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Keltische Göttinnen:

in Die Göttin. - 25.10.2009 14:47
von Atlan • Nexar | 13.560 Beiträge

Keltische Göttinnen
Unser Glaube, Gebete

Cerridwen

Mythologische Zuordnung:

Magie. , Zauberei, Schamanismus,

Schöpfungsmutter, Große Göttin

In Walles heißt es, sie lebe auf einer Insel inmitten des Sees Tegid mit ihren beiden Kindern- der wunderschönen Creidwy und dem hässlichsten Knaben der Welt, Afagdu. Als Ausgleich dafür, dass sie ihm einen solchen Körper gegeben hatte, braute die Göttin einen magischen Trank, der ihren Sohn zum hervorragendsten und begabtesten Mann machen sollte. Ein Jahr und einen Tag lang ließ sie den Kessel sieden; ein kleiner Junge Namens Gwion sollte ihn bewachen. Eines Tages, als die Göttin auf der Suche nach weiteren Kräutern für ihren Trank war, spritzten einige Tropfen der brodelnden Flüssigkeit auf Gwions Finger. Mit schmerzverzerrtem Gesicht steckte er seine Hand sofort in den Mund. Wunderbarerweise war er jetzt fähig, alles auf der Welt zu hören und sämtliche Geheimnisse der Vergangenheit wie auch der Zukunft zu verstehen. Sein Blick in die Zukunft zeigte ihm, wie wütend Cerridwen sein würde, wenn sie herausfand, dass ein einfacher Sterblicher die Erleuchtung erlangt hatte, die ihrem Sohn zugedacht war. Also rannte er fort. Die alleswissende Cerridwen merkte, was geschehen war, und verfolgte ihn. Gwion verwandelte sich in einen Hasen, Cerridwen setzt ihm als Windhund nach. War sie ihm dicht auf den Fersen, verwandelte er sich flugs von neuem. Und so liefen sie weiter: er als Fisch, sie als Otter; er als Vogel, sie als Falke; er als Weizenkorn im Wind, sie als Henne. Doch da hatte er einen Fehler gemacht. Denn die Henne holte das Korn bei Windstille ein, verschlang es und trug es, wieder in ihrer ursprünglichen Gestalt, neun Monate lang aus. Nachdem das Kind geboren war, warf sie es ins Wasser, wo es von einem Prinzen aufgefangen wurde und sich mit der Zeit zu dem Dichter Taliesin entwickelte, dem größten walisischen Barden, der um das Jahr 500 gelebt haben soll.

Auf diese Weise drückten die Bewohner von Wales ihre Vorstellung aus, dass Tod und Wiedergeburt notwendig waren, um wahre Inspiration in diese Welt zu bringen- und zeigten zugleich die Göttin der Inspiration in einer etwas schrecklicheren Form, als sie in anderen Kulturen erscheint.


Cailleach

Mythologische Zuordnung:

Wetter ( Wind ), Winter, Berge,

Übelwollende Frauen, Dämoninnen,

Hexen, Alte Frau,

Wenn dieses Wort, das soviel wie „Scheues Glück“ bedeutet, richtig ausgesprochen wird, klingt es wie ein Räuspern. Diese Großgöttin der Britischen Inseln ist unter verschiedenen Namen bekannt. ( Schottland- Carlin; Nordirland- Cally Berry; Insel Man- Cailleach ny Groamch; England- Black Annis und in der Republik Irland ist sie Cailleach oder einfach die Hexe von Beare.) Sie konnte ihre Jugend ewig erneuern. Alle Männer die sie liebte- und sie liebte unzählige-, starben an Altersschwäche, während sie nach jedem Abenteuer die Blüte ihrer Jugendzeit zurückgewann und sich einen neuen hübschen jungen Mann suchte. Sie hatte ein Auge inmitten eines blauschwarzen Gesichts, ein Auge von übermenschlicher Leidenschaftlichkeit. Sie hatte rote Zähne und verfilzte Haare, „ weiß wie eine von Raureif bedeckte Schürze“. Sie trug ein Kopftuch und über ihrem grauen Kleid ein verblichenes Plaid. Sie besaß eine Farm und nahm Landarbeiter für sechs Monate in dienst mit der Auflage, dass keiner bezahlt werden würde, der nicht besser arbeite als sie. Wenn sie sich dieses verhutzelte alte Wesen anschauten, fielen viele Männer auf die beabsichtigte Täuschung herein und starben an Entkräftung, weil sie versuchten, mit dem Arbeitstempo der Hexe Schritt zu halten. Sie war so stark, dass sie Felsbrocken in ihrer Schürze trug, und ließ sie welche fallen, wurden daraus Gebirgszüge. Sie dirigierte die Jahreszeiten und das Wetter, sie war die kosmische Göttin von Erde und Himmel, Mond und Sonne. Da sie nicht in den geschriebenen Mythen Irlands und Schottlands auftaucht, sondern nur in uralten Erzählungen und Ortsnamen, wird vermutet, dass sie die Göttin der vorkeltischen Siedler auf den Inseln war. Doch sie war so mächtig und so populär, dass man sich selbst dann noch an Cailleach erinnerte, als die Neuankömmlinge vom Kontinent Gottheiten wie Brigit mitbrachten.


Morrigan

Mythologische Zuordnung:

Magie, Zauberei, Schamanismus,

Musik, Kampf, Streit, Krieg, Schlangen,

Drachen, Alligatoren, Vögel

Im alten Irland gab es eine Dreiheit von Kriegs- und Todesgöttinnen und es wird sich gestritten, welche dieser Gestalten die bedeutendste Rolle spielte. War Morrigan eine Ausprägung von Badb, oder war es umgekehrt, war Nemain identisch mit Macha, oder unterschied sie sich von ihr, war Morrigan der übergeordnete Name der Gestalt, die sich aus Macha, Badb und Nemain zusammensetzte, oder gab es keinen übergeordneten Namen weil Macha eine ganz andere Göttin war?

Jedenfalls ist es sehr schwierig, diese vier Göttinnen voneinander zu unterscheiden. An einer Stelle taucht die eine als Bean Nighe oder Wäscherin an einer Furt auf, an anderer Stelle trägt dieselbe Figur einen anderen Namen. All diese Göttinnen konnten die Gestalt einer Krähe annehmen, und alle waren Riesinnen, wenn sie menschliche Gestalt annahmen.

Das einzige, worin sich Morrigan von den anderen unterschied, war ihre Verbindung zur Zauberei. Sie sang Runenzauber und warf Amulette vor Schlachten, um die von ihr Bevorzugten zu stärken. Ansonsten wurde sie, wie Badb, vor der Schlacht gesehen, wie sie die Rüstungen der zum Tode Verdammten wusch, oder als Krähe, die über das Schlachtfeld flog und nach Leichen Ausschau hielt. Sie konnte sich auch in eine Schlange verwandeln, um das Gemetzel aus dieser Perspektive zu beobachten. Aus unserer Sicht ist diese „große Königin“ nicht gerade eine ansprechende weibliche Erscheinung, aber Anahita, die Walküren, Bellona und ähnlich geartete mythische Wesen zeigen, dass vom Krieg profitierende Göttinnen in vielen Kulturen bekannt waren.


Morgane

Mythologische Zuordnung:

Schicksal, Zukunft, Prophezeiung,

Schönheit, Künste, Heilkunst,

Meere, Seen, Teiche,

Mor bedeutet in verschiedenen keltischen Sprachen „Meer“, und Morgan war eine Meeresgöttin, deren Name in der Bretagne erhalten blieb, wo Meerjungfrauen morgans genannt werden. Der walisischen Mythologie nach soll Morgane eine Königin von Avalon gewesen sein, dem Feenland der Unterwelt. Vermuten lässt sich daraus auch das Morgane eine Todesgöttin war, der französische Beiname la Fay könnte nicht nur Fee bedeuten sondern auch Fatum (Schicksal.)Sie ist dann also eine Todes- und Schicksalsgöttin auch mit zerstörerischen Kräften gewesen.


Nimue
Mythologische Zuordnung:

Wasser, Magie, Zauberei, Schamanismus,

„Herrin des Sees“ war eine walisische Zauberin, die – nach der Artussage- von wunderschönen, feenartigen unsterblichen Jungfrauen umgeben, in einem Inselreich lebte, wo es weder Winter noch Schmerz noch Tod gab. Sie war eine jener mächtigen Göttinnen, die König Arthur am Ende seiner irdischen Regentschaft nach Avalon, in das keltische Elysium, brachten. Nach einigen Quellen soll es auch Nimue gewesen sein, die Arthur als König eingesetzt hatte.


Ostara

Mythologische Zuordnung:

Frühling, Sexualität, Wilde ausschweifende Frauen,

Jungfrau,

Vom Namen dieser keltogermanischen Frühlingsgöttin hat das Osterfest seinen Namen, mit dem ursprünglich die neuerwachende Fruchtbarkeit der Erde und der Leiber gefeiert wurde, und zwar mit einer sehr sinnfälligen und bis heute lebendigen Tradition: Mit dem Bemalen und Verschenken von Eiern. Die Heimat des Ostara – Kults scheint in England gewesen zu sein. Von dort stammen die ältesten Belege über die Verehrung einer Eostra als Göttin der im Frühling wieder aufsteigenden Sonne.



Rhiannon

Mythologische Zuordnung:

Nacht, Schönheit, Pferde, Vögel,

Unterwelt,

Diese bildschöne walisische Unterweltgöttin ritt über die erde auf einem unvorstellbar schnellen Pferd, begleitet von Zaubervögeln, die die Toten aufwecken und die Lebenden in siebenjährigen seligen Schlaf versinken lassen konnten. Ursprünglich hieß sie Rigatona „Große Königin“, und erst in der spätren Legende sank sie in ihrer Bedeutung herab zu Rhiannon, jener feenhaften Gestalt, die dem Prinzen Pwyll von Dyfed in der Nähe des Unterwelttores erschien. Er verfolgte sie auf seinen schnellsten Pferden, aber ihres trieb jedes andere Pferd zur Erschöpfung. Schließlich beschloss die Königin, Pwyll zu erhören, und sie gebar ihm einen Sohn.

Was kann man schon erwarten von einer Todesgöttin? Ihr Sohn verschwand, und die Königin fand man mit blutverschmiertem Gesicht. Sie wurde des Mordes angeklagt und dazu verurteilt, Pwyll als Torhüterin zu dienen und die Besucher auf ihrem Rücken zur Pforte zu tragen. Auf diese Weise wurde sie symbolisch in ein Pferd verwandelt. Doch alles nahm ein glückliches Ende, als ihr Sohn gefunden wurde: Rhiannon war von den Kindermädchen zu Unrecht beschuldigt worden. Als sie festgestellt hatten, dass das Baby verschwunden war, hatten sie vor lauter Angst und Aberglauben das Gesicht der Königin mit Welpenblut beschmiert.

Hinter dieser Legende steckt zweifellos eine andere primitivere, in der die Todeskönigin tatsächlich des Kindesmordes schuldig war. Diese schreckliche Königin der Nacht scheint also der germanischen Mora zu gleichen, dem Alptraum, der pferdegestaltigen Göttin des Schreckens. Aber die Nacht bringt nicht nur schlechte, sondern auch gute Träume, und so galt Rhiannon auch als herrliche Göttin der Freude des Vergessens, war also ebenso Göttin des Elysiums wie Königin der Hölle.

Saerdna

Quelle: Lexikon der Göttinnen

Patricia Monaghan



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