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#1

Die Rätsel des Mars V:

in Astromagie & Sternsehung: 25.07.2017 19:13
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...n-sein20170505/

Selbst Mikroben dürften auf dem Mars selten sein:


Selfie-Mosaik des NASA-Marsrovers „Curiosity“.
Copyright: NASA
Mesa (USA) – Während aktuelle Marsmissionen immer noch nach Beweisen für einstiges oder sogar heute noch aktiven Leben auf dem Mars suchen, gibt es von einer Sache, die zumindest zahlreiche mikrobische Varianten des irdischen Lebens antreibt, in der Marsatmosphäre mehr als genug: Dennoch – das zeigt eine aktuelle Berechnung – dürfte Leben, dass sich davon ernährt auf dem Roten Planeten nur selten zu finden sein.

Wie der Astrobiologe Steven Sholes von der University of Washington auf der derzeit in Mesa stattfindenden „Astrobiology Science Conference“ berichtete, ist die Marsatmosphäre bekanntlich ungewöhnlich reich an Kohlenmonoxid, von dem sich zumindest auf der Erde zahlreiche Mikroben ernähren, in dem sie es in Kohlendioxid umwandeln.

Sholes hat nachgerechnet, wie schnell die Sonneneinstrahlung Kohlenmonoxid in der Marsatmosphäre erzeugt und wie schnell dieses auf die Marsoberfläche und bis unterhalb der Oberfläche gelangen kann, wo zumindest Mikroben – vor der schädlichen kosmischen und stellaren Strahlung geschützt – heute noch gedeihen könnten.

Auf dieser Grundlage berechnete er dann, wie viel mirkrobischer Biomasse dieses Kohlenmonoxid ernähren könnte, um dennoch die messbaren Werte in der Atmosphäre zu hinterlassen.

Das Ergebnis: Der Mars könnte nicht mehr als nur ein Milliardstel der irdischen Biomasse ernähren, bzw. nur für gerade einmal eine mikrobische Zelle pro Quadratzentimeter Marsboden genügen.

Zwar wäre es natürlich denkbar, dass anderer Mikroben andere Wege des Stoffwechsels nutzen, doch wäre es schon überraschend, wenn sich bei dem Überangebot an Kohlenmonoxid noch keine Mikroben – so vorhanden – dieses „kostenlosen Mittagsessens“ bediene, so der Forscher.

Selbst positive Schätzungen legen nahe, dass selbst die unwirtlichsten irdischen Umgebungen rund 100 mal mehr Zellen Kohlenmonoxid vertilgender Mikroben pro Quadratzentimeter Marsboden enthalten, fügte laut dem „New Scientist“ die Asrobiologin Tori Hoehler vom Ames Research Center der NASA abschließend hinzu: „Es wird also nicht einfach werden, solche Organismen – so sie überhaupt existieren – zu finden.“

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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zuletzt bearbeitet 25.07.2017 19:16 | nach oben springen
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#2

RE: Die Rätsel des Mars V:

in Astromagie & Sternsehung: 03.08.2017 13:41
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...wasser20170601/

Mars hatte deutlich länger flüssiges Wasser als bislang gedacht:


Mosaikaufnahme des Mars-Rovers „Curiosity“ zeigt helle Ränder (sog. Halos) rund um Risse um einstigen Felsgrund des einst mit einem großen Trinkwassersee angefüllten Gale-Kraters.
Copyright: NASA/JPL-Caltech
Pasadena (USA) – Auf Aufnahmen des Mars-Rovers „Curiosity“ haben Wissenschaftler helle Ränder um Risse im Felsgrund ausgemacht (s. Abb.), die nahelegen, dass der Rote Planet deutlich länger flüssiges Wasser beherbergte als bislang angenommen. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit für einstiges oder sogar heute noch vorhandenes Leben auf dem Mars.

Wie das Team um Jens Frydenvang vom Los Alamos National Laboratory und der Universität von Kopenhagen aktuell im Fachjournal „Geophysical Research Letters“ (DOI: 10.1002/2017GL073323) berichtet, handelt es sich bei den als „Halos“ bezeichneten Strukturen um Konzentrationen von Kieselsäure, die einst von sehr altem Sedimentgestein in darüber liegende jüngere Schichten gewandert ist.

Schon zuvor hatte der NASA-Rover sein eigentliches Forschungsziel bereits erreicht, als er Beweise für einen einstigen, lebensfreundlichen Trinkwassersee im Innern des Kraters gefunden hatte. Wie lang dieses Gewässer jedoch vorhanden und der Krater damit zumindest potentiell lebensfreundlich war, ist immer noch Inhalt wissenschaftlicher Kontroversen.

„Die neuste Entdeckung zeigt uns, dass erhebliche Mengen Grundwassers sogar noch wesentlich länger vorhanden waren, als der See selbst. Das wiederum erweitert das Zeitfenster, innerhalb dessen Leben einst auf dem Mars existiert haben konnte“, so Frydenvang.

Ob dieses Grundwasser dann auch tatsächlich Leben hervorgebracht und erhalten haben konnte, geht aus den Ergebnissen derweil noch nicht hervor. Gemeinsam mit dem schon zuvor von Los-Alamos-Forschern erbrachten Nachweis von Bor auf dem Mars (…GreWi berichtete), legt der aktuelle Fund jedoch lebensfreundliches Grundwasser über lange Zeiträume nahe.

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#3

RE: Die Rätsel des Mars V:

in Astromagie & Sternsehung: 03.08.2017 14:30
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...s-mars20170610/

Studie berechnet einstige Wassermengen des Mars:


Der Mars heute (l.) und „angefüllt“ mit einem urzeitlichen Gewässern (Illu.).
Copyright: Wei Luo, Northern Illinois University
DeKalb (USA) – Anhand von Computermodellen haben US-Wissenschaftler jene Wassermengen bestimmt, derer es bedurfte, um die heute noch sichtbaren gewaltigen Marstäler und Canyons zu graben. Das Ergebnis zeigt nicht nur ein weiteres Mal, dass der Rote Planet einst über einen ausgedehnten Ozean verfügte, sondern auch einen Wasserkreislauf besaß. Das Ergebnis hat allerdings einen Haken.

Wie das Team um den Geografie-Professor Wei Luo von der Northern Illinois University aktuell im Fachjournal „Nature Communications“ (DOI: 10.1038/NCOMMS15766) berichtet, war der Mars einst sogar von noch mehr Wasser bedeckt als bislang angenommen. Ebenso stützt die Studie die Vorstellung von einem einst deutlich wärmeren Marsklima mit einem aktiven Wasserkreislauf, in dem Wasser aus dem urzeitlichen Marsozean verdampfte, in Form von Niederschlägen wieder auf die Oberfläche zurückkehrte und gemeinsam mit Flüssen und Meeren die Talnetzwerke des Mars grub.

Während Satelliten und Lander-Missionen bereits zuvor den Nachweis für einen einstigen Marsozean erbracht hatten, sind sich Mars-Forscher bis heute uneins in der Frage, wieviel Wasser einst auf dem Mars floss und ob es vor rund drei Milliarden Jahren überhaupt einen ausgedehnten Ozean gegeben hatte.

„Selbst unseren konservativsten Werte für die Wassermenge die notwendig war, um die Marstäler zu graben, übersteigen die bisherigen Schätzungen mindestens um das Zehnfache“, so Luo. Dies bedeute, so erläutert der Geologe weiter, „dass diese Wassermassen mehrfach durch die Talsysteme recycelt wurden und es einen großen offenen Wasserkörper oder Ozean brauchte, um diesen Kreislauf aktiv zu halten.“ Luo vermutet, dass der junge Mars über ähnlich große Wassermengen verfügte, wie die Erde – Wassermengen in Form eines Ozeans, großen Seen, Flüssen und Niederschlägen.

Ein wichtiger Teil des Rätsels um die einstigen Gewässer des Mars fehlt allerdings bis heute: Sämtliche Klimamodelle des frühen Mars erzeugen nicht genügend Wärme, um einen aktiven Wasserkreislauf aufrecht zu erhalten: „Der Mars ist deutlich weiter von der Sonne entfernt als unsere Erde“, erläutet Luo abschließend. „Hinzu war die Sonne damals noch jünger und noch nicht so hell (und damit warm) wie heute. Es gibt also noch einige offene Fragen und viel Arbeit, diese zu beantworten.“

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#4

RE: Die Rätsel des Mars V:

in Astromagie & Sternsehung: 03.08.2017 15:21
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...tation20170628/

GreWi-Faktencheck: Google Maps zeigt (k)eine Mars-Station!:


Gesamtansicht der falschen Mars-Station auf Google Maps Mars
Copyright: google.com/maps/space/mars/
Mountain View (Deutschland) – Zahlreiche Leser haben uns diverse Links zugeschickt, die sich letztendlich auf ein Bild aus der Mars-Variante des Online-Globus „Google Maps“ beziehen, auf dem eine sehr irdische Station auf dem Roten Planeten zu sehen sein soll.
GreWi hat die Sache überprüft. Das Ergebnis: Eine Solche Station gibt es nicht – noch nicht…

Quelle des Internethyps ist wieder einmal ein Youtube-Video eines zwar für seine zahlreichen Fake-UFO-und Alien-Videos bekannten, aber leider nichts desto trotz immer wieder und tausendfach gelikten und geteilten einschlägigen Youtube-Kanals.

Darin wird bhauptet, in der Mars-Variante des Online-Atlanten Google Maps sei auf einem der Satellitenbilder, die von bisherigen und aktuellen Mars-Missionen und deren Orbitalsonden stammen, sei eindeutig eine menschlich-technologische Siedlung zu erkennen.

Grundsätzlich stimmt das zwar auch, wie jeder auf unserer obigen Originalabbildung und direkt HIER sehen kann:

https://www.google.de/maps/space/mars/@-...m/data=!3m1!1e3

Doch was tatsächlich unglaublich wäre – schließlich gab und gibt es bislang keine offizielle bemannte Mission zum Mars, geschweige denn eine dort bereits installierte irdische Siedlung – lässt sich durch eine einfache Websuche auf der Grundlage naheliegender Suchbegriffe schnell erklären.

Es handelt sich um einen Aprilscherz von Google selbst, der erstmals am 31. März 2017 via dem „Google Cloud Platform Blog“ lanciert und verbreitet wurde. Demnach soll s sich um das erste „Interplanetary Data Center“ mit dem Namen „Ziggy Stardust“ (der Alien-Kunstfigur des Sängers David Bowie – …GreWi berichtete) handeln, das schon 2018 auf dem Mars in der Nähe der Landestelle des NASA-Rovers „Curiosity“ (also im Mars-Krater Gale) eröffnet werden soll, um auf diese Weise außerhalb jeglicher irdischer Gerichtsbarkeit operieren zu können.


Zoomt man in das Bild hinein, wird schnell – auch für den Laien – deutlich, dass es sich hier um eine in eine Bildvorlage hineinkopierte Grafik handelt.
Copyright: google.com/maps/space/mars/

Der Aprilscherz wurde tatsächlich schon so schnell als solcher erkannt, dass er sich (bis heute…) nicht wirklich verbreitet hat.

Neben dem mehr oder weniger gelungenen Gag, verweist ein Kommentator allerdings auch auf ein weniger lustiges, dafür aber tatsächliches Problem, dass die Google-Bildmanipulation offenbart: „(…) Wenn Google Mars/Maps so einfach Manipuliert werden kann, so offenbart es hier ein Problem mit der Integrität des Angebots…“.

Laut dem „Google Earth Blog“ handelt es sich mit großer Sicherheit um DIESES Originalbild der HiRISE-Kamera an Bord der NASA-Marssonde „Mars Reconnaissance Orbiter“ (MRO) von 2014. Tatsächlich sind die Spuren des Rovers, für jenen der weiß, wo er suchen muss, auch in der manipulierten Version noch sichtbar. Nur der Mars-Rover selbst liegt gerade so außerhalb des Bildausschnitts.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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RE: Die Rätsel des Mars V:

in Astromagie & Sternsehung: 17.10.2017 10:30
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...m-mars20170919/

Weitere Beweise für einst fließende Gewässer auf dem Mars:


In der Mars-Region Aeolis Dorsa belegen im Relief umgekehrte Sedimente einstiger Flussläufe langfristig vorhandene Flüsse.
Copyright/Quelle: B.T. Cardenas et al., Geological Society of America Bulletin
Austin (USA) – In der Mars-Region Aeolis Dorsa haben Wissenschaftler deutliche Spuren von Ablagerungen einstiger, über lange Zeiträume fließender Flüsse gefunden, die hier vor rund 3,5 Milliarden Jahren geflossen sind und eindrucksvoll einstiges flüssiges Wasser an der Marsoberfläche belegen.

Wie das Team um B.T. Cardenas von der Jackson School of Geosciences an der University of Texas at Austin aktuell im Fachjournal der Geological Society of America “GSA Bulletin” (DOI: 10.1130/B31567.1) berichten, sind diese Ablagerungen deshalb selbst heute noch auf Satellitenaufnahmen zu erkennen, da die durch einen Prozess entstanden, den Geologen als “topografische Inversion” bzw. als “Reliefumkehr” bezeichnen und in der tektonischer Formen durch Abtragung unterschiedlich widerstandsfähiger Gesteine regelrecht umgekehrt werden:. Sättel und Horste werden zu morphologischen Depressionen, Mulden und Gräben zu Erhebungen.

Im Falle der einst tiefliegenden Flussläufe auf dem Mars haben sich diese “Gräben” derart angefüllt und wurde das umliegende Material derart abgetragen, dass die heute als Grate erhaben sind.

Anhand ihrer Beobachtungen dieser charakteristischen Ablagerungsmuster beschreiben die Autoren der Studie einstige Küstenlinien und auch die Flussrichtung der einstigen Gewässer in ehemals tiefgeschnittenen Tälern und zeichnen ein Bild verschiedener wechselnder Phasen ansteigender und fallender Pegelstände mit Unterschieden von bis zu 50 Metern. Diese Beobachtung legt wiederum nahe, dass die Sedimente das Ergebnis über lange Zeiträume stetig vorhandener Flüsse und nicht das kurzfristiger katastrophaler Wasserausbrüche waren.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#6

RE: Die Rätsel des Mars V:

in Astromagie & Sternsehung: 17.10.2017 10:41
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...quator20170929/

Überraschende Entdeckung auf dem Mars – Sondendaten belegen Eislager am Marsäquator:


Eine Neuanalyse von Daten der NASA-Sonde “Mars Odyssey” offenbart das Vorhandensein ausgedehnter Wasserstoffansammlungen entlang des Mars-Äquators.
Copyright: NASA/JPL-Caltech/Univ. of Arizona (Bildhntgr. Mars: Steve Lee, University of Colorado / Jim Bell, Cornell University / Mike Wolff, Space Science Institute u. NASA)
Laurel (USA) – Eine Neubegutachtung älterer Daten der NASA-Sonde “Mars Odyssey” offenbart Hinweise für eine bedeutende Hydratisierung des Bodens englang des Mars-Äquators und damit einer Region, in der laut bisheriger Forschungsmeinung eigentlich keine Wassereislager existieren sollten.

Wie Jack Wilson vom Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University aktuell im Fachjournal “Icarus” (DOI: 10.1016/j.icarus.2017.07.028) berichtet, stammen die Daten vom Neutronenspektrometer an Bord der Sonde aus den Jahren 2002 bis 2009. Durch eine Erhöhung der Auflösung der älteren Daten gelang den Wissenschaftlern demnach der Nachweis unerwartet hoher Mengen an Wasserstoff in den Äquatorregionen des Roten Planeten, wie sie in höheren Breitengraden ein Anzeichen für unter der Oberfläche verborgenes Wassereis sind.

Gezielt nahmen die NASA-Wissenschaftler eine rund 1.000 Kilometer großen Region leicht erodierbaren Materials zwischen den nördlichen Tief- und südlichen Hochländern entlang der Mars-Formation Medusa Fossae ins geschärfte Visier.

Während bisherige Radardaten hier vulkanische Ablagerungen von geringer Dichte nahelegten, könnten die neuen Wasserstoffwerte hier verborgene Wassereislager unmittelbar unter der Marsoberfläche ausweisen. Wie das Wassereis jedoch hierhin gelangt sein soll, das können die Wissenschaftler bislang noch nicht hinreichen erklären.

Eine Theorie vermutet, dass es sich um ein Mischmaterial aus Eis und Staub handeln könnte, dass ursprünglich aus den Polarregionen des Planeten stammt und auf atmosphärischem Wege hier gelangte, als die Achsenneigung des Mars noch größer war als heute. Allerdings würde dies bedeuten, dass das Eis vor Hunderttausenden bis zu mehreren Millionen Jahren hier her transportiert wurde. “Allerdings sollte sich Wassereis in dieser Region nicht derart lange halten können und selbst wenn sie von einer verhärtete Kruste zusätzlich geschützt gewesen wären, schon längst verschwunden sein”, so Wilson.

Alternativ könnten die Werte auch von ausgedehnten Ablagerungen von mit Wasserstoff angereicherten Salzen erklärt werden. Allerdings wäre auch deren Entstehung mit bisherigen Mars-Modellen nur schwer erklärbar, so der Wissenschaftler abschließend.

Derart umfangreiche Wassereislager entlang des Marsäquators wäre für eine zukünftige bemannte Erforschung des Roten Planeten von großer Bedeutung – zumal das Eis sich offenbar unmittelbar unter der Oberfläche befindet und entsprechend leicht erschlossen werden könnte. Neben Trinkwasser könnte das eis auch zur Herstellung von Wasserstofftreibstoff verwendet werden und damit das Transportgewicht einer zukünftigen bemannten Marsmission bedeutend reduzieren, sollte es vor Ort erschlossen werden können.

“Derzeit ist uns diese Wasserstoff-Signatur ein Rätsel, das es weiter zu erforschen gilt. Der Mars ist weiterhin für Überraschungen gut.”

© grenzwissenschaft-akuell.de


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#7

RE: Die Rätsel des Mars V:

in Astromagie & Sternsehung: 17.10.2017 10:57
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https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...lebens20171010/

Entdeckung auf dem Mars birgt Hinweise auf die Wiege des Lebens:


Das Eridania-Becken des südlichen Mars.
Copyright: NASA
Houston (USA) – Auf dem Mars glauben NASA-Wissenschaftler Beweise für einen einstigen Meeresboden mit hydrothermalen Quellen gefunden zu haben. Zugleich ziehen die Forscher aus ihrer Entdeckung auch Rückschlüsse auf die Entstehung des Lebens auf der Erde.

Entdeckt wurden die für einst ausgetretnes heißes Wasser charakteristischen Ablagerungen in einer Ebene der südlichen Marsregion Eridania mit Hilfe des Compact Reconnaissance Spectrometer for Mars (CRISM) an Bord der NASA-Sonde “Mars Reconnaissance Orbiter (MRO). Hier zeigt der Mars offenliegend die ältesten Teile seiner Planetenkruste. “Selbst wenn wir nie Beweise für Leben auf dem Mars finden würden, so können wir aus diesem Ort auf dem Mars doch Rückschlüsse auf jene Umwelt ziehen, in der einst das Leben auf der Erde begann”, erläutert Paul Niles vom Johnson Space Center der NASA und führt dazu weiter aus: “Vulkanische Aktivitäten in Verbindung mit stehendem Wasser, waren sehr wahrscheinlich zur gleichen Zeit auch auf der noch jungen Erde zu finden – zu einer Zeit, als das irdische Leben entstand.”

Während der Mars heute weder über stehende Gewässer noch über vulkanische Aktivität verfügt, so zeichnen die rund 3,7 Milliarden Jahre alten Ablagerungen hier doch ein anderes Bild – das Bild eines Meeresbodens mit einst hydrothermaler Aktivität, wie wir sie heute noch von heißen Tiefseeschloten auf der Erde kennen. Es sind genau diese heißen Schlote auf der Erde, deren Umgebung trotz Abgeschiedenheit vom Sonnenlicht aufgrund der Energie der heißen Quelle und der mineralischen und chemischen Abgaben in das Meereswasser buchstäblich als heiße Kandidaten für die Wiegen des Lebens gelten.

Während aufgrund der aktiven Kruste unseres Planeten, es auf der Erde nur noch geringe geologische Beweise aus der Zeit, in der das Leben hier wohlmöglich entstand gibt, weckt die Aussicht von hydrothermalen Quellen am Grund der verborgenen Ozeane der Eismonde Europa und Enceladus um die Gasriesen Jupiter und Saturn die Hoffnungen der Wissenschaftler, auch hier Leben zu finden.

“Dieser Ort ermöglicht uns Einblicke auf einen urzeitlichen Tiefseeboden mit einstiger hydrothermaler Aktivität”, so Niles und Kollegen aktuell im Fachjournal “Nature Communications” (DOI: 10.1038/ncomms15978). “Die Ähnlichkeiten mit Tiefseeschloten auf der Erde ist verblüffend und wahrscheinlich sind ebenso ähnliche aktive Umgebungen auch auf anderen Himmelskörpern in unseren Sonnensystem zu finden. Das Leben selbst benötigt keine freundliche Atmosphäre, milde Oberflächentemperaturen oder direktes Sonnenlicht. Alles was es braucht ist Gestein (Mineralien), Wärme und Wasser.”

Die Autoren der Studie schätzen, dass alleine das urzeitliche Eridania-Meer 210.000 Kubikkilometer Wasser barg – mehr als alle anderen Seen und Meere auf dem urzeitlichen Mars zusammen und zugleich das etwa Neunfache der Wassermenge der heutigen Großen Seen Nordamerikas.

“Es ist die Verbindung unterschiedlicher Minerale, die anhand der Spektraldaten die Ablagerungen als die hydrothermaler Tiefseequellen ausweisen: Serpentin, Talk und Karbonate aber auch die Form und Textur dieser dicken Gesteinsschichten”, so die Forscher. “Zugleich gibt es vor Ort auch Lavaflüsse, die aus der Zeit nach dem Verschwinden der Marsmeere stammen.”


Einstiger Meeresboden? Der Blick auf die Marsregion Eridania zeigt von jüngerer erstarrter Magma umgebene, blockförmige Ablagerungen.
Copyright: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Letzteren Umstand deuten die Wissenschaftler als Belege dafür, dass in dieser Region die Marskruste empfindlich für darunter liegende vulkanische Aktivitäten war, die wiederum die hydrothermalen Quellen speiste.

Die Ergebnisse der aktuellen Studie gesellen sich in eine lange Reihe von Beweisen für die große Vielfalt der einstigen Marsumgebungen mit Flüssen, Seen, Flussmündungen, Meeren, heißen Quellen, Grundwasser und vulkanischen Ausbrüchen unterhalb ausgedehnter Eisflächen.

“Zugleich stellen die Ablagerungen einstiger Tiefseeschlote in der Eridania-Region des Mars nicht nur eine neue Kategorie von Zielen für die astrobiologische Suche nach Leben auf dem Mars dar”, so die Forscher abschließend. “Sie ermöglichen auch ein Blick auf die noch junge Erde, deren geologische Aufzeichnungen heute kaum mehr erhalten sind.”

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Studie zeigt: Auf dem Mars ist flüssiges Wasser – und Leben darin – möglich:

Leeds (Großbritannien) – Britische Wissenschaftler haben Wasser in Verbindung mit der Zusammensetzung von Marsböden simuliert. Wie sich zeigt, kann Wasser in Form salziger Lake auf der Oberfläche des heutigen Mars in flüssiger Form existieren und verhält sich wie Wasser unter hohem Druck. In diesem stark salzigen Wasser könnte dann sogar Leben existieren, das sich an entsprechende Druckverhältnisse angepasst hat. Ein direkter Nachweis ist das allerdings noch nicht.

Wie die Forscher um Dr. Lorna Dougan von der University of Leeds aktuell im Fachjournal “Nature Communications ” (DOI: 10.1038/s41467-017-01039-9) berichten, haben sie auf der Grundlage der Phoenix-Daten, die 2008/9 Magnesiumperchlorate im Marsboden an der Landestelle der Laboreinheit nachweisen konnte (…GreWi berichtete), eine entsprechende Wasser-Perchlorat-Lösung erstellt, um diese als “mimetisches (imitiertes) Marswasser” bezeichnete Flüssigkeit daraufhin zu testen, ob sie auf der Marsoberfläche existieren kann.

Schon zuvor vermuteten Wissenschaftler, dass es diese Salze bzw. Perchlorate sind, die salzhaltige Rinnsale ermöglichen könnten, die beobachtete Abflussrinnen auf dem Mars (…GreWi berichtete) entstehen lassen könnte. “Die Entdeckung unterschiedlicher Mengen unterschiedlicher Perchloratsalze im Marsboden ermöglicht uns neue Einblicke in die Entstehung dieser kleinen ‘Flussbette’ auf dem Mars”, erläutert Dougan.

Auf dem heutigen Mars schwanken die Oberflächentemperaturen von bis zu 20 Grad Celsius Tagestemperaturen am Äquator und bis zu -135 Grad Celsius an den Polen. Bei einer Durchschnittstemperaturen von -55 Grad Celsius kann normales Wasser hier also nicht dauerhaft existieren.

In ihren Experimenten an der ISIS-Anlage und durch Computersimulationen konnten die Forscher die Struktur des simulierten Marswassers analysieren. Dabei zeigte sich, dass die Magnesiumprchloratlösung einen “dramatischen Einfluss” auf die Struktur des Wassers hat: “Der Effekt des Perchlorats entspricht der Wirkung eines Drucks von 2 Milliarden Pascal oder mehr auf gewöhnliches Wasser.” Die Forscher konnten beobachten, dass sich die Ionen im Wasser dabei trennen und vermuten, dass dies dazu führt, dass das Wasser nicht gefriert.

“Für uns ist diese Beobachtung sehr faszinierend und wirft ein neues Licht darauf, wie sich Salze in Wasser lösen”, so Dougan. “Die Magnesiumperchlorate tragen als Hauptfaktor dazu bei, dass der Gefrierpunkt dieser Wasserlösung deutlich herabgesetzt wird und zeigt uns auf, wie flüssiges Wasser auch unter den Niedrigtemperaturbedingungen des Mars existieren kann.”

Zugleich werfe die Entdeckung auch die Frage nach möglichem Leben in solchem Wasser und damit auch auf dem heutigen Mars auf: “Wenn die Struktur solchen Marswassers unter so starkem Druck steht, dann könnten wir darin vielleicht sogar Organismen finden, die sich an diesen hohen Druck angepasst haben – vergleichbar etwa mit sog. piezophilen Organismen (die sich im Laufe der Evolution an hohe Wasserdrücke angepasst haben, wie sie in der Tiefsee herrschen). Vorstellbar wären also Organismen, die mit irdischen Tiefseebakterien oder anderen Organismen vergleichbar wären, die sich an entsprechend hohe Druckverhältnisse angepasst haben.”

Die Entdeckung zeigt, wie wichtig das Studium extremer Lebensräume sowohl auf der Erde als auch auf anderen Himmelskörpern ist, um die natürlichen Grenzen des Leben, auch jenseits der klassischen Vorstellung von Lebensfreundlichkeit richtig zu verstehen und einordnen zu können, so die Forscher abschließend.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Studie: Noch heute könnte es flüssige Seen auf dem Mars geben 20. November 2015
NASA bestätigt: Auch heute noch fließt Wasser auf dem Mars 29. September 2015
Doch keine Wasserrinnsale auf dem Mars? 23. März 2017

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Moskau (Russland) – Anhand einer simulierten Mars-Umgebung zeigen russische Wissenschaftler , dass selbst einige irdische Mikroorganismen die hohe Strahlung und die niedrigen Temperaturen sehr viel länger überleben können als bislang gedacht. Die neuen Daten können nicht nur auf den Mars angewandt, sondern auch auf andere Himmelskörper im Sonnensystem übertragen werden.

Wie das Team um Vladimir S. Cheptsov von der Lomonosov Moscow State University (LMSU) aktuell im Fachjournal “Extremophils” (DOI: 10.1007/s00792-017-0966-7) berichtet, haben sie sogenannte extremophile Mikroorganismen in Permafrostböden in einer Mars-Klimakammer, in der die Umweltbedingungen des Mars simuliert werden können, starker Gammastrahlung und Niedrigtemperaturen ausgesetzt.

Die Durchschnittstemperatur auf dem Roten Planeten liegt bei -63 Grad, kann aber in den Nächten der Polarregionen sogar bis auf -145 Grad Celsius fallen, während der atmosphärische Druck 100-1000 mal geringer ist als auf der Erde und der Planet aufgrund des kaum vorhandenen Magnetfeldes fortwährend starker ultravioletter und ionisierender Strahlung ausgesetzt ist.

“Bislang war nicht bekannt, bis zu welchem Maß Mikroorganismen derart extremen Umweltfaktoren widerstehen können”, berichten die Forscher. “Eine Untersuchung dieser Grenzen erlaubt nicht nur eine Einschätzung bezüglich möglicher Mikroorganismen auf dem heutigen Mars, sondern auch auf anderen Himmelskörpern im Sonnensystem. Damit werden diese Informationen von großer Bedeutung für die Planung zukünftiger Missionen zur Suche nach außerirdischem Leben auf dem Mars und anderswo sein, wenn es darum geht, die entsprechenden Ziele und dortigen interessantesten Regionen vorab zu bestimmen und auch die notwendigen Instrumente zu entwickeln.”

Wie die Forscher um Cheptsov schreiben, haben sie in ihrer Klimakammer irdische Permafrostsedimente und Gestein den niedrigen Marstemperaturen und –Druckverhältnissen ausgesetzt, da diese unter Wissenschaftlern als irdisches Gegenstück zum sogenannten Regolith der Marsoberfläche gelten.

Während von einigen irdischen Mikroben bereits bekannt ist, dass sie niedrige Temperaturen gut überdauern können, sehen die russischen Wissenschaftler die zellschädigende Strahlung als Hauptfaktor an, der das Überleben von Mikroorganismen einschränkt. Durch eine Bestimmung der Grenzen der Strahlungstoleranz der irdischen Extremophilen, haben die Forscher nun deren Überlebenschancen in unterschiedlichen Tiefen des simulierten Marsbodens erstmals ermittelt.

“In unseren Experimenten haben wir den Einfluss gleich mehrerer Faktoren (hohe Dosen von Gammastrahlung, niedriger Atmosphärendruck und Niedrigtemperaturen) auf Mikrobenstämme in rund 2 Millionen Jahre altem urzeitlichem arktischem Permafrost untersucht”, erläutern die Wissenschaftler.

Während in früheren Experimenten lebende irdische Mikroben lediglich mit bis zu 80 Kilogray (kGy) bestrahlten die Forscher ihre Proben nun mit einer Dosis von 100kGy an Gammastrahlung und haben deren Auswirkung auf die Mikroben anhand unbestrahlter Kontrollproben verglichen. Tatsächlich zeigen die Mikroben eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen die simulierten Mars-Bedingungen.

Eine Zählung nach der ersten Bestrahlung zeigte zahlreiche Unterschiede zwischen den bestrahlten Mikroben und jenen der Kontrollproben: “Während die Gesamtanzahl der prokaryotischen Zellen und jener der stoffwechselnden Bakterienzellen zunächst gleich blieb, zeigt sich bei den bestrahlten Bakterien eine Reduktion um zwei Größenordnungen, während die Anzahl der weiterhin stoffwechselnden Zellen der untersuchten Archaen um das Dreifache zurückging.”


Zudem stellten die Wissenschaftler zunächst im Permafrost eine große Artenvielfalt fest, deren Struktur sich jedoch mit bzw. nach der Bestrahlung deutlich verändert hatte. “Populationen von Aktinobakterien wie Arthrobacter, (s. Abb. l.) die in der Kontrollprobe kaum vorhanden waren, wurden durch die Bestrahlung zu einer der vorherrschenden Bakterienarten.”

“Bakterien auf dem Mars sind also wesentlich überlebensfähiger als bislang gedacht”, schlussfolgern die Forscher. “Unsere Ergebnisse legen die Wahrscheinlichkeit für eine deutlich verlängerte Kryo-Konservierung lebensfähiger Mikroorganismen und besonders im Mars-Regolith nahe”.

Hinzu offenbarten die Exprimente eine Abnahme der ionisierenden Strahlung um 0,04-0,076 Grey pro Jahr mit zunehmender Tiefe fest. “Entsprechend wäre es also durchaus denkbar, dass sich im Marsboden ein hypothetisches Mars-Ökosystem in einem anabiotischen Zustand und durch die bedeckende Regolith-Schicht vor der UV-Strahlung geschützt, mindestens 1,3 Millionen Jahre lang erhalten hat. In einer Tiefe von rund zwei Metern für 3,3 Millionen Jahre und in Tiefen von rund fünf Metern sogar bis zu 20 Millionen Jahre.”

Die nun gewonnenen Daten können zudem nicht nur auf den Mars, sondern auch auf andere Objekte im Sonnensystem übertragen werden, so die Autoren der Studie abschließend. “Zum ersten Mal haben wir mit unserer Studie gezeigt, dass Prokaryoten die Bestrahlung mit ionisierender Strahlung in Dosen von über 80 kGy überleben können. Die erlangten Daten legen nicht nur nahe, dass wir dies Strahlungsresistenz natürlicher mikrobischer Gemeinschaften bislang unterschätzt haben, sondern auch, dass wir das Zusammenspiel von außerirdischen und kosmischen Faktoren auf lebende Organismen und Biomoleküle in astrobiologischen Modellexperimenten weiterhin erkunden müssen.”

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#10

RE: Die Rätsel des Mars V:

in Astromagie & Sternsehung: 21.01.2018 13:08
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...ertem-20171129/

Regenwürmer gedeihen in simuliertem Marsboden


Ein im simulierten Marsboden geschlüpfter junger Regenwurm.
Copyright/Quelle: Wamelink/Universität Wageningen
Wageningen (Niederlande) – In von der US-Raumfahrtbehörde NASA simulierten Marsböden haben sich in Experimenten Regenwürmer erfolgreich fortgepflanzt. Das Ergebnis zeigt, dass auch in Marsböden Pflanzen gedeihen können, die zukünftige Mars-Kolonialisten ernähren könnten.

“Um Menschen einmal auf dem Mars ernähren zu können, brauchen wir ein geschlossenes, nachhaltiges Agrar-Ökosystem”, erklären die Forscher um Wieger Wamelink von der Wageningen University & Research und führen dazu weiter aus: “Regenwürmer werden hierbei eine Schlüsselrolle spielen, weil sie tote organische Stoffe zersetzen und recyceln.”

Hintergrund
In ihren Experimenten untersuchen die Forscher, wie auf dem Mond und dem Mars in nachhaltigen Agrarsystemen Nahrung angebaut werden kann. Die Grundlage ist das Vorhandensein von Boden und Wasser (…in Form von Eis) sowohl auf dem Mars als auch auf dem Mond.

In den simulierten Mond- und Marsböden züchten die Wissenschaftler seit 2013 verschiedenste Nahrungspflanzen und waren bislang in allen Fällen – mit Ausnahme von Spinat – auch erfolgreich. Nachdem die Ernte auch noch auf mögliche Schwermetalle und Alkaloide getestet wurden, konnten die Wissenschaftler daraus sogar ganze Menüs zubereiten (…GreWi berichtete).

Während in den bisherigen Exprimenten aus praktischen und Sicherheitsgründen noch Schweinejauche als Dünger verwendet wurden, werden einst auf dem Mars jedoch Urin und Kot der Kolonialisten zur Düngung der Marserde verwendet werden müssen, so die Wissenschaftler weiter.

Bislang haben die Forscher im entsprechend gedüngten und mit Regenwürmern angereicherten simulierten NASA-Marsboden erfolgreich Rucola-Pflanzen gezogen. Bei einer Untersuchung des Boden stellten die Forscher dann zu ihrer Überraschung anhand zweier zuvor nicht vorhandener Jungtiere fest, dass sich die zugeführten Regenwürmer erfolgreich vermehrt hatten.

“Dass der Dünger einen positiven Effekt haben würde, war zu erwarten. Wir waren aber dennoch überrascht zu sehen, dass er den simulierten Marsboden ertragreicher machte, als den zur Kontrolle verwendeten irdischen Silbersand.”

Würmer sind für einen gesunden Boden sehr wichtig: Zunächst fressen sie tote organische Materie, wie Pflanzenreste. Diese zerkauen und vermischen sie mit Erde bevor sie sie wieder ausscheiden. Diese Exkremente beinhalten weiterhin organische Stoffe, die dann weiter von Bakterien zersetzt werden, wobei Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium freigesetzt werden, die wiederum von Pflanzen genutzt werden. In dem sie sich durch den Boden graben, belüften sie den Boden und verbessern damit dessen Struktur, wodurch Pflanzen effektiver bewässert werden können. Gerade letzter Punkt erwies sich in früheren Experimenten als besonders wichtig, als Wasser nicht in der gewünschten Weise in die simulierten Böden eindringen konnte. “Die Dreingabe von Würmern, wird dieses Problem zweifellos lösen”, so Wamelink abschließend.

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#11

RE: Die Rätsel des Mars V:

in Astromagie & Sternsehung: 21.01.2018 13:52
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...aetsel20180105/

Lebenszeichen? Mars-Methan stellt Wissenschaftler weiterhin vor ein Rätsel

New Orleans (USA) – Auf der Erde ist atmosphärisches Methan mehrheitlich das Ergebnis des Stoffwechsels lebender Organismen – von Mikroben bis hin zu Weidevieh. Auf dem Mars sorgen periodische Anstiege des Methangehalts in der Atmosphäre seit Jahren für Rätselraten. Die Erkenntnis, dass die Anstiege sogar einem jahreszeitlichen Muster zu folgen scheinen, stützt erneut die Vorstellung davon, dass das Methan ein Zeichen einstigen oder sogar heute noch aktiven Lebens auf dem Roten Planeten sein könnte.

Von der Beobachtung des jahreszeitlichen Rhythmus der Anstiege des Methansgehalts in der Marsatmosphäre berichteten Wissenschaftler um Chris Weber vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA, der die Arbeit des Methansensors an Bord des NASA-Mars-Rovers “Curiosity” leitet, im vergangenen Dezember auf dem Jahrestreffen der American Geophysical Union (AGU) in New Orleans. Demnach erreiche der Methangehalt jeweils im nördlichen Spätsommer des Mars seinen jährlichen Höhepunkt.

“Das ungewöhnlichste an dieser Beobachtung sind die relativ großen Schwankungen”, erklärte Weber und führte auf dem Treffen dazu weiter aus: “Wir versuchen immer noch zu verstehen, wie es zu diesen saisonalen Schwankungen kommen kann.” Während Methan in der Erdatmosphäre in einem Verhältnis von 1800 Teilen pro Milliarde (Parts per Billion, ppb) vorkommt, liegt der Durchschnittswert auf dem Mars bei gerade einmal 0,4 ppb.

Hintergrund:

Während auf der Erde das atmosphärische Methan hauptsächlich von lebenden Organismen – von Mikroben bis hin zu Weidevieh – stammt, könnte es auf dem Mars auch heute noch aktiven oder einstigen Mikroben stammen, allerdings im Untergrund gebunden sein und durch geologische Prozesse periodisch freigesetzt werden. Zugleich könnte das Mars-Methan aber auch auf gänzlich non-biologischem Weg entstehen – etwa durch hydrothermale Reaktionen den Olivin-reichen Untergrundgesteins mit dortigem Wasser oder als das Ergebnis der Reaktion vom kohlenstoffhaltigen Meteoriten und kosmischem Staub mit dem UV-Licht der Sonne.

Während gewisse jahreszeitliche Schwankungen in der hauptsächlich aus Kohlendioxid (CO2) bestehenden dünnen Marsatmosphäre durchaus zu erwarten sind, könnten die gemessenen Werte von rund 0,3 bis 0,7 ppb (also ein Anstieg teilweise um das bis zu Dreifache) mit den bisherigen Modellen und Mechanismen nicht erklärt werden, so Webster.

“Vielleicht wird das Methan – welchen Quelle es auch immer entstammt – von irgendetwas absorbiert? Vielleicht von Poren im Oberflächengestein”, zitiert “Science.com” den Wissenschaftler. “Die andere Erklärung, über die kaum jemand spricht, an die aber fast jeder denkt, ist biologische Aktivität”, führt Mike Mumma vom Goddard Space Flight Center der NASA gegenüber “Science” weiter dazu aus: “Auch von Leben erwarten wir schließlich eine gewisse jahreszeitliche Abhängigkeit.” 2009 hatten Mumma und sein Team sogar einen Anstieg auf 45 ppb gemessen, während “Curiosity” im Marskrater Gale Anstiege auf bis zu 7ppb registrieren konnte.


Die Orte der Methanausbrüche (Rot-Töne) 2009.
Copyright: T.Schindler/NASA

Da einige Experten mittlerweile auch Meteore als Ursache für die Anstiege ausschließen – weil selbst direkte Durchflüge des Mars durch Meteorschauer oder Kometenschweife (wie Siding Spring 2014) trotz der Ablagerung mehrerer Tonnen Materials in der Marsatmosphäre die Werte nicht nach oben getrieben hatten – hoffen die Vertreter dieser Hypothese nun auf die noch dichtere Annäherung des Kometen “C/2007 H2 Skiff” um weniger als ein Zehntel der Mond-Erde-Distanz an den Mars, um anhand neuer Messungen die Idee abermals zu testen.

Das Rätsel um das Mars-Methan grundsätzlich lösen soll dann ab April 2018 der “Trace Gas Orbiter” (TGO) der europäischen Mission “ExoMars”. Mit dieser wollen Wissenschaftler der Europäischen Raumfahrtagentur ESA die Konzentration von Methan auf dem Mars global mit einer Genauigkeit von mehreren Dutzenden Teilen pro Billion messen.

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#12

RE: Die Rätsel des Mars V:

in Astromagie & Sternsehung: 06.03.2018 21:06
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...phobos20180302/

Sonde liefert neue Aufnahmen von Mars-Mond Phobos:


Neue Phobos-Aufnahme des europäischen Mars-Orbiters “Mars Express”.
Copyright: ESA/DLR/FU Berlin
Berlin (Deutschland) – Die europäische Sonde “Mars-Express” hat neue Aufnahmen des Mars-Mondes Phobos zur Erde gefunkt. Mit diesen erstellen Wissenschaftler immer genauere Geländemodelle des immer noch rätselhaften Marstrabanten, die vielleicht schon in näherer Zukunft als Beobachtungsposten mit Blick auf die Marsoberfläche dienen könnten.

“Der Mars-Express-Orbiter ist gegenwärtig der einzige Satellit, der den Mars aus einer elliptischen Umlaufbahn erkundet”, erläutert die Pressemitteilung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und führt dazu weiter aus: “Das ermöglicht auch regelmäßige nahe Vorbeiflüge an Phobos, dem größeren der beiden Marsmonde.”

Im Sommer 2017 konnte die Sonde Phobos so aus gerade einmal rund 115 Kilometern Entfernung mit der hochauflösenden Stereokamera “HRSC” mit einer Auflösung von bis zu vier Metern pro Pixel ablichten. “Da die Raumsonde mit cirka drei Kilometern pro Sekunde an dem Objekt vorbeirast, bleiben lediglich wenige Sekunden, um den nur 26 Kilometer durchmessenden, unregelmäßig geformten Körper zu beobachten.”

Anhand der Daten der Kamera haben die DLR-Wissenschaftler gemeinsam mit Kollegen der Freien Universität Berlin Figurenmodelle des Marsmondes erstellt, die stetig verfeinert werden. Solche räumlichen Modelle sind eine große Hilfe für die Beantwortung immer noch unbeantworteter wissenschaftlicher Fragestellungen rund um die Marsmonde.

Zum Thema

“So ist bis heute nicht eindeutig geklärt, wie die beiden Marsmonde entstanden sind. Zur Diskussion steht, ob Phobos und Deimos, wie der Erdmond, beispielsweise aus Trümmern eines großen Einschlags in der Frühzeit des Mutterplaneten entstanden sind und sich seither in dessen Umlaufbahn befinden, oder ob sie aus einer anderen Region des Sonnensystems (etwa aus dem Asteroidengürtel) stammen und von der Schwerkraft des Planeten eingefangen worden sind.”

Hintergrund
Marsmond Phobos: USA spekulierten einst über künstlichen Ursprung

Noch umkreist der Mond Phobos den Roten Planeten in einem Abstand von weniger als 6.000 Kilometer zu dessen Oberfläche. In rund 50 Millionen Jahren wird der Mond jedoch wahrscheinlich auf den Mars stürzen – nähert er sich doch schon heute seinem Planeten schon alle 100 Jahre um weitere 1,8 Meter.


In den 1960er Jahren vermuteten einige Astronomen, dass es sich bei Phobos in Wirklichkeit um eine Raumstation einer einstigen Mars-Zivilisation handeln könnte – und informierten 1960 diesbezüglich sogar den US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower.

Zu der Erwägung, dass es sich bei einem der beiden Marsmonde um eine künstliche Raumstation handeln könnte, kamen damals laut einem Bericht der europäischen Raumfahrtagentur ESA, Wissenschaftler um Dr. S. Fred Singer, dem Sonderberater des damaligen US-Präsidenten in Weltraumfragen.

Berechnungen zeigten schon damals, den ungewöhnlich dichten Orbit des Marsmondes und die Wissenschaftler vermuteten, dass die Annäherung von Phobos um jährlich rund fünf Zentimeter, von der Marsatmosphäre hervorgerufen werde. Weitere Berechnungen durch den russischen Astrophysiker Samuilovich Shklovsky ergaben dann jedoch, dass – um einer solche Anziehungskraft zu erliegen – Phobos selbst nahezu hohl sein müsste. Bestünde der Marsmond aus festem Gestein, wäre der Effekt auf den Trabanten nämlich kaum spürbar. Ein hohler Mond wäre allerdings deutlich beeinflussbarer, da er deutlich weniger Masse aufweisen würde.

Wenn Phobos jedoch tatsächlich hohl sein sollte, würde es sich wohl kaum um ein natürliches Objekt handeln können, so die damalige Schlussfolgerung Singers, der daraufhin Eisenhower über die Möglichkeit informierte, dass es sich um eine verlassene Raumstation handeln könnte.

Auch der estnische Astronom Ernst Öpik spekulierte 1964 über drei mögliche Erklärungen für die ungewöhnliche niedrige und zusehends absteigende Umlaufbahn von Phobos. Im irischen “Astronomical Journal” vermutete er zunächst, dass es sich entweder um einen Beobachtungsfehler handeln könnte, oder es sich bei dem Mond um ein künstliches Objekt handeln müsse.

Öpiks dritte Erklärung, sollte schlussendlich auch tatsächlich das Phobos-Mysterium lösen, als er die Anziehungskraft des Mars für die unregelmäßige Form des Marsmondes verantwortlich machte, wie sie wiederum in Gezeitenkräften resultiert, die den Mond nach und nach immer mehr an den Planeten heranziehen.

Neben der Vision, dass Phobos einst auf die Oberfläche des Mars stürzen und hier einen gewaltigen Krater hinterlassen wird, glauben einige Astronomen neuerdings, dass die durch die immer mehr zunehmende Annäherung auch ansteigenden Gezeitenkräfte Phobos bereits zuvor in Stücke brechen und die dabei entstehenden Trümmer und Fragmente dann einen saturnartigen Ring um den Mars bilden werden.

Phobos selbst rück aber auch als mögliches Ziel einer zukünftigen Mission für eine Landesonde in den Blickpunkt: “Der Mond wäre wegen seiner gebundenen Rotation (er wendet Mars immer dieselbe Seite zu, da seine Rotationsperiode gleich seiner Umlaufzeit um den Planeten ist), ein ideales Ziel für einen permanenten “Beobachtungsposten” der Marsoberfläche. Bei der Auswahl einer Landestelle sind die HRSC-Geländemodelle eine wichtige Entscheidungsgrundlage”, so das DLR abschließend.

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#13

RE: Die Rätsel des Mars V:

in Astromagie & Sternsehung: 16.05.2018 12:18
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...en-vor20180309/

GreWi-Interview: Astrobiologe wirft NASA Vertuschung der Entdeckung von Mars-Leben vor:


ChemCam-Mikroskopaufnahmen der Strukturen vom 31. Dezember 2017.
Klicken Sie, um zu den NASA-RAW-Daten der Bilder zu gelangen.
Copyright: NASA/JPL-Caltech/LANL

https://mars.nasa.gov/msl/multimedia/raw...mera=CHEMCAM%5F

Buckingham (Großbritannien) – Rund um eine erst kürzlich vom Mars-Rover “Curiosity” gemachte Entdeckung auf dem Mars ist es merkwürdig still geworden. Dabei könnte es sich um “die” Wissenschaftssensation schlechthin handeln, glaubt zumindest der Astrobiologe Dr. Barry E. DiGregorio doch, in den Mikrostrukturen im Marsgestein sog. Spurenfossilien einstiger höherer Lebewesen auf dem Roten Planeten zu erkennen. Im Interview mit “Grenzwissenschaft-Aktuell.de” (GreWi) erläutert der Wissenschaftler vom Buckingham Centre for Astrobiology an der University of Buckingham seine Position und den Vorwurf, die NASA vertusche diese und frühere Entdeckungen von Leben auf dem Mars ganz gezielt.

Entdeckt wurden die nur wenige Millimeter großen Strukturen Mitte Dezember 2017 auf Aufnahmen des Mars-Rovers und wurden seither entweder als Reste einstiger Kristalleinlagerungen oder aber eben als Spurenfossilien einer einst auf dem Mars lebenden und sich durch den Boden grabenden, und damit höheren Lebensform gedeutet (…GreWi berichtete ausführlich).

Nachdem der Rover nochmals auf die Strukturen angesetzt worden war, und dabei auch Mikroskopaufnahmen der von den Forschern als “Sticks” bezeichneten Entdeckung erstellte (s. Abb. o.), wurde es aber von Seiten der US-Raumfahrtbehörde ruhig um die potentielle Wissenschaftssensation.

Der schon in den ersten Berichten zur Entdeckung zitierte Astrobiologe Dr. Barry E. DiGregorio, Honorary Research Fellow am Buckingham Centre for Astrobiology der University of Buckingham, stellte schon damals fest: “Diese Strukturen gleichen Lebensspuren aus dem Ordovizium, die ich selbst schon hier auf der Erde untersuchen und fotografieren konnte.”

Zwar wollte auch das Team um Ashwin Vasavda vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA “nicht ausschließen, dass es sich tatsächlich um Spurenfossilien handeln könnte”, unterstrich jedoch zugleich, dass man auch ganz sicher keine voreiligen Schlussfolgrungen ziehen wolle. Tatsächlich könne die mehrwinklige Ausrichtung der Strukturen auch in Richtung kristalliner Strukturen deuten, wie sie ebenfalls auch in Erdgestein zu finden sind und entstehen, wenn sich Kristalle auflösen und im Umgebungsgestein entsprechende Hohlräume hinterlassen, die dann wieder mit sich in weicherem Umgebungsgestein verhärtenden Sedimenten und Mineralien gefüllt werden.

Im Interview mit dem Herausgeber von “Grenzwissenschaft-Aktuell.de” (GreWi), Andreas Müller, nimmt DiGregorio nun Stellung in der Angelegenheit und erhebt schwere Vorwürfe gegen die NASA:

Dr. Barry E. DiGregorio:“Ich stimme mit der Erklärung der NASA für die gefundenen Strukturen nicht überein. Sie passen zu keinen mir bekannten und von mir untersuchten, von Kristallen hinterlassenen Strukturen. Stattdessen weisen sie aber Eigenschaften von Spurenfossilien auf, wie ich Sie Ihnen anhand von zwei Aufnahmen irdischer Spurenfossilien zur Verfügung stelle (s. f. Abb.) und die mit den Aufnahmen vom Mars verglichen werden sollten.


Irdische Spurenfossilien in Form einst von höheren Lebewesen gegrabene sog. fossile Bioturbation.
Copyright: Barry E. DiGregorio


Aufnahmen des “Mars Hand Lens Imager” (MAHLI) vom 2. Januar 2018 (Missionstag “Sol 1923) zeigen auffällige Mikrostrukturen, die sich deutlich vom Umgebungs- und Hintergrundgestein der Vera Rubin Ridge im Mars-Krater Gale absetzten. Handelt es sich hierbei um Fossilien oder das Ergebnis geologischer Prozesse?
Klicken Sie HIER, um zu den NASA-RAW-Daten der Bilder zu gelangen.
Copyright: NASA/JPL-Caltech/MSSS

Leider hat die NASA weder mit der Chemcam noch mit dem APXS-Instrument des Rovers ordentliche Daten zu diesen Strukturen auf dem Mars erhoben, bevor Curiosity zu seinem nächsten Ziel in einiger Entfernung geschickt wurde. Man konnte geradezu den Eindruck gewinnen, als ob die NASA bemerkt hat, was sie da vor sich hat und dann dem Rover den Befehl gab, schnell weiter zu fahren.”

Andreas Müller (GreWi): Womit begründen Sie diesen Eindruck?

DiGregorio: “Lesen Sie einmal folgende Beschreibung der NASA zur Situation vor Ort: “Während der vergangenen Wochen war Curiosity an unterschiedlichen Orten mit bläulichem Gestein der Vera Rubin Ridge aktiv und die Ergebnisse der Untersuchungen an diesen Orten werden immer faszinierender. Das nächste Ziel mit diesem bläulichen Gestein wurde informell als ‘Stop E’ bezeichnet. Heute haben wir uns dann einstimmig dazu entschlossen, so schnell wie möglich dorthin zu fahren. (…). (Original NASA: “For the last several weeks, Curiosity has been hopping between areas of blueish toned rocks on the Vera Rubin Ridge and the results from these locations continue to become more compelling. Our next blue-toned destination has informally been called ‘Stop E’ (the light-colored bedrock material in the depression near the top of the image) and today we had made a unanimous decision to get there as quickly as possible on the second sol of our plan, Sol 1930.”).

GreWi: Und daraus schlussfolgern Sie nun, dass die NASA hier etwas vertuscht?

DiGregorio: “Ob ich denke, dass die NASA hier versucht etwas zu vertuschen? Möglicherweise ist es sogar noch schlimmer: Ich denke die NASA hat schon vor 40 Jahren, als die Landemission von Viking abgeschlossen wurde, mit Absicht aufgehört nach den Spuren von Lebens auf dem Mars zu suchen.”


Barry E. DiGregorio.
Coypright: Barry E. DiGregorio

GreWi: Aber warum?

DiGregorio: “Weil Viking schon damals mikrobielles Leben (auf dem Mars) gefunden hat. In meinen Büchern “Mars The Living Planet” (Mars, der lebendige Planet) und “The Microbes of Mars” (Die Mikroben des Mars) beantworte ich diese Fragen ausführlich. Bedenken Sie bitte, dass ich die Überzeugung vertrete, dass die NASA für die Vertuschung (der Entdeckung) von Marsleben verantwortlich ist.”

GreWi: Gibt es dafür Indizien oder gar Beweise?

DiGregorio: “Die ‘Mars Exploration Division’ der NASA verweigert seit Jahren Astrobiologen die Ausstattung der Mars-Sonden mit neusten Technologien und Instrumenten zur Suche nach Leben.”

Vor 40 Jahren haben Experimente der Viking-Lander (s. Abb. l.) auf dem Mars positive Ergebnisse für dort aktive, also heute noch lebende Mikroorganismen im Marsboden erbracht. Diese Beweise sind seither Gegenstand heftiger Kontroversen (…GreWi berichtete). Dennoch sind alle seitherigen Landeeinheiten und Rover (inklusive dem aktuell auf dem Mars aktive Curiosity-Rover) lediglich auf den Nachweis möglichen einstigen Lebens auf dem Mars und absichtlich nicht mit Instrumenten ausgestattet, die auch heute noch aktives Leben nachweisen könnten.

Angesichts neuer Beobachtungen oder Ergebnisse ist es doch eigentlich die Aufgabe von Wissenschaft, zunächst das Experiment zu wiederholen, um besagte Ergebnisse entweder zu bestätigen oder zu widerlegen. Wenn das Ergebnis bestätigt werden kann, müssen weiterführende Informationen über die neue Entdeckung gewonnen werden. Jeder, der einen Grundkurs in Naturwissenschaften belegt hat, weiß das und kenn diese klassische Prozedur. Da fragt man sich doch, warum die NASA diesen grundwissenschaftlichen Ansatz aufgegeben hat und nur noch Daten über potentielles urzeitliches und heute ausgestorbenes Leben sucht, dass vielleicht einmal vor Milliarden von Jahren auf dem Mars existiert hatte und zugleich die Möglichkeit von heute noch aktiven Leben auf dem Mars regelrecht ignoriert? Die Feststellung, dass wir Erdlinge nicht alleine im Universum sind, würde eine der frühesten, ergreifensten und fortwährensten Fragen der Menschheit beantworten.”

GreWi: Erlauben Sie mir nochmals die Nachfrage, nach dem Grund, den die NASA für eine Vertuschung der Entdeckung von einstigem und/oder sogar heute noch vorhandenem Marsleben haben sollte?

DiGregorio: 1. Wenn die NASA heute verkünden würde, dass schon die Viking-Missionen 1976 tatsächlich mikrobielles Leben auf dem Mars gefunden hatten, wie glauben sie denn, würde sich das auf die Finanzierung zukünftiger Rovermissionen auswirken, die 2,5 Milliarden Dollar und mehr kosten? Wir haben doch gesehen, was mit den Apollo-Flügen zum Mond passierte: Nachdem das einmal geschafft war, verlor die Öffentlichkeit schnell das Interesse daran und nach Apollo 17 war Schluss und die Missionen 18 und 19 wurden gestrichen.



2. Die Bekanntgabe, dass auch noch heute von mikrobischem Leben auf dem Mars existiert würde die Pläne der NASA für die Rückführung von Marsproben zur Erde beeinflussen. Zunächst müssten schließlich Fragen über die Eigenschaften der Marsmikroben beantwortet und die Frage geklärt werden, wie diese unsere Biosphäre beeinflussen könnten. Vermutlich denkt die NASA, man könne diese Fragen vermeiden, wenn man die Öffentlichkeit in dem Glauben lässt, dass vom Mars lediglich sterile Proben aber keine lebendigen Mikroben zu erde gelangen können?

3. In den Traum von bemannten Marsmissionen werden derzeit gewaltige Geldsummen gepumpt. Hier geht es um Milliarden von Dollar. Nochmals: Sollt die NASA die Existenz von Marsmikroben bekannt geben, so muss man sich doch fragen, wie sich dies auf die Pläne Menschen zum Mars zu schicken auswirken würde? Würden die ersten Mars-Astronauten sozusagen als Versuchskaninchen zum Mars geschickt werden, um zu sehen, wie sie mit den Marsmikroben zurecht kommen? Das wäre dann schon fast wie in einem Alien-Film, oder nicht? Wenn wir uns also entscheiden, Menschen zum Mars zu schicken oder Proben von dort zur Erde zu bringen, dann sollten wir uns zuvor doch bitte wirklich sicher sein, dass wir damit hier niemanden töten oder unsere eigenen Biosphäre kontaminieren. Alles unterhalb dieser Vorsichtsmaßnahmen ist lediglich großes Gerede, um Milliarden von Dollar in einen falschen Traum zu investieren.”

Zum Thema

GreWi: Dann sind sie also gegen eine bemannte Marsmission?

DiGregorio: “Nein. Menschen werden ganz sicher eines Tages zum Mars reisen. Doch bevor wir das tun, sollten wir zunächst sicherstellen, dass dies für diese Menschen auch sicher ist. Tatsächlich bin ich überrascht, dass die Öffentlichkeit dies nicht schon längst mit mehr Druck von der NASA fordert.”

GreWi: Welche Konsequenzen hätte es, wenn Sie mit Ihrer Lesart der Strukturen als Spurenfossilien richtig lägen?

DiGregorio: “Wenn diese Strukturen tatsächlich Spurenfossilien sind – und ich bin davon überzeugt, dass meine Analysen genau das zeigen – dann bedeutet das, dass sich das Leben auf dem Mars bis hin zu mehrzelligen Organismen entwickelt hatte. Das wäre wirklich eine ganz erstaunliche Entdeckung.”

GreWi: Warum genau?

DiGregorio: “Nun, in diesem Fall würde das bedeuten, dass schon alleine in unserem Sonnensystem das Leben schon sehr früh auf mindestens zwei Planeten entstanden wäre und sich entwickelt hätte. In diesem Fall könnte dies sicherlich auch auf viele Planetensysteme um andere Sterne als unsere Sonne übertragen werden und würde dann bedeuten, dass zumindest einfache Lebensformen im Universum eher die Regel als die Ausnahme sind.”

GreWi: Ich bedanke mich für Ihre Ausführungen.

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RE: Die Rätsel des Mars V:

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Buckingham (Großbritannien) – Rund um eine erst kürzlich vom Mars-Rover “Curiosity” gemachte Entdeckung auf dem Mars ist es merkwürdig still geworden. Dabei könnte es sich um “die” Wissenschaftssensation schlechthin handeln, glaubt zumindest der Astrobiologe Dr. Barry E. DiGregorio doch, in den Mikrostrukturen im Marsgestein sog. Spurenfossilien einstiger höherer Lebewesen auf dem Roten Planeten zu erkennen. Im Interview mit “Grenzwissenschaft-Aktuell.de” (GreWi) erläutert der Wissenschaftler vom Buckingham Centre for Astrobiology an der University of Buckingham seine Position und den Vorwurf, die NASA vertusche diese und frühere Entdeckungen von Leben auf dem Mars ganz gezielt.

Entdeckt wurden die nur wenige Millimeter großen Strukturen Mitte Dezember 2017 auf Aufnahmen des Mars-Rovers und wurden seither entweder als Reste einstiger Kristalleinlagerungen oder aber eben als Spurenfossilien einer einst auf dem Mars lebenden und sich durch den Boden grabenden, und damit höheren Lebensform gedeutet (…GreWi berichtete ausführlich).

Nachdem der Rover nochmals auf die Strukturen angesetzt worden war, und dabei auch Mikroskopaufnahmen der von den Forschern als “Sticks” bezeichneten Entdeckung erstellte (s. Abb. o.), wurde es aber von Seiten der US-Raumfahrtbehörde ruhig um die potentielle Wissenschaftssensation.

Der schon in den ersten Berichten zur Entdeckung zitierte Astrobiologe Dr. Barry E. DiGregorio, Honorary Research Fellow am Buckingham Centre for Astrobiology der University of Buckingham, stellte schon damals fest: “Diese Strukturen gleichen Lebensspuren aus dem Ordovizium, die ich selbst schon hier auf der Erde untersuchen und fotografieren konnte.”

Zwar wollte auch das Team um Ashwin Vasavda vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA “nicht ausschließen, dass es sich tatsächlich um Spurenfossilien handeln könnte”, unterstrich jedoch zugleich, dass man auch ganz sicher keine voreiligen Schlussfolgrungen ziehen wolle. Tatsächlich könne die mehrwinklige Ausrichtung der Strukturen auch in Richtung kristalliner Strukturen deuten, wie sie ebenfalls auch in Erdgestein zu finden sind und entstehen, wenn sich Kristalle auflösen und im Umgebungsgestein entsprechende Hohlräume hinterlassen, die dann wieder mit sich in weicherem Umgebungsgestein verhärtenden Sedimenten und Mineralien gefüllt werden.

Im Interview mit dem Herausgeber von “Grenzwissenschaft-Aktuell.de” (GreWi), Andreas Müller, nimmt DiGregorio nun Stellung in der Angelegenheit und erhebt schwere Vorwürfe gegen die NASA:

Dr. Barry E. DiGregorio:“Ich stimme mit der Erklärung der NASA für die gefundenen Strukturen nicht überein. Sie passen zu keinen mir bekannten und von mir untersuchten, von Kristallen hinterlassenen Strukturen. Stattdessen weisen sie aber Eigenschaften von Spurenfossilien auf, wie ich Sie Ihnen anhand von zwei Aufnahmen irdischer Spurenfossilien zur Verfügung stelle (s. f. Abb.) und die mit den Aufnahmen vom Mars verglichen werden sollten.

[[File:520-spurenfossilien-bioturbation.jpg|none|fullsize]]
Irdische Spurenfossilien in Form einst von höheren Lebewesen gegrabene sog. fossile Bioturbation.
Copyright: Barry E. DiGregorio

[[File:435-potentielle-mikrofossilien-auf-dem-mars.jpg|none|fullsize]]
Aufnahmen des “Mars Hand Lens Imager” (MAHLI) vom 2. Januar 2018 (Missionstag “Sol 1923) zeigen auffällige Mikrostrukturen, die sich deutlich vom Umgebungs- und Hintergrundgestein der Vera Rubin Ridge im Mars-Krater Gale absetzten. Handelt es sich hierbei um Fossilien oder das Ergebnis geologischer Prozesse?
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Leider hat die NASA weder mit der Chemcam noch mit dem APXS-Instrument des Rovers ordentliche Daten zu diesen Strukturen auf dem Mars erhoben, bevor Curiosity zu seinem nächsten Ziel in einiger Entfernung geschickt wurde. Man konnte geradezu den Eindruck gewinnen, als ob die NASA bemerkt hat, was sie da vor sich hat und dann dem Rover den Befehl gab, schnell weiter zu fahren.”

Andreas Müller (GreWi): Womit begründen Sie diesen Eindruck?

DiGregorio: “Lesen Sie einmal folgende Beschreibung der NASA zur Situation vor Ort: “Während der vergangenen Wochen war Curiosity an unterschiedlichen Orten mit bläulichem Gestein der Vera Rubin Ridge aktiv und die Ergebnisse der Untersuchungen an diesen Orten werden immer faszinierender. Das nächste Ziel mit diesem bläulichen Gestein wurde informell als ‘Stop E’ bezeichnet. Heute haben wir uns dann einstimmig dazu entschlossen, so schnell wie möglich dorthin zu fahren. (…). (Original NASA: “For the last several weeks, Curiosity has been hopping between areas of blueish toned rocks on the Vera Rubin Ridge and the results from these locations continue to become more compelling. Our next blue-toned destination has informally been called ‘Stop E’ (the light-colored bedrock material in the depression near the top of the image) and today we had made a unanimous decision to get there as quickly as possible on the second sol of our plan, Sol 1930.”).

GreWi: Und daraus schlussfolgern Sie nun, dass die NASA hier etwas vertuscht?

DiGregorio: “Ob ich denke, dass die NASA hier versucht etwas zu vertuschen? Möglicherweise ist es sogar noch schlimmer: Ich denke die NASA hat schon vor 40 Jahren, als die Landemission von Viking abgeschlossen wurde, mit Absicht aufgehört nach den Spuren von Lebens auf dem Mars zu suchen.”

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Coypright: Barry E. DiGregorio

GreWi: Aber warum?

DiGregorio: “Weil Viking schon damals mikrobielles Leben (auf dem Mars) gefunden hat. In meinen Büchern “Mars The Living Planet” (Mars, der lebendige Planet) und “The Microbes of Mars” (Die Mikroben des Mars) beantworte ich diese Fragen ausführlich. Bedenken Sie bitte, dass ich die Überzeugung vertrete, dass die NASA für die Vertuschung (der Entdeckung) von Marsleben verantwortlich ist.”

GreWi: Gibt es dafür Indizien oder gar Beweise?

DiGregorio: “Die ‘Mars Exploration Division’ der NASA verweigert seit Jahren Astrobiologen die Ausstattung der Mars-Sonden mit neusten Technologien und Instrumenten zur Suche nach Leben.”

Vor 40 Jahren haben Experimente der Viking-Lander (s. Abb. l.) auf dem Mars positive Ergebnisse für dort aktive, also heute noch lebende Mikroorganismen im Marsboden erbracht. Diese Beweise sind seither Gegenstand heftiger Kontroversen (…GreWi berichtete). Dennoch sind alle seitherigen Landeeinheiten und Rover (inklusive dem aktuell auf dem Mars aktive Curiosity-Rover) lediglich auf den Nachweis möglichen einstigen Lebens auf dem Mars und absichtlich nicht mit Instrumenten ausgestattet, die auch heute noch aktives Leben nachweisen könnten.

Angesichts neuer Beobachtungen oder Ergebnisse ist es doch eigentlich die Aufgabe von Wissenschaft, zunächst das Experiment zu wiederholen, um besagte Ergebnisse entweder zu bestätigen oder zu widerlegen. Wenn das Ergebnis bestätigt werden kann, müssen weiterführende Informationen über die neue Entdeckung gewonnen werden. Jeder, der einen Grundkurs in Naturwissenschaften belegt hat, weiß das und kenn diese klassische Prozedur. Da fragt man sich doch, warum die NASA diesen grundwissenschaftlichen Ansatz aufgegeben hat und nur noch Daten über potentielles urzeitliches und heute ausgestorbenes Leben sucht, dass vielleicht einmal vor Milliarden von Jahren auf dem Mars existiert hatte und zugleich die Möglichkeit von heute noch aktiven Leben auf dem Mars regelrecht ignoriert? Die Feststellung, dass wir Erdlinge nicht alleine im Universum sind, würde eine der frühesten, ergreifensten und fortwährensten Fragen der Menschheit beantworten.”

GreWi: Erlauben Sie mir nochmals die Nachfrage, nach dem Grund, den die NASA für eine Vertuschung der Entdeckung von einstigem und/oder sogar heute noch vorhandenem Marsleben haben sollte?

DiGregorio: 1. Wenn die NASA heute verkünden würde, dass schon die Viking-Missionen 1976 tatsächlich mikrobielles Leben auf dem Mars gefunden hatten, wie glauben sie denn, würde sich das auf die Finanzierung zukünftiger Rovermissionen auswirken, die 2,5 Milliarden Dollar und mehr kosten? Wir haben doch gesehen, was mit den Apollo-Flügen zum Mond passierte: Nachdem das einmal geschafft war, verlor die Öffentlichkeit schnell das Interesse daran und nach Apollo 17 war Schluss und die Missionen 18 und 19 wurden gestrichen.



2. Die Bekanntgabe, dass auch noch heute von mikrobischem Leben auf dem Mars existiert würde die Pläne der NASA für die Rückführung von Marsproben zur Erde beeinflussen. Zunächst müssten schließlich Fragen über die Eigenschaften der Marsmikroben beantwortet und die Frage geklärt werden, wie diese unsere Biosphäre beeinflussen könnten. Vermutlich denkt die NASA, man könne diese Fragen vermeiden, wenn man die Öffentlichkeit in dem Glauben lässt, dass vom Mars lediglich sterile Proben aber keine lebendigen Mikroben zu erde gelangen können?

3. In den Traum von bemannten Marsmissionen werden derzeit gewaltige Geldsummen gepumpt. Hier geht es um Milliarden von Dollar. Nochmals: Sollt die NASA die Existenz von Marsmikroben bekannt geben, so muss man sich doch fragen, wie sich dies auf die Pläne Menschen zum Mars zu schicken auswirken würde? Würden die ersten Mars-Astronauten sozusagen als Versuchskaninchen zum Mars geschickt werden, um zu sehen, wie sie mit den Marsmikroben zurecht kommen? Das wäre dann schon fast wie in einem Alien-Film, oder nicht? Wenn wir uns also entscheiden, Menschen zum Mars zu schicken oder Proben von dort zur Erde zu bringen, dann sollten wir uns zuvor doch bitte wirklich sicher sein, dass wir damit hier niemanden töten oder unsere eigenen Biosphäre kontaminieren. Alles unterhalb dieser Vorsichtsmaßnahmen ist lediglich großes Gerede, um Milliarden von Dollar in einen falschen Traum zu investieren.”

Zum Thema

GreWi: Dann sind sie also gegen eine bemannte Marsmission?

DiGregorio: “Nein. Menschen werden ganz sicher eines Tages zum Mars reisen. Doch bevor wir das tun, sollten wir zunächst sicherstellen, dass dies für diese Menschen auch sicher ist. Tatsächlich bin ich überrascht, dass die Öffentlichkeit dies nicht schon längst mit mehr Druck von der NASA fordert.”

GreWi: Welche Konsequenzen hätte es, wenn Sie mit Ihrer Lesart der Strukturen als Spurenfossilien richtig lägen?

DiGregorio: “Wenn diese Strukturen tatsächlich Spurenfossilien sind – und ich bin davon überzeugt, dass meine Analysen genau das zeigen – dann bedeutet das, dass sich das Leben auf dem Mars bis hin zu mehrzelligen Organismen entwickelt hatte. Das wäre wirklich eine ganz erstaunliche Entdeckung.”

GreWi: Warum genau?

DiGregorio: “Nun, in diesem Fall würde das bedeuten, dass schon alleine in unserem Sonnensystem das Leben schon sehr früh auf mindestens zwei Planeten entstanden wäre und sich entwickelt hätte. In diesem Fall könnte dies sicherlich auch auf viele Planetensysteme um andere Sterne als unsere Sonne übertragen werden und würde dann bedeuten, dass zumindest einfache Lebensformen im Universum eher die Regel als die Ausnahme sind.”

GreWi: Ich bedanke mich für Ihre Ausführungen.


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#15

RE: Die Rätsel des Mars V:

in Astromagie & Sternsehung: 16.05.2018 14:00
von Adamon • Nexar | 13.807 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...aneten20180430/

„ExoMars“ sendet erste Aufnahmen des Roten Planeten:


Copyright: ESA/ROSKOSMOS/CaSSIS
Bern (Schweiz) – Der „Trace Gas Orbiter“ der Sonde „ExoMars“ hat erste Aufnahmen der Marsoberfläche seiner Bordkameras zur Erde gefunkt. Ziel der Mission ist es, Spurengase auf dem Roten Planeten ausfindig zu machen und diese entweder geologischer oder sogar biologischer Aktivität zuzuordnen.

Gemacht wurden die Aufnahmen aus einer Distanz von 400 Kilometern zur Marsoberfläche mit dem „Colour and Stereo Surface Imaging System“ (CaSSIS) an Bord der europäischen Sonde, die gemeinsam von der europäischen Weltraumagentur ESA und der russischen ROSKOSMOS betrieben wird.



CaSSIS-Aufnahme vom Rand des Mars-Kraters Korolev.
Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.
Copyright: ESA/ROSKOSMOS/CaSSIS

„Wir hatten in der ersten Testphase ein paar kleinere Softwareprobleme“, berichtet CaSSIS-Projektleiter Nicolas Thomas vom Center for Space and Habitability (CSH) an der Universität Bern. „Nun ist das Instrument aber wieder betriebsbereit.“ Hierzu mussten die Wissenschaftler zu Beginn der Testphase eine komplett neue Softwareversion auf das Gerät übertragen: „Es ist schon erstaunlich, dass man in einem Instrument, das in über 100 Millionen Kilometer Entfernung rund um den Mars fliegt, eine völlig neue Software aufsetzen und zum Laufen bringen kann“, so Thomas.

Für ihre Arbeit wurden die Forscher dann mit ersten spektakulären Bildern belohnt (s. Abb.l): Das hiesige Beispielbild zeigt einen Ausschnitt vom Rand eines eisgefüllten Kraters namens Korolev am hohen Breitengrad der nördlichen Mars-Hemisphäre. „Das helle Material im Bild ist Eis, das sich am Kraterrand gebildet hat“, erläutern die Berner Wissenschaftler und führen dazu weiter aus: „Die Aufnahme hat eine Auflösung von knapp über 5 Metern und übertrifft damit die bisher schärfsten Mars-Aufnahmen von Hubble und anderen Teleskopen um ein Vielfaches.“ Zukünftig soll sogar eine Auflösung von weniger als 5 Metern erreicht werden.

Das Bild besteht aus drei Bildern in verschiedenen Farben, die CaSSIS am 15. April 2018 fast zeitgleich aufgenommen hat. Die Bilder wurden anschließend zusammengesetzt, um diese Farbansicht zu erzeugen. „Unser Ziel ist es, den Bilderzeugungsprozess vollständig zu automatisieren“, führt Thomas weiter aus. „Sobald wir dies erreicht haben, können wir die Daten rasch zur Analyse allen interessierten Forschungsgruppen zur Verfügung stellen.“

CaSSIS soll die Daten, die ExoMars und andere Mars-Orbiter sammeln werden, vervollständigen und neue Erkenntnisse über die Marsoberfläche liefern. Da sich der Mars als dynamischer erwiesen hat als bisher gedacht, sind Aufnahmen davon, was sich auf seiner Oberfläche abspielt, von besonderem Interesse. Das Forscherteam erhofft sich vor allem neue Erkenntnisse über Veränderungen, die sich während eines Mars-Tages ergeben, sowie während der Mars-Jahreszeiten. Eines der Hauptziele von CaSSIS ist es, kürzlich entdeckte Spuren von flüssigem Wasser genauer zu untersuchen, die regelmäßig im Mars-Frühling erscheinen und im Winter wieder verschwinden (…GreWi berichtete 1, 2).

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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