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#31

RE: Der Affe:

in Tiere: 13.01.2025 04:55
von Adamon • Nexar | 15.937 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...faehig20240731/

Alte Filmaufnahmen belegen: Schimpansen zu rudimentärer Sprache fähig:


Symbolbild: Schimpanse
Copyright: Pierre Fidenci (via WikimediaCommons) / CC BY -SA 2.5
Stockholm (Schweden) – Die Frage, warum nur Menschen eine vokale Sprache entwickelt haben, wird seit Jahrzehnten diskutiert. Ein Team aus Psychologen und Sprachwissenschaftlern hat anhand alter Filmaufnahmen herausgefunden, dass Schimpansen unter den richtigen Umständen rudimentäre sprachähnliche Elemente erlernen können.
Das Team um Axel G. Ekström von der Königlich Technischen Hochschule berichtet im Fachjournal „Scientific Reports“ (DOI: 10.1038/s41598-024-67005-w), dass bisher angenommen wurde, Menschenaffen fehle die zur Sprache notwendige Kehlkopfphysiologie oder die gezielte Steuerfähigkeit von Lippen, Zunge und Kiefer.

„Sowohl Stimmgebung als auch kieferoszillatorische Bewegungen sind bei den meisten Säugetieren von Geburt an vorhanden, aber menschliche Sprecher nutzen diese Fähigkeiten zur Produktion von Silben, definiert als Kombination aus konsonantalen Rahmen und vokalischem Inhalt“, so die Forschenden. „Würde eine solche silbische Kopplung bei einem nicht-menschlichen Menschenaffen nachgewiesen, würde dies den Ursprung dieser Fähigkeiten auf eine frühere Evolutionsstufe zurückdatieren.“

Ekström und Kollegen zeigen durch phonetische Analysen und Hörversuche alter Filmaufnahmen, dass die Schimpansen Johnny und Renata disyllabische Äußerungen wie „mama“ produzieren konnten. Johnny schien [m] als wortinitiale Silbe von „mama“ zu produzieren, wobei bei mehreren Äußerungen ein unvollständiger Lippenverschluss zu „wama“ führte. Diese Merkmale waren leicht identifizierbar. Renata hingegen produzierte zuverlässig „mama“ durch vollständigen bilabialen Verschluss.



Die Studie schließt: „Die lexikalische Form „mama“, wenn sie von Schimpansen gesprochen wird, weist phonetische Merkmale auf, die typisch für menschliche Sprecher sind und wird als kontextuell angemessen wahrgenommen. Diese Ergebnisse stützen die wachsende Anzahl von Beweisen dafür, dass große Menschenaffen vokale Produktion lernen können.“

Einschränkend heißt es: „Da unsere Daten aus historischem Filmmaterial stammen und nicht unter experimentellen Bedingungen gesammelt wurden, können wir nicht feststellen, wie die Schimpansen ihre Vokalisationen erlernt haben.“

Frühere Studien zu Sprachprojekten mit Menschenaffen wurden oft falsch dargestellt. Die wenigen beteiligten Affen wurden irrtümlich als Repräsentanten ihres gesamten Genus gesehen. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Interpretation dieser klassischen Studien mit Vorsicht erfolgen muss. Das Fehlen von Beweisen sollte nicht als Beweis für das Fehlen solcher Fähigkeiten angesehen werden.“

„Fünfzig Jahre nach diesen Projekten dokumentieren Betreuer nun den ‚Missbrauch und die Grausamkeit, die diesen Tieren im Namen der psychologischen Forschung zugefügt wurden‘. Die Affen in den Studien waren traumatisiert, ihre Bedürfnisse wurden nicht erfüllt. Die aktuellen Diskussionen über die Evolution von Sprache stützen sich dennoch auf diese Studien, während neue ethisch genehmigte Studien ignoriert werden.“ Abschließend betont Ekström: „Menschenaffen können menschliche Wörter produzieren; das Versäumnis lag an den Forschern, nicht an den Tieren.“

Recherchequelle: Scientific Reports

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#32

RE: Der Affe:

in Tiere: 31.12.2025 09:56
von Adamon • Nexar | 15.937 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...nlichen-regeln/

Sprache: Bonobos kombinieren ihre Rufe nach sprachähnlichen Regeln:


Mia, ein junges Bonobo-Weibchen aus der Fekako-Gemeinschaft, ruft als Antwort auf entfernte Gruppenmitglieder.
Copright/Quelle: Martin Surbeck, Kokolopori Bonobo Research Project

Zürich (Schweiz) – Bonobos sind nicht nur die nächsten Verwanden des Menschen, sie bilden auch komplexe Lautfolgen, wie sie an sich schon menschlichen Wortkombinationen ähneln.

Wie da Team um die volutionsbiologin Mélissa Berthet von der Universität Zürich (UZH) gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen der Harvard University in einer aktuell im Fachjournal „Science“ (DOI: 10.1126/science.adv1170) veröffentlichten Studie zeigen, reichen die Schlüsselaspekte der Sprache evolutionär weit zurück.

Sprachwissenschaft in freier Wildbahn
Für ihre Untersuchungen haben die Forschenden das Stimmverhalten wilder Bonobos im Kokolopori Community Reservat in der Demokratischen Republik Kongo beobachtet. Mit neuartigen linguistischen Methoden zeigen sie erstmals, dass Bonobos ihre Lautäußerungen ähnlich wie Menschen nach dem Prinzip der Kompositionalität zusammensetzen.

„Nach diesem Prinzip werden Wörter zu Wortgruppen kombiniert, deren Bedeutung von den einzelnen Wörtern und ihrer Reihenfolge abhängt“, erläutert die UZH-Pressemitteilung und führt dazu weiter aus: „Bei einfacher Kompositionalität ergibt sich die Bedeutung aus der Addition der Bestandteile: ein ‚blonder Tänzer‘ ist sowohl blond als auch ein Tänzer. Bei komplexerer Kompositionalität beeinflusst ein Element das andere: Ein ‚schlechter Tänzer‘ ist nicht einfach ein Tänzer mit einer zusätzlichen Eigenschaft, sondern das Adjektiv verändert die gesamte Bedeutung der Wortgruppe.

Ein Bonobo-Wörterbuch
In einem ersten Schritt wandten die Forscher eine von Linguisten entwickelte Methode an, um die Bedeutung menschlicher Wörter zu quantifizieren. „Damit konnten wir eine Art Bonobo-Wörterbuch erstellen – eine vollständige Liste der Bonobo-Rufe und ihrer Bedeutungen“, so Berthet. „Dies ist ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Kommunikation anderer Arten, da wir zum ersten Mal die Bedeutung von Lauten im gesamten Lautrepertoire eines Tieres bestimmen.“

Nachdem die Forscher die Bedeutung der einzelnen Bonobo-Rufe bestimmt hatten, untersuchten sie deren Kombinationen mit einem weiteren linguistischen Ansatz. „Auf diese Weise konnten wir messen, wie die Bedeutung einzelner Rufe mit derjenigen von Rufkombinationen zusammenhängt“, erklärt Simon Townsend, Professor für Primaten-Kommunikation, ebenfalls an der UZH. Die Forschenden identifizierten zahlreiche Kombinationen, deren Bedeutung sich aus ihren Bestandteilen ergab – ein zentrales Merkmal der Kompositionalität. Einige wiesen sogar überraschende Ähnlichkeiten mit den komplexeren Strukturen der menschlichen Sprache auf. „Das deutet darauf hin, dass die Fähigkeit, Laute auf komplexe Weise zu kombinieren, nicht so einzigartig für den Menschen ist, wie wir dachten“, sagt Berthet.

Kompositionalität und Lautbildung sind älter als gedacht

Anhand der Ergebnisse schlussfolgern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass die evolutionären Wurzeln der sprachlichen Kompositionalität deutlich älter sind als bisang angenommen: „Menschen und Bonobos hatten vor 7 bis 13 Millionen Jahren einen gemeinsamen Vorfahren und teilen viele Merkmale ihrer Abstammung – wahrscheinlich auch die Kompositionalität ihrer Kommunikation“, fasst Mitautor, Harvard-Professor Martin Surbeck zusammen. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass unsere Vorfahren diese Fähigkeit bereits vor mindestens 7 Millionen Jahren besaßen – wenn nicht sogar früher.“

Die Studie zeigt auch, dass die Fähigkeit, aus kleineren Lauten komplexe Bedeutungen zu bilden, lange vor der menschlichen Sprache existierte. Damit unterstreicht die Studie, dass die stimmliche Kommunikation der Bonobos der menschlichen Sprache ähnlicher ist als bislang gedacht.

Recherchequelle: UZH

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#33

RE: Der Affe:

in Tiere: 31.12.2025 10:35
von Adamon • Nexar | 15.937 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...eln-rhythmisch/

Musik älter als die Menschheit? Auch Schimpansen trommeln rhythmisch:

Wien (Österreich) – Musik galt eigentlich als Erfindung der Menschen. Nun zeigt eine Studie jedoch, dass gemeinsames und abgestimmtes Musizieren älter sein könnte, als die Menschheit selbst.

Wie das Team aus Forschenden der Universitäten Wien, St. Andrews und Sapienza in Rom aktuell im Fachjournal „Current Biology“ (DOI: 10.1016/j.cub.2025.04.019) aufzeigt, folgen auch Schimpansen beim Trommeln einem Rhythmus und einzelne Gruppen verschiedener Unterarten verwenden sogar unterschiedliche Rhythmen verwenden. „Wir Menschen teilen also einen entscheidenden Baustein der Musikalität mit Schimpansen: rhythmisches Trommeln.“


Ein männlicher Ostafrikanischer Schimpanse aus der Sonso-Gemeinschaft im Budongo-Wald (Uganda) bei einem „Pant-Hoot“-Ruf.
Copyright: Adrian Soldati
„Schimpansen trommeln, um die anderen, teils weit entfernten Mitglieder ihrer Gruppe darüber zu informieren, wo sie sich gerade befinden und was sie tun – eine Art ‚Check-in‘ im Regenwald“, erklärt Vesta Eleuteri, Studienleiterin und Verhaltensbiologin an der Universität Wien. Über einen Kilometer hinweg ist das Trommeln durch den Wald zu hören.

Schon zuvor konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigen, dass jeder Schimpanse seinen eigenen Trommelstil hat. Nun konnten sie die Frage beantworten, ob die Schimpansen rhythmisch Trommeln – wie in der menschlichen Musik.

In einem weltweit einzigartigen Datensatz trugen die Forschenden Ereignisse von trommelnden Schimpansen aus Regenwäldern und Savannenwäldern in ganz Afrika, mit Trommeln aus 11 Gemeinschaften aus sechs verschiedenen Populationen im Osten und Westen des Kontinents aus über hundert Jahren zusammen.

„Wir haben festgestellt, dass Schimpansen aus Westafrika – wie Menschen – oft isochron trommeln. Bei isochronen Rhythmen treten die Töne in genau gleichen Zeitabständen nacheinander auf: wie das Ticken einer Uhr oder die Kick-Drum in der elektronischen Musik. Schimpansen aus Ostafrika ziehen es vor, kurze und lange Intervalle in ihrem Trommeln abzuwechseln. Schimpansen aus Westafrika trommeln außerdem schneller als ihre östlichen Verwandten“, fasst Eleuteri zusammen.

Die Ergebnisse deuten demnach darauf hin, dass die menschliche Fähigkeit, rhythmisch zu trommeln, möglicherweise schon lange vor dem Entstehen des Menschen selbst existierte“, erklärt Cat Hobaiter von der Universität St. Andrews und Co-Autorin der Studie.

Damit liefert die Studie einen Teil des Puzzles zum Verständnis der Ursprünge und der Entwicklung der Musikalität“, sagt Andrea Ravignani von der Sapienza Universität Rom und ebenfalls Mitautorin abschließend. „Die Daten deuten darauf hin, dass wir Menschen einen entscheidenden Baustein für Musik mit Schimpansen gemeinsam haben: perkussive, musikähnliche Rhythmen.“

Recherchequelle: Universität Wien

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#34

RE: Der Affe:

in Tiere: 31.12.2025 10:53
von Adamon • Nexar | 15.937 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...ansen-angelegt/

Sprachnervenfasern auch bei Schimpansen angelegt:

München (Deutschland) – Sprache gilt als eine der einzigartigsten menschlichen Eigenschaften, die uns von allen anderen Lebewesen auf unserem Planeten unterscheidet.
Jetzt haben Neurowissenschaftler erstmals nachgewiesen, dass aber auch Schimpansen über neuronale Verbindung zwischen Spracharealen im Gehirn verfügen – eine bedeutende Entdeckung zur evolutionären Entwicklung unserer Sprache.

Wie das Team um Yannick Becker vom Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) und in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie und dem Alfred-Wegener-Institut aktuell im Fachjournal „Nature Communications“ (DOI: 10.1038/s41467-025-59254-8) berichtet, weist das als „fasciculus arcuatus“ (AF) bezeichneten Nervenfaserbündel nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Schimpansen (und damit vielleicht auch bei anderen Menschenaffen?) eine Verbindung zum mittleren Schläfenlappen (MTG) auf.


Nervenfasern im Gehirn eines Schimpansen
Copyright: MPI CBS
„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die für Sprache entscheidende neuronale Architektur beim Menschen nicht völlig neu entstanden ist“, erläutert Becker „Sie hat sich wahrscheinlich aus einer evolutionär älteren, bereits vorhandenen Struktur weiterentwickelt. Die Verbindung ist bei Schimpansen viel schwächer ausgeprägt als beim Menschen und erlaubt möglicherweise deshalb nicht die komplexe menschliche Sprache.“

Dieses angelegte neuronale Sprachnetzwerk konnten die Forscher bei allen 20 untersuchten, verstorbenen, einst wildlebenden Schimpansen aus dem Urwald mittel hochauflösender Magnetresonanztomographie nachweisen.

Ging die Forschung bislang davon aus, dass die anatomischen Strukturen der Sprache erst beim Menschen entstanden sind, sei es nun „wahrscheinlich, dass diese neuronale Architektur, die eine komplexe Kommunikation unterstützt, bereits beim letzten gemeinsamen Vorfahren der Menschen und der Schimpansen vor sieben Millionen Jahren vorhanden war und die Evolution der Sprache beim Menschen erst ermöglichte. Da das Gehirn des gemeinsamen Vorfahren von Menschen und Schimpansen aber nicht erhalten ist, kann die evolutionäre Entwicklung der Grundlage unserer Sprache also nur im Vergleich mit unseren nächsten Verwandten, den Schimpansen, aufgeklärt werden.“

„Unsere Ergebnisse verändern nun das Verständnis der evolutionären Entwicklung von Sprache und Kognition insgesamt“, erklärt Angela D. Friederici, Mitautorin der Studie und Direktorin der Abteilung Neuropsychologie am MPI CBS.

Zukünftig wollen die Forschenden des internationalen Konsortiums gemeinsam mit Partnern aus afrikanischen Wildreservaten und Auffangstationen sowie europäischen Zoos zur Lebenszeit erhobenen Verhaltensdaten von Menschenaffen mit den neuen Gehirndaten verknüpfen. „Auf diese Weise können die neuronalen Grundlagen der kognitiven Fähigkeiten von Menschenaffen genauer erforscht werden“, so Yannick Becker abschließend.

Recherchequelle: Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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