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#31

RE: Das Gehirn:

in Biomagie - Die Vereinigung von Kraft & Form: 30.06.2025 20:34
von Adamon • Nexar | 15.946 Beiträge

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zuletzt bearbeitet 13.09.2025 20:57 | nach oben springen
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#32

RE: Das Gehirn:

in Biomagie - Die Vereinigung von Kraft & Form: 31.12.2025 16:46
von Adamon • Nexar | 15.946 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...n-neugeborenen/

Mikrobiom hat Einfluss auf die Gehirnentwicklung von Neugeborenen:

East Lansing (USA) – Unser Körper ist ein Biotop. Milliarden von Mikroorganismen: Bakterien, Pilze und andere Mikroben besiedeln Haut, Darm und Schleimhäute. Lange galten diese winzigen Mitbewohner vor allem als Verdauungshelfer oder Krankheitskeime. Doch in den letzten Jahren mehren sich die Hinweise, dass das sogenannte Mikrobiom eine viel tiefere Rolle spielt – bis hin zu unserem Immunsystem, Stoffwechsel und sogar unserem Verhalten. Jetzt haben US-Neuromediziner erstmals nachgewiesen: Mikroben können auch die Entwicklung des Gehirns bei Neugeborenen beeinflussen.


Symbolbild (Illu., KI erstellt)
Copyright: beasternchen (via Pixabay.com) / Pixabay License

Wie das Team um Yvonne C. Milligan vom Neuroscience Institute an der Georgia State University aktuell im Fachjournal „Hormones & Behaviour“ (DOI: 10.1016/j.yhbeh.2025.105742) berichtet, sei die Erkenntnis deshalb brisnat, weil der moderne medizinische Einsatz rund um Schwangerschaft und Geburt, etwa der routinemäßige Einsatz von Antibiotika oder der Kaiserschnitt, nachweislich die Zusammensetzung des Mikrobioms bei Mutter und Kind verändern. Eine direkte Auswirkung auf die neurologische Entwicklung von Neugeborenen sei damit durchaus möglich, so die Forschenden.

Dass der Darm mit seinem riesigen Nervengeflecht eng mit dem Gehirn verbunden ist, ist nicht neu. Die Forschung spricht vom „Darm-Hirn-Achse“ und meint damit eine Art Kommunikationsnetzwerk zwischen Verdauungstrakt und zentralem Nervensystem. Neu ist jedoch der Nachweis, dass Mikroben direkt zur Bildung und Formung des sich entwickelnden Gehirns beitragen.

„Wir sehen immer deutlicher, dass das Mikrobiom nicht nur ein Mitspieler ist, sondern möglicherweise ein zentraler Regisseur in den frühen Phasen der Gehirnentwicklung“, so GG, Kolleginnen und Kollegen.

Besonders im Fokus steht in der Studie die Art und Weise, wie Kinder auf die Welt kommen. Allerdings sind die Bedenken und damit einhergehend auch die Argumente nicht ganz neu: Bei einer vaginalen Geburt nimmt das Neugeborene erstmals Bakterien aus dem Geburtskanal auf. Diese „erste Besiedlung“ beeinflusst entscheidend, wie sich das Mikrobiom des Babys in den folgenden Wochen und Monaten entwickelt. Bei einem Kaiserschnitt fällt dieser Schritt weg und die Kinder werden mit anderen Bakterien besiedelt, etwa von der Haut der Mutter oder aus der Krankenhausumgebung.

Ähnlich verhält es sich mit dem Einsatz von Antibiotika kurz vor oder während der Geburt: Antibiotika können gefährliche Infektionen verhindern, doch sie töten zugleich auch nützliche Mikroben ab. Für das Mikrobiom des Kindes bedeutet das: Abhängig von der Ausgangssituation also ein Start unter möglicherweise erschwerten Bedingungen.

Die Studie deutet nun an, dass diese frühen Störungen weit über den Darm hinausreichen können. „Das Mikrobiom scheint Signale an das sich entwickelnde Gehirn zu senden, die für Wachstum, Verschaltung und Funktionsweise entscheidend sind. Fehlen bestimmte Mikroben oder geraten sie aus dem Gleichgewicht, könnte dies Auswirkungen auf kognitive Fähigkeiten, emotionales Verhalten oder die Anfälligkeit für neurologische Erkrankungen haben.“

Die Forschenden geben auch zu bedenken, dass diese Forschung noch ganz am Anfang stehe, die genauen Mechanismen zu verstehen. Allerdings seien die Daten sind eindeutig genug, um das Thema ernst zu nehmen.

Statt Panikmache sehen die Autorinnen und Autoren die Ergebnisse eher als Chance: Das Wissen könne langfristig dazu führen, dass Geburtsmedizin anders gedacht wird. Schon heute experimentieren einige Ärztinnen und Ärzte mit sogenannten „Mikrobiom-Therapien“ – etwa der gezielten Gabe von Probiotika, um ein gesundes Gleichgewicht der Mikroben wiederherzustellen. Auch die Idee, Babys nach Kaiserschnitt mit mütterlichen Bakterien zu „impfen“, wird diskutiert.

Darüber hinaus könnte das Mikrobiom eines Tages gezielt genutzt werden, um die Gehirnentwicklung positiv zu beeinflussen – ähnlich wie man heute Vitamine oder Nährstoffe empfiehlt.

Ganz außer Frage stellen die Autoren und Autorinnen die Errungenschaften und in vielen Fällen Notwendigkeit der modernen Geburtshilfe, die bereits Millionen Leben gerettet hat. Kaiserschnitte und Antibiotika sind oft lebensnotwendig. Die neue Studie macht zugleich aber deutlich: Eingriffe, die kurzfristig sicher sind, können langfristige Nebenwirkungen haben, die bislang unterschätzt wurden.

Die Herausforderung der Zukunft bestehe also darin, die Vorteile moderner Medizin zu bewahren und gleichzeitig die Bedeutung des Mikrobioms stärker zu berücksichtigen, so die Forschenden abschließend.

Recherchequelle: Michigan State University

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#33

RE: Das Gehirn:

in Biomagie - Die Vereinigung von Kraft & Form: 01.01.2026 07:20
von Adamon • Nexar | 15.946 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...ie-auf-sprache/

Menschliches Gehirn reagiert auf Laute von Primatenverwandten wie auf Sprache:

Genf (Schweiz) – Das menschliche Gehirn erkennt nicht nur menschliche Sprache. Eine neue Studie zeigt, dass bestimmte Bereiche des auditorischen Kortex gezielt auch auf die Lautäußerungen von Schimpansen reagieren – unseren nächsten Verwandten sowohl aus evolutionärer als auch aus akustischer Sicht.

Wie Leonardo Cervolo, Coralie Debraque, Thibaud Gruber und Didier Grandjean von vom Swiss Center For Affective Science an der Université de Genève (UNIGE) aktuell im Fachjournal „eLife“ (DOI: 10.7554/eLife.108795.1) berichten, zeigen ihre Untersuchungen, dass bestimmte Fähigkeiten zur Verarbeitung von Lautäußerungen zwischen Menschen und Menschenaffen geteilt werden. Wenn Versuchspersonen die Rufe von Schimpansen hörten, unterschied sich die neuronale Reaktion deutlich von jener auf Lautäußerungen von Bonobos oder Makaken.


Symbolbild: Schimpansenmutter mit Kind.
Copyright: H. Zell (via WikimediaCommons) / CC BY-SA 3.0
Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es im menschlichen Gehirn Unterregionen gibt, die besonders empfindlich auf die Stimmen bestimmter Primatenarten reagieren. Das wiederum eröffnet neue Perspektiven auf den Ursprung der Stimmerkennung und könnte wichtige Hinweise zur Entwicklung der Sprache liefern.

Die menschliche Stimme ist ein zentrales Signal sozialer Kommunikation. Entsprechend nimmt ihre Verarbeitung einen großen Teil des auditorischen Kortex ein. Unklar war bislang, ob diese Fähigkeiten ausschließlich menschlich sind oder auf älteren evolutionären Grundlagen beruhen. Um dieser Frage nachzugehen, wählten die Forschenden einen evolutionsbiologischen Ansatz. Sie verglichen die neuronale Verarbeitung von Lautäußerungen verschiedener Primatenarten, die dem Menschen unterschiedlich nahestehen, darunter Schimpansen, Bonobos und Makaken. Auf diese Weise lässt sich untersuchen, welche neuronalen Mechanismen der Mensch mit anderen Primaten teilt – und welche nicht – und wie sich die Grundlagen vokaler Kommunikation lange vor dem Auftreten der Sprache entwickelt haben könnten.

Im Rahmen der Studie hörten 23 erwachsene Probandinnen und Probanden Lautäußerungen von vier Arten: menschliche Stimmen als Referenz, Schimpansenrufe als genetisch und akustisch besonders nahe Verwandte, Bonobo-Laute, die zwar genetisch ähnlich, klanglich jedoch eher vogelähnlich sind, sowie Rufe von Makaken, die sowohl genetisch als auch akustisch weiter entfernt sind. Mithilfe funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) analysierten die Forschenden die Aktivität im auditorischen Kortex. Ziel war es zu überprüfen, ob es dort eine Unterregion gibt, die speziell auf Primatenstimmen reagiert.

Genau eine solche Spezialisierung konnte das Team nachweisen: Ein Bereich des auditorischen Kortex, der sogenannte superiore Temporalgyrus, der an der Verarbeitung von Geräuschen, Sprache, Musik und Emotionen beteiligt ist, zeigte eine spezifische Aktivierung bei den Lautäußerungen bestimmter Primaten. Besonders auffällig war die Reaktion auf Schimpansenstimmen: Diese unterschied sich klar von der neuronalen Aktivität, die durch Bonobo- oder Makakenlaute ausgelöst wurde.

Diese Spezifität ist bemerkenswert, da Bonobos dem Menschen genetisch ebenso nahestehen wie Schimpansen, ihre Lautäußerungen jedoch akustisch deutlich anders aufgebaut sind. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass nicht allein die genetische Nähe, sondern die Kombination aus evolutionärer Verwandtschaft und akustischer Ähnlichkeit entscheidend dafür ist, wie das menschliche Gehirn auf Primatenstimmen reagiert.

Die Entdeckung eröffne neue Ansatzpunkte für das Verständnis der Evolution der neuronalen Grundlagen von Kommunikation, so die Forschenden. „Sie legt nahe, dass bestimmte Hirnregionen beim Menschen im Laufe der Evolution eine Sensibilität für die Lautäußerungen naher Verwandter bewahrt haben. Während bereits bekannt war, dass im Tierreich spezialisierte Gehirnareale auf die Stimmen von Artgenossen reagieren, zeigt diese Studie, dass auch beim erwachsenen Menschen ein Bereich – der anteriore superiore Temporalgyrus – auf nicht-menschliche Lautäußerungen anspricht.“

Die Ergebnisse stützen die Annahme, dass bestimmte Fähigkeiten zur Verarbeitung von Stimmen zwischen Menschen und Menschenaffen geteilt werden und somit älter sind als die artikulierte Sprache. Darüber hinaus könnten sie helfen, die Entwicklung der Stimmerkennung und möglicherweise auch der Sprache beim Menschen besser zu verstehen – etwa indem sie erklären, wie Säuglinge schon sehr früh, möglicherweise sogar vor der Geburt, die Stimmen vertrauter Personen erkennen können.

Recherchequelle: Université de Genève

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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