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#31

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 12.01.2013 08:17
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

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Aktuelle Dreifarb-Ansichten des Asteroiden Apophis. | Copyright: ESA/Herschel/PACS/MACH-11/MPE/B.Altieri (ESAC) and C. Kiss (Konkoly Observatory)

Garching (Deutschland) - Mit dem ESA-Weltraumobservatorium "Herschel" haben Astronomen den Asteroiden "Apophis" ins Auge genommen, der sich an diesem Wochenende der Erde bis auf 14,5 Millionen Kilometer nähern wird und bei seiner Wiederkehr in den Jahren 2029 und 2036 lange Zeit als potentielle Gefahr für unseren Planeten galt. Obwohl die neuen Beobachtungen zeigen, dass Apophis noch größer ist als bislang vermutet und dieser Umstand auch die bislang berechnete Flugbahn des Asteroiden verändert, gehen Astrophysiker mittlerweile nicht mehr von einer Bedrohung für die Erde aus.

Nachdem der Asteroid mit der Katalogbezeichnung (99942, zuvor 2004 MN4) erst 2004 entdeckt worden war, schätzten Wissenschaftler lange Zeit das Risiko, dass Apophis 2029 die Erde treffen könnte, auf knapp drei Prozent. Anhand weiterer Beobachtungen konnte ein Treffer 2029 jedoch schnell ausgeschlossen werden.

Was blieb, war die Ungewissheit darüber, ob die Passage 2029 aufgrund der dichten Erdnähe von nur 36.000 Kilometern den Asteroiden derart vom Kurs abbringen könnte, dass er bei seiner Rückkehr 2036 die Erde treffen würde.

Um dann und schon jetzt jedoch möglichst exakte Vorhersagen machen zu können, ist es notwendig, so viele physikalische Eigenschaften des Asteroiden so genau wie möglich zu kennen, um diese bei Berechnungen und Vorhersagen berücksichtigen zu können.

Mit dem Weltraumteleskop "Herschel" haben Astronomen um Thomas Müller vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik und Laurence O'Rourke vom "MACH-11-Beobachtngsprogramm des "European Space Astronomy Centre" (ESAC) nun den sich der Erde nähernden Asteroiden erneut genauer untersuchen können. Dabei gelangen auch erstmals thermale Untersuchungen von Apophis in unterschiedlichen Wellenlängen. Gemeinsam mit den optischen Beobachtungen konnten die Forscher somit den bislang angenommenen Durchmesser des Asteroiden von 270 ± 60 Metern auf 325 ± 15 Meter präzisieren.

"Eine solcher, um 20 Prozent größerer Durchmesser beeinflusst nun auch unserer Schätzungen über die Masse des Asteroiden", erläutert Müller, der die neue Datenanalyse zu Apophis leitete.

Auch die Albedo, also der Reflexionsgrad, des Asteroiden konnte anhand der gemessenen abgegebenen Hitze auf 0,23 bestimmt werden. Frühere Schätzungen gingen von 0,33 aus. Dieser Wert - so erläutert die Pressemitteilung der europäischen Weltraumagentur ESA - bedeutet, das 23 Prozent des Sonnenlichts, das auf den Asteroiden fällt, von diesem auf wieder reflektiert wird. Der Rest des Lichts wird absorbiert und erhitzt so den Asteroiden.


Neues Temperaturmodell des Asteroiden Apophis. | Copyright: ESA/Herschel/MACH-11/T.Müller MPE (Germany)

Es sind genau diese thermalen Eigenschaften des Asteroiden, die Hinweise auf sein zukünftiges Verhalten und damit auch auf möglich Kursbeeinflussungen und -veränderungen ermöglichen, wenn der Asteroid zusehends von der Sonne erhitzt wird und sich aufgrund der Rotation des Körpers Erwärmungs- und Abkühlungszyklen jedoch lokal abwechseln.

Anhand der derzeitigen Berechnungen und Schätzungen der Wissenschaftler ist allerdings schon jetzt auch die Chance, dass Apophis 2036 die Erde treffen wird, sehr gering. NASA-Astronomen, die Apophis bei seiner derzeitigen Erdannäherung mit dem Goldstone Radioteleskop in Kalifornien untersucht haben, sind sich sogar sicher, dass überhaupt keine der möglichen physikalischen Veränderungen Apophis 2029 auf eine Kollisionsbahn im Jahre 2036 bringen kann. Der Asteroid werde dann die Erde erneut um mindestens 14 Millionen Kilometer verfehlen. Noch bis zum 17. Januar wird der Asteroid mit Radioteleskopen genauestens beobachtet, um die bisherige Entwarnung bestätigen zu können.


. - Was Du aufdeckst, - offenbart sich . -

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- denn es ist ein Zusatz, - dieses Eine nicht". -

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#32

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 24.02.2013 10:43
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

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Erste Aufnahmeserie des Asteroiden "2012 DA14" bei seiner Erdpassage am 15. Februar 2012. | Coypright: NASA/JPL-Caltech

Pasadena (USA) - Mit der 70-Meter-Antenne des Deep Space Network im kalifornischen Goldstone haben NASA-Astronomen erste Radarbilder des Asteroiden "2012 DA14" aufgenommen, als dieser am vergangenen Freitag die Erde in nur in nur 27.700 Kilometern Höhe passierte

Die erste Aufnahmesequenz aus insgesamt 72 Einzelbildern entstand in der Nacht auf den 16. Februar 2013, als sich der Asteroid bereits wieder von der Erde wegbewegte. Die Aufnahmen zeigen den kosmischen Brocken mit einer Auflösung von vier Metern pro Pixel. Auf den Aufnahmen wird auch die Rotationsbewegung des Körpers deutlich.


Eine von der GreWi-Redaktion bearbeitete Version der Goldstone-Rohdaten verdeutlicht die Form und Rotation des Asteroiden. | Copyright/Quelle: NASA/grewi.de

Insgesamt deckt die Bilderserie eine Zeitspanne von knapp acht Stunden ab und zeigt dabei die deutlich längliche Form und Rotation des etwa 45 Metern durchmessenden und etwa 130.000 Tonnen schweren Asteroiden.

Experten schätzen, dass es rund 500.000 erdnahe Asteroiden von der Größe von "2012 DA14" gibt. Bislang wurden jedoch erst weniger als ein Prozent davon entdeckt." Alle 40 Jahre, so eine weitere Schätzung der NASA-Wissenschaftler, kommt ein solcher Brocken der Erde ähnlich nahe wie am kommenden Freitag. Einmal alle 1.200 Jahre komme es statistisch betrachtet zu einer Kollision mit der Erde.


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#33

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 04.09.2013 20:19
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

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Potentielle Erdbedroher im Gruppenbild mit den Umlaufbahnen von Merkur, Venus und Mars und Jupiter. (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Version zu gelangen.) | Copyright: NASA, JPL-Caltech

Pasadena (USA) - In einer neuen Grafik haben Forscher des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA die Umlaufbahnen von mehr als 1.400 erdnahen, über 140 Meter durchmessenden und damit potentiell für die Erde bedrohlichen Asteroiden abgebildet. Zumindest innerhalb der kommenden 100 Jahre stellt jedoch keiner der darauf abgebildeten kosmischen Brocken eine Bedrohung für die Erde dar. Das Risiko eines Treffers noch innerhalb dieses Zeitraums - heute, morgen oder erst in 50 Jahren - ist dadurch jedoch nicht ausgeschlossen. Schließlich sind noch viele dieser potentiellen "Killer-Asteroiden" noch gar nicht entdeckt.

Bei sogenannten Potentially Hazardous Asteroids (PHAs) handelt es sich um entsprechend große Asteroiden, die die Erde innerhalb der kommenden 100 Jahre in einem Abstand von weniger am 7.5 Millionen Kilometern, also der rund 30-fachen Entfernung zwischen Erde und Mond, passieren werden.

Selbst die auf der Abbildung dargestellten Asteroiden könnten der Erde mittelfristig in die Quere kommen, da die Umlaufbahnen von Asteroiden nicht mehr als 100 Jahre im Voraus mit der notwendigen Exaktheit vorherberechnet werden können.

Experten schätzen, dass es rund 500.000 PHAs gibt. Bislang wurden jedoch erst weniger als ein Prozent davon entdeckt (...wir berichteten). Alle 40 Jahre, so eine weitere Schätzung der NASA-Wissenschaftler, kommt ein solcher Brocken der Erde ähnlich nahe wie am kommenden Freitag. Einmal alle 1.200 Jahre komme es statistisch betrachtet zu einer Kollision mit der Erde.


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#34

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 24.11.2013 05:12
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

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Hubble-Aufnahmen des Asteroiden "P/2013 P5". | Copyright: NASA, ESA, D. Jewitt (University of California, Los Angeles), J. Agarwal (Max Planck Institute for Solar System Research), H. Weaver (Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory), M. Mutchler (STScI), and S. Larson (University of Arizona)

Los Angeles (USA) - Im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter haben Astronomen mit dem Weltraumteleskop Hubble einen "bizarren, sechsschweifigen Asteroiden" fotografiert. Obwohl sich das bislang einzigartige Objekt auf einen asteroiden-artigen Bahn bewegt, widerspricht sein Erscheinungsbild und Verhalten allem, was bislang von Asteroiden bekannt war.

Normale Asteroiden erscheinen nur als keine Lichtpunkte am Himmel. Dieser Asteroid mit der Bezeichnung "P/2013 P5" jedoch hat gleich kometenartige Schweife, die von ihm abstrahlen. Entdeckt wurde er bereits im August dieses Jahres mit dem Pan-STARRS 1 Telescope auf Hawaii. Die mehren Schweife wurden dann erst durch Beobachtungen mit dem Weltraumteleskop Hubble am 10. September 2013 entdeckt. Als Hubble dann am 23. September den Asteroiden erneut ins Visier nahm, hatte dieser sein Aussehen wieder gänzlich verändert (s. Abb.), ganz so "als hätte sich seine gesamte Struktur umgekehrt", so die Astronomen.

Da noch nie zuvor etwas vergleichbares beobachtet werden konnte, grübeln Wissenschaftler derzeit noch über Erklärungen für das "mysteriöse Erscheinen" des Objekts, so die gemeinsame Hubble-Pressemitteilung von NASA und ESA.


Pfeile verdeutlichen die Sechs Schweifstrukturen des ungewöhnlichen Asteroiden. | Copyright: NASA, ESA, D. Jewitt (University of California, Los Angeles), J. Agarwal (Max Planck Institute for Solar System Research), H. Weaver (Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory), M. Mutchler (STScI), and S. Larson (University of Arizona)

"Wir waren buchstäblich sprachlos als wir das sahen", erinnert sich David Jewitt von der University of California at Los Angeles, der Erstautor eines Fachartikels zu "P5", der aktuell in der Fachzeitschrift "The Astrophysical Journal Letters" veröffentlicht wurde (DOI: "Am erstaunlichsten war, dass sich die Struktur seiner Schweife in nur 13 Tagen dramatisch verändert hatte. Es hat fast den Anschein, als ob der Asteroid aufstoßen würde. Auch das war für uns eine Überraschung. Es ist wirklich nur schwer zu glauben, das wir es hier mit einem Asteroiden zu tun haben."

Einen Einschlag als Erklärung für das merkwürdige Aussehen und Verhalten schließen die Forscher derweil aus, da bei einem solchen Treffer sämtlicher Staub und Trümmer auf einmal ins All geschleudert worden wären. "P5" hingegen gibt seinen Staub über einen Zeitraum von mittlerweile mindestens fünf Monaten sporadisch ins All. Auch die Anzahl der Schweife spreche gegen Einschläge als Erklärung – schließlich seien Sechs Einschläge innerhalb kurzer Zeit doch eher unwahrscheinlich. Da sich das Objekt am inneren Rand des Asteroidengürtels bewegt und damit für einen Asteroiden in großer Sonnennähe, dürfte auch kein Eis mehr existieren, um die Schweife durch die Sublimation von Eis zu erklären.

Eine weitere Erklärung für das ungewöhnliche Erscheinungsbild des Objekts wäre die, dass sich seine Rotationsrate derart beschleunigt, dass Teile seiner Oberfläche nun fortgeschleudert werden, wobei sich immer wieder Staub und Gase eruptionsartig lösen.

Handelt es sich also vielleicht doch um einen Kometen im Asteroidengürtel? Oder ein Asteroid, der Gas und Staub spuckt? Die genaue Zuordnung dieser astronomischen Zwitter, von denen bisher kaum mehr als zehn bekannt sind, fällt bis heute schwer. Auch sprachlich wird die Verwirrung deutlich: Forscher sprechen von aktiven Asteroiden oder Hauptgürtel-Kometen.

"Vieles spricht dafür, dass die sogenannten aktiven Asteroiden keine einheitliche Gruppe bilden“, sagt Jessica Agarwal vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau. Von der Oberfläche einiger Vertreter sublimiere vermutlich Eis (geht also sofort vom festen in den gasförmigen Zustand über). Dieses Eis stammt wahrscheinlich aus dem tiefen Innern der Körper und werde möglicherweise durch heftige Einschläge freigelegt. Bei anderen aktiven Asteroiden haben Zusammenstöße Fontänen aus Staub erzeugt, die noch monatelang als Schweif sichtbar waren. „Bei den meisten dieser Körper ist jedoch der Ursprung des Schweifes völlig unklar“, so Agarwal.


Grafische Interpretation von "P/2013 P5" (Illu.). | Copyright: NASA, ESA, and A. Feild (STScI)

Mit Computersimulationen gelang es Agarwals Team nun, genau diese Veränderung zu rekonstruieren. Dafür berechneten die Wissenschaftler die Bahnen vieler hypothetischer Staubteilchen verschiedener Größe und verschiedenen Alters und verglichen deren Positionen mit denen der beobachteten Schweife. Einzige Annahme war, dass allein Strahlungsdruck und Gravitation der Sonne die Bewegung der Teilchen beeinflussen.

"Unsere Rechnung und die tatsächlichen Beobachtungen stimmen sehr gut überein", bilanziert Agarwal, die die Rechnungen durchführte. "Besonders ermutigend ist, dass wir die zeitliche Entwicklung zwischen den beiden Beobachtungstagen gut wiedergeben können."

Offenbar entstand jeder der sechs Schweife zu einem anderen Zeitpunkt, der jüngste nur wenige Tage vor den Hubble-Aufnahmen. Er konnte in den folgenden Tagen deshalb an Helligkeit zulegen, während alle anderen - je nach Größe ihrer Staubteilchen - nach und nach schwanden.

Bislang hat der Asteroid erst einen kleinen Teil seiner Hauptmasse in Form von Staub verloren - die Forscher vermuten 100 bis 1000 Tonnen. Mit einem Radius von 240 Metern ist das Objekt jedoch um das Tausendfache schwerer.

Weitere Beobachtungen sollen nun zeigen, ob Staub auch von der Äquatorebene des Asteroiden dessen Oberfläche verlässt. Dies wäre ein deutlicher Beleg für das bereits beschriebene Auseinanderbrechen des Körpers durch Rotationskräfte. Hierzu wollen die Astronomen nun auch die Umdrehungsrate messen.

Jewitt selbst vermutet, dass ein solches Auseinanderbrechen ein vergleichsweise häufiges Phänomen im Asteroidengürtel sein könnte. Es könnte sogar die gängigste Art und Weise sein, wie kleine Asteroiden "sterben". "In der Astronomie findet man meist dort, wo man ein Exemplar findet auch noch weitere. Dennoch handelt es sich bislang bei P5 um ein wirklich erstaunliches Objekt, das in dieser Form erstmals beobachtet werden konnte."

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: spacetelescope.org, mpg.de


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#35

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 11.02.2014 20:25
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

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Eine schematische Darstellung des erdnussförmigen Asteroiden Itokawa und seiner unterschiedlichen Materialdichten. | Copyright: ESO/JAXA

Kent (England) - Mit dem New Technology Telescope (NTT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) haben Astronomen erstmals Hinweise darauf gefunden, dass Asteroiden sehr vielfältige innere Strukturen besitzen können. Wie sich anhand präziser Messungen zeigt, weisen verschiedene Bereiche des Asteroiden Itokawa unterschiedliche Materialdichten auf. Die Analyse dessen, was sich unter der Oberfläche von Asteroiden verbirgt, lüftet nicht nur das Geheimnis über die Entstehung dieser Objekte, sondern liefert auch Einblicke in die Kollisionsprozesse zweier Körper im Sonnensystem und Hinweise darauf, wie Planeten entstehen könnten.

Wie Stephen Lowry von der University of Kent in Großbritannien und Kollegen aktuell im Fachjournal "Astronomy & Astrophysics" (DOI: 10.1051/0004-6361/201322602) berichten, haben sie die Geschwindigkeit, mit der der erdnahe Asteroid (25143) Itokawa rotiert, und die Änderung seiner Rotationsperiode mit der Zeit so genau wie nie zuvor vermessen und diese empfindlichen Messungen mit neuen theoretischen Arbeiten über die Wärmeabstrahlung von Asteroiden kombiniert.

In dem kleinen Asteroiden Itokawa sehen die Forscher ein "faszinierendes Objekt", das eine seltsame erdnussförmige Gestalt besitzt. Im Jahr 2005 wurde er von der japanischen Raumsonde "Hayabusa" im Detail studiert. Um die innere Struktur des Asteroiden zu untersuchen, nutzte Lowrys Gruppe unter anderem Aufnahmen aus den Jahren 2001 bis 2013 vom New Technology Telescope der ESO am La Silla-Observatorium in Chile. Gemessen wurden die Helligkeitsschwankungen während seiner Rotation. Daraus konnten die Wissenschaftler dann seine Rotationsperiode sehr genau bestimmen und anschließend berechnen, wie sie sich mit der Zeit ändert. In Kombination mit dem Wissen über seine Form war es dann möglich, das Innere des Objekts zu untersuchen - was die Komplexität in seinem Kern zum ersten Mal zu Tage förderte.


Nahansichten des Asteroiden Itokawa. | Copyright: JAXA

"Zum ersten Mal ist uns gelungen herauszufinden, was sich im Inneren eines Asteroiden befindet", erklärt Lowry. "Wir können sehen, dass Itokawa sehr verschiedenartige Strukturen aufweist - dieser Fund ist ein bedeutender Schritt nach Vorne für unser Verständnis von Gesteinskörpern im Sonnensystem."

Die Rotation eines Asteroiden und anderer Himmelskörper im Sonnensystem kann von der Sonneneinstrahlung beeinflusst werden. Dieses Phänomen, das man als Yarkovsky-O’Keefe-Radzievskii-Paddack-Effekt (YORP-Effekt) bezeichnet, wird sichtbar, wenn das einfallende Sonnenlicht in Form von Wärme wieder von der Oberfläche des Objekts abgestrahlt wird. Wenn die Form des Asteroiden sehr irregulär ist und die Wärme somit nicht gleichmäßig abgestrahlt wird, setzt ein winziges, aber fortwährendes Drehmoment am Körper an und ändert so seine Rotationsrate.

Lowrys Gruppe hat gemessen, dass der YORP-Effekt langsam die Rotationsrate von Itakawa beschleunigt. Diese Änderung der Rotationsperiode ist winzig und beträgt gerade einmal 0,045 Sekunden pro Jahr. Das wiederum weicht aber stark von den Erwartungen ab und kann nur unter der Annahme erklärt werden, dass die zwei Teile des erdnussförmigen Asteroiden unterschiedliche Dichten besitzen.

"Zum ersten Mal haben Astronomen damit Hinweise auf eine verschiedenartige innere Struktur von Asteroiden gefunden", erläutert die ESO-Pressemitteilung. Bisher konnte man nur über grobe Messungen der Gesamtdichte auf die inneren Eigenschaften von Asteroiden schließen. Dieser seltene Einblick in das facettenreiche Innere von Itokawa hat zu vielerlei Spekulationen über seine Entstehung geführt. Eine Möglichkeit wäre, dass er aus zwei Komponenten eines Doppelasteroiden entstanden ist, die kollidierten und miteinander verschmolzen sind.

"Der Befund, dass Asteroiden in ihrem Inneren nicht homogen sind, hat weitreichende Auswirkungen, insbesondere auf Modelle von Binärsystemen von Asteroiden. Außerdem könnte es dabei helfen, die Gefahren von Asteroideneinschlägen auf der Erde zu verringern oder bei Plänen für künftige Missionen zu diesen Gesteinskörpern", fügt Lowry abschließend hinzu.

Die Möglichkeit den inneren Aufbau von Asteroiden zu untersuchen sei ein großer Schritt nach vorne und könnte dabei helfen, viele Geheimnisse dieser seltsamen Objekte aufzudecken.

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: ESO


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#36

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 25.02.2014 04:33
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

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Symbolbild: Künstlerische Darstellung eines großen Asteroiden (Illu.). | Copyright: Mark A. Garlick, University of Warwick and University of Cambridge

Washington (USA) - Obwohl er die Erde in der Nacht auf den 18. Februar 2014 in einem sicheren Abstand passieren sollte, fand die erwartete dichteste Erdannäherung und -passage des bis zu 300 Meter großen Asteroiden "2000 EM26" wohl aufgrund des Jahrestags des Tscheljabinsk-Meteors ein vergleichsweise großes und internationales Medieninteresse. Dann jedoch die Überraschung: Der vor 14 Jahren entdeckte und vorherberechnete gewaltige kosmische Brocken war und bleibt verschwunden.

Eigentlich sollte der Vorbeiflug des Asteroiden in rund 2,1 Millionen Kilometern Entfernung (und damit der rund 9-fachen Distanz zwischen Erde und Mond) vom automatisierten Slooh-Observatorium verfolgt und live online übertragen werden. Doch der gewaltige Brocken tauchte einfach nicht an den zuvor vorherberechneten Positionen auf.

Seither rätseln Astronomen darüber was mit dem mittlerweile auf den Spitznamen "Mobby Dick" getauften Asteroiden passiert sein könnte. Die von vielen Astronomen favorisierte Erklärung ist die, dass die Entfernung und damit auch die Flugbahn des kosmischen Brockens schlicht und einfach falsch berechnet worden sein könnte.

"Zuletzt beobachtet wurde der Asteroid vor 14 Jahren und damals nur 9 Tage lang. Da ist es nicht all zu erstaunlich, dass sich im Laufe der Zeit bis heute Ungenauigkeiten in der Berechnung seiner Flugbahn eingeschlichen haben, erläutert "UniverseToday.com".

Andere Astronomen vermuten, dass die angenommene Helligkeit des Asteroiden in Wirklichkeit sehr viel geringer sein könnte, als die vorhergesagte Magnitude von 15,4. Die Slooh-Betreiber haben nun auch Amateur-Astronomen weltweit um Hilfe bei der Suche nach dem verschwundenen Asteroiden gebeten.



Tatsächlich weist aber schon die Entdeckungs- und Verfolgungsgeschichte von "2000 EM26" einige bis heute unbeantwortete Frage auf: "Erstmals entdeckt wurde das Objekt im Jahre 2000. Damals wurde es 9 Tage lang 32 Mal geortet und dann gab es nichts mehr", erläuterte der Astronom Paul Cox noch während der Live-Übertragung in der erhofften Beobachtungsnacht (s.Video). "Danach sollte das Objekt eigentlich der Erde mehrmals vergleichsweise nahe kommen: 2002, 2003, 2006, 2009, 2011 und 2012. Doch niemandem ist es gelungen, den Asteroiden wieder zu finden. Man konnte es einfach nicht mehr finden." Zugleich unterstreicht Cox aber auch, dass es sich bei "2000 EM26" nicht um irgendeinen kleinen Asteroiden handele. "Wir reden hier nicht über einen kleinen klumpen Weltraumgestein. Aufgrund seiner Größe und seiner wiederkehrenden Nähe zur Erde wurde er immerhin als ein für die Erde potentiell gefährlicher Asteroid eingestuft."

Bis zum Redaktionsschluss dieser Meldung, lagen noch keine neuen Erkenntnisse über die Natur und den Verbleib von "2000 ME26" vor. Wir werden erneut berichten, wenn neue Informationen zu diesem Objekt vorliegen...

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: universetoday.com, slooh.com


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#37

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 13.04.2014 06:53
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Künstlerische Darstellung der beiden Ringe um den Asteroiden Chariklo (Illu.). |
Copyright: Calçada/Nick Risinger (skysurvey.org)

Rio de Janeiro (Brasilien) - Anhand von Beobachtungen von verschiedenen Standpunkten in Südamerika aus, unter anderem am La Silla-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (ESO), hat ein internationales Astronomenteam selbst zur eigenen Überraschung erstmals ein saturnartiges Ringsystem um einen Asteroiden entdeckt. Der Asteroid Chariklo ist das bei weitem kleinste Objekt mit Ringen, das bisher gefunden wurde und nur das fünfte Objekt in unserem Sonnensystem - nach den viel größeren Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun – mit einem solchen Merkmal.

Wie die Astronomen um Felipe Braga-Ribas vom Observatório Nacional/MCTI aktuell im Fachjournal "Nature" berichten, sei allerdings der Ursprung der Ringe immer noch ein Rätsel. Die Ringe könnten allerdings die Folge einer Kollision sein, durch die eine Trümmerscheibe entstanden ist.

Bekannt sind derartige Ringsysteme bislang eigentlich nur von Planeten. Die Ringe des Saturn gehören hierbei sicherlich zu den eindrucksvollsten Anblicken am Nachthimmel. Weitere weniger hervorstechende Ringe wurden auch um die anderen Gasplaneten gefunden. Trotz vieler sorgfältig durchgeführter Suchkampagnen wurden im Sonnensystem keine Ringe um kleinere Objekte im Umlauf um die Sonne gefunden.

Neue Beobachtungen des fernen Asteroiden bzw. Kleinplaneten (10199) Chariklo während dessen Passage vor einen Stern haben gezeigt, dass jedoch auch dieses Objekt ebenfalls von zwei feinen Ringen umgeben ist.

"Wir haben nicht nach einem Ring gesucht und haben nicht einmal gedacht, dass so kleine Himmelskörper wie Chariklo welche besitzen könnten. Somit war ihre Entdeckung - und die verblüffende Menge an Details, die wir im Ringsystem sehen – eine vollkommene Überraschung!" erläutert Felipe Braga-Ribas.

Chariklo selbst, so erläutert die ESO-Pressemitteilung, ist das größte Mitglied einer Klasse von Objekten, die Zentauren genannt werden. "Er kreist zwischen Saturn und Uranus im äußeren Sonnensystem. Vorhersagen hatten gezeigt, dass er von Südamerika aus gesehen am 3. Juni 2013 den Stern UCAC4 248-108672 passieren würde. Mit sieben Teleskopen, einschließlich des dänischen 1,54-Meter-Teleskops und des TRAPPIST-Teleskops am La-Silla-Observatorium des ESO in Chile, konnten Astronomen den Stern für einige wenige Sekunden scheinbar verschwinden sehen, als dessen Licht von Chariklo abgeschattet wurde - eine Sternbedeckung also."

Bei dieser Beobachtung, fanden die Astronomen nun jedoch viel mehr als sie sich erhofft hatten: "Einige Sekunden vor und noch einmal einige Sekunden nach der Hauptbedeckung gab es zwei weitere sehr kurze Abstufungen in der scheinbaren Helligkeit des Sterns. Irgendetwas um Chariklo herum hatte das Licht abgedunkelt! Über den Vergleich dessen, was an verschiedenen Orten beobachtet wurde, konnte das Team nicht nur die Form und Größe des Objekts selbst, sondern auch die Struktur, Breite und Ausrichtung sowie weitere Eigenschaften der neu entdeckten Ringe rekonstruieren."

Dabei hat das Team festgestellt, dass das Ringsystem aus zwei scharf abgegrenzten Ringen von nur sieben und drei Kilometern Breite besteht, zwischen denen eine Lücke von neun Kilometern liegt - und das um ein kleines Objekt von nur 250 Kilometern Durchmesser auf einer Umlaufbahn, die hinter der des Saturn liegt.

"Es hat mich sehr erstaunt zu sehen, dass wir nicht nur in der Lage sind ein Ringsystem zu detektieren, sondern sogar genau bestimmen können, dass es aus zwei deutlich voneinander getrennten Ringen besteht", fügt Uffe Gråe Jørgensen vom Niels-Bohr-Institut der Universität Kopenhagen in Dänemark hinzu. "Ich versuche mir vorzustellen, wie es wäre auf der Oberfläche dieses vereisten Objekts zu stehen - klein genug, dass ein schneller Sportwagen die Fluchtgeschwindigkeit erreichen könnte, um in den Weltraum hinauszufahren - und auf ein 20 Kilometer breites Ringsystem zu blicken, dass 1000 Mal näher ist als der Mond."


Künstlerische Gesamtansicht des Chariklo-Systems (Illu.). | Copyright: Calçada/Nick Risinger (skysurvey.org)

Obwohl viele Fragen unbeantwortet bleiben, glauben die Astronomen, dass diese Art von Ringen wahrscheinlich aus den zurückbleibenden Trümmern einer Kollision entsteht, die wohl durch kleine Monde in zwei enge Ringe eingeschlossen worden sind.

"Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass Chariklo nicht nur die Ringe sondern auch mindestens einen kleinen Mond besitzt, der auf seine Entdeckung wartet", fügt Felipe Braga Ribas hinzu.

Die Ringe könnten ein Phänomen sein, das selbst wiederum später zu der Ausbildung eines kleinen Mondes führen könnte. Solch eine Abfolge von Ereignissen auf viel größeren Skalen könnte sowohl die Geburt unseres eigenen Mondes in den frühen Tagen des Sonnensystems als auch den Ursprung vieler anderer Trabanten um Planeten und Asteroiden erklären.

Die Hauptverantwortlichen des Projektes gaben den Ringen provisorisch die Spitznamen zweier Flüsse an der nördlichen und südlichen Spitze Brasiliens gegeben: Oiapoque und Chuí.

grenzwissenschaft-aktuell.de
Quelle: ESO


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zuletzt bearbeitet 15.12.2014 12:33 | nach oben springen
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#38

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 13.04.2014 06:56
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

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Ein gerade einmal bis zu 50 Meter durchmessender metallischer Asteroid,
schlug vor rund 50.000 Jahren den 1, 2 Kilometer großen Barringer-Krater in Arizona.
| Copyright: Alan Fitzsimmons

Köln (Deutschland) - Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) haben Tausende von Datensätzen des NASA-Weltraumteleskops WISE (Wide-field Infrared Survey Explorer) ausgewertet und sind dabei metallischen Asteroiden auf die Spur gekommen. Die Schwergewichte unter den Asteroiden bleiben erstaunlich kühl und geben anscheinend weniger Wärmestrahlung als die Gesteinsasteroiden ab, wenn man sie mit einem Infrarot-Teleskop beobachtet.

"Das war für mich eine große Überraschung", betont Prof. Alan Harris. "Unsere Ergebnisse deuten auf eine höhere Anzahl von metallischen Objekten im Sonnensystem hin, als wir bisher vermutet haben." Das Aufspüren von metallreichen Asteroiden sei aus mehreren Gründen wichtig, so die Forscher: Sie sind besonders gefährlich, wenn sie auf die Erde einschlagen würden, und sind zugleich potenzielle Rohstofflieferanten für die Industrie in der Zukunft.

Wie das Team um Harris aktuell in der Fachzeitschrift "Astrophysical Journal Letters", berichtet liegt der Hauptunterschied in den unterschiedlichen WISE-Daten zu metallischen und felsigen Asteroiden in der unterschiedlichen Leitfähigkeit der Objekte, schließlich leitet Metall Wärme besser als Gestein.

Dieses Prinzip der unterschiedlichen thermischen Leitfähigkeit machten sich die Wissenschaftler Prof. Alan Harris und Line Drube vom DLR-Institut für Planetenforschung zunutze: "Die Sonnenenergie dringt in die Oberfläche eines metallreichen Asteroiden tiefer ein und wird dort absorbiert", erläutert die Pressemitteilung des DLR. "Bei Infrarotbeobachtungen erscheinen die Oberflächen dieser Asteroiden deshalb dann als kühler als die der steinartigen Asteroiden. Belegt werden konnte dies durch den Vergleich von Reflexionsmessungen im Radar und Messungen der infraroten Wärmestrahlung von bekannten metallischen Asteroiden."



Ein in Südamerika gefundener Eisenmeteorit. | Copyright: DLR (CC-by 3.0)

Während bisher konnten nur etwa 40 Asteroiden als metallreich identifiziert werden konnten, wird diese zahl mit der neuen Infrarot-Methode der DLR-Wissenschaftler wahrscheinlich um einiges steigen.

Harris leitet das internationale Projekt "NEOShield", in dem unter anderem die Eigenschaften von Asteroiden, aber auch die Verhinderung von Asteroideneinschlägen auf der Erde untersucht werden. Seit Januar 2012 untersuchen Wissenschaftler die Eigenschaften der potentiell bedrohlichen "Near Earth Objects", die "erdnahen Objekte", die bei einem Einschlag große Zerstörung anrichten könnten.

Metallreiche Asteroiden haben eine höhere Dichte, eine höhere Masse - und sind besonders gefährlich, wenn sie die Erde erreichen würden. Wäre der etwa 20 Meter große steinartige Asteroid, der im Februar 2013 in 20 bis 30 Kilometern Höhe über der russischen Stadt Tscheljabinsk mit der Explosionskraft von 500 Kilotonnen TNT zerbrochen war (...wir berichteten), ein metallisches Objekt gewesen, so wäre die Lufthülle der Erde vermutlich viel widerstandsfähiger gewesen und der Brocken hätte tiefer in die Atmosphäre eindringen können, wodurch die Schäden noch erheblich schlimmer ausgefallen wären (s.Abb. Krater).

Die von der Europäischen Union geförderte Forschungsarbeit im Rahmen des NEOShield-Projekts hilft den Asteroidenforschern bei der Einschätzung solcher Gefahren: "Es ist wichtig, die Zusammensetzung potenziell gefährlicher Asteroiden möglichst früh festzustellen", so die Forscher im Harris. Nur wenn man den Aufbau eines Asteroiden kenne, könne man ihn beispielsweise effektiv mit einem Einschlag von seiner Flugbahn in Richtung Erde ablenken.

Neben diesem Nutzen für eine zukünftige Abwehr eines bedrohlichen NEO, könnte die Katalogisierung von metallreichen Asteroiden in Zukunft aber auch für den Abbau von wertvollen Rohstoffen für die Hi-Tech-Industrie wie Osmium, Irdium, Platin oder Palladium bieten. "Das betrifft zwar frühestens die nächste oder übernächste Generation, ist mittlerweile aber nicht mehr komplett unrealistisch", schätzt Harris. "Amerikanische Privatfirmen arbeiten ernsthaft an der Möglichkeit, Asteroiden als Rohstoffquellen zu erschließen. Und die NASA plant, einen etwa sechs Meter großen Asteroiden einzufangen, ihn in eine Umlaufbahn um den Mond zu bringen und dort zu erforschen." Eines der Probleme derzeit sei bislang aber noch, geeignete Objekte unter den Asteroiden dafür zu finden. Harris‘ und Drubes Methode der Infrarot-Beobachtung bietet nun eine neue Möglichkeit, metallreiche Kandidaten unter den erdnahen Objekten herauszufiltern.


Potentielle Erdbedroher im Gruppenbild mit den Umlaufbahnen von Merkur, Venus und Mars und Jupiter. (Klicken Sie auf die Abbildung, um zu einer vergrößerten Version zu gelangen.) | Copyright: NASA, JPL-Caltech

Letztendlich ist die Erforschung metallreicher Asteroiden aber vor allem eines: ein Blick zurück auf die Entstehungsprozesse von Planeten. Die meisten Asteroiden im heutigen Sonnensystem sind die Überbleibsel von gewaltigen Kollisionen im Weltall vor 4,6 Milliarden Jahren. Über ihre Eigenschaften im Allgemeinen weiß man aber noch zu wenig. "Deshalb forschen wir im NEOShield-Projekt zurzeit gemeinsam mit zwölf Partnern aus Forschung und Industrie und bündeln unser Wissen", sagt Asteroidenforscher Prof. Alan Harris abschließend. Schon jetzt verfügen die Forscher über erste Messdaten, um damit Computermodelle für Einschlagsszenarien von Asteroiden zu modellieren.


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#39

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 18.07.2014 01:03
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

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Das Innenleben von Vesta (Grafik). | Copyright: EPFL

Bern (Schweiz) - Computersimulationen des Aufbaus des felsplanetenähnlichen Asteroiden bzw. Kleinplaneten Vesta erlaubten erstmals Rückschlüsse dessen Innenleben und liefern zugleich eine Überraschung: Die Kruste des Asteroiden scheint viel dicker zu sein als angenommen, und der darunterliegende Mantel, der den Kern umhüllt, viel dünner. Das bedeutet, dass Aufbau und die Entstehung von Planeten - auch der Erde - anders sein könnten als bisher gedacht.

Wie der Berner Astrophysikers Martin Jutzi und Kollegen aktuell im Fachjournal "Nature" (DOI: 10.1038/nature13499) berichten, zeigten schon seine früheren Simulationen, wie Vesta durch den Zusammenprall mit zwei Meteoriten seine elliptische Form erhielt (...wir berichteten). In den neuen Simulationen untersuchten die Forscher, wie zwei gewaltige, 80 Kilometer tiefe Krater durch Meteoriteneinschläge auf Vesta entstehen konnten und wie die Zusammensetzung der Gesteine auf der Oberfläche von Vesta nach den großen Meteoriteneinschlägen aussehen sollte.

Ein Vergleich mit den Daten der "Dawn"-Mission brachte zutage, dass etwas fehlte: Das Mineral Olivin, der Hauptbestandteil des Mantelmaterials, das nach einem so tiefen Einschlag eigentlich überall auf der Oberfläche herumliegen sollte, war nicht auffindbar. "Wir gingen von einer Krustendicke von 30 Kilometern aus", erläutert Jutzi. "Dass aber kein Olivin aus der darunterliegenden Mantelschicht vorhanden ist, zeigt, dass die Meteoriten die Kruste trotz ihrer Einschlagstiefe von 80 Kilometern nicht durchdringen konnten und diese also viel dicker sein muss als angenommen."

Diese neuen Erkenntnis verschiebt zugleich auch die Proportionen: Wenn die Kruste dicker ist als 80 Kilometer, muss der darunterliegende Mantel wiederum viel dünner sein. Dies lässt auch auf eine andere Zusammensetzung des Materials schließen. "Möglicherweise wurde die Kruste durch im Mantel gebildete vulkanische Brocken verdickt, die teilweise an die Oberfläche gelangten", sagt Jutzi. Dies wirft neue Fragen auf, wie Vesta, aber auch die Erde und andere Planeten zusammengesetzt sind und wie sie entstanden sind.


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#40

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 16.12.2014 20:33
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

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Künstlerische Illustration des Großen Bombardements, bei dem vor rund vier Milliarden Jahren deutlich mehr große und schnellere Asteroiden auf die jungen inneren Planeten des Sonnensystem (hier dargestellt: unsere Erde) niedergingen (Illu.) | Copyright: Kingfisher / Art by Mark A. Garlick (markgarlick.com / space-art.co.uk)

Prag (Tschechische Republik) - Alleine die Energie der unzähligen Einschläge von Asteroiden auf der noch jungen Erde während des sogenannten Großen Bombardements könnte ausgereicht haben, um die Basen Adenin, Cytosin, Guanin und Uracil und damit die Grundbausteine des Lebens auf der Erde entstehen zu lassen. Zu diesem Schluss kommen tschechische und US-amerikanische Wissenschaftler anhand von Experimenten mit Hochleistungslasern.

Wie das Team um Svatopluk Civiš von der tschechischen Akademie der Wissenschaften und David Nesworny vom Southwest Research Institute aktuell im Fachjournal "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS; DOI: 10.1073/pnas.1412072111) berichtet, haben sie mit Hilfe des Hochleistungslaser PALS in Prag die chemischen Bedingungen und Energie jener Einschläge simuliert, die vor rund vier Milliarden Jahren mit bis zu 75.000 Kilometern pro Stunde, während des sogenannten "Großen Bombardements", auf die junge Erde einschlugen.

Die Experimente der Wissenschaftler beruhen auf der früheren Theorie, nach der die methansäurehaltige Verbindung Formamid (CH3NO) bei der Entstehung der Nukleinbasen - und damit der Bestandteile der Nukleotide (DNA-Bausteine), die in DNA und RNA für die Ausbildung von Basenpaaren verantwortlich sind - eine zentrale Rolle gespielt.

Derartiges, flüssiges Formamid beschossen die Forscher sodann für Sekundenbruchteile mit dem Prager Laser, der eine Leistung von bis zu zehn Milliarden Megawatt pro Quadratzentimeter erzeugen kann. Durch diesen Vorgang entstand ein mehr als 4000 Grad heißes Plasma und das Formamid teilte sich, wobei sogenannte Radikale (Moleküle, die ein ungepaartes Elektron besitzen und so besonders reaktionsfreudig sind) entstanden.

Diese Radikale wiederum reagierten in den Experimenten nun mit unverändertem Formamid und bildeten über verschiedene Zwischenschritte tatsächlich Adenin, Cytosin, Guanin und Uracil. In ihren Experimenten konnten die Forscher danach bis zu 47 Tausendstel Gramm Nukleinbasen pro Liter nachweisen.

"Unsere Ergebnisse zeigen nicht nur auf, dass außerirdische Einschläge während des Großen Bombardements nicht nur möglicherweise damals schon existierendes Lebens zerstört haben, sondern auch an der Entstehung biogener Moleküle beteiligt gewesen sein könnten", so die Forscher abschließend.

grenzwissenschaft-aktuell.de


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#41

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 27.01.2015 09:55
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

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Animiertes Orbitaldiagramm des Vorbeifluges des Asteroiden "2004 BL86" an der Erde. | Copyright: NASA/JPL-Clatech

Pasadena (USA) - Am kommenden 26. Januar 2015 wird der rund 500 Meter durchmessende Asteroid "2004 BL86" die Erde in gerade einmal 1,2 Millionen Kilometern, damit zugleich aber noch in sicherer Entfernung, passieren. Nach bisherigem Wissensstand wird bis 2027 kein vergleichbar großer, geschweige denn größerer Asteroid ähnlich nahe an der Erde vorbeifliegen. Die Passage des größtenteils noch völlig unbekannten Asteroiden kann sogar mit leistungsstarken Ferngläsern beobachtet werden.

Entdeckt wurde "2004 BL86" erstmals am 30. Januar 2004 mit einem Teleskop der Lincoln Near-Earth Asteroid Research (LINEAR) survey in White Sands im US-Bundestaat New Mexico.

"Auch wenn von der Passage des Asteroiden für die Erde keine Gefahr ausgeht, so ist es die bis auf Weiteres der dichteste Vorbeiflug eines derart großen Asteroiden an der Erde und stellt damit eine einzigartige Möglichkeit dar, diesen zu Beobachten und genauer zu untersuchen", kommentiert Don Yeomans vom Near Earth Object Program Office am Jet Propulsion Laboratoy (JPL) der NASA das bevorstehende astronomische Ereignis.

Die NASA-Astronomen wollen den Asteroiden vornehmlich mit der Deep-Space-Network-Antenne des Goldstone-Observartory und dem Radioteleskop von Arecibo auf Puerto Rico beobachten. Einen Tag nach dem Vorbeiflug werden dann mit den Radardaten auch die ersten detaillierten Aufnahmen des Asteroiden vorliegen.

"Derzeit wissen wir noch so gut wie nichts über diesen Asteroiden. Er könnte also einige Überraschungen für uns bereithalten", vermutet der Radar-Astronom Lance Benner vom JPL.

Zum Thema

Sofern das Wetter mitspielt, können Astrofreunde in einer möglichst dunklen Gegend zumindest mit einem Fernglas oder Teleskop nach "2004 BL86" Ausschau halten. Schon mit einem 20x80-Fernglas sollte Asteroid zu beobachten sein. Allerdings befindet er sich zur Zeit seiner dichtesten Erdannäherung, gegen 17:21 MEZ, noch unterhalb des Horizonts. Erst gegen 19 Uhr steht er etwa 2 Grad darüber – jedoch noch kaum sichtbar. Gegen 20 Uhr steht er auf etwa 12° und durchquert dann den Sternhaufen M44 (Prasepe) im Westen

http://www.josef-graef.de/zukunft/astero...d_2004bl86.html

grenzwissenschaft-aktuell.de


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#42

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 27.01.2015 10:14
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspo...den-riesen.html


Künstlerische Darstellung des Vorbeiflugs eines Asteroiden an der Erde (Illu.) | Copyright: ESA

Saarbrücken (Deutschland) - Am heutigen Abend wird der rund 500 Meter durchmessender Asteroid "2004 BL86" im gerade einmal dreifachen Abstand von Erde und Mond unseren Planeten passieren (...wir berichteten). Nach bisherigem Kenntnisstand wird erst 2027 wieder vergleichbar großer Asteroid ähnlich nah an unserem Planeten vorbeifliegen. Während der heutige Vorbeiflug für die Erde also keine Gefahr darstellt, erhoffen sich Astronomen und Wissenschaftler wichtige neue Informationen über derartig erdnahe große Asteroiden und zumindest beeindruckende Aufnahmen des kosmischen Riesenbrockens. 2004 BL86 ist dabei so groß, dass er schon mit einem leistungsstarken Fernglas als sich bewegender Lichtpunkt beobachtet werden kann. Doch selbst angesichts des zu erwartenden schlechten Wetters gibt Möglichkeiten, die Passage des Asteroiden live mitzuerleben.

Sofern das Wetter mitspielt, können Astrofreunde in einer möglichst dunklen Gegend zumindest mit einem Fernglas oder Teleskop nach "2004 BL86" Ausschau halten. Schon mit einem 20x80-Fernglas sollte Asteroid als vorbeiziehender Lichtpunkt zu beobachten sein.

Wie die Gesellschaft für astronomische Bildung (GAB) auf ihrer Internetseite berichtet, wird der Asteroid "in den Abendstunden über dem Südosthorizont zu sehen sein und zieht seine Bahn durch die Sternbilder Einhorn und Wasserschlange Richtung Norden. Wer ihn beobachten möchte sollte auf jeden Fall eine Aufsuchkarte (z.B. Stellarium) zu raten ziehen. (...). Am Morgen des 27. Januar von 6:15 Uhr an, durchwandert er den Sternhaufen Praesepe (Anm.d.GreWi-Red.: Messier 44) im Sternbild Krebs. Für den Beobachter wird dieser Asteroid jedoch nur ein winziges Lichtpünktchen unter Vielen sein, mit dem Unterschied, dass man nach wenigen Minuten eine Bewegung feststellen wird."



Darstellung in Stellarium mit Blick nach Südosten


Karte des Sternbild Krebs. | Copyright: Torsten Bronger, CC BY-SA 3.0

Der Sternhaufen Messier 44 (M44) ist am abendlichen Winter- und Frühlingshimmel schon mit bloßem Augen als "Nebelfleckchen" zu erkennen und wird auch als " himmlische Futterkrippe" bezeichnet, die sich als eine Art Schimmer zwischen zwei Sternen im Sternbild Krebs abzeichnet, das sich zur Beobachtungszeit, wie obig beschrieben" am westlichen Sternenhimmel findet.

Aller Voraussicht nach wird jedoch zumindest den Astrofreunden in Mitteleuropa das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen, wenn Wolken die Sicht auf den Asteroiden verdecken. Laut Deutschem Wetterdienst könnte es sich lediglich am Alpenrand in Richtung Berchtesgaden und in Ostsachsen ab und zu auflockern.

Dank des Internet und internationaler astronomischer Institutionen, können Asteroidenfans den Vorbeiflug jedoch und durch die Teleskopaugen von Hochleistungsteleskopen live am heimischen Computer verfolgen.

http://sservi.nasa.gov/neo-stream/

http://www.virtualtelescope.eu/webtv/

http://live.slooh.com/stadium/live/large...e-approach-live

Die sicherlich besten und beeindruckendsten Aufnahmen des Asteroiden dürften jedoch von den NASA-Radioteleskopen der Deep-Space-Network-Antenne des Goldstone-Observartory und dem Radioteleskop von Arecibo auf Puerto Rico geliefert werden. Diese werden jedoch erst einen Tag nach dem Vorbeiflug zur Verfügung stehen (...wir werden berichten).

"Derzeit wissen wir noch so gut wie nichts über diesen Asteroiden. Er könnte also einige Überraschungen für uns bereithalten", vermutet der Radar-Astronom Lance Benner vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA.


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#43

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 28.01.2015 12:13
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspo...einen-mond.html


Animation der ersten 20 Einzelaufnahmen des Asteroiden "2004 BL86" während seiner Erdpassage am 26. Januar 2015 zeigen deutlichen einen den Asteroiden umkreisenden kleinen Mond. | Copyright: NASA/JPL-Caltech

Pasadena (USA) - Erste Aufnahmen des Asteroiden "2004 BL86", der am frühen Abend des 26. Januar 2015 die Erde in gerade einmal 1,2 Millionen Kilometern Entfernung - und damit dem etwa Dreifachen der Distanz zwischen Erde und Mond - passierte, zeigen deutlich, dass der Asteroid selbst einen eigenen kleinen Mond besitzt, der den Hauptkörper umkreist.

Die jetzt vom der NASA veröffentlichten ersten 20 Radaraufnahmen, die in der obigen Animation zu einem Bewegtbild zusammengefügt wurden, wurden mit der 70 Meter Durchmessenden Antenne des Deep Space Network im kalifornischen Goldstone gemacht und zeigen den offenbar annähernd runden Asteroiden während seines Vorbeifluges an seinem erdnächsten Punkt. Die Auflösung der Aufnahmen beträgt 4 Meter pro Pixel.

Erste Auswertungen der Daten zeigen, dass der Hauptkörper einen Durchmesser von rund 325 Meter besitzt und damit doch etwas kleiner ist, als bislang mit Schätzungen zwischen 500 und 1000 Metern Durchmesser vermutet hatten. Der kleine Mond hat demnach einen Durchmesser von rund 70 Metern.

Mit weiteren Aufnahmen des Asteroiden, etwa mit dem Radioteleskop von Arecibo auf Puerto Rico wird noch im Laufe des Tages gerechnet.
Wir werden berichten...

grenzwissenschaft-aktuell.de


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#44

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 28.01.2015 13:47
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

http://grenzwissenschaft-aktuell.blogspo...ges-wasser.html


Abflussrinnen im Cornelia-Krater auf Vesta. (Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.) | Copyright: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Los Angeles (USA) - Nach dem Zwergplaneten Ceres ist der Asteroid bzw. Protoplanet Vesta das zweitgrößte Objekt im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Bevor Vesta von 2011 bis 2013 von der NASA-Raumsonde "Dawn" be- und untersucht wurde (...wir berichteten, s. Links), galt der Brocken aufgrund der niedrigen Temperaturen und Druckverhältnisse als gänzlich trocken - von flüssigem Wasser ganz zu schweigen. Eine neue Studie belegt nun jedoch Geländestrukturen auf Vesta die nahelegen, dass es auf dem Asteroiden zumindest kurzfristig Wasser in flüssiger Form gegeben haben könnte.

Wie das Team um Jennifer Scully von der University of California, Los Angeles, aktuell im Fachjournal "Earth and Planetary Science Letters" (DOI: 10.1016/j.epsl.2014.12.004) berichtet, handelt es sich bei diesen Strukturen um Abflussrinnen und fächerförmige Ablagerungen innerhalb vergleichsweise junger Krater auf Vesta. Diese Strukturen, so glauben die Forscher, könnten von Oberflächenmaterial des Asteroiden gegraben und abgelagert worden sein, das durch flüssiges Wasser in Bewegung gebracht wurde.

"Niemand von uns hatte je erwartet, dass wir auf Vesta Beweise für Wasser finden würden", so die Forscherin. "Die Oberfläche ist sehr kalt und es gibt keinerlei Atmosphäre. Jegliches Wasser auf der Oberfläche sollte also unmittelbar verdampfen. Dennoch zeigt sich Vesta mehr und mehr als sehr interessanter und komplexer planetarer Körper. Die Entdeckungen haben große Auswirkungen für die Planetenwissenschaft."

Allerdings stellen die Wissenschaftler zugleich auch klar: "Wir behaupten aber nicht, dass es auf Vesta flussartig fließenden Oberflächenwasser gab und/oder gibt. Aber wir vermuten Prozesse, die denen von Schuttströmen und Murgängen gleicht, bei denen kleine Mengen an Wasser sandige und steinige Böden und Partikel in Bewegung versetzten."

Die kurvigen Rinnen unterscheiden sich dabei deutlich von ähnlichen Gebilden, wie sie auch von trockenem Material hervorgerufen werden: "Diese Strukturen auf Vesta zeigen alle Merkmale für von Wasser verursachte Abflussrinnen, wie sie schon von Erde und Mars bekannt sind", so Scully weiter.

Die Rinnen selbst sind etwa 30 Meter breit und durchschnittlich rund 900 Meter lang. Die besten Beispiele dieser Rinnen finden sich demnach im Cornelia-Krater, der selbst 16 Kilometer breit ist.

Als bislang wahrscheinlichste Erklärung für die Quelle des flüssigen Wassers auf Vesta vermuten die Wissenschaftler, kleinere und über den Asteroidenkörper verteilte Eislager unter der Oberfläche. Woher dieses Eis stammt, können die Forscher bislang noch nicht sagen. Möglicherweise stamme es aber von Zusammenstößen mit wässrigen Körpern wie Kometen. Spätere Einschläge könnten dann genügend Hitze erzeugen, durch die dieses von den jeweiligen Einschlägen zugleich freigelegte Eis schmilzt dieses Wasser die neuentstandenen Kraterwand hinunterläuft, bevor es wieder gefriert und ins All verdampft.

Die Krater, in denen die Forscher die Hinweise auf einstiges Wasser entdeckt haben, sind mit nur einigen Millionen Jahren allesamt deutlich jünger als Vesta selbst: Vor 4,6 Milliarden Jahren entstanden, gilt Vesta sozusagen als Zeuge der Entstehung unseres Sonnensystems.


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#45

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 17.07.2016 03:48
von Adamon • Nexar | 13.534 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...roiden20160525/


Künstlerische Darstellung kollidierende Asteroiden (Illu.)
Copyright: NASA/JPL-Caltech
Washington (USA) – Ein als „Statistics-Cop“ bekannt gewordener ehemaliger Microsoft-Mitarbeiter hat der NASA ernste Mängel in den Berechnungen zur Größe von mehr als 157.000 erdnahen Asteroiden vorgeworfen. Gegenüber dem Fachjournal „Science“ erklärte er, dass er „keine der NASA-Ergebnisse reproduzieren könne“ und die offiziellen Daten „eine Unregelmäßigkeit nach der anderen“ aufweisen würden. Die tatsächliche Größe der Asteroiden weicht demnach stark von den bisherigen NASA-Angaben ab.

Nathan Myhrvold, der sein Vermögen als Patent-Troll mit Repatentierungen gemacht hat, kritisiert damit die von jeher von der NASA verbreitete Vorstellung, man sei ausreichend über die bekannten erdnahen Asteroiden informiert. „Die schlechte Nachricht ist, dass das einfach nicht stimmt“, so Myhrvold gegenüber der „The New York Times„.

Zuvor schon hatte der studierte Physiker von sich Reden gemacht, in dem er auf statistische Fehler in wissenschaftlichen Arbeiten, etwa in Nature-Fachpublikationen zu Wachstumsraten von Dinosauriern hingewiesen hatte, woraufhin diese Arbeiten tatsächlich korrigiert werden mussten.

Zwar hatten die NASA-Wissenschaftler des Infrarot-Weltraumteleskops WISE und dessen Folgemission NEOWISE – mit dem ein Großteils erdnaher Asteroiden entdeckt und katalogisiert wurde – schon mit der Veröffentlichung der Missionsdaten 2011 auf mögliche Schätzungsungenauigkeiten bei den Durchmesser-Angaben der Asteroiden von 10 Prozent hingewiesen, doch Myhrvolds Nachberechnungen zeigen noch deutlichere Abweichungen: Laut Myhrvold haben die NASA-Wissenschaftler sowohl den statistischen Fehlerspielraum bei der Extrapolation kleiner Datenmengen auf die gesamte Population als auch das Einbeziehen der sog. kirchhoffschen Strahlungsgesetze in ihren Asteroidenmodellen ignoriert.

Auf diese Weise kommt der Forscher in seinem vorab via ArXiv.org veröffentlichten eigenen Berechnungen auf der Grundlage der WISE-Daten auf eine mögliche Ungenauigkeitsspanne von bis zu 30 Prozent (statt 10). Eine Fachpublikation im Journal „Icarus“ durchläuft derzeit noch das hierfür übliche Begutachtungsverfahren (Peer Review).

Der Hauptuntersucher der WISE-Mission, Ned Wright von der University of California will den Vorwurf erwartungsgemäß so nicht stehen lassen und erklärt seinerseits gegenüber „Science„, Myhrvolds eigene Berechnungen steckten voller Fehler. Auf diese Fehler angesprochen erklärte der Forscher dem Journal, er sei dabei, diese zu korrigieren – allerdings würden sie das Gesamtergebnis seiner Studie nicht wirklich verändern. Der NASA wirft er zudem vor, mit Hinblick auf die erhoffte Finanzierung eines neuen Asteroiden-Teleskops (NEOCam), übersensibel auf die Kritik zu reagieren.

Während eine Klärung der gegenseitigen Vorwürfe durch das derzeit laufende wissenschaftliche Verfahren noch abgewartet werden muss, beschwichtigt Myhrvold aber mögliche aufkommende Ängste vor einer erhöhten Bedrohung der Erde durch die vermeintlich deutlich größeren Asteroiden und erklärt, dass auch wenn sich die NASA bei der Einschätzung der Größe der Asteroiden irrt, sie (NASA) das damit einhergehende Risikopotential dieser Objekte richtig einschätze. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Erde in absehbarer Zeit von einem großen Asteroiden mit globalen katastrophalen Folgen getroffen wird, liegt demnach auch weiterhin bei 1:10.000.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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