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#46

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 16.05.2018 14:38
von Adamon • Nexar | 14.588 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...tdeckt20180509/

Erstmals Asteroid in den Außenbereichen unseres Sonnensystems entdeckt:


Künstlerische Darstellung des Objekts „2004 EX95“ (Illu.).
Copyright: ESO/M. Kornmesser
Belfast (Großbritannien) – Mit Teleskopen der Europäischen Südsternwarte (ESO) hat ein internationales Astronomenteam erstmals einen kohlenstoffreichen Asteroiden in den kalten Außenbereichen unseres Sonnensystems, dem sogenannten Kuipergürtel, entdeckt.

Das Relikt aus der Frühzeit des Sonnensystems mit der Bezeichnung 2004 EX95 stammt ursprünglich vermutlich aus dem inneren Sonnensystem, genauer gesagt dem sogenannten Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und wurde einst Milliarden von Kilometer von seinem Ursprungsort fortgeschleudert.

„Die Anfänge unseres Sonnensystems waren eine stürmische Zeit“, erläutert die ESO-Pressemitteilung. „Theoretische Berechnungen der damals ablaufenden Prozesse haben ergeben, dass die großen Gasplaneten nach ihrer Entstehung das Sonnensystem dominiert und kleine gesteinshaltige Körper aus dem inneren Sonnensystem in weit entfernte Umlaufbahnen geschleudert haben. Solche Modellrechnungen legen insbesondere nahe, dass der Kuipergürtel – eine kalte Region jenseits der Umlaufbahn des Neptuns – einen kleinen Anteil an Gesteinsbrocken aus dem inneren Sonnensystem enthalten sollte, zum Beispiel kohlenstoffreiche Asteroiden, die als auch als Asteroiden vom C-Typ bezeichnet werden.

Wie das Team um Tom Seccull von der Queen’s University Belfast aktuell im Fachjournal „The Astrophysical Journal Letters“ (DI: 10.3847/2041-8213/aab3dc) berichtet, stützt die jetzt gemachte Entdeckung diese theoretischen Modelle der problematischen frühen Jahre unseres Sonnensystems stark.

Zum ersten Mal stießen Astronomen bei Beobachtungen des Objekts mit den Weltraumteleskop „Hubble“ im Reflexionsspektrum des Körpers auf deutliche Unterschiede zu ähnlichen Kuipergürtel-Objekten (engl. Kuiper Belt Objects, kurz KBOs), die typischerweise uninteressante, strukturlose Spektren aufweisen, die wenig Informationen über ihre Zusammensetzung preisgeben.

“Das Reflexionsspektrum von 2004 EW95 unterschied sich deutlich von den anderen beobachteten Objekten des äußeren Sonnensystems”, erklärt Erstautor Seccull. “Es sah so seltsam aus, dass wir es uns unbedingt genauer ansehen mussten.”

In der Folge beobachtete das Team 2004 EW95 dann mit den Instrumenten „X-Shooter“ und FORS2 am Very Large Telescope (VLT) der ESO, deren empfindlichere Spektrografen es den Forschern erlaubte, das reflektierte Licht genauer zu vermessen und so auf seine chemische Zusammensetzung zu schließen.


Die rote Linie in diesem Bild zeigt die Umlaufbahn von 2004 EW95, wobei die Umlaufbahnen anderer Körper des Sonnensystems zum Vergleich grün dargestellt sind (Illu.).
Copyright: ESO/L. Calçada

Obwohl das Objekt rund 300 Kilometer groß ist, befindet es sich derzeit immer noch vier Milliarden Kilometer von der Erde entfernt, was das Sammeln von Daten von seiner dunklen, kohlenstoffreichen Oberfläche zu einer anspruchsvollen wissenschaftlichen Herausforderung macht: “Es ist, als würde man einen riesigen Kohleberg gegen die pechschwarze Leinwand des Nachthimmels beobachten”, erläutert Koautor Thomas Puzia von der Pontificia Universidad Católica de Chile. “2004 EW95 bewegt sich nicht nur, er ist auch sehr lichtschwach”, fügt Seccull hinzu. “Wir mussten eine ziemlich ausgefeilte Verarbeitungstechnik anwenden, um so viel wie möglich aus den Daten herauszuholen.”

Zwei Merkmale in den Spektren des Objekts waren demnach besonders auffällig und entsprachen dem Vorhandensein von Eisenoxiden und Phyllosilikaten. Das Vorhandensein dieser Materialien war noch nie zuvor in einem KBO bestätigt worden und legt nahe, dass sich 2004 EW95 einst im inneren Sonnensystem gebildet hatte.

“Angesichts der heutigen Lage von 2004 EW95 in den eisigen Außenbereichen des Sonnensystems bedeutet dies, dass er in der Frühzeit des Sonnensystems von einem migrierenden Planeten in seine gegenwärtige Umlaufbahn geschleudert wurde”, so Seccull abschließend. Zwar gab es auch schon zuvor Spektren anderer ungewöhnlicher KBOs, aber keine konnten in dieser Qualität bestätigt werden. Für Astronomen ist die Entdeckung eines kohlenstoffhaltigen Asteroiden im Kuipergürtel ein wichtiger Nachweis für eine der grundlegenden Vorhersagen dynamischer Modelle des frühen Sonnensystems.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#47

RE: Asteroiden:

in Astromagie & Sternsehung: 28.10.2018 05:52
von Adamon • Nexar | 14.588 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...roiden20180928/

Sonde Hayabusa2 liefert erstmals Bilder von der Oberfläche eines Asteroiden:


Globale Ansichten des Asteroiden Ryugu vom 26. Juni 2018.
Copyright: JAXA, University of Tokyo, Kochi University, Rikkyo University, Nagoya University, Chiba Institute of Technology, Meiji University, University of Aizu, AIST
Tokyo (Japan) – Knapp eine Woche bevor die Landeeinheit MASCOT der japanischen Sonde “Hayabusa2“ auf dem Asteroiden Ryugo landen soll, haben die beiden Zwillingsrover bzw. Hopper Minerva-II1A und B erstmals überhaupt Bilder direkt von der Oberfläche eines Kometen zur Erde gefunkt



Am am 27. Juni an seinem Ziel angekommen, platzierte sich die Sonde „Hayabusa2“ (Hayabusa = japanisch: Wanderfalke) zunächst auf einer 20 Kilometer hohen Umlaufbahn um den Asteroiden, um sich dann am Mitte Juli der Oberfläche auf bis zu 6 Kilometern anzunähern und schon von hier aus erste faszinierende Aufnahmen zu liefern.


Blick auf die Oberfläche von Ryugo aus 6 Kilometern Distanz, aufgenommen am 25. Juli 2018.
Copyright: JAXA, University of Tokyo, Kochi University, Rikkyo University, Nagoya University, Chiba Institute of Technology, Meiji University, University of Aizu, AIST.

Später dann, Anfang August 2018, lieferte die Sonde dann Aufnahmen aus nur noch einem Kilometer Entfernung:


Copyright: JAXA, University of Tokyo, Kochi University, Rikkyo University, Nagoya University, Chiba Institute of Technology, Meiji University, University of Aizu, AIST.

Am 21. September trennten sich dann die beiden Zwillingsrover bzw. Hopper „Minerva-II1A und B“ und landeten erfolgreich in der Äquatorregion des 950 Metern großen Asteroiden. Die rund 18 Zentimenter durchmessenden Instrumente, sind mit vier bzw. drei Kameras ausgestattet, mit denen auch 3D-Stereobilder aufgenommen werden können.

Die Hopper nutzen die geringe Anziehungskraft des Asteroiden um sich statt rollend, hüpfend über die Ryugu-Oberfläche fortzubewegen. Auf diese Weise zeigen die Aufnahmen nicht nur die steinige und Geröll- Oberfläche des Asteroiden, sondern besitzen auch eine ganz eigene Dynamik, da sie nicht nur die über den Himmel wandernde Sonne sondern auch hier und da leichte Bewegungsunschärfen während der Sprünge aufzeigen


Farbaufnahme von Minerva-II1B beim Landeanflug auf die Ryugu-Oberfläche (u.r.) am 21. September 2018, 13:07 JST. Bei der farbigen Fläche handelt es sich um eine Reflexion des Sonnenlichts.
Copyright: JAXA


Gelandet und um Sprung: Farbaufnahme von Minerva-II1A vom 22. September 2018, 11:44 JST. Erneut spiegelt sich die Sonne hier nun als weiße Reflexion in der Aufnahme
Copyright: JAXA


Farbaufnahme von Minerva-II1B vom 23. September 2018, 09:46 JST.
Copyright: JAXA


Ein interessantes Oberflächendetail. Aufgenommen von Minerva-II1A am 23. September 2018, 09:43 JST.
Copyright: JAXA

Die Bislang hochaufgelösteste Aufnahme der Ryugo-Oberfläche zeigt deren Details aus einer Distanz von gerade einmal 64 Metern. Die untere Aufnahme zeigt die Position des Bildausschnitts (gelber Rahmen) auf der Asteroidenoberfläche gemeinsam mit dem Schatten der Hayabusa2-Sonde:


Copyright: JAXA, University of Tokyo, Kochi University, Rikkyo University, Nagoya University, Chiba Institute of Technology, Meiji University, Aizu University, AIST).


Copyright: JAXA, University of Tokyo, Kochi University, Rikkyo University, Nagoya University, Chiba Institute of Technology, Meiji University, Aizu University, AIST).

Für den 3. Oktober 2018 ist nun die Landung der mobilen Landeeinheit MASCOT (Mobile Asteroid Surface Scout) bei etwa 315 Grad Ost und 30 Grad Süd auf der südlichen Hemisphäre des Asteroiden geplant. Insgesamt vier Instrumente sollen dann auf der Oberfläche Messungen durchführen. An Bord sind das Infrarotspektralmikroskop MicrOmega, Magnetometer MAG, die Kamera MASCAM und das Radiometer MARA.

Auch MASCOT soll sich selbstständig mittels eines speziellen Mechanismus über die Asteroidenoberfläche bewegen und kann dabei 10 bis 70 Meter weit springen. Wegen der begrenzten Laufzeit der Lithium-Ionen-Batterie wird die Missionsdauer des Landers auf auf etwa 16 Stunden geschätzt.

Während MASCOT nach dem Abschluss der Mission auf Ryugu zurückbleiben wird, soll Hayabusa2 selbst mit Bodenproben, die sie mit projektilbildenden Ladungen aus der Asteroidenoberfläche herausschlagen und mit einem Trichter aufnehmen soll, Ende 2020 zur Erde zurückkehren.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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