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#31

RE: SETI:

in Astromagie & Sternsehung: 10.02.2024 03:34
von Adamon • Nexar | 15.954 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...ruefen20230719/

Neue Methode kann interstellare Herkunft von SETI-Signalen prüfen:


Symbolbild: Das Green Bank Radioteleskop in West Virginia, USA.
Copyright: JPL, Gemeinfrei

Berkeley (USA) – Immer dann, wenn Astronomen potenzielle intelligente Radiosignale aus dem All orten, stellt sich die Frage, ob die Radioemissionen tatsächlich aus dem All oder nicht auch von einer irdisch-technologischen Quelle wie Satelliten, Funksignalen oder gar einem nahen Mikrowellenherd stammen. Mit einer neuen Analysemethode können Astronomen und Astronominnen auf der Suche nach intelligenten Signalen nun prüfen, ob ein solches Signal tatsächlich aus dem fernen All stammt.
Auch wenn die Suche nach außerirdischer Intelligenz (Search for ExtraTerrestrial Intelligence, SETI) mittlerweile auch nach Lasersignalen oder anderen Formen sogenannter Technologie-Signaturen fahndet, so beruht ein Großteil dieser Suche noch immer auf der Suche nach Radiosignalen im Schmalbandbereich. Doch genau diese Form von SETI ist zugleich auch besonders anfällig dafür, Signale zu detektieren, die zunächst wie ein SETI-Signal erscheinen, tatsächlich aber unserer eigenen Technologie entspringen, sei es innerhalb oder auch außerhalb unserer Atmosphäre.

Wie das Team um Andrew Siemion, dem Hauptuntersucher der umfangreichsten SETI-Initiative “Breakthrough Listen” und zugleich Direktor des Berkeley SETI Research Center (BSRC) an University of California in Berkeley aktuell im Fachjournal “The Astrophysical Journal ” (DOI: 10.3847/1538-4357/acdee0) berichtet, haben sie einen Weg gefunden, potenzielle SETI-Signale daraufhin zu überprüfen, ob sie zuvor das interstellare Medium durchquert haben, bevor sie mit unseren irdischen Signalen detektiert wurden. Auf diese Weise kann nun sehr einfach überprüft werden, ob es irdischer oder außerirdischer bzw. interstellarer Herkunft ist – selbst wenn es sich nur um eine einmalige Detektion eines potenziellen SETI-Signals, wie das sogenannte „Wow!“-Signal von 1977 handelt.


Der Datenausdruck des Astronoms Jerry R. Ehman mit dessen handschriftlicher und für das Signal namensgebender „WOW“-Notiz vom 15. August 1977.
Copyright: Big Ear Radio Observatory and North American AstroPhysical Observatory (NAAPO)

Es war der 15. August 1977 als Radioastronomen am Big-Ear-Teleskop an der Ohio State University (s. Abb.) ein starkes Radiosignal aus dem all empfingen. Das Signal auf 1420 Megahertz war derart stark, dass der Astronom Jerry Ehman auf dem Ausdruck der Daten schriftlich den Hinweis „Wow!“ vermerkte (s. Abb. o.).


1420 Megahertz entspricht dabei der Wellenlänge von Wasserstoffatomen von 21 Zentimetern und damit genau jener Hauptfrequenz, die von Astronomen bei der Suche nach intelligenten außerirdischen Signalen (Search for Extraterrestrial Intelligence, SETI) bevorzugt absuchen, da es sich bei Wasserstoff um das im Universum am häufigsten vorkommende Element handelt, das Energie sowohl absorbiert und aussendet und diese Frequenz zudem erdähnliche Atmosphären am einfachsten durchdringen kann.

Trotz intensiver Bemühungen blieb seither die Suche nach wiederholten Signalen der gleichen Quelle ergebnislos. Während Analysen des Signals Satelliten und eine Reflektion von der Erdoberfläche ausschließen, hoben Kritiker einer irdischen Deutung schon immer hervor, dass die Intensität des Signals während der Beobachtungsdauer von 72 Sekunden anstieg und wieder abfiel. Diese 72 Sekunden entsprechen genau der Zeitspanne, über die das „Big Ear“ aufgrund seines Sichtfeldes und der Erdrotation ein Objekt verfolgen konnte. Das Signal scheint also tatsächlich aus dem Weltraum gekommen zu sein.

“Ich denke, dass es sich hierbei um einen der wichtigsten Fortschritte für Radio-SETI seit langer Zeit handelt”, kommentiert Siemion und führt dazu weiter aus: „Es ist das erste Mal, dass wir über eine Methode verfügen, mit der wir ein potenzielles SETI-Signal von einer Radiofrequenzinterferenz unterscheiden können. Das ist besonders angesichts von einmaligen Signalen, wie ‚Wow!‘ von Bedeutung, die kein zweites Mal auftauchen und somit auch nicht durch weiterführende Beobachtungen überprüft werden können.“

Tatsächlich sei es gut möglich, dass die erste Detektion eines außerirdischen Signals, die eines einmaligen Signals sei, so der SETI-Astronom weiter. „Wenn sich ein Signal einfach nicht wiederholt, gab es bislang nicht viel, was wir tun konnten, um es weiter zu analysieren. Somit blieb die wahrscheinlichste Erklärung zwangsläufig jene, dass es sich um eine irdische Interferenz handelte. Mit der neuen Methode können wir nun feststellen, ob ein Signal das interstellare Medium (ISM) durchquert hat, und das ist ein wirklich mächtiger Vorteil.“

Wie Bryan Brzycki, Imke de Pater und Siemion gemeinsam mit Kollegen und Kolleginnen von der Cornell University und dem SETI Institute in ihrem Fachartikel erläutern, basiert die beschriebene Szintillation-Methode, wie sie schon bald bei zukünftigen SETI-Beobachtungskampagnen mit dem Green Bank Telescope in West Virginia oder der südafrikanischen MeerKAT-Teleskopanalage zum Einsatz kommen soll, auf charakteristischen Merkmalen eines Signals, wie sie entstehen, wenn dieses das interstellare Medium durchquert hat.

Diese Eigenschaften werden hauptsächlich von freien Elektronen im kalten Plasma des interstellaren Mediums erzeugt und verursachen mit der Zeit ein Auf- und Abfallen der Signalamplitude – die sogenannte Szintillation, eine Art Funk-Funkeln. „Das liegt daran, dass die Signale vom kalten Plasma derart leicht gebrochen bzw. gebogen werden, dass, wenn die Radiowellen dann schlussendlich die Erde auf unterschiedlichen Wegen erreichen, diese Wellen sowohl positiv als auch negativ miteinander interferieren.“ Tatsächlich erzeugt auch unsere eigene Erdatmosphäre eine solche Szintillation oder ein Funkeln im optischen Lichtspektrum von fernen Sternen, das Sternenfunkeln. (Planeten, bei denen es sich nicht um Punk-Lichtquellen handelt, funkeln übrigens aufgrund ihrer relativen Nähe in der Regel nicht bzw. derart gering, dass es visuell kaum zu erkennen ist.)

Mithilfe eines Computeralgorithmus können die Astronomen nun die Szintillation von Schmalbandsignalen analysieren und binnen weniger als einer Minute erkennen, ob ein Signal das interstellare Medium durchquert hat oder auch nicht.

Zur Anwendung soll die neue Methode vor allem bei der Suche nach Signalen genutzt werden, deren Quelle mehr als 10.000 Lichtjahre von der Erde entfernt liegt, da ein potenzielles Signal dann ausreichend ISM durchquert hat, um die Szintillation in ausreichendem Maße detektieren zu können. „Signale, die aus potenziell geringeren Distanzen stammen, etwa von unserem nächsten Nachbarstern Proxima Centauri, würden diesen Effekt allerdings noch nicht aufweisen.“

Rechercherquelle: University of California – Berkeley
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#32

RE: SETI:

in Astromagie & Sternsehung: 10.02.2024 05:40
von Adamon • Nexar | 15.954 Beiträge

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Suche nach außerirdischer Intelligenz: Europäische LOFAR-Teleskope
beteiligen sich an SETI-Initiative:


Die LOFAR-Anlage nahe Birr Castle in Irland
Copyright: LOFAR

Dublin (Irland) – Während sich die traditionelle Suche nach außerirdischer Intelligenz (Search for ExtraTerrestrial intelligence, SETI) auf Frequenzbereich oberhalb von einem Gigahertz (etwa der sog. Wasserstofflinie bei 1,42 GHz) konzentriert, beteiligen sich nun auch die Teleskope der europäischen Low Frequency Array (LOFAR)an der Suche der SETI-Initiative „Breakthrough Listen“ und suchen erstmals auch nach Signalen in niedrigeren Frequenzbereichen.
Das sich über ganz Europa spannende LOFAR-Netzwerk von entsprechenden Radioantennen deckt zum einen den Frequenzbereich von 10 bis 90 MHz, an anderen Orten von 100 bis 250 MHz ab. Gemeinsam mit Breakthrough Listen haben LOFAR-Stationen in Irland und Schweden bereits 1,6 Millionen Sternensysteme nach potenziellen niedrigfreuqenten SETI-Signalen im Bereich von 110 bis 190 MHz abgesucht. Das Team um Owen Johnson und Professor Evan Keane vom Trinity College in Dublin und Kollegen vom schwedischen Onsala Space Observator hat die ersten die Ergebnisse aktuell im Fachjournal „The Astronomical Journal“ (DOI: 10.3847/1538-3881/acf9f5) veröffentlicht.

Bei ihrer Suche hoffen die Astronomen, Signallecks von leistungsstarken Sendeanlagen zu finden, die etwa für planetares Radar oder Kommunikation mit Raumschiffen genutzt werden.

Durch den Einsatz mehrerer LOFAR-Anlagen an verschiedenen Orten, war es den beteiligten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen möglich, schnell falsche Positive auszusortieren, wenn etwa ein vermeintlich anomales Signal nur von einer Antennenanlage, nicht aber auch an anderen Orten detektiert werden konnte. In einem solchen Fall handelt es sich dann um sogenannte lokale Interefferenz, also um ein technisches Signal aus einer lokalen irdischen Quelle und nicht um ein potenzielles künstliches Signal aus dem fernen All.

Wie die Forscherinnen und Forscher berichten, wurde bislang jedoch noch kein niedrigfrequentes Signal entdeckt, dessen Verschiebung mit der Rotation eines Exoplaneten übereinstimmen würde, auf dem sich eine entsprechende Sendeanlage befinden könnte.

Die beteiligten Astronomen und Astronominnen unterstreichen jedoch, dass die jetzt veröffentlichten Ergebnisse erst der Anfang ihrer Suche seien und in den kommenden Jahren zahlreiche Verbesserungen in Methode und Empfindlichkeit der Teleskope erreicht werden soll. So sollen in den kommenden Jahren weitere LOFAR-Anlagen an der SETI-Durchmusterung beteiligt und so auch der abzusuchende Frequenzbereich auf 15 bis 240 MHz ausgeweitet werden.

“Noch haben wir Milliarden von Sternensystemen vor uns und wir werden zusehends auch künstliche Intelligenz nutzen, um die gewaltigen Datenmengen auszuwerten.“

Recherchequelle: Trinity College Dublin
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#33

RE: SETI:

in Astromagie & Sternsehung: 10.02.2024 06:10
von Adamon • Nexar | 15.954 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...eginnt20240117/

COSMIC SETI: Mega-Suche nach außerirdischer Intelligenz beginnt:


Die Grafik zeigt die Positionen aller bisher von COSMIC anvisierten Sterne. Die Koordinaten jedes kleinen Punktes stellen einen Zielstern dar und die ausgefüllten Himmelsfelder markieren Regionen, die bereits im Rahmen des VLA Sky Survey kartiert wurden, die den Himmel mit einer Rate von 2000 Quellen pro Stunde untersuchte.
Copyright/Quelle: SETI Institute

Mountain View (USA) – In einem großen Gemeinschaftsprojekt haben sich das SETI Institute, die SETI-Initiative „Breakthrough Listen“ und das National Radio Astronomy Observatory (NRAO) der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF).
zu „COSMIC SETI“ („Commensal Open-Source Multimode Interferometer Cluster“ SETI) zusammengeschlossen, um die Suche nach außerirdischen Signalen und Technologiesignaturen massiv auszuweiten.

Die Idee hinter COSMIC ist es also, die gewaltige Radioteleskopanlage der Karl G. Jansky „Very Large Array“ (VLA) simultan während der sonstigen wissenschaftlichen Beobachtungen mit den 27 großen Radioteleskopen der Anlage für die Suche nach intelligenten Technologie-Signalen zu nutzen und die Daten direkt an die SETI-Astronomen und -Astronominnen zur Analyse zu übertragen.

Hintergrund
Die Karl G. Jansky Very Large Array (VLA) befindet sich der Ebene von San Agustin im US-Bundesstaat New Mexico. Die Anlage besteht aus insgesamt 27 Radioteleskopen mit einem Durchmesser von jeweils 25 Metern, die entlang dreier umgekehrt-Y-förmig angeordneter Gleise von je 21 km Länge platziert werden können. Auf diese Weise erreicht die Anlage eine kombinierte Kollektorfläche von 130 Metern. Die einzelnen Antennen können fortwährend das Radiospektrum im Frequenzbereich von 1 bis 50 GHz absuchen.


Einige Teleskope der „Karl G. Jansky Very Large Array“ (VLA).
Copyright: NRAO

Einzelne Schüsseln sind zudem in der Lage auch unterhalb von 1 GHz bis auf 54 MHz (also dem Frequenzbereich irdischer TV-Übertragungen) zu suchen. Wenn die Anlage im SETI-Betrieb online gehen wird, wird sie innerhalb von zwei Jahren rund 40 Millionen galaktische Systeme absuchen können. Auf diese Weise wird das bislang umfangreichste SETI-Beobachtungsprogramm der nördlichen Hemisphäre möglich sein. „Die COSMIC-Suche wird empfindlich genug sein, um Signale von Sendeanlagen von der Größe des Arecibo-Radioteleskops bis auf eine Entfernung von etwa 81 Lichtjahren im Frequenzbereich von 230 MHz bis 50 GHz orten zu können, erläutert die COSMIC-Projektwissenschaftlerin Cherry Ng vom SETI Institute. „Auf diese Weise decken wir auch Teile des Frequenzspektrums ab, innerhalb derer bislang noch nie nach intelligenten Signalen gesucht wurde.“

Während frühere SETI-Projekte jeweils nur wenige Tausend Sterne nach potenziell intelligenten Signalen absuchen konnten, wird COSMIC SETI zeitgleich hunderttausende ferne Sterne und Planetensystem im Frequenzbereich von 0,75 bis 50 Gigahertz abhören können. Auf diese Weise kann das Projekt zudem 80 Prozent des gesamten Himmels absuchen. Auch dies weitet die Möglichkeiten der Suche nach außerirdischer Intelligenz im Vergleich zu Vorgängerprojekten enorm aus.

„Das Ziel ist nichts Geringeres als die bislang größte Suchkampagne nach technologischen Signalen, innerhalb derer alleine in den ersten sechs Monaten mehr als kosmische 500.000 Quellen abgesucht werden sollen“, erklärt Chenoa Tremblay in einer Presseerklärung des SETI Institute zum Projektstart.

„Das COSMIC-System erweitert die wissenschaftlichen Fähigkeiten des VLA erheblich. Sein Hauptziel, außerirdische Technosignaturen zu entdecken, befasst sich mit einer der tiefgreifendsten wissenschaftlichen Fragen überhaupt“, kommentiert Dr. Paul Demorest vom National Radio Astronomy Observatory und führt dazu weiter aus: „Dieses Thema war mit dem VLA bisher nicht möglich. Durch den parallelen Betrieb mit Projekten wie der VLA Sky Survey wird COSMIC eine der größten SETI-Durchmusterungen aller Zeiten durchführen und gleichzeitig der VLA weiterhin ermöglichen, ihr übliches Programm anderer astronomischer Forschungen durchzuführen.“

Recherchequelle: SETI Institute
© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#34

RE: SETI:

in Astromagie & Sternsehung: 13.01.2025 06:11
von Adamon • Nexar | 15.954 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...ereich20240827/

SETI-Institut startet erste Suche nach außergalaktischen Super-Zivilisationen
im niedrigen Frequenzbereich:


Blick auf Antenneneinheiten der Murchison Widefield Array (WMA) in Westaustralien.
Copyright/Quelle: Marianne Annereau / www.mwatelescope.org
Mountain View (USA) – Bislang konzentrierte sich die Suche nach außerirdischen Intelligenzen und deren potenziellen technologischen Signalen auf unsere eigene Heimatgalaxie, die Milchstraße. Jetzt startete erstmals eine großangelegte Suche nach solchen Technosignaturen extragalaktischer Super-Zivilisationen in fernen Galaxien.

Wie die beteiligten Institute, das SETI-Institut, das Berkeley SETI Research Center und das International Centre for Radio Astronomy Research vorab via ArXiv.org berichten, bediene sich das Projekt derzeit der „Murchison Widefield Array“ (MWA), s. Abb.), einer Radioteleskopanlage in Westaustralien, um unter der Leitung von Dr. Chenoa Tremblay vom SETI-Institut und Prof. Steven Tingay von der Curtin University niedrigfrequente Radiosignale rund um 100 MHz in anderen, fernen Galaxien zu suchen.

Dabei ermöglicht das große Sichtfeld des MWA schon mit einer einzigen Beobachtung etwa 2.800 Galaxien zu erfassen, von denen die Entfernungen von 1.300 bekannt sind. „Während frühere SETI-Suchen sich meist auf unsere Galaxie beschränkten, öffnet dieser neue Ansatz das Fenster zu fernen Galaxien und möglichen Superzivilisationen, die über fortschrittliche Technologien verfügen könnten“, so die Pressemitteilung des SETI-Instituts.

Die „Murchison Widefield Array“ (WMA) ist eine Radioteleskopanöage, die aus 4.096 spinnenförmigen Antennen besteht und Signale aus dem Himmel im Frequenzbereich von 70 bis 300 MHz empfängt. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2013 hat das MWA mehrere Petabyte an Daten gesammelt, die über eine dedizierte Glasfaserverbindung und das nationale Breitbandnetz zum „Pawsey Supercomputing Research Centre“ in Perth gesendet werden. Von dort aus werden die Daten von Hunderten von Forschern weltweit über das All-Sky Virtual Observatory abgerufen und analysiert.


Luftbild der zweiten Bauphase des Murchison Widefield Array.
Copyright/Quelle: www.mwatelescope.org

Obwohl in einem ersten und nun im Fachartikel beschriebenen, durchgeführten Durchgang noch keine Technosignaturen entdeckt wurden, liefern die dabei gewonnenen Daten wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Durchmusterungen. „Diese Arbeit stellt einen bedeutenden Fortschritt in unseren Bemühungen dar, Signale von fortgeschrittenen außerirdischen Zivilisationen zu entdecken“, so die beteiligten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Die Ergebnisse betonen zugleich die Bedeutung der Erforschung unterschiedlicher Radiofrequenzen und den Einsatz innovativer Teleskope wie dem MWA.

„Diese Arbeit markiert einen wichtigen Schritt in der Suche nach Signalen von fortgeschrittenen außerirdischen Zivilisationen“, so Dr. Tremblay. Das Forschungsteam plant nun, in weiteren Himmelsdurchmusterungen mit noch leistungsfähigeren Teleskopen die Suche nach fernen Super-Zivilisationen fortzusetzen.

Recherchequelle: SETI Institute

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#35

RE: SETI:

in Astromagie & Sternsehung: 31.12.2025 05:37
von Adamon • Nexar | 15.954 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...en-seti-suchen/

Astronom findet unerklärliche Sternenlicht-Signale bei optischen SETI-Suchen:

Big Bear City (USA) – Während die klassische Suche nach außerirdischer Intelligenz (SETI) in der Regel nach künstliche Radiosignalen im All sucht, fahndet sogenanntes opticalSETI nach künstlichen Lichtimpulsen. Jetzt hat ein Astronom unter 1300 untersuchten Sternen ein Signal aus identischen Pulsen entdeckt, für das es keine natürliche Erklärung zu geben scheint.


Seltsame Pulse im Licht des Sterns „HD 89389“ am 14. Mai 2023: Der erste Puls erschien um 9:12:44 PDT, der zweite folgte 4,42 Sekunden später. Die Rohdaten wurden zeitlich ausgerichtet und vertikal verschoben, um eine Überlappung zu vermeiden. Die ursprüngliche BKD-Intensität wurde mit dem Faktor 7 multipliziert und anschließend vertikal verschoben, um die Sichtbarkeit zu verbessern.
Copyright: Stanton, Acta Astronautica 2025
Richard H. Stanton, vom Shay Meadow Observatory, war früher am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA tätig. Jahrelange hat er nach optischen SETI-Signalen im Licht von über 1300 sonnenähnlichen Sternen gesucht – eine Suche, die schließlich zu unerwarteten Ergebnissen geführt hat.

Wie Stanton aktuell vorab online und in der August-Ausgabe des Fachjournals „Acta Astronautica“ (DOI: 10.1016/j.actaastro.2025.04.044) berichten wird, handelt es sich bei diesem „Signal“ aus zwei Sekundenbruchteil-schnellen, identischen Pulsen, getrennt durch 4,4 Sekunden, im Licht des Sterns „HD 89389“. „In all diesen Untersuchungen wurde kein einzelner Puls gefunden, der auch nur annähernd diesen ähnelte“, schreibt Stanton und führt weiter dazu aus: „Eine genaue Analyse dieses Signals zeigte zudem, dass mehrere einzigartige Merkmale des ersten Pulses im zweiten fast exakt wiederholt werden.“

Der Stern „HD 89389“ ist ein gelbweißer Hauptreihenstern der Spektralklasse F9V im Sternbild Löwe, rund 101 Lichtjahre von der Erde entfernt. Mit einer scheinbaren Helligkeit von etwa 6,45 mag ist er mit bloßem Auge nicht sichtbar, jedoch leicht mit einem Teleskop zu beobachten.

Ein Vergleich dieses Signals mit falschen SETI-Lichtsignalen, wie sie etwa von Flugzeugen, Satelliten, Meteoren, Blitzen, atmosphärischem Szintillieren (Sternenfunkeln) und Systemrauschen (zu all diesen Optionen liefert Stantons Artikel anschauliche Vergleiche) verursacht werden können, hebt die Einzigartigkeit des „Signals“ noch hervor, statt es derart zu erklären.

Weiterhin berichtet der Astronom, dass er bei der erneuten Auswertung historischer Daten ein weiteres Paar ähnlicher Pulse in einer vier Jahre früheren Beobachtung des Sterns „HD 217014“ entdecken konnte.


Die Pulse im Licht von „HD217014“ am 30. September 2019. Die Zeitauflösung beträgt 1,8 ms, 3,5-mal schneller als in der Beobachtung zu „HD89389“ (siehe Titelabb.).
Copyright: Stanton, Acta Astronautica 2025
„Schon damals konnten diese Pulse nicht vollständig erklärt werden, wurde aber dann als ‚Vögel‘ abgetan. „Nachdem jedoch alle Pulse im Detail untersucht und gezeigt werden konnte, dass sie nicht durch Vögel verursacht worden sein konnten, müssen nun andere Theorien diskutiert werden, um ihre Herkunft zu erklären.“

Der Stern „HD 217014“, auch bekannt als 51 Pegasi oder unter dem offiziellen Namen Helvetios, ist ein sonnenähnlicher Stern im Sternbild Pegasus. Er ist gerade einmal 50,9 Lichtjahre vom Sonnensystem entfernt und wurde bekannt, weil er der erste Hauptreihenstern war, bei dem ein Exoplanet entdeckt wurde.

In seiner Studie diskutiert der Autor eingehender jene Theorie, die auf dem Effekt der Kantenbeugung basiert. Hierbei handelt es sich um ein physikalisches Phänomen, das auftritt, wenn Lichtwellen an einem scharfen Rand oder einer Kante eines Objekts vorbeiziehen – zum Beispiel an einem Asteroiden, Satelliten oder einem anderen Objekt, das sich zwischen einem Stern und dem beobachteten Teleskop bewegt. Sollte diese Theorie als Erklärung für die entdeckten Puls-Muster zutreffen, könnte diese Theorie zukünftige Beobachtungen ermöglichen, die Entfernung des verdunkelnden Objekts zu messen und mithilfe von Teleskopanlagens dessen Größe, Form und Geschwindigkeit zu bestimmen.

Abschließend fragt Stanton:

„Wie entstehen zwei nahezu identische Pulse, die durch ein relativ langes Intervall unbeeinträchtigten Sternenlichts getrennt sind? Die Tatsache, dass diese Pulse nur paarweise entdeckt wurden, muss zweifellos ein Hinweis auf ihren Ursprung sein. Wie können zwei beobachtete Ereignisse, die Jahre auseinanderliegen und scheinbar aus zufälligen Richtungen am Himmel stammen, sich so sehr ähneln? Selbst wenn die Beugungstheorie zutrifft, können diese Daten allein weder die Entfernung noch die Geschwindigkeit des verursachenden Objekts bestimmen. Es werden mehr und bessere Daten benötigt – etwa solche, wie sie durch Netzwerke bodengestützter Teleskope gesammelt werden könnten.“

Als einen ersten Ansatz, um die Beobachtungsdaten zu erklären, schlägt der Autor ein einfaches Modell vor, um die Pulse zu erklären: „Ein dünner, lichtundurchlässiger Ring, irgendwo im Sonnensystem, würde den Stern nacheinander verdecken, während er sich über das Gesichtsfeld bewegt. Würde so etwas tatsächlich gefunden, würde sich sofort die Frage stellen, woher es stammt und wie es Millionen Jahre Kollisionen mit anderen Objekten überstehen konnte.“


Ein Ring könnte die Pulse erklären.
Quelle: Stanton, Acta Astronautica 2025
Allerdings gibt der Astronom auch zu bedenken, dass „falls hingegen die gemessene Querbewegung (transversale Geschwindigkeit) größer ist als die notwendige Geschwindigkeit, um unser Sonnensystem zu verlassen, so würden sich ganz andere Fragen ergeben. Was auch immer entdeckt wird: Für jene, die vermuten, dass unsere beste Chance, Hinweise auf außerirdische Intelligenz zu finden, nur innerhalb unseres eigenen Sonnensystems liegt, gäbe es in der Tat einiges zu überdenken!“

Auch wenn die Beobachtung noch lange nicht als Beweis für einen künstlichen Ursprung des Phänomens gelten kann, so stellt die Entdeckung der unerklärlichen Lichtpulse dennoch einen bedeutenden Schritt bei der Suche nach außerirdischer Intelligenz dar: Sie zeigt, dass trotz jahrzehntelanger Forschung immer noch unerwartete Phänomene entdeckt werden können, die unser Verständnis des Universums herausfordern.

Recherchequelle: Acta Astronautica

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...-uap-forschung/

Jetzt unterzeichnen: Durham Declaration zu SETI und UAP-Forschung:

Durham (Großbritannien) – Bereits seit einigen Jahren engagiert sich der Jura-Professor Dr. Michael Bohlander an der Durham Law School für das Einbeziehen von humanen, irdischen Rechtsfragen im Zusammenhang mit der Suche nach außerirdischer Intelligenz (SETI) und für die wissenschaftliche Erforschung des UFO/UAP-Phänomens. Auf einer jüngsten Konferenz hat der Rechtswissenschaftler nun die „Durham Declaration zu SETI und UAP-Forschung“ vorgestellt, die von UFO-Interessierten weltweit unterzeichnet werden kann.


Screenshot der „Durham Declaration“
Copyright/Quelle: www.durham.ac.uk


Prof. Dr. Michael Bohlander.
Copyright: M. Bohlander

„Zweck unserer Erklärung ist es, die Forschung im Bereich SETI, aber vor allem hinsichtlich UAP, in den akademischen Mainstream zu bringen und das wissenschaftliche Stigma zurückzudrängen“, erläutert Michael Bohlander gegenüber GrenzWissenschaft-Aktuell.de (GreWi). „Das UAP-Thema hat zudem Echtzeit-Bedeutung, da Berichte oft innerhalb vergleichbar kurzer Zeit zu kursieren beginnen und Kontakte z. T. unmittelbare Besorgnis bezüglich der öffentlichen Ordnung verursachen können. SETI hingegen blickt mit seinem bisherigen Fokus auf Signale aus dem fernen Weltraum unweigerlich in die Vergangenheit, und das oft hunderte bis tausende Jahre.“

Im Folgenden finden Sie den Text der „Durham Declaration“ in einer vollständigen, unkommentierten Übersetzung:

Durham Declaration zu SETI und UAP-Forschung
Präambel
IN ANBETRACHT DESSEN, dass seit der Mitte des 20. Jahrhunderts die Suche nach außerirdischer Intelligenz nach Hinweisen im Weltraum sucht;

IN ANBETRACHT DESSEN, dass Menschen bereits seit viel längerer Zeit von Erfahrungen mit unbekannten Phänomenen auf der Erde berichten und dass in einer großen Zahl dieser Fälle unklar bleibt, ob es sich dabei um Phänomene nicht-menschlichen Ursprungs, unbekannte und unerklärte natürliche oder psychologische Ereignisse oder geheime menschliche Technologien handelt;

UNTER HERVORHEBUNG DER TATSACHE, dass jeglicher Nachweis nicht-menschlicher Intelligenz von existenzieller Bedeutung für die Menschheit insgesamt wäre und dass daraus ein entsprechendes Bedürfnis nach rigoroser und dauerhaft ernsthafter Forschung erwächst;
UNTERSTÜTZEN DIE UNTERZEICHNER die folgende Erklärung:

Artikel I
Die Suche nach außerirdischer Intelligenz (SETI) sowie die Forschung zu unidentifizierten anomalen Phänomenen (UAP) [SETI- und UAP-Forschung] sind legitime Felder akademischer Forschung. Dies schließt sowohl die Natur- als auch die Sozialwissenschaften sowie die Geistes- und Kulturwissenschaften ein: Beide Forschungsfelder können nicht ganzheitlich und erkenntnistheoretisch verstanden werden, solange diese Disziplinen nicht zusammenarbeiten und sich gegenseitig ergänzen.

Artikel II
SETI- und UAP-Forschung muss den höchsten Anforderungen an wissenschaftliche Strenge und methodische Transparenz entsprechen – gemäß den jeweils besten Praktiken in den oben genannten Disziplinen. Es darf keine Vorannahme geben, dass die Methoden einer dieser Disziplinen a priori den anderen überlegen seien.

Artikel III
SETI- und UAP-Forschung muss in den Mainstream der allgemeinen akademischen Forschung integriert werden. Zu diesem Zweck müssen alle verbleibenden Vorbehalte, die auf Bedenken hinsichtlich des Rufs oder ähnlichen Einwänden beruhen, überwunden werden – insbesondere im Hinblick auf die Kontrolle wissenschaftlicher Fachzeitschriften und anderer akademischer Publikationsplattformen.

Artikel IV
SETI- und UAP-Forschung soll unabhängig von den Agenden staatlicher oder quasi-staatlicher sowie privater Institutionen betrieben werden, und zwar sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.

Artikel V
SETI- und UAP-Forschung umfasst auch eine Form der Interessenvertretung, die darauf abzielt, die öffentliche Debatte über politische Maßnahmen im Sinne der Ziele der Artikel I bis IV zu beeinflussen.

- Die „Durham Declaration“ kann HIER gezeichnet werden. Bitte beachten: Durch das Ausfüllen dieses Formulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Name auf der Website der Durham University veröffentlicht wird, um Ihre Unterstützung dieser Erklärung zu zeigen:

https://www.durham.ac.uk/departments/academic/law/

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https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...ichen-planeten/

Neuer SETI-Ansatz fahndet nach Signalen auch von nicht erdähnlichen Planeten:

Brisbane (Australien) – Bislang standen vor allem Planetensysteme mit bekannten erdartigen oder potenziell erdähnlichen Planeten im Mittelpunkt gezielter Suchen nach künstlichen außerirdischen Signalen. Eine neue Methode erweitert diesen Ansatz nun deutlich und sucht nach Hinweisen auf technologische Aktivitäten unabhängig von Lebensbedingungen auf bekannten Exoplaneten.


Symbolbild: Transit eines Exoplanetensystems (Illu.).
Copyright: nrao.edu

Wie das Team um Rebecca Barrett von der University of Southern Queensland, im Rahmen des SETI-Initiative „Breakthrough Listen“ vorab via ArXiv.org berichtet, steht die Analyse sogenannter sekundärer Exoplanetenfinsternisse im Fokus der neuen Methode zur Suche nach außerirdischer Intelligenz (Search für ExtraTerrestrial Intelligence, SETI). Dabei handelt es sich um jene Momente, in denen ein Planet aus Sicht der Erde hinter seinem Zentralstern verschwindet. Hier suchte das Team gezielt danach, ob während solcher Finsternisse vorhandene Radiosignale abrupt verschwinden und nach dem Wiederauftauchen des Planeten erneut erscheinen. Ein derart klares Ein-Aus-Muster, synchronisiert mit einem exakt berechenbaren astronomischen Ereignis, wäre kaum natürlich erklärbar und würde als starker Hinweis auf eine künstliche Signalquelle gelten.

Der entscheidende Perspektivwechsel der Arbeit liegt darin, technologische Zivilisationen nicht an unsere (irdischen) Vorstellungen von klassischen habitablen Zonen zu binden. Diese lebensfreundliche Zone beschriebt jene Abstandsregion um einen Stern, innerhalb derer ein Planet diesen Stern umkreisen muss, damit aufgrund gemäßigter Temperaturen flüssiges Wasser – und damit die Grundlage des uns bekannten Lebens – auf der Planetenoberfläche existieren kann.

Nach Auffassung der Forschenden um Barett erfordert Technologie jedoch keine erdähnlichen Umweltbedingungen: „Funksender könnten sich ebenso gut auf Gasriesen, Monden, in Orbitstrukturen oder auf künstlichen Plattformen befinden.“ Entsprechend wurden die Zielobjekte nicht nach Temperatur, Wasser oder Gesteinsbeschaffenheit ausgewählt, sondern ausschließlich nach ihrer geometrischen Eignung für eine Beobachtung während einer sekundären Finsternis.

Für die Studie wurden Archivdaten des australischen Murriyang-Radioteleskops (ehemals Parkes) aus den Jahren 2018 bis 2022 ausgewertet. Das Teleskop erfasste mit einem Ultra-Breitbandempfänger Frequenzen zwischen 704 und 4032 Megahertz – ein Bereich, der in der SETI-Forschung als besonders relevant für interstellare Kommunikation gilt. Mithilfe von Daten des TESS-Weltraumteleskops identifizierte das Team 27 bestätigte oder potenzielle Exoplaneten, die während definierter Beobachtungsfenster von rund 30 Minuten eine sekundäre Finsternis durchliefen.

Die untersuchten Planetensysteme decken ein breites Spektrum ab: von heißen Gasriesen über kompakte Mehrfachsysteme bis hin zu Planeten um sehr unterschiedliche Sterntypen. Erdähnlichkeit spielte bei der Auswahl keine Rolle. Die Beobachtungen folgten einem standardisierten Muster, bei dem das Teleskop abwechselnd auf das Zielsystem und auf einen leicht versetzten Himmelsbereich gerichtet wurde. Dieses Vorgehen dient dazu, irdische Funkstörungen wie Satelliten, Flugverkehr oder Telekommunikationssignale zuverlässig zu identifizieren und auszuschließen.

Die Datenauswertung erfolgte mit der spezialisierten Software TURBOSETI, die gezielt nach schmalbandigen Radiosignalen sucht, wie sie für technische Sender typisch wären. Berücksichtigt wurden dabei auch Doppler-Verschiebungen, die durch die Relativbewegung zwischen Erde und möglichem Sender entstehen. Nach ersten automatischen Durchmusterungen konzentrierten sich die Forschenden schlussendlich auf 27 interessante Ziele, also verfinsternde Planeten. Keines der überprüften Signale erfüllte schließlich alle Kriterien für eine glaubwürdige Technosignatur. Insbesondere fand sich kein Signal, das ausschließlich während der Beobachtung des Zielsystems auftrat und zugleich mit dem erwarteten Verschwinden während der Finsternis übereinstimmte. Ein Nachweis außerirdischer Technologie blieb somit aus.

Dennoch werten die Forschenden das Ergebnis keineswegs als Misserfolg: Aus dem Nichtfund lassen sich erstmals statistische Obergrenzen für die Leistung hypothetischer außerirdischer Funksender während Exoplanetenfinsternissen ableiten. Berechnet wurde die minimale isotrope Sendeleistung, die ein Signal besitzen müsste, um von der Erde aus detektierbar zu sein. Diese Schwellen lagen – je nach Entfernung – zwischen etwa einem TW und 1000Terawatt (TW).

Zum Vergleich: Das inzwischen stillgelegte Arecibo-Radioteleskop, das leistungsstärkste je von Menschen gebaute planetare Radar, erreichte eine Maximalleistung von 20 TW. Nach den Berechnungen der Studie hätten über die Hälfte der untersuchten Exoplaneten Signale dieser Stärke erkennen lassen können, sofern dort vergleichbare Sender existierten.

Vor allem methodisch markiert die Arbeit einen wichtigen Schritt. Sie zeigt, dass finsternisbasierte SETI-Suchen mit vorhandenen Daten und Instrumenten realisierbar sind und einen eingebauten Verifikationsmechanismus besitzen. Künftige Studien könnten diesen Ansatz erweitern, etwa durch größere Frequenzbereiche, empfindlichere Detektionsschwellen oder das Stapeln mehrerer Beobachtungen.

Recherchequelle: ArXiv.org

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