Recherchequelle: BioRxiv

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