Wieviel Philosophie braucht der Mensch ? » 2. - Es darf gedacht werden:
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#1

2. - Es darf gedacht werden:

in Wieviel Philosophie braucht der Mensch ? 26.03.2016 17:46
von Adamon • Nexar | 13.574 Beiträge

Auszüge aus "Wieviel Philosophie braucht der Mensch"
von Werner Schneider, - Anaconda-Verlag,
ISB N 978-3-86647-149-8:

46:

Irgendwie scheint Philosophieren auf einem Ungenügen
an der blossen Empirie, den Kindereien des Alltags,
zu basieren:

Transzendieren, d.h. transphänomenales oder transempirisches Denken,
scheint irgendwie eine existentielle Distanz zu fordern. -

Im radikal prinzipiellen Denken denkt der Philosoph
(sich) über die Welt, d.h. über sich selbst
und seine Welt, hinaus. -

Philosophen sind Aussteiger par excellence. -

47:

Offensichtlich genügen dem Philosophen die bekannten Ordnungen,
wie sie sich durch Meinungen oder Wissenschaft ergeben haben, nicht;
- er sieht darin eine sich selbst nicht bewusste Unordnung,
sucht die noch unbekannte wahre Ordnung und degradiert dadurch
die bereits vorhandene Ordnung zu einer bloss oberflächlichen,
letztlich sogar falschen Ordnung - was anderen als Ordnung
genügt, erscheint Ihm eher wie ein Chaos. -

Philosophieren ist ein Denken, das die wahre Ordnung sucht,
gelegentlich zu finden glaubt oder sogar stiftet. -

Wenn Philosophie wirklich auf´s Ganze geht, muss sie sich
in alle Dimensionen wagen und diese miteinander zu
verknüpfen suchen. -

In der Philosophie geht es um die sog. "grossen Zusammenhänge",
letztlich um die Weltordnung überhaupt, d.h. die Ordnung des Ganzen. -

48:

Die Ordnung der Gedanken soll letztlich die Ordnung der Wirklichkeit
im Ganzen spiegeln, denn Philosophieren ist der Versuch, das Ganze
geistig zusammenzubringen und zusammenzuhalten. -



. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

http://adamonstasy.weebly.com/
zuletzt bearbeitet 29.03.2016 12:01 | nach oben springen
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#2

RE: 2. - Es darf gedacht werden:

in Wieviel Philosophie braucht der Mensch ? 29.03.2016 12:29
von Adamon • Nexar | 13.574 Beiträge

49:

Aber wie könnte ein absolutes Prinzip überhaupt aussehen, das,
da die ganze Wirklichkeit aus Ihm erklärt werden soll, irgendwie
bereits alle möglichen Inhalte in sich enthalten müsste ?

Und wie könnte Ich zu diesem höchsten Prinzip kommen, das,
wenn es das absolute Prinzip sein soll, nicht nur absolut sein,
sondern auch absolut evident erkennbar sein müsste,
um als Prinzip eines absoluten und absolut
gewissen Systems taugen zu können ?

50:

Alle angeblich absoluten Systeme müssen scheitern,
sie lassen sich nachträglich immer als relativ erweisen,
Ihre vermeintliche Folgerichtigkeit und Geschlossenheit
erweist sich immer wieder als brüchig. -

Vor allem aber müssen sie zu Wirklichkeitsverlust führen,
weil sie die erfahrbare Wirklichkeit auf Kosten der gesetzten Ordnung
vernachlässigen müssen;
- die Wirklichkeit wird in eine Zwangsjacke gesteckt,
in ein Prokrustesbett gezwängt,
https://de.wikipedia.org/wiki/Prokrustes
- weil Wir das Ganze doch immer nur aus der Perspektive
des endlichen Ich sehen können. -

Absolute Systeme sind nur mit Fanatismus bzw.
Unredlichkeit durchzuhalten. -

51:

Philosophie ist zwar der Idee nach Systematisieren, d.h.
umgreifendes Ordnen, de facto aber immer unabgeschlossen
und inkonsequent, ein permanentes Provisorium. -


Dateianlage:
. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

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#3

RE: 2. - Es darf gedacht werden:

in Wieviel Philosophie braucht der Mensch ? 29.03.2016 13:03
von Adamon • Nexar | 13.574 Beiträge

Obwohl wie alles andere Denken ein durch die jeweilige
Situation bedingtes und insofern bestimmtes Denken,
ist Philosophieren zumindest der Idee nach freies Denken,
- nämlich Überwindung aller geistigen Einengungen. -

Es ist, obwohl relativ oder endlich, der Absicht nach
immer wieder grenzenloses bzw. grenzüberschreitendes,
also radikal freies Denken. -

52:

Philosophieren heisst: "sich frei denken" und zwar in Richtung
auf die gesuchte Wahrheit, die dann hoffentlich wirklich
frei machen wird, also "Ausstieg in´s Offene,
d.h. Unbegrenzte und Ungewisse. -

Zum Philosophieren gehört die Denk- und die Willenskraft,
sich immer wieder aus Denkzwängen lösen zu können. -

Kurz, keine Philosophie ohne Selbstbefreiung - wozu gelegentlich
auch Mut gehört, und sei es der Mut der Verzweiflung. -

Wovon will sich das Philosophieren befreien ?

Grundsätzlich von allen denkbaren Befangenheiten. -

Vor allem aber versucht es, "sich von der Gedankenlosigkeit
der Denkroutine und damit vom Dogmatismus und damit
vom Dogmatismus des Vorgedachten zu befreien",
- d.h. es ist kritisch gegenüber blossen Meinungen
und Vorurteilen, also gegenüber Denkmechanismen,
gängigen Denkinhalten und Denkformen, aber
natürlich auch gegenüber Denkverboten. -

Philosophie ist daher zunächst wesentlich Kritik,
sie gründet im Ausbruch aus Konventionen und
im Durchbruch durch falschen Anschein. -

Der Philosoph muss, indem er Denkmöglichkeiten eröffnet,
auch versuchen, reflexiv und selbstkritisch in die eigenen
Fragestellungen und deren Voraussetzungen einzusteigen;
- sein Denken muss hypothetisch, ja experimentell werden,
denn es könnte auch (53) alles ganz anders sein,
als Er es sich denkt. -

Das freie Fragen muss sich letztlich sogar selbst
in Frage stellen können, sozusagen im Selbstversuch
seine eigene Existenz rechtfertigen - weshalb das
Philosophieren als radikales und reflexives Denken
potentiell sogar philosophiekritisch ist. -

Philosophieren ist "ein Denken, das sich
immer auch noch von sich selbst befreit". -

Verwebe zu: 3. - Philosophie der Befreiung:



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. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

"Die Erlösung kann nicht verdient, nur empfangen werden, - darum ist sie die Erlösung". -

"Es ist alles Illusion, - was nicht aus mir selber spricht,
- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

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