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#61

RE: AI - Links:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 16.05.2018 15:09
von Adamon • Nexar | 14.434 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...tionen20180515/

GreWi-Interview: Finden sich in den Gaia-Daten Hinweise auf außerirdische Konstruktionen?



Künstlerische Darstellung eines Dyson-Schwarms (Illu.)
Copyright/Quelle: via WikimediaCommons / CC BY-SA 4.0
Saarbrücken (Deutschland) – Im ersten Datenpaket des europäischen Weltraumteleskops „Gaia“ und des „Radial Velocity Experiment“ (RAVE), einer spektroskopischen Durchmusterung des Südhimmels, haben Astrophysiker nach Hinweisen auf mögliche künstliche Riesenstrukturen um ferne Sterne, sogenannte Dyson-Konstruktionen, gesucht. Tatsächlich liegen schon anhand dieser Daten ausreichend Informationen zu mehr als 8.000 Sternen vor, um diese auf entsprechende Konstrukte hin zu überprüfen. Einen dieser Sterne haben die Forscher exemplarisch untersucht. In Interview mit Grenzwissenschaft-Aktuell.de (GreWi) hat einer der Autoren der Studie, Andreas Korn von der Universität Uppsala, deren Ergebnisse genauer erläutert.

Andreas Müller, Hrsg. Grenzwissenschaft-Aktuell.de (GreWi): Herr Korn, in einigen Medienberichten heißt es, dass Sie und Ihre Kollegen, Erik Zackrisson und Ansgar Wehrhahn von der Universität Uppsala gemeinsam mit Johannes Reiter von der Universität Heidelberg in den Gaia-Daten sage und schreibe „8.000 Kandidaten potentieller Dyson-Sphären“ gefunden hätten. Nach der Durchsicht Ihres vorab via ArXiv.org veröffentlichten Fachartikels, vermute ich jedoch, dass es sich dabei um ein Missverständnis handelt. Liege ich da richtig?

Andreas Korn: „Ja, tatsächlich haben wir in der Schnittmenge des ersten Daten-Katalogs der Gaia-Mission (Gaia DR1) und von RAVE rund 8.000 Sterne ausfindig gemacht, zu denen schon jetzt genügend Daten vorliegen, um auf dieser Grundlage eine Suche nach potentiellen Dyson-Konstrukten durchzuführen. Das ist ein wichtiger Unterschied.“

Gaia DR1
Der erste Daten-Katalog (Gaia DR1) des Weltraumteleskops „Gaia“ der Europäischen Raumfahrtagentur ESA wurde am 14. September 2016 veröffentlicht, das bis zu dieser Zeit bereits die Position und Magnitude (also die scheinbare Helligkeit) für 1,1 Milliarden Sterne ermitteln konnte.
– Weitere Information zum „Gaia Data Release 1“ finden Sie HIER



Dyson-Konstruktionen
Bei Dyson-Konstruktionen handelt es sich um – bislang rein hypothetische – Konstrukte technologisch weit fortgeschrittener, außerirdischer Zivilisationen, die im Idealfall einen Stern vollständig kugelförmig umschließen, um dessen Energie möglichst effizient zu absorbieren und damit optimal nutzen zu können.

https://de.wikipedia.org/wiki/Dyson-Sph%C3%A4re

GreWi: Können Sie uns den Ansatz ihrer Suche nach Dysons-Konstrukten anhand der Gaia- und RAVE-Daten kurz erläutern?

Andreas Korn: Wir suchen nach Sternen, die scheinbar grundlos unterleuchtkräftig sind, also für ihren Abstand und ihr Entwicklungsstadium nicht die aus Sternentwicklung zu erwartende Leuchtkraft haben. Da Entfernungsbestimmungen (Parallaxe) in der Astronomie generell schwierig sind, sind wir dabei auf „Gaia“ angewiesen. Im Vergleich zwischen der astrometrischen (Gaia)-Entfernung und einer Spektralanalysen-Entfernung kann man solche unterleuchtkräftigen Sterne finden. Es sei dabei erwähnt, dass es auch natürliche unterleuchtkräftige Sterne gibt, z.B. metallarme Sterne und Weiße Zwerge. Aber eine Spektralanalyse kann zeigen, ob es sich um solche Objekte handelt, die dann also eine natürliche Erklärung finden.

___STEADY_PAYWALL___

Auf diese Weise könnte es die Gaia-Mission in den kommenden Jahren ermöglichen, direkt nach Dyson-Konstruktionen zu suchen und diese als solche auch zu erkennen, in dem nach Signaturen von charakteristischer Abwärme solcher Strukturen im Infrarotspektrum entsprechender Sterne gesucht wird.


Künstlerische Darstellung der Gaia-Mission (Illu.).
Copyright/Quelle: ESA/ATG medialab; background: ESO/S. Brunier

Doch schon heute ist eine eingeschränkte Suche dieser Art möglich, in dem die Gaia-Daten zu den Parallaxenabständen mit den spektrophotometrisch ermittelten Distanzen kombiniert werden, wie sie von bodengestützten Durchmusterungen (wie dem „Radial Velocity Experiment“, RAVE) ermittelt werden können. Bei unserer Suche haben wir nach Sternen gesucht, die von nicht ganz vollständigen Dyson-Konstruktionen in Form eines sogenannten „Dyson-Schwarms“ umgeben sein könnten.

GreWi: Als Beispiel haben Sie einen aus den 8.000 Sternen für eine erste weitere Analyse ausgewählt: TYC 6111-1162-1. Sticht er aus den anderen derart 8.000 heraus?

Andreas Korn: Wir haben den Datensatz systematisch heruntergekocht, bis nur noch 6 Sterne übrig waren, deren Leuchtschwäche als f_cov > 0.7 interpretiert werden könnte. Und unter diesen erschien uns TYC6111 als F-Stern (der Sonne recht ähnlich, wenn auch ein paar hundert K, 5% heißer) der interessanteste Kandidat zu sein.

GreWi: Verstehe ich Ihre Ausführungen richtig, dass dieser Stern (TYC 6111-1162-1) zwar zunächst die Kriterien für eine potentielle Dyson-Sphäre oder -Schwarm erfüllt, aber nicht den dafür notwendigen Hitzeüberschuss im Infrarot-Spektrum (IR) aufweist – und sie deshalb auf einen Weißen Zwerg als Begleiter tippen, der die sonstigen Eigenschaften erklären würde?



Andreas Korn: Man hätte nicht wirklich spektroskopische Follow-ups gebraucht, um TYC6111 als Dyson-Sphären-Kandidaten auszuschließen, da er – wie Sie richtig verstanden haben – keine zusätzliche künstliche Abwärme im IR hat. Wir haben den Weg der Nachbeobachtung gewählt, weil ich die RAVE-Analyse, die auf mäßig guten Daten beruht, in Frage gestellt hatte. Im Grunde haben wir die grobe RAVE-Analyse dann aber mit einem deutlich besseren Spektrum bestätigt. Der Stern ist also wirklich diskrepant.

Die Interpretation mit dem Weißen Zwerg als (bislang unentdeckter) Begleiter kommt ins Bild, weil wir durch die Spektren der Nachbeobachtung zeigen konnten, dass der Stern eine große Radialgeschwindigkeitsvariation aufweist. Er wird also von einem Begleiter hin- und hergezerrt.

GreWi: Ihre Studie basiert auf den Daten von “Gaia DR1”- erst kürzlich wurden ja auch DR2 veröffentlicht. Haben Sie diese auch schon berücksichtigt?

Andreas Korn: Die Parallaxe in Gaia DR2 ist deutlich kleiner, etwa 4 kombinierte DR1+DR2-sigma kleiner! Gaia hat also auch gemerkt, dass bei dem Stern was nicht stimmt, kann Doppelsterne im Moment aber noch nicht “auflösen” (eine Frage der Komplexität der Datenanlyse). Damit ist auch die Diskrepanz gesunken und die Radialgeschwindigkeitsvariationen lassen sich mit einem deutlich weniger massereichen Begleiter erklären.

GreWi: Was passiert nun mit den restlichen “7.999 Kandidaten“?

Andreas Korn: Man sollte eine ähnliche Studie mit DR2 machen. Es gibt ab sofort auch mehr Kandidaten, die Gaia mit anderen spektroskopischen Surveys (APOGEE, GALAH, Gaia-ESO) gemeinsam hat.

GreWi: Könnte man eine Analyse aller Kandidaten auch automatisieren?

Andreas Korn: Wenn man sich auf den Vergleich der Parallaxe mit der spektroskopischen Entfernung beschränkt, ist das keine Kunst. Aber um dann zu bestätigen, dass da wirklich was im Busch ist, bedarf es des genaueren Hinsehens. Wie es heißt: „extraordinary claims require extraordinary proof!“ (außergewöhnliche Behauptungen erfordern außergewöhnliche Beweise!“

GreWi: Welche Schritte sollten und könnten als nächstes bzw. mittelfristig auf der Grundlage Ihrer Studie gegangen werden?

Andreas Korn: Das jetzt Wesentliche ist die Verbesserung der Statistik. Wir suchen nach einem extrem unwahrscheinlichen, extrem seltenen Phänomen. Die zukünftigen regulären Gaia-Kataloge werden dies ermöglichen, wie auch die Daten der verlängerten Gaia-Mission.

GreWi: Das bedeutet, Ihr Team wird auch weiter nach Dyson-Konstrukten in den Gaia-Daten DR2-3 suchen?

Andreas Korn: Mit großer Wahrscheinlichkeit. Aber man publiziert auch, damit andere
Wissenschaftler inspiriert werden und die Idee weiterentwickeln.

GreWi: Herr Korn, besten Dank für die spannenden Informationen.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
US-Kongress bewilligt 20 Mio. Dollar für SETI und die Suche nach außerirdischen Technologien 17. April 2018
Kein Alien-Bauwerk: Ergebnis der Beobachtungskampagne schließt künstliche Struktur um KIC 8462852 aus 4. Januar 2018
Gürtel aus Weltraumschrott könnten außerirdische Zivilisationen verraten 7. März 2018
Astronomen beginnen Suche nach Signaturen technologisch entwickelter Zivilisationen im fernen All 13. Februar 2018

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#62

RE: AI - Links:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 28.06.2018 15:11
von Adamon • Nexar | 14.434 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...ichtet20180620/

Weiterer USS-Nimitz-UFO-Zeuge berichtet:


Archivbild: Radarmonitor an Bord eines Flugzeugträgers
Copyright: Gemeinfrei
Washington (USA) – Noch ein halbes Jahr nach dem Bekanntwerden einer direkten Nahebegegnung der Flugzeugträgerkampfgruppe der USS-Nimitz mit bis heute nicht erklärten Flugobjekten (…GreWi berichtete als erstes deutschsprachiges Newsportal), ebbt das Interesse an dem Vorfall nicht ab. Jetzt hat sich mit einem Radaroffizier ein weiterer direkter Zeuge zu Wort gemeldet und schildert – allerdings derzeit noch anonym – weitere Details.

In seiner Radiosendung „Extraordinary Beliefs“ interviewte der Journalist Jeremy Corbell mit dem als „Trevor“ in Erscheinung tretenden Zeugen der von sich behauptet, selbst einer der direkt beteiligten Radaroffiziere an Bord des Flugzeugträgers USS Nimitz während des Vorfalls gewesen zu sein.

Hintergrund: Die UFO-Begegnung der USS Nimitz
Am 14. November 2004 beobachteten zahlreiche Besatzungsmitglieder des US-Flugzeugträgers und dessen begleitender Kampgruppe “US-Nimitz” mindestens ein unidentifiziertes Flugobjekt vor der Küste von San Diego – ein Vorfall, der auch von mindestens einer Aufnahme des Bordsystems eines Abfangjägers mit einem Video dokumentiert wurde, das aufgrund der anhand dieses Videos hervorgehenden Form des unidentifizierten Objekts auch als „Tic-Tac-UFO-Video“ bekannt wurde.



Gemeinsam mit einem Enthüllungs-Leitartikel der „New York Times“ (NYT) über das geheime UFO-Forschungsprogramm des US-Verteidigungsministeriums (…GreWi berichtete), beschrieb einer der Zeugen den Vorfalls, der F-18-Jetpilot Commander David Fravor die Eigenschaften des Objekts wie folgt: “Ich habe noch nie zuvor etwas gesehen, dass derart beschleunigen konnte. Das war schon ziemlich merkwürdig. (…) Ich habe keine Ahnung, was ich da gesehen habe. Es hatte keine Abgase, keine Flügel oder Rotoren und es ließ die F-18-Jets einfach hinter sich. Ich weiß nur eins: Ich würde so ein Ding gerne mal fliegen.“

Im Interview mit Corbell behauptet „Trevor“ nun, dass sich „die unidentifizierten (Radar-) Ziele bewegten, als würden sie auf seinem Radarschirm regelrecht umherspringen.“

Obwohl schon der ehemalige Leiter des UFO-Forschungsprogramms des Pentagon Luis Elizondo und Cmdr. Fravor namentlich mit ihren Aussagen an die Öffentlichkeit getreten waren, will „Trevor“ weiterhin anonym bleiben – ein Schritt, der Skeptiker erwartungsgemäß an seinen Aussagen zweifeln lässt.

Als einen der Gründe für diese gewählte Anonymität vermutet „TheDailyGrail.com“ (TDG) das, was „Tervor“ über den Vorfall berichtet, geht dies doch deutlich über Fravors Aussagen und das doch nur schwer interpretierbare bislang bekannte Nimitz- bzw. Tic-Tac-Video (s. Video.) hinaus:

Nachdem die F-18 wieder auf der Nimitz gelandet waren, so berichtet „Trevor“ weiter, habe man ihm und anderen Offizieren ein Video gezeigt, das von einem der Flugzeuge aufgenommen wurde, sich aber deutlich von dem bekannten Tic-Tac-Video unterscheidet. Laut Cobells anonymer Quelle sei dieses Videos sehr viel deutlicher und klarer. Es zeige den Verfolgungsversuch des Objekts durch die F-18 und offenbare, dass das unbekannte Objekt die Bewegungen des Kampfjets zu imitieren versuche – „ganz so, als ob es die Flugfähigkeiten der Maschinen verhöhnen wollte“. Danach sei das UFO dann plötzlich mit einem spontanen Vertikalstart verschwunden.

Desweiteren berichtet „Trevor“, dass das Objekt auf diesem Video auch nicht mehr Tic-Tac-förmig war, sondern die Form einer klassischen „fliegenden Untertasse“ gehabt habe – also eine flache Scheibe mit Kuppel.



„Sollte das, was diese Quelle (Trevor) berichtet, wahr sein, so würde das bedeuten, dass es sich bei dem bisher von der New York Times gemeinsam mit der To-The-Stars-Academy (TTSA) veröffentlichten Video nur um eine weichgespülte Version des Nimitz-Videos von 2004 und noch dazu eine nicht wirklich überzeugende oder gar lebensverändernde Version dessen, was Trevor selbst erlebt und gesehen hatte handelt“, kommentiert der TDG-Autor ‚Red Pill Junkie‘. „(…) plant die TTSA auch das von Trevor beschriebene Video zu veröffentlichen. Und wenn nicht, warum? Könnte es sein, dass dieses andere Video mit Hilfe von Technologien aufgezeichnet wurde, die durch eine Veröffentlichung potentiellen Gegnern der USA zu viel über deren technischen Möglichkeiten verraten würde? Oder geht es hier um einen Prozess in Form eines ‚Wahrnehmungs-Managements‘ (durch die Verantwortlichen der US-Regierung), um die Reaktion der Öffentlichkeit auf derartige Enthüllungen zu testen?

All jene, die sich über einen positiven Leitartikel über UFOs in einer Zeitung wie der New York Times wundern, könnten durch ein begleitendes angebliches Beweisvideo von derart schlechter Auflösung und Qualität (wie das bekannte Tic-Tac-UFO-Video) sehr schnell wieder das Interesse und besagte Verwunderung verlieren.

Es ist jetzt sechs Monate her, seit das UFO-Forschungsprogramm des Pentagon enthüllt wurde und die Amerikaner werden wieder mehr von den täglichen Tweets ihres Präsidenten bewegt als von einer potentiellen Bedrohung unbekannter Herkunft, die vor der eigenen Pazifik-Küste mit der Navy Katz-und-Maus spielt.

Testet das US-Verteidigungsministerium die Möglichkeiten weiter Enthüllungen mit Hilfe eingeschränkter Veröffentlichungen. Oder sind Trevors Aussagen schlichtweg falsch und Schwindel?

„Wir sollten uns ebenso mit der von Corbell-Slogan geforderten Neugier („Wepponize your Curiosity“), als auch mit Skepsis wappnen – und zugleich auch mit einer guten Taschenlampe, mit der wir dem uns von Tom DeLonge und seiner To-The-Stars-Academy geschenkten Gaul sorgfältig ins Maul schauen sollten“, fordert der TDG-Autor abschließend.

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#63

RE: AI - Links:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 28.10.2018 06:10
von Adamon • Nexar | 14.434 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...gnalen20181008/

MeerKAT Array: Größtes Radioteleskopfeld Afrikas
sucht mit ‚Breakthrough Listen‘ nach außerirdischen Signalen:


Einige Beispiele der insgesamt 64 Radioantennen der „MeerKAT Array“ in Südafrika.
Copyright/Quelle: breakthroughinitiatives.org
Bremen (Deutschland) – Mit dem Radioteleskopfeld der „MeerKAT Array“ beteiligt sich nun auch die größte, und leistungsstärkste Radioteleskopanlage der südlichen Hemisphäre im Rahmen von „Breakthrough Listen“ an der Suche nach Signalen und Signaturen technologisch entwickelter außerirdischer Intelligenzen (Search for Extraterrestrial Intelligence, SETI).

Bei „Breakthrough Listen“ handelt es sich um die bislang größte, weltweite Initiative zur Suche nach intelligentem Leben im Universum. Auf dem derzeit in Bremen tagenden „69th International Astronautical Congress“ wurde die neue Kooperation von „Breakthrough Listen“ mit dem „South African Radio Astronomny Observatory“ (SARAO) offiziell bekannt gegeben.

Alleine mit MeerKAT werden bald eine Million Einzelsterne – und damit das etwa 1.000-fache der Beobachteten Sterne früherer SETI-Suchen – im ruhigsten Teil des Frequenzspektrums nach intelligenten Signalen und Anzeichen außerirdischer Technologien abgesucht werden können. Auf diese Weise wird die „Breakthrough Listen“-Initiative dann insgesamt sieben Tage die Woche, je 24 Stunden lang die Suche nach Alien-Signalen betreiben können und zu einem wirklich globalen Projekt.

Im Juli 2018 eingeweiht, besteht das MeerKAT-Teleskopenfeld derzeit aus 64 Radioantennen in der abgelegenen Karoo-Wüste. Die Signale der jeweils 13,5 Meter durchmessenden Schüsseln lassen sich elektronisch zu einem gemeinsamen Teleskop zusammengeschalten und erreichen auf diese Weise eine beeindruckende Auflösung und Beobachtungsempfindlichkeit. MeerKAT dient als Grundlage für die geplante „Square Kilometre Array“ (SKA), die zukünftig die jetzige Anlage noch ergänzen soll, um dann später einmal (gemeinsam mit einer Anlage in Australien) eine Fläche von annähernd eine Million Quadratmetern abzudecken und auf diese Weise das größte kombinierte Radioteleskop der Welt entstehen zu lassen (…GreWi berichtete).

Um MeerKAT aber nicht von seinen anderen astronomischen Aufgaben und Zielen abzuhalten, haben SETI-Mitarbeiter der University of California in Berkeley, von wo aus die Breakthrough-Listen-Forschung koordiniert wird, sowohl ein Programm als auch einen Supercomputer installiert, wie sie die SETI-Suche sozusagen nebenbei ermöglichen, ohne andere Projekte mit MeerKAT zu behindern. Auf diese Weise wird „Listen“ mit MeerKAT sozusagen rund um die Uhr nach außerirdischen Signalen suchen können. „Mit diesem neuen Instrument an der Hand, können wir zahleiche Radiostrahlen zugleich abbilden können und damit eine hohe Auflösungsrate für mehrere Objekte gleichzeitig erhalten“, erläuterte der Hauptuntersucher von „Breakthrough Listen“, Dr. Andrew Siemion. „Das erweitert und vervollständigt unsere Fähigkeiten mit anderen Teleskopen und erlaubt es uns, unsere kosmische Nachbarschaft nach technologischen Signaturen sehr viel schneller als zuvor absuchen zu können.“ Der Dateninput des Breakthrough-Listen-Systems am MeerKAT-Teleskop wird bei etwa 4 Terabit pro Sekunde (also 4.000 Gigabit/Sek) liegen – also die hausübliche Internetverbindung um das Vierzigtausendfache überreffen.

Mit MeerKAT wird „Breakthrough Listen“ einen Frequenzbereich von 580-1015 MHz (UHF), 856-1712 MHz (L-Band) und 1600-3500 MHz (S-Band) 750.000 Sterne in einem Abstand von maximal 700 Lichtjahren pro Jahr absuchen. Dabei erreicht MeerKAT eine Empfindlichkeit, mit der eine Sendekraft eines Radioteleskops von der Stärke des Arecibo-Teleskops auf Puerto Rico entdeckt werden könnte.



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in Extraterrestrische Intelligenzen: 28.10.2018 06:41
von Adamon • Nexar | 14.434 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...suchen20181015/

Wissenschaftler fordern: Jede NASA-Mission sollte
auch nach Außerirdischen suchen:


Infografik zu bisherigen NASA-Weltraummissionen (IIlu.).
Klicken Sie auf die Bildmitte, um zu einer vergrößerten Darstellung zu gelangen.
Copyright: NASA/JPL
Washington (USA) – In einem von 17 Wissenschaftlern für den US-Kongress verfassten Bericht fordern die Autoren, dass die Suche nach außerirdischem Leben Teil einer jeden zukünftigen Weltraummission der NASA sein sollte.

In ihrem am kürzlich veröffentlichten Bericht mit dem Titel „An Astrobiology Strategy for the Search for Life in the Universe“ unterstreichen die Wissenschaftler des National Academies of Sciences, Engineering, and Medicine (NASEM) die Wichtigkeit der Astrobiologie, also der Studie der möglichen Ursprünge des irdischen Lebens jenseits der Erde.

Als Grundlage ihrer Forderungen verweisen die Autoren der Studie auf die enormen wissenschaftlichen und technologischen Fortschritte der vergangenen Jahre, innerhalb derer tausende Exoplaneten entdeckt wurden und eine Vielzahl neuer Erkenntnisse und Entdeckungen über die Komplexität und Diversität des irdischen Lebens erlangt und gemacht wurden – und wie sie die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Leben auch jenseits der Erde existieren kann, zusehends erhöhen. Nicht zuletzt deshalb sollte jede zukünftige Weltraummission der NASA ihre technischen Möglichkeiten zur Suche nach Hinweisen auf außerirdisches Leben nutzen.

Schon die bisherige konservative Schätzung der Anzahl erdartiger Planeten auf der Grundlage der Beobachtungen des NASA-Weltraumteleskops „Kepler“, die davon ausgeht, dass mindestens jeder zehnte Stern von mindestens einem erdartigen Planeten umkreist wird, unterstreiche die Notwendigkeit einer intensive Suche nach außerirdischem Leben, hebt der Astronom Alan Boos von der Carnegie Institution for Science und einer der Autoren des Kongressberichts hervor.

Um die Forderung erfüllen zu können, müsse die NASA neue Technologien zum Nachweis mikrobiellen Lebens entwickeln, da bislang hierfür „nicht ein einsatzbereites Instrument zur Verfügung stehe“, mahnt der Bericht.


Symbolbild: Ein mit einem sog. Starshade-Koronographen ausgerüstetes Weltraumteleskop der nächsten Generation (Illu.).
Copyright: NASA/JPL

Zugleich fordert der Report den Fokus auf Weltraumteleskope zu legen, die das Überblenden Licht ferner Sterne abblenden und dadurch dortige Planeten (Exoplaneten) direkt abbilden und so in deren Atmosphären nach Biosignaturen fahnden können (…GreWi berichtete). Auch solle die NASA mehr direkte Landemissionen zu anderen Himmelsköpern im Sonnensystem, dir dort unter der Oberfläche von Monden und Planeten nach Leben suchen sollen.

Abschließend unterstreichen die Autoren, dass alle Technologie alleine aber nur bedingt ausreiche und zielführend sei und es der Kooperation mit internationalen staatlichen und privaten Partnern bedürfe, um das erhoffte Ziel erreichen zu können.

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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RE: AI - Links:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 21.02.2019 21:05
von Adamon • Nexar | 14.434 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...ligenz20190111/

Datenbank „Technosearch“ listet komplette Suche nach außerirdischer Intelligenz:


Screenshot vom „Technosearch“
Copyright: technosearch.seti.org
Mountain View (USA) – Unter der Federführung der Astronomin Jill Tarter (dem Vorbild für Ellie Arroway in dem Film „Contact“) hat das SETI Institute mit „Technosearch“ eine Online-Datenbank ins Leben gerufen, die sämtliche Bemühungen der astronomisch-wissenschaftlichen Suche nach Außerirdischer Intelligenz (Search for Extra-Terrestrial Intelligence, SETI) listet und so der Allgemeinheit zugänglich macht.

Wie Tarter auf dem Jahrestreffen der American Astronomical Society (AAS) in Seattle berichtet, beginne das Online-Archiv im Jahre 1960, reiche bis zu den jüngsten Projekten und werde auch zukünftig vom SETI Institute auf dem jeweils aktuellen Stand gehalten.


Jill Tarter (2017).
Copyright: Max Alexander/Starmus (via Wikimedia Commons) / CC BY-SA 2.0

Neben den bisherigen Einträgen wird es Wissenschaftlern und Forschern auch selbst möglich sein, eigenen Arbeiten und Projekte in die Datenbank einzupflegen. Grundlage von „Technosearch“ ist Tarters eigene, schon seit Jahrzehnten geführte Datenbank.

Zu den in „Technosearch“ geführten Daten und Informationen gehören etwa die jeweiligen Titel der Studien, die Namen der Beobachter, das Projektdatum, die untersuchten Objekte und Ziele, die lokalen und technischen Angaben der verwendeten Instrumente und Links zu den einsehbaren Originalpublikationen über die Projekte und ihre Ergebnisse, sowie zu dazu veröffentlichten Kommentaren und weiterführende Informationen.

Bislang beinhaltet die Datenbank 102 SETI-Projekte mit dem Fokus auf Radiowellen und 38 Projekte, die sich auf die Suche nach Licht- bzw. Lasersignalen konzentrierten, sog. Optical SETI (OSETI).

https://technosearch.seti.org

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https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...ligenz20190128/

Sozialwissenschaftlicher Fachartikel zur „Kommunikation mit außerirdischer Intelligenz“:


In dem Kinofilm „Arrival“ (2016) werden irdische Wissenschaftler nicht nur mit einer gänzlich anders gearteten Intelligenz, sondern auch mit deren ebenso andersartigen Sprache und Kommunikation konfrontiert.
Copyright: Sony Pictures

Köln (Deutschland) – Können wir überhaupt mit Außerirdischen kommunizieren, ohne eine gemeinsame Kommunikationskultur entwickelt zu haben? Dieser Frage geht der Astrofotograf und Kommunikationsforscher Bernd Pröschold in einem aktuellen Fachartikel nach. Der Autor selbst ist Mitglied im „Forschungsnetzwerk Extraterrestrische Intelligenz“ und grenzwissenschaftlich Interessierten durch sein Buch „Außerirdischer – das große tabu unseres Zeitalters“ bekannt.

Wie Pröschold in seinem Artikel „Kommunikation mit außerirdischer Intelligenz“ auf dem Preprint-Server SSRN.com (dem sozialwissenschaftlichen Pendant zu ArXiv.org) darlegt, ist „die Beschäftigung mit außerirdischer Intelligenz ein paradoxes Unterfangen, da sie notwendigerweise mit menschlichen Annahmen über das außerirdische Gegenüber arbeiten muss.“ Das führt jedoch zwangsläufig zu nicht unerheblichen Problemen und Fragestellungen, nicht zuletzt, da „die Kommunikation komplexer Inhalte demnach einen langen soziokulturellen Evolutionsprozess“ voraussetzt, wie er bei einem Erstkontakt als unwahrscheinlich angenommen werden könne, so Pröschold. Vielmehr stelle sich die Frage, wie Kommunikation mit fremden Entitäten überhaupt dauerhaft aufrechterhalten werden kann.

Tatsächlich wird die Unwahrscheinlichkeit eines kommunikativem Erfolges der Kommunikation zwischen zwei völlig fremden Zivilisationen einigen Wissenschaftlern und Forschern als mögliche Erklärung des sogenannten Fermi-Paradoxons diskutiert, das danach fragt, wo bei aller vermeintlichen Fülle potentiell lebensfreundlicher Planeten, die „Anderen“ sind oder zumindest deren Nachweis bleibt, bzw. warum dieser bislang nicht schon längst gefunden wurde.


Bernd Pröschold.
Copyright: B. Pröschold

Angesichts des angedachten Erstkontakts mit einer außerirdischen Intelligenz, beschreibt Pröschold zunächst einen „Nullpunkt soziokultureller Evolution“, an dem noch keine Medien existieren und an dem dem Adressaten von Kommunikation nicht unterstellt werden kann, dass komplexe Botschaften verstanden, geschweige denn angenommen werden.“ Hierzu erläutert der Autor weiter: „Kommunikation, so wie wir sie von der Erde kennen, ist das Ergebnis eines langen evolutionären Prozesses, in dem Medien wie Sprache, Schrift, Buchdruck und schließlich soziale Funktionssysteme gebildet wurden. Diese Medien erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Kommunikation erfolgreich ist und fortgesetzt wird.“

Eine Kommunikation mit einer außerirdischen Intelligenz könne hingegen (noch) nicht auf evolutionäre Errungenschaften zurückgreifen, die die Chancen auf eine erfolgreiche

Kommunikation erhöhen: „Kommunikativer Erfolg im Kontakt mit einer außerirdischen Intelligenz muss daher als unwahrscheinlich gelten“, was die von einigen Wissenschaftlern vorgebrachte geisteswissenschaftliche Kritik am „kommunikativen Optimismus“ von SETI-Programmen (SETI = Search for Extraterrestrial Intelligence = Suche nach außerirdischer Intelligenz) zusehends radikalisiere.

Allerdings bedeute die Annahme, dass kommunikativer Erfolg mit einer fremden Entität unwahrscheinlich ist, nicht, dass Kommunikation mit außerirdischen unmöglich sei: „Selbstverständlich sind Kontaktszenarien denkbar, bei denen komplexe Botschaften ausgetauscht werden.“

Welche dies sind, welche Möglichkeiten es also gibt, dennoch angesichts eines Erstkontakt-Szenarios erfolgreich zu kommunizieren und auf diese Weise vielleicht auch einen Kulturschock für den weniger weit entwickelten Kommunikationspartner zu minimieren, diskutiert Pröschold in seinem Artikel ausführlich.

https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=3309094

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zuletzt bearbeitet 10.03.2019 20:09 | nach oben springen
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Bundeszentrale für politische Bildung informiert über
„Exosoziologie und Szenarien für den Erstkontakt mit außerirdischer Intelligenz:


Symbolbild
Copyright/Quelle: bpb.de (Erstkontakt-Grafik: grewi.de)
Bonn (Deutschland) – Keine geringere Institution als die angesehene Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) hat ein Essay über „Exosoziologie“ veröffentlicht, in dem ein ganzes Spektrum von sozio-psychologischen Betrachtungen für den Fall verschiedenster Szenarien für den Erstkontakt mit außerirdischer Intelligenz durchgespielt werden.

Verfasst wurde das in der bekannten BpB-Reihe „Aus Politik und Zeitgeschichte“ in der Rubrik „Weltraum“ erschienene Essay von Dr. Andreas Anton und Dr. Michael Schetsche vom Freiburger „Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene“ (IGPP), die gleichzeitig die Autoren u.a. des jüngst erschienene Buches „Die Gesellschaft der Außerirdischen. Einführung in die Exosoziologie“ (…GreWi berichtete), sind.

Ist die Menschheit allein im Universum? Gibt es eine Chance, jenseits der Erde auf fremde Intelligenzen zu stoßen? Und was würde ein solcher Kontakt für die Zukunft der Menschheit bedeuten? Dies sind die Fragen, die im Mittelpunkt der neuesten sozialwissenschaftlichen Subdisziplin stehen, der Exosoziologie.

Das Essay wurde unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/ und wird im Folgenden von Grenzwissenschaft-Aktuell.de (GreWi) unverändert wiedergegeben. Die Erstpublikation auf der BpB-Internetseite finden Sie hier:

http://www.bpb.de/apuz/293692/exosoziolo...telligenz?p=all

Exosoziologie.
Szenarien für den Erstkontakt mit außerirdischer Intelligenz
Seit Ende des 19. Jahrhunderts kennen wir Außerirdische aus der Science-Fiction.[1] In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist das Thema zunehmend auch für die Wissenschaft relevant geworden. Das hängt in erster Linie mit den weitreichenden Entdeckungen der Astrophysik und der neu entstandenen Astrobiologie zusammen: Heute wissen wir, dass unsere Galaxis nur so von Planeten wimmelt, und viele dieser sogenannten Exoplaneten umkreisen ihren Heimatstern in einer Entfernung, die sie aufgrund der Oberflächentemperatur nach unseren irdischen Maßstäben für die Entwicklung von Leben geeignet erscheinen lässt. Außerdem ist heute klar, dass irdisches Leben selbst die unwirtlichsten Zonen unseres Planeten besiedelt hat – einmal entstandenes Leben ist offensichtlich extrem robust und anpassungsfähig.

Beide Befunde haben, zusammen mit verschiedenen theoretischen Überlegungen, viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler davon überzeugt, dass einfaches, aber auch komplexes Leben an vielen Orten des Universums existieren könnte. Dies legt die Möglichkeit nahe, dass nicht nur auf der Erde intelligentes Leben entstanden ist, wir also nicht die einzige Zivilisation im Universum sind. Daran schließt wiederum unmittelbar die Frage an, ob wir eines Tages vielleicht in Kontakt mit einer außerirdischen Intelligenz treten werden.An diesem Punkt des wissenschaftlichen Nachdenkens über Außerirdische endet die alleinige Zuständigkeit der Naturwissenschaften. Hier sind zusätzlich sozial- und kulturwissenschaftliche Disziplinen gefragt, namentlich diejenigen, die sich seit Langem mit der Kommunikation zwischen unterschiedlichen Spezies und dem Gelingen oder auch Misslingen von Kontakten zwischen verschiedenen Kulturen beschäftigen.

Bereits vor Jahrzehnten dachten Pioniere wie der sowjetische Radioastronom Samuil Aronovich Kaplan und der US-amerikanische Soziologe Jan H. Mejer über die Rolle der Sozialwissenschaften bei der Erforschung außerirdischer Zivilisationen nach.[2] Doch erst aufgrund des naturwissenschaftlichen Erkenntnisfortschritts kann die Exosoziologie, wie sie den Gegenstand ihrer Überlegungen damals nannten, wirklich gute Gründe dafür anführen, zeitliche und finanzielle Ressourcen für die Untersuchung dieser Frage aufzuwenden: Heute scheint es denkbar, manche meinen sogar wahrscheinlich, dass die Menschheit über kurz oder lang in Kontakt mit außerirdischen Zivilisationen kommen wird. Entsprechend ist es Aufgabe der sozialwissenschaftlichen Prognostik, Szenarien für einen solchen “Fall der Fälle” zu entwickeln, der in den nächsten Jahrzehnten nicht Realität werden muss, aber durchaus könnte.

Das methodische Rüstzeug dafür liefert die wissenschaftliche Zukunftsforschung, die Futurologie – ein sozialwissenschaftliches Programm, das in der Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Seither sind Methoden wie Computersimulation, Delphi-Befragung und Szenarioanalyse entstanden, um Aussagen über die künftige Entwicklung einer Gesellschaft oder auch der gesamten menschlichen Zivilisation treffen zu können.[3] Auf diese Forschungstradition bezieht sich die Exosoziologie, wenn sie die Frage stellt, was sich für uns auf der Erde ändern würde, wenn wir das sichere Wissen erlangten, dass die Menschheit nicht allein im Universum ist. Da jener “Erstkontakt” nach allem, was wir heute gesichert wissen, zumindest in geschichtlicher Zeit noch nicht stattgefunden hat, ist dies zunächst eine hypothetische Frage. Im Rahmen der Zukunftsforschung wird sie als sogenanntes Wild-card-Ereignis untersucht.[4] Solche Ereignisse zeichnen sich dadurch aus, dass die Wahrscheinlichkeit ihres Eintritts letztlich gering ist, sie im Fall des Falles aber massive Auswirkungen auf unser aller Leben haben dürften. Methodisch analysiert werden derartige Ereignisse meist in Form einer Szenarioanalyse, bei der verschiedene mögliche Zukünfte vergleichend untersucht werden.[5]
Eine solche Szenarioanalyse nehmen wir im Folgenden für das Wild-card-Ereignis des Erstkontakts der Menschheit mit einer außerirdischen Zivilisation vor. Dabei unterscheiden wir drei Basisszenarien, die sich in der Art und Weise unterscheiden, wie dieser Kontakt zustande kommt.[6]
Signalszenario

Das Signalszenario liegt bis heute den meisten SETI-Programmen zugrunde,[7] mit denen Radioastronomen nach außerirdischen Zivilisationen suchen. Es geht davon aus, dass Radioteleskope Signale aus dem Weltall auffangen, die künstlichen Ursprungs sind. Aus den technischen Parametern der Sendung lässt sich die ungefähre Distanz des Senders erschließen und wahrscheinlich auch etwas über dessen technische Möglichkeiten in Erfahrung bringen.[8] Falls das Signal so moduliert ist, dass auf eine inhaltliche Botschaft zu schließen ist, stellt sich die Frage, ob wir diese Nachricht entschlüsseln können. Es könnte sein oder ist sogar wahrscheinlich, dass wir den Inhalt der Sendung für lange Zeit nicht oder vielleicht sogar niemals verstehen.[9] Dann wissen wir nicht mehr, als dass es vor längerer oder kürzerer Zeit – die Entfernung des Ursprungsortes des Signals von der Erde markiert aufgrund der feststehenden Lichtgeschwindigkeit immer auch eine entsprechende zeitliche Differenz – irgendwo in unserer Galaxis eine weitere technologische Zivilisation gegeben hat.

Eine größere Entfernung des Senders von der Erde würde das Ereignis dabei weit aus dem menschlichen Relevanzsystem herausrücken. Ein Signal aus beispielsweise 5.000 (Licht-)Jahren Entfernung würde primär die wissenschaftlichen, philosophischen und religiösen Subsysteme der Erde tangieren, da es die vorherrschenden Annahmen über die Stellung der Menschheit im Kosmos erschüttern würde. Für das Leben der Menschen und ihr Alltagsbewusstsein wäre es jedoch eher irrelevant. Zunächst würde es sicherlich ein großes öffentliches Interesse und entsprechende Diskussionen in den Massenmedien hervorrufen. Nicht zuletzt wegen der Unmöglichkeit eines unmittelbaren Dialogs – jedes Signal bräuchte Jahrtausende, um sein Ziel zu erreichen – dürfte das allgemeine Interesse an dem Thema jedoch schnell wieder nachlassen. Es würden sicherlich verschiedene wissenschaftliche Programme aufgelegt, um ein Maximum an Informationen aus den empfangenen Signalen herauszuholen. In diesem Kontext wäre auch damit zu rechnen, dass die weitere Suche nach außerirdischen Lebensformen, über deren Existenz man nun Gewissheit hätte, zumindest mittelfristig einen erheblichen Auftrieb erfahren würde. Dies würde sich etwa in der öffentlichen Förderung entsprechender Forschungen niederschlagen.

Etwas anders sähe es aus, wenn das Signal aus der unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft der Erde käme. Eine sozialpsychologische Entfernungsschwelle dürfte hier in dem Bereich liegen, der dem lebenszeitlichen Horizont unserer eigenen Spezies entspricht, also 50 oder maximal 100 (Licht-)Jahre. Innerhalb dieser Entfernung würden fremde Zivilisationen kognitiv wie emotional als “erreichbare Nachbarn” wahrgenommen. Die Folgen eines Signals nahen Ursprungs könnten einerseits in nationalen und internationalen Anstrengungen bestehen, einen Dialog oder gar Direktkontakt per Raumfahrt zu realisieren. Allerdings dürften auch die Befürchtungen hinsichtlich der Folgen des Kontakts in der irdischen Bevölkerung mit der Abnahme der Entfernung zunehmen. Ein Signal aus vergleichsweise geringer Entfernung würde der individuellen wie kollektiven, also politischen und ökonomischen, Zukunftsplanung ein schwerwiegendes Element der Unsicherheit hinzufügen.

Generell lautet unsere Einschätzung für dieses Szenario: Je weiter der Sender des empfangenen Signals entfernt ist und je länger die Entschlüsselungsversuche des gesendeten Inhalts andauern, desto rascher würde das öffentliche Interesse an diesem Ereignis erlahmen und desto geringer wären die mittel- und langfristigen kulturellen Auswirkungen auf der Erde. Davon ausgenommen wären lediglich jene wissenschaftlichen Disziplinen, die unmittelbar mit der Entschlüsselung möglicher Inhalte und der Suche nach weiteren Signalen beschäftigt sind. Technologische und ökonomische Auswirkungen dürfte ein Erstkontakt dieser Art nur haben, falls es tatsächlich entgegen aller Wahrscheinlichkeiten gelingen sollte, die Inhalte des Signals linguistisch zu entschlüsseln. Wahrscheinlich ist, dass das Ereignis Entwicklungen im philosophischen und religiös-spirituellen Bereich anstoßen würde. Den größten Einfluss außerhalb der Wissenschaften dürfte das Ereignis jedoch im Bereich der künstlerischen und (medien)kulturellen Repräsentation haben: Es ist davon auszugehen, dass zahlreiche neue Romane, Filme und Fernsehserien entstehen würden, deren Handlung ihren Ausgangspunkt im Empfang außerirdischer Signale nehmen. Der reale Alltag der Menschen dürfte sich hingegen kaum verändern.
Artefaktszenario

Das Artefaktszenario geht davon aus, dass wir eines Tages in unserem Sonnensystem oder sogar auf der Erde selbst auf die materiellen Hinterlassenschaften einer außerirdischen Zivilisation stoßen – etwa auf eine Raumsonde.[10] Während die außerirdische Herkunft eines Artefakts sich bereits aus dem Fundort ableiten ließe, könnte sich die Frage nach der Natürlichkeit oder Künstlichkeit eines entsprechenden Objekts umso nachdrücklicher stellen, je weiter die technischen Fähigkeiten der Ursprungskultur über jene der irdischen hinausreichen. Vorstellbar sind Objekte einer solchen Fremdartigkeit, dass bei ihnen nicht nur jede heute bekannte Methode der technischen Untersuchung versagt, sondern bereits die Einordnung “künstlich” oder “natürlich” lange Zeit zweifelhaft bleiben könnte. Wir erleben dies aktuell bei “Oumuamua”, einem im Oktober 2017 entdeckten interstellaren Himmelsobjekt, dem ersten dieser Art, das derzeit unser Sonnensystem durchquert. Oumuamua erfuhr bei seiner Annäherung an die Sonne eine bislang nicht abschließend erklärte Beschleunigung und weist darüber hinaus höchst eigentümliche Formeigenschaften auf, weshalb eine heftige wissenschaftliche Debatte darüber entbrannt ist, ob dieses Objekt möglicherweise künstlichen Ursprungs sein könnte.[11]

Eine sichere Einordnung ist insbesondere dann schwierig, wenn das gefundene Objekt keine für uns Menschen erkennbaren Symbole aufweist. Und auch wenn sich fremdartige “Inschriften” finden, ist Skepsis hinsichtlich ihrer Entschlüsselung angebracht: Bereits bei menschlichen Kulturen stellt die Interpretation einer unbekannten Schrift die Wissenschaft vor eine beinahe unlösbare Aufgabe, solange es keine Referenzquellen gibt. Selbst die reiche symbolische Ausstattung eines gefundenen Artefakts würde keine Informationen über die Denkstrukturen oder Motive der außerirdischen “Verfasser” liefern. Deshalb werden sich die irdischen Konsequenzen primär aus der Tatsache des Fundes selbst ergeben.

Wie stark die kulturellen Auswirkungen einer solchen Entdeckung wären, hängt primär von zwei Faktoren ab: Zum einen würde eine mögliche Altersbestimmung ein gefundenes Objekt in den menschlichen Zeithorizont hinein- oder im Gegenteil aus ihm hinausrücken. Ein geschätztes Alter von 100 Jahren hätte hier eine völlig andere Bedeutung als eines von zehn Millionen Jahren. Im ersteren Fall wären wir mit unmittelbaren “zeitlichen Nachbarn” konfrontiert, die möglicherweise von der Existenz einer Zivilisation auf der Erde wüssten. Im letzteren hingegen würden sich alle derartigen Überlegungen von selbst erübrigen. Zum anderen würde das fremde Objekt zu Spekulationen über die Art seiner Funktion(en) und sicherlich auch über seine aktuelle Funktionsfähigkeit führen. Dies zöge eine Reihe von schwerwiegenden praktischen Fragen im Anschluss an den Fund nach sich: Soll das Objekt möglichst unberührt bleiben oder sollte es systematisch wissenschaftlich untersucht werden? Kann und soll es an einen anderen Ort transportiert, gegebenenfalls sogar aus dem Weltraum auf die Erde gebracht werden? Soll es in irgendeiner Weise manipuliert oder gar zerlegt werden, falls dies mit unseren irdischen Mitteln möglich ist? All dies sind Fragen, für die es keinerlei internationale Regelungen gibt.

Wenn wir etwa vom Fund eines oder mehrerer außerirdischer Artefakte auf einem nicht allzu erdfernen Asteroiden ausgehen, wären die Folgen der Entdeckung – wenn sie denn öffentlich würde – auf das Weltbild der Bevölkerung zumindest in westlichen Gesellschaften erheblich. Eine gegenüber dem Signalszenario stärkere kulturelle Brisanz ergäbe sich hierbei daraus, dass die “Es gibt uns”-Botschaft durch eine “Wir waren hier”-Botschaft wissenschaftlich und psychosozial dominiert würde.[12] Mit einem solchen Fund wäre außerdem bewiesen, dass interstellare Entfernungen auch raumfahrttechnisch überbrückt werden können.

Der Fund eines extraterrestrischen Artefakts in unserem Sonnensystem würde nicht nur in der wissenschaftlichen Welt, sondern auch in der allgemeinen Öffentlichkeit auf großes Interesse stoßen. Eine unmittelbare praktische Konsequenz dürfte sein, dass Raumfahrtnationen und Raumfahrtkonzerne große Anstrengungen unternehmen würden, weitere außerirdische Artefakte im Sonnensystem zu entdecken. Die dabei eingesetzten Ressourcen würden die Erforschung des Sonnensystems generell revolutionieren: Wir gehen davon aus, dass von einem Fund dieser Art im Sonnensystem, unabhängig von allen konkreten Details, starke Impulse für die unbemannte, vielleicht sogar für die bemannte Raumfahrt ausgehen würden, sodass eine solche Entdeckung den Beginn einer intensiven Phase der wissenschaftlich-technischen Erforschung unseres Sonnensystems markieren könnte.

Die mittel- und langfristigen Folgen eines solchen Fundes in den diversen gesellschaftlichen Subsystemen hängen von verschiedenen Faktoren ab: Das öffentliche Interesse und die massenpsychologischen Konsequenzen werden in erster Linie vom Alter des Objekts und von seiner möglichen Funktionalität beeinflusst – je jünger und je funktionsfähiger das Objekt ist, desto mehr Interesse, aber auch kollektive Besorgnis dürfte der Fund auslösen. So stellte sich etwa die Frage: Werden die Fremden eines Tages in unser Sonnensystem zurückkehren? Auf ökonomischer Ebene hingegen wäre entscheidend, ob hier technologisch verwertbare Informationen gewonnen werden können. Wäre dies nicht der Fall, dürften ausschließlich raumfahrtbezogene Unternehmen von der öffentlichen Aufmerksamkeit und dem politischen Interesse an weiteren Artefakten profitieren. Politisch wiederum ist die Entdeckung umso brisanter, je unklarer die faktischen Besitzverhältnisse sind und je größer der potenzielle technologische Gewinn ist, der einer Auswertung des Artefakts beigemessen wird. Ferner dürfte die Tatsache eines früheren Besuchs außerirdischer Intelligenzen in unserem Sonnensystem die weltpolitische Agenda mittel- und langfristig stark beeinflussen. Denn die Möglichkeit der Rückkehr eines technologisch weit fortgeschrittenen außerirdischen Akteurs mit unbekannten Motiven ins Sonnensystem würde die bisherige Machtverteilung auf der Erde hinter neue Vorzeichen stellen. Im schlimmsten Fall könnte der neue Akteur aufgrund seiner überlegenen Technologie ein Machtmonopol beanspruchen, dem die irdischen Nationalstaaten nichts entgegenzusetzen hätten. Konstituierende Elemente des politischen Weltsystems der Erde wie die nationalstaatliche Souveränität stünden dann zur Disposition.[13]
Begegnungsszenario

Im Begegnungsszenario erscheint im erdnahen Weltraum ein außerirdischer Raumflugkörper, von dem aufgrund seiner Flugmanöver oder anderer Aktionen anzunehmen ist, dass er von einer biologischen oder künstlichen Intelligenz gesteuert wird. Was dabei unter “erdnahem Weltraum” zu verstehen ist, dürfte einem deutlichen technischen und kulturellen Wandel unterworfen sein. Wir interpretieren dies als jenen Teil des Weltraums, der durch menschliche Raumsonden oder gar Raumschiffe erreicht werden kann oder zumindest in naher Zukunft erreicht werden könnte; zu Beginn des 21. Jahrhunderts dürften dies weite Teile unseres Sonnensystems sein. Wie weit das fremde Objekt sich der Erde nähert, hätte erhebliche Auswirkungen auf dessen Wahrnehmung und den Grad der psychosozialen wie kulturellen Implikationen auf der Erde: Je näher es der Erde käme, als desto bedrohlicher würde es wahrscheinlich wahrgenommen. Die Frage hingegen, ob es sich um einen Kontakt mit einer biologischen Lebensform oder den Abgesandten einer Maschinenzivilisation handelt, wäre nicht zuletzt deshalb weniger relevant, weil sie für längere Zeit ungeklärt bleiben dürfte.[14]

Das Begegnungsszenario unterscheidet sich analytisch in einem zentralen Punkt von allen anderen Situationen des Erstkontakts: Hier haben wir es mit einer interaktiven und darüber hinaus höchst komplexen Situation zu tun, in der es neben den Menschen einen weiteren handelnden Akteur gibt – eine außerirdische Intelligenz, über die wir zunächst nichts wissen und deren Motive und Interessenlagen wir auch aus ihren äußerlich beobachtbaren Handlungen nicht ohne Weiteres zu erschließen vermögen.[15] Aus diesem Grund sind auch keine Vorhersagen über das Handeln der Fremden möglich, auch nicht über die Reaktionen auf menschliche Aktivitäten angesichts der für uns neuen Situation. Wir können einfach nicht wissen, was bei einem solchen Zusammentreffen konkret geschehen würde. Dies bedeutet analytisch: Einer der beteiligten Akteure bleibt prognostisch notwendig eine unbekannte Größe.

Den zentralen Faktor für die Prognose der irdischen Folgen eines solchen Ereignisses stellen deshalb gerade nicht die Aktionen und Reaktionen der Fremden selbst dar, sondern deren Deutung durch uns Menschen.[16] Dabei müssen wir im Auge behalten, dass wir entsprechende Kontaktszenarien bereits aus der Science-Fiction mehr oder weniger gut kennen. Der Erstkontakt als fiktionales Ereignis wurde kulturell schon vielfach durchgespielt und hat seine Spuren im kollektiven Denken hinterlassen – und zwar im positiven wie im negativen Sinne. Positiv daran ist, dass die Menschen durch einen solchen Erstkontakt eben gerade nicht mit einer ganz und gar “unvorstellbaren” Situation konfrontiert sind. Als fatal könnte sich hingegen die Tendenz erweisen, aufgrund des Mangels an realitätsbezogenem Wissen die Deutungsmuster aus dem fiktionalen Kontext auf die wirklichen Geschehnisse zu übertragen – etwa in der Form, dass politische und militärische Entscheidungsträger das Erscheinen einer außerirdischen Raumsonde vorschnell als “Invasionsabsicht” deuten und militärische Abwehrmaßnahmen einleiten.

Soziologisch kann das Begegnungsszenario als radikale Form eines asymmetrischen Kulturkontakts beschrieben werden. Solche Kontakte kennen wir in verschiedenen Varianten aus der Menschheitsgeschichte: Situationen, in denen eine Kultur auf ihrem eigenen Territorium “Besuch” von Angehörigen einer völlig fremden menschlichen Zivilisation erhielt. Asymmetrische Kulturkontakte zeichnen sich dadurch aus, dass beim Zusammentreffen beide Seiten von einem erheblichen Machtgefälle zwischen den Beteiligten ausgehen. Diese Annahme resultierte in der Vergangenheit meist allein schon daraus, dass die eine Seite auf ihrem eigenen Territorium mit den Fremden konfrontiert wurde – situativ waren mithin die einen die aktiven “Entdecker”, die anderen die passiven “Entdeckten”. Für die “Entdecker” bewies die Entdeckung fern ihrer eigenen Heimat ihre eigene Überlegenheit, für die “Entdeckten” entsprechend die Tatsache, im eigenen Lebensraum mit Fremden konfrontiert zu werden, ihre Unterlegenheit. Unterschiede beim Stand der Reisetechnologie wurden historisch vielfach von allen Beteiligten als Zeichen allgemeiner Unter- beziehungsweise Überlegenheit interpretiert. Wie systematische Untersuchungen zeigen, bedrohen Begegnungen dieser Art die kulturelle Identität, oftmals auch die physische Existenz der so entdeckten Zivilisationen in erheblicher Weise.[17] Wenn wir die Erfahrungen mit irdischen Kulturkontakten auf ein Begegnungsszenario übertragen, ist die Rollenzuweisung eindeutig: Wir Menschen wären die “Entdeckten”, die Außerirdischen hingegen die “Entdecker”. In jedem Fall hätten wir es, da die Menschheit heute weit davon entfernt zu sein scheint, fremde Sonnensysteme zu erforschen, mit einer für beide Seiten offensichtlichen Diskrepanz zwischen den technischen Möglichkeiten der beteiligten Zivilisationen zu tun – zuungunsten der Menschheit.[18]

Verglichen mit den beiden anderen Szenarien, zeichnet sich dieser Fall durch drei Besonderheiten aus: Erstens dürften schwerwiegende kulturelle Folgen sehr schnell eintreten, zweitens beträfen sie in ähnlich massiver Weise gleich eine Reihe gesellschaftlicher Subsysteme und drittens bleibt der zentrale Akteur mit seinen Interaktionen prognostisch weitgehend eine Leerstelle. Das Auftauchen eines von einer außerirdischen Intelligenz gesteuerten Flugkörpers in der Nähe der Erde dürfte unmittelbar, nachdem diese Entdeckung öffentlich wird, zu schwerwiegenden massenpsychologischen, ökonomischen, religiösen und politischen Auswirkungen führen, von denen zwar nicht alle, aber doch viele eher negativer Natur sein dürften.[19]
Sollten wir uns auf den Kontakt vorbereiten?

Die US-amerikanischen Astronomen Thomas Kuiper und Mark Morris hatten bereits 1977 in ihrem Beitrag zur SETI-Forschung auf die schwerwiegenden Folgen eines Kontakts mit Außerirdischen hingewiesen.[20] Es ist nicht übertrieben, einen solchen Erstkontakt als eines der einschneidendsten Ereignisse der Menschheitsgeschichte zu bezeichnen, zumal in wissenschaftlicher und philosophischer Hinsicht – einmal mehr seit dem Zeitalter der Aufklärung würde die Menschheit in ihrer Selbstwahrnehmung aus dem Mittelpunkt des (gedachten) Universums hinausrücken. Was den Einfluss auf das alltägliche Leben der Menschen angeht, muss diese These nach unserem Dafürhalten jedoch relativiert werden. Wir denken, dass sie in dieser starken Form ausschließlich für eine direkte Begegnung gilt. Denn nur in diesem Fall findet das sichere Wissen um die Existenz außerirdischer Intelligenz unmittelbar Eingang in unser alltägliches Denken und Handeln – und tangiert Politik, Ökonomie, Religion und so weiter gleichermaßen: Die politischen Machtverhältnisse auf der Erde würden sich angesichts eines neuen, externen, technologisch überlegenen und potenziell gefährlichen Akteurs verschieben, Unternehmen sähen sich möglicherweise mit der Wertlosigkeit ihrer jüngsten Technologien konfrontiert, und religiöse Vorstellungen einer herausgehobenen Bedeutung der Menschheit in einer göttlichen Schöpfungsordnung stünden radikal infrage.

Dennoch geben die Ergebnisse der Szenarioanalyse auch in den anderen untersuchten Fällen Anlass zur Sorge: Es sind Situationen vorstellbar, in denen vom Kontakt zu einer außerirdischen Intelligenz erhebliche Risiken für die Menschheit als Ganzes ausgehen. Bestenfalls handelt es sich bei jenem Kontakt um ein ökonomisches und ideologisches Störereignis, schlimmstenfalls kann es uns in einen großen Krieg oder, im Falle des Begegnungsszenarios, unter ungünstigen Umständen sogar zur Auslöschung der Menschheit durch eine technisch überlegene Intelligenz führen. Deshalb ist die Frage nur allzu berechtigt, ob und gegebenenfalls wie negativen Folgen vorgebeugt werden kann. Können bereits heute Maßnahmen getroffen werden, um die potenziell ungünstigen Auswirkungen eines Erstkontakts zu verringern und mögliche günstige Folgen wahrscheinlicher zu machen? Dies abzuschätzen und konkrete Maßnahmen vorzuschlagen, ist sicherlich eine der wichtigsten zukünftigen Aufgaben der Exosoziologie.

In der Katastrophenforschung wird die Bedeutung eines Ereignisses anhand von zwei Faktoren beurteilt: seiner Eintrittswahrscheinlichkeit und dem Ausmaß seiner negativen Konsequenzen. Wenn der Kontakt mit einer außerirdischen Intelligenz im schlimmsten Falle verheerende kulturelle Auswirkungen und eine militärische Eskalation im Konflikt mit den Außerirdischen zur Folge haben könnte, bei der eine Auslöschung der Menschheit droht, kann die Wahrscheinlichkeit für das Erstkontakt-Ereignis fast beliebig klein werden, ohne dass das Gesamtrisiko vernachlässigbar wird. Nicht für solche Fälle zu planen, wäre unverantwortlich.[21] Die heute von Teilen der Wissenschaft, von der Öffentlichkeit und von nationalen wie internationalen politischen Institutionen an den Tag gelegte Ignoranz hinsichtlich dieser Frage funktioniert als Handlungsoption überhaupt nur, weil es keine offensichtlichen Indizien für die Existenz außerirdischer Intelligenzen gibt. Diese Strategie wird jedoch in dem Moment schlagartig prekär, wenn sich Indizien für intelligentes Leben außerhalb der Erde häufen oder gar das Erstkontakt-Ereignis unübersehbar eintritt. Auf Basis unserer Szenarioanalyse raten wir deshalb nachdrücklich zu einer systematischen Vorbereitung auf den Erstkontakt, die von fünf Leitsätzen ausgehen sollte:

Erstens ist die Suche nach außerirdischen Intelligenzen kulturell betrachtet High-risk-Forschung, deren Nutzen und Risiken offen diskutiert werden müssen.

Da es sich um ein gesamtgesellschaftliches globales Risiko handelt, darf diese Debatte zweitens nicht der Wissenschaftsgemeinde überlassen bleiben – namentlich nicht Disziplinen, die wie etwa die Radioastronomie mit dem Thema partikulare Interessen verbinden.

Drittens müssen Öffentlichkeit und politische Entscheidungsträger über diese Forschungen und ihre möglichen Konsequenzen zumindest so weit informiert werden, dass rationale Entscheidungen über rechtliche Reglementierungen und Grenzziehungen möglich sind.

Da bei allen denkbaren Erstkontaktszenarien von globalen Auswirkungen auszugehen ist, fällt das Problem viertens primär in die Zuständigkeit internationaler Institutionen. Rechtliche Regelungen und politische Maßnahmen sollten vorzugsweise auf UN-Ebene implementiert werden.

Zur Minimierung negativer Auswirkungen sollte der Erstkontakt in all seinen wahrscheinlichen Varianten fünftens Gegenstand der Sicherheitsforschung werden und in Plänen des Zivil- und Katastrophenschutzes als außergewöhnliches Störereignis Berücksichtigung finden.

Kein Mensch weiß heute mit Sicherheit zu sagen, ob auch außerhalb der Erde Leben entstanden ist – und erst recht nicht, ob sich in den Weiten des Weltalls andere intelligente Wesen entwickelt haben. Es gibt wissenschaftlich jedoch keinen Grund, diese Möglichkeit auszuschließen. Und angesichts der schier unfassbaren Größe des Universums scheint es sehr wahrscheinlich, dass neben der irdischen Zivilisation eine Vielzahl außerirdischer Zivilisationen existiert. Je mehr wir über das Universum wissen und je weiter wir durch eigene Forschungsaktivitäten in den Kosmos vordringen, desto wahrscheinlicher wird es auch, dass wir mit jenen Zivilisationen, ihren Signalen oder Hinterlassenschaften konfrontiert werden. Uns als Weltgesellschaft darauf vorzubereiten, scheint dringend geboten.
Fußnoten

1.
Vgl. Martin Engelbrecht, Von Aliens erzählen, in: ders./Michael Schetsche (Hrsg.), Von Menschen und Außerirdischen. Transterrestrische Begegnungen im Spiegel der Kulturwissenschaft, Bielefeld 2008, S. 13–29; Matthias Hurst, Dialektik des Aliens. Darstellungen und Interpretationen von Außerirdischen in Film und Fernsehen, in: ebd., S. 31–53.
2.
Vgl. Samuil Aronovich Kaplan, Exosociology – the Search for Signals from Extraterrestrial Civilisations, in: ders. (Hrsg), Extraterrestrial Civilizations. Problems of Interstellar Communications, Jerusalem 1971, S. 1–12; Jan H. Mejer, Towards an Exo-Sociology: Constructs of the Alien, in: Free Inquiry in Creative Sociology 2/1983, S. 171–174.
3.
Vgl. Hans Georg Graf, Was ist eigentlich Zukunftsforschung?, in: Sozialwissenschaften und Berufspraxis 4/2003, S. 355–364.
4.
Vgl. Angela Steinmüller/Karlheinz Steinmüller, Wild Cards. Wenn das Unwahrscheinliche eintritt, Hamburg 2004².
5.
Vgl. Michael Schetsche/Andreas Anton, Die Gesellschaft der Außerirdischen. Einführung in die Exosoziologie, Wiesbaden 2019, S. 118–123.
6.
Vgl. ebd., S. 137–187.
7.
SETI steht für Search for Extraterrestrial Intelligence beziehungsweise Suche nach extraterrestrischer Intelligenz.
8.
Vgl. Albert A. Harrison, After Contact. The Human Response to Extraterrestial Life, New York 1997.
9.
Vgl. Seth Shostak, Nachbarn im All. Auf der Suche nach Leben im Kosmos, München 1999, S. 232f.
10.
Vgl. Michael A. Michaud, Contact with Alien Civilizations. Our Hopes and Fears about Encountering Extraterrestrials, New York 2007, S. 135–140.
11.
Vgl. Shmuel Bialy/Abraham Loeb, Could Solar Radiation Pressure Explain ’Oumuamua’s Peculiar Acceleration?, 26.10.2018, https://arxiv.org/abs/1810.11490«;.
12.
Vgl. Michaud (Anm. 10), S. 211.
13.
Vgl. Alexander Wendt/Raymond Duvall, Sovereignty and the UFO, in: Political Theory 4/2008, S. 607–633.
14.
Vgl. Stephen Baxter/John Elliott, A SETI Metapolicy. New Directions towards Comprehensive Policies Concerning the Detection of Extraterrestrial Intelligence, in: Acta Astronautica 78/2012, S. 31–36.
15.
Vgl. Michael Schetsche et al., Der maximal Fremde. Überlegungen zu einer transhumanen Handlungstheorie, in: Berliner Journal für Soziologie 3/2009, S. 469–491.
16.
Vgl. Albert A. Harrison/Joel T. Johnson, Leben mit Außerirdischen, in: Tobias Daniel Wabbel (Hrsg.), S.E.T.I. Die Suche nach dem Außerirdischen, München 2002, S. 95–116.
17.
Vgl. Urs Bitterli, Alte Welt – neue Welt. Formen des europäisch-überseeischen Kulturkontaktes vom 15. bis zum 18. Jahrhundert, München 1986; Arnold Groh, Globalisierung und kulturelle Information, in: Jürgen Mittelstraß (Hrsg.), Die Zukunft des Wissens. Workshop-Beiträge, XVIII. Deutscher Kongreß für Philosophie, Konstanz 1999, S. 1076–1084.
18.
Vgl. Michaud (Anm. 10), S. 232–247.
19.
Schetsche/Anton (Anm. 5), S. 158–178.
20.
Vgl. Thomas Kuiper/Mark Morris, Searching for Extraterrestrial Civilizations, in: Science 196/1977, S. 616–621.
21.
In der Zukunftsforschung werden solche Ereignisse Low-probability, High-impact-events genannt. Vgl. Kenzo Hiroki, Strategies for Managing Low-probability, High-impact Events, 1.9.2012, https://openknowledge.worldbank.org/handle/10986/16163«;

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#69

RE: AI - Links:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 01.02.2020 11:01
von Adamon • Nexar | 14.434 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...aliens20191024/


Edward Snowden zu Gast bei „The Joe Rogan Experience“.
Copyright: Joe Rogan Experience
Washington (USA) – Der Whistleblower Edward Snowden galt vielen UFO-Forschern und Enthusiasten bislang als geheime Hoffnung für eine Enthüllung der letzten Geheimnisse der USA über UFOs und Außerirdische. Jetzt aber hat sich Snowden dazu konkret geäußert und erklärt, er habe in den CIA-Computern zwar danach gesucht, aber nichts dergleichen gefunden. Doch ist es wirklich so einfach?

Wie Snowden selbst in seinen Memoiren über seine Beweggründe für die Veröffentlichung eigentlich topgeheimer Regierungskaten mit dem Titel “Permanent Record” berichtet, hatte er Zugang zu einigen der bestgehütetsten Geheimnisse der USA und habe sich mit diesen Werkzeugen (CNN spricht von „der CIA-Version von Google“) auch auf die Suche nach Informationen über außerirdisches Leben gemacht.

Das Ergebnis: Laut Snowdens Recherche besitzt die US-Regierung keine höheren Informationen über intelligentes, außerirdisches Leben. „Um das einmal zu klären: So weit ich das sagen kann, haben Außerirdische bislang noch nie die Erde bzw. die US-Geheimdienste kontaktiert.“

Darüber hinaus erklärt der Whistelblower, der sich schon zuvor über mögliche Kommunikation mit Außerirdischen geäußert hatte (…GreWi berichtete), dass auch die Mondlandungen stattgefunden hätten: „Und wenn sie sich auch darüber wundern: Ja, Menschen sind wirklich auf dem Mond gelandet. Der Klimawandel ist real und Chemtrails sind kein Thema“, zitiert CNN weiter aus Snowdens Buch.

Auch gegenüber dem Podcast „The Joe Rogan Experience“ erläuterte Snowden vergangene Woche, dass es (in den ihm zugänglichen CIA-Dokumenten) „keine Beweise für Aliens, Chemtrails und Ähnliches“ gebe. „Ich weiß, dass viele sich wünschen, dass es Aliens gibt. Und vermutlich haben sie auch recht. Ich aber hatte wirklich unglaublich umfangreichen Zugang zu allen Geheimdienstnetzwerken von NSA, CIA und dem Militär. Wenn wir (gemeint sind die USA) diese Geheimnisse also verstecken – ich konnte nichts darüber finden – dann verstecken wir sie wirklich, wirklich gut und das auch vor all den Leuten, die eigentlich tief im Innern für diese Institutionen arbeiten.“

Gegenüber Rogan sagte der derzeit im Moskauer Exil lebende Snowden abschließend: „Jeder will irgendwie an Verschwörungstheorien glauben, weil diese dabei helfen, vielem im Leben einen Sinn zu geben. Es hilft uns zu glauben, dass irgendjemand die Kontrolle hat und alles absegnet. (…)“

…GreWi-Kommentar
Trotz Snowdens Aussage über angeblich nicht vorhandene „Alien-Akten“ bei den US-Geheimdiensten – korrekt ist die Zusammenfassung des Whistelblowers nicht ganz. Denn schon heute sind eine Vielzahl ehemals geheimer UFO-Akten der US-Geheimdienste (…in denen es hier und da auch um Außerirdische geht) veröffentlicht und bekannt. Auch der erst Ende 2017 von Journalisten unter anderem der „New York Times“ enthüllte Umstand, dass es noch bis 2012 ein zwar offizielles aber geheimes UFO-Forschungsprogramm des Pentagons mit der Bezeichnung „(Advanced Aerospace Threat Identification Program, AATIP“ gab (…GreWi berichtete), und die Tatsache, dass nicht zuletzt die U.S. Navy bis heute unerklärte UFO-Sichtungen ihrer Piloten und deren Untersuchungen als „echt“ bestätigt hatte (…GreWi berichtete), scheint des Aussagen Snowdens klar zu widersprechen. Um auch diese Aussage mit Fakten statt mit Halbwissen zu untermauern, hier eine kleine Auswahl von Links zu besagten Original-Akten US-amerikanischer Geheimdienste anhand der Originalquellen:

Freigegebene Akten:

https://vault.fbi.gov/UFO

https://www.cia.gov/library/readingroom/...fact-or-fiction

https://www.theblackvault.com/documentar.../ufo-phenomena/

Quellen: Edward Snowden, CNN, The Joe Rogan Experience

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#70

RE: AI - Links:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 12.02.2020 22:28
von Adamon • Nexar | 14.434 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...rsteht20200131/

Esssay: Warum die Entdeckung von außerirdischem Leben unvermeidlich ist
und möglicherweise unmittelbar bevorsteht:



Symbolbild: Erdähnlicher Exoplanet (Illu.)
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Außerirdisches Leben – diese vertraute Vorstellung aus der Science-Fiction, diese kitschige Fantasie, dieser CGI-Albtraum ist zu einer Angelegenheit ernsthafter Diskussionen geworden, zu einem „Risikofaktor“, einem „Szenario“. Wie ereignete sich der Übergang vom Science-Fiction-Märchen „E.T.“ hin zu einem ernsthaften wissenschaftlichen Unterfangen, das von Makroökonomen modelliert, von Finanzkonservativen finanziert und von Theologen diskutiert wurde und wird? Tatsächlich ist nach einer Reihe bemerkenswerter Entdeckungen in den letzten zwei Jahrzehnten die Vorstellung von fremdem Leben nicht mehr so ​​weit hergeholt, wie sie es früher noch schien. Jetzt scheint die Entdeckung außerirdischen Lebens unvermeidlich und möglicherweise unmittelbar bevorzustehen.

– Bei diesem Essay handelt es sich um ein Essay von Cathal D. O’Connell von der University of Melbourne und wurde unter der Creative Commons-Lizenz (CC BY ND 4.0) erstmals im englischsprachigen Original auf TheConversation.com veröffentlicht. Bei dem folgenden Text handelt es sich um eine Übersetzung dieses Textes durch Grenzwissenschaft-Aktuell.de (GreWi) mit Verweis auf die Creative Commons-Lizenz, die von Autor nicht ausdrücklich autorisiert wurde.

Es ist nur Chemie
Während das Leben eine spezielle Art von komplexer Chemie ist, sind die beteiligten Elemente nichts Besonderes: Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff usw. gehören zu den am häufigsten vorkommenden Elementen im Universum und komplexe organische Chemie ist überraschend häufig. Aminosäuren wurden, genau wie die, aus denen jedes Protein in unserem Körper besteht, in den Schweifen von Kometen gefunden und auch schon im Marsboden finden sich organische Verbindungen. Und 6.500 Lichtjahre entfernt schwebt eine riesige Wolke Weltraumalkohol zwischen den Sternen.

Bewohnbare Planeten scheinen ebenfalls verbreitet zu sein. Der erste Planet jenseits unseres Sonnensystems wurde erst 1995 entdeckt. Seitdem haben Astronomen Tausende katalogisiert. Basierend auf diesem Katalog haben Astronomen der University of California in Berkeley herausgefunden, dass es in den sogenannten „lebensfreundlichen Zonen“ um Stern bis zu 40 Milliarden erdgroße Exoplaneten geben könnte, auf denen die Temperaturen so gemäßigt sind, dass flüssiges Wasser an der Oberfläche existieren kann.

Es gibt sogar eine möglicherweise erdähnliche Welt, die schon unseren nächsten Nachbarstern, Proxima Centauri, umkreist. In nur vier Lichtjahren Entfernung könnte dieses System so nah sein, dass wir es bereits mit heutiger Technologie erreichen können. Mit dem u.a. von Stephen Hawking im Jahr 2016 initiierten Projekt „Breakthrough Starshot“ ist dies sogar schon in Planung.

Das Leben ist robust
Es scheint also fast unvermeidlich, dass da draußen anderes Leben ist, besonders wenn man bedenkt, wie schnell das Leben nach der Entstehung unseres Planeten auf der Erde erschien: Die ältesten Fossilien, die hier jemals gefunden wurden, sind 3,5 Milliarden Jahre alt, während Hinweise in unserer DNA darauf hindeuten, dass das Leben bereits vor 4 Milliarden Jahren begonnen haben könnte, als die riesigen Asteroiden aufhörten, auf die Oberfläche zu stürzen. Unser Planet war bewohnt, sobald er bewohnbar war – und die Definition von „bewohnbar“ (bzw. lebensfreundlich) hat sich auch als ein sehr flexibles Konzept erwiesen.

Das Leben gedeiht in nahezu allen uns bekannten Umgebungen, selbst in jenen, die uns höllisch erscheinen:

Es schwimmt auf Schwefelsäureseen.
Es gedeiht in Fässern mit Atommüll.
Es findet sich in über 122 Grad heißem Wasser.
und besiedelt das Ödland der Antarktis oder Gestein, fünf Kilometer unter der Erde.

Interessanterweise finden sich einige dieser Bedingungen auch an zahlreichen anderen Orten im Sonnensystem.

Aussichtsreiche Versprechen
Der Mars war einst warm und feucht und bot wahrscheinlich einen fruchtbaren Boden für das irdische Leben. Heute hat der Mars noch flüssiges Wasser unter seiner Oberfläche. Ein Gas, das stark mit dem Leben auf der Erde in Verbindung gebracht wird, Methan, wurde bereits in der Marsatmosphäre gefunden. Mars-Mikroben könnten schon 2021 entdeckt werden, wenn der der Rover der Mission-ExoMars „Rosalind Franklin“ mit einem zwei Meter langen Bohrer nach ihnen gräbt.

Neben Erde und Mars könnten mindestens zwei andere Orte in unserem Sonnensystem bewohnt sein. Jupiters Mond Europa und der Saturnmond Enceladus sind zwar beides gefrorene Eiswelten, aber die Schwerkraft ihrer gewaltigen Mutterplaneten reicht aus, um ihr Inneres aufzurühren und Wasser zu schmelzen, um so riesige subglaziale Meere zu erzeugen.

Im Jahr 2017 kamen Spezialisten für Meereseis von der Universität von Tasmanien zu dem Schluss, dass einige antarktische Mikroben auf diesen Welten möglicherweise überleben könnten. Sowohl Europa als auch Enceladus haben vermutlich Hydrothermalquellen am Grunde ihrer unter den Eispanzern verborgenen Ozeane. Diese finden wir auch auf der Erde und Wissenschaftler vermuten, dass genau hier das Leben entstanden sein könnte.

Als eine NASA-Sonde im vergangenen Juni das aus Enceladus in den Weltraum gepresste Material analysierte, fand sie große organische Moleküle. Möglicherweise lebte etwas in der Gischt; lediglich die Sonde selbst hatte schlichtweg nicht die richtigen Instrumente an Bord, um diese zu erkennen. Der israelisch-russische Milliardär Juri Milner war von dieser Aussicht so begeistert, dass er zur Finanzierung einer Rückkehrmission beitragen möchte.

Eine zweite Genese?
Eine Entdeckung könnte die Welt der Biologie auf den Kopf stellen. Alles Leben auf der Erde ist verwandt und stammt letztendlich von der ersten lebenden Zelle ab, die vor etwa 4 Milliarden Jahren aufgetaucht ist. Bakterien, Pilze, Kakteen und Kakerlaken sind alle unsere Verwandten, und wir teilen alle die gleichen grundlegenden molekularen Mechanismen: DNA, die die RNA erzeugt, die wiederum die Protein bildet.

Eine zweite Art von Lebens könnte jedoch eine „zweite Genese“ darstellen – die Entstehung von Leben völlig unabhängig von jenem auf der Erde. Vielleicht würde dieses Leben ein anderes Kodierungssystem in seiner DNA verwenden. Oder es besitzt überhaupt keine DNA, sondern eine andere Methode zur Weitergabe genetischer Informationen.

Indem wir ein zweites Beispiel des Lebens studieren, könnten wir herausfinden, welche Teile der Maschinerie des Lebens universell sind und welche nur die besonderen „Unfälle in unserer Ursuppe“ darstellen. Vielleicht werden Aminosäuren immer als wesentliche Bausteine ​​verwendet, vielleicht auch nicht…?

Wir könnten sogar in der Lage sein, einige universelle Gesetze der Biologie zu erarbeiten, wie wir es für die Physik getan haben – ganz zu schweigen von neuen Blickwinkeln auf die Frage nach dem Ursprung des Lebens selbst.


Der Saturnmond Enceladus, fotografiert von der NASA-Sonde Cassini, 2012.
Copyright: NASA/JPL-Caltech/Space Science Institute

Ein zweiter unabhängiger “Baum des Lebens” würde bedeuten, dass das schnelle Erscheinen des Lebens auf der Erde kein Zufall war. Dann müsste das Leben im Universum im Überfluss vorhanden sein. Es würde zudem die Wahrscheinlichkeit erheblich steigern, dass es irgendwo unter diesen Milliarden lebensfreundlicher Planeten in unserer Galaxie auch etwas gibt, mit dem wir reden könnten.

Vielleicht ist das Leben ansteckend
Wenn andererseits die entdeckten Mikroben tatsächlich mit uns verwandt wären, hätte das eine Einschlagskraft einer anderen Art: Es würde bedeuten, dass das Leben sozusagen ansteckend ist.

Wenn ein großer Meteorit auf einen Planeten trifft, kann der Aufprall pulverisiertes Gestein direkt in den Weltraum schleudern und dieses Gestein kann dann als Meteorit auf andere Planeten stürzen.

Auf diese Weise ist das irdische Leben wahrscheinlich bereits auf andere Planeten gelangt – vielleicht sogar zu den Jupiter- und Saturnmonden. Zumindest die Reise dorthin könnten zahlreiche Mikroben gut überstehen.

Im Jahr 1969 brachten die Apollo 12-Astronauten eine alte Sonde mit zurück, die drei Jahre lang in extremer Kälte und Vakuum auf dem Mond verbracht hatte. Wie sich zeigte, befanden sich in ihrem Innern noch lebensfähige Bakterien.

Da der Mars wahrscheinlich schon vor der Erde lebensfreundlich war, entstand dort möglicherweise auch das Leben zuerst und könnte dann per Anhalter fuhr zu uns gelangt sein. Vielleicht sind wir also Marsianer?

Selbst wenn wir niemals ein anderes Leben in unserem Sonnensystem finden, könnten wir es auf einem von Tausenden bekannten Exoplaneten entdecken. Es ist bereits heute möglich, das durch einen Exoplaneten gefilterte Licht eines fernen Sterns zu betrachten und zu analysieren, um so etwas über die Zusammensetzung seiner Atmosphäre zu erfahren. Ein Überfluss an Sauerstoff könnte dann ein verräterisches Lebenszeichen sein.

Eine überprüfbare Hypothese
Das „James Webb-Weltraumteleskop“ (JWST), dessen Start im Jahr 2021 geplant ist, wird diese Messungen für einige der bereits entdeckten erdähnlichen Welten durchführen können. Nur wenige Jahre später werden weltraumgestützte Teleskope an den Start gehen, die diese Planeten direkt fotografieren werden.

Mit einem Trick, der der Sonnenblende in Ihrem Auto ähnelt, werden Weltraumteleskope Teleskope mit einer Art riesiger Sonnenschirme ausgestattet, die dem Teleskop in einer Entfernung von 50.000 Kilometern vorweg stationiert werden und sich so an genau der richtigen Stelle befinden, um das blendende Licht eines Sterns so zu blockieren, dass die ihn umkreisenden Planeten sichtbar werden.

Die Farbe und die Variabilität dieses Lichtpunkts könnten uns sagen, wie lange der Tag des Planeten dauert, ob er Jahreszeiten, Wolken, Ozeane hat und möglicherweise sogar die Farbe seiner Pflanzen verraten.

Die alte Frage „Sind wir allein?“ Hat sich von einer philosophischen Überlegung zu einer überprüfbaren Hypothese entwickelt. Wir sollten auf eine Antwort vorbereitet sein.

WEITERE MELDUNGEN ZUM THEMA
Essay: “Unser Platz im Universum wird sich in den nächsten 50 Jahren dramatisch verändern” 3. Dezember 2019

© Cathal D. O’Connell / The Conversation.com


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RE: AI - Links:

in Extraterrestrische Intelligenzen: 04.03.2020 00:58
von Adamon • Nexar | 14.434 Beiträge

https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de...tdeckt20200301/

Erstmals vollständiges außerirdisches Protein in einem Meteoriten entdeckt:


Verschiedene Darstellungen und Ansichten des im Innern eines Meteoriten entdeckt Proteins (Illu.).
Copyright/Quelle: Malcolm. W. McGeoch, Sergei Dikler, Julie E. M. McGeoch
Cambrigde (USA) – Erstmals haben Wissenschaftler ein vollständiges Proteinmolekül im Innern eines Meteoriten gefunden, ein Protein, das so nicht von der Erde stammt.

Wie Malcolm. W. McGeoch von der Biotech-Forma PLEX, Sergei Dikler von Bruke Scientific LCC und Julie E. M. McGeoch UUU von der Harvard University vorab via ArXiv.org berichten, entdeckten sie mit Hilfe einer massenspektrometrischen Analyse kleinste Teile des Proteins Hemolithin im Inneren des 1990 in Algerien gefundenen kohlenstoffhaltigen Meteoriten “Acfer 086”. Da sich die chemischen Bausteine des Proteins von bekannten irdischen Proteinen unterscheiden – die Wasserstoffatome beinhalten einen deutlich höheren Deuterium-Anteil, wie er so nicht auf der Erde, dafür aber in interstellaren Molekülwolken und protoplanetaren Scheiben um junge Sterne vorkommt – sind sich die Forscher auch sicher, dass es sich nicht um das Ergebnis einer Kontamination des Meteoriten mit irdischen Stoffen handelt. Stattdessen handele es sich um „das erste außerirdische Protein, das im Inneren eines Meteoriten entdeckt wurde”.

Bei Proteinen handelt es sich um organische Eiweißmoleküle, die aus den Bausteinen des Lebens, den sogenannten Aminosäuren bestehen. Sie dienen Organismen als Nährstoffe und bilden einen Großteil der funktionalen Bestandteile biologischer Zellen.

Tatsächlich wurden Aminosäuren und ihre Moleküle, sowie andere, für das irdische Leben wichtige Moleküle, sowie ganze Molekülketten schon zuvor nicht nur auf der Erde, sondern auch im All entdeckt, allerdings bislang noch nicht in Form ausreichend großer Moleküle, wie sie auch als Proteine bezeichnet werden konnten.

Das nun entdeckte Protein besteht aus zwei Aminosäureketten aus Glycin und Hydroxyglycin mit einem chemisch reaktiven Ende (s.Abb.o.r.) aus zwei durch ein Sauerstoffatom verbundenes Eisenatomen mit einem zusätzlichen Lithiumatom. Die so möglichen chemischen Reaktionen spielen auch beim Energiestoffwechsel bekannter Organismen eine Rolle. Der nun geführte Nachweis eines vollständigen, nicht von der Erde stammenden Proteins im Innern eines Meteoriten, stützt die Vorstellung einiger Astrobiologen, vom Ursprung der Bausteine des Lebens im All und deren Transport auf die junge Erde im Innern von Kometen, Asteroiden bzw. Meteoriten. Einmal mehr zeigt sich, dass die für das Leben notwendigen chemischen Grundlagen und Strukturen offenbar überall im Universum vorhanden sind.

Während auf der Erde Proteine die Grundlage sämtlicher Organismen bilden, ist der aktuelle Nachweis im Innern eines Objekts außerirdischer Herkunft also aber noch nicht zwangsläufig auch ein Beleg für außerirdisches Leben.

Quelle: ArXiv.org

© grenzwissenschaft-aktuell.de


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zuletzt bearbeitet 04.03.2020 00:59 | nach oben springen
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