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#1

WOW-Signal:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 03.08.2017 13:46
von Adamon • Nexar | 14.589 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...iziert20170606/

Quelle des „Wow!“-Signals identifiziert:


Das sog. „Wow!“-Signal vom 15. August 1977.
Copyright: Ohio State University Radio Observatory
St. Petersburg (USA) – 40 Jahre, nachdem am 15. August 1977 Astronomen ein bislang ebenso unerklärtes wie einmaliges Signal aus dem All aufgegangen hatten, sehen Astronomen ihre bereits im vergangenen Jahr veröffentlichte Vermutung über die Quelle des Signals eindeutig bestätigt.

Wie Professor Antonio Paris vom St. Petersburg College in Florida und dem Center for Planetary Science im Januar 2016 vorschlugen, stamme das Signal nicht von einer fremden Zivilisation, sondern von den beiden das Innere Sonnensystem zur Zeit der „Wow!“-Ortung passierenden Kometen „266P/Christensen“ und „P/2008 Y2 (Gibbs)“, die beide 1977 noch gar nicht bekannt waren (…GreWi berichtete).

Hintergrund
Es war der 15. August 1977 als Radioastronomen am Big-Ear-Teleskop an der Ohio State University (s. Abb.) ein starkes Radiosignal aus dem all empfingen. Das Signal auf 1420 Megahertz war derart stark, dass der Astronom Jerry Ehman auf dem Ausdruck der Daten schriftlich den Hinweis „Wow!“ vermerkte (s. Abb. o.).

1420 Megahertz entspricht dabei der Wellenlänge von Wasserstoffatomen von 21 Zentimetern und damit genau jener Hauptfrequenz, die von Astronomen bei der Suche nach intelligenten außerirdischen Signalen (Search for Extraterrestrial Intelligence, SETI) bevorzugt absuchen, da es sich bei Wasserstoff um das im Universum am häufigsten vorkommende Element handelt, das Energie sowohl absorbiert und aussendet und diese Frequenz zudem erdähnliche Atmosphären am einfachsten durchdringen kann.

Trotz intensiver Bemühungen blieb seither die Suche nach wiederholten Signalen der gleichen Quelle ergebnislos. Während Analysen des Signals Satelliten und eine Reflektion von der Erdoberfläche ausschließen, hoben Kritiker einer irdischen Deutung schon immer hervor, dass die Intensität des Signals während der Beobachtungsdauer von 72 Sekunden anstieg und wieder abfiel. Diese 72 Sekunden entsprechen genau der Zeitspanne, über die das „Big Ear“ aufgrund seines Sichtfeldes und der Erdrotation ein Objekt verfolgen konnte. Das Signal scheint also tatsächlich aus dem Weltraum gekommen zu sein.

Kometen, so erläutern die Astronomen, entlassen große Mengen an Wasserstoff, wenn sie die Sonne passieren, weil das ultraviolette Licht, das gefrorene Wasser auf den Kometen aufbrechen und so eine Wolke aus Wasserstoffgas entstehen lassen kann, die sich Millionen von Kilometern um den Komet selbst ausbreitet: „Sollten die Kometen 1977 vor dem Big-Ear-Teleskop vorbeigezogen sein, so könnten sie ein kurzfristiges Signal erzeugt haben, das vom Teleskop aufgefangen wurde und welches bei darauffolgenden Suchen an gleicher Stelle natürlich nicht mehr zu finden gewesen wäre.“.


Tatsächlich zeigten die Wissenschaftler schon 2016 anhand einer Rekonstruktion der Bahnen von „266P/Christensen“ und „P/2008 Y2 (Gibbs)“, dass die beiden Kometen am 15. August 1977 mit dem Signal zusammenfielen.
Copyright/Quelle: A. Paris

Am vergangenen 25. Januar (2017) bot sich mit der erneuten Passage von „266P/Christensen“ eine Überprüfung der Theorie über die von den Kometen angegebenen Wasserstoffsignale an. Die Ergebnisse dieser Beobachtungen hat Antonio Paris nun im „Journal of the Washington Academy of Sciences“ veröffentlicht und zeigt sich im Rahmen seiner Wow-Beobachtungskampagne zuversichtlich, damit das Rätsel um das „Wow!“-Signal endgültig gelöst zu haben.

Wie die Astronomen berichten, stimme die von dem Kometen ausgesendete Frequenz mit dem „Wow!“-Signal überein. Zudem haben die Forscher auch drei weitere, nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Kometen untersucht und auch hier die „Wow!“-Frequenz vorgefunden.

Vor diesem Hintergrund schlussfolgern die Autoren des Fachartikels, dass das bislang mysteriöse Signal eindeutig einem natürlichen Phänomen zugeschrieben werden könne, das sich zufällig zur falschen bzw. richtigen Zeit und Ort zugetragen hatte, um als potentielles intelligentes, außerirdisches Signal fehlgedeutet werden zu können.

http://planetary-science.org/tag/wow/

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#2

RE: WOW-Signal:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 03.08.2017 14:33
von Adamon • Nexar | 14.589 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...signal20170613/

Astro- und SETI-Gemeinde zweifelt an Kometenerklärung für das „Wow!“-Signal:

St. Petersburg (USA) – Die Pressemitteilung von US-Astronomen, in der sie kürzlich erklärt hatten, das sogenannte „Wow!“-Signal, das bislang als ebenso hoffnungsvolles wie umstrittenes potentielles Signal einer außerirdischen Zivilisation diskutiert wurde, habe in von Kometen emittierten Wasserstoff-Signalen eine natürliche Erklärung gefunden (…GreWi berichtete), sorgte international für Schlagzeilen und ließ Kritiker der Alien-Theorie jubeln. Nachdem der erste Hype um die Behauptung abgeklungen ist, melden sich nun selbst aus der naturwissenschaftlichen Astronomie- und SETI-Gemeinschaft vermehrt Kritiker der Behauptung zu Wort und stellen die Kometen-Erklärung mehr als in Frage. GreWi hat versucht, die zahlreichen Kritiken zu sortieren und auch den Autor der Kometen-Theorie selbst dazu befragt.

Eine der ersten kritischen Beobachtungen zur Kometen-Theorie von Professor Antonio Paris vom St. Petersburg College ist der deutliche Unterschied in der Stärke des „Wow!“-Signals von 1977 und den aktuell gemessenen Wasserstoff-Signalen der untersuchten Kometen (u.a. „266P/Christensen“). Diese erklärt Paris selbst mit der vor 40 Jahre noch deutlich größeren Masse des Kometen, die dieser bei seiner seitherigen Sonnenumrundung bereits eingebüßt habe.

Auch der „Wow!“-Entdecker selbst hat sich bereits zu Paris‘ Artikel geäußert. Gegenüber John Wenz vom „Discover Magazine“ erklärte Ehman: „Ich habe vorab eine Kopie des Artikels erhalten und diesen natürlich sorgfältig studiert. Ich selbst und Kollegen von mir kommen übereinstimmend zu der Schlussfolgerung, dass keiner der beiden Kometen das Wow!-Signal erklären kann.“ Auch habe es keine Rücksprache mit der Ohio State University (OSU) gegeben, an der das „Big Ear“ einst betrieben wurde.

Auch ein offizielles Statement des SETI-Porgramms an der Ohio State University (OSU) selbst, das im Folgenden im übersetzten Orignalwortlaut unkommentiert wiedergeben werden soll, stimmt in die deutliche Kritik mitein:

Hierbei handelt es sich um ein Statement zur Behauptung, dass das „Wow!“-Signal von Wasserstoff-Emissionen eines oder mehrerer unbekannten Kometen stammt. Wir wollen auf Ungenauigkeiten aufmerksam machen, die vernichtend für die Theorie sind, dass das „Wow!“-Signal von einem sich langsam bewegenden Kometen verursacht wurde. Wir heben auch fehlende Detailangaben des Autors der Studie hervor.

Die Mitarbeiter des OSU Radioobservatoriums haben den Fachartikel von Paris zum „Wow!“-Signal und dem Kometen 266/P Christensen (Paris, Antonio. HYDROGEN LINE OBSERVATIONS OF COMETARY SPECTRA AT 1420 MHZ) begutachtet.

Wir schlussfolgern, dass der Komet 266/P Christensen nicht die Quelle des „Wow!“-Signals ist – und das aus den folgenden Gründen:

1. Unter Berufung auf die Ephemeriden (zur Erläuterung: hierbei handelt es sich um die Positionswerte sich bewegender astronomischer Objekte bezogen auf ein jeweils zweckmäßiges astronomisches Koordinatensystem) von: http://ssd.jpl.nasa.gov/horizons.cgi?fin...sb&sstr=266P%20

Hier sehen wir, dass Komet 266/P Christensen zur Zeit der Ortung des „Wow!“-Signals 1977, nicht auch nur in der Nähe der „Wow!“-Position war:

„Wow!“ befand sich auf: RA 19h 25m 31s – or – 19h 28m 22s, Dec -26 deg 57’

266/P befand sich auf: RA 18h 32m 15s, Dec -27deg 22’.

Die Deklination stimmt annähernd, aber die Rektaszension ist um fast eine Stunde danben und platziert 266P damit in einem ganz anderen Teil des Himmels als das „Wow!“-Signal geortet wurde.

Ein anderer Komet, P/2008 Y2, war schon näher: RA 18h 39m 39s, Dec -29 deg 38’

Seine Deklination war nahezu 3 Grad und die Rektaszension um 47 Minuten daneben, und platzierte somit auch P/2008 Y2 in einem anderen Teil des Himmels als das „Wow!“-Signal.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Strahlbreite des OSU-Teleskops in der Rektaszension nur 3 Zeitminuten betrug, die Kometen aber 47 und 55 Zeitminuten entfernt waren. Diese Kometen hätten die Strahlbreite des OSU-Teleskops also etwa 55 und 47 Minuten früher durchquert

Die Beobachtungen des Kometen durch den Autor 2017 (Paris) in der Nähe des (einstigen) „Wow!“-Signalobjekts sind irrelevant, da es sich dabei nicht um die Position des Kometen 1977 handelt, als das „Wow!“-Signal beobachtet wurde.

2. Der Autor (Paris) zitiert keinerlei Quellen und Referenzen zu Wasserstoffemissionn von Kometen. Wir haben einen Kometenexperten und einen Wasserstoffexperten kontaktiert und beide haben keine Kenntnis davon, dass von einem Kometen ausgehende Wasserstoffemissionen je beobachtet wurden.

3. Der Autor zitiert auch keine Referenzen variabler Emissionen von Kometen. Eine solche Variabilität müsste auf unglaubliche Weise mit dem „Wow!“-Signal übereinstimmen. Das Signal hätte sich zwei Minuten lang konstant 30 Sigma betragen haben müssen, da es exakt dem Antennenstrahl der OSU-Teleskops entsprach. Es hätte zudem zwei Minuten lang weniger als 0,5 Sigma stark sein müssen, drei Minuten früher oder später, da es nicht in einem anderen OSU-Strahl auftauchte.

4. Der Autor weist keine spezifischen Frequenzen im Spektrum aus, weshalb es unmöglich ist, die aktuellen Beobachtungen mit der „Wow!“-Frequenz zu vergleichen oder zu zeigen, dass die Bandbreite des Kometen-Signals weniger als die 10kHz der Bandbreite des „Wow!“-Signals beträgt.

Dr. Robert S. Dixon
Director, Ohio State University SETI Program

http://naapo.org/WOWCometRebuttal.html

Gegenüber „Grenzwissenschaft-Aktuell.de“ (GreWi) erklärte Antonio Paris, dass es – inklusive der Ohio State, bislang so gut wie keine Signal-Untersuchungen zu Kometen gegeben habe und er selbst davon ausgehe, dass die von ihm vorgelegte Studie die erste ihrer Art sei, die nach Signalen von Körpern im Sonnensystem suche. Dies erkläre auch, warum es bislang schlichtweg noch keine Vergleichsdaten und Referenzen zu dieser Entdeckung gebe.

Schon mit der ersten Meldung über den Fachartikel im „Journal of the Washington Academy of Sciences“ zeigten sich neben zahlreichen Laien auch namhafte Vertreter der SETI- und Exobiologie-Szene kritisch angesichts der darin dargelegten Schlussfolgerungen.

So bemerkte Prof. Dirk Schulze-Makuch von der Washington State University, der unter anderem den Forschungsnetzwerk Extraterrestrische Intelligenz (ETI) angehört und für seine Publikationen über außerirdisches Leben und Intelligenz bekannt ist, in einem Beitrag für das „Air & Space Magazine“ des Smithonian Institute, dass die einstigen Entdecker des „Wow!“-Signals, Astronomen um Astronom Jerry Ehman trotz zahlreicher Versuche das Signal nicht mehr orten konnten, obwohl der Komet – und damit auch von ihm ausgehende Signale – auch wenn damals noch unbekannt – noch mehrere Tage lang eigentlich hätte gefunden werden können.

Tatsächlich geht eine Antwort auf diese Frage allerdings schon aus Paris‘ Arbeit hervor – beschreibt er doch selbst, dass das Wasserstoffsignal (1420 MHz) nur bei direkter Fokussierung auf den Kometen selbst messbar war und schon bei nur einem Grad Abweichung nicht mehr zu orten gewesen sei. Angesichts eines (bzw. zweier) Kometen, die zum Zeitpunkt des „Wow!“-Signals noch nicht einmal entdeckt und damit bekannt waren, eine durchaus vorstellbare Erklärung.

Auch die extrem schmale Bandbreite des „Wow!“-Signals von gerade einmal 10 kHz lässt nicht nur Schulze-Makuch an einer natürlichen Quelle wie Wasserstoffemissionen eines Kometen zweifeln: „Ein solch schmales Signal ist wirklich schwer mit einer natürlichen Quelle zu erklären und entspricht eher (dem Signal) eines starken, schmalbandigen künstlichen Senders.“

Abschließend zeigt sich Schulze-Makuch aber weiterhin offen: „Auch wenn die (neue) Studie eine natürliche Quelle nahe legt, so wird es sicherlich nicht das letzte Mal sein, dass wir etwas über das Wow-Signal gehört haben. Zumindest verdeutlicht die Studie aber, dass die 1420 MHz Bandbreite, wie sie auch natürlich von Wasserstoff ausgesendet wird, vielleicht nicht die beste Frequenz ist, um nach Botschaften von Außerirdischen zu suchen, da es innerhalb dieses Frequenzfensters auch zahlreich natürliche Quellen gibt.“ (Anm. GreWi: Tatsächlich gehört gerade die 1420er Wasserstofffrequenz zu einer von der klassischen Suche nach intelligenten außerirdischen Signalen, der Search for Extratrrestrial Intelligence – kurz: SETI, mittels Radioteleskopen zu einer sehr beliebten Frequenz, auf der sich Astronomen Botschaften von Außerirdischen erhoffen, da sie mit der Anwesenheit der Grundlage des zumindest des uns bekannten Lebens – Wasser – einhergeht.)

Derart zurückhaltend begegnen aber nicht aller Kollegen der Arbeit von Paris und Kollegen und bezeichnen diese, wie die Radioastronomin Yvette Cendes in einem Reddit-Beitrag sogar als „Bullshit“. Alles beginne schon bei der fragwürdigen Wahl des „obskuren Fachjournals“, in dem die Studie publiziert worden sei, so die Astronomin. Sie selbst macht sogar die Sonne für die von Paris und Kollegen entdeckten Signale verantwortlich.

Auch andere Astronomen stimmen in diese Kritik mit ein. So fragt der Oxford-Professor Chris Lintott, gegenüber dem „Discover Magazine“, warum eine solche vermeintlich wichtige Studie nicht einem der großen Astronomie-Journale zur Fachbegutachtung (Peer Review) und Publikation vorgelegt wurde: „Das gewählte Journal ist kein Organ, in dem Astronomen für gewöhnlich publizieren.“ Genau dies solle, so schlägt Lintott weiter vor, in einem weiteren Schritt nun geschehen.

„Sollte die Beobachtung von Paris & Kollegen stimmen, so müssten wir sehr viel längere Signale finden. Die Studie beschreibt aber lediglich kurze und unterbrochene Ausschläge. Zudem sollten nahezu alle Kometen dann solche Signale aussenden und wir müssten diese ständig empfangen – und nicht nur eines 1977 und dann wieder 2017“, so Lintott. Was das Signal auch immer sei, so schließt der Astronom, „von Kometen stammt es aber nicht“.

Gemeinsam mit weiteren Astronomen hat Chris Lintott eine Liste mit Fragen an Paris zusammengestellt, die dieser bislang jedoch unter Verweis auf eine aktuelle Reise noch nicht beantwortet hat.

Auch gegenüber GreWi zeigte sich Paris deshalb kurz angebunden erklärt aber, er stehe bereits mit einigen seiner Kritiker in Kontakt. „Bislang hat aber noch keiner der Kritiker meine wichtigste Rückfrage beantworten und mir Beweise und Daten vorlegen können, die unsere Daten klar widerlegen.“

Zum weiteren Ablauf des Wow-Projekts erläutert Paris gegenüber GreWi abschließend: „Das Projekt besteht aus drei Phasen: Die erste Phase bestand aus unserer Hypothese, die uns zur zweiten Phase führte, in der die Frage aufgestellt wurde, ob Kometen 1420-Signale aussenden. Wie es scheint, tun sie genau das. Die dritte Phase konzentriert sich auf 2018 (wenn es erneut zur Kometen-Passage kommt) und soll die Frage nach den dahintersteckenden Mechanismen beantworten.

Astronomen haben bislang diese Signale von Kometen noch nicht gefunden, weil es noch kaum spezielle Untersuchungen in eben dieser Richtung gab. Allgemein gibt es nur weniger Radioteleskop-Untersuchungen von Kometen: Gerade mal eine handvoll Studien. Aber ich vermute, dass wir die ersten sind, die speziell dafür ein 10-Meter-teleskop gebaut haben, um damit genau nach dieser Art von Körpern im Sonnensystem zu suchen.“

…sobald mir weitere Antworten und Reaktionen von Paris auf die Kritik vorliegen, wird GreWi erneut berichten.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#3

RE: WOW-Signal:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 26.02.2021 14:25
von Adamon • Nexar | 14.589 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...ignals20201125/

Amateur-Astronom identifiziert mögliche Quelle des “WOW-Signals”:


Der Datenausdruck des Astronoms Jerry R. Ehman mit dessen handschriftlicher und für das Signal namensgebender „WOW“-Notiz vom 15. August 1977.
Copyright: Big Ear Radio Observatory and North American AstroPhysical Observatory (NAAPO)

Barcelona (Spanien) – Seit 1977 ein merkwürdiges Radiosignal aufgefangen wurde, diskutieren Wissenschaftler wie Laien kontrovers darüber, ob es sich bei der als „WOW-Signal“ bekannten Übertragung tatsächlich um ein Signal einer außerirdischen Zivilisation gehandelt hatte. Unter der Prämisse dieses Szenarios hat sich ein Amateur-Astronom auf die Suche nach der möglichen Quelle gemacht und glaubt nun, einen guten Kandidaten gefunden zu haben.
Bekannt ist Alberto Caballero einigen durch seinen Astronomie-Youtube-Kanal „The Exoplanets Channel“. Aktuell hat der Amateur-Astronom die Ergebnisse seiner Suche nach den besten Kandidaten als Quelle des WOW-Signals vorab via ArXiv.org veröffentlicht.

Es war der 15. August 1977 als Radioastronomen am Big-Ear-Teleskop an der Ohio State University (s. Abb.) ein starkes Radiosignal aus dem all empfingen. Das Signal auf 1420 Megahertz war derart stark, dass der Astronom Jerry Ehman auf dem Ausdruck der Daten schriftlich den Hinweis „Wow!“ vermerkte (s. Abb. o.).

1420 Megahertz entspricht dabei der Wellenlänge von Wasserstoffatomen von 21 Zentimetern und damit genau jener Hauptfrequenz, die von Astronomen bei der Suche nach intelligenten außerirdischen Signalen (Search for Extraterrestrial Intelligence, SETI) bevorzugt absuchen, da es sich bei Wasserstoff um das im Universum am häufigsten vorkommende Element handelt, das Energie sowohl absorbiert und aussendet und diese Frequenz zudem erdähnliche Atmosphären am einfachsten durchdringen kann.

Trotz intensiver Bemühungen blieb seither die Suche nach wiederholten Signalen der gleichen Quelle ergebnislos. Während Analysen des Signals Satelliten und eine Reflektion von der Erdoberfläche ausschließen, hoben Kritiker einer irdischen Deutung schon immer hervor, dass die Intensität des Signals während der Beobachtungsdauer von 72 Sekunden anstieg und wieder abfiel. Diese 72 Sekunden entsprechen genau der Zeitspanne, über die das „Big Ear“ aufgrund seines Sichtfeldes und der Erdrotation ein Objekt verfolgen konnte. Das Signal scheint also tatsächlich aus dem Weltraum gekommen zu sein.


Laut Cabalero ist der Stern „2MASS 19281982-2640123“ der wahrscheinlichste Kandidat in der Himmelsregion, aus der das WOW-Signal stammte.
Copyright/Quelle: PanSTARRS/DR1

Grundlage seiner Arbeit ist der Sternenkatalog der europäischen GAIA-Mission und der darin beinhalteten sonnenähnlichen Sterne. Diese hält Caballero für die wahrscheinlichsten Heimatsterne von erdähnlichen Planeten, auf denen intelligentes Leben am wahrscheinlichsten wäre, wie es das WOW-Signal hätte senden können.

Laut dem Astronomen habe er so die Suche auf den Stern “2MASS 19281982-2640123” als wahrscheinlichsten Kandidaten für die Quelle für das WOW-Signal eingrenzen können. Der Stern selbst gleiche unserer eigenen Sonne sehr und befindet sich natürlich auch in jener Himmelsregion, aus der auch das Signal kam.

Zwar gibt Cabalero zu bedenken, dass es noch weitere 14 mögliche Kandidaten gebe, doch das “2MASS 19281982-2640123“ vermutlich am geeignetsten sei, mit der Suche nach der Quelle des WOW-Signals zu beginnen.

Quelle: ArXiv.org
© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#4

RE: WOW-Signal:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 26.02.2021 18:51
von Adamon • Nexar | 14.589 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...schiff20210202/

Stammte das „Wow!”-Signal 1977 von einem außerirdischen Raumschiff?


Symbolbild: Energiestrahl (Illu.)
Quelle: Pixabay.com

Mobile (USA) – Seit am 15. August 1977 Astronomen ein rätselhaftes Radiosignal aufgefangen wurde, rätseln Astronomen wie Laien über die Herkunft und Natur der als „Wow!“-Signal bekannten Detektion. Der Mikrowellenphysiker James Benford hat nun eine neue Theorie veröffentlicht, wonach die Vorstellung, dass das Signal von einem außerirdischen Raumschiff stammen könnte, gar nicht so abwegig erscheint.
Während eine frühere Studie das Signal selbst in der Umgebung des rund 1.800 Lichtjahre entfernten Stern „2MASS 19281982-2640123“ verortete (…GreWi berichtete), erläutert Dr. James Benford von „Microwave Sciences“ in einer Zusammenfassung vorab auf “Centauri-Dreams.org” und in einer kommenden Ausgabe des Fachjournals „Astrobiology“, wie die bekannten Eigenschaften des Wow!-Signals auch dazu passen, dass es sich um das Ergebnis einer Energie-Leckage eines hypothetischen außerirdischen Raumschiffs handeln könnte.

Konkret vermutet Benford mit seiner Hypothese, dass das Signal von einem Energiestrahl stammen könnte, mit dem eine ferne Zivilisation ein Raumschiff antreibt. Tatsächlich verfolgen auch irdische Wissenschaftler und Raumfahrtingenieure bereits ähnliche Konzepte, wenn sie von Lichtsegeln gezogenen Miniatursonden etwa zum sonnennächsten Planetensystem um den Zwergstern Proxima Centauri lenken wollen, deren Segel mit gewaltigen Lasern von der Erde aus auf einen Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und so das Proxima-System innerhalb von rund 20 Jahren erreicht werden soll (…GreWi berichtete).

Zwar konnte auch das „Wow!“-Signal kein weiteres Mal geortet und damit weitergehend untersucht und verfolgt werden, dennoch liefern laut Benford auch die alten Daten, ausreichend Grundlage, um die Merkmale des Signals einer technologischen Quelle zuzuordnen.

Hierbei beruft sich der Forscher zunächst auf die drei bekannten Parameter des Signals: Die empfange Leistungsdichte, die Signaldauer und dessen Frequenz.

– Tatsächlich sei das Wow!-Signal eines der stärksten bislang aufgefangenen spezifischen Signale überhaupt und habe in seinem Höhepunkt das Hintergrundrauschen um das 32-Fache übertroffen.

– Zum Zeitpunkt der Ortung war das verwendete Big Ear Telescope mit der Erdrotation gekoppelt. Die Dauer, während derer das Signal rund 38 Sekunden lang mit dem Antennenstrahl geortet werden konnte, entsprach dabei der zu erwartenden Bewegung himmlischer bzw. astronomischer Quellen. Die Beobachtung zeigt aber auch, dass nicht bekannt ist, wie lange das Signal tatsächlich gedauert hatte.

– Schlussendlich wurde das Signal mit einer Frequenz von 1.42 GHz innerhalb einer international offiziell geschützten Bandbreite von 1.4-1.427 GHz gesendet, innerhalb derer irdische Emissionen eigentlich verboten sind. Das wiederum lasse die Vermutung, dass das „Wow!“-Signal irdisch-menschlichen Ursprungs war, als sehr unwahrscheinlich erscheinen, so Benford.

Hinzu bezieht der Autor auch einen potenziellen vierten Faktor mit ein: Die im fernen All verortete Quelle des Signals und deutet hinzu, dass der Umstand, dass das Signal seither kein weiteres Mal geortet werden konnte, als deutlichen Beleg für dessen tatsächliche Herkunft: „Sollte das Signal tatsächlich einem Energiestrahl entstammen, der eine Sonde von einem Planeten zu einem fernen Stern beschleunigte, so befand sich der Ursprungsplanet zu dieser Zeit vermutlich bereits weit von der Sonde selbst entfernt.“ Auf die Weise könnte die Erde zufällig ein Energieleck dieses Strahls abbekommen haben, da sich Sterne schließlich relativ zueinander bewegen.” Tatsächlich sei von einem solchen Energieleck nicht zu erwarten, dass es ein weiteres Mal (von der Erde aus) aufgefangen werde. Das Szenario stimme also mit dem Umstand der einmaligen Detektion von Wow! überein.

Aus der Hypothese lasse sich zudem ein neuer Ansatz für die Suche nach außerirdischen Intelligenzen ableiten, schließlich wäre ein Energiestrahl, der eine interstellare Sonde oder gar ein Raumschiff antreibt, auch über große interstellare Entfernungen hinweg sichtbar und Benford erläutert abschließend: Durchmusterungen des gesamten Sternenhimmels im Mikrowellen- und Laser-Bereich könnten – so vorhanden – weitere Energielecks finden.“

https://www.centauri-dreams.org/2021/01/...c3p9IQlzhlVqslk

Quelle: Centauri-Dreams.org

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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