RE: Die Rätsel des Mars IV: - 6
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#76

RE: Die Rätsel des Mars IV:

in Astromagie & Sternsehung: 13.02.2017 19:36
von Adamon • Nexar | 13.560 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...f-mars20170130/

Leben auch trotz niedrigstem Luftdruck auf dem Mars möglich:


Künstlerische Darstellung des einstigen und von Wasser geprägten Mars (Illu.)
Copyright: ESO/M. Kornmesser
Fayetteville (USA) – Auch auf dem Mars, mit seinem bislang als lebensfeindlich geltenden niedrigen atmosphärischen Druck, könnten Mikroben existieren. Zu diesem Schluss kommen US-Forscher als Ergebnis einer aktuellen Studie. Hier könnten die Mikroorganismen für die fortwährende Methanproduktion auf dem Roten Planeten verantwortlich sein.

„Auf der Erde finden wir in nahezu allen Formen von Umgebungen auch zumindest Mikroorganismen“, erläutert die Astrobiologin Rebecca Mickol vom Arkansas Center for Space and Planetary Sciences an der University of Arkansas und führt weiter aus: „Zwar ist der Mars heute trocken und kalt, doch früher gab es dort reichlich Wasser in Flüssen, Seen und Meeren. Überall, wo wir auf der Erde Wasser finden, da finden wir auch Leben und vielleicht war das einst auch auf dem Roten Planeten so. Doch auch heute könnte es auf dem Mars noch dortiges Leben geben. (…) Tatsächlich ist es nur schwer vorstellbar, dass es auf anderen Planeten und Mond keine Organismen geben sollte.“

Wie das Team um Mickol aktuell im Fachjournal „Origins of Life and Evolution of Biospheres“ (DOI: 10.1007/s11084-016-9519-9) berichtet, befeuert gerade die Entdeckung von fortwährend erzeugtem Methan in der Marsatmosphäre (…GreWi berichtete) die Hoffnung der Wissenschaftler, dass dieses nicht auf non-biologischem Weg, wie etwa vulkanische Aktivität – produziert wird, sondern das Ergebnis von stoffwechselnden Organismen ist. „Auf der Erde entsteht das meiste Methan auf biologischem Weg. Gleiches gilt möglicherweise auch für den Mars.“

In ihren Untersuchungen konzentrierten sich die Forscher um Mickol also auf sogenannte Methanogene. Die auch als „Methanbildner“ bezeichneten Bakterien bzw. Archeen leben auf der Erde vornehmlich in Sümpfen und Marschländern, kommen aber auch in Rindermägen, Termiten und anderen Pflanzenfressern sowie in totem und verwesendem Gewebe vor. Zugleich gehören sie zu den einfachsten und ältesten Organismen auf der Erde und benötigen als sogenannten Anaeroben keinen Sauerstoff. Stattdessen nutzen sie meist Wasserstoff oder Kohlendioxid als Energiequelle.

Da Methanbildner ohne Sauerstoff und ohne Photosynthese auskommen, könnten sie auch unter der Marsoberfläche – hier vor der schädlichen ultravioletten Strahlung geschützt – gedeihen. Allerdings wären sie hier auch einem extrem niedrigen atmosphärischen Druck ausgesetzt – wie er für gewöhnlich als lebensfeindlich gilt.

Im Vergleich zur Erde liegt der atmosphärische Druck während eines Marsjahres an der Marsoberfläche bei einem Hundert- bis Tausendstel – zu niedrig also, dass flüssiges Wasser auf der Oberfläche des Planeten existieren könnte und unmittelbar verdampfen würde.

Um nun zu untersuchen, ob und wie Methanogene auf die buchstäblich dünne Marsluft reagieren, setzten die Forscher vier Arten der Mikroben (Methanothermobacter wolfeii, Methanosarcina barkeri, Methanobacterium formicicum und Methanococcus maripaludis) dem simulierten Bedingungen unmittelbar unterhalb der Marsoberfläche aus.

Tatsächlich überlebten die Mikroben den simulierten Mars-Druck in Versuchen zwischen 3 bis 21 Tage und das bis auf einen Druck, der nur noch bei einem Sechstausendstel des Drucks an der Erdoberfläche lag.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass selbst extrem niedriger Druck auf einige Organismen kaum Auswirkungen zu haben scheint“, so Mickol abschließend. „Zwar sind diese Ergebnisse kein Beweis dafür, dass es auf dem Mars oder anderen Planeten Leben gibt, aber sie zeigen, dass es durchaus möglich ist – selbst wenn die Umweltbedingungen im Vergleich zur Erde zunächst lebensfeindlich erscheinen.“

Während die bisherigen Experimente bei Temperaturen knapp oberhalb des Gefrierpunkts durchgeführt wurden, wollen die Wissenschaftler in nächsten Schritten nun auch die Temperaturen im Labor denen auf dem Mars auf 0 bis zu minus 100 Grad Celsius angleichen.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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RE: Die Rätsel des Mars IV:

in Astromagie & Sternsehung: 01.05.2017 20:22
von Adamon • Nexar | 13.560 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...m-mars20170215/


Zwischen aktiven Mars-Dünen im Lucaya-Krater (hier eine Falschfarbendarstellung der Bilddaten der HiRISE-Kamera an Bord der NASA-Sonde „Mars Reconnaissance Orbiter“, MRO) haben Geologen Bodenmuster entdeckt (s. Pfeile), die charakteristisch für einstiges Wasser sind.
Copyright/Quelle: Dr. Mary Bourke (Trinity College Dublin), NASA
Dublin (Irland) – Auf Satellitenaufnahmen des Mars haben Wissenschaftler Spuren entdeckt, die jenen entsprechen, wie sie auf der Erde durch Fluten in sandigen Dünenfeldern hinterlassen werden. Die Geologen schlussfolgern nun, dass die besagte Marsregion noch vor geologisch „jüngerer“ Zeit auf ähnliche Weise überflutet wurde. Der Ort könnte damit ein interessantes Ziel für die Suche nach Leben auf dem Mars sein.

Wie das Team um Dr. Mary Bourke vom Trinity College und Professor Heather Viles von der University of Oxford aktuell im Fachjournal „Geophysical Research Letters“ (DOI: 10.1002/2016GL071467) berichtet, handelt es sich um streifenartige Strukturen in einer Dünenlandschaft im Lucaya-Krater.

„Auf der Erde werden Dünenfelder in Gebieten mit schwankendem Grundwasserspiegel immer wieder von Wasser überflutet – meist dort, wo Seen, Flüsse und Küsten in der Nähe sind“, erläutert die Geologin und führt weiter aus: „Diese periodischen Fluten hinterlassen ein sehr aussagekräftiges Muster im Boden.“

Auf der Grundlage ihrer frühren Untersuchungen von Dünenmustern in der irdischen Namibwüste gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die sogenannten „bogenförmigen Rillen“ (arcuate striations) im Mars-Krater auf die gleiche Weise entstanden sind, wie jene auf der Erde:


Zum Vergleich: Bogenförmige Rillen zwischen Wanderdünen der Nambiwüste.
Copyright/Quelle: Dr. Mary Bourke (Trinity College Dublin)

„Diese Muster in der Namib finden sich auf Oberflächen zwischen wandernden Sanddünen. Unsere Feldforschungen haben gezeigt, dass diese bogenförmigen Rillen das Ergebnis von Dünenablagerungen sind, die geochemisch durch Salze verfestigt wurden, die von verdunstendem Grundwasser zurückgelassen wurden. Diese Dünensedimente werden später dann relativ immobil, sie bleiben also zurück, wenn die Düne selbst mit dem Wind weiterwandert.“

Genau diese Muster haben die Forscher nun auch auf dem Mars entdeckt: „Man kann sich vielleicht vorstellen, wie begeistert wir waren, als wir diese Visitenkarte auch auf dem Roten Planeten gefunden haben. Sie beleget, dass hier noch in geologisch jüngerer Zeit Wasser geflossen sein muss.“

Gegenüber „Grenzwissenschaft-Aktuell“ (GreWi) konkretisiert Bourke diese Datierung: „Ganz genau können wir das so derzeit und von hier aus natürlich nicht sagen. Ich selbst würde die Entstehung dieser Muster jedoch in das jüngste geologische Marszeitalter, die sogenannte Amazonische Marsperiode, datieren. (Anm. GreWi: Die Amazonische Marsperiode begann vor rund 1,8 Milliarden Jahren). Das bedeutet, diese Fluten sind jüngeren Datums als 3 Milliarden Jahre – wahrscheinlich sogar deutlich jünger. Grund für die Einschätzung ist der Erhaltungszustand der Dünen selbst. Im vergleich zu den neuzeitlichen und aktiven Dünen auf dem Mars sind diese Muster nur wenig verändert.“

Die Autoren halten ihre Entdeckung für besonders wichtig. Nicht nur, weil die Mars-Dünen Beweise dafür liefern, dass Wasser (geologisch betrachtet) noch vor gar nicht so arg langer Zeit auch rund um den Marsäquator floss, sondern auch vor dem Hintergrund zukünftiger Missionen auf der Suche nach Beweise für einstiges oder sogar heute noch existierendes Leben auf dem Mars. „Dieser Ort hat nun ein großes geologisches wie auch biologisches Potential.“

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RE: Die Rätsel des Mars IV:

in Astromagie & Sternsehung: 01.05.2017 20:58
von Adamon • Nexar | 13.560 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...tieren20170303/

Studie zeigt erneut: Mikroorganismen können auf dem Mars existieren:


Archivbild: Methanbildende Mikroorganismen
Copyright: Maryland Astrobiology Consortium, NASA, and STScI
Fayetteville (USA) – Zwei aktuelle Studien zeigen, dass einfache Formen urzeitlicher Mikroorganismen, sogenannte Methanogene oder auch Methanbildner, selbst unter den widrigen Bedingungen existieren könnten, die unmittelbar unterhalb der Marsoberfläche und in größeren Tiefen herrschen. Tatsächlich streiten Wissenschaftler immer noch über die Herkunft von Methan in der Marsatmosphäre – und obwohl das Gas auch aus nicht-biologischen Prozessen hervorgehen kann, sind es zumindest auf der Erde hauptsächlich biologische Vorgänge, die Methangas freisetzen.

„Wir halten methanbildende Mikroorganismen (Methanogene) für die idealen Kandidaten für mögliches Leben auf dem Mars“, erläutert Rebecca Mickol vom Arkansas Center for Space and Planetary Science an der University of Arkansas. „Nur wenige Millimeter des Oberflächenbodens des Mars (Regolith) reichen schon aus, um diese Organismen vor der schädlichen UV- und kosmischen Strahlung zu schützen, der die Marsoberfläche kaum geschützt ausgesetzt ist. Hinzu wurde Methan auch schon mehrfach in der Marsatmosphäre nachgewiesen. Obwohl die Herkunft dieses Methans noch kontrovers diskutiert wird, ist dieser Umstand doch schon jetzt sehr faszinierend. Denn zumindest auf der Erde ist das meiste Methan biologischer Herkunft.“

Wie die Forscher um Mickol im Fachjournal „Origins of Life and Evolution of Biospheres“ berichteten, haben sie die Bedingungen auf und unterhalb der Marsoberfläche mit dem Planetensimulator am W.M. Keck Laboratory nachgestellt und vier Arten der methanbildenden Archaen diesen ausgesetzt. Das Ergebnis: Alle vier Arten überstanden den simulierten Mars für mehr als 3 bis hin zum Ende der Experimente nach 21 Tagen (…GreWi berichtete).

„Die Verbreitung des irdischen Lebens, selbst unter hiesigen extremen Bedingungen und in vermeintlich unwirtlichen Umgebungen, sowie der Umstand, dass das Leben auf der Erde schon sehr früh nach deren Entstehung auftauchte, macht die Vorstellung unwahrscheinlich, dass es auf anderen Planeten und Monden nicht zumindest auch mikroskopisches Leben geben sollte“, so Mickol.

Zugleich untersuchte der Physiker Pradeep Kumar, ebenfalls an der University of Arkansas, die Auswirkungen auf mögliches Leben im Marsuntergrund in bis zu 30 Kilometern Tiefe. Geothermale Modelle des Mars legen nahe, dass hier unter extremen Druck und hohen Temperaturen flüssiges Wasser existieren könnte. Auch auf der Erde finden sich Methanbildner in hydrothermalen Umgebungen und das unter den verschiedensten Druckbedingungen, pH-Werten und Temperaturen.

In ihren Marssimulationen nutzten die Forscher um Kumar eine hydrostatische Druckkammer und erzeugten in dieser atmosphärische Druckverhältnisse vom bis zu 1.200-fachen der Marsoberfläche, bei Temperaturen von 55 Grad Celsius und pH-Werten von 4,96 bis 9,13. (Anm. Während ein pH-Wert von 7,0 als neutral gilt, sind Werte darunter zunehmend sauer bzw. darüber zunehmend alkalisch).

Die von Kumar und Kollegen aktuell im Fachjournal „Planetary and Space Science“ (DOI: 10.1016/j.pss.2016.11.012) veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die Methanogene M. wolfeii (und damit auch eine Art, die schon vom Mickol untersucht wurde) sämtliche simulierte Druck- und pH-Verhältnisse überstehen kann. In sauren Umgebungen steigerte sich die Wachstumsrate sogar mit zunehmendem Druck, während sie zwar auch unter neutralen und alkalischen Bedingungen zunächst anstieg, dann aber mit steigendem Druck hier wieder abnahm.

„Vor dem Hintergrund dieser Beobachtungen und dem Methan in der Marsatmosphäre, stützen unsere Ergebnisse die Vorstellung dass methanogene Archaeen durchaus im Marsuntergrund überleben und gedeihen könnten“, so Kumar abschließend.

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RE: Die Rätsel des Mars IV:

in Astromagie & Sternsehung: 01.05.2017 21:03
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http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...m-mars20170306/

Spuren einstiger Mega-Fluten auf dem Mars:


Blick auf die Flussmündung der Kasei-Täler auf dem Mars.
Copyright: ESA/DLR/FU Berlin, CC BY-SA 3.0 IGO
Berlin (Deutschland) – Die europäische Sonde „Mars-Express“ hat neuste Aufnahmen des Talsystems der Kasei Valles zur Erde geschickt. Dieses kündet von mehreren einstigen gigantischen Fluten auf dem Roten Planeten und entstand nicht durch den kontinuierlichen Abfluss von Oberflächenwasser.

In den Kasei Valles strömten einst gewaltige Wassermassen über die Oberfläche und formten dadurch eines der größten Talsysteme des Mars. Die neuen Aufnahmen der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betriebenen HRSC-Kamera zeigen einen Ausschnitt des Mündungsgebiets dieses Ausflusskanalsystems und in ihm mehrere Einschlagskrater, die am Übergang von der Tiefebene Chryse Planitia zum Marshochland liegen.

„Das Kanalsystem der Kasei Valles erstreckt sich über fast 2000 Kilometer“, erläutert das DLR. „Das ist deutlich länger als der Rhein. Von seiner Quellregion in Echus Chasma, nördlich des Grabenbruchs Valles Marineris am Marsäquator, bis zu seiner Mündung in Chryse Planitia in der nördlichen Tiefebene. Vor rund 3,6 und 3,4 Milliarden Jahren gab es mehrere Flutereignisse, die dieses Talsystem entstehen ließen.“

Der Umstand, dass die Täler in der Region Kasei Valles über lange Strecken recht gradlinig verlaufen lasse darauf schließen, dass diese durch einzelne gigantische Flutereignisse geformt wurden und nicht durch den kontinuierlichen Abfluss von Oberflächenwasser: „Denn dann wäre ihr Verlauf gewundener – wie wir es von Tälern großer Flüsse und Ströme auf der Erde kennen“, so Prof. Ralf Jaumann, DLR-Planetenforscher und wissenschaftlicher Leiter des HRSC-Experiments und führt weiter aus: „Wahrscheinlich brachen enorme Mengen geschmolzenen Grundeises zur Oberfläche durch und schürften bei ihrem Abfluss diese Täler aus. Ursache für dieses plötzliche Schmelzen des Eises könnte Hitze sein, die von vulkanischen Zentren ausging und das Gestein und damit auch das in Hohlräumen gespeicherte Eis in der Umgebung solcher ‚Hotspots‘ erwärmte.“

Der 25 Kilometer durchmessende Einschlagskrater Worcester, hat dabei der Erosionskraft der Megafluten in Kasei Valles zum Großteil standgehalten. „Zum einen bildet der Krater mit seinen anderthalb Kilometer hohen Rand ein hohes morphologisches Hindernis inmitten des Ausflusstals, zum anderen wurde durch den Einschlag das getroffene Gestein massiv verdichtet und hielt deshalb den erosiven Kräften der Fluten besser stand als das weniger kompakte anstehende Material der Umgebung.


Der Worcester-Krater erhebt sich über das einstige Flussbett.
Copyright: ESA/DLR/FU Berlin, CC BY-SA 3.0 IGO

An einigen Stellen wurde das beim Einschlag um den Krater abgelagerte Auswurfmaterial abgetragen, anderswo blieb es erhalten. Dadurch bildete sich stromabwärts eine stromlinienförmige Insel, die heute noch die ehemalige Fließrichtung des Wassers von West nach Ost erkennen lässt. Die terrassenförmigen Absätze am Rand zeigen an, wie hoch die Wasserstände bei den verschiedenen Flutereignissen waren. Zum Vergleich: Der bei einem Einschlag vor 15 Millionen Jahren in Süddeutschland entstandene Rieskrater hat ähnliche Abmessungen wie der Krater Worcester – der aber viele hundert Millionen Jahre älter ist, vielleicht sogar über eine Milliarde Jahre alt ist. Der Rand des Rieskraters ist jedoch in den „nur“ 15 Millionen Jahren seiner Existenz sehr stark abgetragen wurde.

Ein kleinerer, namenloser Einschlagskrater, der nördlich (im Bild rechts) neben dem Krater Worcester liegt, zeigt die Beschaffenheit des Talbodens an: Seine lobenartig geformte Auswurfdecke weist auf einen wasser- und eishaltigen Untergrund hin. Durch den Einschlag vermischte sich das Gestein mit Wasser und verdampfendem Eis, was den Auswurfmassen viel stärker die Eigenschaften eines flüssigen Mediums verlieh. Im Gegensatz dazu deutet die strahlenförmige Auswurfdecke des nördlichsten Kraters im Bild, der sich auf einem plateauartigen Restberg (am rechten Bildrand der Bilder 1, 3 und 4) befindet, auf einen trockenen Gesteinsuntergrund hin. Terrassen und kleine baumartig verzweigte (dendritische) Kanäle am Fuß des einen Kilometer hohen Restbergs zeigen unterschiedliche Wasserstände während zahlreicher Flutereignisse an, welche die Landschaft geprägt haben.“

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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RE: Die Rätsel des Mars IV:

in Astromagie & Sternsehung: 01.05.2017 21:07
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http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...machen20170307/

Künstliches planetares Magnetfeld soll den Mars wieder lebensfreundlich machen:


Die Grafik erläutert das neue Prinzip des „umweltfreundlichen Terraformings“ des Mars (Illu.).
Copyright: Green et al. / NASA
Washington (USA) – Während andere Wissenschaftler den heut kalt und vornehmlich trockenen Mars durch radikale Terraforming-Maßnahmen sozusagen auf künstlich erzwungenem Wege seine einst lebensfreundliche Atmosphäre und Umwelt wieder zurückgeben wollen, haben NASA-Wissenschaftler nun eine neue Vision vorgestellt: Mit einem künstlichen planetaren Magnetfeld, soll der Mars-Natur wieder auf die Sprünge geholfen gelassen werden.

Bisherige Konzepte des Terraforming sahen für den Mars von der künstlichen Bewölkung, über den Einsatz von Chemikalien bis hin zur Zündung von Nuklearsprengköpfen vornehmlich radikale Maßnahmen vor (…GreWi berichtete).

Auf dem Planetary Science Vision 2050 Workshop präsentierten NASA-Visionäre um den Direktor der Planetary Science Division der NASA, Jim Green, nun erstmals ein Konzept zur nahezu natürlichen Widerherstellung des einst deutlich wärmeren, feuchteren und damit auch lebensfreundlicheren Marsklimas.

Das gigantische Magnetfeld, so erläutern die Wissenschaftler die Vision, solle vor dem Planeten platziert werden und diesen in den durch den Sonnenwind erzeugten Magnetschweif einhüllen (s. Abb.o.) und so vor der schädlichen und stark erosiven Kraft eben dieses Sonnenwindes auf die gleiche Weise wie ein natürliches planetarer Schutzschild, die sogenannte Magnetosphäre, wie sie unserer Erde erzeugt und umgibt, schützen.

Planetenwissenschaftler gehen davon aus, dass auch der Mars einst ein eigenes planetaren Magnetfeld besaß, das jedoch vor Milliarden von Jahren kolabierte und seither die Planetenoberfläche ungeschützt dem Sonnenwind aussetzte.

Auf diese Weise wurde die einst deutlich dichtere Atmosphäre des Roten Planeten nach uns nach ins All gerissen, wodurch der Planet austrocknete und auskühlte.

„Die so geschaffene Situation würde dann viele Erosionsprozesse des Sonnenwindes eliminieren, und es der Marsatmosphäre wieder erlauben an Dichte, Druck und Temperatur zu gewinnen“, so die Forscher in ihrem zeitgleich veröffentlichten Artikel.


Simulation des erneut lebensfreundlich gemachten Mars (Illu.)
Copyright: Green et al. / NASA

Zwar klinge das Konzept im ersten Moment vielleicht fantastisch, doch werde schon heute am Miniaturausgaben der angedachten Magnetosphären geforscht, um damit Astronauten und Raumschiffe vor stellarer und kosmischer Strahlung zu schützen. In größerem Maßstab könnte genau diese Technologie auch den Mars umhüllen.

In Simulationen zeigen die Wissenschafter, wie die so erzeugte Magnetosphäre des Atmosphärenverlust des Mars aufhalten und den Atmosphärendruck schon binnen Jahren auf die Hälfte des irdischen Atmosphärendrucks erhöhen könnte. Angesichts einer derart dichteren Atmosphäre würde sich das planetaren Klima um etwa 4 Grad Celsius auf Temperaturen erhöhen, unter denen dann das an der nördlichen Polkappe gefrorenen Kohlendioxideis schmelzen und – in die Atmosphäre freigestezt – in dieser zu einem Treibhauseffekt führen würde. Auf diese Weise würden dann irgendwann einmal auch wieder Temperaturen entstehen, die dann das Wassereis des Mars in flüssiges Wasser, in Flüsse, Bäche, Seen und Meere verwandeln würden.“

Innerhalb weniger Generationen – und vielleicht sogar schon schneller – könnte der Mars auf diese Weise seine einst erdähnliche Lebensfreundlichkeit wieder erlangen ohne, dass es sich dabei um Terrraforming im bisherigen Sinne handeln würde: „Wir würden das Klima nicht künstlich verändern, sondern es der Natur lediglich wieder erlauben, geschützt von einem planetaren Magnetfeld – ihren einstigen Weg zu gehen. Alles das basiert zudem auf der Physik, die wir heute schon verstehen“, so Green abschließend. „Sollte dies innerhalb eines Menschenlebens gelingen, so wäre eine praktikable und erfolgreiche Kolonisation des Mars nicht mehr fern.“

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RE: Die Rätsel des Mars IV:

in Astromagie & Sternsehung: 02.05.2017 20:33
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Doch keine Wasserrinnsale auf dem Mars?


Dunkle, fingerartig sich ausbreitende Linien an Kraterrändern auf dem Mars. Sind sie das Ergebnis wässriger oder trockener Aktivität?

Paris (Frankreich) – Noch im vergangenen September bezeichneten NASA-Wissenschaftler die sich in den Mars-Sommermonaten an Kraterrändern bildenden und in den Wintermonaten wieder zurückziehenden, dunklen fingerartigen Strukturen als eindeutigen Beweis dafür, dass auf dem Mars auch heute noch Wasser in flüssiger Form an die Oberfläche tritt (…GreWi berichtete). Jetzt präsentieren französische und slowakische Wissenschaftler eine alternative – gänzlich trockene Erklärung für die Rinnsale.

Wie das Team um Frédéric Schmidt von der Université Paris-Saclay und Miroslav Kocifaj von der Slowakischen Akademie der Wissenschaften aktuell im Fachjournal „Nature Geoscience“ (DOI: 10.1038/ngeo2917) berichtet, könnten Sandrutschungen und Lawinen sowohl die als Recurring Slope Lineae (RSL) bezeichneten Strukturen sowie auch deren Schattierung ebenso erklären wie die zuvor eigentlich schon als gesichert präsentierte Deutung der „Finger“ als Rinnsale stark salzhaltigen Wassers. Laut Schmidt und Kollegen würde es sich also eher um eine optische Täuschung als um wässrige Abflussrinnen handeln.

Zu den Rutschungen könne es durch die verstärkte Sonneneinwirkung und Erwärmung in den Sommermonaten des Mars kommen: „Auf diese Weise könnten die oberste Sand- und Bodenschichten erwärmt werden, während die Partikel darunter weiter kalt bleiben“, so die Forscher und führen weiter aus: „Dieser Temperaturunterschied kann dann zu Druckveränderungen auf kleine Gastaschen führen, die sich zwischen den Sandpartikeln befinden, wodurch diese nach oben wandern und die oberen Sandschichten in Form kleiner Lawinen zum rutschen bringen. Das Ergebnis sind dann die RSL, die bislang schließlich ausschließlich an abfallenden felsigen Kraterrändern entdeckt wurden.

Auch der Farbunterschied, mit dem sich die dunklen „Finger“ in der Umgebung abzeichnen, könne durch das neue Modell dadurch erklärt werden, dass diese sich unter bestimmten Sonnenlicht-Einfallswinkeln deutlicher von der Umgebung abheben.

Weitere Untersuchungen sollen die neue Theorie nun auf den Prüfstand stellen.

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Rätselhafter Kreis auf dem Mars:


Kreisstruktur am Mars-Südpol.
Klicken Sie auf die Abbildungsmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.
Copyright: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona
Washington (USA) – Auf Aufnahmen der Mars-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) haben NASA-Wissenschaftler eine Kreisstruktur entdeckt, die sie sich nicht so ohne Weiteres erklären können.

Die Aufnahme der MRO-Bordkamera HiRISE zeigt den rätselhaften Kreis im Innern von in Schichtablagerungen in der eisigen Südpolregion des Mars.

„Während die Größe und Frequenz von Einschlagskratern für gewöhnlich eine Alterbestimmung der jeweiligen Landschaft ermöglicht, sind Krater in eisigem Terrain hierzu nur schwer nutzbar, da unterschiedliche Prozesse sie derart schleifen und verändern können, dass es oft kaum mehr möglich ist, wirklich sagen zu können, ob es sich bei der Struktur um einen Einschlagskrater oder etwas anderes handelt“, erläutert die NASA.

Um was es sich also bei dem Kreis am Mars-Südpol genau handelt, darüber rätseln die NASA-Wissenschaftler derzeit noch immer.

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- verwebe zu: Die Rätsel des Mars V:


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zuletzt bearbeitet 25.07.2017 19:15 | nach oben springen
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