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#16

RE: Stonehenge:

in Mythologie & Weltgeschichte 08.10.2015 22:33
von Adamon • Nexar | 14.434 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...tdeckt20150907/

Durrington Walls: Bodenradar offenbart weitere Steine von „Super-Henge“:


Grafische Rekonstruktion der einst Steinreihe von Durrington Walls (Illu.)
Copyright: Ludwig Boltzmann Institute
Stonehenge (England) – Erst vor einem Jahr gaben britische Archäologen die Entdeckung zahlreicher bislang unbekannter Reste einstiger Bauten in der Umgebung des Steinkreises von Stonehenge in der südenglischen Grafschaft Wiltshire bekannt. Darunter auch die Entdeckung zahlreicher einst aufrecht stehender Monolithen in einer nahegelegenen Henge-Anlage, die Stonehenge selbst um ein Vielfaches übertrifft (…GreWi berichtete). Jetzt haben die Archäologen weitere Steine lokalisiert und sprechen von der wahrscheinlich größten neolithischen Henge- und Steinkreisanlage weltweit.

Insgesamt habe man mittlerweile an die 100 gewaltige Steine im Boden lokalisiert, die einst mindestens entlang einer Flanke der einstige Henge-Anlage von Durrington Walls kaum drei Kilometer vom Stonehenge-Steinkreise entfernt aufgerichtet waren (s. Abb.). Einige der Steine könnten bis zu 4,5 Metern in die Höhe aus dem Boden geragt haben.


Weitere Ansichten der Rekonstruktion der Henge-Anlage von Durrington Walls.
Copyright: Copyright: Ludwig Boltzmann Institute

Während Stonehenge aufgrund seiner markanten „Steintore“ der wohl bekannteste britische Steinkreis ist, wird er mit seinem Durchmesser von gerade einmal 33 Metern bei Weitem vom Durchmesser des ehemals äußersten Steinkreises von Avebury mit ganzen 427 Metern und einem Umfang von 1.200 Metern übertroffen. Die Henge-Anlage von Durrington Walls dürfte jedoch selbst Avebury übertreffen und einen Umfang von rund 1.500 Metern gehabt haben.


Rekonstruierte Luftansicht der Henge-Anlage von Durrington Walls.
Copyright: Ludwig Boltzmann Institute

Weitere Informationen zu „Super-Henge“ will das Team um Vince Gaffney vom „The Stonehenge Hidden Landscapes Project“ an der University of Birmingham auf dem bevorstehenden British Science Festival vom 7-10 September 2015 an der University of Bradford präsentieren.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#17

RE: Stonehenge:

in Mythologie & Weltgeschichte 08.12.2015 16:36
von Adamon • Nexar | 14.434 Beiträge

http://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/...andard+Kampagne


Ausgrabungen am Steinbruch von Craig Rhos-y-felin in Wales.
Copyright/Quelle: Adam Stanford, Aerial-Cam Ltd / UCL
London (Großbritannien) – Britische Archäologen haben in den Preseli-Bergen in Wales zwei Steinbrüche identifiziert, aus denen die kleineren sogenannten Blausteine stammen, die einen Teil des Steinkreises von Stonehenge bilden. Zum einen bestätigen die Forscher damit nicht nur eine bisherige Theorie zur Herkunft der Steine. Zum anderen belege die Datierung des Abbaus der Steine, dass die Blausteine des heutigen Stonehenge lange Zeit für ein anderes Monument genutzt wurden. Von den Arbeiten erhoffen sich die Archäologen sogar Aufschlüsse darüber, warum Stonehenge überhaupt gebaut wurde.

Wie das Team aus Forschern des University College London (UCL) der Universitäten Manchester, Bournemouth, Southampton und Leicester, des National Museum Wales (Amgueddfa Cymru), und des Dyfed Archaeological Trust aktuell im Fachjournal „Antiquity“ (DOI: 10.15184/aqy.2015.177) berichten, sind die Preseli-Berge im Pembrokeshire schon seit den 1920er Jahren als Ursprung der Blausteine von Stonehenge bekannt. Unklar und sogar umstritten war bislang allerdings die genaue Herkunft der Steine.

Wie der Leiter des Projekts, Professor Mike Parker Pearson vom UCL Institute of Archaeology, erläutert, sei man nun in der Lage, den geologischen Aufschluss von Carn Goedog als ursprüngliche Heimat der in Stonehenge verbauten Dolerit-Blausteine und Craig Rhos-y-felin als die der Rhyolit-Blausteine eindeutig zu identifizieren.

In beiden Aufschlüssen treten die Blausteine bereits in Form natürlicher Säulen an de Oberfläche. Die Steinbruch-Arbeiter mussten also lediglich hölzerne Keile in die natürlichen Spalten des Felsens treiben und der Rest wurde vom walisischen Regen erledigt, der das Holz quellen ließ und so die Steinquader abtrennte. Über Fahrbahnen, die aus jedem der beiden Steinbrüche herausführten, konnten die vergleichsweise schmalen Steinquader dann abtransportiert werden.


Stonehenge heute.
Copyright: Andreas Müller, grenzwissenschaft-aktuell.de

Für eine weitere Überraschung sorgte dann die Radiokarbondatierung von verbranntem Haselnussgehölz und Kohle aus Lagerfeuerresten im einstigen Arbeiter-Camp von Craig Rhos-y-felin: Während die Blausteine von Stonehenge etwa 2900 v.Chr. verbaut wurden, wurde in den Steinbrüchen gegen 3400 und 3200 v.Chr. gearbeitet. „Das passt einfach nicht zusammen“, kommentiert Parker Pearson diese Entdeckung und führt weiter aus: „Natürlich könnte es auch rund 400-500 Jahre gedauert haben, bis die Steine von Wales nach Wiltshire transportiert wurden, aber eigentlich klingt das eher unwahrscheinlich. Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass diese Steine zunächst für ein lokales Monument in der Nähe der Steinbrüche (also in Wales) benutzt wurden und dann später demontiert und nach Wiltshire transportiert wurden.“

Aus diesem Grund vermutet das Wissenschaftlerteam, dass irgendwo zwischen den beiden Steinbrüchen die Reste eines einst rückgebauten Steinkreises aus den heutigen Stonehenge-Blausteinen zu finden sind.

Tatsächlich haben die Forscher auch schon anhand von geophysikalischer Analysen und Luftbildauswertungen diese potentielle Steinkreis-Ruine ausfindig gemacht: „Die bisherigen Ergebnisse sind sehr vielversprechend – und vielleicht werden wir schon 2016 eine wirklich bedeutende Entdeckung machen können“, erläutert Professor Kate Welham von der Bournemouth University.

Anhand der Position der beiden Steinbrüche ziehen die Wissenschaftler auch Rückschlüsse über den Transport der Steine nach Stonehenge: „Der einzig logische Transportweg für entweder über See, Richtung Norden oder ostwärts durch die Täler entlang einer historischen Route, die heute die A40 markiert“, so Parker Pearson. „Ich persönlich glaube, dass die Steine über Land transportiert wurden. Jeder der 80 Monolithen wiegt weniger als zwei Tonnen. Sie könnten also jeweils von einer Mannschaft oder mit Hilfe von Ochsen transportiert worden sein. Wir kennen Beispiele aus Indien und Asien, wo einzelne Steine dieser Größe selbst auf hölzernen Gestellen in Teams zu je 60 Mann transportiert wurden. So mussten diese Steine noch nicht einmal gezogen werden.“

Zum Thema

Die Entdeckung könnte auch Aufschlüsse darüber liefern, warum Stonehenge überhaupt gebaut wurde: Parker Pearson und sein Team sind sich sicher, dass die Blausteine von Stonehenge etwa 2900 v.Chr. errichtet wurden – lange Zeit, bevor die großen Steintore aus den lokalen Sarsensteinen gegen 2500 aufgestellt wurden: „Stonehenge war ganz zu Anfang also ein walisisches Monument. Wenn wir dieses ursprüngliche Monument in Wales finden, so werden wir wahrscheinlich auch in der Lage sein, das Rätsel um die Frage zu lüften, warum das spätere Stonehenge erbaut wurde und warum dafür Steine von so weit her benutzt wurden“, so Parker Pearson abschließend.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#18

RE: Stonehenge:

in Mythologie & Weltgeschichte 23.05.2017 04:06
von Adamon • Nexar | 14.434 Beiträge

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#19

RE: Stonehenge:

in Mythologie & Weltgeschichte 25.09.2017 19:34
von Adamon • Nexar | 14.434 Beiträge

Geheimnisse des Universums - Stonehenge:

https://archive.org/details/geheimnissed...rsumsstonehenge




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zuletzt bearbeitet 23.02.2020 19:56 | nach oben springen
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#20

RE: Stonehenge:

in Mythologie & Weltgeschichte 28.10.2018 02:30
von Adamon • Nexar | 14.434 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...-wales20180803/

Kamen auch die Erbauer von Stonehenge aus Wales?

Oxford (Großbritannien) – Eine Analyse einiger der ältesten in dem Steinkreis von Stonehenge gefundenen menschlichen Knochen, verortet deren Herkunft wie jene der ursprünglich zum Bau des Steinkreises verwendeten Blausteine in West-Wales. Doch warum kamen die Menschen damals so weit ins heutige Wessex?

Wie Archäologen um Prof. Rick Schulting von der University of Oxford aktuell im Fachjournal „Scientific Reports“ (DOI: 10.1038/s41598-018-28969-8) berichten, sind die Knochen rund 5.000 Jahre alt und datieren somit in die erste Bauphase des ikonischen Monuments, das vor allem für seine mächtigen Steintore, die sog. Trilithen, bekannt ist. Die sterblichen Überreste konnten Wissenschaftler schon zuvor 25 Personen zuordnen, die einst innerhalb der Anlage in Gruben beigesetzt worden waren.

Während die meisten so Begrabenen, den Großteil ihres Lebens wie erwartet aus der umgebenden Region Wessex verbracht hatten, stammen 10 der 25 Menschen aus dem westlichen Wales und damit mindestens 200 Kilometer von Stonehenge entfernt. Für die Zeit, in der sie lebten – also vor rund 5.000 Jahren – war dieser Umstand eher ungewöhnlich.

Die Menschen kamen sogar aus jener Region rund um die Preseli-Berge der bekannten Quelle der sogenannten Blausteine (…GreWi berichtete), jenen kleineren Steinen, die den ältesten, inneren Steinkreis des Monuments bilden.


Ausgrabungen am Steinbruch von Craig Rhos-y-felin in Wales.
Copyright/Quelle: Adam Stanford, Aerial-Cam Ltd / UCL

Diese Zuordnung anhand der Isotopenanalyse legt nahe, dass Menschen, die nicht direkt rund um Stonehenge beheimatet waren, die Steine zum Bau des ersten Steinkreises lieferten und mit den Steinen in die Salisbury Plains kamen – und hier auch begraben wurden.

Zum Thema

„Was damals zwei voneinander so fern lebende Menschengruppen dazu brachte, die Steine eine so weite Strecke zu transportieren und auf diese Weise eine über Jahrhunderte währende Zusammenarbeit zu begründen, ist uns weiterhin rätselhaft“, gesteht Schulting.

Außer den Steinen gibt es keine weiteren Hinweise dafür, dass die beiden Gegenden miteinander verbunden waren, etwa Handel trieben. „Vielleicht diente das Monument selbst dazu, diese beiden Gemeinschaften zusammen zu bringen. Während das derzeit noch reine Spekulation ist, könnte es aber tatsächlich auf eine persönliche oder familiäre Verbindung hinweisen, die zwischen diesen beiden Gruppen existierte.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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#21

RE: Stonehenge:

in Mythologie & Weltgeschichte 26.06.2019 11:45
von Adamon • Nexar | 14.434 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...ehenge20190418/

Studie offenbart Abstammung der Erbauer von Stonehenge:


Der Steinkreis von Stonehenge. Copyright: Andreas Müller für grenzwissenschaft-aktuell.de
London (Großbritannien) – Eine neue DNA-Analyse belegt, dass die Vorfahren jener Menschen, die Megalith-Monumente wie Stonehenge und Avebury erbaut hatten, aus dem heutigen Griechenland und der Türkei stammten und über das Mittelmeer und den Atlantik auf die britischen Inseln kamen. Dabei brachten diese Menschen, die heute wohl als Migranten bezeichnet werden würden – nicht nur die Megalithkultur sondern auch die landwirtschaftliche Lebensweise – und damit die Grundlage des Erfolgs unserer heutigen Kultur – mit sich.

Wie das Team um Dr. Tom Booth vom Natural History Museum in London und Prof. Mark Thomas vom University College London aktuell im Fachjournal „Nature Ecology & Evolution.“ (DOI: 10.1038/s41559-019-0871-9) berichten, verglichen sie die aus menschlichen Überresten in neolithischen (jungsteinzeitlichen) Gräbern in ganz Britannien extrahierte DNA mit der von Menschen, die zur selben Zeit im restlichen Europa lebten.

Wie sich zeigt stammen die Menschen der Jungsteinzeit ursprünglich aus dem heutigen Anatolien (Türkei) und Griechenland und breiteten sich zum einen entlang der Donau nach Mitteleuropa hinein und zum anderen in westlicher Richtung über den Mittelmeerraum bis nach Spanien aus, bevor sie entlang der Atlantikküsten schlussendlich – vor rund 6.000 Jahren – die britischen Inseln besiedelten. Auf ihrem Weg brachten die anatolischen und ägäischen Bauern auch die Landwirtschaft in jene Regionen Europas, die zuvor nur noch von kleinen Populationen aus Jägern- und Sammlern bewohnt waren. Nur auf diese neue Lebensweise, gelang es den Menschen, sich erfolgreich auszubreiten und zu entwickeln.


Gesichtsrekonstruktion der „Whitehawk Woman“, einer Frau der Jungsteinzeit, deren Überreste in der englischen Grafschaft Sussex gefunden und auf ein Alter von 5.600 Jahre datiert wurden. Copyright/Quelle: Royal Pavilion & Museum, Brighton

Die Genomanalyse der frühen britischen Bauern zeigt, dass diese am engsten mit jungsteinzeitlichen Bauern auf der iberischen Halbinsel verwandt waren, die wiederum von Menschen aus der Ägäis und Anatolien abstammten. Interessanterweise erreichte diese Gruppe die britischen Inseln nicht etwa über die schon damals kürzesten und einfachste Landenge zwischen dem Kontinent und den Inseln, dem Ärmelkanal, sondern breiteten sich von Westen (Cornwall) über Britannien aus.

Zusätzlich zur Landwirtschaft brachten die Neuankömmlinge offenbar auch die Megalithkultur, also das Errichten von Stein-Monumenten wie Steinkreisen (Stonehenge, Avebury usw.), Dolmen und Menhiren mit sich. Damit bestätigt die aktuelle Studie eine erst kürzlich veröffentlichte Studie, die genau diese Ausbreitung der „Kultur der Steine“ in und über Europa bis auf die britischen Inseln nachweist (… GreWi berichtete).

Zwar waren die britischen Inseln schon vor der Ankunft der „neuen Bauern“ von kleinen Gruppen von hellheutigen Jägern und Sammlern bevölkert, doch zeigt die aktuelle Studie, dass es hier – ganz im Gegensatz zum kontinentalen Europa – kaum zu einer Vermischung der Bevölkerungsgruppen kam. Stattdessen wurden die Ureinwohner nahezu vollständig von den jungsteinzeitlichen Bauern ersetzt. Als Grund hierfür vermuten die Autoren der Studie, dass die noch auf den britischen Inseln vorhandenen Populationen von Jägern und Sammlern bereits bei Ankunft der Bauern zu klein waren, um sich selbst erhalten zu können. Im Gegensatz dazu erlaubte die neue Lebensweise den Bauern, die Ernährung und Ausbreitung ihrer Gruppe, sowie die Weiterentwicklung bereits vorhandener Kulturtechniken. Zudem verfügten die eingewanderten Bauern wahrscheinlich bereits durch ihre lange Migration durch ganz Europa über das Wissen und die notwendigen Fähigkeiten (wie nicht zuletzt den Feldanbau von Getreide usw.), sich an neue und veränderliche Umgebungen und Umwelten schnell anzupassen.

Die aktuelle Studie untersuchte auch die DNA des sogenannten „Cheddar Man“, dem ältesten bislang auf den britischen Inseln entdeckten modern-menschlichen Skelett, das auf ein Alter von 7.100 Jahren datiert wurde (s. Abb.). Hierbei handelt es sich um die Überreste eines vor-landwirtschaftlichen Jägers und Sammlers, die schon im vergangenen Jahr Inhalt einer Studie und spektakulären Gesichtsrekonstruktion waren.

Hintergrund
Noch bis vor kurzem waren auch Wissenschaftler davon ausgegangen, dass sich der moderne Mensch nach seiner Ankunft in Europa vor rund 45.000 Jahren recht schnell durch eine hellere Hautfarbe an die neue Umgebung angepasst hatte. “Tatsächlich ist helle Haut geeigneter, um UV-Licht zu absorbieren, wodurch der Mensch in (nördlichen) Klimaregionen mit reduziertem Sonnenlicht einem Vitamin-D-Mangel vorbeugen kann”, erläutert Booth. “Der Cheddar-Mann besitzt hingegen deutliche genetische Marker für eine Hautpigmentation, wie wir sie typischerweise im subsaharischen Afrika vorfinden.” Das Ergebnis stimmt damit mit früheren DNA-Analysen mesolithischer menschlicher Überreste aus dem Mesolithikum (Mittelsteinzeit) auf dem europäischen Festland überein.


Die neue, auf den Ergebnissen der aktuellen DNA-Analyse basierende Gesichtsrekonstruktion des sog. Cheddar-Mannes. Copyright: Tom Barnes/Channel 4

Zwar sei der Cheddar-Mann nur ein Individuum, könne aber dennoch als Beispiel für die damalige gesamte europäische Population betrachtet werden: “Diese hatten dunkle Haut, dunkelbraune Haare und hellfarbige Augen – entweder grün oder blau. Damit rüttelt auch der Cheddar-Mann an unseren Erwartungen darüber, welche genetischen Eigenschaften vermeintlich miteinander einhergehen”, so Booth. “Wie es scheint erreichten helläugige Menschen Europa sehr viel früher als hellhäutige und/oder blonde, die erst nach dem Erscheinen der Landwirtschaft hier auftauchen.” Damit zeige der Cheddar-Mann, wie falsch es sei, Rückschlüsse auf der Grundlage heutigen Aussehens auf das Aussehen der Menschen von damals zu ziehen, so die Forscher um Tom Booth (…GreWi berichtete).

Im Gegensatz zu den dunkelhäutigen aber helläugigen Jägern und Sammlern, waren die „neuen Bauern“ zwar ebenfalls eher dunkelhäutig, hatten stattdessen aber dunkle, braune Augen und dunkelbraunes Haar.

„Gegen Ende der Jungsteinzeit, vor rund 4.500 Jahren, wurden dann aber auch die Nachkommen dieser Bauern nahezu vollständig durch eine neuen Bevölkerungsgruppe – die sogenannten Glockenbecherkultur ersetzt, die aus Zentraleuropa nach Britannien eingewandert waren“, berichten die Autoren der aktuellen Studie. „Die britischen Inseln -ebenso wie das europäische Festland, erlebten also zwei extreme genetische Veränderungen innerhalb von nur wenigen tausend Jahren.“

Die Autoren der Studie glauben jedoch nicht, dass diese Austauschereignisse mit einfachen Erklärungen wie Konflikte und Kriege erklärt werden können: „Diese Veränderungen gingen sehr viel eher mit der Frage einher, welche Lebensweise am besten zur jeweiligen Umgebung passte und sich somit schlussendlich durchsetzen konnte.“

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© grenzwissenschaft-aktuell.de


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