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Die Osterinsel:

in Mythologie & Weltgeschichte 13.01.2010 00:38
von Atlan • Nexar | 13.574 Beiträge

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Hanga Roa (Chile) - Glaubt man alten Legenden der Bewohner der Osterinsel, so sind die gewaltigen Steinköpfe und -körper, aus den Steinbrüchen zu ihrem letztendlichen Ruheplatz gewandert. Ein Experiment von US-Forschern belegt nun eindrucksvoll, dass hinter dieser Legende mehr Wahrheit verborgen sein könnte, als man zunächst glauben mag.

Wie der Archäologe Carl Lipo von der California State University in Long Beach und der Anthropologe Terry Hunt von der University of Hawaii schon in ihrem Buch "The Statues that Walked" darlegen, vermuten sie, dass die tonnenschweren Statuen nicht wie bislang angenommen, in einem Konkurrenzkampf verschiedener Clans mit Hilfe unzähliger Holzpfähle, Schlitten und Hebel bewegt worden, sondern durch ein ausgeklügeltes System, mit dem die Statuen nicht horizontal sondern - von Seilen aufrecht gehalten – vertikal in eine Art wankende Bewegung versetzt wurden.

Um ihre Theorie zu überprüfen, führten die Forscher nun gemeinsam mit "National Geographic" ein eindrucksvolles Experiment durch, mit dem sie anhand einer 5-Tonnen schweren Kopie der ikonenhaften Steinskulpturen zeigen konnten, dass die sogenannten Moais tatsächlich gehen konnten.

Wie die Forscher gegenüber Alan Boyle vom "Cosmic Log" (cosmiclog.msnbc.msn.com) erläuterten, wurde der Experimental-Moai zunächst mit einem Kran und gehalten von Seilen aufgerichtet. Durch den vom großen Bauch erzeugten tiefen Schwerpunkt und die entstehenden Hebelkräfte ließ sich die Staue dann zum einen von zwei Gruppen zu je nur 9 Personen an beiden Seiten und weiteren 10 Personen, die den vorwärtswankenden Moai von hinten - wie einen zerrenden Hund an der Leine - hielten, effektiv vorwärts bewegen.

Zwar sei eine 5-Tonnen-Version kein Vergleich zu den bis zu 90 Tonnen schweren Originalen, doch sei die Methode skalierbar, versichern die Forscher. "Je schwerer die Statue wird, desto größer wird die Hebelwirkung. Das geht soweit, dass man regelrecht an den Punkt kommt, an dem man das nur so machen möchte."

Die wandernden Moais sind dabei jedoch nur ein Teil der Theorie, mit der Hunt und Lipo ein alternatives Modell zur bislang anerkannten Erklärung für den Niedergang der Kultur auf Rapa Nui, so der polynesische Name der Osterinsel, vorlegen.


Moais auf Rapa Nui. | Copyright: Rivi / GFDL / cc-by-sa 3.0

Ging die bisherige Erklärung von Jared Diamond bislang davon aus, dass sich die Bevölkerung von Rapa Nui, durch Raubbau an der Natur - unter anderem eben durch das angeblich massenhafte Abholzen der Wälder für den Transport der Moai - Misswirtschaft und Clankriege untereinander - selbst vernichtet haben.

Statt also einer gescheiterten Kultur zeichnen Hunt und Lipo das Bild einer deutlich kleineren Population, die das Wenige, was die Karge - und nicht wie in Diamonds Szenario einst stark bewaldete und damit fruchtbare - Osterinsel zu bieten hatte, sowie die eigenen Ressourcen sinnvoll zu nutzen wusste.

Auf Rapa Nui vor rund 800 angekommen, hätten die polynesischen Siedler Ratten mit an Land gebracht, die auf der Insel auf keine natürlichen Feinde gestoßen seien und so, unter anderem durch das ungezügelte Fressen von Palmnüssen, zur Entwaldung der Insel beitrugen. Während die Population der Rapanui selbst über Jahrhunderte stabil geblieben sei und effektive Formen der Bewirtschaftung des kargen Bodens entwickelt habe, hätten sie den Krankheiten, die europäische Siedler Ende des 17. Jahrhundert mit sich gebracht hatten, nichts entgegenzusetzen gehabt, so die Forscher.


Archäologisches Experiment auf der Osterinsel. | Copyright: Sheela Sharma, National Geographic


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#2

RE: Die Osterinsel:

in Mythologie & Weltgeschichte 16.04.2013 16:39
von Adamon • Nexar | 13.574 Beiträge

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Southampton (England) - Britische Archäologen haben die Ergebnisse einer genauen Analyse und Dokumentation der Vorder- und Rückseite einer Moai-Statue der Osterinsel vorgestellt, die sich heute im British Museum in London befindet. Gravuren auf der Rückseite des sogenannten "Hoa Hakananai’a" belegen, dass dessen Rückseite - nachdem sich die Bewohner der Osterinsel von den gewaltigen Statuen abgewandt hatten - als eine Art Altar für die neue Vogelmann-Kult (Tangata Manu) diente. Die jetzt neu entdeckten Details werfen ein neues Licht auf den Kilt der Vogelmenschen.

Die Statue selbst wurde 1869 von der Crew der "HMS Topaz" nach England gebracht. Allgemein wird angenommen, dass sie etwa im Jahre 1200 gemeinsam mit rund 1.000 ähnlicher Statuen auf der Osterinsel geschaffen wurde. Der "Hoa Hakananai’a" ist für die Wissenschaftler jedoch von besonderem Interesse – weist er doch auf seiner Rückseite komplexe Gravuren auf.

Wie das Team um James Miles, Hembo Pagi und D. Graeme Earl von der "Archaeological Computing Research Group" an der University of Southampton aktuell im Fachjournal "British Archaeology" berichtet, war der erste Schritt der Analyse eine detaillierte 3D-Abbildung des Maoi.

"Die Statue des Hoa Hakananai’a wurde bislang nur selten von Archäologen genauer untersucht. Jetzt ist es uns dank der Entwicklungen auf dem gebiet der digitalen Abbildung und Darstellung jedoch möglich, den Maoi in bislang nicht gekannter Detailgenauigkeiten zu untersuchen", berichtet Earl.

Archäologen nehmen allgemein an, dass die Bewohner der Osterinsel, Rapa Nui, gegen 1600 im Angesicht einer ökologischen Katastrophe ihre Religion um die Maois aufgaben und sich stattdessen dem sogenannten Vogelmann-Kult zuwandten. Zu dieser neuen Religion gehörte u.a. auch ei Ritual, bei dem es darum ging, schwimmend das erste Ei von Seeschwalben von der nahegelegenen Insel Motu Nui auf die Hauptinsel zu bringen und anhand dieser Trophäe ein Jahr lang einen heiligen Status zu erlangen.

"Der Hoa Hakananai’a überstand den Wechsel der religiösen Glaubenssysteme, in dem er in einer Steinhütte rückwärts aufgestellt und seine Rückseite mit neuen Petropglyphen verziert wurde, die Motive des Vogelmann-Kults darstellen", erläutern die Forscher. Aus diesem Grund gilt er vielen Wissenschaftlern als Zeuge dieses religiösen Übergangs.

Mit dem photogrammetrischen Aufnahmeverfahren, bei dem ein Objekt hundertfach aus den verschiedensten Blickrichtungen abgelichtet und anhand dieser Aufnahmen ein hochauflösendes, frei rotierbares 3D-Modell errechnet wird, und der "Reflectance Transformation Imaging" (RTI)-Methode, mit der eine virtuelle Lichtquelle um ein 3D-Modell bewegt und dieses so unter jedem gewünschten Lichteinfallswinkel betrachtet und analysiert werden kann, analysierten die Archäologen den Maoi im Londoner Museum sprichwörtlich in völlig neuem Licht.



Auf diese Weise gelangen den Forschern einige faszinierende Entdeckungen. "Die vielleicht bedeutendste ist die, dass einer der dargestellten Vogelschnäbel nicht - wie bislang angenommen - lang und spitz, sondern kurz und rund ist. Damit können die beiden dargestellten Vogelmenschen nun als Mann und Frau unterschieden werden. Aus dieser neuen Sicht ergibt sich eine völlig neue Komposition der überlieferten Hintergrundgeschichte des Vogelmann-Kults." Zudem sind sich die Forscher nun sicher, dass die Statue nicht - wie ebenfalls bislang gedacht - einst auf einer Plattform am Strand positioniert war, sondern ursprünglich im Erdreich auf einer hohen Klippe stand.

Zudem entdeckten die Forscher, dass zu jener Zeit, als die Statue zur Hälfte im Boden und in Lebensmittelresten begraben war, kleine Gravuren in Form weiblicher Genitalien, sogenannten Komari, in den Hinterkopf des Hoa Hakananai’a geritzt wurden. Zu einem noch späteren Datum wurde eine der Zentralszenen des Vogelmann-Kults hinzugefügt, in der ein männliches Küken sein Nest verlässt und dabei von seinen Vogelmenschen-Eltern beobachtet wird.

Von der Veröffentlichung der neuen Daten und Entdeckungen zum Hoa Hakananai’a erhoffen sich die Archäologen nun eine neuen Diskussion über die Bedeutung der Petroglyphen auf der Rückseite des Londoner Maois.

http://www.bbc.co.uk/ahistoryoftheworld/...ITza54IbC7uij6Q




Photogrammetrische Abbildung des Hoa Hakananai’a. | Copyright/Quelle: James Miles, britishmuseum.org


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#3

RE: Die Osterinsel:

in Mythologie & Weltgeschichte 28.10.2014 22:30
von Adamon • Nexar | 13.574 Beiträge

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#4

RE: Die Osterinsel:

in Mythologie & Weltgeschichte 22.04.2015 19:59
von Adamon • Nexar | 13.574 Beiträge

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Historische Aufnahme einiger Moai von 1880. | Copyright: gemeinfrei

Bremen (Deutschland) - Theorien darüber, wie und warum es zum Niedergang der Kultur der Osterinsel kam, sind ebenso zahlreich wie kontrovers. Bis heute zeugen kolossale Steinskulpturen, die sogenannten Moai, Felszeichnungen und eine einzigartige Schrift von einer hochentwickelten Kultur, die ihre letzten Geheimnisse noch nicht preisgegeben hat. Deutsche Wissenschaftler haben nun die vorhandenen Daten zusammengeführt und anhand dieser und darauf aufbauender mathematischer Modelle die bisherigen Theorien überprüft und konnten damit bislang noch offenen Fragen beantworten.

Wie die Forscher um Gunnar Brandt vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) aktuell im Fachjournal "Frontiers in Ecology and Evolution" (DOI: 10.3389/fevo.2015.00013) berichten, werde die Geschichte der Osterinsel wird oft als düstere Warnung vor unserer Zukunft angesehen, als Parabel für die Rücksichtslosigkeit des Menschen gegenüber seiner fragilen Umwelt. Hinzu schaffe das Fehlen schriftlicher Quellen und eine karge Datenlage Raum für Spekulationen. So ranken sich denn auch um den Untergang des Volkes der Rapa Nui hauptsächlich zwei sehr gegensätzliche Theorien, erläutert die ZMT-Pressemitteilung:

- Vertreter der sogenannten Ökozid-These stellen die Zerstörung der Lebensgrundlage in den Vordergrund. Auf der einst dicht mit Palmen bewachsenen Insel wurde der Wald intensiv abgeholzt, um Brenn- und Baumaterial zu gewinnen. Mit dem Wald verschwand die wichtigste Ressource der Insel. Diese ökologische Katastrophe soll schließlich auch zu einem dramatischen Rückgang der Bevölkerung geführt haben.

- Die Theorie des Genozids legt den Schwerpunkt dagegen auf den Kontakt mit europäischen Entdeckern im 18. Jahrhundert. Sie brachten Infektionskrankheiten wie Grippe, Pocken und Syphilis auf die Insel. Sklavenjäger verschleppten zudem tausende von Insulanern als Zwangsarbeiter zu den Guano-Minen in Peru. Die Population soll dadurch in sehr kurzer Zeit fast ausgerottet worden sein, so dass 1877 nur noch 36 Ureinwohner auf der Insel gezählt werden konnten.

"Wir fragten uns, ob die Rapa Nui diesen katastrophalen Entwicklungen tatsächlich so hilflos ausgeliefert waren", erläutert Agostino Merico, Koautor der Studie.

Die Forscher haben nun ein mathematisches Modell entwickelt und testeten verschiedene Theorien über den zeitlichen Verlauf der Abholzung und der Bevölkerungsentwicklung auf ihre Plausibilität. Das Modell stützt sich insbesondere auf Rückstände des verschwundenen Palmenwaldes, die mit der Radiokarbonmethode datiert wurden.

Als Ergebnis stellen die Autoren der Studie nun fest, dass sich der Niedergang der Rapa Nui wahrscheinlich sehr viel länger hingezogen hat als bisher angenommen. "Zwar ging die Zahl der Ureinwohner schon vor dem Eintreffen der Europäer zurück. Doch scheinen sie über lange Zeit in der Lage gewesen zu sein, sich an die Veränderungen in ihrer Umwelt anzupassen und ihre Ressourcen so zu bewirtschaften, dass ein abrupter Kollaps ausblieb. Die Ankunft der Europäer bedeutete schließlich eine zusätzliche, sehr dramatische Störung, der die bereits angeschlagene Inselbevölkerung nicht mehr trotzen konnte."

Die Forscher selbst bezeichnen ihre Studie abschließend als "großen Fortschritt in der Debatte um die Geschichte der Osterinsel, da sie die kontroversen Theorien anhand objektiver und quantitativer Daten bewertet. Sie zeigt, dass erst ein Zusammenspiel von Übernutzung natürlicher Ressourcen, Dezimierung durch Krankheiten und Versklavung den Niedergang der Rapa Nui zufriedenstellend erklären kann."


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RE: Die Osterinsel:

in Mythologie & Weltgeschichte 17.05.2015 19:49
von Adamon • Nexar | 13.574 Beiträge

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