Das Gehirn: - 2
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#16

Das Gehirn:

in Biomagie - Die Vereinigung von Kraft & Form: 10.12.2015 00:26
von Adamon • Nexar | 14.212 Beiträge

http://www.teachsam.de/psy/psy_kog/lernth/lernth_5.htm

Die beiden Hälften unseres Gehirns besitzen für bestimmte Fähigkeiten und Arbeitsweisen des Bewusstseins eine besondere Leistungsfähigkeit. Mentale Prozesse vollziehen sich in der Regel im Zusammenwirken beider Gehirnhälften.




Die so genannte Lateralisierung der Hirnfunktionen beginnt in der Hirnentwicklung des Kindes, in der die beiden Gehirnhälften zunächst noch bei bestimmten Funktionen in Konkurrenz zueinander stehen. Mit zunehmendem Alter kommt es zur Spezialisierung:

Linke Gehirnhälfte:



Serielle Verarbeitung auftretender Informationen

Beispiele: Sprache, Mathematik, logische Operationen etc.

spezialisiert auf die fokussierte Perzeption



Rechte Gehirnhälfte:




Parallele Verarbeitung auftretender Informationen ( z. B. auf Geschwindigkeit hin optimierte Aktivitäten, die unverzichtbar sind für die motorische Ausführung und Bearbeitung von feinen visuellen oder auditorischen Details)

Muster- und Gesichtserkennung

Erkennen räumlicher Zusammenhänge

Erkennen emotionaler Inhalte

Nonverbale Kommunikation

spezialisiert auf die Wahrnehmung des Verhältnisses von einzelnen Bildern und ihrem Kontext


(vgl. Campbell/Reece 2003, S.1252)




Creative Commons Lizenzvertrag Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International License (CC-BY-SA) Dies gilt für alle Inhalte, sofern sie nicht von externen Quellen eingebunden werden oder anderweitig gekennzeichnet sind. Autor: Gert Egle/www.teachsam.de


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zuletzt bearbeitet 29.08.2018 16:16 | nach oben springen
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#17

RE: Das Gehirn:

in Biomagie - Die Vereinigung von Kraft & Form: 26.08.2016 16:08
von Adamon • Nexar | 14.212 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...irkung20160815/

EEG offenbart „soziale Fernwirkung“ zwischen befreundeten Gehirnen:


Symbolbild: Gedankenübertragung (Illu.)
Copyright: grewi.de
Florenz (Italien) – Italienische Neuropsychologen haben Hinweise dafür gefunden, dass die Gehirne von zwei befreundeten oder direkt verwandten Personen eine Fernwirkung aufeinander ausüben können: Während die aktiven „Sender“ innerhalb der Experimente audiovisuelle Reize bekam zeigten sich bei den „Empfängern“ synchron eine mittels EEG messbare, leicht erhöhte Hirnaktivität im Alphawellenbereich.

Wie das Team um William Giroldini von Evanlab in Florenz und Patrizio Tressoldi vom Dipartimento di Psicologia Generale an der Università di Padova aktuell im Online-Fachjournal „F1000Research“ (DOI. 10.12688/f1000research.6755.1) berichtet, haben sie in ihren Versuchen eng befreundete oder miteinander verwandte Partner untersucht, die zugleich erfahren in Meditationstechniken waren. Letzteres um sicherzustellen, dass die Probanden über eine längerfristige Konzentrationsfähigkeit verfügten.

Die Mitglieder eines jeden Paares wurden dann in jeweils zwei, mehrere Meter voneinander entfernt gelegene und getrennte Räume gebeten und zugleich sichergestellt, dass die beiden Partner keine Möglichkeit hatten, miteinander in irgendeine Form des (sensorischen) Kontakts zu treten. Zugleich wurde die Hirnaktivität beider Partner mittels eines Eletroenzephalographen (EEG) überwacht.

Der aktive „Sender“ wurde sodann gebeten, sich zu entspannen und dem passiven „Sender“ schlicht und einfach das „mental zu übermitteln“, was ihm in den Sinn kam. Während der jeweils 10-minütigen Sitzung, wurde das Gehirn des Senders 128 mal jeweils eine Sekunde lang stimuliert. Zwischen den Stimuli gab es Pausen mit zufällig getakteten Längen zwischen 4 und 6 Sekunden, um so möglicherweise vorhersehbare Rhythmen auszuschließen. Bei den Stimuli handelte es sich um mittels LEDs erzeugte Lichtsignale, die von sinusförmigen 500 Hz Audiosignalen von gleicher Länge begleitet wurden.

Der „Empfänger“ wurde ebenfalls gebeten, sich zu entspannen und sich darauf vorzubereiten, Stimuli durch seinen Partner zu empfangen: „Ihre Aufgabe ist es, sich mental mit ihren Partner/Partnerin so zu verbinden, dass sie die Stimuli, die dieser empfängt ebenfalls wahrnehmen.“

Insgesamt erhielten die Wissenschaftler auf diese Weise Daten von 25 Paaren.
Das Ergebnis, so berichten die Forscher, war „eine schwache aber stabile Reaktion bzw. ein statistisch signifikantes Signal im EEG der ‚Empfänger‘, besonders im Alphawellenbereich von 9-10 Hz.“

Während die Autoren der Studie allerdings einschränkend erklären, dass ihre Versuche eindeutig noch explorativer Natur seien, stimme das Ergebnis jedoch mit dem von drei früheren Experimenten überein (Hinterberger 2008), in denen eine erhöhte Hirnaktivität ebenfalls im Alphawellenbereich von 8-12 Hz jeweils nur bei befreundeten oder miteinander verwandten Partner dokumentiert werden könnte.

Die Wissenschaftler folgern abschließend aus ihrer Beobachtung: „Sollten zukünftige Untersuchungen diese Ergebnisse bestätigen, so könnten diese von großer wissenschaftlicher Bedeutung sein, da sie auf neurophysiologischer Grundlage Beweise für eine Verbindung – oder einer sozialen Interaktion – auf Distanz darstellen.“

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#18

RE: Das Gehirn:

in Biomagie - Die Vereinigung von Kraft & Form: 25.12.2016 02:00
von Adamon • Nexar | 14.212 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...ligion20161130/


Symbolbild: Religiöse Erfahrung (Illu.).
Copyright: grewi.de
Salt Lake City (USA) – Religiöse und spirituelle Erfahrungen aktivieren in unserem Gehirn das Belohnungszentrum auf ähnliche Weise wie Liebe, Sex, Spiel, Drogen oder Musik. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher anhand von Hirnscans praktizierender gläubiger Mormonen.

Wie das Team um Michael Ferguson und Professor Jeffrey Anderson von der School of Medicine an der University of Utah aktuell im Fachjournal „Social Neuroscience“ (DOI: 10.1080/17470919.2016.1257437) berichtet, stehe man erst am Anfang eines Verständnisses darüber, wie unser Gehirn an Erfahrungen teilnimmt, die Gläubige als spirituell, göttlich oder transzendent bezeichnen: „In den vergangenen Jahren haben sich die technischen Möglichkeiten der Bildgebungsverfahren derart entwickelt, dass wir uns endlich Fragen widmen können, die wir uns vielleicht schon seit Jahrtausenden stellen“, so Anderson.

Von besonderem Interesse war für die Neurowissenschaftler die Frage, welche Netzwerke an der Erzeugung spiritueller Gefühle innerhalb religiöser Gruppen beteiligt sind und beispielsweise tiefgläubige Mormonen etwa dazu führen, „den (heiligen) Geist zu verspüren“ („feel the Spirit“). „Dieses Erlebnis von Frieden und der wirklichen Nähe und Einheit gemeinsam mit anderen und Gott, gehört zu den wichtigsten Elementen den mormonischen Lebens“, erläutert der Forscher weiter. „Mormonen treffen Entscheidungen auf der Grundlage dieser Empfindungen, betrachten diese als Bestätigung der Prinzipien ihrer Glaubenslehre und als wichtigstes Mittel zur Kommunikation mit dem Göttlichen.“

In ihrer Studie untersuchten die Forscher insgesamt 19 junge Erwachsene Kirchenmitglieder (7 Frauen und 12 Männer) mit Hilfe funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT), während diese darum bemüht waren, durch gemeinsames Gebet, Lesungen im „Buch Mormon“ und in der Bibel, und das Betrachten religiöser Filme, spirituelle Empfindungen zu erzeugen.


fMRT-Scan der Aktivitäten in einem Mormonenhirn während einer spirituellen Erfahrung.
Copyright: Jeffrey Anderson

Während der teilweise stark emotionalen entsprechenden Empfindungen zeigten die Hirnscans Aktivitäten unter anderem im „Nucleus accumbens“, dem sogenannten Belohnungszentrum des Gehirns. Zu vergleichen sind diese Aktivitäten mit der Hirnreaktion auf Liebe, Sex, Spiel, Drogen und Musik.

Interessanterweise stellte sich die gemessene – und in allen Versuchen reproduzierbare – Hauptaktivität in dieser Region bereits 1-3 Sekunden vor der mittels eines Schalters von den Probanden angezeigten Empfindungen ein. Damit einhergehend stellte sich auch ein schneller Herzschlag und tiefere Atmung bei den untersuchten Gläubigen ein.

Neben dem Belohnungszentrum zeigten sich auch im präfrontalen Cortex eine erhöhte Aktivität, der u.a. mit der Integration von Gedächtnisinhalten, emotionalen und moralischen Bewertungen im Zusammenhang steht. Zudem aktivierte das spirituelle Erlebnis Regionen, die mit konzentrierter Aufmerksamkeit assoziiert werden.

„Religiöse Erfahrungen stellen vielleicht den einflussreichsten Teil jener Hirnvorgänge dar, die uns Menschen Entscheidungen treffen lassen – sowohl im Guten als auch im Schlechten“, erläutert Anderson und führt abschließend weiter aus: „Bislang ist erst wenig über den neurowissenschaftlichen Aspekt westlicher spiritueller Praktiken bekannt. Zu wissen, was während dieser Empfindungen in unserem Gehirn geschieht, ist von großer Bedeutung. Bislang wissen wir allerdings noch nicht, ob Gläubige anderer Religionen auf die gleiche oder ähnliche Weise reagieren. Allerdings haben frühere Untersuchungen bereits gezeigt, dass etwa die Gehirne von Anhängern östlicher Religionen während ihrer meditativen Rituale auf diese anders reagieren.

GreWi-Kurzgefaßt
– US-Neurowissenschaftler haben Mormonen während spiritueller Erfahrungen mit Hilfe funktioneller Magnetresonanztomographie beobachtet.
– Die Scans der Hirnaktivität zeigen, dass dieser Erfahrungen das Belohnungszentrum im Hirn in ähnlicher Weise aktivieren wie Liebe, Sex, Spiel, Drogen oder Musik.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#19

RE: Das Gehirn:

in Biomagie - Die Vereinigung von Kraft & Form: 01.05.2017 20:44
von Adamon • Nexar | 14.212 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...gehirn20170228/

Ursprung des Bewusstseins entdeckt?
Riesige Nervenzelle umgibt das gesamte Gehirn:


Digitale Rekonstruktion der neuentdeckten Hirn-Nervenzelle, die das gesamte Mäusehirn umschließt und verbindet.
Copyright: Allen Institute for Brain Science
Washington (USA) – Neurologen des Allen Institute for Brain Science haben erstmals eine riesige Nervenzelle entdeckt, die das gesamte Hirn von Mäusen umgibt und derart dicht über beide Hirnhälften vernetzt ist, dass sie den Ursprung des Bewusstsein erklären könnte.

Wie das Team um Christof Koch aktuell auf dem Jahrskongress der „Brain Research through Advancing Innovative Neurotechnologies“ berichtete, nutzten sie ein neues bildgebendes Verfahren und entdeckten dabei, dass die einer „Dornenkrone“ gleichende, ungewöhnlich große Nervenzelle einer der am meist verknüpften Hirnregionen entspringt. Die Forscher vermuten, dass die Nervenzelle Signalen aus jenen Hirnarealen koordiniert, um bewusste Gedanken zu erzeugen.

Die entdeckte Nervenzelle gehört zu insgesamt drei mit der neuen Methode erstmals entdeckten Neuronen, von der sich die Neurowissenschaftler auch zukünftig weitere Entdeckungen bislang unbekannter Hirnstrukturen erhoffen.

Wie Koch gegenüber „Nature.com“ berichtet, habe man noch nie zuvor Nervenzellen entdeckt, die sich derart vernetzt über beide Hirnhälften hinwegziehen.

Zugleich entsprängen die drei neuentdeckten Nervenzellen dem sogenannten Claustrum und damit der am intensivsten verknüpften Schicht grauer Gehirnzellen im Hirn, die im menschlichen Gehirn bislang mit der Entstehung unseres Bewusstseins assoziiert wurde.

Diese vergleichsweise kleine Hirnregion liegt unter dem Neokortex im Mittelpunkt des Gehirns verborgen und kommuniziert mit fast allen Regionen der Hirnrinde, um so zahlreiche hohe kognitive Funktionen wie Sprache, Vorausplanung und komplexe sensorische Aufgaben wie das Sehen und Hören zu koordinieren.

Schon 2005 bezeichnete der Mitentdecker der DNA, Sir Francis Crick, derart dicht verknüpfte Hirnregionen in einem gemeinsam mit Koch verfassten Fachartikel als „Dirigent des Bewusstseins“ und führte darin weiter aus, dass derartige Strukturen wahrscheinlich alle unsere äußeren und inneren Wahrnehmungen zu einer gemeinsamen Erfahrung zusammenführen – ähnlich dem besagten Dirigenten eines Orchesters.

Wie „ScienceAlert.com“ berichtet, wird diese Schlussfolgerung durch zahlreiche ungewöhnliche medizinische Fälle der vergangenen Jahre und sich daraus ergebender Beobachtungen gestützt:

So wurde 2014 eine Frau an der George Washington University wegen Epilepsie behandelt und dabei auch zahlreiche Hirnregionen mittels Elektroden untersucht. Als die Forscher dabei das beschriebene Claustrum stimulierten, stellten sie fest, dass sie das Bewusstsein der Patientin regelrecht ein- und ausschalten konnten.

– 2015 untersuchten Mediziner unabhängig davon die Auswirkungen von Schäden an besagtem Claustrum bei 171 Kriegsverletzten mit traumatischen Hirnverletzungen. Dabei zeigt sich, dass Schäden an dieser Hirnstruktur zu Bewusstseinseinschränkungen und -verlusten führten.

Während einige Forscher in den nun neu beschriebenen Hirnstrukturen Belege für die Vorstellung sehen, dass das Claustrum und die mit ihm in Verbindung stehenden Neuronen die Quelle, der Ursprung unseres Bewusstseins darstellen, zeigen sich andere noch vorsichtig und verweisen darauf, dass man von einem Beweis für diese Theorie noch weit entfernt sein.

Zudem wurde die große, das Hirn umgebende Nervenzelle, bislang erst am Mäusehirn – und noch nicht am Menschen nachgewiesen und die für April vorgesehene Fachpublikation der Entdeckung im „Journal of Comparative Neurology“ (DOI: 10.1002/cne.24047) steht bislang noch aus.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#20

RE: Das Gehirn:

in Biomagie - Die Vereinigung von Kraft & Form: 28.10.2018 02:34
von Adamon • Nexar | 14.212 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...etsinn20180803/

Auch der Mensch hat einen – wenn auch schwachen – Magnetsinn:


Die Abbildung veranschaulicht die unterschiedlichen Konzentrationen magnetischer Kristalle im menschlichen Gehirn. Die höchste Konzentration ist rot dargestellt.
Copyright: Stuart A. Gilder / LMU in: Scientific Reports 2018
München (Deutschland) – Erstmals haben Wissenschaftler die Verteilung magnetischer Kristalle im gesamten menschlichen Gehirn untersucht und festgestellt, dass auch wir Menschen über einen – wenn auch schwachen – Magnetsinn verfügen, wie er von anderen Tieren wie Zugvögeln bekannt ist und von diesen u.a. zur Navigation genutzt wird.

Wie das Team um Professor Stuart A. Gilder und Professor Christoph Schmitz an der Ludwig-Maximilians-Universität München aktuell im Fachjournal „Scientific Reports“ (DOI: 10.1038/s41598-018-29766-z) berichtet, zeigen ihre Untersuchungen, dass die magnetischen Kristalle im menschlichen Gehirn asymmetrisch zwischen der linken und rechten Gehirnhälfte verteilt und vor allem im Kleinhirn und Hirnstamm zu finden sind.

Für die Studie wurden sieben Gehirne verstorbener Personen, die für Forschungszwecke freigegeben waren. Insgesamt wurden 822 Proben analysiert. Die Messungen wurden unter der Leitung von Stuart Gilder mithilfe eines Magnetometers in einem Speziallabor vorgenommen, das weit außerhalb der Stadt liegt und somit frei von magnetischen Störungen ist.

„Das menschliche Gehirn nutzt Asymmetrien für die räumliche Orientierung, beispielsweise auch beim Hören“, erläutert Schmitz. Die asymmetrische Verteilung der magnetischen Kristalle scheine daher dafür zu sprechen, dass der Mensch über einen potenziellen magnetischen Sensor verfügt. „Doch aller Wahrscheinlichkeit nach ist dieser Sensor viel zu schwach, um eine relevante biologische Funktion zu haben.“

Welcher Art die magnetischen Kristalle sind, ist noch nicht klar: „Wir nehmen an, dass es sich um Magnetite handelt, können das zum derzeitigen Zeitpunkt aber noch nicht sicher sagen“, sagt Gilder.

In weiteren Untersuchungen wollen die LMU-Forscher nun unter anderem die Eigenschaften der magnetischen Partikel untersuchen. Zudem werden sie in Zusammenarbeit mit Patrick R. Hof, Professor am Fishberg Department of Neuroscience an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York, das Studiendesign auf weit größere Lebewesen übertragen: Wale.

Die riesigen Säugetiere orientieren sich im Ozean zielgerichtet über sehr lange Strecken. „Wir werden untersuchen, ob wir auch in Gehirnen von Walen magnetische Partikel nachweisen können und ob diese ebenso asymmetrisch verteilt sind“, sagt Christoph Schmitz abschließend.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#21

RE: Das Gehirn:

in Biomagie - Die Vereinigung von Kraft & Form: 28.10.2018 05:59
von Adamon • Nexar | 14.212 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...rsonen20181001/

Hirn-zu-Hirn-Interface: Neurowissenschaftler erstellen erstmals
„soziales Netzwerk“ zwischen den Gehirnen dreier Personen:


Schematische Darstellung des BrainNet.
Copyright: Rao, Stocco et al., via ArXiv.org 2018
Seattle (USA) – Nachdem ihnen schon 2013 erstmals gelungen war, zwei Hirne miteinander zu verbinden, berichten US-Neurowissenschaftler nun von einem weiteren Meilenstein in dem Bestreben, die Gehirne von Menschen unmittelbar und non-inversiv miteinander zu verknüpfen und haben erfolgreich das erste Netzwerk aus drei miteinander verbundenen Gehirnen erstellt.

Während zuvor Wissenschaftler der Duke University die Hirn-zu-Hirn-Kommunikation zwischen zwei Ratten (…GreWi berichtete) und Harvard-Forscher eine solche Verbindung zwischen Mensch und Ratte demonstrieren konnten, war es Rajesh Rao und Andrea Stocco von der University of Washington 2013 erstmals gelungen, eine non-invasive Verbindung zweier menschlicher Gehirne, ein sogenanntes Hirn-zu-Hirn-Interface, herzustellen und damit die Bewegungen des einen Forschers durch die Hirnsignale eines Kollegen zu steuern (…Grewi berichtete, siehe Video f.).

In ihrem auf Video aufgezeichneten Experiment spielte Rao in einem Laborzimmer rein gedanklich ein Computerspiel – stellte sich dabei also lediglich vor, im richtigen Moment eine Taste zu drücken, mit der für gewöhnlich in dem Spiel eine Kanone abgefeuert wird. Stocco, der abgeschirmt in einem anderen Zimmer an einer Computertastatur saß, bewegte in nahezu eben diesem Moment ebenfalls seinen Zeigefinger und bediente somit besagte Abschuss-Taste – ohne dies jedoch aus eigenem Antrieb heraus beabsichtigt zu haben. Verbunden waren die beiden Forscher bei diesem Versuch nur über die non-invasiven Elektroden- und Sondenmützen.



Das jetzt von den Forschern vorab via ArXiv.org beschriebene „BrainNet“ basiert grundsätzlich auf den gleichen Prinzip: Mittels einer non-inversiven Elektroenzephalografie-Sondenhaube (EEG) wird die Hirnaktivität einer Person ermittelt und die Daten dann mittels transkranieller Magnetstimulation ebenfalls via Sondenhaube auf bzw. in das Gehirn einer anderen Person übertragen, wo sie entsprechende Reaktionen (siehe Video) auslösen. Jetzt allerdings erweiterten die Forscher die bisherige Hirn-zu-Hirn-Kommunikation zu einem Netzwerk, an bzw. in dem auch weitere Personen beteiligt sein können.

Auf diese Weise gelang es den Wissenschaftlern nun, eine auf diese Weise miteinander verbundene kleine Gruppe aus bislang drei Personen gemeinsam eine vereinfachte Variante des bekannten Computerspiels Tetris zu spielen. Die Anzahl an Teilnehmern könne aber beliebig erweitert werden – man brauche dazu lediglich genügend EEG- und TMS-Instrumente.

In den Experimenten gab es zwei „Ab-Sender“ (EEG) und eine Empfänger-Person (TMS) in jeweils voneinander getrennten Räumen, die jedoch gemeinsam ein Computerspiel spielen sollten, bei dem – ganz nach dem bekannten Tetris-Prinzip – fallende geometrische Blöcke jeweils richtig rotiert und passend aufeinander gestapelt werden müssen, bevor sie am Boden des Bildschirms ankommen (s. Abb.f.).

Während die beiden „Ab-Sender“ den gesamten Bildschirm sehen konnten, waren sie in der Lage, durch das Betrachten einer mit einer 15 Hz-Frequenz aufblinkende LED-Lampe und die dadurch erzeugten Hirnsignale das Signal zu senden, entweder den fallenden Block um 180 Grad zu rotieren oder durch das Blicken auf eine mit 17 Hz-aufblinkende LED-Lampe das Signal zum Beibehalt der Ausrichtung des fallenden Blocks zu übermitteln.

Der Empfänger hingegen hatte eine andere Aufgabe: Er konnte nur die obere Hälfte des Spielbildschirms sehen – wusste also nicht, ob der Block rotiert werden musste oder nicht, um in die Lücke am Boden des Bildschirms zu passen (s. Abb.f.). Mittel der TMS-Haube erhielt der Empfänger nun aber die Signale der beiden Sender, anhand derer er den Block „rotieren“ oder „nicht rotieren“ sollte. Die Signale selbst bestanden dabei lediglich aus einem einzelnen Phosphen, also einem (Licht-)Reiz auf das Auge, den Sehnerv oder den visuellen Cortex, der im Gehirn erzeugt wird, für den Fall, dass der Block rotiert werden sollte. Das Ausbleiben dieses Reizes zeigte an, dass der Block nicht zu rotieren ist. Die Datenübertragungsrate lag also mit einem Bit pro gewünschter Interaktion sehr niedrig. Nachdem der „Empfänger“ die Signale der beiden „Ab-Sender“ erhalten hatte, sollte er die angezeigte Aktion ausführen.

Da die Sender aber auch den Boden des Bildschirm (und somit also auch das Ziel einer jeden Spielrunde) sehen konnten, konnten sie auch überprüfen, ob der Empfänger ihre Vorgabe richtig oder falsch verstanden bzw. umgesetzt hatte und konnten, so notwendig, mit einer erneuten Übertragung nochmals korrigierend eingreifen.


Bildschirmbeispiele dessen, was Empfänger (links) und Ab-Sender (rechts) im Laufe zweier Spielrunden sehen: Die erste Reihe zeigt den Bildschirm zu Beginn des Spiels. Beachten Sie, dass der Empfänger den Boden – und damit die Lücke – nicht sieht. Er muss sich also auf die Signale der Ab-Sender verlassen um den Block entweder zu drehen oder zu belassen, um ihn in Tetris-Manier passend in der Bodenlücke zu platzieren und so die unterste Reihe zu löschen. Die mittlere Reihe zeigt die Bildschirmansichten während der Entscheidungsphase, die in diesem Fall eine Rotation des Blocks verlangt. Die unteren beiden Bilder zeigen das Spiel nach der zweiten Runde, nach dem alle Teilnehmer dann das Ergebnis der Aktion des Empfängers sehen können. In diesem Fall hat der Empfänger eine korrigierende Aktion ausgeführt und den Block nochmals rotiert, um so die Lücke korrekt zu füllen.
Copyright: Rao, Stocco et al., via ArXiv.org 2018

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass zukünftig Hirn-zu-Hirn-Interfaces möglich sein werden, mit denen mittels miteinander verbundener Gehirne mehrere Individuen zu gemeinschaftlichen Problemlösungen beitragen können.“ Die Forscher zeigen sich zugleich auch zuversichtlich, dass zukünftig auch wesentlich komplexere Hirn-zu-Hirn-Netzwerke möglich sein werden. So gebe es beispielsweise keinen Grund, warum das Experiment nicht auch über größere Entfernungen und sogar via Internet „gespielt“ werden könne:

„Ein Cloud-basierter Hirn-zu-Hirn-Interface-Server könnte beispielsweise direkt Informationsübertragungen mittels der hierzu notwendigen Instrumente ermöglichen und so Cloud-basierte Interaktionen zwischen Gehirnen auf globaler Ebene ermöglichen“, so Stocco und Kollegen und führen dazu abschließend weiter aus: „Die weitere Verfolgung der Idee von Hirn-zu-Hirn-Interfaces hat nicht nur das Potential, neue Grenzen der zwischenmenschlichen Kommunikation und Zusammenarbeit zu öffnen, sie ermöglicht uns auch neue und tiefere Erkenntnisse über das menschliche Gehirn.“

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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zuletzt bearbeitet 20.03.2019 07:57 | nach oben springen
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#23

RE: Das Gehirn:

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